Diese skurrilen Geschichten aus der ganzen Welt wurden 2015 gelesen, gehört, erzählt - und trotzdem vielleicht auch schon wieder vergessen. Erinnern Sie sich?

Der kugelsichere BH

Als ein Dieb im brasilianischen Belém seine Waffe abfeuerte, wurde Ivete Maurício von einem Querschläger unter der linken Brust getroffen. Medienberichten zufolge entging die Frau einer schweren Verletzung dank ihrer Unterwäsche.

Der BH von Ivete Maurício ist inzwischen eine kleine Berühmtheit in Brasilien. Er soll der Grund sein, warum die Frau aus Belém fast unversehrt geblieben ist.

Maurício kam gerade aus einem Supermarkt, um einen Tumult auf der gegenüberlegenden Straßenseite zu beobachten, als ein Dieb Schüsse abfeuerte, wie der britische "Guardian" berichtet.

Maurício wurde von einem Querschläger getroffen, doch ihr BH hatte die Kugel abgefangen.

Der Terror-Uhu von Holland

Ein als "Terror-Uhu" in den Niederlanden berühmt-berüchtigter Vogel bleibt auf Dauer hinter Gittern.

Das Tier werde nicht wieder freigelassen, beschloss die Gemeinde Purmerend nördlich von Amsterdam einem Bericht der Nachrichtenagentur ANP zufolge.

Der aggressive Uhu hatte im vergangenen Jahr in dem Ort mehr als 50 Menschen verletzt und war dann eingefangen worden.

Experten meinen, es handele sich um ein eigentlich zahmes Tier, das von seinem Besitzer freigelassen wurde. Verschiedene Versuche, den "Terror-Uhu" etwas friedlicher zu stimmen, scheiterten.

Die lebenslange Uhu-Haft in einer Vogelstation sei nach Rücksprache mit einer Uhu-Arbeitsgruppe beschlossen worden.

Ungewöhnlicher Tiertransport

Symbolbild

Mit einem Pony im Kofferraum ihres Kleinwagens ist eine Frau mehr als 100 Kilometer weit gefahren. Der nicht ganz artgerechte Pferdetransport war der Polizei im westfälischen Bad Oeynhausen aufgefallen.

Die Frau war mit dem kleinen Shetlandpony im niedersächsischen Bad Bentheim gestartet. Ihre Fahrt sollte in Richtung Tschechien gehen, wie die Polizei mitteilte.

Der Besitzer des Pferdes wollte ihr mit einem geeignetem Pferdeanhänger entgegenkommen und das Tier übernehmen. Die Beamten stoppten die Fahrt, ließen das Tier aus dem engen Kofferraum und versorgten es.

Übergeben wurde das Pony auf der Polizeiwache Bad Oeynhausen.

Hai-Knockout

Symbolbild

Sehr viel Glück hatte ein junger Surfer im US-Bundesstaat Florida. Der 14-Jährige war an den New Smyrna Beach in Volusia County gekommen, um sein neues Surfbrett auszuprobieren.

Er paddelte hinaus aufs Meer, als sich plötzlich ein Hai näherte und ihn in die Hand biss. Reflexartig fing der Junge an, nach dem Tier zu schlagen, das daraufhin den Rückzug antrat.

Dann paddelte der 14-Jährige zurück in Richtung Strand. Ein Mitarbeiter der Strandwache eilte dem Verletzten zur Hilfe. Der Junge wurde in ein Krankenhaus gebracht und an der Hand operiert.

Bäriger Kampf

Der Jäger Chase Dellwo war mit seinem Bruder in den Rocky Mountains im US-Bundesstaat Montana unterwegs. Beide waren mit Armbrüsten bewaffnet, als sie bei ihrer Tour auf einen Grizzlybären stießen. Dieser griff Dellwo an und verletze ihn am Kopf.

Für einen Angriff mit der Armbrust war es zu spät, also rammte er dem Bären seine rechten Arm quer ins offene Maul bis in den Rachen.

Seine Großmutter habe ihm einmal einen Artikel zu lesen gegeben, erklärte Dellwo sein Handeln. Darin stand, dass größere Tiere einen ausgeprägten Würgereflex hätten - und man sie so in die Flucht schlagen könne.

Der Trick funktionierte, der Bär suchte das Weite. Mit großem Glück und dem Tipp seiner Großmutter kam Dellwo mit ein paar Schnittwunden am Kopf und im Gesicht sowie einem verletzten Bein davon. .

Unverhofftes Wiedersehen

Zwei koreanische Schwestern, die als Kinder getrennt worden waren, haben sich nach 40 Jahren zufällig in einer US-Klinik wiedergefunden. Sie hatten dort beide Jobs - und zwar auf derselben Station.

Die Kolleginnen wurden zu Freundinnen, tauschten ihre Geschichte aus und entdeckten erstaunliche Gemeinsamkeiten. Ein DNA-Test bestätigte dann, dass sie Schwestern sind.

Beide wurden nach dem Tod ihrer Eltern von zwei verschiedenen amerikanischen Familien adoptiert. Beide wuchsen in verschiedenen US-Bundesstaaten auf, wurden Krankenpflegerinnen und bewarben sich am Ende zufällig im selben Krankenhaus in Sarasota.

Mit Hakenkreuz auf Stimmenfang

Mit einem Hakenkreuz auf der Brust empfiehlt sich der Philippiner Jose Larry Maquinana seinen Landsleuten für die Präsidentenwahlen im nächsten Jahr.

Er reichte seine Unterlagen bei der Wahlkommission in Manila ein. Auf die Frage, wieso er das Nazi-Symbol trage, meinte er: "Ich bin der Hitler dieser Generation."

Nur knapp ein Drittel der Menschen besucht auf den Philippinen die Grundschule mit sechs Klassen. Das Wissen über die Geschichte Europas und den Holocaust hält sich daher eher in Grenzen.

Die Schweini-Puppe

Eine Puppe namens "Bastian" war auf der Website der Hongkonger Firma DID in verschiedenen Uniformen abgebildet, die an jene der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg erinnern.

Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger wehrte sich gegen das Unternehmen, das diese ihm ähnelnde Spielzeugfigur in einer Art Wehrmachtsuniform zu Zeiten der Nazis vertreibt.

"Wir gehen juristisch dagegen vor. Mehr gibt es von unserer Seite dazu nicht zu sagen", hieß es aus dem beratenden Umfeld Schweinsteigers.

Die Firma erklärte, es sei nur Zufall, dass die Figur "Bastian" wie Schweinsteiger aussehe. Bastian sei ein häufiger Vorname in Deutschland. Die Figur basiere auf dem "typischen Deutschen".

Das Unternehmen verkauft neben verschiedenen Soldaten-Figuren auch Modelle von geschichtlichen Personen wie Stalin, Napoleon und Martin Luther King.

Darth Vader for President

Bei den Kommunalwahlen in der Ukraine trat auch Darth Vader an. 61 Kandidaten wollten die "dunkle Seite der Macht" in der Politik repräsentieren.

Der Darth-Vader-Block, benannt nach dem gleichnamigen Schurken im Weltraum-Epos "Star Wars" (Krieg der Sterne), ist zwar eine Jux-Initiative, wurde aber im Juni vom Justizministerium als Partei registriert.

Hochburg der früheren "Partei der Studenten" ist die Hafenstadt Odessa. Dort drängten 48 Kandidaten einschließlich eines gewissen Meister Yoda in den Stadtrat.

Der Bewerber Darth Nikolajewitsch Vader wollte Bürgermeister werden. In Odessa wurde sogar ein Denkmal des Vaters von Luke Skywalker eingeweiht.

Bandwurm-Alarm

Luis Ortiz litt unter so entsetzlichen Kopfschmerzen, dass seine Eltern ihren verwirrten und apathischen Sohn ins Krankenhaus brachten.

Was die Ärzte in der Mayo Clinic im kalifornischen Napa im Gehirn des 26-Jährigen fanden, ist zumindest in diesem Teil des Körpers äußerst selten: einen Bandwurm.

"Sie haben mir gesagt: Wir müssen Dich sofort operieren, Du hast noch eine halbe Stunde", sagte Ortiz mehreren US-Medien. Nach der Not-OP, die sein Leben rettete, konnte sich Ortiz den Bandwurm in einem Glas ansehen: Die Operateure hatten ihn lebendig entfernt.

Der Wurm verursachte eine knapp einen Zentimeter große Zyste, die die Blutbahn fast komplett verschlossen hatte, was zu den Kopfschmerzen führte.

Nach Angaben der Klinik habe es sich bei Ortiz' Fall möglicherweise um eine Larve gehandelt, die sich bis ins Gehirn vorgearbeitet habe.

In anderen Berichten war die Rede davon, es habe sich um ein ausgewachsenes Exemplar gehandelt.

Die Krokodil-Wärter

Krokodile, Tiger und Piranhas sollen nach dem Willen der Drogenbekämpfer in Indonesien künftig verurteilte Drogenhändler bewachen.

"So ein Gefängnis müsste auf einer abgelegenen Insel gebaut werden, die von Krokodilen umgeben ist. Wenn die Gefangenen zu fliehen versuchen werden sie gefressen", sagte der Sprecher der Drogenbehörde, Slamet Pribadi, im November.

Sein Chef Budi Waseso suche bereits in mehreren Provinzen nach geeigneten Orten.

Über die Rechte der Gefangenen mache er sich keine Sorgen. "Wenn ein Krokodil einen Menschen tötet, ist das keine Menschenrechtsverletzung", meinte er.

Der große Vorteil der tierischen Wärter: "Man kann Krokodile nicht bestechen".

Der riesige muslimischen Inselstaat am Äquator in Südostasien greift bei Drogendelikten hart durch.

Trotz internationaler Proteste wurden in diesem Jahr 14 Schmuggler hingerichtet, die meisten von ihnen waren Ausländer. (ink)