Anschlagsserie am Ostersonntag: Bilder aus Sri Lanka

Eine Reihe von Detonationen in Hotels und Kirchen haben Sri Lanka am Ostersonntag erschüttert. Bilder von den Anschlagsorten zeigen Verwüstung und Zerstörung.

Innerhalb von 30 Minuten detonierten am Sonntagvormittag (Ortszeit) sechs Sprengsätze. Ziel waren drei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo und drei Kirchen in unterschiedlichen Städten.
Etwa fünf Stunden später ereigneten sich zwei weitere Explosionen. Nach der bislang letzten Detonation in einem Vorort von Colombo hat die Regierung Sri Lankas eine sofortige Ausgangssperre verhängt.
Die Opfer- und Verletztenzahlen steigen stündlich. Noch ist das genaue Ausmaß des Anschlags unklar. Auch werden weitere Detonationen befürchtet. Um 10:35 Uhr (MESZ) gaben örtliche Krankenhäuser an, dass mindestens 185 Menschen getötet und mindestens 450 verletzt wurden.
Die Verantwortlichen für die Anschlagsserie sind nach Angaben des Verteidigungsministers bereits identifiziert. Auf einer Pressekonferenz spricht er von einem "terroristischen Vorfall" und von einer "extremistischen Gruppen".
Bekannt hat sich zu den Anschlägen bislang allerdings niemand. Sri Lanka ist ein Land, das in der Vergangenheit von ethnischen Konflikten geprägt war. Vor allem zwischen der Gruppe der Singhalesen, die etwa 75 Prozent der Bevölkerung ausmachen, und der Minderheit der Tamilen. 70,2 Prozent der Bevölkerung sind Buddhisten, 12,6 Prozent Hindus, 9,7 Prozent Muslime und 7,4 Prozent Christen.
Es wird jedoch spekuliert, dass die Anschläge im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg stehen. 2009 war dieser nach 26 Jahren zu Ende gegangen. Es war ein Konflikt zwischen der Minderheit der Tamilen und der singhalesischen Regierung.
Die Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) hatte für einen unabhängigen tamilischen Staat im Norden des Landes gekämpft. Die Armee ging gegen die Aufständischen mit aller Härte vor und besiegte sie schließlich. Die UN wirft beiden Seiten Kriegsverbrechen vor.
Nach einem Besuch an drei Anschlagsorten erklärte Wirtschaftsminister Harsha de Silva: "Ich habe überall Leichenteile verstreut gesehen." Er rief die Bevölkerung dazu auf, zu Hause zu bleiben.
Eine der Explosionen ereignete sich im Restaurant eines Luxushotels. Das Lokal wurde von der Detonation komplett verwüstet.
In den Kirchen wurden zur Zeit der Anschläge Ostergottesdienste abgehalten. Viele Gläubige kamen bei den Anschlägen ums Leben.
Die getroffenen Hotels befinden sich alle in der Hauptstadt Colombo. Es handelt sich offenbar um drei Fünf-Sterne-Hotels.
Sri-lankische Armeesoldaten, Polizisten und Helfer sichern nach einer Explosion in der St.-Antonius-Kirche das Umfeld ab.