17. Mai 1943: Die Bombardierung der Möhnetalsperre

Vor 75 Jahren haben die Briten die Möhnetalsperre bombardiert. Eine gewaltige Flutwelle wälzte sich talabwärts und riss alles mit sich. Was bleibt, sind Erinnerungen an das Rauschen der Fluten in der Nacht, die vielen Toten und gewaltigen Zerstörungen.

Luftbild der Möhnetalsperre vor ihrer Zerstörung. Die britische Royal Air Force bombardiert in der Nacht zum 17. Mai 1943 mehrere Talsperren an Möhne, Sorpe und Eder, um die die Industrie des Ruhrgebiets von der Stromversorgung abzuschneiden.
Die Möhnetalsperre kurz nach ihrer Zerstörung. In Folge des Bombenangriffs wälzen sich gewaltige Wassermassen durch die Täler der Möhne und Ruhr, wobei mindestens 1.300 Menschen den Tod finden, darunter überwiegend Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene.
Die britischen Lancaster-Bomber sind mit den speziell für diesen Einsatz entwickelten Hüpfbomben bestückt, die nach dem Abwurf über die Wasseroberfläche bis zur Staumauer flitschen sollen, ehe sie dort absinken und in zehn Metern Tiefe explodieren.
Ein Kind steht vor der zerstörten Möhnetalsperre im Mai 1943. Trotz der gewaltigen Schäden spielt der Angriff auf die Talsperren in der deutschen Nachkriegserinnerung verglichen mit den Bombardierungen Hamburgs oder Dresdens eine untergeordnete Rolle.
Der Blick in das Möhnetal offenbart das gewaltige Ausmaß der Zerstörungen. Allerdings wird die Industrie im Ruhrgebiet nicht so entscheidend geschädigt, wie erwartet. Bis Oktober 1943 werden der Möhnedamm und seine Anlagen wiederhergestellt.
Der Wucht des mit Trümmern talabwärts fließenden Wassers sind auch massive Brücken nicht gewachsen. Neun Eisenbahnbrücken sowie 37 Straßenbrücken, Kraftwerke und andere Infrastrukturen werden durch die Flutwelle völlig zerstört.
Der britische "Chronicle" feiert die Bombardierung als "Major Victory" und nennt den zerstörten Damm das "großartigste Luftbild des Krieges". In der deutschen Presse wird der Angriff mit Verweis auf den "unbeugsamen Widerstandswillen" des Möhne- und Ruhrtals propagandistisch ausgeschlachtet. 
Die Möhnetalsperre 2018. Obwohl nichts mehr an die Katastrophe von 1943 erinnert, bleibt bei Zeitzeugen die Erinnerung an die Nacht, als das große Rauschen kam. In den letzten 20 Jahren wächst auch in Großbritannien die Wahrnehmung der zivilen Opfer des Bombenangriffs.
Die Zeitzeugen Karl-Heinz Wilmes (l) und Josef Rochel stehen an der Möhnetalsperre. Noch heute kann sich Wilmes nicht vorstellen, je ins Tal zu ziehen. "Im unteren Dorf hätte ich nie wohnen können. Ich könnte da keine Nacht ruhig schlafen."
Ein Gedenkstein an der Möhnetalsperre zeigt die zerstörte Talsperre. Die Nacht auf den 17. Mai 1943 hat sich im Gedächtnis der Region eingebrannt. Gedacht wird dabei aller Opfer - der Deutschen, Zwangsarbeiter, Kriegsgefangenen, aber auch der beim Angriff abgeschossenen Briten.
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