Nach der Amokfahrt von Münster gibt die Polizei Entwarnung: Es laufen keine weiteren Mittäter frei herum. Innenminister Horst Seehofer besuchte den Tatort und nannte den Vorfall "ein feiges und brutales Verbrechen".

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Die Polizei sucht nach der Amokfahrt von Münster nicht nach weiteren Tätern. Es gebe keine Hinweise, dass noch weitere Verdächtige an dem Verbrechen beteiligt waren - man gehe von der Tat eines Einzeltäters aus, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Die Polizei war zunächst Zeugenaussagen nachgegangen, wonach zwei Menschen aus dem Auto gesprungen und geflüchtet sein sollten.

Ein silberfarbenen Campingbus war am Samstagnachmittag in der Münsteraner Altstadt in eine Menschengruppe gefahren. Bei der Amokfahrt wurden zwei Opfer tödlich verletzt, der Täter erschoss sich anschließend selbst. Einige der mehr als 20 Verletzten schwebten auch am Sonntag noch in Lebensgefahr. Die Ermittler suchen derweil weiter nach Motiv und Hintergründen für das Verbrechen.

Weiter kein Hinweis auf Motiv der Tat

In einer gemeinsamen Presseerklärung von Staatsanwaltschaft und Polizei in Münster hieß am frühen Morgen: "Bislang liegen keine Hinweise auf einen möglichen Hintergrund für die Tat vor. Die Ermittlungen werden mit Hochdruck und in alle Richtungen geführt."

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte am Samstagabend gesagt: "Es spricht im Moment nichts dafür, dass es einen islamistischen Hintergrund gibt." Nach dpa-Informationen handelte es sich womöglich um einen psychisch labilen Einzeltäter

Seehofer besucht den Tatort

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet besuchten am Montag-Mittag den Tatort vor dem Kiepenkerl. Seehofer überbrachte den Opfern und Angehörigen die "Solidarität und Anteilnahme" der Bundesregierung. "Dieses feige und brutale Verbrechen hat uns alle sehr betroffen gemacht", sagte er. Er hoffe inständig und bete dafür, dass die Verletzten wieder gesund werden.

Seehofer lobte die Polizei und die Rettungskräfte, die "absolut professionell gearbeitet" hätten. Den Medien dankte der Innenminister dafür, dass sie in ihrer Berichterstattung nicht über den Täter und seine möglichen Motive spekuliert hätten. Sie hätten sich alle "sehr verantwortlich verhalten".

Der Vorfall zeige erneut, dass es leider keine absolute Sicherheit gebe. Es gebe im Moment starke Hinweise, dass es sich um einen Einzeltäter gehandelt habe und kein Bezug zur Terrorszene bestehe, sagte Seehofer. Es werde aber weiter in alle Richtungen ermittelt.

Laschet kritisiert Hetzer

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) drückte ebenfalls sein Mitgefühl mit den Opfern der Todesfahrt im Stadtzentrum aus. Der Samstag sei "ein schrecklicher, ein trauriger Tag für die Menschen in Münster" gewesen, aber auch für ganz Nordrhein-Westfalen und Deutschland, sagte Laschet am Sonntag in der Nähe des Tatorts. Er lobte die Besonnenheit und Solidarität der Bevölkerung und kritisierte diejenigen Nutzer sozialer Netzwerke, die dort kurz nach der Tat "das Hetzen" begonnen hätten. (ska/dpa)

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