28. August 1988: Der Tag, als Ramstein in Flammen stand

Etwa 350.000 Menschen befinden sich am 28. August 1988 auf der US-Airbase Ramstein zur Besichtigung einer Kunstflugvorführung, als drei Maschinen in der Luft kollidieren. Eine rutscht brennend in die Zuschauertribüne. Es war eines der schlimmsten Flugschauunglücke aller Zeiten. 70 Menschen starben, darunter ein ungeborenes Kind. Es gab etwa 1.000 Verletzte. Viele leiden bis heute unter den Folgen der Ramstein-Katastrophe.

Der US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein nahe Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz ist am 28. August 1988 Schauplatz einer der schlimmsten Flugschau-Katastrophen aller Zeiten. 70 Menschen sterben, etwa tausend Menschen werden teils schwer verletzt.
Während der Vorführung des Kunstflugteams "Frecce Tricolori" der italienischen Luftwaffe [hier die "Frecce Tricolori" bei einer Flugschau im polnischen Radom am 25. August 2018] kollidieren drei Maschinen in der Luft und stürzen über der Air Base ab. Eines der Flugzeuge rutscht danach brennend ins Publikum.
Der "Frecce Tricolori" zum Zeitpunkt des Unfalls in der Luft. Zwei der Maschinen behalten im Absturz den Kurs bei und schlagen jenseits des Zuschauerbereichs auf. Die Piloten sterben dabei. Eine Maschine trifft einen in Notfallbereitschaft stehenden US-Hubschrauber vom Typ Black Hawk, wobei ein US-Soldat stirbt. Sechs weitere werden schwer verletzt.
Bei den Kollisionen gerät eine Maschine in Brand. Im Absturz behält es wie die anderen Unfallflugzeuge seine ursprüngliche Flugrichtung bei. Diese aber führt quer zu den Start- und Landebahnen zum Publikum hin. Der Absturz ist so hart, dass der Schleudersitz ausgelöst wird und den Piloten in einen Eiswagen katapultiert, wo man seine Leiche später findet.
Etwa 50 Meter vor der Absperrung des Zuschauerbereichs berührt das Flugzeug zunächst mit der Spitze der linken Tragfläche den Boden, schlägt dann völlig auf und explodiert. Das Wrack bricht danach durch die Rollen der Stacheldraht­absperrung und rutscht noch weit in die dichtgedrängte Menschenmenge.
Die Zuschauer werden mit einer Wolke aus 800 Liter brennendem Kerosin überzogen. Hinzu kommt glühendes Metall von Flugzeug und Stacheldraht. Die wenigen Sekunden, in denen sich die Katastrophe abspielt, lässt den Betroffenen keine Chance zur Flucht.
Bei der überwiegenden Mehrzahl der Verletzten führen die Verbrennungen der Haut zu Behinderungen und Entstellungen. 70 Menschen sterben, darunter 66 Flugtagbesucher, ein US-Hubschrauberpilot sowie die drei Unglückspiloten. Auch ein ungeborenes Kind stirbt, dessen Mutter schwer verletzt überlebt.
Das US-Militär verweigert den deutschen Rettungskräften zum Teil die Zufahrt auf das US-Gelände. Auch Rettungskräfte wie das THW werden, obwohl sie bereitstehen, nicht hinzugerufen. Außerdem findet aufgrund von US-Vorschriften keine Erstversorgung am Unfallort statt.
Etwa 450 Verletzte müssen in Krankenhäusern versorgt werden. 34 Opfer werden gleich nach dem Unglück tot geborgen, die anderen sterben in den folgenden Tagen und Wochen. Der vorletzte (69.) Sterbefall wird am 3. Oktober 1988 verzeichnet. Das im Mutterleib zu Tode gekommene Kind wird später hinzugerechnet.
Ein Gedenkstein für die Opfer auf der Air Base in Ramstein. Nach der Katastrophe gelten verschärfte Regeln für Kunstflugvorführungen. Medizinisches Gerät wird den internationalen Standards angepasst. Ferner werden Änderungen im deutschen Rettungswesen eingeführt, besonders bei der psychologischen Nachsorge von Opfern und Hilfskräften.