Kanzlerin Merkel verkündete erste Lockerungen der Maßnahmen, auch wenn die Kontaktbeschränkungen noch bis Anfang Mai gelten. In Mini-Schritten soll das öffentliche Leben wieder hochfahren. Die Botschaft: Wir müssen uns an ein Leben mit dem Virus gewöhnen.

Mehr aktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie hier

Nach fast vier Wochen werden erste Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus in Deutschland gelockert - das private und öffentliche Leben bleibt dennoch stark eingeschränkt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder verständigten sich am Mittwoch darauf, dass kleine und mittlere Geschäfte wieder öffnen dürfen.

Die Schulen bleiben dagegen für die meisten Schüler erst einmal dicht, nur für einige Jahrgänge soll es ab dem 4. Mai wieder Unterricht geben - einzelne Länder können vom Termin aber abweichen. Die wegen der Pandemie verhängten Kontaktbeschränkungen wurden bis mindestens 3. Mai verlängert.

Deutschland habe einen "zerbrechlichen Zwischenerfolg" im Kampf gegen die Pandemie erreicht, sagte Merkel. Alle müssten aber verstehen, dass sie so lange mit dem Virus leben müssten, bis es einen Impfstoff gebe. Daher könne nur äußerst vorsichtig und in kleinen Schritten mehr öffentliches Leben zugelassen werden.

Lesen Sie auch: Lockerungen in der Coronakrise: Was ist ab wann wo erlaubt?

Kampf gegen Corona - die wichtigsten Beschlüsse:

  • GROßVERANSTALTUNGEN sind bis zum 31. August grundsätzlich untersagt. Betroffen sind Fußballspiele mit Zuschauern, größere Konzerte, Schützenfeste und Kirmes-Veranstaltungen. Ob Fußball-Partien ohne Publikum möglich sind, ist noch offen.
  • GESCHÄFTE mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern können ab kommendem Montag (20.4.) unter Auflagen wieder öffnen. Unabhängig von der Größe ihres Geschäfts dürfen dann auch Buch-, Auto- und Fahrradhändler wieder Kunden begrüßen.
  • FRISEURE sollen unter Auflagen - etwa zur Hygiene und zur Vermeidung von Warteschlangen - ab dem 4. Mai ihre Betriebe wieder öffnen.
  • Der allgemeine SCHULBETRIEB soll am 4. Mai wieder aufgenommen werden, beginnend mit den Abschlussklassen, den Klassen, die im kommenden Jahr Prüfungen ablegen, und den obersten Grundschulklassen. Anstehende Prüfungen der Abschlussklassen dieses Schuljahres können aber auch vorher schon stattfinden.
  • Es gibt keine MASKENPFLICHT aber die "dringende Empfehlung", sogenannte Alltagsmasken im Nahverkehr und Beim Einkauf zu tragen.
  • Die KONTAKTBESCHRÄNKUNGEN bleiben vorerst bis zum 3. Mai in Kraft. Auch auf private Reisen sollen Bürger weiter verzichten.
  • GASTRONOMIEBETRIEBE bleiben vorerst weiter geschlossen. Ausgenommen ist die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause. Auch Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen sowie Theater, Opern und Konzerthäuser haben noch geschlossen.
  • Das VERSAMMLUNGSVERBOT in Gotteshäusern bleibt in Kraft. In Kirchen, Moscheen und Synagogen sollen vorerst keine religiösen Feierlichkeiten und Veranstaltungen stattfinden. Es gibt aber offenbar noch Diskussionsbedarf, daher solle es noch Gespräche geben.

Es sei weiter entscheidend, dass die Bürger in der Öffentlichkeit einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhielten und sich dort nur mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder maximal einer anderen Person aufhielten.

Mit strikten Kontaktsperren könne Deutschland die Pandemie auf niedriges Niveau drücken

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) betonte: "Wir bewegen uns in eine neue Normalität." Diese werde anhalten, bis es einen Impfstoff gebe. Die Bundesregierung hofft allerdings, bald Infektionsketten komplett nachweisen zu können. "Es muss unser Ziel sein, jede Infektionskette verfolgen zu können", sagte Merkel. Dann gelinge es auch, Infektionsherde einzugrenzen.

Lesen Sie auch: Chaos um Öffnungen: So sehen die Corona-Pläne für Schulen und Kitas aus

(ash/dh/dpa)

Emmanuel Macron fordert Angela Merkel heraus

​​​​​​​In der Coronakrise fordert Frankreichs Staatschef die Bundeskanzlerin heraus. In einer TV-Ansprache sagte Macron er wünsche sich von seinen Partnern in der EU mehr Mut und Ehrgeiz.
Teaserbild: © AFP/Pavel Korolyov