Die Bundesregierung sieht Fortschritte bei der Mission der Vereinten Nationen (UN) zur Bergung von über einer Million Barrel Rohöl aus einem schrottreifen Tanker vor der Küste des Jemen. "Die technischen Vorprüfungen für das Abpumpen des Öls sind auf sehr gutem Wege und fast abgeschlossen", sagte die Abteilungsleiterin für Krisenprävention, Stabilisierung, Friedensförderung und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt, Deike Potzel, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Experten hätten bei Untersuchungen festgestellt, "dass die Situation auf dem Schiff zum Glück nicht ganz so kritisch ist, wie wir befürchten mussten".

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Abpumpen des Öls soll Umweltschäden verhindern

Mit der UN-Operation vor der Küste des Bürgerkriegslands Jemen soll verhindert werden, dass die gut 1,1 Million Barrel Öl in dem maroden Tanker "Safer" unkontrolliert austreten und zu einer Ölpest führen. Die "Safer", die unter Kontrolle der Huthi-Rebellen ist, liegt seit Jahren im Roten Meer etwa neun Kilometer vor der Küste Jemens und droht auseinanderzubrechen. Das würde zu einem gigantischen Ölteppich mit verheerenden ökologischen und wirtschaftlichen Folgen im und am Roten Meer führen. Seit 2015 wurde das 350 Meter lange Schiff wegen des Bürgerkriegs im Jemen nicht mehr gewartet. UN-Schätzungen gehen von zwölf Millionen Menschen aus, die von Umwelt- und Gesundheitsschäden direkt betroffen wären.

Potzel sagte, vorbereitende Arbeiten für das Abpumpen seien im Prinzip fast abgeschlossen. Taucher hätten geprüft, ob von außen ein zusätzliches Risiko bestehe. Zudem seien Proben entnommen worden, um die Frage zu klären, welche Qualität das Öl mit Blick auf einen möglichen Wiederverkauf habe. Diese Proben seien noch nicht ausgewertet. "Jetzt warten wir auf das Startsignal, damit die "Nautica" tatsächlich zum Abpumpen des Öls aufbrechen kann." Das Abpumpen werde vermutlich einige Wochen dauern. Das Öl der "Safer" soll auf die "Nautica", einen UN-Tanker, gepumpt werden.  © dpa

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