• Frank Ulrich Montgomery kritisiert Jens Spahn scharf.
  • Der Chef des Weltärzteverbands wirft dem Gesundheitsminister unter anderem Schlampigkeit und "Wurstigkeit beim Testen" vor.

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Der Chef des Weltärzteverbands, Frank Ulrich Montgomery, wirft Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine "schlampige" Verordnung zur Regelung der Corona-Testzentren vor. Diese "fordert zu Betrug auf", sagte Montgomery bei "19 - die Chefvisite" mit Blick auf Ermittlungen wegen des Verdachts auf betrügerische Abrechnungen von Schnelltests.

Es sei "unverschämt" von Spahn, die Kontrolle auf Gesundheitsämter und Kassen abschieben zu wollen, sagte Montgomery weiter. Während der Bundesgesundheitsminister für einen "Bürokratiemarathon beim Impfen" gesorgt habe, falle Spahn nun seine "Wurstigkeit beim Testen" auf die Füße. Der Weltärztechef betonte in dem Videotalk, er rechne nur mit einem "sehr, sehr kleinen Anteil" von Betrügerei bei den rund 60 Millionen abgerechneten Tests.

Montgomery: Beim digitalen Impfzertifikat habe Spahn sich "verzettelt"

Beim digitalen Impfzertifikat habe Spahn sich ebenfalls "verzettelt", so Montgomery. Daher stehe Deutschland einmal mehr als "Komplettversager bei der Digitalisierung" da.

Schaffe es das Bundesgesundheitsministerium nicht, rasch eine Software für das Digitalzertifikat zu entwickeln, "wird man sich über uns totlachen", prophezeite Montgomery. Denn: "So lange müssen wir uns mit dem gelben Impfpass behelfen."

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Montgomery hofft auf ehrliche Bürger

Montgomery rief Spahn dazu auf, die Möglichkeit zu prüfen, die Zertifikatssoftware aus Israel zu kaufen - dort habe die Entwicklung "sechs Wochen gedauert". Sollte die Software einsatzfähig sein, fordert Montgomery Vertrauen in die Bürger.

Sie sollten nach dem Motto "Selbstauskunft und Sanktionsmechanismen" ihre Digitalzertifikate selbst ausfüllen. Wer keine korrekten Angaben mache, solle eine Strafe erhalten. So wäre der Streit darüber, wer für die Umschreibung vom Impfpass auf Papier in das Digitalzertifikat zuständig ist, zu lösen.

Bei "19 – die Chefvisite" werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Coronakrise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet - in nur 19 Minuten.

Alle Sendungen von "19 - die Chefvisite" sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de. WEB.DE und GMX sind Medienpartner von "19 - die Chefvisite".

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Teaserbild: © picture alliance/dpa/Guido Kirchner