• In einem Mastbetrieb in Mittelfranken ist es zu einer Tragödie gekommen.
  • Insgesamt 170 Rinder verendeten qualvoll, da sie nicht ausreichend mit Futter und Wasser versorgt wurden.
  • Nun musste sich der Landwirt des Betriebs wegen Tierquälerei und der Tötung von Tieren vor Gericht verantworten.

Mehr Panoramathemen finden Sie hier

Ein wegen der tödlichen Vernachlässigung seiner Rinder angeklagter Landwirt hat nach Angaben seines Verteidigers aus Überforderung gehandelt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 44-Jährigen aus dem bayerischen Landkreis Ansbach vor, seine rund 200 Mastrinder über Monate unter anderem nicht angemessen mit Futter und Wasser versorgt zu haben. Als die Polizei nach einem anonymen Hinweis im Mai 2021 die Missstände entdeckte, waren etwa 170 Tiere bereits tot.

Landwirt nur "vermindert schuldfähig"

Die übrigen waren so abgemagert, dass sie getötet werden mussten. Nach einem psychiatrischen Gutachten war der Landwirt zu dem Zeitpunkt vermindert schuldfähig.

Der Verteidiger des 44-Jährigen sagte am Mittwoch vor dem Amtsgericht in Ansbach, dass sein Mandant schon länger mit der Arbeit in seinem Mastbetrieb überfordert gewesen sei und unter familiären Spannungen gelitten habe. In der Coronakrise habe sich die Situation dramatisch verschlechtert, weil er die Rinder nicht mehr habe verkaufen können.

"Das war der Zeitpunkt, wo bei ihm Verzweiflung eingesetzt hat", sagte Rechtsanwalt Marc Zenner. Er sei in Depressionen abgeglitten und habe sich mit Alkohol betäubt. Nach dem Fund der Tiere sei er endgültig zusammengebrochen und in psychiatrische Behandlung gekommen.  © dpa