Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat anscheinend den tödlichen Vorfall in Münster für einen verbalen Angriff auf den französischen Amtskollegen Emmanuel Macron genutzt.

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"Da, Ihr seht doch, was die Terroristen in Deutschland machen, oder?", sagte Erdogan am Samstag im westtürkischen Denizli nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. "Das wird auch in Frankreich geschehen. Ihr werdet sinken, solange der Westen diese Terroristen nährt."

Behörden: Keine Hinweise für Terror-Motiv

Kurz zuvor war in Münster ein Kleintransporter in eine Menschenmenge gerast, es gab mehrere Verletzte und drei Tote - darunter der mutmaßliche Täter. Er erschoss sich nach Polizeiangaben in dem Wagen.

Die Sicherheitsbehörden gehen nach ersten Erkenntnissen nicht von einem Terroranschlag aus.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul erklärte, es gebe Hinweise, dass es sich um einen deutschen Staatsbürger handele.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte den Opfern und Angehörigen der Bluttat in Münster sein Beileid ausgesprochen.

Alle seine Gedanken seien bei den Opfern, schrieb er am Samstagabend auf Twitter. "Frankreich teilt das Leid Deutschlands."

Erdogan nutzt Münster für Seitenhieb auf Macron

Erdogan schien sich auf diesen Vorfall zu beziehen, nannte allerdings weder weitere Details noch die Stadt Münster.

Hintergrund für Erdogans Angriff auf Macron ist, dass dieser kürzlich eine Delegation mit Vertretern der syrischen Kurdenmiliz YPG im Elysée-Palast empfangen hatte.

Erdogan sagte: "Frankreich, Du leistest dem Terrorismus Beihilfe, unterstützt ihn und empfängst dann Terroristen im Elysée-Palast." Frankreich werde die Geißel des Terrorismus auf diese Art nicht loswerden. (mwo/dpa)

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