Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg soll er einen Israeli mit einem Gürtel attackiert und beleidigt haben: Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen den mutmaßlichen Angreifer erhoben.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Mehrere arabisch sprechende Männer hatten am 17. April einen Mann, der eine Kippa trug, im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg antisemitisch beschimpft. Unter ihnen soll auch Knaan Al S. sein, der laut Staatsanwaltschaft mit einem Gürtel auf den 21-jährigen Israeli eingeschlagen haben soll.

Gegen den 19-jährigen mutmaßlichen Haupttäter des Angriffs hat die Staatsanwaltschaft Berlin nun vor dem Jugendschöffengericht Tiergarten Anklage erhoben. Knaan Al S. werde gefährliche Körperverletzung und Beleidigung vorgeworfen, teilte ein Sprecher der Anklagebehörde mit.

Auf einem Video des Überfalls, das eines der insgesamt zwei Opfer veröffentlichte, ist zu sehen, wie der Angreifer mit dem Gürtel zuschlägt. Dabei ruft er mehrmals "Yahudi", was auf Arabisch Jude bedeutet.

Der mutmaßliche Angreifer, ein Palästinenser aus Syrien, der seit 2015 in Deutschland lebt, befindet sich seit 19. April in Untersuchungshaft. Gegen einen mutmaßlichen Mittäter wird den Angaben zufolge gesondert vorgegangen. Der Israeli erlitt durch die Attacke unter anderem eine aufgeplatzte Lippe und länger anhaltende Schmerzen.

Der Angriff hatte bundesweit Empörung ausgelöst. Tausende Menschen gingen in mehreren Städten unter dem Motto "Deutschland trägt Kippa" gegen Antisemitismus auf die Straße.

Auch beim Echo: Eklat wegen Antisemitismus-Vorwürfen

Nur kurze Zeit vorher hatte die Verleihung des - mittlerweile abgeschafften - Musikpreises Echo an die umstrittenen Rapper Kollegah und Farid Bang für einen Skandal gesorgt.

Die beiden hatten den Echo in der Kategorie Hip-Hop/Urban National gewonnen - trotz Textzeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen". Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung gegen die Musiker.  © SPIEGEL ONLINE