Christoph Metzelder steht unter dem Verdacht, kinderpornografische Dateien verbreitet zu haben. Aufgrund der Ermittlungen gegen seine Person verlässt der ehemalige Fußball-Profi auch seine neu mitgegründete PR-Agentur. Was außerdem bekannt ist.

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Nach den Vorwürfen gegen Christoph Metzelder hat der ehemalige deutsche Fußball-Nationalspieler weitere Konsequenzen gezogen und seine neu mitgegründete PR-Agentur verlassen. Mit Partner Raphael Brinkert habe er über diesen Schritt entschieden, hieß es in einer Mitteilung der Agentur von Donnerstag.

Eine gemeinsame Fortführung von "BrinkertMetzelder" sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, sagte Brinkert außerdem der Deutschen Presse Agentur.

Christoph Metzelder steht unter dem Verdacht, kinderpornografische Dateien verbreitet zu haben. Das hatte die Hamburger Staatsanwaltschaft am Mittwoch bekannt gegeben. Der 38-Jährige und sein Anwalt Rüdiger Deckers äußerten sich zu den Vorwürfen bislang nicht.

Auf Anfrage des "Spiegels" sagte Metzelders Anwalt, er wolle sich zunächst ein Bild von der Beweislage machen, erst dann werde er Erklärungen abgeben. Er habe bereits Akteneinsicht beantragt.

"Bild"-Zeitung brachte den Fall ins Rollen

Die Hamburger Polizei bestätigte, dass es die "Bild"-Zeitung war, die sie über den Verdacht gegen den Vize-Weltmeister von 2002 informiert habe. Daraufhin habe die Polizei Ermittlungen eingeleitet und sei mit einer Zeugin, die von Metzelder kinderpornografisches Material per WhatsApp erhalten haben soll, in Kontakt getreten.

Bei der Frau stellte die Polizei dann entsprechende Aufnahmen sicher. Die Bilder sollen sexuelle Handlungen an unter 14-Jährigen zeigen, berichtete der "Spiegel" weiter und beruft sich auf Informationen der Staatsanwaltschaft. Genauere Angaben zur Menge und Art habe die Behörde nicht gemacht, heißt es.

Laut einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft stand für die Ermittler auch fest, wer die Dateien verschickt hatte, berichtete derweil der "Focus".

Christoph Metzelder lässt sämtliche Ämter und Tätigkeiten vorerst ruhen

Neben seinem Ausstieg aus der PR-Agentur lässt Metzelder auch seine Ämter bei seinem Heimatverein, dem Fußball-Regionalligisten TuS Haltern am See, vorübergehend ruhen, wie der Klub am Mittwoch mitteilte. Auch die ARD legt die Zusammenarbeit mit dem "Sportschau"-Experten auf Eis, bis sich die Vorwürfe geklärt haben.

Und auch beim Deutschen Fußball-Bund ist Metzelder vorerst außen vor. Der DFB lässt seine Teilnahme am aktuellen Trainerlehrgang in Hennef ebenfalls aufgrund der Ermittlungen ruhen.

Metzelder ist zudem Mitglied im Aufsichtsrat von SC Preußen Münster. Über Vereinspräsident Christoph Strässer teilte der Drittligist mit: "Für uns gilt die Unschuldsvermutung als eines der zentralen rechtsstaatlichen Grundprinzipien. Wir haben großes Vertrauen in die Mechanismen dieses Rechtsstaates und in die zuständigen Behörden." Diesen Posten hat Metzelder also weiterhin inne.

Kein Haftbefehl gegen Metzelder

Bereits am Dienstag durchsuchten Ermittler zwei Adressen Metzelders. Sie stellten einen PC und sein Handy sicher. Das Hamburger Landeskriminalamt wertet die Geräte derzeit aus.

Ein Haftbefehl erging gegen Metzelder aber nicht. Dafür sei ein dringender Tatverdacht notwendig - und mindestens ein Haftgrund wie Flucht-, Verdunkelungs- oder Wiederholungsgefahr, so die Staatsanwaltschaft.

Verwendete Quellen:

  • focus.de: Kinderporno-Verdacht gegen Metzelder: Tippgeber alarmierte Polizei wegen Whatsapp-Fotos
  • spiegel.de: Was bisher über den Fall bekannt ist
  • Deutsche Presse Agentur

Verdacht auf Kinderpornografie: Ermittlungen gegen Metzelder

Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Fußball-Nationalspieler Christoph Metzelder eingeleitet. Es bestehe der Verdacht der Verbreitung kinderpornografischer Inhalte, hieß es.