Diese Sportler sind im Jahr 2020 gestorben

Abschied fällt immer schwer, für endgültigen gilt das ganz besonders. Wir halten einen Moment inne, um das Jahr 2020 in Gedenken an jene zu beenden, die uns in und abseits der Arenen des Sports mit ihrem Können begeisterten und in diesem Jahr von uns gingen.

Hans Tilkowski wurde berühmt, weil er als deutscher Nationaltorwart 1966 im WM-Endspiel in London gegen England das berühmte Wembley-Tor zum zwischenzeitlichen 2:3 kassierte. Der damalige Dortmunder Keeper arbeitete später auch noch als Bundesligatrainer in Bremen. Seine Karriere begann bei Westfalia Herne und führte ihn über den BVB zu Eintracht Frankfurt. Mit Dortmund schrieb er 1966 mit dem Gewinn des Europapokals der Pokalsieger Geschichte. Einen Europokal hatte zuvor noch kein deutscher Verein gewonnen. Am 5. Januar 2020 verstarb Tilkowski im Alter von 84 Jahren.
Sophie Kratzer wurde nur 30 Jahre alt. Sie starb am 13. Januar 2020. Die erfolgreiche Eishockeyspielerin, die 2014 an den Olympischen Winterspielen in Sotschi teilgenommen hatte, beendete ihre Karriere 2017. Sie litt seit geraumer Zeit an Brustkrebs. Kratzer spielte von 2003 bis 2017 für den ESC Planegg und absolvierte 36 Spiele für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft der Frauen. Die gebürtige Landshuterin hatte noch ein zweites Talent: Das Schreiben brachte ihr 2019 den Alternativen Medienpreis ein.
Am 26. Januar 2020 kam die Lakers-Legende Kobe Bryant bei einem Helikopterabsturz ums Leben. Alle neun Insassen des Helikopters starben, auch Bryants 13 Jahre alte Tochter Gianna. Der plötzliche Tod der Basketball-Legende versetzte die Sportwelt in eine Schockstarre.
Sir Stirling Moss war ohne Frage einer der besten Rennfahrer seiner Epoche. Zwischen 1955 und 1961 beendete Moss die Formel-1-WM viermal in Folge als Zweiter und dann dreimal nacheinander als Dritter. Nie reichte es für den großen Wurf. Moss aber wurde stets als exzellenter Fahrer und fairer Widersacher respektiert und zudem mit dem Ritterorden ausgezeichnet. Am 12. April 2020 verstarb er im Alter von 90 Jahren.
Der gebürtige Münchner Sascha Hupmann verstarb ebenfalls am 12. April 2020 im Alter von nur 49 Jahren in seiner Wahlheimat Evansville im US-Bundesstaat Indiana. Der ehemalige Basketball-Nationalspieler wurde aufgrund seiner Größe von 2,16 Metern meist als Center eingesetzt. Ein Jahr verbrachte er bei ALBA Berlin. In den letzten Jahren seines Lebens litt er an einer selten vorkommenden Form der Ataxie. Sie fesselte ihn an den Rollstuhl.
Shobushi Kanji wurde nur 28 Jahre alt. Er gilt als erster Japaner, der bereits in seinem dritten Lebensjahrzehnt an den Folgen einer COVID-19-Erkrankung verstarb. Das passierte am 13. Mai 2020. Kanji litt bereits vor seiner Coronavirus-Infektion an Diabetes. Auf seine Körpergröße von 1,66 Meter verteilten sich 111,2 Kilogramm. Sein bevorzugter Kampfstil waren das Schieben und Stoßen.
Jack Charlton erwarb zunächst im Trikot von Leeds United Kultstatus - und später als Trainer der Nationalmannschaft Irlands. Mehr als 600 Spiele bestritt der Innenverteidiger für Leeds. Die Erfolge reichten zwar nicht an die seines jüngeren Bruders Bobby bei Manchester United heran. Beide aber standen 1966 in der siegreichen WM-Elf der Engländer. 22 Jahre später führte Jack Irlands Nationalelf zur EM nach Deutschland - und schlug dort im ersten Turnierspiel England mit 1:0. Am 10. Juli 2020 verstarb der jüngere Charlton im Beisein seiner Familie.
Norbert "Nobby" Peter Stiles war einer der unangenehmsten Gegenspieler, die der englische Fußball je hervorbrachte. Fehlende Vorderzähne verliehen dem waschechten Mancunian (Einwohner Manchesters) zudem ein Furcht einflößendes Aussehen. 1966 half Stiles mit, daheim in England die WM zu gewinnen. Das Turnier gipfelte im unvergessenen 4:2 über Deutschland. Am 30. Oktober verstarb Stiles mit 78 Jahren.
Eine der größten Legenden des Fußballs ging am 25. November 2020 von uns. Diego Maradona war ein Genie am Ball, populär bis hin zur heiligengleichen Verehrung. Entsprechend groß war das weltweite Entsetzen angesichts der Nachricht vom Tod des Weltmeisters von 1986 im Alter von gerade 60 Jahren. In Argentinien, Maradonas Heimat, wurde für mehrere Tage offiziell getrauert.
Am 8. Dezember 2020 verstarb im Alter von 66 Jahren Alejandro Sabella. Er führte die argentinische Nationalmannschaft bei der WM 2014 als Trainer bis ins Finale. Dort blieb nach einer unvergessenen Verlängerung gegen Deutschland nur Rang zwei. Zuvor trainierte Sabella in seiner Heimat Estudiantes de La Plata. Mit dem Traditionsklub gewann er die Meisterschaft und die Copa Libertadores, das Gegenstück zur europäischen Champions League.