Im Fall Carolin G. ist ein rumänischer Lkw-Fahrer festgenommen worden. Ihm wird die Vergewaltigung und Tötung der jungen Frau zur Last gelegt, wie die Polizei Baden-Württemberg gemeinsam mit Kollegen aus Tirol bekannt gab.

Sieben Monate nach dem Mord an einer Joggerin ist der mutmaßliche Täter gefasst: Ein Lastwagenfahrer soll die 27-jährige Carolin G. aus Endingen bei Freiburg getötet haben. Der 40 Jahre alte Rumäne sei am Freitag festgenommen worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstag mit.

Der Mann soll Anfang November 2016 Carolin G. und außerdem im Januar 2014 die Erasmus-Studentin Lucile K. in Kufstein (Tirol) vergewaltigt und umgebracht haben. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Mittels Lkw-Maut-Daten ermittelt

Auf die Spur des Verdächtigen kamen die Beamten über die Auswertung von Lkw-Maut-Daten.Mehr als 50.000 Datensätze wurden dazu ausgewertet.

Nachdem Lkws mit Standzeiten und das Fabrikat herausgefiltert worden waren, hatten die Ermittler Speditionen angeschrieben. "Konkretisiert hat sich die Spur an diesem Mittwoch", sagte ein Polizeisprecher. Da hatte sich eine Spedition zurückgemeldet, deren Lastwagen in Frage kam.

Bei dem Festgenommenen sei der Abgleich einer Speichelprobe positiv ausgefallen, teilten die Ermittler mit. Der Mann bestreitet die Tat.

"Ich hoffe jetzt, dass unsere Region wieder mehr zur Ruhe kommen kann", sagte der Freiburger Polizeipräsident Bernhard Rotzinger.

G. war Anfang November verschwunden

Am 6. November war Carolin G. als vermisst gemeldet worden. Sie hatte die Wohnung zum Joggen verlassen, kehrte aber nicht zurück. Nach einer intensiven Suche wurde die Leiche der jungen Frau vier Tage später im Wald gefunden.

Die Spuren waren eindeutig: G. war vergewaltigt und erschlagen worden. Obwohl es im November intensiv regnete, wurde täterrelevante DNA am Opfer gesichert.

Ein Abgleich der Informationen mit jenen von Ermittlern aus Kufstein ergab, dass es sich um den gleichen Täter handeln musste, der 2014 die 20 Jahre alte Erasmus-Studentin Lucile K. erschlagen hatte - nicht aber, um wen.

Spezielle Eisenstange brachte Ermittler auf richtigen Weg

In beiden Fällen wurden die Opfer laut Polizei sexuell missbraucht und mit einer Eisenstange erschlagen. Weil bei der Tat in Österreich eine spezielle Eisenstange verwendet worden war, die in Lastwagen zum Einsatz kommt, hatten sich die Ermittler schon recht früh auf diese Branche konzentriert - allerdings lange ohne Erfolg.

Im April veröffentlichten die Ermittler der Sonderkommission "Erle" ein Phantombild eines Mannes. Die Zeichnung wurde nach der Beschreibung einer Zeugin erstellt, die den Unbekannten am Tag des Mordes in der Nähe des Tatorts gesehen hatte.

Rund drei Wochen vor der Tat in Endingen war im nahen Freiburg eine Studentin vergewaltigt und getötet worden. In diesem Fall sitzt ein junger Flüchtling in Untersuchungshaft, der Prozess gegen ihn vor der Jugendkammer des Landgerichts Freiburg beginnt den Angaben zufolge voraussichtlich Anfang September. Für die Morde in Endingen und Kufstein kommt er den Ermittlern zufolge als Täter nicht infrage. (ank/dpa)