Technisches Gebrechen ausgeschlossen: Hannes Archs Hubschrauber stürzte wegen menschlichen Versagens ab. Zu diesem Schluss kommen die flugtechnischen Sachverständigen.

Dreieinhalb Monate nach dem tödlichen Unfall von Air-Race-Pilot Hannes Arch liegt das flugtechnische Sachverständigengutachten vor. Wie der "Standard" meldet, steht damit auch die Ursache des Hubschrauberabsturzes fest.

"Der Unfall ist auf menschliches Versagen zurückzuführen", sagte Tina Frimmel-Hesse, stellvertretende Leiterin der Medienstelle der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, der Zeitung. Ein technisches Gebrechen sei auszuschließen.

Arch habe den Hang, an dem sein Helikopter zerschellt sei, zu spät gesehen, heißt es in dem Gutachten. Er sei auch nicht mit Spezialscheinwerfern geflogen. Frimmel-Hesse zufolge ist von einem Pilotenfehler die Rede.

Zum Zeitpunkt des Unfalls war Arch weder betrunken, noch durch andere Substanzen beeinträchtigt: Das hatte zuvor ein ebenfalls von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenes toxikologisches Gutachten ergeben.

Arch hätte nicht fliegen dürfen

Arch war am 8. September 2016 gegen 21:00 Uhr im Großglocknergebiet gegen einen Felsen geprallt. Ein 62-jähriger Deutscher, der ebenfalls im Hubschrauber saß, überlebte den Absturz schwer verletzt.

In seiner Todesnacht hatte Arch gegen ein Flugverbot des Landes Kärnten verstoßen: Die Elberfelder Hütte, die der Kunstflieger mit Lebensmitteln belieferte, liegt in der Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern. Dort sind nach 16:00 Uhr keine Flüge mehr erlaubt.

Auch Bund prüft den Fall

Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt will mit ihren Gutachten etwaige Schuld- und Haftungsfragen klären. Auch die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes prüft den Unfall.

Wie Abteilungsleiter Peter Urbanek dem "Standard" sagte, soll dabei die genaue Unfallursache geklärt werden, um daraus Empfehlungen für die Luftfahrt zu gewinnen.

Ein Ergebnis liegt noch nicht vor, ungeklärt sind auch noch Fragen zum Flugbetrieb. "Die technischen Untersuchungen des Wracks sind aber weit fortgeschritten und fast abgeschlossen", sagte Urbanek. Der Untersuchungsbericht soll im ersten Quartal 2017 vorliegen. (ank)