Die Blockade des Suez-Kanals durch das Containerschiff "Ever Given"

Eine Woche hat das Containerschiff "Ever Given" im Suezkanal festgesteckt. Nun ist es endlich frei - doch die Blockade der wichtigen Wasserstraße wird noch einige Tage nachwirken.

Schon seit einer Woche geht es auf dem Suezkanal in Ägypten nicht mehr vor und zurück. Das Containerschiff "Ever Given" blockiert seither die wichtige Handelsroute zwischen Mittelmeer und Rotem Meer.
Tagelang wurde mithilfe eines Baggers versucht, die auf Grund gelaufene "Ever Given" zu befreien.
Das Schiff ist letzte Woche in einen Sandsturm geraten und auf Grund gelaufen. Es befand sich nur vier Meter vom Ufer entfernt.
Seit Mittwoch laufen die Bergungsarbeiten nun, um die "Ever Given" wieder freizubekommen.
Auch Schlepperschiffe kommen hierbei zum Einsatz. Am Montagmorgen gelang es dem Chef der ägyptischen Kanalbehörde (SCA), Osama Rabie, zufolge, den Containerfrachter wieder zu 80 Prozent in die richtige Richtung zu lenken.
Man geht davon aus, dass auch die hohe Flut bei Vollmond in der vergangenen Nacht bei der Freilegung eine wichtige Rolle gespielt hat.
Insgesamt waren zehn Schlepper im Einsatz. Wo das Schiff feststeckte, wurde zudem Sand abgesaugt.
Das 400-Meter lange Schiff blockiert nun seit Dienstag den Kanal, sodass sich etwa 370 Schiffe vor den Zufahrten stauten. Einer Berechnung des Informationsdienstes Lloyd’s List zufolge kostet die Blockade die Weltwirtschaft aufgrund der Verzögerung von Waren rund 400 Millionen US-Dollar pro Stunde.
Zehn bis zwölf Prozent der Weltwirtschaftsleistung werden über den Suezkanal abgewickelt. Deshalb hat Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi bereits angeordnet, die teilweise Entladung von Containern vorzubereiten, falls die Versuche zur Freilegung weiterhin erfolglos bleiben sollten.
Die "Ever Given" ist eines der größten Containerschiffe der Welt: 400 Meter lang, 60 Meter breit und 224.000 Tonnen schwer. Es kann mit über 20.000 Containern beladen werden.
Von der ägyptischen Suezkanalbehörde am Montagnachmittag veröffentlichte Aufnahmen zeigen, die befreite "Ever Given". Laut des Vorsitzenden der Behlrde, Admiral Rabi, soll das Schiff zunächst am Großen Bittersee am nördlichen Ende des Suezkanals auf mögliche Schäden untersucht werden.