Schwarze Rauchschwaden steigen vom Wiener Parlament auf: Im Dachbereich ist Freitagfrüh ein Brand ausgebrochen, die Feuerwehr löste Alarmstufe 2 aus. Ein Kühlturm hatte Feuer gefangen, die genaue Ursache ist noch unklar.

Ein Brand am Parlament in Wien hat am Freitagfrüh einen Großeinsatz mit insgesamt 70 Rettungskräften und 17 Einsatzwägen ausgelöst. Das Feuer im Dachbereich des historischen Gebäudes am Wiener Ring war vom Landesgericht aus um 6:40 Uhr entdeckt worden, zehn Minuten später begann die Feuerwehr bereits, den Brand zu löschen.

"Wir konnten den Brand noch in der ersten Phase stoppen", sagte Feuerwehrsprecher Gerald Schimpf Freitagfrüh im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Feuerwehrleute bekämpften die Flammen von innen uns außen, vor allem vom Schmerlingplatz aus. Um etwa 7:40 habe man "Brand aus" melden können, nur einige Glutnester seien danach noch gelöscht worden.

Kühlturm fing Feuer

Ein Kühlturm auf dem Dach habe aus bisher unbekannten Gründen Feuer gefangen, teilte der Medienservice des Parlaments am Vormittag in einer Aussendung mit. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich keine Personen in der näheren Umgebung. Das Parlamentsgebäude sei aber sofort geräumt worden. "Für Personen hat zu keiner Zeit eine unmittelbare Gefahr bestanden", erklärte Parlamentsdirektor Harald Dossi. "Wir werden nun umfangreich prüfen, wie es zu dem Brand kommen konnte."

Zu- und abführende Leitungen würden überprüft, die Feuerwehr werde zudem am Vormittag weitere Nachkontrollen durchführen, auch ein Brandursachenermittlung durch die Polizei werde erfolgen.

Inzwischen wieder geschäftiges Treiben

Verletzte habe es nach erstem Ermittlungsstand nicht gegeben, teilte die Feuerwehr mit. Der Kühlturm sei zerstört, ansonsten halte sich aber der Schaden am Gebäude aber in Grenzen: "Das Feuer war eher auf dem Dach als im Dach", so Schimpf. Durch das Löschwasser wurden die Fassade des Innenhofs und das Stützpunktzimmer des SPÖ-Klubs beschädigt.

Das Gebäude wurde bereits um 8:20 Uhr wieder geöffnet, die Parlamentsmitarbeiter konnten am Vormittag ihre Arbeit aufnehmen. Es herrschte geschäftiges Treiben, wie an jedem anderen Tag auch. "Präsidialsitzung um 9 Uhr kann plangemäß stattfinden", schrieb der Fraktionschef der ÖVP, Reinhold Lopatka, auf Twitter.

Bürger twitterten Bilder vom Brand

Die Flammen waren laut Schimpf auch von außen deutlich zu sehen gewesen, der Rauch sogar kilometerweit. Zahlreiche Bürger alarmierten den Notruf, einige posteten Bilder auf Twitter. (af/dpa)