Das Coronavirus hat Deutschland, Europa und die Welt fest im Griff. Die Zahl der Toten in Deutschland steigt weiter. Alle Entwicklungen zum Coronavirus im Live-Blog.

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Alle Meldungen vom Dienstag 7. April, Corona-Rettungspaket: EU-Minister tun sich schwer mit Kompromiss

23:30 Uhr: Die EU-Staaten haben am Dienstag hart um ein milliardenschweres Rettungspaket für Staaten, Unternehmen und Arbeitnehmer in der Corona-Krise gerungen. Die Beratungen wurden in der Nacht unterbrochen und werden am Mittwoch fortgesetzt.

Frankreich, Italien, Spanien und andere beharrten in der Sitzung darauf, gemeinsame europäischen Schuldtitel zumindest für Wiederaufbauprogramme nach der Pandemie ins Auge zu fassen. Deutschland, die Niederlande und andere hätten dies weiter abgelehnt, hieß es. Eurogruppen-Chef Mario Centeno unterbrach die Beratungen per Videoschalte zeitweise, um neue Kompromissformeln zu finden. Der maltesische Finanzminister Edward Scicluna twitterte, die Marathon-Verhandlungen könnten bis Mittwochfrüh dauern.

Bundesfinanzminister Scholz hatte vor der Sitzung der Eurogruppe und der übrigen EU-Finanzminister für drei "Instrumente der Solidarität" geworben, die weitgehend konsensfähig schienen: vorsorgliche Kreditlinien des Eurorettungsschirms ESM; ein Garantiefonds für Unternehmenskredite der Europäischen Investitionsbank und das von der EU-Kommission vorgeschlagene Kurzarbeiter-Programm namens "Sure".

Weltweit mehr als 80.000 Coronavirus-Tote

21:50 Uhr: Weltweit sind US-Experten zufolge bereits mehr als 80.000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 stieg bis Dienstagnachmittag (Ortszeit) weltweit auf rund 1,4 Millionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorging. In Italien starben demnach mehr als 17.000 Corona-Infizierte, in Spanien rund 13.900, in den USA mehr als 12.000 und in Frankreich mehr als 10.000.

München: Frachtflugzeug mit acht Millionen Schutzmasken aus China gelandet

21:10 Uhr: Ein großes Frachtflugzeug hat acht Millionen Schutzmasken für die Bundesregierung nach Bayern gebracht. Der Jet war am Dienstagmorgen im chinesischen Shanghai gestartet und landete nach einem Zwischenstopp in Seoul (Südkorea) in München. Die dringend erwartete Fracht wurde von prominenten Gästen in Empfang genommen: Bayern Ministerpräsident Markus Söder, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (beide CSU) und Lufthansa-Chef Carsten Spohr.

Mehr als 103.000 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 1.815 Tote

21:07 Uhr: In Deutschland sind bis Dienstagabend mindestens 103.036 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 98.700 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Mindestens 1.815 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 1.575). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 30.600 Menschen die Infektion überstanden.

Laschet: Könnte Option sein, zunächst kleine Läden wieder zu öffnen

21:00 Uhr: Nach Einschätzung von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet könnten in der Corona-Krise bei einer stufenweisen Rückkehr zur Normalität möglicherweise zunächst kleinere Läden wieder öffnen. "In den Bäckereien wird zum Beispiel der Mindestabstand zwischen den Kunden nach meiner Wahrnehmung fast überall eingehalten", sagte der CDU-Politiker dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Deswegen könnte eine Option sein, zunächst die kleinen Läden, in denen sich nicht viele Menschen gleichzeitig aufhalten, wieder zu öffnen."

Bei der Wiederöffnung der Gastronomie könnte es ebenfalls ein Kriterium sein, "wie gut der Schutz der Gäste und Mitarbeiter vor Ansteckung gewährleistet werden kann".

Mehr als 10.000 Tote in Frankreich

20:46 Uhr: In Frankreich sind mehr als 10.000 Menschen in Folge der Covid-19-Pandemie gestorben. Seit Anfang März habe es 7.091 Todesfälle in Krankenhäusern und 3.237 in sozialen Einrichtungen wie Altersheimen gegeben, sagte Gesundheitsdirektor Jerome Salomon am Dienstag.

Innerhalb von 24 Stunden hat Frankreich 607 Todesfälle in Krankenhäusern verzeichnet. "Wir sind noch nicht auf dem Höhepunkt", sagte Salomon mit Blick auf die Pandemie. Eine Lockerung der Ausgangsbeschränkungen ergebe derzeit daher keinen Sinn. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron besuchte am Nachmittag eine medizinische Einrichtung in Pantin bei Paris - er trug dabei eine Schutzmaske.

Italien meldet nur geringen Anstieg bei Corona-Infizierten

19:52 Uhr: In Italien verlangsamt sich der Anstieg der Corona-Infektionskurve weiter. Doch die Zahl der Todesopfer innerhalb eines Tages bleibt mit 604 hoch. Unter anderem bei den Neuinfektionen konnte der Zivilschutz in Rom am Dienstag ein Signal der Hoffnung vermelden.

So kletterte die Zahl der aktuell mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizierten Menschen in einem Tag nur noch um weniger als ein Prozent. Das war ein vergleichsweise niedriger Anstieg. Die Experten sprachen insgesamt von einem Erfolg der strikten Maßnahmen im Kampf gegen das Virus.

Sachsen-Anhalt: 42 bestätigte Corona-Infektionen in Asylbewerber-Anlaufstelle

19:47 Uhr: 42 der rund 840 Bewohner der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (Zast) in Halberstadt in Sachsen-Anhalt haben sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Alle Bewohner der Ende März wegen eines infizierten Bewohners unter Quarantäne gestellten Einrichtung seien inzwischen getestet worden, sagte Landesgesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag in Magdeburg. Den 42 positiv Getesteten gehe es gut. Sie wurden aus der Anlaufstelle in andere Einrichtungen verlegt. Wegen der langen Inkubationszeit des Coronavirus bleibt die Quarantäne der Zast dennoch zunächst bestehen.

Das Schlimmste der Epidemie überstanden: Wuhan wird wieder geöffnet

19:43 Uhr: Mehr als zweieinhalb Monate nach der Abriegelung der chinesischen Elf-Millionen-Metropole Wuhan ist der Ursprungsort der Pandemie wieder geöffnet worden. Erstmals seit Anfang Januar meldete China am Dienstag auch keine neuen Todesfälle mehr. Schon seit Wochen gab es den offiziellen Angaben zufolge täglich nur noch wenige neue Infektionen und vor allem nur noch "importierte" Fälle bei heimkehrenden Chinesen und anderen Reisenden aus dem Ausland.

Um Mitternacht (18.00 Uhr MESZ) wurden die Kontrollpunkte auf den Straßen von Wuhan aufgehoben, wo das neue Coronavirus Ende November oder Anfang Dezember ausgebrochen war. Es hatte sich danach in China und weltweit verbreitet. Wie die Stadtregierung am Dienstag mitteilte, wird der normale Verkehr mit Autos, Bussen, Zügen, Flugzeugen und Fähren "in einer geordneten Weise" wieder aufgenommen.

Lufthansa startet Schrumpfprozess - Germanwings am Boden

19:32 Uhr: In der Corona-Krise streicht die Lufthansa ihre Flotte zusammen. Mindestens 42 Jets der Kerngesellschaft Lufthansa und der Eurowings sollen dauerhaft stillgelegt werden, wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Zudem werden Leasingverträge für alle angemieteten Flieger gekündigt, was zusammen eine Reduzierung der Flotte mit bislang 763 Flugzeugen um rund 10 Prozent ergibt.

Zudem soll der Flugbetrieb der Kölner Tochter Germanwings nicht wieder aufgenommen werden, wie Lufthansa mitteilte. Dies bedeute aber keineswegs, dass die rund 1400 Beschäftigten ihre Jobs verlieren, stellten Unternehmenssprecher klar. Vielmehr solle nun mit den Sozialpartnern über die Optionen verhandelt werden.

Corona-Infizierte in Serbien müssen ins Massenlazarett

18:42 Uhr: In Serbien dürfen mit Sars-CoV-2 infizierte Menschen, die keine oder nur leichte Symptome haben, nicht mehr in Heimquarantäne bleiben. Wer positiv auf das Coronavirus getestet sei, wird nun verpflichtend in ein Massenlazarett eingewiesen, wie das serbische Gesundheitsministerium am Dienstag anordnete.

Das erste Massenlazarett mit 3.000 Betten hatte am 29. März auf dem Gelände der Belgrader Messe seine Pforten geöffnet. Am Dienstagnachmittag befanden sich dort 104 Patienten. In die Lazarette in Belgrad, Novi Sad und Nis wurde bislang nur ein kleiner Teil der positiv Getesteten aufgenommen. Deren Zahl stieg von Montag auf Dienstag um 247 auf 2447. Die Zahl der Toten wurde mit 61 angegeben.

Berater Trumps warnte schon im Januar vor schlimmer Corona-Pandemie

18:32 Uhr: Ein ranghoher Berater von US-Präsident Donald Trump hat Medienberichten zufolge bereits Ende Januar vor einer Coronavirus-Pandemie gewarnt, in deren Folge Hunderttausende Amerikaner ums Leben kommen könnten. Die Bevölkerung in den USA wäre dem Virus "schutzlos" ausgeliefert, weil es bislang weder Immunität noch eine Impfung dagegen gebe, schrieb Trumps Handelsberater Peter Navarro demnach an den Nationalen Sicherheitsrat des Weißen Hauses. Trump selbst beteuerte noch bis Anfang März öffentlich, das Virus sei für die USA kein Grund zur Sorge.

Gerichte bestätigen Gottesdienstverbote

17:34 Uhr: Der Kasseler Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat den Eilantrag eines Christen gegen das Gottesdienstverbot in der Corona-Krise abgelehnt.

Dabei handele es sich zwar um eine in der jüngeren Vergangenheit beispiellose Einschränkung der Religionsfreiheit, erklärte ein Gerichtssprecher am Dienstag. Diese massiven Eingriffe seien aber durch gesetzliche Grundlagen getragen und zur Erreichung eines legitimen Ziels, der befristeten Verhinderung weiterer Infektionen und der Gewährleistung einer möglichst umfassenden Versorgung von COVID-19-Patienten. Der Beschluss ist unanfechtbar. (Aktenzeichen: 8 B 892/20.N)

Das Land Hessen hatte am 17. März Schritte beschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Die Regierung untersagte dabei Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und Einrichtungen anderer Glaubensgemeinschaften. Dagegen hatte ein Mitglied der römisch-katholischen Kirche geklagt: Das Grundrecht der Religionsfreiheit dürfe nicht eingeschränkt werden und das Verbot sei unverhältnismäßig.

Laut den Kasseler Richter ist ein Verstoß gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zumindest momentan nicht festzustellen. Auch der Einwand des Klägers, die Freiheit der Religionsausübung sei nicht durch Gesetz oder Verordnung einschränkbar, greife nicht. Dieses Grundrecht finde seine Grenzen dort, wo dies zum Schutz der Grundrechte Dritter oder anderer mit Verfassungsrang ausgestatteter Rechtswerte notwendig sei. Dies sei hier in Bezug auf Leben und Gesundheit anderer Menschen der Fall.

Auch das Berliner Verwaltungsgericht lehnte die Eilanträge eines religiösen Vereins sowie eines Gläubigen ab.

Norwegen lockert Corona-Maßnahmen

17:17 Uhr: Nach einer Reihe anderer Länder in Europa wagt auch Norwegen eine erste Lockerung seiner Corona-Maßnahmen. Kindergärten werden in dem skandinavischen Land am 20. April wieder geöffnet, sieben Tage später sollen dann die ersten bis vierten Klassenstufen von Schulen folgen, wie Ministerpräsidentin Erna Solberg am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Oslo sagte. Ziel sei es, alle Schüler noch vor dem Sommer zurück in die Schulen zu bringen, ergänzte Bildungsministerin Guri Melby.

Auch in ihren geliebten Hütten sollen die Norweger ab dem 20. April wieder übernachten dürfen. Wichtig sei der Regierung, dass ihr Land eine einheitliche, kontrollierte und allmähliche Strategie verfolge, sagte Solberg.

Neue Zahlen hatten zum Wochenstart gezeigt, dass jede mit dem Virus infizierte Person in Norwegen derzeit im Durchschnitt nur 0,7 andere Menschen damit ansteckt. Gesundheitsminister Bent Høie hatte deshalb am Montag gesagt, man habe die Corona-Epidemie unter Kontrolle gebracht. Am Dienstag sagte er jedoch: "Der Kampf gegen das Virus ist nicht gewonnen." Bis zum Nachmittag wurden in Norwegen 5863 Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen. 69 Menschen mit Covid-19-Erkrankung starben.

Millionenschwerer Betrug mit Atemmasken aufgeflogen

16:38 Uhr: Ein international angelegter, millionenschwerer Betrug mit nicht existierenden Atemschutzmasken ist von Ermittlern in Bayern aufgedeckt worden. Geschädigte seien zwei Vertriebsfirmen mit Sitzen in Hamburg und Zürich, teilte die Staatsanwaltschaft Traunstein am Dienstag mit. Sie sollten rund zehn Millionen Masken für knapp 15 Millionen Euro an das Land Nordrhein-Westfalen liefern.

Die Firmen hatten laut Mitteilung schon eine Anzahlung von rund 2,4 Millionen Euro an die vermeintlichen Lieferfirmen geleistet. Als die Masken nicht ankamen, habe der deutsche Geschäftsführer der beiden Unternehmen Anzeige erstattet. Rund 2 Millionen des Geldes wurden nach Auskunft der Ermittler bereits im Ausland gesichert.

Auch Nordrhein-Westfalen hatte schon bezahlt - rund 14,7 Millionen Euro an das Schweizer Vertriebsunternehmen. Rund 12,3 Millionen Euro seien inzwischen wieder zurückbezahlt worden. Die Ermittlungen laufen noch. Laut Staatsanwaltschaft hatten die Betrüger die Identität einer Firma im europäischen Ausland gekapert. Einzelheiten wurden unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht genannt.

Drosten: Bevölkerung in Deutschland noch nicht stark durchseucht

16:35 Uhr: Das neue Coronavirus hat sich in Deutschland aus Sicht des Virologen Christian Drosten noch nicht weit verbreitet. Die Bevölkerung insgesamt sei nicht stark durchseucht - trotz der hohen und steigenden Meldezahlen, sagte der Charité-Wissenschaftler am Dienstag im NDR-Podcast. Er dämpfte Hoffnungen, wonach man mittels Antikörpertests nun in großer Zahl Menschen finde, die die Infektion schon unbemerkt hinter sich haben. "Das wird sich nicht so rausstellen."

Drosten berief sich auf erste eigene Tests und Berichte von Kollegen in anderen Ländern. "Man findet nicht eine überraschend große Zahl von unerkannten echt positiven Antikörper-Ergebnissen", sagte er. Antikörper gelten als Indikator für eine durchgemachte Infektion. Solche Studien seien nun, zu Beginn der Epidemie, in großer Breite erforderlich, sagte der Virologe. Punktuelle Untersuchungen hingegen seien "wirklich sinnlos", da es bisher eine Zufallsverteilung bei den Infektionen gebe.

Schwerkranke Corona-Patienten dürfen nicht zugelassenes Mittel testen

16:15 Uhr: Besonders schwer erkrankte Corona-Patienten dürfen künftig mit dem noch nicht zugelassenen Wirkstoff Remdesivir behandelt werden, wenn alle anderen Mittel versagt haben. Das hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn genehmigt, wie ein Sprecher am Dienstag bestätigte.

Der Wirkstoff wurde von einem US-Pharmaunternehmen ursprünglich gegen Ebola-Infektionen entwickelt. Es gebe erste Anzeichen für eine Wirksamkeit auch gegen das Coronavirus, hatte die europäische Arzneimittelbehörde EMA vergangenen Freitag festgestellt und einen Einsatz des Mittel für Schwerkranke ohne Behandlungsalternative empfohlen. Dem folgte die deutsche Behörde.

Aktuell ließen sich zu einer Wirksamkeit aber keine Aussagen machen, betonte ein Sprecher der deutschen Arzneimittelbehörde. Es gebe nur Anzeichen. "Die Ergebnisse laufender klinischer Prüfungen bleiben abzuwarten." Bundesweit seien im März drei klinische Prüfverfahren für den Wirkstoff als Mittel gegen die Corona-Infektion genehmigt worden, sagte der Sprecher. Wie lange sie dauern würden, lasse sich nicht prognostizieren.

Der sofortige Einsatz als nicht zugelassener Wirkstoff an Patienten sei streng reglementiert. In Frage kämen nur Patientengruppen, für die es sonst keine Therapiealternative mehr gebe. Die Kosten bei solchen sogenannten Härtefallprogrammen trägt der Hersteller. Die behandelnden Ärzte oder Kliniken wenden sich in solchen Fällen direkt an den Hersteller.

Laschet: Mindestens bis zum Sommer keine Fußballspiele mit Publikum

15:30 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet sieht keine Chance, in den nächsten Wochen zu einem normalen Spielbetrieb in der Fußball-Bundesliga zurückzukehren. "Eines ist klar: Ich kann mir für diese Saison keine Spiele mit Publikum mehr vorstellen", sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Düsseldorf. "Bis zum Sommer - Minimum - werden wir Spiele ohne Publikum haben - wenn wir überhaupt Spiele haben."

Ob es Spiele in Zeiten der Corona-Pandemie geben könne, werde derzeit zwischen der Deutschen Fußball Liga und den Ländern besprochen, sagte Laschet. Dabei sei das Einvernehmen der Länder, die Bundesligavereine haben, wichtig. "Insofern geht natürlich nur ein Konsens von mindestens 18 Vereinen, die unter gleichen Regeln dann auch den Spielbetrieb wieder aufnehmen sollten - wenn denn diese Entscheidung gefällt wird."

Land Berlin plant drei Milliarden Euro Mehrausgaben

15:16 Uhr: Das Land Berlin will wegen der Corona-Krise in diesem Jahr drei Milliarden Euro mehr ausgeben als bisher geplant. Der Löwenanteil von 2,6 Milliarden Euro soll für Wirtschaftshilfen fließen, wie Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Dienstag nach dem Senatsbeschluss mitteilte.

Für das geplante Notfallkrankenhaus auf dem Messegelände sind 56 Millionen Euro vorgesehen. Die Beschaffung von Schutzausrüstungen für Hilfskräfte soll 50 Millionen Euro kosten. Hinzu kommen unter anderem 29 Millionen Euro für 1.100 Beatmungsgeräte, aber auch Finanzspritzen für die Messe Berlin GmbH und die Flughafengesellschaft. Finanziert werden soll der Nachtragshaushalt zunächst ohne neue Schulden.

Neurologe: COVID-19 könnte auch das Hirn befallen

15:09 Uhr: Das Coronavirus könnte nach Meinung von Neurologen auch im Gehirn Entzündungen auslösen. "Von früheren Coronaviren weiß man, dass der Hirnstamm von Viren mit einbezogen werden kann", sagte Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Auch in der aktuellen Corona-Pandemie werde vielfach von neurologischen Symptomen berichtet. Eine durch die SARS-CoV-2-Infektion ausgelöste Entzündung im Hirnstamm könnte laut Berlit zum Beispiel einen Atemstillstand begünstigen. Für den Erreger der aktuellen Corona-Pandemie sei das aber noch nicht nachgewiesen.

Bei europäischen COVID-19-Patienten träten in bis zu 80 Prozent der Fälle Störungen von Geruchs- und Geschmackssinn auf. "Ein neurologisches Symptom als Indiz dafür, dass das Nervensystem mit einbezogen ist", so Berlit.

Mehr als 1.300 Coronavirus-Tote in den USA an einem Tag

14:48 Uhr: In den USA sind an einem Tag 1.343 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das ging am Dienstag aus den Daten der amerikanischen Universität Johns Hopkins für den Montag hervor. Am Sonntag waren es noch rund 1.200 Tote gewesen. Insgesamt sind demnach in den USA bislang rund 11.000 Menschen infolge einer Infektion mit der von dem Virus verursachten Lungenkrankheit COVID-19 gestorben.

Die Zahl der bekannten Infektionen mit dem Virus SARS-CoV-2 lag am Dienstagmorgen (Ortszeit) der Johns Hopkins Uni zufolge bei rund 370 000. Die USA, ein Land mit 330 Millionen Einwohnern, haben damit die höchste Infektionszahl aller Länder. Die Fallzahlen lassen sich wegen der unterschiedlichen Testquote und erwarteten hohen Dunkelziffer jedoch nur begrenzt vergleichen.

Litauen erwägt längere Quarantäne

14:41 Uhr: Litauens Regierung erwägt, die landesweite Quarantäne wegen der Coronavirus-Pandemie um zwei Wochen zu verlängern, aber zugleich die restriktiven Maßnahmen im Kampf gegen das neuartige Virus nach Ostern ein wenig zu lockern. Dies sagte Ministerpräsident Saulius Skvernelis der Agentur BNS zufolge am Dienstag in Vilnius.

Litauens Regierung hatte den Notstand ausgerufen und das EU-Land bis zum 13. April unter Quarantäne gestellt. Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, soll über Ostern der Zugang zu allen Städten des Baltenstaats eingeschränkt werden. Über die Maßnahmen solle auf einer Kabinettssitzung am Mittwoch entschieden werden, sagte Skvernelis.

Litauen verzeichnete bislang 880 bestätigte Coronavirus-Infektionen und 15 Todesfälle. Während des Ausnahmezustands sind alle Geschäfte bis auf Apotheken und Lebensmittelmärkte geschlossen, der Schulbetrieb ist auf Fernunterricht umgestellt. Öffentliche Veranstaltungen sind untersagt und Ansammlungen von mehr als zwei Personen nicht mehr erlaubt.

Belgien: 162 Tote an einem Tag

14:35 Uhr: In Belgien sind am Montag 162 mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Das sagte der belgische Sprecher für COVID-19, Emmanuel André, am Dienstag im Corona-Briefing der Gesundheitsbehörde und des Krisencenters. Insgesamt liegt die Zahl der Toten in Zusammenhang mit COVID-19 in dem 11-Millionen-Einwohner-Land den Angaben zufolge bei 2.035.

Am Montag wurden 1.380 Menschen positiv auf das Virus getestet, 314 kamen ins Krankenhaus. Dies sei im Vergleich zu den vergangenen Tagen ein Rückgang, sagte André. Insgesamt seien 6.012 Menschen wegen des Coronavirus im Krankenhaus. 1.260 von ihnen würden auf der Intensivstation behandelt. 171 hätten das Krankenhaus am Montag bereits wieder verlassen können.

Dänemark will Pandemie-Beschränkungen schrittweise lockern

13:55 Uhr: Nach Österreich will mit Dänemark ein weiteres Nachbarland Deutschlands seine Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie langsam wieder lockern.

Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen kündigte am Montagabend eine schrittweise Aufhebung der Beschränkungen an, unter anderem sollen Kindergärten und Grundschulen ab dem 15. April wieder öffnen.

Nach Ansicht der Gesundheitsbehörden sei es "angemessen und gerechtfertigt, eine langsame Öffnung zu beginnen", sagte Frederiksen. Die Rückkehr zur Normalität solle schrittweise erfolgen und sich über mehrere Monate erstrecken. Während kleine Kinder bereits ab dem 15. April wieder in den Kindergarten und die Grundschule zurückkehren könnten, müssten die Schüler der Mittel- und Oberstufe bis zum 10. Mai warten.

Bars, Restaurants, Friseur- und Massagesalons, Einkaufszentren sowie Diskotheken sollen in Dänemark nach wie vor geschlossen bleiben - auch Versammlungen von mehr als zehn Personen sind weiterhin verboten. Die Schließung der Grenzen soll demnach ebenfalls verlängert werde, von Reisen ins Ausland wird weiterhin abgeraten.

In Dänemark wurden bislang mehr als 4.800 Corona-Infektionsfälle sowie rund 190 Todesfälle registriert. Vor Dänemark hatte Österreich am Montag als erstes europäisches Land Pläne für die Rückkehr zu einer "neuen Normalität" vorgestellt.

Söder erwartet Maskenpflicht

13:22 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erwartet im Zuge der Corona-Krise eine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken. "Natürlich wird es am Ende eine Form von Maskenverpflichtung geben", sagte der CSU-Chef am Dienstag in München im Anschluss an eine Kabinettssitzung. Dies sehe er als hochwahrscheinlich an.

Zudem müssen sich die Menschen in Bayern im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Virus möglicherweise noch auf länger andauernde Schulschließungen und Beschränkungen des öffentlichen Lebens einstellen. "Nach Ostern werden Perspektiven entwickelt und abgestimmt", sagte Söder. Es werde dann nicht einfach so weitergehen wie bisher.

Man dürfe die Maßnahmen aber nicht zu frühzeitig lockern, sondern müsse in Stufen vorgehen. Söder verwies explizit auf Österreich, das in der Entwicklung drei Wochen voraus sei: Dort würden viele Maßnahmen verlängert, Ausgangsbeschränkungen blieben, und auch die Schulen würden geschlossen bleiben.

Söder deutete nicht nur an, dass etwa Gaststätten in Bayern noch länger geschlossen bleiben könnten. Er brachte auch einen Stufenplan für Schulen ins Gespräch. So könnte man beispielsweise mit Abschlussklassen anders umgehen als mit Grundschülern. Bayern ist im Vergleich zu anderen Bundesländern besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen, im Freistaat gelten seit zweieinhalb Wochen unter anderem weitreichende Ausgangsbeschränkungen.

Spahn ruft zur Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen über Ostern auf

12:52 Uhr: Jens Spahn ermahnt erneut, dass man auch über die Osterfeiertage die Beschränkungen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus einhalten sollte. "Wir dürfen uns nicht in falscher Sicherheit wiegen, die Lage ist nach wie vor ernst", meint der Gesundheitsminister.
Bisher könne das Gesundheitssystem gut mit der Herausforderung umgehen, die Zahl der Genesenen steige und die Neuinfektionen sinken, verdeutlicht Spahn den positiven Trend nach den Einschränkungen.
"Die Krise ist kein Sprint, sondern ein Marathon", so Spahn während der Pressekonferenz. Man werde sich noch länger mit der Ausbreitung des Virus auseinandersetzen müssen und daher sei auch nur eine schrittweise Rückkehr zur Normalität vorstellbar. Nach Ostern würden die Minister über das weitere Verfahren beraten.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmar bittet um Geduld hinsichtlich der Lockerung der Maßnahmen, sonst löse man "wilde Spekulationen aus".

Paris verbietet Sport am Tag vor der Tür

12:16 Uhr: Die Stadt Paris verschärft die ohnehin strengen Ausgangsbeschränkungen weiter und verbietet Sport an der frischen Luft zwischen 10 und 19 Uhr. Die neue Regelung gelte ab Mittwoch, teilten Bürgermeisterin Anne Hidalgo und die Polizeipräfektur am Dienstag mit. Sport sei weiterhin zwischen 19 Uhr und 10 Uhr erlaubt, wenn der Andrang auf den Straßen am geringsten sei.

Paris hatte bereits vor drei Wochen alle Parks und Grünflächen geschlossen und Sportlerinnen und Sportler so auf die Fußgängerwege gedrängt. Außerdem sind Spaziergänge und Sport im ganzen Land auch nur noch im Radius von einem Kilometer zur Wohnung und eine Stunde am Tag erlaubt.

Dax erholt sich weiter

12:14 Uhr: Die Hoffnung auf ein allmähliches Nachlassen der Corona-Pandemie hat die Kurse am deutschen Aktienmarkt am Dienstag weiter angetrieben. Der Dax rückte am Vormittag um 3,6 Prozent auf 10.435 Punkte vor und setzte sich weiter von der 10.000er-Marke nach oben ab. Am Vortag hatte sich der Dax bereits um fast sechs Prozent erholt. Seit dem Crash-Tief Mitte März von rund 8.255 Punkten hat sich der Index mittlerweile um mehr als ein Viertel erholt.

Der MDax für mittelgroße Unternehmen rückte um 3,6 Prozent auf 21.855 Punkte vor. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 erholte sich um gut drei Prozent.

Mehr als 99.700 Corona-Nachweise in Deutschland - über 1.600 Tote

11:56 Uhr: In Deutschland sind bis Dienstagvormittag mindestens 99.700 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils auch nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Mindestens 1.633 mit SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 30.600 Menschen die Infektion überstanden.

Besonders hohe Infiziertenzahlen haben Bayern mit mehr als 25.300 nachgewiesenen Fällen und mindestens 444 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 21.500 Fällen und mindestens 347 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 20.000 Fällen und mindestens 427 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 193,9 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 120,0. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Ethikrat begrüßt Debatte über Lockerung von Corona-Beschränkungen

11:32 Uhr: Der Deutsche Ethikrat hat die Debatte über eine Lockerung der massiven Beschränkungen im öffentlichen Leben im Zuge der Corona-Krise begrüßt. "Es ist zu früh, Öffnungen jetzt vorzunehmen. Aber es ist nie zu früh, über Kriterien für Öffnungen nachzudenken", sagte der Vorsitzende des beratenden Gremiums, der Theologe Peter Dabrock, am Dienstag in Berlin. "Alles andere wäre ein obrigkeitsstaatliches Denken, das bei uns nicht verfangen sollte und mit dem man das so notwendige Vertrauen der Bevölkerung nicht stärken würde."

Es stimme auch nicht, dass man den Menschen damit falsche Hoffnungen mache. "Hoffnungsbilder brauchen Menschen genau dann, wenn sie in einer katastrophalen Situation wie der jetzigen sind. Das motiviert zum Durchhalten", sagte Dabrock. Der Ethikrat warnte, zu häufig werde die Debatte über Öffnungsperspektiven vor allem über den Zeitaspekt geführt. Sachliche und soziale Kriterien würden hinten angestellt.

Dabei bestehe die Herausforderung nicht darin, ob Leben oder Wirtschaft primär zu sichern seien. Neben wirtschaftlichen Problemen gebe es schon jetzt Solidaritätskonflikte – auch mit Blick auf die Schutzgüter Gesundheit und Leben. Wichtige Operationen würden verschoben, Therapien unterbrochen. Kranke und Sterbende würden nicht mehr so begleitet, wie es die Menschlichkeit erfordere.

RKI veröffentlicht App für Smartwatches und Fitnessarmbänder

11:08 Uhr: Eine kostenlose App des Robert-Koch-Institutes (RKI) soll Aufschluss über die Verbreitung des Coronavirus in Deutschland bringen. Wie RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin sagte, trägt die App den Titel "Corona-Datenspende". "Je mehr Menschen die Daten zur Verfügung stellen, desto genauer werden wir Daten über die Verbreitung bekommen", sagte Wieler.

Die App sei eine sinnvolle Ergänzung zu den offiziellen Meldezahlen. Da Smartwatches und Fitnessarmbänder Vitaldaten wie Ruhepuls, Schlaf oder Aktivitätsniveau aufzeichneten, lasse sich mit Hilfe der App erkennen, ob sich die Vitaldaten veränderten und damit Anzeichen für eine Infektion vorlägen. Das RKI habe durch die App zu keiner Zeit Kenntnis über persönliche Informationen wie Name oder Adresse des Nutzers.

Wieler sagte mit Blick auf die aktuelle Entwicklung der Corona-Infektionen, es könne trotz einer grundsätzlich positiven Entwicklung noch nicht von einer Entspannung ausgegangen werden. "Wir müssen die nächsten Tage abwarten, ob sich bei den Meldungen ein Trend abzeichnet."

Maßnahme gegen falsche Informationen: WhatsApp erschwert das Weiterleiten von Nachrichten

10:24 Uhr: Um die Verbreitung falscher Informationen über das Coronavirus einzudämmen, gestaltet der Chatdienst WhatsApp das Weiterleiten von Nachrichten umständlicher. WhatsApp-Nachrichten, die bereits häufig verteilt wurden, können nur noch einzeln an einen Chat weitergeschickt werden, wie der zu Facebook gehörende Dienst am Dienstag mitteilte. Bisher war das in bis zu fünf Chats gleichzeitig möglich.

WhatsApp kann nicht direkt gegen Falschinformationen oder Hetzkampagnen vorgehen, da die Nachrichten eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung haben. Der Inhalt ist nur für die Nutzer, nicht aber für den Chatdienst selbst sichtbar.

Deshalb versucht die Firma, die Weiterverteilung von Nachrichten generell schwieriger zu machen. So werden bereits seit dem vergangenen Jahr häufig weitergeleitete Nachrichten markiert, und damals war auch die Beschränkung auf fünf Chats gleichzeitig beim Weiterschicken eingeführt worden.

In der Coronavirus-Krise wurde von WhatsApp-Nutzern unter anderem die falsche Behauptung über einen Zusammenhang mit dem 5G-Datenfunk verbreitet. Die Plattform richtete auch ein Informationszentrum mit Angaben unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation WHO ein.

Kramp-Karrenbauer: Bundeswehr-Einsatz in Gesundheitsämtern möglich

10:00 Uhr: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat die Unterstützung der Bundeswehr in Gesundheitsämtern und Pflegeheimen in Aussicht gestellt. "Die Bundeswehr steht da zur Verfügung, wo sie gerufen wird", sagte Kramp-Karrenbauer am Dienstag im Deutschlandfunk.

Dazu gehöre es, zivile Strukturen zu unterstützen, wenn sie so unter Stress seien, dass sie ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen könnten. Die Kernaufgaben der Bundeswehr - Landes- und Bündnisverteidigung sowie die internationalen Auslandeinsätze - müssten aber weiterhin gewährleistet sein.

Wegen der Corona-Krise sind bei der Bundeswehr aus Ländern und Kommunen bisher schon mehr als 300 Anträge auf Amtshilfe eingegangen. In Gesundheitsämtern gehe es nicht um hoheitliche Aufgaben, betonte Kramp-Karrenbauer, "sondern vielmehr darum, zielgenau herauszubekommen, welcher Infizierte hatte mit wem Kontakt". Es gehe aber auch um einfache Tätigkeiten wie die Unterstützung in Alten- und Pflegeheimen, "dort wo das Rote Kreuz erst in einigen Tagen einsatzfähig ist".

Update zu Johnsons Gesundheitszustand: Premierminister nicht an Beatmungsgerät

9:50 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat seine erste Nacht auf der Intensivstation eines Londoner Krankenhauses überstanden. Johnson musste nicht an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden, wie Staatsminister Michael Gove am Dienstag dem Radiosender LBC sagte. Er habe zwar Sauerstoffunterstützung bekommen, "aber er war nicht an einem Beatmungsgerät".

Seine Infektion mit dem Coronavirus hatte der Premierminister am 27. März bekanntgemacht und seitdem in Isolation in der Downing Street weiter die Regierungsgeschäfte geführt. Weil sich seine Symptome wie Fieber und Husten nicht besserten, wurde er am Sonntag schließlich zur Untersuchung in das St. Thomas' Hospital gebracht.

Die staatliche Klinik liegt in der Nähe des Parlaments. Am Montagnachmittag hatte sich der Zustand des 55-Jährigen plötzlich derart verschlechtert, dass Johnson abends auf die Intensivstation verlegt werden musste.

Ifo-Umfrage: Industrie erwartet drastischen Einbruch der Produktion

9:22 Uhr: Die deutsche Industrie erwartet laut einer Umfrage des Ifo-Instituts wegen der Corona-Krise in den kommenden drei Monaten einen massiven Rückgang der Produktion. Wie das Forschungsinstitut am Dienstag in München mitteilte, sackte der Index der Produktionserwartungen im März um 22,8 Punkte auf minus 20,8 Punkte ab. Dies signalisiert eine Schrumpfung der Produktion und ist der schärfste Einbruch seit Beginn der Umfrage im Jahr 1991.

Selbst in der Weltfinanzkrise habe der Index im November 2008 nur um 13,3 Punkte nachgegeben, hieß es weiter. Nach Ansicht der Wirtschaftsforscher könnte die tatsächliche Produktion der nächsten Monate noch stärker einbrechen, als der Index-Wert erwarten lasse. "Vermutlich ist die Entwicklung noch unterzeichnet, weil die meisten Antworten bis Mitte des Monats März eingingen", sagt der Leiter der Befragungen, Klaus Wohlrabe.

Den Umfrageergebnissen zufolge bekamen alle Branchen die Folgen der Corona-Krise zu spüren. Die Autobauer blickten aber besonders pessimistisch in die Zukunft. Gleiches gilt für die Gummi- und Kunststoffindustrie, sowie den Maschinenbau.Lichtblicke gebe es in der Chemie-Branche, die sich laut Wohlrabe weniger von den Folgen der Corona-Epidemie betroffen sieht. In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie habe sich der Index - trotz leichter Rückgänge - sogar noch im positiven Bereich halten können.

Coronavirus: China meldet erstmals keine neuen Toten

08:28 Uhr: Erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat China keine neuen Todesopfer mehr gemeldet. Schon seit Wochen gab es den offiziellen Angaben zufolge täglich kaum noch neue Infektionen und nur noch wenige neue Tote in der Volksrepublik.

Am Dienstag führte die Statistik der Pekinger Gesundheitskommission nun zum ersten Mal seit Januar überhaupt keinen neuen Todesfall mehr auf.

Erneut gab es laut den Angaben 32 "importierte" Infektionen, die bei Menschen bei der Einreise nach China nachgewiesen wurden. Insgesamt sind den offiziellen Angaben zufolge in China bislang 3.331 Menschen durch die Lungenkrankheit Covid-19 ums Leben gekommen, 8.1740 haben sich demnach nachweislich infiziert.

Die tatsächlichen Zahlen dürften allerdings deutlich höher liegen, da die Art der Erhebung immer wieder geändert worden ist und viele Fälle nicht in der offiziellen Statistik auftauchen.

Ausgangssperre für Corona-Hotspot Mitterteich in Bayern gelockert

08:15 Uhr: Drei Wochen nach dem Verhängen der bundesweit ersten weitreichenden Corona-Ausgangssperre im oberpfälzischen Mitterteich sind die Vorschriften vorzeitig gelockert worden. Seit diesem Dienstag gelten in der Kleinstadt nun dieselben Ausgangsbeschränkungen wie in ganz Bayern.

Das Infektionsgeschehen im Stadtgebiet Mitterteich weise keine signifikanten Unterschiede zum restlichen Landkreis Tirschenreuth mehr auf, hatte der Landkreis am Montag nach einer Sitzung des Krisenstabes Katastrophenschutz mitgeteilt.

Der Erste Bürgermeister Roland Grillmeier habe die Entscheidung begrüßt. Die strengeren Regeln sollten ursprünglich bis einschließlich diesen Donnerstag gelten.

Die 6.500-Einwohner-Stadt galt deutschlandweit als einer der Corona-Hotspots. Mitte März war die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten und der dadurch erkrankten Menschen plötzlich besonders gestiegen. Als eine wesentliche Ursache wurde ein Starkbierfest vermutet.

Ausreiseverbot für Wuhan endet: Einwohner dürfen erstmals seit Wochen Stadt verlassen

07:27 Uhr: Erstmals seit dem 23. Januar dürfen die Einwohner von Wuhan ihre Stadt wieder verlassen: In der Nacht zum Mittwoch (Dienstag, 18.00 Uhr MESZ) endet auch das Ausreiseverbot für die zentralchinesische Millionenmetropole, die als Ausgangspunkt der Coronavirus-Pandemie gilt. Die Hauptstadt der Provinz Hubei wurde als erste chinesische Stadt komplett abgeriegelt, später folgte fast die gesamte Provinz.

Inzwischen hat sich die Lage entspannt, und seit Ende März beendeten die Behörden schrittweise die Abschottungsmaßnahmen. Für Wuhan galt allerdings zunächst weiter ein Ausreiseverbot. Gleichzeitig mit seinem Ende werden nun auch die Inlandsflüge von und nach Wuhan wieder aufgenommen. Aus der Millionenstadt waren Ende Dezember die ersten Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet worden. Dort wurden auch die meisten der mehr als 3300 Todesopfer in China registriert.

Grüne drängen Bundesregierung zum Ja zu Corona-Bonds

07:06 Uhr: Vor den Beratungen der EU-Finanzminister zur Corona-Pandemie haben die Grünen an die große Koalition appelliert, von ihrem Nein zu gemeinsamen Euro-Bonds abzurücken. "Wenn die Bundesregierung endlich ihre ideologische Blockadehaltung aufgibt, kann das den Weg für Corona-Bonds frei machen", sagte Fraktionschef Anton Hofreiter der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Corona-Bonds wären eine "solidarische Antwort" auf die Krise.

Die bisher von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) vorgeschlagenen Maßnahmen seien "angesichts des Ausmaßes der Herausforderung einfach unzureichend", fügte Hofreiter hinzu. "Nur wenn wir gemeinsam und solidarisch handeln, kann Europa diese Krise überstehen." Die Mehrheit der Euro-Staaten, sowohl wirtschaftlich starke als auch schwache, und Ökonomen unterschiedlicher Richtungen plädieren in dieser Ausnahmesituation für Corona-Bonds.

Bei diesen würden die Euro-Staaten gemeinsame Anleihen herausgeben. Da auch Länder mit einer hohen Kreditwürdigkeit wie Deutschland haften, sinken die Zinsen für stark verschuldete Staaten. Die Bundesregierung präferiert bislang hingegen den Euro-Krisenfonds ESM als Hilfsinstrument in der Corona-Krise. Am Dienstag tagen Europas Finanzminister erneut per Videokonferenz.

Umfrage: Deutsche haben relativ wenig Angst vor Corona-Erkrankung

06:00 Uhr: Das neue Coronavirus hat die Ängste der Deutschen vor einer schweren Erkrankung laut einer aktuellen Umfrage bisher kaum befeuert.

Im Vergleich zu 2019 stieg diese Sorge lediglich moderat um 6 Punkte von 35 auf 41 Prozent, heißt es in einer repräsentativen Sonderumfrage der R+V-Versicherung zu den Ängsten der Deutschen.

Das sei in diesem Bereich der zweitniedrigste Wert seit 1992. Den niedrigsten (35 Prozent) gab es im vergangenen Jahr.

Für die Studie wurden zwischen dem 31. März und 2. April 1.075 Bundesbürger zwischen 16 und 75 Jahren repräsentativ online befragt. Alle Ergebnisse will die Versicherung am Dienstagvormittag veröffentlichen.

Angst vor Corona: Verbraucher decken sich mit Arzneien ein

05:45 Uhr: Viele Verbraucher in Deutschland haben sich aus Sorge vor dem Coronavirus mit Arzneien eingedeckt. Im März zog die Nachfrage nach rezeptfreien Medikamenten stark an und bescherte Pharmaunternehmen eine Sonderkonjunktur. Das berichteten mehrere Arzneihersteller auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

"In den letzten Wochen mussten wir über unser gesamtes Portfolio hinweg die zum Teil dreifache Bestellmenge bewältigen", teilte etwa die Ratiopharm-Konzernmutter Teva am Dienstag in Ulm mit.

Bei rezeptfreien Arzneien sei im März vor allem bei Paracetamol-haltigen Mitteln und Vitaminpräparaten die Nachfrage viel höher gewesen als sonst.

In einzelnen Fällen habe es bei der Auslieferung Verzögerungen gegeben. Teva habe nicht nur in der Produktion die Kapazitäten erhöht, auch die Logistik arbeite in drei statt zwei Schichten.

Bayer verzeichnet nach Konzernangaben derzeit ebenfalls eine erhöhte Nachfrage nach rezeptfreien Medikamenten - vor allem nach Präparaten gegen Erkältungen und Allergien sowie Nahrungsergänzungsmitteln.

Auch der hessische Arzneihersteller Stada sowie Sanofi berichteten von verstärkten Medikamenten-Käufen. In der Zeit vor den Ausgangsbeschränkungen hierzulande hätten sich Verbraucher mit Markenprodukten eingedeckt, teilte der französische Konzern mit.

Apotheken hatten in der Corona-Krise bereits von einem Ansturm berichtet. "Die Nachfrage nach Arzneien und die Unsicherheit der Menschen ist hoch", betonte jüngst der Branchenverband ABDA. Bei Erkältungs- und Schmerzmitteln gebe es viele Präparate verschiedener Hersteller und daher keinen Mangel.

Die Apotheken hätten die Lagerbestände erhöht. Es gebe keinen Grund, Arzneien zu hamstern.

Gewerkschaft warnt: Spanische Ärzte wegen Corona am Limit

05:33 Uhr Im von der Corona-Pandemie besonders schwer betroffenen Spanien sind die Ärzte, Pfleger und Sanitäter nach einer Warnung des Gewerkschaftsdachverbandes CCOO vor allem in der Region Madrid an der Grenze ihrer Belastbarkeit angelangt.

Das Personal der Kliniken und auch des auf dem Madrider Messegelände Ifema errichteten riesigen Feldkrankenhauses sei stark dezimiert, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung.

Mindestens 8.700 Ärzte und Pfleger seien in Madrid derzeit entweder isoliert oder aber wegen einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 in Quarantäne und demzufolge nicht im Einsatz. Gleichzeitig sei in der Region um die Hauptstadt allein die Zahl der Intensivbetten von 641 auf zirka 1.500 erhöht worden.

"Es gibt weniger Personal, dafür Doppelschichten. Viele arbeiten zwölf Stunden und mehr als zehn Tage am Stück", so CCOO. Freie Tage und Urlaube seien ausgesetzt worden. Zu allem Übel herrsche weiterhin ein großer Mangel an Schutzausrüstungen.

GEW bringt möglichen "Corona-Bonus" bei Schulnoten ins Gespräch

05:02 Uhr: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält einen "Corona-Bonus" bei den Schulnoten in diesem Schuljahr für möglich.

"Sollte eine Öffnung der Schulen nicht mehr möglich sein, können Noten auch nach den bisher erbrachten Leistungen plus eines "Corona-Bonus" gegeben werden", sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag).

"Im Zweifel soll die Bewertung zugunsten des Schülers ausfallen", sagte Tepe. Bei der Öffnung der Schulen müsse der Gesundheitsschutz der Lehrkräfte sowie der Schüler die zentrale Rolle spielen, sagte Tepe.

"Für alle Entscheidungen von der Notengebung bis zur Schulöffnung gilt: Es muss eine Verständigung in der Kultusministerkonferenz darüber geben, dass die Regelungen einvernehmlich vereinbart werden, bundesweit gelten und von allen Ländern anerkannt werden", appellierte die GEW-Vorsitzende an die Politik.

Umfrage: Corona könnte Konsumverhalten langfristig ändern

04:00 Uhr: Mehr als ein Viertel der Menschen in Deutschland rechnet einer Umfrage zufolge mit langfristigen Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf ihr Konsumverhalten.

Wäre die Krise in drei Monaten unter Kontrolle, würden 28 Prozent der Befragten anschließend dennoch weniger Geld ausgeben, wie aus einer repräsentativen Verbraucherumfrage der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervorgeht.

Die gleiche Anzahl rechnet zudem damit, dass sich ihr Kaufverhalten nach frühestens einem Jahr normalisiert, wenn nicht sogar gänzlich ändert. Ein Drittel der Befragten kann sich vorstellen, nach ein paar Monaten wieder das Kaufverhalten von vor der Krise zu haben.

"Dadurch, dass eine Mehrheit der Befragten eine Normalisierung der Konsumausgaben, wenn überhaupt, erst nach ein paar Monaten erwartet, zeigt sich, dass eine große Unsicherheit hinsichtlich der finanziellen Folgen von Covid-19 für die Haushaltskasse besteht", bilanzierte Jessica Distler von BCG.

Für die Umfrage befragte BCG vom 27. März bis zum 30. März 3.085 in Deutschland lebende Menschen.

Trump will sich in Streit um Ex-Flugzeugträger-Kapitän einschalten

01:55 Uhr: US-Präsident Donald Trump will sich in den Konflikt um den wegen eines Coronavirus-Beschwerdebriefs entlassenen Kapitän eines Flugzeugträgers einschalten.

Er sei sehr gut darin, Streit zu schlichten, sagte Trump am Montagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. Zuvor war bekannt geworden, dass der amtierende Marineminister Thomas Modly das Verhalten des Kapitäns gegenüber dessen Mannschaft als "zu naiv oder zu blöd" bezeichnet hatte.

Kapitän Brett Crozier hatte wegen eines Corona-Ausbruchs an Bord des nuklearbetriebenen Flugzeugträgers "USS Theodore Roosevelt" mit einem später an die Öffentlichkeit gelangten Brief Hilfe der Militärführung gefordert.

"Ich löse gerne Probleme", sagte Trump. Die Äußerungen des Ministers seien "eine derbe Stellungnahme" gewesen. Der Kapitän habe mit dem Schreiben des nicht als geheim eingestuften Briefs einen "Fehler" gemacht, er glaube jedoch, dass beide "gute Menschen" seien.

Zudem sei die bisherige Karriere des Kapitäns "herausragend" gewesen, sagte Trump. "Ich werde mich einschalten und genau verstehen, was da los ist", sagte Trump.

Er werde darüber auch mit Verteidigungsminister Mark Esper sprechen. "Ich will niemand vernichten, weil er einen schlechten Tag hatte", sagte Trump weiter. Er wollte sich aber nicht festlegen, ob er die Absetzung Croziers rückgängig machen wollte.

Unter den gut 4000 Besatzungsmitgliedern des Flugzeugträgers hatte sich das Coronavirus Sars-CoV-2 verbreitet. In seinem Brief hatte Crozier daher Anfang vergangener Woche die Evakuierung des Schiffs gefordert, um den Tod von Soldaten zu verhindern.

Modly hatte am Donnerstag erklärt, Crozier werde sofort seines Postens enthoben, weil er offenbar wegen des Coronavirus überfordert gewesen sei und mit dem weit gestreuten Brief gegen die Befehlskette verstoßen habe.

Trump und Biden telefonieren in Corona-Krise

00:27 Uhr: US-Präsident Donald Trump und sein potenzieller demokratischer Herausforderer bei der Präsidentenwahl, Ex-Vizepräsident Joe Biden, haben wegen der Corona-Krise telefoniert.

Es sei eine "wunderbare" und "sehr freundliche Unterhaltung" gewesen, sagte Trump am Montagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Biden habe ihn über seinen Standpunkt unterrichtet, sagte Trump. Er wisse es zu schätzen, dass Biden ihn angerufen habe. Auf Inhalte des etwa 15-minütigen Gesprächs ging Trump nicht näher ein.

Das Telefonat ist bemerkenswert, sind sich Trump und Biden doch spinnefeind. Erst am Montag kritisierte Trump seinen politischen Rivalen in einem Tweet. Bidens Wahlkampfteam veröffentlichte seinerseits eine Mitteilung mit kritischen Fragen und Vorwürfen an Trump wegen seines Umgangs mit der Coronavirus-Pandemie.

Trump habe die Gefahr durch das Coronavirus monatelang heruntergespielt, dadurch seien die USA nicht darauf vorbereitet gewesen, die größte Gesundheitskrise des Landes zu bewältigen, hieß es darin etwa.

Trump: "Sehr betrübt", dass Johnson auf der Intensivstation ist

00:20 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich angesichts des Gesundheitszustands des britischen Premierministers Boris Johnson besorgt gezeigt, der mit dem Coronavirus infiziert ist.

"Wir sind sehr betrübt zu hören, dass er (...) auf die Intensivstation gebracht wurde", sagte Trump am Montagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Wenn man wegen der Lungenkrankheit Covid-19 auf der Intensivstation behandelt werde, werde es "sehr, sehr ernst", sagte Trump und drückte Johnson seine besten Wünsche aus.

Der Regierungschef sei ein "sehr guter Freund von mir und ein Freund unserer Nation". "Die Amerikaner beten alle für seine Genesung", sagte Trump.

Johnsons Ärzte seien kontaktiert worden, um zu sehen, was die USA für ihn tun könnten. Trump deutete an, dass es dabei um die Behandlung mit Medikamenten geht, die bislang noch nicht für die Behandlung einer Erkrankung mit dem Coronavirus zugelassen sind.

Johnson war am Sonntag wegen einer Covid-19-Erkrankung vorsorglich zu Tests ins Krankenhaus gebracht worden. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich am Montag derart, dass er auf eine Intensivstation gebracht werden musste.

Alle Meldungen vom Montag 6. April, Boris Johnson auf Intensivstation verlegt

21:20 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson ist wegen seiner Covid-19-Erkrankung auf die Intensivstation verlegt worden. Sein Zustand habe sich im Laufe des Nachmittags verschlechtert, bestätigte eine Regierungssprecherin am Montagabend der Deutschen Pesse-Agentur in London. Der 55-Jährige war am Sonntag in das St. Thomas' Hospital gebracht worden. Er hatte seine Infektion mit dem neuartigen Erreger bereits am 27. März öffentlich gemacht.

Mehr als 98.700 Corona-Nachweise in Deutschland - 1.575 Tote

20:31 Uhr: In Deutschland sind bis Montagabend mehr als 98.700 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 95.900 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert dabei von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige Bundesländer ihre Zahlen auch nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Mindestens 1.575 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 1.415).

Merkels Corona-Statement: Ein Dankeschön - doch kein Exit-Datum

16:49 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Bürgerinnen und Bürgern in einer Pressekonferenz am Montagnachmittag für die weitgehende Einhaltung der Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus gedankt.

"Für dieses Verständnis, das es gibt, möchte ich mich bedanken, denn die Regeln werden ja doch von der überwiegenden Mehrzahl der Menschen eingehalten", sagte die CDU-Politikerin bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Ende ihrer eigenen häuslichen Quarantäne.

Die Einhaltung dieser "sehr, sehr harten Regeln" gerade auch beim aktuellen schönen Wetter leiste einen Beitrag, um Menschenleben zu retten und Pflegepersonal das Leben zu erleichtern, sagte Merkel.

Auf einen möglichen Exit-Plan oder gar ein konkretes Exit-Datum angesprochen, hielt sich die Kanzlerin jedoch erneut bedeckt:

"Wir wären eine schlechte Bundesregierung, wenn wir nicht intensiv darüber nachdenken würden, wie wir - auch bei Einhaltung des Gesundheitsschutzes - das Leben wieder hochfahren könnten", erklärte Merkel. "Wir wären aber auch eine schlechte Bundesregierung, wenn wir jetzt ein konkretes Datum nennen."

Die Maßnahmen seien bis zum 19. April getroffen worden, daran werde sich auch nichts ändern. "Auf jeden Fall wird es ein schrittweises Vorgehen sein", sagte sie. Wie sich dies dann gestalte, sei noch nicht entschieden.

Mit Blick auf Österreich, wo ab dem 14. April kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte unter strengen Auflagen wieder öffnen dürften, sagte die Kanzlerin: "Wir müssen unsere eigenen Zahlen ansetzen." Österreich sei in der Pandemie Deutschland "immer ein Stück voraus" gewesen. Deshalb sei es "jetzt nicht geraten, über ein Datum in Deutschland zu sprechen".

Bei der Frage nach der Nützlichkeit von Masken für die Bevölkerung verwies Merkel auf Experten, deren Meinung sich inzwischen zum Positiven wandle.

Wichtig sei aber der richtige Umgang mit Stoffmasken: "Unsachgemäßer Umgang wäre noch fataler", sagte sie - also regelmäßiges Waschen, eine nicht zu lange Tragezeit, heißes Bügeln oder die Erwärmung im Backofen oder der Mikrowelle.

"Dabei nie die Abstandsregeln vergessen", warnte sie. "Die Pflege dieser Masken ist dann auch ganz, ganz wichtig." Es könne sein, dass auch die Regierung für das Tragen werben werde, so weit sei es aber noch nicht.

Corona-Infektionen in Europa: Spanien überholt Italien

15:31 Uhr: Spanien hat Italien als das Land Europas mit den meisten Infektionen mit dem Coronavirus überholt. Insgesamt gab es nach einer am Montagmittag veröffentlichten Auswertung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) bislang 130.759 Covid-19-Fälle in Spanien und damit rund 1800 mehr als in Italien.

Wie aus den am Montag auf Twitter veröffentlichten Zahlen hervorgeht, löste Spanien Italien bereits am Wochenende als das europäische Land mit den meisten bestätigten Infektionen ab.

Deutschland lag in der Auswertung vom Montag mit mehr als 95.000 Infektionsfällen auf Rang drei. Die US-Universität Johns Hopkins sah die Bundesrepublik bis dahin bereits bei mehr als 100.000 Fällen.

Bilanz für Deutschland: Behandlung von 198 Corona-Patienten aus EU-Ausland

14:26 Uhr: Deutschland hat seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie 198 schwerkranke Patienten aus anderen EU-Staaten zur Behandlung aufgenommen. Derzeit gebe es noch Zusagen für 58 Behandlungsplätze, die nicht in Anspruch genommen worden seien, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin. Es seien 130 Patienten aus Frankreich, 44 Erkrankte aus Italien und 24 weitere aus den Niederlanden nach Deutschland gebracht worden.

"Von der italienischen Seite ist es im Moment so, dass ein leichter Rückgang der Zahl der Corona-Intensivpatienten zu beobachten ist. Daher wird aus Italien zunächst kein weiterer Transfer nach Deutschland geplant", sagte der Sprecher. Die Bundesländer seien zu weiterer Hilfe bereit. Auch die Luftwaffe hat sich mehrfach mit dem Spezialflugzeug Airbus A310 MedEvac beteiligt.

Rückkehrer müssen zwei Wochen in Quarantäne

14:20 Uhr: Deutsche, EU-Bürger und langjährig in Deutschland lebende Ausländer sollen künftig grundsätzlich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne, wenn sie aus dem Ausland in die Bundesrepublik zurückkehren. Auf diese Empfehlung an die Bundesländer einigte sich das Corona-Krisenkabinett am Montag in Berlin.

Wie aus dem Beschluss hervorgeht, gilt die neue Regelung aber erst ab dem 10. April und nur für Menschen, die sich für mehrere Tage im Ausland aufgehalten haben - und damit nicht für Berufspendler. Außerdem gibt es Ausnahmen für bestimmte Gruppen wie etwa Lastwagenfahrer und medizinisches Personal.

Menschen, die weder Deutsche noch dauerhaft hier ansässig sind, dürfen wegen der Corona-Pandemie ohnehin schon seit Mitte März nur noch aus einem "triftigen Reisegrund" nach Deutschland kommen. Das betrifft etwa EU-Bürger, die durch Deutschland in ihr Heimatland reisen. Grundsätzlich sind Einreisen aus Drittstaaten in die EU nur noch in ausgewählten Fällen zulässig.

Trotz Lockerungen in Österreich: Bayerns Regierung bekräftigt Zeitplan

13:36 Uhr: Die bayerische Staatsregierung bleibt auch nach der angekündigten Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen in Österreich bei dem zwischen Bund und Ländern verabredeten Zeitplan: Erst am Dienstag nach Ostern, dem 14. April 2020, wollen die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen beraten. An diesem Zeitplan, auf den sich die Runde zuletzt verständigt hatte, ändere sich nichts, hieß es am Montag in Regierungskreisen.

Bayern hatte seine umfangreichen Ausgangsbeschränkungen und weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Ausbreitung des Coronavirus zuletzt bis einschließlich 19. April verlängert. Ob und wann und für welche Bereiche die Fristen dann erneut nach hinten verschoben werden müssen, ist offen.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat aber wiederholt betont, es sei nicht zu erwarten, dass ab dem 20. April plötzlich wieder alles so sein werde wie vorher.

Zahl der neuen Corona-Todesfälle in Spanien rückläufig

13:01 Uhr: Den vierten Tag in Folge hat Spanien einen Rückgang bei der Zahl der neuen Corona-Todesfälle verzeichnet. Wie das Gesundheitsministerium in Madrid am Montag mitteilte, starben in den vergangenen 24 Stunden 637 Corona-Infizierte. Dies entspricht dem niedrigsten Anstieg bei den Todesfällen seit 13 Tagen.

Auch die Ansteckungsrate verlangsamt sich den Angaben des Ministeriums zufolge. Demnach stieg die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus Infizierten in den vergangenen 24 Stunden um 3,3 Prozent. Am Vortag hatte dieser Wert noch bei 4,8 Prozent gelegen.

Insgesamt starben in Spanien inzwischen bisher mehr als 13.000 Menschen an der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19, nach der offiziellen Zählung sind derzeit über 135.000 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Am schwersten von der Pandemie betroffen ist in Spanien der Großraum Madrid. An zweiter Stelle folgt Katalonien.

Trotz des positiven Trends der vergangenen Tage hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Samstag die verhängten Notfallmaßnahmen und Ausgangssperren um weitere zwei Wochen bis zum 25. April verlängert.

Corona-Kabinett beschließt neue Regeln für Rückkehrer nach Deutschland

12:24 Uhr: Deutsche, EU-Bürger oder langjährig in Deutschland wohnhafte Personen, die nach mehrtägigem Auslandsaufenthalt in die Bundesrepublik zurückkehren, sollen künftig zwei Wochen in Quarantäne. Das empfahl das sogenannte Corona-Krisenkabinett nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Montag den Bundesländern.

Reisende dürfen wegen der Corona-Pandemie nur noch aus einem "triftigen Reisegrund" nach Deutschland kommen. Grundsätzlich sind demnach Einreisen aus Drittstaaten nur noch in ausgewählten Fällen zulässig, die Reisenden werden an den deutschen Schengen-Außengrenzen kontrolliert. Über EU-Bürger oder langjährig in Deutschland lebende Personen hinaus gebe es Ausnahmen für medizinisches Personal, Pendler, Diplomaten und weitere Personengruppen.

Für Pendler sowie Geschäftsreisende und Servicetechniker, die für wenige Tage beruflich ein- oder ausreisen müssen, werde keine Quarantäne angeordnet, heißt es in dem Beschluss weiter. Gleiches gelte für Personen, die beruflich grenzüberschreitend Menschen, Waren und Güter auf der Straße, auf der Schiene, per Schiff oder per Flugzeug transportieren müssten sowie für Reisende im Transit auf dem Weg in das Land ihres ständigen Aufenthalts.

Personen, die für einen mehrwöchigen Arbeitsaufenthalt einreisen wollen, müssten nachweisen können, dass eine zweiwöchige Quarantäne sichergestellt sei oder gleichwertige betriebliche Hygienemaßnahmen und Vorkehrungen zur Kontaktvermeidung gelten. Damit soll Saisonarbeitern vor allem in der Landwirtschaft die Tätigkeit in Deutschland ermöglicht werden.

Kurz will Corona-Maßnahmen für Österreich lockern

11:24 Uhr: Nach Ostern soll in Österreich in der Corona-Krise der langsame Weg zurück in Richtung Normalität beginnen. Ziel sei es, dass ab dem 14. April kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen, teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Montag in Wien mit.

Ab 1. Mai sollen dann alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure wieder öffnen dürfen - Hotels und die Gastronomie sollen frühestens Mitte Mai folgen. Die Ausgangsbeschränkungen werden allerdings bis Ende April verlängert, die Schulen bleiben bis Mitte Mai zu. Veranstaltungen sollen bis Ende Juni nicht stattfinden.

Zudem wird das Tragen eines Mundschutz künftig nicht nur in Supermärkten und Drogerien zur Pflicht.

"Die schnelle und restriktive Reaktion gibt uns jetzt auch die Möglichkeit, schneller wieder aus dieser Krise herauszukommen", sagte Kurz. "Allerdings nur, wenn wir weiter alle konsequent die Maßnahmen einhalten und so gut zusammenstehen, wie wir das bisher gemacht haben."

Vor allem mit Blick auf das Osterfest bat Kurz die Menschen darum, weiter soziale Kontakte zu meiden und voneinander Abstand zu halten. Er fügte hinzu: "Bleiben sie zusammen mit den Menschen, mit denen sie gemeinsam wohnen."

Österreich ist damit eines der ersten europäischen Länder, das im Kampf gegen das Coronavirus seine Maßnahmen schon direkt nach Ostern wieder etwas lockern will.

Bus, Bahn, Geschäfte: Jena verhängt Mundschutzpflicht

11:07 Uhr: Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus gilt in Jena seit Montag eine Pflicht zum Tragen von Mundschutz - etwa in Geschäften sowie Bussen und Bahnen. Damit soll eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Husten oder Niesen eingedämmt werden. Im Freien ist der Mundschutz nicht vorgeschrieben.

Nach Angaben der Stadt ist auch kein medizinischer Mundschutz notwendig, es reichen selbstgenähte Masken sowie Tücher oder Schals, die Mund und Nase bedecken. Der Schritt gelte nicht dem Eigenschutz, sondern dem Schutz anderer, hieß es zur Begründung.

Ab dem 10. April 2020 soll die Vorgabe auf weitere geschlossene Räume inklusive Arbeitsstätten mit mehr als einer Person ausgeweitet werden.

Lehrerverband: Schlechte Schüler sollten in Corona-Krise freiwillig sitzenbleiben

10:32 Uhr: Schüler mit schlechten Leistungen sollten wegen der Corona-Krise nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbands freiwillig die Klasse wiederholen, statt mit großem Rückstand die nächste Klassenstufe zu beginnen.

Wenn die bisherigen Leistungen sehr schlecht waren, sollte ernsthaft geprüft werden, "ob nicht ein freiwilliges Wiederholen sinnvoller ist, als mit massiven Wissenslücken aufzurücken", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der "Bild"-Zeitung vom Montag.

Seine Empfehlung gelte aber nur für Schüler, bei denen es bereits vor der Corona-Epidemie Leistungsdefizite gegeben habe, die ein Erreichen des Klassenziels "unwahrscheinlich" erscheinen ließen. "Das freiwillige Wiederholen hat in vielen Bundesländern auch den Vorteil, dass es nicht als Pflichtwiederholung gewertet wird, was ein nochmaliges Wiederholen einer Jahrgangsstufe ausschließen kann", sagte Meidinger.

Er forderte zugleich großzügige Versetzungsregelungen. Als Möglichkeiten nannte Meidinger ein "großzügiges Vorrücken auf Probe, gegebenenfalls sogar für alle, die nach bisherigem Stand sitzengeblieben wären".

In allen Bundesländern müssten die Schulen nun überlegen, "wie wir im nächsten Schuljahr durch zusätzliche Förderkurse, eigene Wiederholungsphasen und vielleicht auch vorübergehende Kürzung eventuell verzichtbarer Lehrplaninhalte und Konzentration auf das Grundwissen wieder in die Normalspur der Lehrplanerfüllung einschwenken können", sagte der Verbandschef.

Verschwundene Schutzmasken: Berlins Innensenator kritisiert die USA

09:49 Uhr: Berlins Innensenator Andreas Geisel hat im Streit um in Thailand verschwundene Schutzmasken die USA erneut kritisiert. "Fakt ist, wir haben eine entsprechende Lieferung bestellt, (...), wir haben diese Lieferung auch bezahlt", sagte der SPD-Politiker am Montag im ZDF-"Morgenmagazin".

Die 200.000 Schutzmasken seien auf dem Weg nach Berlin gewesen. "Unabhängig davon, ob sie (...) konfisziert worden sind, ob sie storniert wurden und dann in die USA umgeleitet worden sind, oder ob jemand mit dem Geldkoffer gekommen ist und es in die USA umgeleitet hat: Unsere Schutzmasken sind in den USA gelandet. Und das ist nicht in Ordnung." Verträge müssten eingehalten werden, forderte Geisel.

Eine für die Berliner Polizei bestimmte Lieferung von Schutzmasken war auf dem Flughafen der thailändischen Hauptstadt Bangkok verschwunden. Geisel hatte am Freitag zunächst mitgeteilt, die Masken seien auf Betreiben der USA "konfisziert" worden. Er hatte von einem "Akt moderner Piraterie" gesprochen.

Die USA haben indes die Vorwürfe, sie hätten für die Berliner Polizei bestimmte Schutzmasken in die USA umgeleitet, zurückgewiesen. "Die Regierung der Vereinigten Staaten hat nichts unternommen, um für Deutschland bestimmte 3M-Lieferungen umzuleiten, noch wussten wir irgendetwas von solchen Sendungen", sagte ein Sprecher der US-Botschaft in Berlin.

"Die USA arbeiten mit ihren Partnern und Verbündeten solidarisch daran, humanitäre Hilfe für bedürftige Länder bereitzustellen und alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, die Verbreitung des Coronavirus zu bekämpfen." Man sei besorgt "über die allgegenwärtigen Versuche, die internationalen Anstrengungen durch Desinformationskampagnen ohne Angaben von Quellen zu spalten".

Irlands Regierungschef arbeitet wieder als Arzt

08:57 Uhr: In der Corona-Krise hat sich der amtierende Regierungschef Irlands, Leo Varadkar, wieder als Arzt registriert. Er wolle nunmehr mindestens einen Tag in der Woche in seinem erlernten Beruf arbeiten, um im Kampf gegen das Virus zu helfen, verlautete am Sonntag aus seinem Büro. "Er wollte wenigstens einen kleinen Beitrag leisten", sagte ein Regierungssprecher der Zeitung "Independent".

Varadkar, nach einem Bericht der "Irish Times" Sohn eines Arztes und einer Krankenschwester, hatte seinen Beruf als Allgemeinmediziner 2013 niedergelegt, um sich der Politik zu widmen. Er wurde damals aus dem Ärzteregister ausgetragen, jetzt ließ er sich "reaktivieren".

In Irland sind aktuell rund 5.000 Menschen am Coronavirus erkrankt, bisher starben 158 Menschen.

Trump: Amerikaner sollen für medizinisches Personal beten

08:42 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die Amerikaner angesichts der verheerenden Corona-Epidemie aufgefordert, für Krankenschwestern und Ärzte zu beten. Die Mitarbeiter im Gesundheitswesens zögen jeden Tag trotz "enormer Gefahr" gegen das Coronavirus "n den Krieg", sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) im Weißen Haus vor Journalisten. "Es ist ein sehr harter Feind", sagte Trump.

Der Präsident dankte ausdrücklich auch den Angestellten von Logistikunternehmen und Einzelhändlern, die die Versorgung im Land aufrecht erhielten. Mit Blick auf das bevorstehende Osterfest sagte Trump: "Ich würde darum bitten, dass alle Amerikaner beten für die heldenhaften Ärzte und Krankenschwestern, für die Lasterfahrer, für die Angestellten im Supermarkt und für alle, die in dieser Schlacht kämpfen."

In den USA gab es bis Sonntag mehr als 300.000 bekannte Infektionen mit Sars-CoV-2. Knapp 10.000 Menschen sind infolge der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, wie Daten der Universität Johns Hopkins zeigten.

Wirtschaftsministerium startet Vorbereitungen für "Corona-App"-Kampagne

08:38 Uhr: Das Bundeswirtschaftsministerium startet mit Vorbereitungen für die Verbreitung und Bewerbung einer App zur Nachverfolgung von Corona-Infektionen. Am Dienstag wolle der Beauftragte des Wirtschaftsministeriums für die Digitale Wirtschaft und Start-ups, Thomas Jarzombek (CDU), mit den Verbänden das weitere Vorgehen in einem Videocall besprechen, berichtete das "Handelsblatt" am Montag. "Damit die App wirksam im Kampf gegen das Virus hilft, müssen möglichst viele Menschen in Deutschland und Europa diese App nutzen", sagte Jarzombek dem Blatt.

"Ich freue sich sehr, dass sich die Internetwirtschaft hier engagieren möchte und die App intensiv bewerben will." Der Internetverband eco kündigte eine schnelle Umsetzung der App-Kampagne an. "Dazu ist es von zentraler Bedeutung, dass wir zeitnah alle Stakeholder an den Tisch bekommen", sagte Verbandschef Oliver Süme dem "Handelsblatt". Sein Verband werde dabei gerne einen Konzeptvorschlag machen. "Es geht uns darum, möglichst schnell und effektiv eine möglichst hohe Reichweite zu erzielen und möglichst viele Menschen für die Nutzung dieser App zu gewinnen."

Er würde sich daher "besonders freuen, wenn sich noch weitere Verbände, Organisationen und prominente Einzelpersonen unserer Initiative anschlössen", fügte Süme hinzu. Ein breites Bündnis von Politik, Digitalwirtschaft und Zivilgesellschaft gegen Corona sei das Ziel.

Coronavirus: Zahl der Neuinfektionen in Südkorea fällt auf unter 50

07:45 Uhr: Die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist zum ersten Mal seit dem Höhepunkt Ende Februar auf unter 50 gefallen.

Am Sonntag seien 47 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Montag mit. Südkorea gilt mittlerweile unter anderem dank seines rigiden Testprogramms als Vorbild für die Eindämmung des Virus.

Vizegesundheitsminister Kim Gang Lip warnte jedoch angesichts von lokalen Häufungen und neuer "importierter" Fälle, den Zahlen zu hohe Bedeutung beizumessen. Am Wochenende seien nur etwa 6.000 Virustests am Tag durchgeführt worden, statt etwa 10.000 an Wochentagen.

Auch äußerten sich die Behörden besorgt darüber, dass die Teilnahme an der Kampagne zur Vermeidung sozialer Kontakte wegen des Frühlingswetters und Ermüdungserscheinungen nachgelassen habe.

Laut Kim wurden am Wochenende "um 20 Prozent mehr Bewegungen der Menschen" registriert. Der Erfolg im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus hänge letztlich vom Verhalten der Menschen ab, sagte Kim.

Bei den Neuerkrankungen hatte sich im März - nach dem Höhepunkt Ende Februar mit mehr als 900 Fällen pro Tag - ein deutlicher Abwärtstrend eingestellt. In den vergangenen Wochen hatte sich die Zahl bei etwa 100 täglichen Nachweisen eingepegelt.

Gefeuerter US-Kapitän ist mit dem Coronavirus infiziert

07:37 Uhr: Der kürzlich vom Pentagon gefeuerte Kommandant eines US-Flugzeugträgers, auf dem sich das Coronavirus ausgebreitet hatte, ist laut einem Zeitungsbericht selber positiv auf den Erreger getestet worden.

Kapitän Brett Crozier habe Symptome der Infektion gezeigt, noch bevor er am Donnerstag entlassen wurde, berichtete die "New York Times" am Sonntag. Die ganze Geschichte lesen Sie hier.

Crozier war wegen eines an die Medien gelangten Brandbriefs zur Lage an Bord der "USS Theodore Roosevelt" seines Postens enthoben worden. Der Offizier hatte auf eine Evakuierung des Schiffes gepocht. Marine-Staatssekretär Thomas Modly begründete die Entlassung Croziers damit, dass dieser "unnötige Panik" erzeugt und "schlechtes Urteilsvermögen" gezeigt habe.

Fast 10.000 Tote in USA: Oberster US-Mediziner warnt vor "Pearl-Harbor-Moment"

06:58 Uhr: In den USA nähert sich die Zahl der Todesopfer der Coronavirus-Pandemie der Marke von 10.000 an. Binnen 24 Stunden starben weitere mehr als 1.200 Menschen an der Infektion, wie am Sonntag aus der Statistik der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorging.

Die Gesamtzahl der Todesopfer in den USA stieg bis zum Abend auf 9.633. Die Zahl der verzeichneten Corona-Infektionsfälle wuchs auf mehr als 337.200. zu

Der Aufseher der US-Gesundheitsdienste, Jerome Adams, warnte, dass auf die Vereinigten Staaten besonders schwere Tage zukämen. Dies werde die "härteste und traurigste Woche" werden, welche die meisten US-Bürger bisher in ihrem Leben erlebt hätten, sagte Adams im Fernsehsender Fox News.

Dies werde "unser Pearl-Harbor-Moment, unser 9-11-Moment" - jedoch mit dem Unterschied, dass das Ereignis nicht auf einen Ort der USA begrenzt sei.

Der japanische Überraschungsangriff auf den US-Stützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii 1941 hatte den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg ausgelöst.

Durch die Terroranschläge des 11. September 2001 wurden in den USA rund 3.000 Menschen getötet. Ihnen folgten die US-Invasionen in Afghanistan und im Irak.

UN-Generalsekretär warnt vor Gewalt gegen Frauen in Coronakrise

06:20 Uhr: UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat vor einer "schrecklichen Zunahme" häuslicher Gewalt während der Corona-Pandemie gewarnt. In einer am Sonntag (Ortszeit) auf Twitter verbreiteten Videobotschaft rief er die Regierungen weltweit dazu auf, dagegen vorzugehen.

"Wir wissen, dass Ausgangssperren und Quarantäne entscheidend sind, um Covid-19 zu bekämpfen. Aber sie können Frauen mit Partnern, die sie missbrauchen, einsperren", sagte Guterres. "Viele Frauen und Mädchen sind dort am meisten bedroht, wo sie am sichersten sein sollten: Bei sich zuhause."

In einigen Ländern habe sich die Zahl der Frauen, die deswegen Hilfsdienste anriefen, verdoppelt. Gesundheitsdienste und Polizei würden überschwemmt und seien unzureichend ausgestattet. Örtliche Hilfsgruppen seien "paralysiert" und knapp bei Kasse, warnte der UN-Generalsekretär.

Er rief die Regierungen weltweit auf sicherzustellen, dass Gewalttäter weiter verfolgt würden. Zudem sollten Warnsysteme in Apotheken und Geschäften eingerichtet werden. Zufluchtsorte sollten zu unverzichtbaren Einrichtungen erklärt werden.

Umfrage: Viele Bürger in Coronakrise besorgt bei Geldfragen

04:30 Uhr: Angesichts der Coronakrise machen sich laut einer Umfrage viele Bürger Gedanken wegen möglicher finanzieller Nachteile. Wucherpreise für vielleicht einmal knappe Waren wie Hygieneartikel besorgen 38 Prozent sehr oder eher stark, wie die Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) ergab. Ein Drittel (33 Prozent) befürchtet stark, dass die private Altersvorsorge an Wert verliert. Die größte Unsicherheit gibt es darüber, wegen fehlender Klinik- oder Arztkapazitäten nicht ausreichend behandelt werden zu können. Dies besorgt 43 Prozent der Befragten stark.

Die Mehrzahl der Verbraucher scheine noch nicht übermäßig beunruhigt zu sein, sagte vzbv-Chef Klaus Müller der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist gut, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass gerade gesundheitliche und finanzielle Sorgen viele Menschen umtreiben." In der Krise dürften Verbraucherrechte nicht aufgeweicht werden.

Für die Umfrage befragte das Institut Kantar Emnid vom 31. März bis zum 1. April 1006 Menschen ab 14 Jahre.

Giffey: Coronakrise bei Pflege-Tarifverhandlungen berücksichtigen

03:16 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat an die Tarifparteien in der Pflege appelliert, bei ihren laufenden Verhandlungen die derzeitige Coronavirus-Pandemie zu berücksichtigen.

Einmalzahlungen seien zwar nett, es müsse aber strukturelle Veränderungen geben, sagte die Ministerin am Sonntagabend in der ZDF-Fernsehsendung "maybrit illner Corona spezial". Sie fügte hinzu: "Und das geht nur durch eine viel, viel stärkere tarifliche Bindung." Der Tarifvertrag soll voraussichtlich im Mai abgeschlossen werden.

Giffey betonte zudem die Notwendigkeit eines landesweit gültigen Tarifs. Derzeit arbeiteten nur 20 Prozent der Beschäftigten in der Pflege zu tariflichen Bedingungen.

Coronavirus bei Tiger in New Yorker Zoo nachgewiesen

02:49 Uhr: Ein Tiger in einem Zoo in New York hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Die vier Jahre alte malaysische Tigerkatze Nadia sei positiv auf das Virus getestet worden, teilte der Bronx Zoo am Sonntag mit. "Es ist - unseres Wissen nach - das erste Mal, dass ein wildes Tier sich durch einen Menschen mit Covid-19 angesteckt hat", sagte der leitende Tierarzt des Zoos, Paul Calle, dem Magazin "National Geographic".

Wahrscheinlich habe ein Pfleger das Virus in sich getragen, aber keine Symptome gezeigt. Der Zoo ist wegen der Coronakrise seit rund drei Wochen für Besucher geschlossen.

Nadia habe einen trockenen Husten entwickelt und sei deshalb vorsichtshalber getestet worden. Auch ihre Schwester Azul sowie zwei Sibirische Tiger und drei Löwen zeigten Symptome, seien aber nicht getestet worden.

Die Tiere hätten etwas weniger Appetit, ansonsten gehe es ihnen aber gut, hieß es. Man wisse nicht, wie sich die Krankheit bei Großkatzen entwickle und werde die Tiere genau beobachten, erwarte aber eine vollständige Genesung.

US-Präsident Trump wünscht Großbritanniens Johnson gute Besserung

01:27 Uhr: US-Präsident Trump hat dem britischen Premierminister Boris Johnson nach dessen Einlieferung ins Krankenhaus eine rasche Genesung gewünscht. "Ich bin voller Hoffnung und sicher, dass er in Ordnung sein wird", sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. "Er ist ein starker Mann." Trump fügte hinzu: "Alle Amerikaner beten für ihn."

Johnson war wegen einer Covid-19-Erkrankung vorsorglich zu Tests ins Krankenhaus gebracht worden, wie die britische Regierung am Sonntag mitteilte. Der 55 Jahre alte konservative Politiker hatte am 27. März seine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 bekannt gemacht und sich seitdem in seiner Dienstwohnung isoliert.

Rentenversicherung: Auszahlung trotz Coronakrise vorerst gesichert

01:00 Uhr: Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, geht vorerst von keinen finanziellen Nachteilen für die Rentner in der Coronakrise durch einen Einbruch der Beitragseinnahmen aus.

"Im Moment erwarte ich, dass das Minus überschaubar ist", sagte Roßbach dem "Tagesspiegel" (Montag). Die Bundesagentur für Arbeit zahle ja weiter Beiträge an die Rentenversicherung, selbst wenn Menschen in Kurzarbeit seien oder arbeitslos würden.

Eine genaue Einschätzung dazu sei zurzeit aber sehr schwierig. Sie betonte, mit einer Nachhaltigkeitsrücklage von rund 40 Milliarden Euro gehe die Rentenversicherung finanziell gut ausgestattet in die Krise. "Die Auszahlung der Renten ist gesichert."

Roßbach versicherte, die Renten würden im Sommer 2021 auf keinen Fall gekürzt. Dies sei gesetzlich festgelegt. "Minusrunden kann es also nicht geben." Wie stark die Renten dann steigen würden, hänge von der Entwicklung der Bruttolöhne in diesem Jahr ab. "Im Moment können wir nicht seriös vorhersagen, wie die Entwicklung läuft."

Das hänge davon ab, wie lange die Krise dauere, wie lange Unternehmen ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schickten, wie lange Menschen arbeitslos seien und wie sich die Tarifabschlüsse entwickelten.

Widmann-Mauz zu Kontaktsperre: Keine Ausnahmen für gemeinsame Gebete

00:35 Uhr Uhr: Nach der Menschen-Ansammlung vor einer Moschee in Berlin hat die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, betont, dass es in Zeiten der Corona-Beschränkungen auch für gemeinsame Gebete vor Ort keine Ausnahme geben darf.

Dies sagte die CDU-Politikerin der "Welt" (Montag). Gesundheit gehe vor. "Jetzt kommt es auf Jede und Jeden an." Dem Bericht zufolge will Widmann-Mauz am Dienstag mit muslimischen Verbänden darüber sprechen, was ab dem Ramadan-Beginn am 23. April zu beachten sei, sollten die Kontakt-Beschränkungen dann noch andauern.

Trotz Kontaktverbots hatten sich am Freitag vor einer Berliner Moschee nach Polizeiangaben rund 300 Menschen versammelt. Das Gebet wurde im Einvernehmen mit dem Imam vorzeitig beendet.

Die Verantwortlichen der Moschee sicherten der Polizei demnach überdies zu, über die sozialen Medien nochmals darauf hinzuweisen, dass Gebetsrufen nicht durch persönliches Erscheinen gefolgt werden müsse und dass die Rufe bei erneuten Menschenansammlungen sofort beendet werden.

Jourova: Grundrechte in vielen EU-Staaten wegen Corona eingeschränkt

00:01 Uhr: Die meisten EU-Länder haben nach Ansicht der Vizepräsidentin der EU-Kommission, Vera Jourova, im Kampf gegen das Coronavirus mittlerweile die Grundrechte ihrer Bürger eingeschränkt.

"Bisher haben 20 EU-Länder eine Art Notstandsgesetzgebung verabschiedet, um die Coronakrise erfolgreich zu bekämpfen und die notwendigen Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und den Schutz der Menschen gegen das Virus durchsetzen zu können", sagte die für Rechtsstaatsfragen zuständige Kommissarin der Zeitung "Die Welt" (Montag).

Auf lange Sicht bestehe jedoch die Gefahr, dass die Demokratie durch diese Maßnahmen geschwächt wird, meinte Jourova. "Darum ist Kontrolle in diesem Moment so wichtig." Eine demokratische Balance sei dringend erforderlich.

"Das Coronavirus darf die demokratische Ordnung nicht killen", betonte Jourova. Nach ihren Angaben untersucht die EU-Kommission derzeit in allen betroffenen Ländern die Notfallmaßnahmen und prüft, ob sie gegen demokratische Grundwerte (Artikel 2, EU-Vertrag) verstoßen.

"Wenn das der Fall sein sollte, werden wir einschreiten", sagte die Politikerin aus Tschechien.

Alle Meldungen vom Sonntag, 5. April: Britischer Premierminister im Krankenhaus

22:37 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson ist wegen seiner Covid-19-Erkrankung vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden. Das teilte der Regierungssitz Downing Street in London am Sonntagabend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. «Es handelt sich um einen vorsorglichen Schritt, da der Premierminister noch zehn Tage, nachdem er positiv auf das Coronavirus getestet wurde, Symptome hat», hieß es in einer Mitteilung der Regierung.

Mehr als 95.900 Corona-Nachweise in Deutschland - über 1400 Tote

20:38 Uhr: In Deutschland sind bis Sonntagabend mehr als 95.900 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 91.100 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Mindestens 1.415 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 1.316). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 24 000 nachgewiesenen Fällen und mindestens 383 Toten sowie Nordrhein-Westfalen mit mehr als 20.500 Fällen und mindestens 258 Toten. Gerechnet auf 100 000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 186,2 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 115,4. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Österreichische Regierung verkündet Fahrplan für Zeit nach Ostern

19:20 Uhr: Die österreichische Bundesregierung wird am Montag die Menschen über das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus informieren. Es wird erwartet, dass Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und weitere Mitglieder des Kabinetts bei einer Pressekonferenz um 11.00 Uhr erste Lockerungen der drastischen Anti-Corona-Maßnahmen ab dem 14. April verkünden.

Kurz hatte im Verlauf des Wochenendes mehreren Medien Interviews gegeben. Dabei machte er deutlich, dass vor allem der Handel schon bald auf Lockerungen hoffen kann. Große Veranstaltungen werden dagegen wohl erst deutlich später wieder möglich sein. Kurz betonte, dass der Weg zurück zur Normalität schrittweise erfolgen müsse

Italien: Zahl der täglichen Todesopfer erneut gesunken

18:50 Uhr: In Italien ist am Sonntag bereits den zweiten Tag in Folge die Zahl der an den Folgen des Coronavirus gestorbenen Menschen gesunken. Der Zivilschutz zählte 525 Todesopfer am Sonntag, nach 681 am Samstag. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten in Italien auf nunmehr 15 887, die aktuell höchste Zahl weltweit.

Die Zahl der Menschen in Italien, die sich nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert haben, stieg am Sonntag um rund 3,5 Prozent auf 128 948. Das ist in etwa die gleiche Steigerungsrate wie an den Tagen zuvor, es wird allerdings mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle gerechnet.

Mehr als 94.900 Corona-Nachweise in Deutschland

18.40 Uhr: In Deutschland sind bis Sonntagnachmittag mindestens 94 927 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: über 89 300 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Mindestens 1384 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 16.15 Uhr: 1103). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Ministerium: Sommersemester in Bayern beginnt mit Online-Vorlesungen

17:46 Uhr: Zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus beginnt das Sommersemester an den Hochschulen in Bayern zunächst mit Online-Vorlesungen. "Wir starten den Lehrbetrieb für alle Studentinnen und Studenten am 20. April komplett digital", sagte Landeswissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) am Sonntag.

Der Gesundheitsschutz habe oberste Priorität. Ob man im Laufe des Sommers nach und nach zur Präsenzlehre zurückkehren könne, sei noch nicht absehbar. Der digitale Vorlesungsbetrieb verlange ein hohes Maß an Flexibilität. "Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir alle diese Bewährungsprobe bestehen werden", sagte Sibler. Mit Blick auf die Prüfungen zum Ende des Semesters arbeiteten die Hochschulen an praktikablen Lösungen.

Verwirrung um Zahl der Intensivbetten in deutschen Krankenhäusern

17:14 Uhr: Das Zentralregister für Intensivbetten hat am Sonntag Angaben widersprochen, wonach es mittlerweile fast 40.000 Intensivbetten in deutschen Krankenhäusern gebe. "Wir können diese Zahl in keinster Weise bestätigen", sagte eine Sprecherin der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, die das Zentralregister betreibt, dem "Handelsblatt". Damit korrigierte sie Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) von vor wenigen Tagen.

DKG-Präsident Gerald Gaß hatte gesagt, er schätze, dass knapp 40.000 Intensivbetten zur Verfügung stehen - von denen etwa 15.000 bis 20.000 frei seien.

Nach den täglichen Meldungen der Krankenhäuser an das Zentralregister gab es aber am Freitagnachmittag nur 13.346 mit allen Arten von Intensivpatienten belegte Betten. 10.074 weitere waren frei. Das wären zusammen nicht einmal die 28.000, die laut amtlicher Statistik schon vor der Coronakrise zur Verfügung standen.

Und auch davon "musste man schon rund zehn Prozent abziehen, die wegen Personalmangel nicht benutzt werden konnten", sagte die Sprecherin dem "Handelsblatt". "In der Kinder-Intensivmedizin waren es sogar 20 Prozent".

Von den 13.346 belegten Intensivbetten dienten demnach aktuell lediglich 2.680 der Behandlung von Corona-Patienten. Von diesen müssten 83 Prozent beatmet werden.

Kirche in Seoul hält Drive-in-Gottesdienst ab

16:44 Uhr: Einige Kirchen in Südkorea finden wegen der Verbreitung des Coronavirus neue Wege, um ihre Gottesdienste abzuhalten. Während zahlreiche Sonntagsmessen als Vorkehrung gegen Ansteckungen mit dem SARS-CoV-2-Erreger online angeboten werden, entschied sich unter anderen die Seoul-City-Church zu Drive-In-Gottesdiensten für die Gläubigen. Die Teilnehmer sitzen und beten dabei in ihren Autos. Etwa 150 Fahrzeuge standen während des Gottesdienstes auf einem Parkplatz.

Auch an anderen Orten finden solche Drive-In-Gottesdienste als Alternative zu den Online-Feiern von Kirchen statt. Zahlreiche Kirche gerieten in den vergangenen Wochen in die Kritik, weil sie trotz der von den Behörden angeführten Kampagne zur Vermeidung sozialer Kontakte ihre Gottesdienste weiter in den Kirchengebäuden durchführten.

Grünen-Fraktion: Ausgangskontrollen nicht übertreiben

16:03 Uhr: Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag, Irene Mihalic, warnt vor überzogenen Kontrollen der aktuellen Ausgangsbeschränkungen durch die Polizei. "Die Umsetzung der Maßnahmen treibt mancherorts merkwürdige Blüten, beispielsweise wenn Parkbesucher nach Hause gefahren werden, damit die Ordnungskräfte dort mit Türschildabgleich feststellen können, ob die Eingesammelten tatsächlich im selben Haushalt leben oder gegen das Kontaktverbot verstoßen haben", schreibt sie in einem Positionspapier, das dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Montag) vorliegt.

Solche Vorfälle seien derzeit die große Ausnahme, betonte sie. Dennoch sei ein klarer Handlungsrahmen für Polizei und Ordnungsämter in der Coronakrise wichtig. "Dabei darf nicht der leiseste Zweifel daran aufkommen, dass es ausschließlich darum geht, überlebensnotwendigen Infektionsschutz zu gewährleisten, und nicht darum, nach und nach ein neues beziehungsweise eigentlich doch längst überkommenes Verständnis von Obrigkeit zu etablieren", erklärte Mihalic. "Das wäre grob missbräuchlich und würde im Übrigen auch die Akzeptanz der dringend notwendigen Regeln schwächen."

Bürgermeister von Robbio will alle Einwohner testen lassen

15:30 Uhr: Um wieder zur Normalität zurückkehren zu können, will der Bürgermeister von Robbio alle Bewohner der italienischen Kleinstadt auf das Coronavirus testen lassen. "Wir können die Situation niemals verbessern, ohne die Gesunden von den Kranken zu trennen", sagte Roberto Francese der Nachrichtenagentur AFP. "Dafür braucht es die Bluttests." Der Bürgermeister will, dass die Ausgangssperre beendet wird und die 6.000 Einwohner der Stadt in der Lombardei wieder arbeiten können.

Das öffentliche Leben im besonders von der Pandemie betroffenen Italien ist weitgehend lahmgelegt. Noch ist unklar, wie die Beschränkungen aufgehoben werden könnten, ohne dass es zu einer zweiten Infektionswelle kommt.

Die Verwaltung von Robbio ist der Ansicht, dass Menschen, die sich mit dem Virus infiziert haben, Antikörper entwickeln und immun sind. Allerdings ist dies wissenschaftlich noch nicht eindeutig nachgewiesen.

Johns-Hopkins-Uni: Weltweit bereits mehr als 65.000 Coronavirus-Tote

14:32 Uhr: Weltweit sind US-Experten zufolge bereits mehr als 65.000 Menschen infolge der vom Coronavirus verursachten Lungenkrankheit gestorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit SARS-CoV-2 stieg bis Sonntagmittag auf mehr als 1,2 Millionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins hervorging. In Italien starben demnach 15.000 Corona-Infizierte, in Spanien 12.000 und in den USA 8.500.

Unter den am stärksten von der Lungenkrankheit COVID-19 betroffenen Ländern registrierte die Universität den höchsten Anteil an Corona-Toten bislang in Spanien und Italien. In beiden Ländern starben rund 25,5 Menschen pro 100.000 Einwohner. In Deutschland waren es dagegen 1,7 Todesfälle pro 100.000 Einwohner, in China 0,24.

Tokio mit Rekord an neuen Coronafällen

13:55 Uhr: In Tokio sind am Sonntag weitere 143 Coronavirus-Fälle bestätigt worden, der bislang höchste Anstieg innerhalb eines Tages. Am Vortag waren 118 Menschen positiv auf das neue Coronavirus getestet worden und damit erstmals mehr als 100 Menschen innerhalb eines Tages. Damit zählt die japanische Hauptstadt bereits mehr als 1.000 Infektionsfälle. Mit den inzwischen täglich steigenden Zahlen nehme zugleich der Druck auf Ministerpräsident Shinzo Abe zu, möglicherweise den Ausnahmezustand auszurufen, um eine weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern, so lokale Medien. Wegen des weltweit grassierenden Erregers waren kürzlich die in diesem Sommer in Tokio geplanten Olympischen Spiele um ein Jahr verschoben worden.

Bis Samstagabend (Ortszeit) befanden sich 817 infizierte Menschen in Tokioter Krankenhäusern. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden bislang rund 900 Betten für Coronavirus-Patienten reserviert. Tokios Gouverneurin Yuriko Koike erklärte, man werde voraussichtlich an diesem Montag zusätzlich weitere 100 Betten bereitstellen. Es gibt allerdings Zweifel, ob die Behörden bezüglich der Sicherstellung von Klinikbetten mit dem rasanten Anstieg der Fälle mithalten können.

Regierung will Gutscheine für abgesagte Reisen staatlich absichern

12:52 Uhr: Nach Kritik an den geplanten Gutscheinen für abgesagte Reisen und Kultur- oder Sportveranstaltungen hat die Bundesregierung angekündigt, für die Voucher finanziell einzustehen. "Wir nehmen die Bedenken der Verbraucher sehr ernst. Kein Kunde darf sein Geld verlieren", sagte der Tourismusbeauftragte Thomas Bareiß (CDU) am Sonntag. "Deshalb wollen wir den Wert der Gutscheine staatlich absichern." Zuvor hatten Verbraucherschützer das Vorhaben als "Zwangskredite der Verbraucher an die Unternehmen" abgelehnt und eine Rückzahlung der Reisekosten gefordert.

Bareiß betonte: "Natürlich müssen die Verbraucher ihr Geld zurückbekommen können, wenn sie den Gutschein nicht einlösen und keine Reise antreten." Deshalb würden die Wertscheine zeitlich begrenzt. "Und für all diejenigen, die es besonders hart trifft und ihr Geld schnell selbst brauchen, wird es eine Härtefallregelung geben", sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung.

Höchste Zahl mit Infizieren liegt noch vor uns

12:35 Uhr: Rund 100.000 Menschen sind in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert. Allerdings liege höchste Zahl liegt noch vor uns, vermutet Kanzleramtschef Helge Braun. Deshalb müsse die Wirtschaft aktuell zurückstecken. "Die Vorstellung, dass wir in Deutschland vielleicht bald manche Kranke nicht mehr versorgen können, weil die Zahl der Infektionen hochschießt, ist so schwerwiegend, dass ich sage: Das Wichtigste ist zunächst, dass wir das vermeiden. Dahinter steht die Wirtschaft erst mal einen großen Schritt zurück", sagte Braun zur FASZ.

Virtuelles Gedenken an Befreiung von KZ Buchenwald

12:11 Uhr: Mit einem virtuellen Gedenken soll am nächsten Wochenende an den 75. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora in Thüringen gedacht werden. Am 11. April - dem historischen Tag der Befreiung - werde eine entsprechende Webseite freigeschaltet, sagte der Sprecher der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Rikola-Gunnar Lüttgenau. Dort seien dann Statements von Überlebenden und Personen des öffentlichen Lebens zu finden. Auch eine Thüringer Erklärung solle es geben. Nähere Angaben dazu machte der Sprecher aber noch nicht.

Ursprünglich war die zentrale Gedenkfeier an diesem Sonntag geplant. Sie musste wegen der Corona-Krise abgesagt werden. Am 11. April würden dann zum Gedenken auch Kränze abgelegt - allerdings ohne Publikum.

500 Euro Bonus für alle Pflegekräfte in Bayern

11:32 Uhr: Für ihren oftmals aufreibenden Einsatz in der Corona-Krise will die Staatsregierung allen Pflegekräften in Bayern eine steuerfreie Bonuszahlung von 500 Euro zukommen lassen. "Wir in Bayern reden nicht nur darüber - wir machen das. Wir werden 500 Euro als Bonus an alle Pflegekräfte zahlen", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der "Bild am Sonntag".

Den Bonus sollen nach Angaben eines Regierungssprechers alle Pflegekräfte in Krankenhäusern, Reha-Kliniken, Alten-, Pflege- und Behindertenheimen bekommen - insgesamt 252.000 Angestellte. Den Freistaat koste dies unterm Strich 126 Millionen Euro. "Vorläufig" sollen die 500 Euro einmalig gezahlt werden, hieß es. Je nachdem, wie lange der Kampf gegen das Coronavirus dauert, ist damit nicht ausgeschlossen, dass es später weitere Zahlungen gibt.

Mehr als 91.300 Corona-Nachweise in Deutschland - über 1.300 Tote

10:49 Uhr: In Deutschland sind bis Sonntagvormittag mindestens 91.384 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10:30 Uhr: 85.559 Infektionen). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Mindestens 1.318 mit SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10:30 Uhr: 1.154). Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 23.000 nachgewiesenen Fällen und mindestens 370 Toten sowie Nordrhein-Westfalen mit mehr als 19.400 Fällen und mindestens 250 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner, verzeichnet Bayern mit einem Wert von 176,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 109,9.

Hausangestellte wegen Corona weg: Haushaltsvideos für reiche Inder

10:02 Uhr: Normalerweise erledigen sich lästige Arbeiten in vielen indischen Mittel- und Oberschichtshaushalten wie von selbst. Bodenputzen, Möbel abstauben, Geschirrspülen, Wäsche waschen, Lebensmittel kaufen, Essen kochen und Kinder betreuen - darum kümmern sich oft Hausangestellte. Aber in Corona-Zeiten ist das anders - denn auch die Hausangestellten müssen gerade zu Hause bleiben, außer sie leben im Anwesen ihrer Arbeitgeber. In Indien gilt eine strenge dreiwöchige Ausgangssperre. So sprangen Bollywood-Stars in die Bresche - und stellen Tipps und Tutorialvideos ins Netz - wohl um privilegierteren Indern bei den ungewohnten Aufgaben zu helfen.

Die beliebte Bollywood-Schauspielerin Katrina Kaif etwa zog sich eine Schürze um und spülte Geschirr: "Ich dachte ich mache ein kurzes Auffrischungsvideo für diejenigen von uns, die das vergessen haben", sagte die 36-Jährige und lachte. Dann erklärte sie den Zuschauern ihre Strategie zum wassersparenden Spülen: Zuerst das Spülbecken mit Wasser füllen, alles Geschirr einzeln mit dem Schwamm schrubben, zur Seite legen und anschließend alles mit Wasser abspülen. Mehr als sechs Millionen Menschen haben sich das Video angeschaut, das Kaif vergangene Woche auf Instagram geladen hatte. In einem anderen Video wischt sie den Boden und schrieb dazu: "Übrigens ist das eine echt gute Trainingsübung." Mehr als sieben Millionen Leute klickten das an.

Flüchtlingslager nahe Athen in Quarantäne

09:35 Uhr: Zum zweiten Mal binnen weniger Tage hat der griechische Coronavirus-Krisenstab ein Flüchtlingslager nahe Athen für 14 Tage wegen einer Coronavirus-Infektion unter Quarantäne gestellt. Es handelt sich um das Camp von Malakasa rund 45 Kilometer nördlich der griechischen Hauptstadt, wie der staatliche griechische Rundfunk (ERT) am Sonntagmorgen berichtete. Dort leben etwa 1.800 Menschen. Demnach wurde ein 53 Jahre alter Afghane positiv auf das Virus getestet.

Familienministerin: Gartenpartys nach der Krise planen

07:45 Uhr: Eine Woche vor Ostern hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey trotz aller Einschränkungen beim traditionellen Familienfest die Menschen zu Zuversicht aufgerufen. "Familienfeiern oder Gartenpartys gehen gerade nicht. Wir sollten sie aber planen für die Zeit nach der Krise und uns darauf freuen", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Mit Blick auf die Osterfeiertage sagte sie: "Jede Familie hat eine Verantwortung – für sich und andere. Gerade wenn jemand geschwächt oder krank ist, dann kann man zu dem nicht einfach hinfahren. Ich finde, an der Stelle muss man vernünftig sein und lieber alleine bleiben."

Wichtig sei es, jetzt Nähe und Kontakt zu halten, auch wenn man sich persönlich nicht treffen könne. "Auch diese Zeit geht vorbei. Sie wird vorbeigehen, und wir werden da durchkommen." Den Menschen in Deutschland gehe es verglichen mit der Lage in anderen Ländern immer noch verhältnismäßig gut. Die aktuelle Krise wird aus Sicht der Familienministerin dazu führen, dass Gesundheit, Freiheit "und die Möglichkeiten, die wir haben" noch mehr geschätzt würden. "Die Möglichkeit, mit Freunden schöne Dinge zu erleben. Die Menschen, die einem lieb sind zu umarmen, zusammen zu feiern. Das sind alles keine Selbstverständlichkeiten und dafür wieder ein echtes Bewusstsein zu haben, das können wir aus dieser Krise mitnehmen."

Deutsche Bahn in Coronakrise pünktlicher

06:30 Uhr: Bei der Deutschen Bahn sind 82,4 Prozent aller Fernzüge im März pünktlich ans Ziel gekommen. Das waren 4,1 Prozentpunkte mehr als noch im März des Vorjahres und 3,1 Punkte mehr als im Februar, wie der bundeseigene Konzern mitteilte. Allerdings waren aufgrund der Coronakrise die Fahrgastzahl und die Taktung der Züge deutlich niedriger als sonst. Ein wichtiger Grund für Verspätungen - das Aus- und Einsteigen der Reisenden an vollen Bahnsteigen - fiel damit weg.

Zur genauen Auslastung machte die Bahn keine Angaben. Allerdings seien Anfang April nur rund drei Viertel der Fernverkehrszüge im Einsatz gewesen, teilte ein Sprecher mit.

Ein Zug gilt als verspätet, wenn er sechs Minuten oder mehr nach der planmäßigen Zeit am Ziel ankommt. Für das laufende Jahr will der Konzern eine Pünktlichkeitsquote von 78 Prozent erreichen. Hatte der Konzern im vergangenen Jahr sein selbstgestecktes Ziel von damals 76,5 Prozent noch knapp verfehlt, verbesserte sich die Pünktlichkeit im Januar deutlich. Rund 84,3 Prozent der Züge kamen zum Jahresauftakt pünktlich. Im Februar drückten mehrere Sturmtiefs die Quote dann auf knapp unter 80 Prozent.

Queen beschwört britische Selbstdisziplin in Coronakrise

06:05 Uhr: Königin Elizabeth II. (93) ruft die Briten dazu auf, der Coronavirus-Pandemie mit charakteristisch britischer Selbstdisziplin und stiller Entschlossenheit zu begegnen. "Ich hoffe, dass in den kommenden Jahren alle stolz darauf sein können, wie sie mit dieser Herausforderung umgegangen sind", wird die Queen am Sonntagabend in einer Ansprache an das britische Volk und den Commonwealth sagen. Das geht aus Rede-Auszügen hervor, die vorab vom Buckingham-Palast veröffentlicht wurden. Die Ansprache gilt als Zeichen, dass die Regierung zunehmend über die rasch wachsende Zahl der Todesfälle durch die Lungenkrankheit COVID-19 beunruhigt ist.

Maas ruft zur Einhaltung des Kontaktverbots über Ostern auf

05:05 Uhr: Angesichts der weltweit dramatisch wachsenden Todeszahlen der Corona-Pandemie hat Bundesaußenminister Heiko Maas eindringlich dazu aufgerufen, das in Deutschland geltende Kontaktverbot einzuhalten. "Ein Blick über unsere Grenzen zeigt noch viel dramatischer als bei uns, wie tödlich der Corona-Virus ist", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Daraus müsse man Konsequenzen ziehen: "Wir müssen weiter alles tun, um eine zu schnelle Ausbreitung in Deutschland zu vermeiden. Das gilt leider auch für die Ostertage - so bitter das für viele Familien und Freundeskreise ist." Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer hatten am Mittwoch dazu aufgerufen, auch zu Ostern private Reisen generell zu unterlassen. Dies gelte auch für "überregionale tagestouristische Ausflüge".

Maas zeigte sich beeindruckt, wie konsequent sich die große Mehrheit der Menschen in Deutschland bisher an die Regeln zur Kontaktvermeidung halte. "Das zeigt auch, wie groß der Gemeinsinn und die Solidarität in unserem Land sind. Genau darauf müssen wir aufbauen, um so gut wie möglich durch diese Krise zu kommen."

Trump schwört USA wegen Corona-Toten auf harte Zeiten ein

00:36 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die Vereinigten Staaten angesichts steigender Opferzahlen der Coronavirus-Epidemie auf harte Zeiten eingeschworen. Es werde in den nächsten zwei Wochen "viele Tote geben, leider", sagte Trump am Samstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. Die kommende und die darauffolgende Woche würden vermutlich die schlimmsten sein, sagte Trump.

Das Coronavirus hat sich in den USA zuletzt rasant ausgebreitet. Allein am Samstag kamen Daten der Universität Johns Hopkins zufolge erneut mehr als 1.000 Menschen infolge der von dem Virus verursachten Lungenerkrankung COVID-19 ums Leben. Experten rechnen für die kommenden zehn Tagen mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen. Trumps Beraterin Deborah Birx verwies am Samstag erneut auf eine Modellrechnung, wonach die Opferzahlen noch bis Mitte April auf rund 2.600 Tote pro Tag ansteigen könnten.

Alle Meldungen vom Samstag, 4. April:

Airbus liefert Millionen Schutzmasken

22:58 Uhr: Im Rahmen seiner speziell für die Corona-Krise eingerichteten "Airbus-Luftbrücke" hat der europäische Flugzeugbauer erneut tausende von Schutzmasken aus China nach Europa gebracht. Die am Vortag in Toulouse in Richtung Tianjin zum Testflug gestartete Maschine vom Typ A350-1000 sei am Samstagabend mit rund vier Millionen Gesichtsmasken an Bord in Hamburg gelandet, teilte der Luftfahrtkonzern mit. Ein Teil der Masken bleibe in Deutschland, der Rest werde nach Toulouse geflogen zur weiteren Verteilung an Krankenhäuser und andere Einrichtungen im Gesundheitswesen in den Airbus-Heimatländern Spanien, Frankreich und Großbritannien.

In den vergangenen Tagen habe das Unternehmen bereits mehrere Flüge zwischen Europa und China organisiert, um zahlreiche europäische Krankenhäuser mit rund sechs Millionen Masken auszurüsten, hieß es.

Italien: Zahl der Toten erstmals gesunken

21:10 Uhr: In Italien sind erstmals seit neun Tagen innerhalb von 24 Stunden weniger als 700 Menschen an den Folgen des neuartigen Coronavirus gestorben. Am Samstag zählte der Zivilschutz 681 neue Opfer der Lungenkrankheit Covid-19. Insgesamt hat das Land nun 15.362 Tote zu beklagen. "Unser Kampf gegen das Coronavirus geht unvermittelt weiter", sagte der zuständige Regierungskommissar Domenico Arcuri und warnte: "Aber wir sollten vermeiden zu glauben, dass wir gewinnen, dass wir unseren Gegner in die Enge getrieben haben."

Die Zahl der Menschen in Italien, die sich nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert haben, stieg am Samstag um rund vier Prozent auf 124.632. Das ist in etwa die gleiche Steigerungsrate wie an den Tagen zuvor, es wird allerdings mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle gerechnet. Erstmals gesunken ist die Zahl der intensivmedizinisch betreuten Patienten um 74 auf 3.994.

Großbritannien: Kind stirbt an COVID-19

19:48 Uhr: Ein fünfjähriges Kind mit Vorerkrankungen ist in Großbritannien an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Das teilte der britische Staatsminister Michael Gove am Samstag bei einer Pressekonferenz in London mit. Es soll sich Medienberichten zufolge um das bisher jüngste Opfer der Corona-Pandemie in Großbritannien handeln. Das britische Gesundheitsministerium verzeichnete am Samstag mit 708 Toten die bislang höchste Zahl an Todesfällen innerhalb eines Tages. Insgesamt starben bislang in britischen Krankenhäusern 4313 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19.

New York steuert auf Gipfelpunkt zu

18:30 Uhr: In der Corona-Krise steuert New York nach Einschätzung von Gouverneur Andrew Cuomo auf den Zenit zu. Auf Basis verschiedener Projektionen erwarte er dies in etwa einer Woche, sagte er am Samstag bei seiner täglichen Pressekonferenz. "Mir wäre lieber, der Gipfelpunkt wäre morgen. Ich will, dass das alles vorbei ist."

Im Bundesstaat New York mit rund 19 Millionen Einwohnern hätten sich bislang knapp 114.000 Menschen mit dem Erreger infiziert, sagte Cuomo. Das sind rund 10.000 mehr als noch am Freitag. 3.565 Menschen starben, mehr als 500 davon seit Freitag. Der Ostküstenstaat ist derzeit mit seinen Infizierten-Zahlen das Epizentrum der Coronavirus-Krise in den USA - auch weil dort deutlich mehr getestet wird als in anderen Bundesstaaten.

Walmart führt Einkaufs-Einbahnstraße ein

18:25 Uhr: Der größte US-Einzelhandelskonzern will mit neuen Maßnahmen die Verbreitung des Coronavirus verringern: Ab kommender Woche wird Walmart die Flure zwischen den Regalen als Einbahnstraßen markieren, damit es für Einkäufer leichter wird, engen Kontakt mit anderen Menschen zu vermeiden. Zudem wird der Einlass für die meist riesigen Walmarkt-Läden künftig auf etwa ein Fünftel der maximalen Kapazität begrenzt. Demnach sollen ab Samstag etwa pro 90 Quadratmeter Ladenfläche nur noch fünf Kunden erlaubt sein, wie das Unternehmen am Freitag (Ortszeit) erklärte. Mitarbeiter würden dafür am Eingang die Kunden abzählen und begrenzen, hieß es.

Innenminister: Mehrheit der Bürger in Bayern hält Corona-Regeln ein

17:47 Uhr: Trotz des frühlingshaften Wetters haben sich die Menschen in Bayern nach offiziellen Angaben weitgehend an die wegen der Corona-Epidemie geltenden Ausgangsbeschränkungen gehalten. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte am Samstag: "Die Polizei stellt fest, dass sich die allermeisten Bürger sehr gut an die Vorschriften halten."

Es habe keinen großen Ausflugsverkehr ins bayerische Oberland und nur sehr wenige Ausflügler und Touristen gegeben. Dennoch registrierte die Polizei etliche Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz, so etwa in München. Dort zeigte sie zwischen Freitag- und Samstagmorgen mehr als 230 Verstöße an.

Weiter viele Verstöße gegen Corona-Verordnung in Berlin

16:48 Uhr: Die Berliner Polizei verzeichnet weiterhin zahlreiche Verstöße gegen die Verordnung des Senats zur Bekämpfung der Coronavirus-Ausbreitung. Während einer 24-stündigen Kontrolle bis zum Samstagmorgen notierten die Beamten in der gesamten Stadt 30 Strafanzeigen und 79 Ordnungswidrigkeiten, wie eine Sprecherin mitteilte. "Es war die gesamte Bandbreite dabei."

Das sonnige Wetter lockte am Samstag viele Berliner in die zahlreichen Parks der Hauptstadt - jedoch meist mit ausreichend Sicherheitsabstand zueinander. Vor Bäckereien und Baumärkten bildeten sich zum Teil lange Warteschlangen. Der Berliner Senat hatte das seit dem 23. März geltende sogenannte Kontaktverbot am Donnerstag bis zum 19. April verlängert.

Bayern stoppt Aufnahme für Behinderteneinrichtungen

16:32 Uhr: Um die Ausbreitung des Coronavirus in bayerischen Behinderteneinrichtungen zu bekämpfen, herrscht dort seit Samstag ein Aufnahmestopp. "Menschen mit schweren Behinderungen können von schweren Krankheitsverläufen betroffen sein. Es ist wichtig, sie vor Ansteckungen zu schützen", teilten am Samstag die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml und Sozialministerin Carolina Trautner (beide CSU) mit. Ausnahmen seien möglich für Häuser, die neue Bewohner für 14 Tage in Quarantäne unterbringen können. Die Allgemeinverfügung gilt zunächst bis zum 19. April.

Großbritannien meldet mehr als 700 neue Corona-Todesfälle

16:01 Uhr: In Großbritannien ist die Zahl der Corona-Toten auf einen neuen Höchststand gestiegen: Es seien 708 neue Todesfälle binnen 24 Stunden registriert worden, teilte am Samstag das Gesundheitsministerium in London mit. Damit starben im Königreich insgesamt bereits mehr als 4.300 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19. Die Zahl der Corona-Infizierten stieg den offiziellen Angaben zufolge auf knapp 42.000. Die britische Regierung hatte im Kampf gegen die Corona-Pandemie restriktive Maßnahmen zunächst abgelehnt, weshalb sie heftig kritisiert wurde. Inzwischen gilt im ganzen Land aber eine Ausgangssperre.

Ausgangssperre in Spanien wegen Coronakrise verlängert

15:53 Uhr: In dem von der Corona-Pandemie schwer getroffenen Spanien wird die Ausgangssperre für die Bevölkerung nochmals verlängert. Regierungschef Pedro Sánchez gab am Samstag im Fernsehen die Verlängerung um zwei Wochen bis zum 25. April bekannt. Das Kabinett werde am Dienstag dazu die Zustimmung des Parlaments beantragen. Notfallmaßnahmen und die Ausgangssperre gelten seit dem 14. März.

Weitere Absperrung hält Paare und Freunde an Deutsch-Schweizer Grenze auf Distanz

15:11 Uhr: Eine zweite Absperrung hält Paare und Freunde an der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz in Konstanz am Bodensee jetzt auf Abstand. Auf Schweizer Seite sei ein weiterer Zaun aufgestellt worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Samstag. Dort stehen nun zwei Drahtgitterzäune, wie man sie von Baustellenabsperrungen kennt - zwischen ihnen ist ein etwa zwei Meter breiter Abstand.

An den vergangenen Tagen hatten sich viele Paare an der Grenze getroffen und über die provisorische Absperrung hinweg direkten Kontakt aufgenommen. Händchenhalten, Umarmungen und Küssen sind jetzt nicht mehr möglich. Wenn ein Partner in Deutschland wohnt und der andere in der Eidgenossenschaft, ist eine Fahrt zum Freund oder der Freundin derzeit ausgeschlossen. Besuchsreisen über die Grenze sind wegen der Coronavirus-Pandemie aktuell nicht erlaubt. Zuvor war die grüne Grenze am Bodenseeufer normalerweise offen für Fußgänger und Fahrradfahrer.

Mann wegen Demo-Aufrufs gegen Corona-Auflagen vorläufig festgenommen

14:30 Uhr: Weil er im Internet zu einer Demonstration gegen die Ausgangsbeschränkungen aufgerufen haben soll, hat die Polizei einen Mann aus dem baden-württembergischen Weinheim festgenommen. Mit der Demonstration, bei der sich viele Menschen in der Öffentlichkeit versammelt hätten, habe der Mann nach den aktuellen Regelungen zur Eindämmung der Coronakrise zu einer Straftat aufgerufen, erklärte ein Sprecher der Polizei am Samstag. Ohne die Corona-Auflagen wäre der friedliche Protestmarsch kein Problem gewesen.

Über den Anbieter des Internetportals machten die Ermittler schließlich den 32-Jährigen ausfindig. Bei der Wohnungsdurchsuchung am Freitag hatten die Beamten Datenträger, drei Laptops, Festplatten, ein Tablet und ein Smartphone sichergestellt, die nun ausgewertet werden sollen. Der 32-Jährige kam nach der vorläufigen Festnahme wieder auf freien Fuß.

Mehr als 1.150 Corona-Tote in Deutschland

13:17 Uhr: In Deutschland sind bis Samstagvormittag mehr als 85.559 Infektionen (Vortag Stand 11:00 Uhr: mehr als 80.500 Infektionen) mit dem Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 20.900 nachgewiesenen Fällen und mindestens 327 Toten und Nordrhein-Westfalen mit mehr als 18.500 Fällen und mindestens 224 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 160,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 102,9.

Mindestens 1.154 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 1.022) mit SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Wirtschaftsverbände fordern offene Grenzen für Warenverkehr

13:13 Uhr: Angesichts von Grenzkontrollen innerhalb der Europäischen Union wegen der Corona-Pandemie fordern Wirtschaftsverbände, den freien Warenverkehr sicherzustellen. "Um auch in der Coronakrise eine breite Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln aufrechtzuerhalten, ist es unerlässlich, die Grenzen innerhalb der Europäischen Union offenzuhalten", sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, einer Mitteilung vom Samstag zufolge. "Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit, die Verbreitung des Virus einzudämmen, müssen andere Wege gefunden werden, als die Binnengrenzen der EU zu schließen und damit möglicherweise Lieferketten zu gefährden."

Der Verband unterstütze deshalb eine Initiative der Europäischen Bewegung (EBD), über die zuvor die "Süddeutsche Zeitung" (Samstag) berichtet hatte. Der EBD gehören nach eigenen Angaben 252 Mitgliedsorganisationen aus Gesellschaft und Wirtschaft an.

Corona-Zahlen in Spanien stabilisieren sich

12:33 Uhr: In Spanien stabilisieren sich die Zahlen der Coronakrise drei Wochen nach Beginn der strikten Ausgehsperre weiter. Die Zuwachsrate der Neuinfektionen ging bis Samstagmittag erneut zurück und lag bei weniger als sechs Prozent. Insgesamt wurden rund 7.000 neue Ansteckungen nachgewiesen, die Gesamtzahl belief sich auf mehr als 124.700, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Gleichzeitig wurden den amtlichen Angaben zufolge fast 4.000 an COVID-19 erkrankte Patienten innerhalb eines Tages als genesen entlassen. Damit sind schon mehr als 34.000 Betroffene wieder gesund. Auch die Zahl der Todesfälle ging zurück. Dennoch wurden innerhalb von 24 Stunden zum achten Mal in Folge mehr als 800 Tote verzeichnet. Die Gesamtzahl belief sich auf rund 11.700. Das waren 809 mehr als am Freitag. Besonders stark betroffen sind weiterhin die Regionen Madrid und Katalonien.

Giffey: Mehr häusliche Gewalt vor allem in Städten

11:48 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sieht vor allem in den Städten die Gefahr einer Zunahme häuslicher Gewalt im Zuge der Coronakrise. "Aus den Ländern bekommen wir unterschiedliche Rückmeldungen. Es gibt offensichtlich ein Stadt-Land-Gefälle", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Aus ländlichen Regionen, wo es mehr Möglichkeiten gebe, raus zu gehen und wo Menschen nicht so sehr auf engem Raum lebten, sei das Konfliktpotenzial nicht so hoch. "Dort hören wir noch nicht von zusätzlichen Fallzahlen", sagte Giffey. Bereits in der vergangenen Woche habe sie aber aus Berlin die Rückmeldung bekommen, dass die Anzeigen wegen häuslicher Gewalt um zehn Prozent gestiegen seien.

Beim Hilfetelefon "Nummer gegen Kummer" gebe es einen Anstieg der Anrufe um mehr als 20 Prozent, sagte die Ministerin "Zeit Online". "Es rufen sowohl mehr Kinder als auch mehr Eltern an." Ein Teil des Zuwachses könne auch dadurch begründet sein, dass man massiv für die Nummer geworben habe. Kinder- und Jugendliche, die Hilfe suchen, können sich an die deutschlandweite kostenfreie Nummer 116 111 wenden. Für Mütter, Väter oder Großeltern gibt es die 0800 111 0550. Die Beraterinnen und Berater verstehen sich als "erster Ansprechpartne" und vermitteln bei Bedarf Kontakt zu weiteren Hilfsangeboten vor Ort.

Altmaier: Jeder Arbeitnehmer soll in Coronakrise Atemschutzmaske erhalten

11:11 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat in der Coronakrise Atemschutzmasken für alle Arbeitnehmer gefordert. "Jeder Arbeitnehmer sollte, wenn er das möchte, die Chance haben, eine solche Maske zu tragen", sagte Altmaier der Internetsendung "Bild Live" am Freitag. Deutschland müsse sich darauf einstellen, "dass wir sehr viel mehr Masken brauchen werden - nämlich nicht nur die medizinischen Masken für die Ärzte, für das Pflegepersonal in den Krankenhäusern, in den Altenheimen, in den Pflegeheimen, sondern eben auch im Alltag, in den Betrieben, in den Werkstätten."

Altmaier sagte zur Begründung: "In Südkorea hat man sehr früh auf das Tragen von Masken gesetzt. Und es hat offenbar funktioniert." Wenn man das Beispiel Südkorea auf Deutschland umlege, "dann würden wir etwa für zwei Monate anderthalb Milliarden Masken benötigen". Das sei zwar "sehr, sehr viel", doch "ein Land wie Deutschland kann das stemmen".

"Das können wir uns vornehmen", sagte Altmaier. Der Wirtschaftsminister rechnet nach eigenen Angaben auch nicht mit einem baldigen Ende der Einschränkungen. "Vorsichtsmaßnahmen werden wir mindestens so lange brauchen, bis Impfstoff da ist."

Versicherer kommen Kunden in Coronakrise entgegen

10:36 Uhr: Große Versicherer kommen ihren Kunden in der Coronakrise entgegen. Der Marktführer Allianz erweitert in mehreren Bereichen den Umfang seiner Policen und will sich bei Zahlungsschwierigkeiten seiner Kunden kulant zeigen. "Die Botschaft ist: Wir sind da", sagte Bernd Heinemann, Vorstandsmitglied der Allianz Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur in München.

Das Münchner Unternehmen hat in Deutschland mehr als 20 Millionen Kunden, Nummer zwei ist die Generali-Gruppe mit 10 Millionen. Der italienische Konzern richtet einen Nothilfefonds in Höhe von 30 Millionen Euro ein, der vor allem für Firmenkunden und "junge Geschäftspartner" gedacht ist, wie das Unternehmen mitteilte. Auch der größte öffentliche Versicherer in Deutschland, der Konzern Versicherungskammer, will einer Kundengruppe besonders entgegenkommen: Gastronomen und Hoteliers, wie das Münchner Unternehmen mitteilte.

Bayern nimmt zehn Corona-Patienten aus Frankreich auf

10:01 Uhr: Bayern will in der Coronakrise zehn schwerkranke COVID-19-Patienten aus der französischen Hauptstadt Paris zur Behandlung aufnehmen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Samstag bei Twitter mit. Er habe der französischen Botschafterin Unterstützung zugesagt. "In der Not helfen Freunde", schrieb Söder. "Europa muss zusammenstehen." Seit vergangenen Sonntag hat Bayern bereits zehn Corona-Patienten aus Italien zur medizinischen Versorgung aufgenommen.

16 Tote nach Konsum von vermeintlichem Corona-Schutz-Getränk in Peru

09:20 Uhr: Es sollte angeblich gegen eine Infektion mit dem Coronavirus helfen: Weil sie als Heilmittel propagierten gepanschten Alkohol tranken, sind in einer abgelegenen Gegend Perus mindestens 16 Menschen gestorben. Die Patienten seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem sie den Alkohol im Glauben getrunken hätten, dieser schütze sie vor einer Infektion mit dem Coronavirus, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Andina am Freitag unter Berufung auf die örtlichen Gesundheitsbehörden.

Die Patienten aus der Andenregion Huancavelica wiesen demnach Vergiftungssymptome auf. Die Polizei habe die alkoholischen Getränke beschlagnahmt, die in "einem Etablissement zweifelhaften Rufs" verkauft worden seien.

China gedenkt der Coronavirus-Toten mit drei Schweigeminuten

08:45 Uhr: China hat mit drei Schweigeminuten der Toten durch das Coronavirus gedacht. Landesweit heulten am chinesischen Totengedenktag am Samstag um 10:00 Uhr Ortszeit (04:00 Uhr MESZ) die Sirenen. Auch hupten Autos und Schiffe ließen ihre Hörner ertönen. In Peking blieben die U-Bahnen für drei Minuten stehen. Die Menschen auf den Straßen chinesischer Metropolen hielten inne und trauerten um die Opfer. Die Nationalflaggen auf öffentlichen Gebäuden und in chinesischen Botschaften weltweit wehten auf halbmast.

Karliczek warnt vor Senkung der Standards in der Forschung

07:39 Uhr: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat vor einer Herabsetzung von Standards in der Corona-Forschung gewarnt, um Medikamente oder Impfstoffe schneller fertigzustellen. "Wir tun jetzt alles, was möglich ist. Wir können es aber nicht verantworten, unabdingbare Standards abzusenken", sagte die CDU-Politikerin den
Partnerzeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (Samstag). "Bei der Impfstoffentwicklung bleiben Wirksamkeit und Sicherheit die Richtschnur. Risiko und Nutzen müssen immer wieder vor diesem Hintergrund abgewogen werden."

Karliczek fügte an: "Wir haben die Hoffnung, dass ein Impfstoff, mit dem breitere Teile der Bevölkerung geschützt werden können, Ende des Jahres, Anfang nächsten Jahres zur Verfügung steht. In der Medikamentenforschung könnte es etwas schneller gehen, wenn es um den Einsatz schon vorhandener Medikamente geht." Das sei aber - dank des Netzwerkes Cepi - noch relativ schnell. "Normalerweise dauert es von der Entwicklung eines Impfstoffes bis zur Zulassung ungefähr zehn Jahre."

Staatliche Museen: Massive Verluste

07:30 Uhr: Die Staatlichen Museen zu Berlin rechnen mit massiven Einbrüchen bei den Einnahmen durch die Coronakrise. "Wenn wir von den Vorjahreszahlen ausgehen, hätten die Staatlichen Museen zu Berlin einen Einnahmeverlust von etwa zwei Millionen Euro pro Monat für alle Häuser", sagt Vize-Generaldirektorin Christina Haak der dpa in Berlin. Konkrete Berechnungen der aktuellen Verluste gibt es noch nicht.

Zu den Staatlichen Museen zählen 13 Sammlungen in 19 Häusern. Allein die als Weltkulturerbe ausgewiesene Museumsinsel im Zentrum Berlins besuchten zuletzt jährlich gut drei Millionen Menschen.

US-Regierung kündigt Kostenübernahme für nichtversicherte Corona-Patienten an

02:36 Uhr: Die US-Regierung will die Behandlungskosten für Bürger ohne Krankenversicherung übernehmen, die sich mit dem Coronavirus infizieren. In dem vom Kongress verabschiedeten Nothilfepaket zur Bekämpfung der Pandemie seien dafür 100 Milliarden Dollar enthalten, teilte Gesundheitsminister Alex Azar am Freitag mit. In den USA haben mindestens 27,5 Millionen Bürger keine Krankenversicherung.

Hinzu kommen etwa zehn Millionen Menschen, die in den vergangenen beiden Wochen arbeitslos wurden und somit ihren Krankenversicherungsschutz verloren. Der Vorgänger von US-Präsident Donald Trump, Barack Obama, hatte das nach ihm benannte Gesundheitssystem Obamacare eingeführt, das vielen Millionen US-Bürgern erstmals eine Krankenversicherung ermöglichte. Trump will diese Reform rückgängig machen.

Gesundheitsexperten warnen davor, dass sich viele US-Bürger aus Angst vor den Kosten nicht behandeln ließen, wenn sie sich mit dem Coronavirus infiziert hätten. So gefährdeten sie nicht nur ihr eigenes Leben, sondern würden das Virus auch weiterverbreiten.

Mehr als 1.000 Coronavirus-Tote in den USA binnen 24 Stunden

01:51 Uhr: In den USA ist die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit COVID-19 innerhalb von 24 Stunden um mehr als 1.000 angestiegen. Die Opferzahl lag am Freitagabend (Ortszeit) nach Daten der Johns-Hopkins-Universität bei 7.087 - nach 5.949 am Abend zuvor. Diesen Angaben zufolge sind in den USA inzwischen mehr als 275.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nach den Daten der Universität sind die USA das am stärksten betroffene Land weltweit.

Nach den laufend aktualisierten Berechnungen des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle, auf die auch das Weiße Haus Bezug genommen hat, wird der Höhepunkt der Pandemie in den USA am 16. April erwartet - mit dann mehr als 2.600 Toten an diesem Tag. IHME prognostiziert, dass zum Höhepunkt der Krise Mitte des Monats mehr als 87.000 Krankenhausbetten in den USA fehlen werden, darunter fast 20.000 auf Intensivstationen.

Trump: Wahltermin bleibt unverändert

01:19 Uhr: US-Präsident Donald Trump will trotz der Coronavirus-Pandemie nicht an dem Termin für die Präsidentschaftswahl im Herbst rütteln. "Die Wahl wird am 3. November stattfinden", sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) im Weißen Haus in Washington. Ein Journalist hatte gefragt, ob angesichts der Verschiebung diverser Vorwahlen in den USA auch eine Änderung der Pläne für den Wahltermin im Herbst denkbar sei.

Trump wies das ebenso zurück wie die Forderung nach einer Ausweitung der Briefwahl angesichts der Corona-Krise. "Viele Menschen betrügen bei der Briefwahl", beklagte er. Es sei sicherer, wenn die Menschen mit einem Ausweis ins Wahllokal gingen.

Das Wahljahr in den USA ist durch die Ausbreitung des Coronavirus komplett aus den Angeln gehoben. Im März und April hätten diverse Vorwahlen angestanden. Doch wegen der Pandemie haben diverse Bundesstaaten ihre Abstimmungen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Teilnehmer des Freiwilligendienstes sollen in Coronakrise helfen

01:00 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will Teilnehmern der Freiwilligendienste unbürokratisch ermöglichen, sich im Corona-Kriseneinsatz zu engagieren. "Freiwillige, die ihren Dienst wegen der aktuellen Situation gerade nicht ausüben können, bekommen die Möglichkeit, unbürokratisch und schnell an eine andere Einsatzstelle zu wechseln - beispielsweise dahin, wo jetzt dringend Helfer gebraucht werden: in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder bei der Lebensmittelversorgung von Bedürftigen", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag).

Giffey kündigte an, dass in der kommenden Woche dazu eine Online-Plattform für die Freiwilligendienste frei geschaltet werde. Dem Familienministerium zufolge engagieren sich beim Bundesfreiwilligendienst derzeit etwa 39.000 Helfer, sogenannte Bufdis, wie es in dem Bericht heißt. Hinzu kämen rund 52.000 Jugendliche und junge Erwachsene, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) machten. Von diesen Freiwilligen arbeiteten etwa 25.000 bereits in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Rettungsstellen. Viele Einsatzstellen jedoch hätten ihren Betrieb wegen der Corona-Pandemie stark eingeschränkt oder ganz geschlossen.

Eine Verpflichtung, die Einsatzstelle zu wechseln, solle es nicht geben, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf das Ministerium.

Etwa 40.000 Reisende noch im Ausland

00:51 Uhr: Das Auswärtige Amt geht davon aus, dass sich in der Coronakrise aktuell noch mehr als 40.000 deutsche Reisende im Ausland befinden. Die Angaben beruhten auf Schätzungen, teilte das Ministerium der "Rheinischen Post" (Samstag) mit. Die meisten Deutschen sind demnach noch in Südafrika, Neuseeland und Peru.

Die deutsche Regierung sammelt derzeit wegen der Pandemie gestrandete Urlauber in aller Welt ein und bringt sie nach Hause. Insgesamt seien bislang 194.000 deutsche Touristen zurückgebracht worden, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas am Freitag nach Beratungen mit seinen 26 EU-Amtskollegen.

"Logistisch war das für alle Beteiligten ein Husarenstück", sagte Maas der Zeitung. Zwar sei das Krisenreaktionszentrum einiges gewöhnt. "Aber das Auswärtige Amt ist eben auch keine Fluggesellschaft, die so etwas jeden Tag auf die Beine stellt. Da hatten wir am Anfang eine steile Lernkurve", sagte der Außenminister. An manchen Tagen seien 20 Flugzeuge zugleich in der Luft gewesen, um deutsche Staatsbürger zurückzubringen.

Alle Meldungen vom Freitag, 3.April: Kursschwenk in den USA: Trump rät zum Tragen von Gesichtsmasken

23:50 Uhr: Die US-Regierung rät entgegen einer bisher geltenden Richtlinie nun auch zum Tragen von Gesichtsmasken als Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus. "Das ist freiwillig", sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) bei seiner täglichen Pressekonferenz im Weißen Haus. Er fügte hinzu: "Ich habe mich entschieden, es nicht zu tun." Die Empfehlung beziehe sich auf Masken aus Stoff, die man zum Beispiel zu Hause machen könne, nicht aber auf medizinische Schutzmasken. Diese müssten dem medizinischen Personal vorbehalten bleiben. Trump betonte, die neue Maßnahme ersetze nicht die bisher empfohlenen Schutzmaßnahmen, sondern ergänze sie.

Berlin: 300 Menschen versammeln sich vor Moschee

23:15 Uhr: Trotz Kontaktverbots wegen der Corona-Pandemie haben sich am Freitag vor einer Moschee in Berlin nach Polizeiangaben rund 300 Menschen versammelt. Dem Imam, dem Ordnungsamt und den Polizisten sei es nur zum Teil gelungen, die Menschen dazu zu bewegen, den vorgeschriebenen Abstand zu halten, wie die Polizei am Freitagabend twitterte. "Das Gebet wurde im Einvernehmen mit dem Imam vorzeitig beendet", hieß es. Die Verantwortlichen der Moschee sicherten der Polizei überdies zu, über die sozialen Medien nochmals darauf hinzuweisen, dass Gebetsrufen nicht durch persönliches Erscheinen gefolgt werden müsse und dass die Rufe bei erneuten Menschenansammlungen sofort beendet werden.

Klinikum in Dachau nimmt nur noch COVID-19-Patienten auf

23:05 Uhr: Wegen einer Häufung von Covid-19-Erkrankungen nimmt ein Klinikum in Dachau nur noch positiv auf das Coronavirus getestete Patienten auf. Alle anderen werden abgewiesen, wie die Sprecherin des Helios Amper-Klinikums Dachau am Freitagabend mitteilte. Die Zahl der infizierten Menschen steige im Landkreis Dachau - und auch in der Klinik. Wie viele Covid-19-Patienten aktuell dort behandelt werden, teilte die Sprecherin nicht mit. Man versorge derzeit Covid-19-Patienten "aller Schweregrade".

Corona-Test für jeden in unmittelbarer Nähe von Trump und Pence

22:24 Uhr: Das Weiße Haus verschärft die Maßnahmen, um die Gefahr einer Infektion von US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident Mike Pence mit dem Coronavirus einzudämmen. Jeder, von dem erwartet werde, dass er sich in unmittelbarer Nähe von Trump oder Pence befinde, werde getestet, teilte der stellvertretende Sprecher des Weißen Hauses, Judd Deere, mit. Die Maßnahme gelte von Freitag an. Damit solle auch festgestellt werden, ob die betroffenen Personen womöglich das hochansteckende Virus in sich trügen, ohne Symptome zu zeigen.

Frankreich: 588 Tote innerhalb von 24 Stunden

21:40 Uhr: In Frankreich ist die Zahl der Covid-19-Opfer weiter drastisch angestiegen. Innerhalb von 24 Stunden seien 588 neue Todesfälle gemeldet worden, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Freitagabend in Paris. Seit dem 1. März seien mindestens 6.507 infizierte Menschen gestorben, davon 5.091 im Krankenhaus, 1.416 in Altenheimen und anderen sozialen Einrichtungen. Auch die Zahl der Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen, ist von knapp 6.400 auf 6.662 angestiegen, 35 Prozent seien unter 60 Jahren, wie er erklärte.

Mehr als 85.100 Corona-Nachweise in Deutschland, 1.150 Tote

21:25 Uhr: In Deutschland sind bis Freitagabend mehr als 85.100 Infektionen (Vortag Stand 20.00 Uhr: mehr als 79.400) mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 20 900 nachgewiesenen Fällen und mindestens 327 Toten und Nordrhein-Westfalen mit mehr als 18 500 Fällen und mindestens 224 Toten.

Mindestens 1150 (Vortag Stand 20.00 Uhr: 1001) mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben.

Türkei: 69 Tote in 24 Stunden, Ausgangsverbot für junge Leute

21:20 Uhr: In der Türkei sind offiziellen Angaben zufolge innerhalb der vergangenen 24 Stunden weitere 69 Menschen mit Corona-Infektion gestorben. Damit sei die Gesamtzahl dieser Toten auf 425 gestiegen, teilte Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Freitagabend mit. Zudem seien 2786 weitere Menschen positiv getestet worden - die Zahl der offiziell gemeldeten Fälle stieg damit auf 20.921. In der Türkei mit ihren rund 83 Millionen Einwohnern sind bisher 141 716 Tests durchgeführt worden.

Präsident Recep Tayyip Erdogan wandte sich am Abend erneut an die Nation. Nach den Senioren ab 65 Jahren und den chronisch Kranken erteilte er nun auch den Unter-20-Jährigen ein Ausgangsverbot. Das solle ab Mitternacht gelten. Er erklärte auch das Maskentragen an belebten Orten wie Märkten oder in Geschäften für verpflichtend. Außerdem sollten in 31 Städten vorerst für 15 Tage Autos weder ein noch aus fahren dürfen.

Erste Beatmungsgeräte werden nächste Woche verteilt

20:15 Uhr: Die ersten zusätzlich vom Bund bestellten Beatmungsgeräte zur Behandlung von Covid-19-Patienten sollen in der kommenden Woche ausgeliefert werden. In einem Schreiben des Bundesgesundheitsministeriums, das am Freitag an die Abgeordneten von Union und SPD ging, heißt es, bis zum kommenden Mittwoch sei geplant, "in einer ersten Tranche mehrere hundert Geräte an die Länder zu verteilen". Durch die frühzeitige Auftragsvergabe seitens des Bundes seien "Kontingente auf einem mittlerweile sehr umkämpften Weltmarkt gesichert" worden.

Das Ministerium habe Verträge mit mehreren Anbietern über den Kauf von mehr als 20.000 Beatmungsgeräten geschlossen. Da diese größtenteils noch produziert werden müssten, "laufen sie über mehrere Monate verteilt zu".

Sommersemester soll überall stattfinden

20:00 Uhr: Das Sommersemester an den Hochschulen soll in diesem Jahr trotz Corona-Krise in ganz Deutschland stattfinden. Darauf haben sich nach Angaben der Hamburger Bildungsverwaltung die Wissenschaftsministerien der Bundesländer verständigt. Man habe sich auf einen gemeinsamen Rahmen für die Ausgestaltung des Sommersemesters geeinigt. Der Lehr- und Forschungsbetrieb solle so weit möglich stattfinden, hieß es in einer Mitteilung am Freitag.

USA: 250.000 Infektionen und 6000 Tote, rund 35.000 Soldaten im Coronavirus-Einsatz

19:05 Uhr: In den USA gab es bis Freitagmittag (Ortszeit) der Universität Johns Hopkins zufolge rund 250.000 bekannte Infektionen und mehr als 6000 Todesfälle. Über 100.000 Infektionen und fast 3.000 Todesfälle verzeichnet der besonders schwer betroffene Bundesstaat New York.

Aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung hat New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio die Bevölkerung der Millionenmetropole zum Tragen von Mundschutz aufgefordert. "Es kann ein Schal sein, es kann etwas sein, was man selbst macht, es kann ein Tuch sein." Masken, die beispielsweise Krankenschwestern und Ärzte benutzen, sollten nicht verwendet werden, da diese an anderer Stelle dringender gebraucht würden.

Inzwischen sind rund 35.000 Soldaten für den Kampf gegen das neuartige Coronavirus im Einsatz. Etwa 19.700 Soldaten der Nationalgarde unterstützen örtliche Behörden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, erklärte das Verteidigungsministerium am Freitag. Weitere 15.000 Soldatinnen und Soldaten der Streitkräfte seien im Auftrag der Katastrophenschutzbehörde Fema damit befasst, Feldlazarette in besonders betroffenen Gebieten zu errichten, hieß es.

In Italien stabilisiert sich die Fallzahl

19:00 Uhr: Obwohl die Zahl neuer Todesfälle weiterhin hoch blieb, stabilisiert sich die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Zahl der Menschen im Land, die sich nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizierten, stieg am Freitag im Vergleich zum Vortag um vier Prozent. Das ist in etwa die gleiche Steigerungsrate wie an den Tagen zuvor. Die Hoffnung besteht, dass die Kurve demnächst nach wochenlangen Ausgangssperren endlich absinkt. Registriert sind nun insgesamt 119.827 erkannte Infektionen - es wird allerdings mit einer immens hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle gerechnet. 766 Tote mit nachgewiesener Infektion kamen innerhalb eines Tages hinzu, insgesamt sind es nun 14.681, wie der Zivilschutz am Freitag mitteilte.

Experten gehen davon aus, dass Italien das Plateau der Ansteckungswelle erreicht haben könnte. "Auch heute ist der Trend in positiver Richtung geblieben", sagte der Präsident der besonders betroffenen Region Lombardei, Attilio Fontana. "In den kommenden Tagen sollte das Absinken beginnen."

Peru: Männer und Frauen dürfen wegen Corona nicht mehr gemeinsam raus

18:55 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie dürfen Männer und Frauen in Peru nicht mehr am selben Tag ihre Häuser verlassen. Künftig können sich Männer am Montag, Mittwoch und Freitag draußen bewegen und Frauen am Dienstag, Donnerstag und Samstag. Sonntags gilt eine generelle Ausgangssperre. Die neue Verordnung zur Vermeidung sozialer Kontakte trat am Freitag in Kraft. Panama hatte zuletzt eine ähnliche Regelung eingeführt.

Im größten Teil Perus gilt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 18.00 Uhr und 05.00 Uhr. Zudem dürfen die Peruaner nur das Haus verlassen, um Lebensmittel oder Medikamente zu kaufen. Bislang haben sich in Peru 1.414 Menschen nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert, 55 Patienten starben.

Laschet gegen Mundschutzpflicht: "Ich halte das nicht für geboten"

17:22 Uhr: Trotz steigender Corona-Infektionszahlen lehnt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) eine Mundschutzpflicht ab. "Wer Mundschutz tragen will, kann das tun", sagte er am Freitag in einer Sondersendung der NRW-Lokalradios.

"Die Frage ist nur, ob wir jetzt erneut, per Pflicht, bei 80 Millionen Menschen anordnen, dass man Mundschutz tragen muss und dann noch kontrolliert und Bußgelder ausstellen muss, wenn man den Mundschutz nicht anhat", wandte er ein. "Ich halte das nicht für geboten."

Mit dem Mundschutz hatte Laschet auch schon zuvor gefremdelt: Zu Beginn der Woche hatte der Regierungschef für Spott im Internet gesorgt, nachdem er sich in der Uniklinik Aachen mit einem Mundschutz gezeigt hatte, der seine Nase frei ließ.

Schleswig-Holstein beschließt Bußgeldkatalog für Corona-Verstöße

16:54 Uhr: Bei Verstößen gegen Verbote zur Eindämmung des Coronavirus gilt jetzt auch in Schleswig-Holstein ab sofort ein Bußgeldkatalog.

Die Landesregierung beschloss dies am Freitag in Kiel bei einer Video-Kabinettssitzung, wie Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) mittelte. Die Sanktionen sollen dazu beitragen, dass die Schutzmaßnahmen noch besser von den Menschen eingehalten werden und so die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verlangsamt wird.

Auch in Hamburg trat am Freitag ein solcher Bußgeldkatalog in Kraft. Andere Bundesländer hatten schon früher konkrete Sanktionen eingeführt.

Die Opposition begrüßte den Bußgeldkatalog, ebenso die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Es sei richtig, einen Bußgeldkatalog landeseinheitlich festzulegen, sagte SPD-Fraktionschef Ralf Stegner.

Das werde nicht bedeuten, dass die Polizei nun martialisch vorgehen werde. Sie mache einen hervorragenden Job. Die allermeisten Menschen hielten sich ohnehin an die Bestimmungen, sagte Stegner.

Der GdP-Landesvorsitzende Torsten Jäger betonte: "Polizei und Ordnungsbehörden brauchen eine klare und verstehbare Handlungsleitlinie." Leider funktioniere Überwachung nicht nur durch Überzeugung. "Wir brauchen auch deutliche und abschreckende Sanktionsmöglichkeiten."

Coronakrise: Fast 200.000 Deutsche aus dem Ausland zurückgebracht

16:09 Uhr: Die deutsche Regierung sammelt in der Coronakrise weiter gestrandete Urlauber in aller Welt ein und bringt sie nach Hause. In Neuseeland saßen zuletzt noch die meisten deutschen Reisenden fest.

Jetzt konnte dort das zwischenzeitlich gestoppte Rückholprogramm wieder starten. Insgesamt seien bislang 194.000 deutsche Touristen zurückgebracht worden, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas am Freitag nach Beratungen mit seinen 26 EU-Amtskollegen. Künftig wollen die EU-Staaten bei der Rückholung von im Ausland gestrandeten Urlaubern enger zusammenarbeiten.

Man habe sich darauf verständigt, "dass wir die Daten und die Flüge, die wir buchen, noch enger miteinander abstimmen", sagte der SPD-Politiker. Bürger anderer europäischer Länder sollten so in den Flugzeugen eines anderen Staates mitfliegen.

Deutschland habe bei den Rückholaktionen wegen der Corona-Pandemie schon jetzt mehr als 3.000 Bürger anderer EU-Staaten mitgenommen.

Da inzwischen die meisten Pauschalreisenden wieder in Deutschland seien, gehe es jetzt um weiter entfernte Länder oder Staaten, bei denen es komplizierter werde, so Maas.

"Aber es wird auch Fälle geben, wo jemand im kolumbianischen Urwald ist oder auf den Philippinen auf einer Insel sitzt, wo aufgrund der Ausgangssperre keinerlei Fortkommen mehr möglich ist. Um diese Fälle kümmern wir uns auch." Es könne aber nicht garantiert werden, dass jeder Einzelfall gelöst werde.

Dort, wo es bislang die größten Probleme gegeben habe, hätten die Rückholflüge nun begonnen, sagte Maas und nannte Neuseeland, Indien und Südafrika.

Quarantäne in Tirol: 121 Deutsche dürfen Sölden verlassen

15:20 Uhr: Die deutsche Botschaft in Wien hat 121 Deutschen die Ausreise aus der Quarantäne im österreichischen Wintersportort Sölden ermöglicht.

Wie die Botschaft am Freitag mitteilte, wurde die Gruppe nach einem Medizincheck in Privatwagen und in von der Botschaft bereitgestellten Bussen zum Grenzübergang Scharnitz/Mittenwald geleitet.

"Nach der unverzüglichen Rückkehr an ihren Heimatort müssen sich die Deutschen bei den zuständigen Gesundheitsämtern melden und in eine 14-tägige Heimquarantäne begeben", teilte die Botschaft mit.

Sölden steht wegen der Coronavirus-Pandemie seit dem 17. März unter Quarantäne. Daher durften die mehr als 100 Deutschen den Ort nicht verlassen. Da die Quarantäne inzwischen bis zum 13. April verlängert wurde, setzte sich die deutsche Botschaft für eine Möglichkeit der vorzeitigen Ausreise ein.

Bei den 121 deutschen Staatsbürgern handelte es sich vor allem um ehemalige Beschäftigte der Tourismusbranche. Bereits am Montag waren rund 300 Deutsche aus St. Anton und dem Paznauntal gebracht worden.

Dortmunder Fußball-Stadion wird zum Corona-Behandlungszentrum

15:01 Uhr: Das größte Fußball-Stadion in Deutschland wird ab Samstag zum Behandlungszentrum gegen das Coronavirus.

Die Nordtribüne des Dortmunder Signal-Iduna-Parks wurde nach Angaben von Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund vom Verein und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) entsprechend umgebaut. Das Zentrum ist täglich von 12.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. In der Fußball-Bundesliga ruht wegen der Pandemie aktuell der Ball.

"Unser Stadion ist das Aushängeschild der Stadt, für fast jeden in Dortmund und Umgebung ein Fixpunkt und durch seine technischen, infrastrukturellen und räumlichen Bedingungen der ideale Ort, um gerade jetzt Menschen aktiv zu helfen, die potenziell vom Corona-Virus infiziert sind bzw. über entsprechende Beschwerden wie Atemwegserkrankungen und Fieber klagen", erklärten die Dortmunder Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Carsten Cramer in einer Mitteilung: "Es ist unsere Pflicht und unser Wunsch, alles in unserer Macht stehende dafür zu tun, dass diesen Menschen geholfen wird."

Spahn: Aufbau von hiesiger Maskenproduktion unterstützen

14:42 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will angesichts der Coronavirus-Epidemie den Aufbau der heimischen Produktion von Schutzmasken vorantreiben.

"Das was geht, kaufen wir von ausländischen Herstellern", sagte Spahn am Freitag nach dem Besuch des zentralen Umschlaglagers im thüringischen Apfelstädt für die vom Bund beschaffte medizinische Schutzausrüstung.

"Aber die Epidemie und die Entwicklung der vergangenen Wochen zeigt auch, dass wir auf Dauer nicht so abhängig sein sollten vom internationalen Markt." Dieser sei hart umkämpft.

Die Bundesregierung habe deshalb ein Angebot an die heimische Wirtschaft gemacht und wolle diese beim Aufbau der Schutzmaskenproduktion unterstützen. Es gehe dabei um eine Sicherheit bei Abnahme und Preis. Derzeit liefen Gespräche mit Unternehmen aus dem Maschinenbau und der Textilindustrie.

Über das Lager in Apfelstädt wurden nach Ministeriumsangaben von Mitte März bis Ende dieser Woche knapp 37 Millionen FFP-Mundschutze und OP-Masken an die Bundesländer verteilt. Das sei eine Entlastung, aber reiche abschließend noch nicht aus, sagte Spahn.

Diebe stehlen 1.800 hochwertigere FFP2-Atemmasken aus Lagerhalle in Ludwigshafen

13:50 Uhr: Mitten in der Coronakrise haben Diebe aus einer Lagerhalle in Ludwigshafen 1.800 Atemmasken gestohlen. Wie die Polizei in der rheinland-pfälzischen Stadt am Freitag mitteilte, handelte es sich dabei um Ausrüstung der besonders begehrten höherwertigen Schutzklasse FFP2, die im Gesundheitssystem und anderen sensiblen Bereichen derzeit dringend benötigt wird.

Die Unbekannten entwendeten demnach drei Kartons mit den Masken, deren Wert sich laut Polizei auf insgesamt 12.000 Euro beläuft. Den Masken fehlten demnach allerdings Ventile.

Die Tat ereignete sich bereits im Laufe des vergangenen Wochenendes zwischen Freitagnachmittag und Montagmorgen im Lager einer Firma. Genaueres war unbekannt. Die Polizei bat um Hinweise von möglichen Zeugen.

Greta Thunberg streikt wegen Coronakrise weiter online

13:31 Uhr: Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg demonstriert wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie weiterhin nur online für mehr Klimaschutz.

Den vierten Freitag in Folge rief sie ihre Follower auf Twitter und Instagram dazu auf, angesichts der Coronakrise zu Hause zu bleiben und stattdessen in den sozialen Netzwerken größere Anstrengungen gegen die Klimakrise einzufordern.

"Handelt verantwortlich", schrieb die 17-Jährige zu einem Foto von sich, auf dem sie ein Blatt Papier mit der Aufschrift "Skolstrejk för klimatet" (Schulstreik fürs Klima) in die Höhe hielt. "Eure Taten können für andere den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen."

Thunberg war im Februar und Anfang März in verschiedene europäische Städte gereist und hatte unter anderem in Hamburg mit Zehntausenden Menschen für mehr Klimaschutz protestiert.

Nach ihrer Rückkehr nach Stockholm hatte sie sich in einer Mietwohnung selbst isoliert, weil sie wegen verschiedener Symptome damit rechnete, dass sie sich mit dem Virus angesteckt hat.

Getestet wurde sie aber nicht darauf, weil in Schweden nur dann Corona-Tests durchgeführt werden, wenn die betroffene Person medizinische Behandlung benötigt. Mittlerweile hat sich die 17-Jährige wieder erholt.

Erneut mehr als 900 Corona-Todesfälle in Spanien

13:13 Uhr: In Spanien sind erneut innerhalb von 24 Stunden mehr als 900 Menschen an der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Es seien 932 Todesfälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Madrid mit. Damit starben in dem Land bereits 10.932 Menschen an den Folgen des Coronavirus - das ist die weltweit zweithöchste Opferzahl nach Italien.

Allerdings machten die am Freitag vorgelegten Zahlen auch leichte Hoffnung auf eine Entspannung der Lage: Die Steigerungsrate bei den Neuinfektionen und auch bei den Todesfällen ging erneut nach unten.

Die Zahl der Neuinfektionen stieg auf knapp 118.000 - das war ein Plus von 6,8 Prozent gegenüber dem Vortag. Am Donnerstag hatte die Rate noch bei 7,9 Prozent gelegen, Mitte vergangener Woche waren es 20 Prozent.

Die tägliche Steigerungsrate bei den Todesfällen lag am Freitag bei 9,3 Prozent. Am Donnerstag, als ebenfalls mehr als 900 neue Todesfälle vermeldet wurden, waren es noch 10,5 Prozent. Ende März war die Rate sogar bis auf 27 Prozent gestiegen.

Institut: Haustiere spielen bei Corona-Verbreitung keine Rolle

13:06 Uhr: Haustiere wie Hunde und Katzen spielen nach Einschätzung deutscher Wissenschaftler keine relevante Rolle bei der Verbreitung des neuen Coronavirus.

Darauf gebe es bisher keine Hinweise, heißt es beim Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), das bundesweit Tierseuchen beobachtet. Je nach Tierart seien Ansteckungen durch Menschen nicht komplett auszuschließen.

Allerdings bedeute eine mögliche Infektion von Haustieren nicht automatisch, dass sich das Virus in den Tieren vermehren kann und von ihnen auch wieder ausgeschieden werde.

Die Hauptquelle für Ansteckungen mit dem Coronavirus sind nach wie vor Infektionen zwischen Menschen. Für Hunde und Katzen empfiehlt das FLI deshalb zunächst keine Maßnahmen wie Absonderung, Trennung oder Quarantäne.

Für Tierhalter generell, nun aber ganz besonders für Menschen mit Coronavirus-Infektionen, sei es wichtig, Hygieneregeln im Umgang mit ihrem Liebling zu beachten.

Dazu gehörten zum Beispiel Hände waschen und das Vermeiden von Anniesen oder Anhusten. Halter sollten sich von ihren Tieren auch nicht durch das Gesicht lecken lassen.

Es bestehe kein Grund dafür, Haustiere vorsorglich in Tierheimen abzugeben, betont das Institut. Selbst wenn ein Haustier positiv auf SARS-CoV-2 getestet werden sollte, bestehe kein Anlass, das Tier einzuschläfern.

USA fangen für Deutschland bestimmte Schutzmasken ab

12:23 Uhr: Die USA sollen eine Lieferung Schutzausrüstung für das Land Berlin aus China umgeleitet haben. Das berichtet der "Tagesspiegel" unter Berufung auf Berliner Sicherheitskreise.

Demnach habe das Bundesland bei einem in China produzierenden US-Hersteller Atemschutzmasken bestellt. Diese sollten an Einsatzkräfte und Pflegepersonal verteilt werden. "Die Ware soll dann auf dem Weg vom Hersteller nach Deutschland von den Amerikanern abgefangen und in die USA gebracht worden sein", schreibt der "Tagesspiegel".

Bereis am Donnerstag hatten die Präsidenten von drei französischen Regionen den USA vorgeworfen, für sie gedachte Lieferungen aus China aufgekauft zu haben. Die US-Regierung wies die Vorwürfe aus Frankreich zurück. "Die US-Regierung hat keine einzige Maske gekauft, die von China an Frankreich geliefert werden sollte", sagte ein US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Anderslautende Angaben seien "komplett falsch".

Angela Merkel kehrt ins Kanzleramt zurück

12:02 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Freitag nach zweiwöchiger Corona-Quarantäne ins Kanzleramt zurückgekehrt. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, hat sie ihre Geschäfte wieder persönlich in der Regierungszentrale aufgenommen. Selbstverständlich würden dort die bestehenden Abstandsregelungen beachtet. Gespräche mit anderen Regierungschefs führe sie per Telefon oder per Videoschalte. "Jetzt geht die Arbeit wieder aus dem Kanzleramt weiter", sagte Seibert.

Merkel hatte drei Corona-Test machen lassen, die alle drei negativ waren. Sie hatte aber zunächst die Dienstgeschäfte noch aus ihrer häuslichen Quarantäne wahrgenommen, um die übliche zweiwöchige Quarantäne einzuhalten. Merkel war dort seit dem 22. März, nachdem sie darüber unterrichtet worden war, dass sie am 20. März mit einem Arzt Kontakt hatte, der dann positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Der Mediziner hatte Merkel vorbeugend gegen Pneumokokken geimpft.

Söder sieht leicht positiven Trend bei Corona-Infektionen in Bayern

11:52 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht im Freistaat einen leicht positiven Trend bei den Infektionen mit dem Coronavirus. Die Zahl der Neuinfektionen sei auf 9,4 Prozent gesunken, sagte der CSU-Chef am Freitag in München. "Die Kurve flacht leicht ab."

Derzeit verdopple sich die Zahl der Infizierten nur noch in mehr als 6 Tagen. Vor den Schulschließungen habe sich die Zahl alle 2,5 Tage verdoppelt, sagte der Ministerpräsident. Daher sei eindeutig: Ohne die getroffenen Maßnahmen hätte sich die Situation dramatisch entwickelt.

In Bayern sind nach Angaben des Robert-Koch Instituts inzwischen 20.237 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Den Angaben zufolge sind bislang 307 Patienten gestorben, die mit dem Coronavirus infiziert waren.

RKI: Maßnahmen zeigen deutlich Wirkung - aber keine Entwarnung

11:26 Uhr: Die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie in Deutschland zeigen nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts messbar Wirkung.

Ein infizierter Mensch stecke seit einigen Tagen in Deutschland im Durchschnitt nur noch einen weiteren Menschen an, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag. Ein Grund zur Entwarnung sei das aber noch nicht.

Mehr als 80.000 Corona-Nachweise in Deutschland - 1.022 Tote

11:15 Uhr: In Deutschland sind bis Freitagvormittag mehr als 80.500 Infektionen (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 73.900) mit dem neuen Coronavirus registriert worden.

Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert dabei von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige Bundesländer ihre Zahlen auch nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 19.100 nachgewiesenen Fällen und mindestens 277 Toten und Nordrhein-Westfalen mit mehr als 18.500 Fällen und mindestens 220 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 146,5 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 96,9.

Mindestens 1.022 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 879) mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben.

Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

RKI warnt vor falscher Sicherheit durch Schutzmasken

10:12 Uhr: Bei einem Update zur Corona-Lage in Deutschland hat RKI-Präsident Lothar Wieler die Bevölkerung davor gewarnt, sich durch das Tragen von Schutzmasken in einer falschen Sicherheit zu wiegen. Bei unvorsichtigem Verhalten könnten die Masken sogar mehr Schaden bringen als sie nutzen würden.

Wie Wieler erklärte, "könnten" Stoff- oder Behelfsmasken dabei helfen, die Ansteckung anderer Menschen zu verhindern. Dies erscheine logisch, weil dadurch Tröpfchen zurückgehalten werden könnten.

Wissenschaftlich bewiesen sei diese Theorie aber nicht. Wieler betonte in diesem Zusammenhang, dass die Masken aber lediglich andere Personen vor einer Infektion durch den Träger schützen. "Man selber wird nicht vor der Übertragung geschützt mit solchen Masken", so der RKI-Präsident.

Deswegen sei es laut Wieler derzeit am wichtigsten, Abstand zu halten, sowie sich an die Hygieneregeln zu halten - mit oder ohne Maske. "Wer krank ist und Symptome hat, sollte unbedingt zu Hause bleiben."

Beim Tragen einer Maske sei wichtig, dass diese eng anliege und nach dem Gebrauch gewechselt werde. Zudem betonte Wieler, dass die Masken nicht ständig berührt werden dürften. Dadurch könnten sie kontaminiert werden.

Nach Angaben von Wieler seien in Deutschland bislang 1.017 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben. Das entspreche einer Sterberate von 1,2 Prozent. Dieser Wert habe sich demnach zuletzt erhöht. "Wir müssen davon ausgehen, dass mehr Menschen sterben und die Sterberate weiter ansteigt". Die bislang jüngste verstorbene Person sei 28 Jahre alt gewesen und habe eine Vorerkrankung gehabt.

Heil erwägt Anhebung des Kurzarbeitergeldes

09:40 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erwägt in der Coronavirus-Krise eine Anhebung des Kurzarbeitergeldes. Er werde mit Arbeitgebern und Gewerkschaften darüber reden, "ob wir das Kurzarbeitergeld noch einmal anheben können", sagte er der "Rheinischen Post" (Freitag) in Düsseldorf.

Zugleich stellte er eine mögliche Verlängerung in Aussicht: "Ihr habt die erleichterten Regeln für Kurzarbeit, mit denen wir Brücken über diese Krise bauen. Wenn es nötig ist, bauen wir die auch noch länger."

Das gewerkschaftsnahe Forschungsinstitut IMK hatte sich bereits am Donnerstag für eine Aufstockung von Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I ausgesprochen, um die Folgen der Corona-Pandemie einzudämmen.

Beschäftigte in Kurzarbeit erhalten 60 Prozent und in Haushalten mit Kindern 67 Prozent des entgangenen Nettoentgelts. In einigen Branchen und Betrieben gibt es tarifvertragliche Regelungen zur Aufstockung des Kurzarbeitergeldes.

Peru setzt in Coronakrise auf Geschlechtertrennung

08:02 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus setzt Peru auf die Geschlechtertrennung im öffentlichem Raum. Präsident Martín Vizcarra gab am Donnerstag bekannt, dass an bestimmten Wochentagen nur Männer ihre Häuser und Wohnungen verlassen dürfen, an anderen Tagen Frauen. Die gleiche Maßnahme war zuvor bereits in Panama verhängt worden.

In Peru dürfen bis 12. April die Männer nur am Montag, Mittwoch und Freitag außer Haus, die Frauen am Dienstag, Donnerstag und Samstag. Am Sonntag gilt ein Ausgangsverbot für beide Geschlechter.

Vizcarra kündigte an, dass Polizisten und Soldaten besondere Instruktionen erhalten sollten, um die Rechte von Transsexuellen und Homosexuellen zu respektieren. In Panama hat die Aufteilung der Ausgangstage zwischen Männern und Frauen Sorgen unter Transsexuellen ausgelöst. Sie befürchten, sie könnten aufgrund ihrer sexuellen Identität ins Gefängnis gesteckt werden.

Ähnliche Sorgen äußerte nun die peruanische Transsexuellen-Aktivistin Gahela Cari. Die Sicherheitskräfte seien jene im Land, die in der Vergangenheit die meisten Gewaltakte gegen Transsexuelle begangen hätten, sagte sie in einem Webvideo.

In Peru wurden bis Donnerstag insgesamt 1.414 Corona-Infektionsfälle verzeichnet. Die offizielle Zahl der Todesopfer der Pandemie lag in dem südamerikanischen Land bei 55.

Coronakrise: Labore in Deutschland arbeiten rund um die Uhr

07:01 Uhr: Während der Corona-Epidemie arbeiten zumindest einige Labore in Deutschland rund um die Uhr, damit so viele Menschen wie möglich auf das Virus getestet werden können. An sieben Tagen der Woche werden 24 Stunden am Tag Proben auf Sars-CoV-2 hin überprüft, wie es etwa aus Laboren in Köln und im sächsischen Plauen heißt.

Nach Angaben der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) werden bundesweit in 97 Laboren die entsprechenden Tests durchgeführt. Einer deutschlandweiten Laborabfrage des Robert-Koch-Instituts zufolge testeten Mitte März sogar mehr als 170 Labore in der Bundesrepublik Abstriche auf Sars-CoV-2. Rund 300.000 Corona-Tests werden ALM zufolge in den Laboren wöchentlich durchgeführt. Dem RKI zufolge waren es in der vergangenen Woche rund 350.000 Tests.

Ein Engpass an Arbeitsmaterialien bereitet den Laboren jedoch Schwierigkeiten. "Die Materialbeschaffung ist ein großes Problem", sagte Thomas Postina, Sprecher des Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL). Unter anderem würden die benötigten Chemikalien für die Tests sowie die Entnahmesets langsam knapp. Wegen des Engpasses sei es richtig, die Tests anhand der Kriterien des Robert-Koch-Instituts nach medizinischen Notwendigkeiten zu priorisieren, sagte Postina.

Spahn hofft im Kampf gegen Coronavirus auf Malaria-Medikament

6:58 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) richtet im Kampf gegen das Coronavirus Hoffnungen auf das Malaria-Medikament Resochin von Bayer. Es gebe "erste Hinweise", dass bestimmte Medikamente wie Resochin bei der Bekämpfung medizinisch schwerer Corona-Erkrankungsverläufe "zu helfen scheinen", sagte Spahn der Internetsendung "Bild Live" in einem am Freitag verbreiteten Interview.

Doch seien weitergehende Studien nötig, da jedes Arzneimittel Nebenwirkungen habe, betonte der Minister. Neben Resochin gebe es es noch andere Mittel, deren Wirksamkeit derzeit erforscht werde. Resochin ist der Bayer-Handelsname für den Wirkstoff Chloroquin, der schon seit langem gegen Malaria eingesetzt wird.

Spahn äußerte die Erwartung, dass ein wirksames Medikament "deutlich früher" auf den Markt kommen werde als ein Impfstoff. Die Entwicklung eines Serums sei "herausfordernder". Es könne zwölf Monate dauern, bis es einen Impfstoff gebe. Resochin sei hingegen seit Jahrzehnten bekannt. "Da kennen wir Wirkungen und Nebenwirkungen", sagte der Minister.

1.169 weitere Todesfälle in den USA gezählt - weltweiter Rekord

06:26 Uhr: In den USA ist die bislang weltweit höchste Zahl von Todesfällen durch das neuartige Coronavirus binnen 24 Stunden innerhalb eines Landes verzeichnet worden. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore wurden zwischen Mittwoch 20.30 Uhr US-Ostküstenzeit und der gleichen Uhrzeit am Donnerstagabend 1.169 weitere Todesfälle registriert. Der traurige Rekord war bislang von Italien mit 969 verzeichneten Corona-Toten am 27. März gehalten worden.

Insgesamt zählte die Johns-Hopkins-Universität bis Donnerstagabend 5.926 Todesopfer in den USA. Laut den Prognosen der US-Regierung könnten in den USA zwischen 100.000 und 240.000 Menschen an der von dem Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 sterben.

Die weltweit meisten verzeichneten Todesopfer der Pandemie gibt es aber weiterhin in Italien, gefolgt von Spanien und den Vereinigen Staaten. In Italien zählte die Johns-Hopkins-Universität 13.915 Corona-Tote, in Spanien 10.003.

In der Zahl der registrierten Corona-Infektionsfälle liegen die USA hingegen mit weitem Abstand weltweit vorn. Laut Johns-Hopkins-Universität stieg die Zahl der Ansteckungen im Land bis Donnerstagabend auf rund 244.600.

Der deutliche Anstieg der Infektionszahlen in den USA hängt auch damit zusammen, dass inzwischen deutlich mehr getestet wird. Laut US-Vizepräsident Mike Pence wurden inzwischen mehr als 1,3 Millionen Corona-Tests ausgeführt. Präsident Donald Trump sagte, täglich gebe es mittlerweile mehr als 100.00 Tests.

Am stärksten in den USA von der Pandemie betroffen sind die Stadt und der Bundesstaat New York. Nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden gibt es in New York City bereits mehr als 1.500 Corona-Tote. Die Zahl der dortigen Infektionsfälle stieg auf fast 50.000.

Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio appellierte am Donnerstag an die Einwohner der Stadt, sich das Gesicht zu bedecken, wenn sie sich nach draußen begeben. Dafür könne ein Schal, ein Kopftuch oder selbst hergestellter Atemschutz verwendet werden. Professionelle Atemschutzmasken sollten die Bürger nicht benutzen, da diese vom Personal im Gesundheitswesen gebraucht würden, sagte das Stadtoberhaupt.

Serbiens Regierung zieht Dekret zur Berichterstattung über Coronakrise zurück

06:11 Uhr: Die Regierung in Serbien hat ein Dekret zurückgezogen, durch das die Freiheit der Medien in der Berichterstattung über die Coronavirus-Epidemie stark eingeschränkt worden war. Ministerpräsidentin Ana Brnabic räumte am Donnerstag im staatlichen Fernsehsender RTS ein, dass sie mit dem Erlass einen "Fehler" begangen habe.

Das Dekret hatte Kritik bei der Opposition und Nichtregierungsorganisationen ausgelöst, nachdem es zur Festnahme einer Journalistin geführt hatte. Der am Mittwoch in Kraft getretene und nun wieder zurückgezogene Erlass sah vor, dass nur der Corona-Krisenstab unter Leitung der Regierungschefin Zahlen zur Ausbreitung des neuartigen Virus im Land verbreiten und über die ergriffenen Gegenmaßnahmen informieren durfte.

Noch am Mittwoch wurde aufgrund des Dekrets in Novi Sad die Journalistin Ana Lalic festgenommen, die für das Portal nova.rs arbeitet. Sie hatte einen Artikel über die schlechten Arbeitsbedingungen und den Mangel an Ausrüstung in einer Klinik der nordserbischen Stadt geschrieben. Lalic kam am Donnerstagmorgen wieder auf freien Fuß. In Serbien wurden bis Donnerstag knapp 1200.Corona-Infektionsfälle und 31 Todesoper der Pandemie gezählt.

DHL: Paketmengen inzwischen auf "Vorweihnachtsniveau"

05:15 Uhr: Der Paket-Dienstleister DHL meldet nach einigen Wochen Coronakrise mittlerweile doch steigende Paketzahlen. Zu Beginn der Einschränkungen hatte sich zunächst kein nennenswerter Effekt bemerkbar gemacht. Man sehe nun "eine täglich steigende Zahl von Sendungen, deren Menge mittlerweile sehr spürbar über der des Vorjahres zu dieser Zeit liegt", sagte ein Post-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Über Ostern werde die Menge voraussichtlich noch weiter steigen.

"Der sehr plötzliche Anstieg auf nunmehr schon Vorweihnachtsniveau pro Tag in unserem Netzwerk zeigt uns, dass gerade auch kleine Händler verstärkt auf DHL setzen, um ihre Waren auch bei Schließung der Ladenlokale an den Konsumenten zu bringen", sagte Post-&-Paket-Vorstand Tobias Meyer. Es könne dadurch auch vereinzelt zu Verzögerungen kommen, etwa bei Abholungen. Man sei aber dabei, Kollegen aus derzeit weniger gefragten Bereichen - etwa dem Brief- oder dem Landfrachtgeschäft - vermehrt für die Pakete einzusetzen.

Bei UPS zeigt sich kein solcher Effekt, da besonders die Geschäftskunden für den Dienstleister wichtig sind, etwa große Automobilhersteller. Genaue Zahlen zu Paketmengen will UPS Ende des Monats mit den Quartalszahlen bekanntgeben.

Bei DPD ist das Paketvolumen insgesamt "stabil", wie ein Sprecher erklärte. Pakete von Geschäftskunden gebe es weniger, dafür steige aber die Menge der Sendungen an Privatkunden deutlich.

Busse und Bahnen: 80 bis 90 Prozent weniger Fahrgäste

04:16 Uhr: Die Kontaktbeschränkungen in der Coronakrise haben die Fahrgastzahlen im Nahverkehr einbrechen lassen. "Wir haben 80 bis 90 Prozent weniger Fahrgäste", sagte Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff der Deutschen Presse-Agentur. Die Verkehrsunternehmen setzt das zunehmend wirtschaftlich unter Druck. Bei den Bartickets wie Einzelfahrscheinen und Monatskarten seien die Verkäufe um 70 bis 90 Prozent eingebrochen. Sie machen sonst etwa die Hälfte aller Ticketeinnahmen aus.

"Für viele Verkehrsunternehmen sind die wirtschaftlichen Folgen durch wegbrechende Fahrgeldeinnahmen schon jetzt verheerend", sagte Wolff. Es müsse dringend geklärt werden, wie der Verlust ausgeglichen werde.

Bürger sollen über Ostern auch auf größere Tagesausflüge verzichten

04:15 Uhr: Zur Eindämmung des Coronavirus sollen die Menschen in Deutschland über die Osterferien auch auf Tagesausflüge zu weiter entfernten touristischen Zielen verzichten. Das geht aus dem jüngsten Beschluss von Bund und Ländern hervor, wie ein Regierungssprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur erläuterte. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten am Mittwoch dazu aufgefordert, auch zu Ostern private Reisen generell zu unterlassen. Dies gelte auch für "überregionale tagestouristische Ausflüge".

Dieser ergänzende Hinweis solle verdeutlichen, auch Ausflüge mit oder zu Bekannten und Verwandten zu vermeiden, die mit einer Rückkehr am selben Tag enden, sagte der Regierungssprecher. "Überregional" beziehe sich auf touristische Ziele, die an Feiertagen generell gerne aufgesucht werden, aber durchaus weiter vom jeweiligen Wohnort entfernt liegen. Ziel sei, eine großflächige Vermischung bisher isolierter Kontaktgruppen und auch Kontakte durch mögliches Nutzen des öffentlichen Nahverkehrs zu verhindern. "Letztlich sollen alle Reisen, egal ob von langer oder kurzer Dauer, vermieden werden."

In den Bundesländern beginnen nun nach und nach die Osterferien. Allerdings sind die Schulen bereits bundesweit wegen der Coronakrise geschlossen. Bund und Länder hatten am Mittwoch zudem beschlossen, die generellen Beschränkungen des öffentlichen Lebens, zu denen auch Ladenschließungen zählen, vorerst bis 19. April in Kraft zu belassen.

Lehrerverband: Schulen auf absehbare Zeit nicht wie vor Corona

01:00 Uhr: Der deutsche Lehrerverband rechnet angesichts der Coronakrise mit einer längeren Ausnahmesituation für die Schulen. "Die Schulen werden auf absehbare Zeit nicht mehr so sein wie vor Corona", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). "Schulkonzerte, Ausflüge, Klassenfahrten – das alles wird es erstmal nicht mehr geben."

Falls die Schulen nach den Osterferien wieder schrittweise geöffnet werden sollten, könnten laut Meidinger zunächst die Abschlussklassen wieder zurückkommen. "Dann wäre eine räumliche Entzerrung möglich. Nach und nach könnten dann je nach
Entwicklung der Infektionsschutz-Regeln die anderen Klassenstufen wieder dazu kommen."

Trump zum zweiten Mal negativ auf Coronavirus getestet

00:15 Uhr: US-Präsident Donald Trump ist ein zweites Mal negativ auf das Coronavirus getestet worden. Trump sagte am Donnerstagabend (Ortszeit) bei seiner täglichen Pressekonferenz im Weißen Haus, er habe sich einem neuen Schnelltest "vor allem aus Neugier" unterzogen, um zu sehen, wie lange ein Ergebnis dauere. Das Resultat habe innerhalb von "14 oder 15 Minuten" vorgelegen. Der Test selbst habe "buchstäblich eine Minute" gedauert und sei deutlich angenehmer als die erste Untersuchung gewesen. Auch das Weiße Haus veröffentlichte das negative Testergebnis.

Bereits Mitte März hatte sich Trump auf das Coronavirus testen lassen, damals unter öffentlichem Druck. Trump war zuvor bei einem Besuch des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro in seinem Feriendomizil Mar-a-Lago mit mindestens zwei Personen in Kontakt gewesen, die später positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Alle Meldungen vom Donnerstag, 2. April:

Kreuzfahrtschiff "Zaandam" in Hafen in Florida eingelaufen

23:18 Uhr: Die Odyssee des vom Coronavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffes "Zaandam" ist vorbei. Das Schiff legte am Donnerstag im Hafen von Fort Lauderdale in Florida an. Die Passagiere sollen von der Stadt nahe Miami aus zum Großteil ausgeflogen werden. Einige Erkrankte sollen aber auch vor Ort medizinisch versorgt werden oder zur Quarantäne an Bord bleiben, wie der Bürgermeister von Fort Lauderdale, Dean Trantalis, mitteilte.

Kurz hinter der "Zaandam" nahm das Schwesterschiff "Rotterdam" ebenfalls Kurs auf den Hafen. Beide Schiffe haben zusammen rund 2500 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord. Nach Angaben der Reederei hatten auf beiden Schiffen insgesamt mehr als 230 Passagiere und Besatzungsmitglieder seit dem 22. März grippeähnliche Symptome entwickelt. Aktuell seien noch etwa 45 Passagiere krank und nicht reisefähig. Sie könnten an Bord bleiben und dort bis zu ihrer Erholung isoliert werden. Einzelne Personen, geschätzt weniger als zehn, bräuchten jedoch dringend medizinische Betreuung an Land. Rund 1.200 Passagiere seien in gutem gesundheitlichem Zustand und könnten unter den nötigen Schutzvorkehrungen die Heimreise antreten.

Auf der "Zaandam" waren ursprünglich auch 79 Deutsche - die meisten von ihnen wurden auf die "Rotterdam" verlegt, auf der es keine positiv auf das Virus getesteten Passagiere geben sollte.

Spahn gegen zu frühe Aufhebung der Corona-Maßnahmen

23:03 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor einem zu frühen Ausstieg aus den Beschränkungen in der Corona-Krise gewarnt. Zu sehen sei zwar ein Abflachen bei den Steigerungsraten, dies sei aber noch kein abschließender Trend, sagte der CDU-Politiker in einem am Donnerstag veröffentlichen Podcast mit dem Journalisten Gabor Steingart. Dabei könnte es sich auch um statistische Effekte, Meldeeffekte handeln. Die stark einschränkenden Maßnahmen wie Schul- oder Geschäftsschließungen lägen noch nicht allzu lange zurück, betonte Spahn. Sie könnten sich teils in den Statistiken noch nicht bemerkbar machen. "Sagen wir die Richtung stimmt, ob sie dauerhaft anhält, das werden wir die nächsten Tage sehen."

Mehr als eine Million nachgewiesene Coronavirus-Infektionen weltweit

22:40 Uhr: Drei Monate nach Bekanntwerden der ersten Corona-Infektionen in China steigt die Zahl der nachgewiesenen Fälle weltweit auf mehr als eine Million. Die Dunkelziffer dürfte bei Fallzahlen und Totenzahlen hoch sein, sagen Wissenschaftler. Zum einen hängt die Zahl der nachgewiesenen Infektionen davon ab, wie viele Menschen überhaupt getestet werden. Praktisch kein Land der Welt hat genügend Tests und Laborkapazitäten zur Auswertung. Zudem haben manche Länder spät mit dem Testen angefangen oder setzen bewusst auf eine selektive Teststrategie. Zum anderen dürften viele Menschen mit Vorerkrankungen oder im hohen Alter durch die Virusinfektion gestorben sein, ohne dass Ärzte das zu dem Zeitpunkt erkannt hatten oder prüfen konnten.

US-Experten: Weltweit mehr als 50.000 Tote durch Coronavirus

21:05 Uhr: Weltweit sind nach Angaben von US-Experten bereits mehr als 50.000 Menschen am Coronavirus gestorben. Das geht aus Daten der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität vom Donnerstag hervor. Die Zahl der weltweit nachgewiesenen Infektionsfälle lag demnach am Donnerstag bei über einer Million. In den USA wurden bislang die meisten Infektionen gemeldet, gefolgt von Italien, Spanien, China und Deutschland.

Mehr als 5.300 Menschen starben nach Angaben der US-Universität bislang in den Vereinigten Staaten an dem Virus. In Italien waren es rund 14.000, in Spanien mehr als 10.000 und in China rund 3.300.

In Deutschland wurden nach Zählungen der Deutschen Presse-Agentur bislang 79.450 Infektionen und 1001 Tote durch das Virus gemeldet. Das geht aus einer Auswertung hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

US-Behörden stellen mehr als 190.000 gehortete Schutzmasken sicher

21:00 Uhr: US-Behörden haben bei Ermittlungen mehr als 190.000 gehortete Atemschutzmasken sichergestellt, die nun an medizinisches Personal gehen sollen. Die US-Bundespolizei habe etwa 192.000 Masken des Typs N95 bei einem Einsatz entdeckt, ebenso wie fast 600.000 medizinische Handschuhe, 130.000 Operationsmasken und weitere medizinische Produkte, zum Beispiel Desinfektionsmittel. Das teilte das US-Justizministerium am Donnerstag in Washington mit. Die Vorräte würden nun an medizinisches Personal in den besonders von der Corona-Krise betroffenen Bundesstaaten New York und New Jersey verteilt.

Mexikos Strände machen wegen Coronavirus zu

20:55 Uhr: Mexiko schließt wegen der Corona-Pandemie seine Strände. Entsprechende Verordnungen traten ab Donnerstag nach und nach in Orten wie Cancún und Acapulco in Kraft, nachdem sich die Regierungen der Bundesstaaten am Mittwochabend (Ortszeit) Medienberichten zufolge mit dem nationalen Gesundheitsministerium darauf verständigt hatten. Das Ministerium habe auch die Hotels angewiesen, sie müssten schließen, twitterte der Gouverneur von Baja California Sur, Carlos Mendoza.

Berliner Senat verlängert Ausgangsbeschränkungen bis 19. April

20:50 Uhr: Die Menschen in Berlin müssen wegen der Ausbreitung des Coronavirus auch in den kommenden zwei Wochen mit deutlichen Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit leben. Der Senat verlängerte das seit 23. März geltende sogenannte Kontaktverbot am Donnerstag wie angekündigt bis zum 19. April, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Zunächst war die Verordnung bis zu diesem Sonntag befristet.

2300 medizinische Mitarbeiter in deutschen Kliniken mit Corona infiziert

19:45 Uhr: Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind 2300 medizinische Mitarbeiter in deutschen Krankenhäusern mit dem Coronavirus infiziert. Dies teilte das RKI der "Süddeutschen Zeitung" auf Anfrage mit. Erfasst seien in dieser Zählung nur die Mitarbeiter von Krankenhäusern, nicht die von Arztpraxen, Laboren, Senioren- und Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediensten. Deshalb müsse von höheren Zahlen ausgegangen werden. Für eine Bestätigung war das RKI am Donnerstagabend nicht mehr zu erreichen.

Bundeswehr will Desinfektionsmittel selbst herstellen

19:22 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie und Engpässen in der Versorgung will die Bundeswehr eigene Desinfektionsmittel herstellen. "Grundsätzlich werden durch die Bundeswehrapotheken keine Desinfektionsmittel hergestellt. Aufgrund der besonderen Situation in der Bekämpfung des Coronavirus werden derzeit Maßnahmen getroffen, diese Herstellungskapazitäten zu ermöglichen", zitierte die "Welt" eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums.

Spahn für Extra-Geld für Pflegepersonal

18:40 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für Bonuszahlungen für Pflegerinnen und Pfleger wegen der hohen Belastungen in der Corona-Krise ausgesprochen. "Ich würde gerne zusammen mit den Arbeitgebern schauen, wie wir Wege finden, denjenigen, die jetzt Großartiges leisten, jeden Tag, dafür noch mal eine besondere Anerkennung zu geben", sagte er am Donnerstag bei "Bild Live".

Grundsätzlich müsse es darum gehen, denjenigen, die in dieser Zeit in Kliniken, Praxen und Gesundheitspflege besonders mit anpackten, sagen zu können, das wolle man auch finanziell noch einmal besonders vergüten. "Die Idee finde ich richtig - und darüber möchte ich gerne mit den Arbeitgebern in der Pflege reden", sagte Spahn.

In Italien sterben erneut mehr als 750 Corona-Infizierte

18:35 Uhr: In Italien sind innerhalb eines Tages erneut Hunderte von Corona-Patienten gestorben. Die Zahl der Menschen, die aktuell mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert sind, kletterte am Donnerstag um knapp 2.500 Menschen im Vergleich zum Vortag. Doch insgesamt zeigten die Corona-Zahlen, die der Zivilschutz in Rom am Abend vorstellte, weiter eine Stabilisierung des Trends. Demnach sind dort seit Beginn der Coronawelle im Februar 13.915 Menschen im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gestorben, das waren 760 mehr als am Vortag.

Zunehmende Betrugsversuche von Cyberkriminellen in Corona-Krise

17:33 Uhr: In der Corona-Krise versuchen Cyberkriminelle verstärkt, an Daten von Unternehmen und Bürgern zu kommen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) teilte am Donnerstag mit, es beobachte aktuell eine Zunahme von Cyberangriffen mit Bezug zum Coronavirus.

So würden Unternehmen und Betriebe etwa per E-Mail aufgefordert, persönliche oder unternehmensbezogene Daten auf gefälschten Webseiten preiszugeben.

Die Cyberkriminellen geben sich laut BSI dabei als vermeintliche Institutionen zur Beantragung von Soforthilfegeldern aus. Die Behörde stellte zudem fest, dass deutlich mehr Domainnamen mit Schlagwörtern wie "Corona" oder "Covid" registriert werden. Zum Teil stecken dahinter Kriminelle.

Nutzer würden etwa auf Webseiten zum Download und anschließender Installation vermeintlicher Softwareupdates aufgefordert, mit denen tatsächlich die Systeme der Nutzer mit Schadprogrammen infiziert würden, erklärte das BSI.

Betrüger versuchen nach Beobachtungen der Behörde zudem aus der erhöhten Nachfrage nach Schutzbekleidung oder Atemmasken Kapital zu schlagen. Dabei werde die bestellte und bezahlte Ware dann am Ende nicht oder nur in minderwertiger Qualität geliefert, erklärte das BSI.

Mitten in Coronakrise über 200 Bonner Klinikpatienten wegen Kriegsbombe verlegt

16:45 Uhr: Mitten in der Coronakrise ist der Betrieb des Uniklinikums in Bonn am Donnerstag durch die Entschärfung eines Bildgängers aus dem Zweiten Weltkrieg stark eingeschränkt worden.

Ein Teil der im Stadtteil Venusberg gelegenen Klinik musste evakuiert werden, wie die Stadt mitteilte. Betroffen waren demnach 213 Patienten, davon 69 Intensivpatienten. Medienberichten zufolge mussten auch mit dem Coronavirus infizierte Menschen verlegt werden.

Die meisten der betroffenen Patienten wurden vorübergehend in anderen Teilen der Bonner Uniklinik untergebracht, 23 stationäre und 14 Intensivpatienten mussten in externe Einrichtungen verlegt werden. Die Entschärfung der Fünf-Zentner-Weltkriegsbombe am Donnerstagnachmittag verlief nach Angaben der Stadt planmäßig.

Der Blindgänger war am Mittwoch bei Bauarbeiten auf dem Krankenhausgelände gefunden worden. Während der Entschärfung mussten auch rund 1200 Anwohner des benachbarten Stadtteils Dottendorf ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

Sachsen-Anhalt prüft möglicherweise unzuverlässige Corona-Tests

16:21 Uhr: In Sachsen-Anhalt wird derzeit geprüft, ob zahlreiche Corona-Tests keine zuverlässigen Ergebnisse liefern. Betroffen seien 1.675 Testsets, die vom Bund bereitgestellt wurden, bestätigte das Sozialministerium der Deutschen Presse-Agentur. Diese stehen im Verdacht, vor allem für Bakterien aber nicht für Viren geeignet zu sein. Das Landesamt für Verbraucherschutz untersuche nun, ob die Tests keine aussagekräftigen Ergebnisse lieferten, sagte Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Donnerstag.

Wie viele dieser Tests bereits eingesetzt wurden, ist unklar. Es sei jedoch wahrscheinlich, dass Experten den Tests bereits ansehen könnten, dass diese vor allem für Bakterien gedacht seien, heißt es aus dem Sozialministerium. Wenn sich herausstelle, dass die Tests tatsächlich keine zuverlässigen Ergebnisse liefern, werden sie den Worten von Grimm-Benne zufolge an den Bund zurückgeschickt.

Podcast "Logbuch Quarantäne": Martina ist in Honduras gestrandet

16:05 Uhr: Martina sitzt gemeinsam mit ihrer Reisebegleitung Steffen in Mittelamerika fest. In Honduras hat sie eine wahre Abenteuerreise hinter sich. Dort ausharren zu müssen, ist für sie spannend und nervenaufreibend zugleich.

Hören Sie in unserem Podcast "Logbuch Quarantäne" Martinas ganze Geschichte.

Sie wollen weitere Geschichten von gestrandeten Urlaubern erfahren? In unserem Übersichtsartikel "Angst, Wut und Verzweiflung: Gestrandete Urlauber erzählen ihre Geschichte" finden Sie alle Folgen unseres Podcasts "Logbuch Quarantäne".

Studie bestätigt: Geruchs- und Geschmacksverlust häufig Symptome für Covid-19

15:46 Uhr: Geruchs- und Geschmacksverlust sind einer neuen Studie zufolge sehr oft Symptome für die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19.

Wissenschaftler aus Belgien untersuchten für die Studie 417 infizierte Patienten mit leichtem Krankheitsverlauf. Von ihnen berichteten 86 Prozent von einer Beeinträchtigung des Geruchssinns, der Großteil von ihnen roch sogar überhaupt nichts mehr. Über Probleme mit dem Geschmackssinn klagten 88 Prozent.

Der teilweise oder volle Verlust des Geschmackssinns bei Patienten ohne HNO-Vorerkrankungen müsse als "spezifisches Merkmal" für eine Corona-Infektion angesehen werden, schreiben die Studienkoordinatoren Jérôme Lechien und Sven Saussez.

Als Vorsichtsmaßnahme sollten solche Patienten "als potenziell mit Covid-19 infiziert und deshalb für mindestens sieben Tage isoliert werden". Dies gelte auch für den Fall, dass diese kein anderes charakteristisches Symptom aufwiesen.

Auffallend bei der Untersuchung: Frauen waren deutlich öfter von Problemen mit dem Geruchssinn betroffen als Männer. Insgesamt hatten 44 Prozent der Patienten nach zwei Wochen ihren vollen Geruchssinn wieder. Es könne allerdings auch bis zu ein Jahr dauern, sagten die Forscher der Universität Mons voraus.

Robert Koch-Institut ändert Einschätzung zu Mundschutz

15:19 Uhr: Das Robert-Koch-Institut hat in der Coronakrise seine Einschätzung für das Tragen von Mundschutz geändert.

Wenn Menschen - auch ohne Symptome - vorsorglich eine Maske tragen, könnte das das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern, hieß es auf der Internetseite der Bundesbehörde. Wissenschaftlich belegt sei das aber nicht. Zuvor hatte das RKI den Mundschutz nur Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen empfohlen.

Nicht jeder, der mit Sars-CoV-2 infiziert ist, bemerke das auch, hieß es. Manche Infizierte erkrankten gar nicht, könnten den Erreger aber trotzdem weitergeben.

Regeln zum Husten- und Niesen, zur Händehygiene und zum Mindestabstand sollten auch mit Masken weiterhin eingehalten werden.

Außerdem gebe es keine hinreichenden Belege dafür, dass ein Mund-Nasen-Schutz oder eine selbstgenähte Maske einen selbst vor einer Ansteckung schützt.

Steinmeier dankt Kirchen für Arbeit in Coronakrise

15:10 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Kirchen für ihr Engagement im Kampf gegen die Corona-Pandemie gedankt. Sie hätten früh Maßnahmen zum Schutz der Menschen getroffen, unzählige Veranstaltungen und vor allem die herkömmlichen Gottesdienste abgesagt, sagte Steinmeier am Donnerstag in Berlin.

Zuvor hatte er mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, und dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, telefoniert.

"Das bedeutet – gerade auch in der anstehenden Osterzeit – einen beispiellosen Einschnitt in das religiöse Leben für viele Gläubige in unserem Land", betonte Steinmeier.

Gleichzeitig gebe es in den Gemeinden viele kreative Ideen, um den Menschen unter den widrigen Umständen geistliche Angebote zu machen und sie virtuell zusammenzubringen, zum Beispiel durch gestreamte Gottesdienste oder zeitgleiche gemeinsame Gebete.

6,65 Millionen neue Arbeitslosenmeldungen in den USA

14:40 Uhr: Die Coronavirus-Krise treibt die Arbeitslosenzahlen in den USA massiv in die Höhe. In der vergangenen Woche meldete sich eine Rekordzahl von knapp 6,65 Millionen Menschen zusätzlich arbeitslos, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte.

In der Vorwoche hatte es bereits rund 3,3 Millionen Erstanmeldungen gegeben.

Allgemeine Atemmaskenpflicht: Mehrheit der Deutschen laut Umfrage dafür

14:39 Uhr: 57 Prozent der Deutschen befürworten eine allgemeine Atemmaskenpflicht im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Forsa für die RTL-Mediengruppe hervor. 35 Prozent lehnen dies ab.

Unter Frauen ist der Anteil derjenigen, die eine Anordnung begrüßen würden, mit 62 Prozent höher als unter Männern mit 52 Prozent.

Zugleich glaubt der Umfrage zufolge rund ein Viertel der Befragten (26 Prozent), dass sie sich durch Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch selbst vor Infektionen schützen - dies ist Fachleuten zufolge aber nicht der Fall.

Einfache oder gar selbstgebastelte Atemmasken helfen allenfalls temporär etwas, indem sie das Risiko sogenannter Schmierinfektionen durch die eigenen Hände im Gesicht senken. Sie sollen aber in erster Linie etwaige Ansteckungen anderer verhindern.

In Deutschland wird derzeit kontrovers darüber diskutiert, ob eine Maskenpflicht eine sinnvolle Maßnahme im Kampf gegen Corona sein könnte. Ein Argument ist dabei unter anderem auch die ohnehin extrem gespannte Versorgungslage für Schutzausrüstung. So ist derzeit nicht einmal eine ausreichende Ausstattung in allen Bereichen des Pflege- und Gesundheitssystems gewährleistet.

Durch Coronakrise: Altmaier rechnet mit Konjunktureinbruch in Deutschland

13:57 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier rechnet infolge der Coronakrise mit einem Konjunktureinbruch in Deutschland. "Wir müssen mit tiefen Einschnitten beim Wirtschaftswachstum rechnen", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin.

Die Einschnitte würden mindestens so stark, wenn nicht stärker als in der Finanzkrise 2009. Damals war das Bruttoinlandsprodukt um 5,7 Prozent zurückgegangen.

Altmaier sagte, das Wirtschaftsministerium gehe davon aus, dass die Wirtschaft in einzelnen Monaten im Frühjahr mehr als 8 Prozent einbrechen könne - der Höhepunkt der Krise werde voraussichtlich im April und Mai sein. Es gebe aber Hoffnung, das sich die Lage dann im zweiten Halbjahr wieder normalisiere.

Nach der Pandemie solle die Wirtschaft wieder "durchstarten". Dafür werde innerhalb der Bundesregierung an einem Konjunkturprogramm gearbeitet.

Infolge der Coronakrise mussten viele Geschäfte und Restaurants dicht machen, in vielen Fabriken wird nicht mehr produziert, weltweite Lieferketten sind unterbrochen. Altmaier sagte, der Gesundheitsschutz habe Priorität. Er sprach von einer Krise, die es in der Geschichte der Bundesrepublik bisher so nicht gegeben habe.

Mehr als 100 Corona-Patienten aus anderen EU-Ländern in Deutschland

13:11 Uhr: Deutsche Krankenhäuser haben inzwischen 119 mit dem Coronavirus infizierte Patienten aus EU-Partnerländern aufgenommen. 85 davon wurden aus überlasteten französischen Gebieten nach Deutschland gebracht, 32 aus Italien und zwei aus den Niederlanden.

Für Kranke aus Italien sind noch 49 weitere Betten reserviert, für Frankreich sind es noch 13. Das teilte das Auswärtige Amt der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.

Die Patienten aus dem EU-Ausland wurden teils mit der Bundeswehr-Luftwaffe nach Deutschland transportiert. Im italienischen Neapel ist zudem seit Mittwoch ein Team aus Ärzten und Pflegern der Universitätsklinik Jena im Einsatz.

Nach Angaben des Auswärtigen Amts wurden bereits sieben Tonnen Hilfsgüter - darunter Beatmungsgeräte und Atemmasken - nach Italien geschickt. Weitere Lieferungen seien zugesagt. Zum konkreten Bedarf liefen aber noch Gespräche.

Deutschland hat auch Spanien angeboten, Intensivpatienten in deutschen Kliniken aufzunehmen. Die spanische Regierung sei auf dieses Angebot aber bisher nicht eingegangen, da der Fokus derzeit noch auf der Umverteilung der Patienten innerhalb Spaniens liege, hieß es aus dem Auswärtigen Amt.

Es gebe aber eine privatwirtschaftliche Hilfsinitiative der Klinikgruppe Helios, die am Montag ein Team aus fünf Ärzten und einer Pflegekraft sowie Beatmungsgeräte nach Madrid geschickt habe.

Schon mehr als eine halbe Million Corona-Infektionen in Europa

12:46 Uhr: In Europa sind mittlerweile bereits mehr als eine halbe Million Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus registriert worden. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag auf Grundlage von Behördenangaben berechnete, steckten sich auf dem Kontinent 508.271 Menschen nachgewiesenermaßen an, 34.571 der Infizierten starben.

Europa ist der am stärksten von der Pandemie betroffene Kontinent. Mit jeweils mehr als 100.000 Fällen ist die Lage in Italien und Spanien besonders ernst. In Italien starben bereits 13.155 Infizierte - so viele wie in keinem anderem Land der Welt.

Die Zahl der weltweiten Infektionen bewegt sich auf die Millionenmarke zu: 940.815 Infektionen wurden bislang nachgewiesen, zudem wurden weltweit 47.863 Corona-Tote registriert.

Weil Testkapazitäten beschränkt sind und vielfach Infizierte mit leichten oder fehlenden Symptomen nicht getestet werden, dürften die wirklichen Fallzahlen deutlich höher liegen.

Französische Politiker: USA kaufen Schutzmasken in China auf

12:17 Uhr: Die französische Corona-Krisenregion im Grenzgebiet zu Deutschland hat den USA vorgeworfen, ihr dringend benötigte Schutzmasken aus China wegzukaufen.

Der Präsident der Region Grand Est, Jean Rottner, sagte am Mittwoch dem Sender RTL, die Amerikaner kauften von Frankreich bestellte Masken "auf dem Rollfeld" in China auf. "Sie zücken Bargeld und zahlen drei oder vier Mal so viel wie unseren Bestellpreis", kritisierte Rottner.

"Wir müssen kämpfen", fügte der Regionalpräsident hinzu. Wie viele Masken die USA weggekauft hätten, sagte er nicht. Die Regierung in Paris bestätigte die Angaben zunächst nicht.

Frankreich hat wegen der Coronakrise eine Milliarde Schutzmasken in China bestellt. Präsident Emmanuel Macron will das Land durch das Ankurbeln der heimischen Produktion bis Jahresende aber unabhängig von der Volksrepublik machen.

Die Region Grand Est umfasst neben dem Elsass auch Lothringen und Champagne-Ardenne. Das deutsche Robert-Koch-Institut stuft sie als Krisenregion ein. Dort kamen offiziell 1585 Menschen durch die Lungenkrankheit Covid-19 ums Leben. Erstmals eingerechnet wurden nun auch 570 Tote in Altenheimen.

Aldi holt Pasta aus Italien mit Sonderzügen nach Deutschland

12:04 Uhr: Nudel-Nachschub per Bahn statt Lastwagen: Damit es auch künftig genug Pasta im Regal gibt, holt Aldi zusammen mit DB Schenker die Ware nun per Sonderzug aus Italien nach Deutschland.

"Mehrere Sonderzüge haben bereits in einer ersten Lieferung über 60.000 Pakete Fusilli, mehr als 75.000 Pakete Penne und weit über eine Viertelmillion Pakete Spaghetti aus Italien nach Nürnberg gebracht", heißt es in einer Mitteilung des Discounters vom Donnerstag.

Insgesamt habe die Bahn-Logistiktochter Schenker mehr als 200 Tonnen Pasta in rund 300 Paletten geliefert. Von Nürnberg aus lieferten Lkw die Pakete an Filialen in Süddeutschland aus.

Haltbare Lebensmittel wie Nudeln sind nach Aldi-Angaben in der Coronavirus-Krise stark gefragt. Gleichzeitig sei es schwieriger geworden, die Waren nach Deutschland zu transportieren. "Weil Transporte nach Italien aktuell rückläufig sind, fehlen dort Lkw und Züge für den Weg zurück." Mit der nun geschaffenen Alternative sei man nicht mehr nur von einem Spediteur abhängig und könne flexibel auf Engpässe reagieren.

Eine weitere Lieferung mit mehr als 250 Paletten ist laut Mitteilung bereits auf dem Weg. Momentan liefen Gespräche zwischen Aldi und Schenker, ob es solche Sonderzüge in Zukunft regelmäßig geben werde, sagte ein Sprecher des Logistikunternehmens.

Coronavirus breitet sich auch in Lateinamerika und der Karibik schnell aus

11:57 Uhr: Auch in Lateinamerika und der Karibik breitet sich das neuartige Coronavirus schnell aus. Bis Mittwoch stieg die Zahl der nachgewiesenermaßen Infizierten in der Region auf mehr als 20.000. Sie lag damit doppelt so hoch wie noch vor fünf Tagen.

In der ecuadorianischen Hafenstadt Guayaquil bargen Armee und Polizei im Zuge der Coronakrise binnen drei Tagen 150 Leichen aus Häusern, wie Regierungssprecher Jorge Wated erklärte. Wieviele der Toten tatsächlich an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 starben, teilte er nicht mit.

Die meisten Coronavirus-Infektionen in Lateinamerika wurden bislang in Brasilien registriert. Dort wurden offiziellen Angaben zufolge 5.717 Fälle nachgewiesen, 201 der Infizierten starben.

Kabinett für Gutscheine bei abgesagten Veranstaltungen und Reisen

11:40 Uhr: Die Bundesregierung will bei abgesagten Reisen sowie bei Veranstaltungen in den Bereichen Kultur, Sport und Freizeit eine Gutscheinlösung für Kunden - statt einer sofortigen Rückzahlpflicht.

Das "Corona"-Kabinett stimmte einer entsprechenden Lösung zu, wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Regierungskreisen erfuhr. Die Gutscheine sollen befristet sein bis Ende 2021.

Neben Deutschland wollten auf EU-Ebene viele weitere Mitgliedsstaaten eine solche Lösung. Die EU-Kommission muss dem noch zustimmen.

Söder: Brauchen in Deutschland am Ende Milliarden Masken

11:19 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder prognostiziert im Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland auf lange Sicht einen Bedarf von Milliarden Masken.

"Wir werden auf Dauer enorm viel Masken brauchen. Ich glaube, dass wir am Ende in Deutschland Milliarden Masken brauchen", sagte der CSU-Chef am Donnerstag im niederbayerischen Weng (Landkreis Landshut).

Zuerst brauche man die Masken für das medizinische Personal und dann prioritär auch für Alten- und Pflegeheime, sagte Söder. Man brauche die Masken dann aber auch "in der breiten Entwicklung auch irgendwann, wenn es um den Arbeitsschutz geht, um das Miteinander".

Söder und Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) besuchten am Donnerstag einen Automobilzulieferer, der seinen Betrieb angesichts der Coronakrise auf die Produktion von Masken umstellt.

Üblicherweise werden in dem Werk der Firma Zettl Zubehörteile wie Sitzbezüge oder Türverkleidungen hergestellt. "Das sind Corona-Schutzmasken", sagte Söder. Diese seien höherwertiger als OP-Masken und "auf dem Weg zu einer FFP2-Maske".

Grundsätzlich unterscheidet etwa das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zwischen selbst hergestellten Masken, medizinischem Mund-Nasen-Schutz und sogenannten filtrierenden Halbmasken (FFP2 und FFP3).

Solche FFP2- und FFP3-Masken dienen auch dem Eigenschutz, die anderen vorrangig zum Schutz der anderen vor möglicherweise infektiösen Tröpfchen des Mundschutz-Trägers.

Von der Leyen räumt Fehler in Coronakrise ein - Milliardenhilfe

10:58 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in der Coronakrise Fehler der Europäischen Union im Umgang mit Italien eingeräumt und Hilfen in Milliardenhöhe für Kurzarbeiter versprochen.

"Die Union wird bis zu hundert Milliarden Euro zugunsten der am stärksten betroffenen Länder, angefangen mit Italien, bereitstellen, um die Kürzung der Gehälter der Kurzarbeiter auszugleichen", schrieb von der Leyen in einem Beitrag für die Zeitung "La Repubblica" (Donnerstag). "Alle Mitgliedsländer werden dazu beitragen, dieses neue Instrument (...) zu ermöglichen."

Italien hat in der Krise so viele Tote wie kein anderes Land gemeldet, gefolgt von Spanien. Die wirtschaftlichen Schäden durch die strikten Ausgangssperren sind enorm.

"Es muss anerkannt werden, dass in den ersten Tagen der Krise angesichts der Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Antwort zu viele nur an die eigenen Probleme dachten", schrieb von der Leyen.

"Es war ein schädliches Verhalten, das hätte vermieden werden können." Inzwischen habe Europa aber das Tempo geändert. "Wir haben alles, was möglich ist, getan, um die europäischen Länder dazu zu bringen, wie ein Team zu handeln und eine koordinierte Antwort auf ein gemeinsames Problem zu gewährleisten", schrieb die deutsche Politikerin.

Von der Leyen will am Donnerstag ihren Plan zur Unterstützung von Kurzarbeitern in der Europäischen Union vorstellen. Die Initiative namens "Sure" soll den von der Coronakrise besonders betroffenen Staaten wie Italien und Spanien zugute kommen. Geplant sind Kredite, die mit Hilfe von Garantien aus allen Mitgliedstaaten finanziert werden sollen.

Mehr als 73.900 Corona-Nachweise in Deutschland - 879 Tote

10:49 Uhr: In Deutschland sind bis Donnerstagvormittag mehr als 73.900 Infektionen (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 67.100) mit dem neuen Coronavirus registriert worden.

Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert dabei von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige Bundesländer ihre Zahlen auch nicht immer zur gleichen Uhrzeit.

Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 17.200 Fällen und mindestens 197 Toten und Bayern mit mehr als 17.100 nachgewiesenen Fällen und mindestens 241 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 132,4 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 89,0.

Mindestens 879 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 701) mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Kind: Neustart nach Coronakrise ähnlich wie WM 1954 nach dem Krieg

10:38 Uhr: Mehrheitsgesellschafter Martin Kind von Hannover 96 hofft in der Coronakrise auch aus gesellschaftlichen Gründen auf eine schnelle Fortsetzung des Profifußball-Betriebs.

"Es wäre ein emotionales und positives Signal, das den Menschen Vertrauen und Hoffnung gibt, wenn wir wieder spielen", sagte der 75-Jährige dem "Sportbuzzer" (Donnerstag). "Es beginnt wieder, es geht wieder los." Das sei "ein klein bisschen wie nach dem Krieg mit der Weltmeisterschaft 1954".

Vorerst ist der Spielbetrieb in der Bundesliga und in der 2. Bundesliga bis zum 30. April ausgesetzt. Die Vereine hoffen primär aus wirtschaftlichen Gründen auf eine Fortsetzung der im März unterbrochenen Saison, weil ihnen ansonsten Einnahmeausfälle in Millionenhöhe drohen.

Griechenland riegelt Flüchtlingslager wegen Coronavirus-Infektionen ab

10:23 Uhr: Griechenland hat am Donnerstag ein Flüchtlingslager nahe Athen abgeriegelt, nachdem 21 Flüchtlinge positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden waren.

Der Zugang zum Ritsona-Lager werde für zwei Wochen eingeschränkt, teilte das Migrationsministerium mit. Zudem werde zusätzliches medizinisches Personal in die Region geschickt.

Eine Frau aus dem Lager war diese Woche nach der Geburt ihres Kindes in einem Athener Krankenhaus positiv auf das Virus getestet worden. Es war der erste nachgewiesene Infektionsfall in einem griechischen Flüchtlingslager.

Inzwischen seien auch 20 weitere Flüchtlinge positiv getestet worden, teilte das Ministerium mit. Mitarbeiter des Lagers hätten sich nicht infiziert. Insgesamt wurden 63 Menschen getestet.

In Griechenland sind bislang 1.415 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden. 50 Infizierte starben. Die Sorge ist groß, dass sich das Coronavirus auch in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern in Griechenland ausbreiten könnte.

Söder fordert europäischen Marshallplan wegen Coronakrise

09:50 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat einen "Marshallplan für ganz Europa" gefordert, um nach einer Überwindung der Coronakrise die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. "Wir müssen die Wirtschaft gemeinsam in allen europäischen Ländern wiederaufbauen", sagte Söder dem "Handelsblatt". Gemeinsame europäische Anleihen, sogenannte Eurobonds, lehnte er aber erneut ab.

"Natürlich braucht es europäische Solidarität", betonte der Ministerpräsident. Diese sei auch im deutschen Interesse, denn "wir können uns nicht abkoppeln". Es werde darum gehen, ob Europa ökonomisch seinen Platz in der Welt behaupten könne.

"Corona-Bonds im Sinne einer europäischen Schuldenvergemeinschaftung kann es nicht geben", sagte Söder aber weiter. Stattdessen sollten bestehende Hilfsinstrumente wie der Euro-Rettungsfonds ESM genutzt werden, "um schnell und kraftvoll zu helfen". Anders als in der Finanzkrise solle dabei diesmal auf strikte Reformauflagen für betroffene Länder verzichtet werden.

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen warnte allerdings davor, die EU als Ganzes durch einen Grundsatzstreit über Eurobonds in Gefahr zu bringen.

"Ein umstrittenes Instrument zum Glaubwürdigkeitstest für die EU zu machen, wie es Italien derzeit tut – das ist kein kluges politisches Verhalten", mahnte er einerseits.

Doch das "kategorische Nein aus anderen europäischen Ländern ist auch nicht förderlich für den europäischen Zusammenhalt", sagte Röttgen weiter ebenfalls dem "Handelsblatt".

Statistik: Deutschlands Versorgungsdichte mit Intensivbetten ist hoch

09:44 Uhr: Deutsche Krankenhäuser verfügen im internationalen Vergleich über eine hohe Versorgungsdichte mit Intensivbetten.

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte, geht dies aus einem Vergleich der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) auf Grundlage verschiedener Erhebungen in zehn ihrer Mitgliedstaaten aus den Jahren 2013 bis 2020 hervor. Demnach kamen in Deutschland 33,9 Intensivbetten auf 100.000 Einwohner. In der aktuelle Coronakrise sollen die Kapazitäten aber erweitert werden.

Auch Österreich (28,9 Intensivbetten je 100.000 Personen) und die Vereinigten Staaten (25,8) weisen den Angaben zufolge eine vergleichsweise hohe Dichte auf.

Deutlich geringer waren die Kapazitäten in den gegenwärtig besonders stark von der Pandemie betroffenen Ländern Spanien mit 9,7 und Italien mit 8,6 Intensivbetten je 100.000 Einwohner.

Hamburg plant Bußgelder bis zu 25.000 Euro bei Corona-Verstößen

09:30 Uhr: In der Coronakrise will Hamburg mit Bußgeldern schnell und spürbar Verstöße gegen die Auflagen bestrafen. Das sagte Innensenator Andy Grote (SPD) am Donnerstag im Sender NDR 90,3. Die meisten Hamburger hielten sich sehr gut an die geltenden Regeln, aber es gebe täglich eine etwa dreistellige Zahl an Verstößen.

"Hier wollen wir einfach mit Bußgeldern jetzt dagegen noch etwas besser vorgehen können, weil das ist dann eine sehr schnelle spürbare Folge von Verstößen und damit versprechen wir uns dann noch bessere Durchsetzbarkeit", sagte Grote.

Der Hamburger Senat will laut NDR die neue Verordnung zur Corona-Pandemie mit den Bußgeldern noch am Donnerstag beschließen, sie könnte dann am Freitag in Kraft treten.

Laut "Bild" werden 150 Euro fällig bei Nichteinhalten des Mindestabstands von 1,5 Metern in der Öffentlichkeit oder beim Betreten von Spielplätzen. Wer sogenannte Corona-Partys abhalte, muss laut "Bild" dann 1.000 Euro zahlen. Ungenehmigte Ladenöffnungen würden demnach mit 2.500 Euro und die Öffnung von Speiselokalen mit 4.000 geahndet. Wer mehrfach erwischt werde, dem drohten Strafen von bis zu 25.000 Euro.

Experten: Nach überstandener Corona-Infektion wahrscheinlich immun

08:30 Uhr: Experten zufolge sind Menschen nach einer überstandenen Infektion mit Sars-CoV-2 wahrscheinlich zunächst immun gegen den Erreger. Stand heute wisse man, dass der Mensch nach der Ansteckung mit dem Coronavirus Antikörper bildet, erklärten die Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig und Friedemann Weber, Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Gießen.

Es sei davon auszugehen, dass der Immunschutz nach der Infektion ein bis zwei Jahre anhält. Diese Annahme basiere auf der Erfahrung mit anderen humanen Coronaviren.

"Aller Voraussicht nach ist man nach Ansteckung mit dem Sars-CoV-2-Virus mindestens ein paar Jahre lang vor einer erneuten Infektion geschützt", sagte auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Thomas Kamradt. Nach allem, was man von ähnlichen Viren wisse, schützten die als Reaktion vom Körper gebildeten Antikörper vor einer erneuten Infektion. Wie lange dieser Schutz anhält, hängt Kamradt zufolge davon ab, in welchem Tempo die Konzentration der Antikörper im Blut, der sogenannte Antikörper-Titer, abnimmt.

Dem ärztlichen Direktor des Instituts für Laborationsmedizin am Marienhospital Stuttgart, Matthias Orth, zufolge lässt sich allerdings noch nicht gesichert sagen, ob die gebildeten Antikörper vor einer erneuten Infektion schützen. Noch sei unbekannt, ab welcher Konzentration von Antikörpern ein Schutz besteht und wie häufig doch erneute Infektionen auftreten.

Paket- und Kurierbranche leidet unter Wegfall von Geschäftspost

07:43 Uhr: Weniger Warenlieferungen aus Asien und Amerika und weniger Geschäftspost: Die Coronakrise wirkt sich auch auf die Kurier- und Paketdienste nach Angaben aus der Branche negativ aus - trotz geschlossener Einzelhandelsgeschäfte.

"Im Durchschnitt fällt deutlich mehr weg als dazu kommt", sagt Andreas Schumann, Vorsitzender des Bundesverbands der Kurier-Express-Post-Dienste (BdKEP). Diesem gehören unter anderem Subunternehmen der großen Paketdienste wie DHL und DPD an.

Problematisch sei für viele Dienstleister unter anderem, dass lukrative Fahrten von Unternehmenszentralen zu Filialen ausblieben. Dabei werden normalerweise gleich mehrere Pakete an dieselbe Adresse geliefert. Auch die geschlossenen Grenzen haben laut dem BdKEP einen negativen Effekt. "Das Weltpostsystem ist sehr stark heruntergefahren. Sendungen fehlen in den Mengenströmen", sagt Schumann.

Mann in London wegen Corona-Infektionsdrohung gegen Polizisten verurteilt

06:45 Uhr: In London ist ein Mann zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt worden, weil er einen Polizisten angehustet und diesem mit einer Corona-Infektion gedroht hatte. Der 55-Jährige war von dem Beamten gestoppt worden, als er an den Türgriffen von geparkten Wagen herumgefingert hatte, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Der Mann habe daraufhin ausgerufen, dass er mit dem Coronavirus infiziert sei und den Beamten anstecken werde.

Der Mann hustete den Angaben zufolge daraufhin in Richtung des Polizisten. Außerdem habe er dem Beamten ins Gesicht gespuckt und gedroht, diesen zu beißen. Der 55-Jährige wurde nun auf Grundlage eines Gesetzes verurteilt, das seit November 2018 in Kraft ist und bis zu einjährige Haftstrafen für Angriffe auf Sicherheitskräfte während Einsätzen in Notfallsituationen vorsieht.

Hygieniker werben für einfache Schutzmasken im Kampf gegen Corona - RKI: "Keine Evidenz"

06:03 Uhr: Deutschlands führende Hygieniker gehen davon aus, dass auch einfache, sogar selbst genähte Schutzmasken das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus verringern können. "Wer angehustet wird und einen Mund-Nase-Schutz (MNS) trägt, schützt sich vor dem größten Teil der Tröpfchen, die im Tuch oder Stoff hängen bleiben", sagte der Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), Peter Walger, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag). Auch Privathaushalte sollten sich durchaus Masken aus Stoff nähen.

"Auch eingenähte Damenbinden können sinnvoll sein, sie erhöhen den Schutz und fangen zusätzlich Feuchtigkeit auf", sagte Walger. Durchfeuchtete Masken ließen sich rasch trocknen. "Bei 70 Grad in Mikrowelle oder Ofen sterben alle Viren ab." Walger sagte, wer etwa aus einem Meter von einem Infizierten angehustet werde, sei durch ein Tuch oder selbst einen Schal in einem hohen Maße davor geschützt, die Tröpfen einzuatmen, denn sie blieben im Schal hängen. Nur ein kleiner Teil würde durch die Poren hindurchfinden, und das auch nur bei großer Nähe zum Hustenden.

Auf der Straße sei das Tragen von MNS nicht unbedingt notwendig, sagte der DGKH-Sprecher weiter. An der frischen Luft oder in gut gelüfteten Räumen verteile sich die Tröpfchen-Wolke sofort in eine Verdünnung hinein, die das Risiko deutlich verringere. In nicht gelüfteten Räumen sei die Ansteckungsgefahr höher, werde aber auch dort durch einen einfachen MNS "erheblich" verringert. "Daher: Jede Maske schützt! Und je häufiger gelüftet wird, umso effektiver kann sie schützen."

Es sei "absolut ausreichend", bei Kontakten unter Nicht-Risikogruppen und im normalen sozialen Leben einen einfachen Mund-Nase-Schutz zu tragen. "Deswegen sollten jede Firma und jede Institution, die kann, Stoffmasken herstellen."

Das Robert-Koch-Institut teilt dagegen auf seiner Webseite mit, es gebe "keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert".

Coronakrise macht auch Schaustellern schwer zu schaffen

05:37 Uhr: Die Coronakrise macht auch den Schaustellern in Deutschland zu schaffen. "Dass die neue Saison jetzt nicht kommt, trifft uns hart", sagte Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes (DSB) und Präsident der Europäischen Schausteller-Union. Schließlich hätten die meisten seiner Kollegen seit den Weihnachtsmärkten kein Geld mehr verdient. Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, wurden Volksfeste abgesagt, darunter etwa der Hamburger Dom oder die Frankfurter Dippemess.

Nötig seien nun schnelle unbürokratische Sofortzahlungen, so Ritter. Und was die Kredite betreffe - da sei es wichtig, diese mit zahlbaren Zinsen zu belegen.

Bundesweit gibt es nach DSB-Angaben mehr als 5.000 Schaustellerunternehmen, die auf etwa 9.750 Volksfesten und 3.000 Weihnachtsmärkten unterwegs sind. Die Bedeutung der Branche sei gerade in Zeiten wie diesen nicht zu unterschätzen, sagte Ritter. "Wir sind auch systemrelevant. Wir sind das größte Antidepressivum im Land. Wir müssen den Leuten nach der Krise wieder Lebensfreude anbieten und dafür sorgen, dass die Kinder wieder lachen können."

Mehr als 100 Corona-Patienten aus anderen EU-Ländern in Deutschland

05:07 Uhr: Deutsche Krankenhäuser haben inzwischen 113 mit dem Coronavirus infizierte Patienten aus EU-Partnerländern aufgenommen. 85 davon wurden aus überlasteten französischen Gebieten nach Deutschland gebracht, 26 aus Italien und zwei aus den Niederlanden. Für Kranke aus Italien sind noch 81 weitere Betten in neun Bundesländern reserviert, für Frankreich sind es weitere 13 Betten in acht Bundesländern. Das teilte das Auswärtige Amt der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.

Italien ist mit mehr als 110.000 Infizierten das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in der Europäischen Union. Frankreich hat nach Zählung der Johns Hopkins Universität in den USA knapp 58.000 Infizierte und ist damit hinter Italien, Spanien und Deutschland das Land mit den viertmeisten Fällen, die Niederlande haben knapp 14.000 Infizierte registriert.

Die Patienten aus dem EU-Ausland wurden teils mit der Bundeswehr-Luftwaffe nach Deutschland transportiert. Im italienischen Neapel ist zudem seit Mittwoch ein Team aus Ärzten und Pflegern der Universitätsklinik Jena im Einsatz. Nach Angaben des Auswärtigen Amts wurden bereits sieben Tonnen Hilfsgüter - darunter Beatmungsgeräte und Atemmasken - nach Italien geschickt. Weitere Lieferungen seien zugesagt. Zum konkreten Bedarf liefen aber noch Gespräche.

Deutschland hat auch Spanien angeboten, Intensivpatienten in deutschen Kliniken aufzunehmen. Die spanische Regierung sei auf dieses Angebot aber bisher nicht eingegangen, da der Fokus derzeit noch auf der Umverteilung der Patienten innerhalb Spaniens liege, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Es gebe aber eine privatwirtschaftliche Hilfsinitiative der Klinikgruppe Helios, die am Montag ein Team aus fünf Ärzten und einer Pflegekraft sowie Beatmungsgeräte nach Madrid geschickt habe.

Partnersuche in der Krise: Institute leiden am meisten

05:00 Uhr: Die Coronakrise wirkt sich auch auf Partnervermittlungen und Singlebörsen in Deutschland aus. "Uns steht das Wasser bis zum Hals", sagt Simone Janssen, Pressesprecherin des Gesamtverbands der Ehe- und Partnervermittlungen, der bundesweit zehn Unternehmen mitsamt Filialen vertritt.

Es habe einen absoluten Einbruch bei den klassischen Instituten gegeben. Schwer haben es auch Partnerbörsen, die sich speziell an Corona-Risikogruppen wenden. Der hessische Anbieter Lebensfreude50.de etwa spricht Senioren an und muss nun mit einem deutlichen Umsatzrückgang kämpfen.

Bei der Hamburger Parship Group, zu der Parship und ElitePartner gehören, wurden bei Registrierungen oder Plattformaktivität bislang noch keine klaren Veränderungen festgestellt. Die Dating-App Tinder verzeichnet dagegen eine intensivere Nutzung ihres Angebots: Um zehn bis 30 Prozent habe sich die durchschnittliche Gesprächsdauer im März im Vergleich zum Vormonat verlängert.

Verband spricht von katastrophalen Corona-Folgen für Prostituierte

04:27 Uhr: Die Coronakrise mit dem derzeitigen Berufsverbot für Prostituierte hat laut dem Berufsverband für die Sexarbeiterinnen "katastrophale Folgen". "Die Frauen auf dem Straßenstrich trifft es am allerschlimmsten", sagte Nicole Schulze vom Vorstand des Berufsverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen der Deutschen Presse-Agentur. Sie fielen durch alle Soforthilfen durch, da sie häufig gar nicht registriert seien. Auch Hartz IV könnten viele nicht beantragen, weil sie die Voraussetzungen nicht erfüllten.

Schulze, im Berufsverband für den Straßenstrich zuständig, sagte, sie bekomme jeden Tag zig Anrufe von Frauen, die kein Geld mehr für Lebensmittel hätten. Oft handele es sich um Migrantinnen, die nicht in ihre Heimatländer zurück könnten, weil Grenzen dicht seien. Nach Angaben von Schulze (40), die selbst seit 16 Jahren auf dem Straßenstrich arbeitet, sind Hunderte Frauen derzeit in einer kritischen Lage, weil Einnahmen weggebrochen sind.

Daher hat Schulze einen Spendenaufruf auf der Plattform Leetchi im Internet gestartet. Rund 2.000 Euro seien bisher zusammengekommen. Zudem habe sie die Beratungsstelle Ara in Trier (Rheinland-Pfalz) mit ins Boot geholt, an die auch gespendet werden könne. "Die Frauen brauchen schnell Hilfe", sagte Schulze. Ihnen drohe neben Hunger die Obdachlosigkeit.

Schulze, die im Raum Trier in einem Wohnmobil als Sexarbeiterin tätig ist, hat Hartz IV beantragen können. Auch sie überlegt, wie sie Geld verdienen kann, wenn die Krise noch lange anhalte. Auf Telefonsex oder Dienstleistungen über Webcam will sie nicht umsteigen. "Da geht es mir wie allen auf der Straße: Ich kenne mich mit Computertechnik nicht aus." Sie könne sich aber vorstellen, als Sexualassistentin für Behinderte zu arbeiten.

Bundesweit sind laut Schulze rund 38.000 Prostituierte angemeldet. Die tatsächliche Zahl liege aber deutlich höher.

Deutsche Firmen in China nehmen nur langsam Fahrt auf

04:00 Uhr: Nach dem Abflachen der Coronavirus-Epidemie in China sehen deutsche Unternehmen zwar eine Verbesserung ihrer Lage, jedoch werden noch immer große Herausforderungen ausgemacht. Das geht aus den am Donnerstag veröffentlichten Ergebnissen einer Befragung unter den Mitgliedern der Deutschen Handelskammer in China hervor. "Deutsche Unternehmen in China sind technisch in der Lage, fast auf Vorkrisenniveau zu produzieren", sagte Maximilian Butek, Mitglied des Vorstands der Deutschen Handelskammer in der Region, anlässlich der Veröffentlichung der Studie.

Die Ergebnisse der März-Umfrage zeigten, dass sich Personalquote, Produktionskapazitäten und die interne Logistik für die meisten Befragten normalisiert haben. Die eigentliche Geschäftstätigkeit sei aber noch kaum wieder aufgenommen worden. "Die wirtschaftlichen Auswirkungen auf Unternehmen sind nach wie vor gravierend", teilte die Kammer mit. Mehr als zwei Drittel der befragten Firmen prognostizierten demnach für das erste Halbjahr einen zweistelligen Umsatzrückgang.

Trump rät Bevölkerung als Schutz vor Corona-Ansteckung zum Schal

01:52 Uhr: US-Präsident Donald Trump rät der Bevölkerung angesichts des Mangels an Atemschutzmasken in der Coronakrise, sich stattdessen mit einem Schal vor einer Ansteckung zu schützen. Schals oder Tücher würden von Experten sehr empfohlen und seien je nach Material "in gewisser Weise" sogar besser geeignet, sagte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) im Weißen Haus in Washington. Genauer wurde er nicht. Er betonte aber: "Ich sehe nicht, wo das schadet." Wichtig sei, medizinischem Personal keine Masken wegzunehmen.

Bereits am Dienstag hatte Trump den Amerikanern dazu geraten, sie könnten statt eines Mundschutzes auch einen Schal benutzen. "Jeder hat einen Schal." Zum Schutz vor dem Coronavirus sei nicht zwingend eine Maske erforderlich.

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus sind Schutzmasken auch in den USA zur Mangelware geworden. Die US-Regierung bemüht sich seit Tagen, die Produktion von Schutzmasken insbesondere für medizinisches Personal hochzufahren. Wegen des Mangels hatte die Lebens- und Arzneimittelbehörde der USA (FDA) am Wochenende eine Ausnahmegenehmigung erlassen, dass von Krankenhauspersonal verwendete Masken eines bestimmten Typs bis zu 20 Mal sterilisiert und wiederverwendet werden dürfen.

2.700 Besatzungsmitglieder verlassen US-Flugzeugträger

01:37 Uhr: Wegen der Ausbreitung des Coronavirus an Bord des US-Flugzeugträgers "USS Theodore Roosevelt" verlassen 2.700 Besatzungsmitglieder das Schiff. Rund 1.000 Soldaten seien bereits von Bord gegangen, in den kommenden Tagen sollen es insgesamt 2.700 sein, sagte der amtierende Marineminister Thomas Modly am Mittwoch (Ortszeit) im US-Verteidigungsministerium.

Es werde weiterhin nach Möglichkeiten gesucht, wo die Soldaten außerhalb des Schiffs untergebracht werden könnten, um sie zu isolieren. Der Flugzeugträger liegt derzeit vor der Pazifikinsel Guam vor Anker.

93 Besatzungsmitglieder seien positiv auf das Virus getestet worden, sagte Modley. 86 von ihnen zeigten Symptome, müssten aber nicht stationär behandelt werden. Nach und nach soll die gesamte Mannschaft auf das Virus Sars-CoV-2 getestet werden.

Ursprünglich bestand die Besatzung aus rund 5.000 Mitgliedern. Modly machte erneut deutlich, dass es nicht möglich sei, das hochgerüstete und nuklearbetriebene Schiff komplett zu evakuieren. Der Plan sei stets gewesen, so viele Crewmitglieder wie möglich von Bord gehen zu lassen, wie es die Sicherheit des Schiffs zulasse.

Es sei wichtig zu verstehen, dass der Flugzeugträger nicht mit einem Kreuzfahrtschiff verglichen werden könne, "nur weil er groß ist und schwimmt und viele Leute an Bord hat", sagte Modly. Der Chef der Marineoperationen, Michael Gilday, sagte, etwa 1.000 Soldaten müssten an Bord bleiben, um die Sicherheit und den Betrieb zu gewährleisten.

Restaurantkette Vapiano stellt Antrag auf Insolvenz

00:59 Uhr: Wegen der Coronavirus-Krise stellt die ohnehin angeschlagene Restaurantkette Vapiano beim Amtsgericht Köln einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das habe der Vorstand der Vapiano SE entschieden, teilte das Unternehmen am späten Mittwochabend in Köln mit. Zugleich werde geprüft, ob Insolvenzanträge für Tochtergesellschaften der Vapiano-Gruppe gestellt werden müssten.

Das Unternehmen hatte am 20. März seine Insolvenz mitgeteilt und erklärt, der Insolvenzgrund der Zahlungsunfähigkeit sei aufgrund des drastischen Umsatz- und Einnahmenrückgangs eingetreten. Zugleich hatte das Unternehmen einen "dringenden Appell an die Bundesregierung zur schnellen Umsetzung der wirtschaftlichen Hilfen in der Covid-19-Krise" gerichtet. Damit hoffte der Vorstand, den innerhalb einer Frist von drei Wochen gebotenen Insolvenzantrag doch noch abwenden zu können.

Nun teilte Vapiano SE mit, es sei keine Lösung für den zuletzt aufgrund der Covid-19-Krise nochmals signifikant gestiegenen Liquiditätsbedarf von insgesamt zusätzlich ca. 36,7 Millionen Euro gefunden worden. "Insbesondere konnte keine abschließende Einigung mit den finanzierenden Banken und wesentlichen Aktionären über die Beiträge zu der angestrebten umfassenden Finanzierungslösung erzielt werden", schrieb Finanzvorstand Lutz Scharpe in der Pflichtmitteilung für die Börsen. Mangels Einigung über eine solche Finanzierungslösung hätten auch die in Aussicht stehenden Finanzmittel aus staatlichen Covid-19-Unterstützungsprogrammen nicht beantragt werden können.

Sämtliche durch die Vapiano SE betriebenen Restaurants blieben wegen der Coronakrise weiterhin bis auf Weiteres geschlossen, hieß es weiter. Deutsche und internationale Franchisenehmer seien aber von der Insolvenz der Vapiano SE unmittelbar nicht betroffen. Die Vapiano SE betreibt weltweit eigenen Angaben zufolge 230 Restaurants, in Deutschland 55.

Alle Meldungen vom Mittwoch, 1. April:

Schulen in Kalifornien bleiben bis Sommer geschlossen

23:10 Uhr: In Kalifornien bleiben die Schulen wegen der Coronavirus-Pandemie bis zum Sommer geschlossen. Dies teilte der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom am Mittwoch mit. Schulen würden den Unterricht online fortführen. In dem US-Westküstenstaat sind rund sechs Millionen Schüler von der Regelung betroffen. Schon seit Wochen sind die Schulen geschlossen. Das laufende Schuljahr geht in den meisten Bezirken Mitte Juni zuende.

In Kalifornien sind nach Informationen vom Mittwoch mehr als 8.700 Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen, in dem Westküstenstaat starben bereits 185 Menschen.

UN-Klimakonferenz COP26 verschoben

22:18 Uhr: Die UN-Klimakonferenz wird wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben. Das teilte die britische Regierung am Mittwochabend mit. Die Konferenz sollte eigentlich im November im schottischen Glasgow stattfinden. Die Konferenz soll nun im kommenden Jahr abgehalten werden. Das genaue Datum stehe aber noch nicht fest.

"Im Lichte der andauernden, weltweiten Effekte von Covid-19 ist es nicht mehr möglich, eine ehrgeizige, inklusive COP26 im November 2020 abzuhalten", so die Begründung. COP26 ist das Kürzel für die nächste Klimakonferenz.

"Die Welt ist derzeit einer nie da gewesenen globalen Herausforderung ausgesetzt und Staaten fokussieren zu Recht ihre Bemühungen darauf, Leben zu retten und Covid-19 zu bekämpfen", sagte der britische Minister für Wirtschaft und Energie, Alok Sharma.

Trotz der Verschiebung der Weltklimakonferenz will die EU-Kommission an ihrem Zeitplan festhalten und bis September ein neues europäisches Klimaziel für 2030 präsentieren. Dies kündigte Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans am späten Mittwochabend in Brüssel an. Derzeit gilt, dass die EU den Treibhausgas-Ausstoß bis 2030 um 40 Prozent unter den Wert von 1990 bringen will. Die Kommission will die Marke auf 50 bis 55 Prozent hochsetzen, vorher aber die Auswirkungen genau prüfen.

Zu viele Corona-Infektionen: Münchner Klinik gibt Alltagsbetrieb auf

22:10 Uhr: Wegen einer Vielzahl von Corona-Infektionen unter Patienten und Mitarbeitern gibt eine Münchner Klinik den normalen Krankenhausbetrieb vorübergehend auf. "Es geht darum, dass wir keine neuen Patienten aufnehmen, und die Patienten, die entlassen werden könnten, aktuell nicht entlassen", erläuterte der Sprecher des Helios Klinikum München West, Marten Deseyve, am Dienstagabend auf Anfrage. "Alle Patienten, die jetzt da sind, bleiben auch weiter da." So sollten Infektionsketten unterbrochen werden. Bislang wurden 14 Patienten und 2 Mitarbeiter positiv getestet, wie Deseyve sagte.

Coronavirus lässt Zahl der Morde in Medellín auf Rekordtief sinken

21:22 Uhr: In der kolumbianischen Millionenmetropole Medellín, die einst für das Kartell von Pablo Escobar berüchtigt war und unter der Gewalt des Drogenbosses litt, ist die Zahl der Morde aufgrund der Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Covid-19-Pandemie so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Wie das Sicherheitssekretariat der Stadt bekanntgab, wurden dort im März 18 Menschen getötet. "Das ist eine historische Zahl", sagte Medellíns Sicherheitssekretär José Gerardo Acevedo in einem Video der Stadtverwaltung auf Twitter. Die Gesamtzahl der Morde in diesem Jahr liege bei 86, was einen Rückgang um 44 Prozent darstelle. Auch bei anderen Delikten sei die Zahl gesunken. Der März war nach einem Bericht der Zeitung "El Espectador" der Monat mit den wenigsten Morden in Medellín in 40 Jahren.

Mehr als 200.000 Corona-Fälle in den USA nachgewiesen

21:05 Uhr: In den USA sind mehr als 200.000 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden - so viele wie nirgendwo sonst auf der Welt. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore von Mittwoch hervor. Am Mittwochnachmittag (Ortszeit) verzeichnete die Universität 203.608 Fälle. Ein Großteil der Infektionen wurde im Bundesstaat New York registriert. Gemessen an der absoluten Zahl der bestätigten Infektionen sind die USA inzwischen weltweit am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffen.

In China, wo die Lungenerkrankung Covid-19 erstmals nachgewiesen wurde, gab es bis Mittwoch rund 82.000 bestätigte Infektionen. In Italien, das in Europa am schwersten getroffene Land, waren es mehr als 110.000 Fälle, in Deutschland mehr als 76.000. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus, weil es in kaum einem Land genügend Tests gibt, um Menschen flächendeckend zu untersuchen.

Krankenhäuser in Paris überlastet - Schwer Erkrankte werden in andere Regionen transportiert

20:36 Uhr: Im Ballungsraum Paris spitzt sich die Lage angesichts der Corona-Krise in den Krankenhäusern zu. "Wir hatten eine äußerst schwierige Nacht, da wir tatsächlich am Ende unserer Krankenhauskapazitäten sind", sagte Aurélien Rousseau, Direktor der regionalen Gesundheitsbehörde Île de France, am Mittwoch dem Sender Franceinfo. "In der Region Paris gibt es 1200 Intensivbetten. Zurzeit haben wir 2700 Patienten auf der Intensivstation."

Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon sagte am Abend, dass in Frankreich nun 4032 Patienten der COVID-19-Krankheit erlegen seien.

Es starteten zwei Sonderzüge mit schwer erkrankten Covid-19-Patientinnen und -Patienten aus der Hauptstadtregion in Krankenhäuser in die westfranzösische Region Bretagne. In den speziellen medizinischen TGV-Hochgeschwindigkeitszügen wurden 36 Patienten transportiert und in Krankenhäuser in Brest, Rennes und Saint-Brieuc gebracht. Nach den Worten von Salomon gelangten bisher 344 schwer erkrankte Patienten in Regionen, die weniger von der Pandemie betroffen sind.

Putin unterzeichnet Gesetze für härtere Gangart

20:00 Uhr: Kremlchef Wladimir Putin hat in der Corona-Krise den Weg für massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Russland freigemacht. Der Präsident unterzeichnete am Mittwochabend mehrere Gesetze, darunter auch eine Vollmacht für die Regierung, im ganzen Land den Ausnahmezustand zu verhängen. In Kraft traten durch Putins Unterschrift auch die vom Parlament am Vortag beschlossenen Gesetze für schärfere Strafen bei Verstößen gegen die Quarantänevorschriften und wegen der Verbreitung von Falschnachrichten. Möglich sind nun hohe Geld- und Haftstrafen.

Putin sagte bei einer als Videokonferenz organisierten Regierungssitzung, dass sich die Lage um das Coronavirus in Russland verschlimmere. Landesweit gab es nach offiziellen Angaben am Mittwoch fast 2.800 Infektionen, mehr als die Hälfte davon in Moskau. Mehr als 20 Menschen starben bisher an der Lungenkrankheit. Nach Darstellung von Putin stehen mehr als drei Millionen Menschen in Russland unter Quarantäne.

Bundesstaat New York: Knapp 400 Tote an einem Tag - Spielplätze schließen

19:35 Uhr: Im besonders heftig von der Corona-Krise getroffenen US-Bundesstaat New York halten sich die Bürger nach Ansicht von Gouverneur Andrew Cuomo nicht streng genug an die weitreichenden Kontaktbeschränkungen. Dies gelte vor allem für junge Leute. "Wer muss noch sterben, damit ihr versteht, dass ihr eine Verantwortung habt?", sagte Cuomo am Mittwoch bei seiner täglichen Pressekonferenz. Er verkündete, deshalb die Spielplätze in New York City zu schließen.

Derweil stieg die Opferzahl an einem Tag um 391 auf mehr als 1900. Die Zahl der bestätigten Infektionen lag bei rund 84.000 - das sind 9.000 mehr als am Dienstag. Der Höhepunkt der Pandemie wurde demnach für Ende des Monats errechnet.

Italien: Mehr als 720 Tote innerhalb eines Tages

19:30 Uhr: Italien hat mehr als 720 Tote innerhalb eines Tages im Zuge der Corona-Pandemie vermeldet - allerdings bleibt der Anstieg der Zahl der aktuell Infizierten stabil. Bis Mittwoch stieg die Zahl der derzeit erfassten Positiven um 2937 auf 80.572, teilte der Zivilschutz mit. Das war ein Anstieg um weniger als vier Prozent. Der Druck auf die Kliniken scheint abzunehmen. Bei den Menschen auf der Intensivstation kamen nur 12 hinzu.

Die Regierung hat mittlerweile die Maßnahmen wie Ausgangssperren bis zum 13. April verlängert.

Knappe Schutzmasken können ausnahmsweise wiederverwendet werden

19:10 Uhr: Angesichts des riesigen Bedarfs wegen der Corona-Krise sollen Schutzmasken für medizinisches Personal - falls nicht ausreichend vorhanden - unter besonderen Sicherheitsauflagen ausnahmsweise wiederverwendet werden, teilte das Gesundheits- und Arbeitsministerium nach einer Sitzung des Krisenstabs der Bundesregierung am Mittwoch mit.

Es wird demnach ein Verfahren möglich, bei dem Masken einer Person zugeordnet und durch Erhitzen dekontaminiert werden können. So könnten besonders Atemschutzmasken mit Filterfunktion maximal drei Mal wieder aufbereitet werden.

Verschiebung der Tour de France in der Diskussion - Neustart ab Juli?

18:23 Uhr: Bei den Planungen für die Wiederaufnahme der Radsport-Saison deutet sich eine Verschiebung der Tour de France an. Der Weltverband UCI und die Teams sind demnach übereingekommen, dass eine Austragung der Frankreich-Rundfahrt von höchster Wichtigkeit ist. Andernfalls stünden mehrere Mannschaften vor erheblichen finanziellen Problemen.

Laut UCI-Vizepräsident Renato Di Rocco kommen drei mögliche Termine für den Neustart der Saison in Betracht: Der 1. Juli, der 15. Juli oder der 1. August. Der Start der Frankreich-Rundfahrt ist für den 27. Juni in Nizza angesetzt und wird angesichts der Ausbreitung des Coronavirus immer unwahrscheinlicher. Die Tour-Organisatoren wollen laut Di Rocco mit einer Entscheidung bis zum 15. Mai warten. Auch eine Austragung ohne Zuschauer gilt als eine Variante.

Merkel würde Tracking-App auch selbst nutzen

17:41 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für den Einsatz sogenannter Tracking-Apps in der Coronakrise ausgesprochen, wenn diese in Tests erfolgversprechende Ergebnisse liefern. Merkel würde eine solche App nach eigenen Angaben auch selbst nutzen.

"Klar ist jetzt schon, dass wir das auf freiwilliger Basis machen würden", sagte sie am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder.

Wenn sich bei Tests dieser Apps herausstelle, dass sie die Nachverfolgung von Kontaktfällen besser überprüfbar machten, dann würde sie "unbedingt dafür sein, dass den Bürgern zu empfehlen und wäre dann natürlich auch bereit für mich selber das anzuwenden und damit vielleicht anderen Menschen zu helfen", sagte Merkel.

Die Technik zur Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten wird aktuell in Berlin von Soldaten in der Julius-Leber-Kaserne getestet. Es geht dabei um eine App, die Bürger freiwillig installieren könnten und die sie ohne Preisgabe von Namen oder Standortdaten anonymisiert warnt, wenn sie Kontakt mit einem bestätigten Infizierten hatten.

Wimbledon wegen Coronakrise abgesagt

17:11 Uhr: Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg fällt Wimbledon aus. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie werde das vom 29. Juni bis 12. Juli angesetzte Tennis-Turnier nicht ausgetragen, teilten die Organisatoren am Mittwoch mit.

Die nächste Auflage wurde gleichzeitig für den 28. Juni bis 11. Juli 2021 angekündigt.

Podcast "Logbuch Quarantäne": Studentin Katja in Ecuador gestrandet

17:00 Uhr: Studentin Katja hat einen regelrechten Umbuchungsmarathon hinter sich. Die 23-Jährige war in Ecaudor gestrandet - und kam nur mit Glück zurück nach Frankfurt. Hören Sie in unserem Podcast "Logbuch Quarantäne" Katjas ganze Geschichte.

Weitere Geschichten von gestrandeten Urlaubern finden Sie hier: Angst, Wut und Verzweiflung: Gestrandete Urlauber erzählen ihre Geschichte

Söder: Wollen keine Verschärfung, aber eine Verlängerung

16:55 Uhr: Bayerns Minsiterpräsident Markus Söder hat sich am Mittwoch-Nachmittag auf einer extra einberäumten Pressekonferenz zu den in Deutschland verlängerten Kontaktbeschränkungen geäußert.

Der CSU-Politiker betonte, dass man keine Verschärfung der Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus wolle, aber eine Verlängerung bis zum 19. April. "Die Maßnahmen greifen, das spüren wir." Er betonte aber auch, dass nicht zu erwarten sei, dass ab dem 20. April, einem politisch festgelegten Termin, "alles wird wie vorher".

Die Verlängerung sei einheitlich in Absprache mit Ländern und Bund getroffen worden, so Söder.

Mehr als 60 Coronafälle: Aufnahmestopp für Klinikum in Potsdam

16:41 Uhr: Das größte Krankenhaus in Potsdam wird wegen einer Häufung von Corona-Infizierten für neue Aufnahmen geschlossen. Das teilte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) am Mittwoch mit.

Am Freitag solle das Robert Koch-Institut gemeinsam mit der Stadt die Lage neu bewerten. Wie lange die Maßnahmen im Ernst von Bergmann-Klinikum gelten, war zunächst offen.

Nur unabweisbare Notfälle wie etwa akuter Herzinfarkt und Frauen, die ein Kind bekommen, sollen noch in die Klinik dürfen. Die Häufung war am Wochenende aufgetreten.

Bislang wurde das Virus laut Klinik bei mehr als 60 Patienten nachgewiesen, 11 davon sind auf der Intensivstation. Sieben Infizierte seien bislang gestorben, der Grund der Infektion sei aber unklar.

Litauen stellt Flug- und Fährverkehr ein

16:40 Uhr: Litauen setzt im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus den internationalen Personenverkehr aus. Die Regierung in Vilnius untersagte am Mittwoch den Flug- und Fährverkehr.

Die Maßnahme gelte nach Angaben von Gesundheitsminister Aurelijus Veryga ab dem 4. April. Ausgenommen von dem Verbot ist eine Fährverbindung zwischen der Ostseestadt Klaipeda und Kiel in Schleswig-Holstein.

Für den Warenverkehr bleiben die bereits zuvor für Ausländer geschlossenen Grenzen offen.

Algerien und Irak entlassen Tausende Häftlinge wegen Coronavirus

16:28 Uhr: Offenbar aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus sollen in Algerien und im Irak Tausende Gefangene entlassen werden. Algeriens Präsident Abdelmadjid Tebboune unterzeichnete am Mittwoch ein Dekret zur Begnadigung von mehr als 5.000 Häftlingen.

Ausgenommen sind Häftlinge, die wegen Terrorismus, Korruption, Spionage, Drogenhandel, Vergewaltigung oder Mord verurteilt wurden. In dem nordafrikanischen Land wurden bisher 716 Infektionen mit SARS-CoV-2 gemeldet, darunter 44 Todesopfer.

Im Irak ordneten die Gerichte die Freilassung von mehr als 750 Häftlingen an, hieß es aus Gerichtsquellen am Mittwoch. Ziel der Maßnahme sei, eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Im Irak wurden bisher 715 Infektionen gemeldet, darunter 50 Todesfälle.

Israel stellt Teil der Raketen-Produktion auf Beatmungsgeräte um

16:19 Uhr: Israel stellt angesichts der schnellen Ausbreitung des Coronavirus eine Produktionslinie für Raketen auf die Herstellung von Beatmungsgeräten um. Bereits 30 Beatmungsgeräte seien an das Gesundheitsministerium geliefert worden, bestätigte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums am Mittwoch.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger SARS-CoV-2 mittlerweile bei 5.591 Personen in Israel nachgewiesen worden, 226 sind wieder genesen. 22 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Universität: Mehr als 4.000 Coronavirus-Tote in den USA

16:12 Uhr: In den USA ist die Zahl der gestorbenen Coronavirus-Patienten auf über 4.000 gestiegen. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor, die am Mittwochmorgen (Ortszeit) 4.081 Todesfälle verzeichnete.

Mit rund 1.100 Toten ist die Millionenstadt New York demzufolge die am heftigsten getroffene Stadt. Weil die Kapazitäten der Krankenhäuser dort nicht auf die Ansteckung weiter Teile der Bevölkerung vorbereitet sind, werden provisorische Kliniken aufgebaut und vorhandene Einrichtungen mit zusätzlichen Betten aufgestockt.

Corona-Tote in Ecuador werden in Kühlcontainern gelagert

16:07 Uhr: In der ecuadorianischen Millionenmetropole Guayaquil werden die Corona-Toten in Kühlcontainern gelagert. Der erste von vier Containern sei in der Hafenstadt eingetroffen und auf dem Gelände eines Krankenhauses aufgestellt worden, sagte Bürgermeisterin Cynthia Viteri in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit).

In den Containern könnten nun die Leichen von Patienten aufbewahrt werden, die zuletzt in den Kliniken oder zu Hause gestorben waren. Zudem sei in einer Veranstaltungshalle ein provisorisches Krankenhaus eingerichtet worden.

Vermutlich neun Corona-Tote in bayerischem Seniorenheim

15:52 Uhr: In einem Seniorenheim in Bayern sind neun Bewohner mutmaßlich an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Zwar wurden nur zwei der neun seit Freitag verstorbenen Senioren positiv auf das Coronavirus getestet, sagte Landrat Stefan Rößle (CSU) am Mittwoch.

Das liege jedoch daran, dass nicht bei allen ein Test erfolgt sei. Wegen des engen zeitlichen Zusammenhanges sei bei allen Todesfällen von einer COVID-19-Erkrankung als Ursache auszugehen.

Kontaktbeschränkungen sollen bis nach Ostern verlängert werden

15:45 Uhr: Bund und Länder wollen die bestehenden scharfen Kontaktbeschränkungen wegen der Coronakrise mindestens bis zum Ende der Osterferien verlängern.

Die Bürger "bleiben angehalten, auch während der Osterfeiertage Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum zu reduzieren", heißt es in einer der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vorliegenden Beschlussvorlage für die Telefonkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer.

Ehemaliger Regierungschef von Somalia an COVID-19 gestorben

15:42 Uhr: Der ehemalige Regierungschef von Somalia Nur Hassan Hussein hat sich in London mit dem Coronavirus infiziert und ist an den Folgen gestorben. Das sagte sein Sohn Haji Mohamed Nur Adde am Mittwoch dem somalischen Radiosender Radio Mogadischu.

Hussein, genannt auch Nur Adde, sei zwei Wochen lang krank gewesen. Der 1938 geborene Politiker war von 2007 bis 2009 Ministerpräsident von Somalia.

Das von Konflikten zerrüttete Land am Horn von Afrika hat bislang mindestens fünf offiziell bestätigte Fälle von COVID-19 und keine Tote. In Großbritannien haben sich mehr als 25 000 Menschen mit SARS-CoV-19 infiziert und mindestens 1.700 Menschen sind gestorben.

Ärzte aus Jena helfen in Italien

15:37 Uhr: Angesichts der hohen Zahl von Corona-Toten in Italien schickt Deutschland weitere Hilfe. Ein vierköpfiges Team aus Ärzten und Pflegenden der Uniklinik Jena machte sich am Mittwoch vom Erfurter Flughafen aus in Richtung Süden auf den Weg, wie die Thüringer Staatskanzlei auf Twitter mitteilte.

Die Mediziner sollten nach Neapel gebracht werden, berichtete der CDU-Bundestagsabgeordnete Marian Wendt. Über die Pläne war bereits in der vergangenen Woche informiert worden.

Wendts Angaben zufolge bereitet sich außerdem der ADAC darauf vor, weitere Italiener von Bergamo nach Bayern zu bringen, wo sie in Erlangen und Regensburg behandelt werden sollen. Zusätzlich sollen sechs italienische Intensiv-Patienten nach Köln gebracht werden. Am Mittwoch ist die Luftwaffe deshalb zu einem weiteren Flug nach Bergamo gestartet.

Britischer Tabakkonzern BAT arbeitet an Impfstoff gegen Coronavirus

15:34 Uhr: Der britische Tabakkonzern British American Tobacco (BAT), der Zigarettenmarken wie Lucky Strike und Dunhill herstellt, arbeitet mit einer Tochterfirma an einem Impfstoff gegen das Coronavirus - und nutzt dafür Tabakpflanzen. Wie BAT am Mittwoch mitteilte, arbeitet seine US-Biotechnologie-Tochter Kentucky BioProcessing (KBP) an der Entwicklung des Impfstoffs.

Der Impfstoff befindet sich den Angaben zufolge in der vorklinischen Prüfung. Er wurde also noch nicht an Patienten getestet und hat dafür auch noch keine Genehmigung der Gesundheitsbehörden.

Wenn die Tests gut verlaufen, will BAT aber bereits ab Juni zwischen einer und drei Millionen Impfdosen pro Woche herstellen. Der Konzern will dabei mit anderen Partnern und Behörden zusammenarbeiten.

KBP hat den Angaben zufolge einen Teil der genetischen Sequenz des Coronavirus geklont und auf dieser Grundlage ein sogenanntes Antigen entwickelt, welches eine Immunantwort im Körper und die Produktion von Antikörpern auslöst. Das Antigen wurde dann zur Vervielfältigung in Tabakpflanzen eingesetzt.

Ausnahmeregelung für Profi-Sport in NRW

15:29 Uhr: DFL-Präsidiumsmitglied Alexander Wehrle hat eine Ausnahmeregelung für die Profi-Sportler in Nordrhein-Westfalen bestätigt. Die NRW-Landesregierung genehmigte unter den allgemeingültigen Hygienevorschriften, dass Berufssportler in der Coronakrise trainieren dürfen.

Dazu gehören unter anderem auch die Vereine der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga, die nach und nach an ihren Übungsstätten unter strengen Auflagen ins Training zurückkehren.

Elfjährige in Indonesien gestorben

15:19 Uhr: Aus Indonesien ist ein weiterer Todesfall eines mit dem Coronavirus infizierten Kindes gemeldet worden. Ein elfjähriges Mädchen sei auf der Insel Madura gestorben, teilten die Behörden des südostasiatischen Landes am Mittwoch mit.

Das Kind war demnach wegen Dengue-Fieber am 19. März in ein Krankenhaus eingeliefert worden und am nächsten Tag gestorben. Tests ergaben erst diese Woche, dass das Mädchen auch mit dem Coronavirus infiziert war.

Brandenburger Landtag beschließt Rettungsschirm

15:15 Uhr: Der Rettungsschirm für die Coronakrise in Brandenburg von bis zu zwei Milliarden Euro ist beschlossen. Der Landtag entschied am Mittwoch in Potsdam einstimmig darüber bei Enthaltungen von Linken und Freien Wählern und stellte eine außergewöhnliche Notlage fest, damit neue Schulden möglich sind.

Das Geld soll unter anderem kleinen Unternehmen, Kita-Eltern ohne Betreuungsmöglichkeit und Krankenhäusern zugute kommen. Der Schutzschirm ist Teil des Nachtragshaushaltes für 2020, einem Rekordhaushalt mit einem Volumen von 15,2 Milliarden Euro.

Die Kredite sollen über 30 Jahre getilgt werden. Finanzministerin Katrin Lange (SPD) ließ offen, ob ein weiterer Nachtragsetat nötig wird.

Vier weitere COVID-19-Tote in Wolfsburger Pflegeheim - 22 Opfer

15:11 Uhr: Im Wolfsburger Hanns-Lilje-Heim sind mittlerweile 22 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. In den vergangenen 24 Stunden seien vier weitere Opfer dazugekommen, sagte eine Sprecherin der Diakonie Wolfsburg am Mittwoch. Die Diakonie betreibt das Heim.

Gleichzeitig gebe es auch gute Nachrichten: Vier Bewohner seien auf dem Weg der Besserung. "Die scheinen es tatsächlich zu schaffen." Wie viele Infizierte insgesamt in dem Heim leben, konnte die Sprecherin zunächst nicht sagen.

Am Montag hatte Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Dieter Mohrs (SPD) von insgesamt 79 positiv getesteten Menschen gesprochen.

Rohre in Australien verstopfen

15:04 Uhr: Der Mangel an Klopapier in der Coronakrise hat auch in Australien ein Problem verschärft: Die Rohre verstopfen, weil die Leute anderes Material nutzen. Die Wasserbehörde von Sydney meldete am Mittwoch für den Monat März 22 Prozent mehr an Verstopfungen.

Das liegt demnach daran, dass mehr Feuchttücher und andere Materialien auf der Toilette genutzt werden - diese sollte man nicht herunterspülen. Die Zunahme an Blockaden hängt laut Behörde mit dem Toilettenpapier-Mangel während der Corona-Pandemie zusammen.

Adidas entschuldigt sich und zahlt jetzt doch Miete

14:41 Uhr: Der Sportartikelhersteller Adidas zahlt nach harscher öffentlicher Kritik nun doch seine Mieten und entschuldigt sich für sein Vorpreschen. "Die Entscheidung, von Vermieter(innen) unserer Läden die Stundung der Miete für April zu verlangen, wurde von vielen von Ihnen als unsolidarisch empfunden", heißt es in einem offenen Brief, den Adidas am Mittwoch veröffentlichte. "Ihre Meinung ist uns wichtig, und Ihre Meinung ist eindeutig: Sie sind von adidas enttäuscht."

Adidas hatte im Zuge der Corona-Krise angekündigt, die Miete für die geschlossenen Läden in Europa ab April nicht mehr zu bezahlen. Man sei in Gesprächen mit den Vermietern. Daraufhin hatte es zum Teil harsche Kritik aus allen Teilen der Gesellschaft gehagelt. Im Internet gab es Boykott-Aufrufe.

"Deshalb möchten wir uns bei Ihnen in aller Form entschuldigen. Wir haben unseren Vermieter(innen) die Miete für April bezahlt. Fairness und Teamgeist sind seit jeher eng mit Adidas verknüpft und sollen es auch bleiben", heißt es in dem Brief weiter.

Gehaltsverzicht beim Bundesligisten 1899 Hoffenheim

14:30 Uhr: Bei der TSG 1899 Hoffenheim hat wegen der Corona-Krise die Geschäftsführung mit den Lizenzspielern, dem Trainerteam und den Direktoren einen Gehaltsverzicht beschlossen.

Zuvor hatte der Club bereits einen Hilfsfonds aufgelegt, um Partner, deren Existenz unmittelbar mit dem Spielbetrieb der Bundesliga zusammenhängt, sowie auch wichtige Einrichtungen, Institutionen oder Sportclubs in der Rhein-Neckar-Region im Bedarfsfall zu unterstützen.

Bordgastronomie geschlossen - Bahn spendet Lebensmittel an Tafeln

14:03 Uhr: In den Bordbistros der Deutschen Bahn gibt es wegen der Coronakrise derzeit Speisen und Getränke nur in Einwegverpackungen und zum Mitnehmen.

Frische Speisen können nicht verkauft werden, auch wenn die Vorräte bereits angelegt wurden. Damit Currywurst, Chili und andere Speisen nicht verderben, hat das Unternehmen jetzt 600 Kilogramm Lebensmittel an die Frankfurter Tafel gespendet.

Nach Angaben einer Sprecherin haben in den vergangenen Tagen nicht nur Tafeln, sondern auch Feuerwehren und andere soziale Organisationen insgesamt mehr als 40 Tonnen Lebensmittel im Wert von 140.000 Euro erhalten.

Luftwaffe fliegt sechs weitere Italiener aus Bergamo aus

13:56 Uhr: Die Luftwaffe ist am Mittwoch zu einem weiteren Flug nach Bergamo gestartet, um schwer an COVID-19 erkrankte Italiener zur Behandlung nach Deutschland zu fliegen.

Mit dem Flug des Airbus A310 MedEvac sollten sechs Intensiv-Patienten nach Köln gebracht werden, sagte ein Luftwaffen-Sprecher am Mittwoch in Berlin. Sie sollen in zivile Krankenhäuser behandelt werden.

Kanzleramt hält Corona-Tracking-App für vielversprechend

13:43 Uhr: Die Bundesregierung setzt große Hoffnungen in eine App zur Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten, die aktuell in Berlin getestet wird. Die Regierung suche "mit Hochdruck" gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) nach einer Lösung, die für Deutschland funktionieren könne, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch in Berlin.

Kanzleramtsminister Helge Braun halte den Ansatz des RKI, das mit dem Fraunhofer-Institut und zahlreichen Wissenschaftlern dazu kooperiert, für "sehr vielversprechend", fügte sie hinzu. Sie betonte, diese App könnte grenzüberschreitend in Europa funktionieren.

Jugendherbergswerk sieht Zukunft durch Corona-Pandemie gefährdet

13:41 Uhr: Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) sieht seine Zukunft durch die Corona-Pandemie als gefährdet an. "In den vergangenen Tagen wurden nahezu alle rund 450 Jugendherbergen der 14 DJH-Landesverbände geschlossen, und es ist absolut nicht absehbar, wann sie wieder öffnen können", erklärte Hauptgeschäftsführer Julian Schmitz am Mittwoch in Detmold.

Es sei "eine existenzbedrohende Krise", wie sie der Verband in seiner 111-jährigen Geschichte noch nicht erlebt habe.

CSU strikt gegen aktuelle Lockerungen der Corona-Beschränkungen

13:37 Uhr: Die CSU hat sich vor einer Bund-Länder-Schalte zur Bekämpfung des Coronavirus strikt gegen ein Aufweichen der strengen Kontaktbeschränkungen ausgesprochen.

In der aktuellen Lage könne keine Entwarnung gegeben werden, "die Situation bleibt ernst", sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Mittwoch in einer Telefonschalte mit Journalisten.

"Es ist nicht die Zeit jetzt, um über Lockerungen zu reden." Zunächst müssten die vereinbarten Maßnahmen wirken können.

Hausärzte fordern mehr Hilfe: "Unterstützt die, die euch schützen!"

13:26 Uhr: Die Hausärzte in Deutschland wünschen sich in der Coronakrise mehr Schutz und Unterstützung. "Unterstützt die, die euch schützen!", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung des Deutschen Hausärzteverbands und der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin vom Mittwoch.

"Gerade die, die in diesen herausfordernden Zeiten an vorderster Front arbeiten und damit einen Schutzwall gegen die Überforderung der Krankenhäuser bilden, müssen unbedingt Politik und Selbstverwaltung hinter sich wissen."

So müsste etwa die telefonische medizinische Betreuung in gleicher Weise vergütet werden wie die persönliche, fordern die Verbände. Außerdem müssten Ärzte und Pflegende mit ausreichend Schutzausrüstung versorgt werden.

Klare DFL-Ansage: Bundesliga-Geisterspiele nicht im Free-TV

13:20 Uhr: Auf ein Stadionerlebnis müssen die Fußball-Fans in Deutschland noch lange verzichten - doch trotz der steigenden Sehnsucht nach Live-Events wird es mögliche Geisterspiele nur in Ausnahmefällen im Free-TV zu sehen geben.

"Alles für alle frei zugänglich anzubieten, würde die Verträge, die wir auch mit den öffentlich-rechtlichen Sendern haben, sehr tangieren beziehungsweise die Wertigkeit komplett zerstören. Damit würden wir vertragsbrüchig werden", stellte DFL-Boss Christian Seifert klar.

Von der Leyen kündigt europäischen Plan für Kurzarbeitergeld an

13:08 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat einen europäischen Plan für Kurzarbeitergeld in der Coronakrise angekündigt. Die Initiative namens "Sure" solle Italien, Spanien und allen anderen von der Coronakrise besonders betroffenen EU-Staaten zugute kommen, sagte von der Leyen am Mittwoch in einer Videobotschaft auf Twitter.

Die Kommission werde diese Woche ein neues Instrument vorlegen, das mit einer Garantie aller Mitgliedsstaaten abgesichert sein solle.

In der Krise brauchten Unternehmen Unterstützung, die vorübergehend keine Aufträge hätten, aber dennoch ihre Fachkräfte halten wollten. "Dazu passt perfekt das Konzept der Kurzarbeit", sagte von der Leyen.

DAZN will Zahlungen an Sportverbände stoppen und Kurzarbeit anmelden

12:55 Uhr: Der Streamingdienst DAZN will weltweit die Zahlungen an die Sportverbände stoppen. Das betreffe die fälligen Summen für abgesagte und verschobene Veranstaltungen, berichten die Branchendienste "Sportspromedia" und "Sportbusinessdaily".

Auch beim Personal solle gespart werden. Für einen Teil der Mitarbeiter hierzulande wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Kurzarbeit angemeldet.

In einer Stellungnahme vom Mittwoch hieß es: "Aufgrund der Auswirkungen von COVID-19 auf den Sport prüft DAZN eine Reihe von Maßnahmen, um es dem Unternehmen zu ermöglichen, diese schwierige Zeit zu überstehen und durchstarten zu können, sobald es wieder Live-Sport gibt." Zu Details wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

Indien schickt trotz Mangel Schutzkleidung nach Serbien

12:52 Uhr: Indien hat trotz eines Mangels an Schutzausrüstung im eigenen Land 90 Tonnen Hilfsgüter nach Serbien geschickt. Dazu gehören unter anderem Schutzkleidung, Handschuhe und Masken.

Dies wurde bekannt, nachdem die UN-Entwicklungsagentur UNDP, die nach eigenen Angaben den Cargoflug organisiert hatte, darüber twitterte und indische Medien berichteten.

Die serbische Regierung hat laut UNDP das Material gekauft und die EU die Transportkosten übernommen. Ein Sprecher des indischen Gesundheitsministeriums wollte sich am Mittwoch auf Anfrage nicht zu den Berichten äußern.

In Indien helfen sich Ärzte und Krankenpfleger in einigen Teilen des Landes zurzeit mit Regenmänteln aus, weil Schutzkleidung fehlt, wie örtliche Medien schrieben. Mindestens hundert Ärzte hätten in Quarantäne gemusst, nachdem sie ohne Schutzausrüstung Kontakt zu Coronavirus-Patienten hatten, berichtete der Fernsehsender NDTV.

Audi unterstützt Kliniken und Heime

12:47 Uhr: Der Autobauer Audi will Krankenhäuser, Pflegeheime und Sozialeinrichtungen mit fünf Millionen Euro Soforthilfe unterstützen. Das Geld fließe zusätzlich zu den 600.000 Euro, die Audi am Montag an Kliniken in Ingolstadt und Heilbronn gegeben habe, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Außerdem meldeten sich immer mehr Mitarbeiter als freiwillige Helfer. Markus Duesmann, der am Mittwoch sein Amt als neuer Audi-Chef antrat, sagte: "Ich danke allen Audianerinnen und Audianern, die in dieser außergewöhnlichen Zeit nach vorn schauen, mitanpacken und helfen, wo sie gebraucht werden."

Praxisärzte sehen keine akuten Medikamentenengpässe

12:25 Uhr: Die Praxisärzte sehen im Moment keine Anzeichen für größere Medikamentenengpässe wegen der Coronakrise in Deutschland. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) verwies am Mittwoch darauf, dass es bei bestimmten Substanzen, wie dem Narkosemittel Propofol auch schon früher Lieferprobleme gegeben habe.

Der stellvertretende KBV-Chef Stephan Hofmeister sagte bei einer online übertragenen Pressekonferenz, das Problem der Arzneimittelknappheit in einigen Sektoren sei eine Herausforderung, die schon vor Corona da gewesen sei. "Wir haben jetzt keine Indizien, dass sich das im Moment akut verschärft."

Hofmeister verwies darauf, dass China jetzt "wieder an den Start" gehe, wo viele der Rohprodukte für Arzneimittel herkämen. Man vermute, dass sich dadurch die Lage eher entspannen dürfte.

Berliner Bezirksbürgermeister infizierte sich bewusst mit Coronavirus

12:19 Uhr: Der Bürgermeister des Bezirks Berlin-Mitte, Stephan von Dassel (Grüne) hat sich mehr oder weniger absichtlich mit dem Coronavirus angesteckt. "Ich hatte mich fast schon bewusst infiziert, um mich auch zu immunisieren", sagte er am Mittwoch im Rundfunk Berlin-Brandenburg.

Er steckte sich demnach bei seiner Lebensgefährtin an, mit der er zusammen wohnt. In einer häuslichen Gemeinschaft sei es fast nicht möglich, sich nicht anzustecken, sagte er.

Deswegen habe er das "bewusst gemacht", sagte der Grünen-Politiker. Er habe gedacht, er sei nach einer Infektion drei Tage "mal ein bisschen unpässlich, und dann bin ich immun" - auch um gesund zu sein, wenn Teile der Verwaltung krank werden.

Es sei aber "doch etwas heftiger" gewesen, als er gedacht habe. Als langfristiges Ziel nannte er, dass sich so viele Menschen immunisieren, "dass uns die Krankheit nichts mehr anhaben kann".

Gefangene wollen mit Hungerstreik Haft-Unterbrechungen bekommen

12:17 Uhr: Mit einem Hungerstreik wollen Strafgefangene in der Haftanstalt im luxemburgischen Schrassig Haft-Unterbrechungen oder vorzeitige Entlassungen durchsetzen. Derzeit seien noch rund 20 von anfangs gut 40 Insassen im Hungerstreik, sagte der Leiter der Strafvollzugsverwaltung, Serge Legil, am Mittwoch in Luxemburg.

Sie hätten gelesen, dass wegen der Coronakrise manche Gefängnisse bestimmten Häftlingen Haft-Unterbrechungen gewähren wollten. "Und das möchten sie auch haben", sagte Legil.

Bereits mehr als 100.000 Infektionen und über 9.000 Tote in Spanien

12:03 Uhr: Im stark von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Spanien sind binnen 24 Stunden 864 neue Todesfälle gezählt worden. Dies ist die bisher höchste Zahl, die an einem Tag registriert wurde, wie das Gesundheitsministerium in Madrid am Mittwoch mitteilte.

Es war bereits der fünfte Tag in Folge mit mehr als 800 Toten. Die Gesamtzahl der Todesopfer kletterte damit auf 9.053.

Die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen stieg unterdessen um knapp 8.000 auf mehr als 102.000. Gleichzeitig wurden knapp 3.500 Patienten, die wegen einer Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 an COVID-19 erkrankt waren, innerhalb eines Tages als geheilt entlassen.

Sportwettbetrug während des Coronavirus-Spielstopps in Ukraine

12:01 Uhr: Mitten der Coronakrise hat es in der Ukraine einen Betrugsversuch mit Sportwetten gegeben. Dabei handele es sich um vier nicht abgehaltene Freundschaftsspiele von Amateurclubs teils aus der fünften Liga, teilte die Ethikkommission des ukrainischen Fußballverbands der Deutschen Presse-Agentur in Kiew mit.

Die Spiele sollten demnach am 25. und 26. März in der südukrainischen Stadt Berdjansk ausgetragen werden. Zudem habe es auf einer gefälschten Internetseite Ankündigungen für Freundschaftsspiele für den 29. März im zentralukrainischen Gebiet Kirowohrad gegeben.

Der Verband hat nach eigenen Angaben bereits am vergangenen Freitag die Europäische Fußball-Union UEFA darüber informiert. Es solle Anzeige erstattet werden. In der Ukraine gab es wiederholt Skandale um geschobene Fußballspiele und Wettbetrug.

Philologenverband fordert ausreichend Infektionsschutz an Schulen

11:56 Uhr: Der Deutsche Philologenverband fordert Hygiene-Mindeststandards an Schulen, falls diese nach Ostern tatsächlich wieder öffnen sollten. "Das sind notwendige Hausaufgaben für die Kultusminister in den Osterferien", teilte die Vorsitzende Susanne Lin-Klitzing am Mittwoch mit.

Die Politiker sollten sich zu konkreten Maßnahmen von Fachleuten beraten lassen. Etwa in der Frage, ob an allen Schuleingängen Desinfektionsmittelspender aufgestellt werden sollten.

Bundesregierung unterstützt Start-ups mit Milliardenpaket

11:35 Uhr: Die Bundesregierung unterstützt innovative und zukunftsträchtige Start-up-Firmen in der Coronakrise mit einem zusätzlichen Milliardenpaket. Mit zwei Milliarden Euro soll die Wagniskapitalfinanzierung erweitert werden, wie das Finanz- sowie das Wirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilten.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte, das Paket sei ein "starkes Signal", dass Start-ups auch in der Krise weitermachen könnten. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) betonte, es sei viel erreicht worden bei der Förderung von Start-ups, dies dürfe durch die Krise nicht gefährdet werden.

SPD erwägt Vermögensabgabe zur Bewältigung von Coronakrise

11:25 Uhr: Die SPD findet eine Vermögensabgabe zur Bewältigung der finanzpolitischen Folgen der Coronakrise überlegenswert. Eine einmalige Abgabe durch besonders wohlhabende Bürger sei "eine der Möglichkeiten, die Staatsfinanzen nach der Krise wieder in Ordnung zu bringen", sagte Parteichefin Saskia Esken der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" von Mittwoch.

Zuvor hatte dies bereits die Linke gefordert. Die FDP hingegen hält nichts davon.

Um die Folgen der Krise für den Staatshaushalt zu bewältigen, werde eine "faire Lastenverteilung" gebraucht, sagte Esken. Diese könne für die SPD nur so aussehen, "dass sich die starken Schultern in Deutschland auch stark beteiligen".

VW-Tochter Seat startet Produktion von Beatmungsgeräten in Spanien

11:23 Uhr: Die spanische VW-Tochter Seat hat mit der Herstellung von Beatmungsgeräten begonnen. Im Hauptwerk Martorell bei Barcelona sei die Produktion angelaufen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

150 Beschäftigte nutzten eine Montagelinie für den Seat Leon zur Serienfertigung der Geräte. Dafür seien größere Umrüstungen nötig gewesen.

Man wolle einen "Beitrag zur Entlastung des von der Coronavirus-Krise schwer getroffenen spanischen Gesundheitssystems leisten", hieß es. Die Zulassung der Geräte stehe aber noch aus. Spanien ist nach Italien das derzeit von der Pandemie am stärksten betroffene Land in Europa.

Kündigungsschutz für Mieter tritt in Kraft

11:21 Uhr: Für Mieter und Verbraucher gelten ab diesem Mittwoch die neuen Regeln zum verbesserten Schutz in der Coronakrise. "Mit den heute in Kraft getretenen zivilrechtlichen Vorschriften erhalten Mieter, Verbraucher und Kleinstgewerbetreibende eine wichtige Verschnaufpause, die sie benötigen, um staatliche Hilfen und Unterstützungsleistungen in Anspruch nehmen zu können", erklärte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD).

"Die Regelungen stellen sicher, dass Mieter und Gewerbetreibende in dieser schwierigen Zeit nicht ihr Zuhause oder ihr Betriebs- oder Ladenlokal verlieren."

Die Regelungen gelten vorerst bis Ende Juni. So kann Mietern und Pächtern in diesem Zeitraum nicht gekündigt werden, falls sie ihre Miete wegen der COVID-19-Pandemie nicht zahlen können. Sie müssen dies allerdings zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Pariser Flughafen Orly geschlossen

11:18 Uhr: Der zweitgrößte Pariser Flughafen Orly ist seit Mittwoch für Reisende geschlossen. In der Coronakise waren die Passagierzahlen um mehr als 90 Prozent eingebrochen.

Der größte Pariser Flughafen Charles de Gaulle im Norden der Hauptstadt bleibt dagegen für den nationalen und internationalen Verkehr geöffnet.

Im vergangenen Jahr flogen mehr als 30 Millionen Passagiere von und nach Orly im Süden von Paris, darunter auch viele Deutsche. Wann der Flughafen wieder öffnet, ist unklar.

Krankenhäuser im Großraum Paris sind überlastet

11:07 Uhr: Im Ballungsraum Paris spitzt sich die Lage angesichts der Coronakrise in den Krankenhäusern zu. "Wir hatten eine äußerst schwierige Nacht, da wir tatsächlich am Ende unserer Krankenhauskapazitäten sind", sagte Aurélien Rousseau, Direktorin der regionalen Gesundheitsbehörde Île de France, am Mittwochmorgen dem Sender Franceinfo.

"In der Region Paris gibt es 1.200 Intensivbetten. Zurzeit haben wir 2.700 Patienten auf der Intensivstation", so Rousseau weiter. Man habe die Kapazitäten in den letzten Wochen zwar mehr als verdoppelt, doch man stoße nun an die Grenzen der Möglichkeiten. "Jeder gibt wirklich alles, ein Intensivbett nach dem anderen wird aufgetrieben."

Modeunternehmer Mey lässt in Fabrik nun ebenfalls Atemschutzmasken nähen

10:55 Uhr: Auch das Modelabel Mey fertigt in der Coronakrise nun Atemschutzmasken. "Bereits vor einigen Wochen haben wir in unserem Werk in Ungarn begonnen, Mund- und Nasenmasken für die Regierung dort zu produzieren", sagte Matthias Mey, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, dem Magazin "Bunte" laut Vorabmeldung vom Mittwoch.

Im Zuge der weiteren Ausbreitung des Erregers kamen dann weitere Anfragen von Krankenhäusern und Arztpraxen hinzu.

"Meine Frau arbeitet selbst als Ärztin in der Notaufnahme hier im Krankenhaus - insofern wusste ich früh, welcher Mangel an Masken auf uns zukommen wird", sagte der Unternehmer. In seiner Firma werde derzeit im Zweischichtsystem gearbeitet, in etwa zwei Wochen könnten 100.000 Masken geliefert werden. Diese seien allerdings weder medizinisch getestet noch zertifiziert, stellte Mey klar.

Mehr als 67.000 Corona-Nachweise in Deutschland - 701 Tote

10:44 Uhr: In Deutschland sind bis Mittwochvormittag 67.150 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit 15.505 nachgewiesenen Fällen und 191 Toten und Nordrhein-Westfalen mit 15.251 Fällen und 148 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 124,4 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 80,8.

Mindestens 701 mit SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Darunter waren zwei Touristen während einer Reise in Ägypten und ein 67-jähriger Tourist auf Zypern. Auf der griechischen Insel Kreta starb ein 42 Jahre alter Deutscher.

Galeria Karstadt Kaufhof stoppt Mietzahlungen

10:42 Uhr: Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hat die Mietzahlungen für alle Warenhäuser, Sporthäuser, Reisebüros und Logistikimmobilien gestoppt. In einem Brief an die Vermieter schrieb das Unternehmen, die wegen der Corona-Pandemie staatlich angeordnete Schließung der Geschäfte lasse dem Unternehmen "keine andere Wahl".

Zuvor hatte der "Spiegel" über den Mietstopp berichtet. Ein Unternehmenssprecher wollte sich am Mittwoch nicht dazu äußern.

Vor dem Hintergrund der Pandemie, habe die Geschäftsführung der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH entschieden, "die Miete ab dem 1.4.2020 nicht zu zahlen", heißt es in dem Brief. Dies gelte zunächst für den Zeitraum bis Juni 2020.

Wie es danach weiter gehe, werde Galeria Karstadt Kaufhof zu gegebener Zeit entscheiden. Das Unternehmen werde alles daransetzen, "eine neue wirtschaftliche Basis zum nachhaltigen Betrieb unserer Warenhäuser" zu finden.

ESA bereitet mitten in Coronakrise Vorbeiflug von Merkursonde an Erde vor

10:35 Uhr: Mitten in der Coronakrise bereitet das Team der europäisch-japanischen Merkurmission BepiColombo im ESA-Satellitenkontrollzentrum in Darmstadt einen Vorbeiflug der Sonde an der Erde vor.

Das Manöver am Karfreitag steht im Zeichen von Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie, wie die Europäische Weltraumagentur ESA am Mittwoch mitteilte: Die Operation wird demnach mit begrenztem Personal im ESA-Kontrollzentrum ausgeführt.

Denn auch im Darmstädter Satellitenkontrollzentrum Esoc müssen die Ingenieurinnen und Ingenieure als Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie die derzeit in ganz Europa geltenden sozialen Distanzregeln einhalten. Verschoben werden kann das Manöver aber nicht.

"Der Vorbeiflug an der Erde ist eine Phase, in der wir täglichen Kontakt mit der Raumsonde brauchen", erklärte die Leiterin des BepiColombo-Flugkontrollteams bei der ESA, Elsa Montagnon. "Dies ist etwas, das wir nicht aufschieben können - BepiColombo wird so oder so an der Erde vorbeifliegen."

Studie: Ausgangssperre im chinesischen Wuhan hat wohl 700.000 Ansteckungen verhindert

10:19 Uhr: Die Ausgangssperre in der chinesischen Stadt Wuhan hat einer Studie zufolge womöglich 700.000 Ansteckungen verhindert und die Ausbreitung des Coronavirus signifikant verzögert. Die drastischen Maßnahmen in Wuhan, das als Epizentrum der Pandemie gilt, innerhalb der ersten 50 Tage hätten anderen Städten im Land wertvolle Zeit zur Vorbereitung eigener Beschränkungen verschafft, schreiben Forscher aus China, den USA und Großbritannien in einem am Dienstag in der Fachzeitschrift "Science" veröffentlichten Beitrag.

Bis zum 19. Februar, dem 50. Tag nach dem Ausbruch, gab es den Autoren zufolge in China 30.000 bestätigte Corona-Infektionsfälle. "Unsere Analyse legt nahe, dass es ohne das Reiseverbot in Wuhan und die nationale Notfallreaktion bis zu diesem Zeitpunkt mehr als 700.000 bestätigte COVID-19-Fälle außerhalb von Wuhan gegeben hätte", erklärte Christopher Dye, Wissenschaftler der Universität von Oxford.

"Chinas Kontrollmaßnahmen scheinen gewirkt zu haben, indem sie die Übertragungskette erfolgreich durchbrochen haben."

Italien verlängert Ausgangsverbote bis 13. April

10:08 Uhr: Italiens Regierung verlängert die strengen Ausgangsbeschränkungen für die 60 Millionen Bürger wegen der Coronakrise bis zum 13. April. Das kündigte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza am Mittwoch in Rom im Senat an.

Diese Verlängerung hatte die Regierung bereits Anfang der Woche in Aussicht gestellt. Seit 10. März dürfen sich die Menschen im Land nicht mehr frei bewegen. Schulen sind zu, viele Fabriken ebenfalls. Die Beschränkungen galten bisher bis 3. April.

Verein verlost in Corona-Krise sechsmonatiges Grundeinkommen

10:00 Uhr: In der Coronakrise brechen vielen Menschen Aufträge und Einnahmen weg. Diskutiert wird in dem Zusammenhang auch wieder über das Thema Grundeinkommen.

Der Deutsche Musikrat hatte kürzlich eine auf sechs Monate befristetes staatliche Zahlung in Höhe von 1.000 Euro für Künstler gefordert. An diesem Mittwoch will der Verein "Mein Grundeinkommen" 40 bedingungslose Grundeinkommen von monatlich 1.000 Euro für ein halbes Jahr verlosen.

Wer freiberuflich arbeite, stehe durch die Coronakrise vor Hartz IV, erklärte Vereinsgründer Michael Bohmeyer. Menschen, die in Kurzarbeit geschickt würden oder für die Kinderbetreuung unbezahlten Urlaub nehmen müssten, würden sich verschulden. "Das Grundeinkommen durchbricht diese Abwärtsspirale."

Klöckner: "Werden auf Saisonarbeiter nicht verzichten können"

9:58 Uhr: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner möchte, dass ausländische Saisonarbeiter trotz der Coronakrise nach Deutschland kommen.

"Wir werden auf Saisonarbeiter nicht verzichten können", sagte sie am Mittwoch im "ARD-Morgenmagazin". Die Landwirte seien in großer Not.

Es ginge jetzt darum, den Zielkonflikt zwischen Infektionsschutz und Erntesicherung zu lösen. "Wir müssen eine Lösung finden, wir können die Bauern hier nicht hängenlassen", betonte die CDU-Politikerin.

Bitkom: Coronavirus wird Digitalisierung Deutschlands vorantreiben

9:51 Uhr: Die Folgen der Bekämpfung des Coronavirus können nach Einschätzung des Branchenverbandes Bitkom die Digitalisierung in Deutschland erheblich fördern.

"Die Coronakrise hat uns die Bedeutung digitaler Technologien für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft sehr klar vor Augen geführt. Die Krise ist ein Weckruf, die Digitalisierung nun massiv voranzutreiben", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg am Mittwoch in Berlin.

Und weiter: "Wir haben uns in der Vergangenheit zu viel Zeit bei der Digitalisierung gelassen. Jetzt heißt es, digitale Infrastruktur aufzubauen, Geschäftsprozesse umfassend zu digitalisieren und neue, digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln."

Lufthansa-Konzern meldet Kurzarbeit für 87.000 Beschäftigte an

9:41 Uhr: Der Lufthansa-Konzern will in der Coronakrise rund zwei Drittel seiner weltweit Beschäftigten in die Kurzarbeit schicken. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Mittwoch in Frankfurt, dass die Sozialleistung in verschiedenen Ländern für insgesamt 87.000 Mitarbeiter beantragt worden ist.

Je nach Gesellschaft und Unternehmensteil gilt das teils rückwirkend vom 1. März an, in der Masse aber ab April. Zuvor hatte das Portal "Business Insider" berichtet. Der größte Luftverkehrskonzern Europas beschäftigte 2019 rund 135.000 Männer und Frauen.

Betroffen von der Kurzarbeit seien sämtliche Airlines und Tochtergesellschaften in Deutschland, Österreich, Schweiz und Belgien. Zu den bereits bekannten rund 27.000 Kurzarbeitern bei der deutschen Kerngesellschaft Lufthansa kommen weitere große Blöcke bei der Swiss (9.500) und der Austrian (7.000).

Auch bei der belgischen Brussels Airlines, der Lufthansa Technik oder der Catering-Tochter LSG fällt massiv Arbeit weg. Bei den Piloten der Lufthansa steht eine Einigung mit der Vereinigung Cockpit noch aus.

Kräftige Kursverluste am deutschen Aktienmarkt

9:36 Uhr: Am deutschen Aktienmarkt hat sich am Mittwoch neue Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie breit gemacht. Der Leitindex Dax erhielt keinen Halt von den Börsen in Asien und den USA und gab kurz nach Handelsbeginn um 3,31 Prozent auf 9.606,60 Punkte nach.

Noch am Dienstag hatte er es zwischenzeitlich über die 10.000-Punkte-Marke geschafft. Der MDax für mittelgroße Unternehmen büßte 2,37 Prozent ein auf 20.542,69 Punkte. Der EuroStoxx 50 startete mit einem Kursverlust von knapp 3 Prozent in den neuen Monat.

Pflegeheim im Odenwaldkreis nach Corona-Todesfall unter Quarantäne

9:33 Uhr: Nach dem Tod einer Bewohnerin durch COVID-19 ist ein Pflegeheim im hessischen Odenwaldkreis unter Quarantäne gestellt worden. Die Frau sei am Montagabend auf der Fahrt ins Krankenhaus gestorben, sagte eine Sprecherin des Kreises am Mittwoch.

Zu diesem Zeitpunkt habe noch kein Ergebnis des Coronavirus-Tests vorgelegen. Am Dienstagabend habe dann festgestanden, dass die Frau sich mit dem Virus infiziert habe.

Derzeit lägen zwei weitere positiv getestete Heimbewohner im Krankenhaus, sagte die Sprecherin. Im Pflegeheim selbst wurden neun Bewohner positiv getestet, zwölf Testergebnisse stehen den Angaben zufolge noch aus. Ob auch Mitarbeiter infiziert sind, war zunächst nicht bekannt.

13-jähriger Junge in London an Coronavirus gestorben

7:39 Uhr: In Großbritannien ist ein 13 Jahre alter Junge nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das Krankenhaus und die Familie des Jungen teilten am Dienstagabend mit, über eine Vorerkrankung des Jungen sei nichts bekannt gewesen.

Nach Angaben seiner Familie wurde der 13-jährige Ismail am Donnerstag mit den für eine Infektion mit dem Erreger typischen Symptomen und Atemnot in das Londoner King's College-Krankenhaus eingeliefert und einen Tag später positiv auf das Coronavirus getestet. Er wurde künstlich beatmet und in ein künstliches Koma versetzt. Der Junge verstarb dann am Montag.

Der Fall des Jungen zeige, "wie wichtig es ist, dass wir alle nur möglichen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um die Verbreitung der Infektion zu verringern", sagte Nathalie MacDermott, Dozentin am King's College.

Der 13-Jährige ist das mutmaßlich bislang jüngste COVID-19-Todesopfer in Großbritannien. Ebenfalls am Dienstag hatten die belgischen Behörden den Tod eines zwölfjährigen Mädchens nach einer Ansteckung mit dem Virus gemeldet. Vergangene Woche hatte der Tod einer 16-Jährigen bei Paris für Aufsehen gesorgt.
In Großbritannien wurden bis Dienstag 1.789 Todesopfer der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19 gezählt.

Panama: Frauen und Männer dürfen nicht mehr gleichzeitig vor die Tür

7:06 Uhr: In Panama dürfen wegen der Corona-Pandemie Männer und Frauen nicht mehr am selben Tag ihre Häuser verlassen. Diese neue Maßnahme zur Vermeidung von sozialen Kontakten trat am Mittwoch in Kraft, nachdem die Regierung des mittelamerikanischen Landes sie am Montag angekündigt hatte. Zur Begründung hieß es, zu viele Menschen hätten die bisher geltende Ausgangsbeschränkung missachtet.

Diese hatte Staatspräsident Laurentino Cortizo ab vergangenen Mittwoch auf unbestimmte Zeit verfügt. Jedem stehen demnach jeden Tag zwei bestimmte Stunden zwischen 6:30 und 19:30 Uhr draußen zu, um Dinge des Grundbedarfs einzukaufen - welche zwei Stunden, hängt von der letzten Ziffer der Ausweisnummer ab.

Dies gilt weiterhin. Hinzu kommt nun, dass Frauen nur noch montags, mittwochs und freitags raus dürfen und Männer dienstags, donnerstags und samstags. Sonntags darf niemand mehr vor die Tür.

Panamaische Aktivisten für die Rechte von Trans-Menschen äußerten Sorge, Menschen mit einer anderen Geschlechtszugehörigkeit als der, die in ihrem Ausweis steht, könnten unter der neuen Maßnahme Probleme bekommen.

In Panama wurden bisher 1.181 Infektionen mit dem Coronavirus und 30 Todesfälle bestätigt. Das kleine Land zwischen Kolumbien und Costa Rica mit nur etwa vier Millionen Einwohnern gehört damit zu den lateinamerikanischen Staaten mit den meisten bekannten COVID-19-Fällen.

Städte- und Gemeindebund gegen Maskenpflicht

6:00 Uhr: Der Städte- und Gemeindebund ist gegen eine generelle Maskenpflicht in Geschäften. "Eine Pflicht halte ich in der jetzigen Phase nicht für zielführend", sagte Geschäftsführer Gerd Landsberg MDR Aktuell.

Man müsse sehen, dass man im Moment in der Coronakrise in Deutschland ein Riesenproblem habe, für Ärzte oder Krankenpfleger, Masken zu bekommen. Bei einer Maskenpflicht befürchtet Landsberg Hamsterkäufe. Damit mache man den Markt leer für jene, die die Masken wirklich bräuchten.

Man müsse auch überlegen, was man den Menschen noch alles zumuten wolle: "Wir haben so viele Einschränkungen. Ich meine, wir sollten jetzt erst einmal abwarten: Wirken diese Einschränkungen? Das werden wir in kurzer Zeit wissen."

Anfang der Woche hatte Österreich eine Schutzmaskenpflicht angekündigt und damit auch in Deutschland eine Debatte über das Thema ausgelöst. Nun sind erste Kommunen in Thüringen vorgeprescht und haben Verfügungen für eine Maskenpflicht in Supermärkten, Bussen und Bahnen angekündigt.

Kalifornien will wegen Coronavirus Gefangene entlassen

05:16 Uhr: Kalifornien will wegen der Coronakrise vorzeitig bis zu 3.500 Häftlinge aus den Gefängnissen entlassen. Nach Mitteilung der Gefängnisbehörde am Dienstag haben sich nachweislich 4 Insassen und 25 Angestellte mit dem Erreger SARS-CoV-2 infiziert.

Zur Entlastung der Anstalten wolle man unter anderem Inhaftierte mit geringen Reststrafen auf Bewährung freilassen. Ausgenommen seien Gefangene, die wegen Gewaltverbrechen, häuslicher Gewalt oder Sexualstraftaten einsäßen.

Mit mehr als 120.000 Insassen sind die Gefängnisse in dem US-Westküstenstaat stark überfüllt. Anwälte von Häftlingen und Aktivisten drängen angesichts steigender Coronavirus-Fälle auf vorzeitige Entlassungen. Die Behörden stellten kürzlich Besuche von Familienangehörigen in den Gefängnissen ein.

In Kalifornien sind nach Informationen am Dienstag mehr als 8.500 Infektionen mit SARS-CoV-2 nachgewiesen. In dem Westküstenstaat starben bereits 181 Menschen.

UN-Chef Guterres: Größte Herausforderung seit Weltkrieg

05:13 Uhr: Die Coronakrise ist für UN-Generalsekretär António Guterres die größte Herausforderung an die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg. Diese Herausforderung brauche daher eine "stärkere und effektivere Antwort", die nur in der Solidarität aller Beteiligten bewältigt werden könne, sagte Guterres zum Ende einer Videokonferenz am Dienstagabend in New York.

"Die Welt steht vor einer noch nie dagewesenen Prüfung", sagte der UN-Chef. "Und jetzt ist der Moment der Wahrheit."

Der UN-Generalsekretär zeigte sich unzufrieden mit der seiner Ansicht nach schleppenden globalen Antwort im Kampf gegen das Coronavirus. "Wir bewegen uns langsam in die richtige Richtung, aber wir müssen schneller sein und viel mehr tun, wenn wir das Virus besiegen wollen."

Unter anderem gebe es noch immer keine koordinierten Handlungen aller Länder unter Führung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Deren Richtlinien würden in vielen Teilen der Welt noch immer nicht beachtet.

Staatsoberhäupter rufen zu "globaler Allianz" gegen Corona auf

04:13 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zusammen mit vier weiteren Staatsoberhäuptern zur Bildung einer "globalen Allianz" gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. "Diese Pandemie wird kein Land verschonen, egal wie fortschrittlich seine Wirtschaft, seine Fähigkeiten oder seine Technologie sind", heißt es in einem gemeinsamen Namensartikel in der "Financial Times" (Mittwoch). "Vor diesem Virus sind wir alle gleich, und wir müssen alle zusammenarbeiten, um es zu bekämpfen."

Der Namensbeitrag unter der Überschrift "Für eine globale Allianz gegen die Pandemie" wurde außer von Bundespräsident Steinmeier auch von Jordaniens König Abdullah II., der Präsidentin Singapurs, Halimah Yacob, der Präsidentin Äthiopiens, Sahle-Work Zewde, sowie dem Präsidenten Ecuadors, Lenín Moreno Garcés, verfasst. "Wir alle stehen vor demselben Gegner, und es bringt uns nur Vorteile, wenn ihm die gesamte Menschheit vereint und entschlossen entgegentritt", schreiben sie darin weiter.

"Uns ist bewusst, dass eine solche Allianz aus vielen Akteuren nicht leicht zu schmieden und zu führen sein wird", versichern Steinmeier und die vier anderen Staatsoberhäupter. "Wir glauben aber, dass der Versuch jede Mühe wert ist. Die Allianz könnte sich auf die Hoffnungen und die enorme Hilfsbereitschaft der Menschen stützen und sie als Kraftquelle erschließen. Jetzt ist nicht die Zeit für geopolitische Grabenkriege."

Norditalienisches Dorf ohne Corona-Fälle

03:55 Uhr: Die Ortschaft Ferrera Erbognone liegt in der Corona-Hochburg Lombardei, nur rund 50 Kilometer von Mailand entfernt. Trotzdem sieht es so aus, als sei das Dorf in der Provinz Pavia bisher von der Virus-Welle verschont geblieben.

Dass keine Fälle registriert wurden, kann Zufall sein. Doch die Einwohner teilen ihre Freude über ihre besondere Situation mit vielen Medien in Italien - als Zeichen für gute Nachrichten in schlimmen Zeiten.

"Wir sind stolz und glücklich über diese Situation", sagte Ladeninhaberin Mery De Luca der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings hätten die Bewohner trotzdem auch Angst, weil so viele andere Menschen um sie herum an der COVID-19-Krankheit gestorben seien.

In Ferrera Erbognone leben viele Ältere, also Menschen mit hohem Risiko zu erkranken. "Wir waren vom ersten Tag an extrem vorsichtig", erzählt De Luca. Atemschutz und Handschuhe würden bei ihr im Laden stets getragen.

Bürgermeister Giovanni Fassina hat sich gefragt, ob Vorsicht der einzige Grund sein kann. Ob viele im Dorf Antikörper hätten und immun seien - solche Spekulationen schossen hoch.

Mehr zu dieser besonderen Geschichte lesen Sie hier: "Stolz und glücklich": Norditalienisches Dorf ohne Corona-Fälle

Corona-Drama auf Kreuzfahrtschiff "Zaandam" - Tauziehen geht weiter

01:20 Uhr: Das Tauziehen um das Schicksal von mehreren Tausend Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffs "Zaandam" auf seinem Weg nach Florida geht weiter. Nachdem Floridas Gouverneur Ron Desantis erklärt hatte, er wolle das Schiff mit seinen inzwischen acht Corona-Infizierten nicht in den Haufen von Fort Lauderdale einlaufen lassen, stellte sich inzwischen auch die Bezirkskommission quer.

"Heute keine Entscheidung", twitterte das Gremium des Broward County am Dienstagabend (Ortszeit). An den von der Reederei eingereichten Plänen müsse "noch mehr gearbeitet werden".

Der Präsident der Reederei Holland America Line, Orlando Ashford, warnte unterdessen vor weiteren Todesfällen auf dem Schiff. "Es sind schon vier Gäste gestorben und ich befürchte, dass weitere Menschenleben auf dem Spiel stehen", schrieb er auf der Internetseite seines Unternehmens, das die "Zaandam" und das Schwesterschiff "Rotterdam" betreibt. Beide Schiffe sind derzeit zusammen unterwegs in der Karibik und haben 2.500 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord, darunter etwa 80 Deutsche.

Die Zahl der Corona-Infizierten auf der "Zaandam" ist nach Angaben Ashfords inzwischen auf acht gestiegen. 193 Personen hätten Grippe-Symptome.

Nun will sich auch US-Präsident Donald Trump in dem Tauziehen einschalten. Trump sagte am Dienstagabend (Orszeit), er werde bald mit Floridas Gouverneur Ron DeSantis sprechen. "Ich werde tun, was das Richtige ist - nicht nur für uns, sondern für Menschlichkeit." Der Präsident fügte hinzu: "Es gibt Menschen, die auf dem Schiff sterben oder zumindest sehr krank sind."

Coronavirus: Weißes Haus befürchtet nach Prognose bis zu 240.000 Tote

00:44 Uhr: Das Weiße Haus befürchtet nach einer Prognose trotz Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zwischen 100.000 und 240.000 Tote in den USA wegen der Pandemie. Die Koordinatorin der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses, die Ärztin Deborah Birx, stellte die Prognose am Dienstagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz in Washington vor.

Man arbeite daran, die Zahl niedriger halten zu können. Die Bandbreite sei aber möglich.

US-Präsident Donald Trump sagte, ohne Maßnahmen zur Eindämmung wären nach Prognosen zwischen 1,5 und 2,2 Millionen Tote zu befürchten gewesen. Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, sagte auf die Frage, ob sich die Amerikaner auf die Wahrscheinlichkeit von 100.000 Toten einstellen müssten: "Die Antwort ist ja, so ernüchternd diese Zahl ist. Wir sollten darauf vorbereitet sein." Er hoffe weiterhin, dass diese Zahl nicht Wirklichkeit werde. Auch Trump nannte die Zahlen ernüchternd.

Alle Meldungen vom Dienstag, 31. März:

Fast 500 Tote innerhalb von 24 Stunden in Frankreich

23:00 Uhr: In Frankreich ist die Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten an einem Tag drastisch gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden habe es 499 neue Todesfälle zu verzeichnen gegeben, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Dienstagabend in Paris. Damit starben bisher die meisten Menschen an einem Tag seit Beginn der Coronavirus-Pandemie in Frankreich. Insgesamt gebe es 3523 Todesopfer, so Salomon.

Auch die Zahl der Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen, stieg demnach um mehr als 450. Fast 23 000 Menschen würden in Krankenhäusern behandelt, sagte Salomon. Mehr als 5000 davon auf Intensivstationen.

Mehr als 67.000 Corona-Nachweise in Deutschland - 700 Tote

21:20 Uhr: In Deutschland sind bis Dienstagabend mehr als 67.000 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 15 500 nachgewiesenen Fällen und 191 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 15 250 Fällen und 148 Toten und Baden-Württemberg mit mehr als 13 300 Fällen und 196 Toten. Gerechnet auf 100 000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 124,4 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 80,6.

Mindestens 700 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben.

Vier Corona-Tote in Schweinfurter Seniorenheim

20:23 Uhr: Auch in einem Seniorenheim im bayerischen Schweinfurt ist es zu einer Häufung von Todesfällen nach Infektionen mit dem Coronavirus gekommen. Am Dienstagabend teilte das Gesundheitsamt mit, dass in der Pflegeeinrichtung drei an Covid-19 erkrankte Menschen gestorben seien. Alle seien über 80 Jahre alt gewesen und hätten Vorerkrankungen gehabt.

Von insgesamt sechs in Schweinfurt nach einer Erkrankung mit dem Erreger verstorbenen Menschen lebten damit den Angaben zufolge vier in demselben Pflegeheim.

Von den aktuell in der unterfränkischen Stadt 195 positiv auf das Covid-19 getesteten Menschen würden 22 in Krankenhäusern behandelt. 515 Kontaktpersonen befänden sich in Quarantäne. 14 mit dem Virus Infizierte gelten inzwischen als geheilt.

Bayreuther Festspiele für 2020 abgesagt

19:00 Uhr: Die Bayreuther Festspiele werden in diesem Jahr wegen der Corona-Krise nicht stattfinden. Die nachfolgenden Festspieljahrgänge müssten dadurch umdisponiert werden, teilten die Festspiele am Dienstagabend mit. Zuerst hatte BR-Klassik darüber berichtet.

Neuseeland blockiert Ausreise von 12.000 Deutschen

18:42 Uhr: Die Regierung Neuseelands blockiert weiter die Ausreise von Ausländern, die wegen der Corona-Krise nach Hause wollen - darunter rund 12 000 Deutsche. Die deutsche Botschaft in Wellington teilte am Dienstag auf Facebook mit, dass das neuseeländische Außenministerium die Vertretungen aller Länder informiert habe, dass der ursprünglich bis Mittwoch laufende Stopp der Rückführungsflüge verlängert worden sei. "Für wie lange wurde nicht gesagt."

Premierministerin Jacinda Ardern habe in einer Pressekonferenz erklärt, dass die Regierung an "Rahmenbedingungen" für eine Wiederaufnahme der Flüge arbeite, hieß es in der Mitteilung der Botschaft weiter. Dies werde "einige Tage" dauern.

Neuseeland ist das Land, in dem noch die meisten deutschen Touristen wegen der Corona-Krise festsitzen

Trump und Erdogan beraten über Coronakrise

17:59 Uhr: US-Präsident Donald Trump und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan haben sich in der Coronakrise beraten.

Nach Darstellung des Weißen Hauses waren sich die beiden Staatschefs in ihrem Telefonat am Dienstag einig, dass es derzeit für Konfliktländer wichtiger denn je sei, Vereinbarungen über einen Waffenstillstand einzuhalten und an Lösungen zu arbeiten - insbesondere im Fall von Syrien und Libyen.

Die Präsidenten wollten eng im Kampf gegen das Virus und bei der Stärkung der Wirtschaft zusammenarbeiten, erklärte Sprecher Judd Deere. Aus dem türkischen Präsidialpalast hieß es, dass Erdogan und Trump über bilaterale und regionale Entwicklungen sowie über den Kampf gegen das Coronavirus gesprochen hätten. Man wolle Erfahrungen und Daten austauschen.

Prognose: 150.000 bis 200.000 Arbeitslose durch Coronakrise im April

17:50 Uhr: Die Bundesagentur für Arbeit geht wegen der Coronakrise von einem kurzfristigen Anstieg der Zahl der Arbeitslosen um 150.000 bis 200.000 aus. Das sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur (BA), Detlef Scheele, am Dienstag in Berlin.

Zuwächse seien auch bei der Grundsicherung zu erwarten, für deren Zugang ab Mittwoch Erleichterungen gelten sollen. Der nächste Zähltag steht am 12. April an, valide Zahlen gibt es bisher nicht.

Es sei derzeit zu erkennen, dass Arbeitslosigkeit vor allem in der Gastronomie und im Tourismus unausweichbar ist. Dort verfügten viele Betriebe nicht über ausreichende Rücklagen, um ihre Leute halten zu können.

Spanien: Großes Maßnahmenpaket gegen Auswirkungen der Coronakrise

17:44 Uhr: Spaniens linke Regierung hat ein großes Maßnahmenpaket zur Linderung der sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise geschnürt.

Dazu zählt unter anderem:

  • Die Strom- und Wasser-Versorgungsunternehmen dürfen säumigen Kunden demnach die Verträge während des mindestens noch bis zum 11. April geltenden Alarmzustands nicht kündigen, wie der für Soziales zuständige Vize-Ministerpräsident Pablo Iglesias am Dienstag bekanntgab.
  • Zu den 50 zeitlich befristeten Maßnahmen gehören unter anderem Kleinkredite für einkommensschwache Mieter und finanzielle Hilfen für Freiberufler und Hausangestellte. Alle ärmeren Bürger, die ihren Job verlieren und kein Anrecht auf Arbeitslosenhilfe haben, werden eine monatliche Hilfe von 440 Euro bekommen.
  • Außerdem wurde ein Verbot aller Zwangsräumungen wegen Mietschulden verhängt, das sechs Monate nach Ende des Alarmzustandes in Kraft bleiben wird. Alle Mietverträge, die während der geltenden Ausgangssperre ablaufen, müssen vom Vermieter automatisch und ohne Mieterhöhung um sechs Monate verlängert werden.
  • Große Immobilienbesitzer müssen Mietern, die unverschuldet säumig werden, entweder einen Schuldenerlass von 50 Prozent gewähren oder die Schuldenrückzahlung auf drei Jahre strecken.

Turkmenistan will Wort "Coronavirus" nicht mehr erwähnen

17:38 Uhr: Das autoritär geführte Turkmenistan in Zentralasien will Medienberichten zufolge das Coronavirus aus dem täglichen Sprachgebrauch verdrängen - notfalls auch mit Staatsgewalt.

Das Wort sei bereits aus Informationsbroschüren der Behörden über die Krankheit gestrichen worden, berichteten unabhängige lokale Medien in der Hauptstadt Aschchabad. Selbst wer die Pandemie in Privatgesprächen erwähne, könne festgenommen werden.

Auch die Organisation Reporter ohne Grenzen kritisierte, die staatlich kontrollierten Medien dürften das Coronavirus nicht mehr erwähnen.

Umwelthilfe: Schadstoffrückgang durch Corona ist nicht nachhaltig

17:27 Uhr: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hält die Diesel-Fahrverbote in deutschen Städten trotz der Coronaviruskrise keineswegs für erledigt.

Zwar sehe man seit März an den allermeisten Messstationen niedrigere Stickstoffdioxid-Werte, sagte DUH-Chef Jürgen Resch. Wie stark sie zurückgingen, hänge aber sehr von der unterschiedlich verringerten Verkehrsmenge und den jeweiligen Wetterbedingungen ab.

Eine Station in Dortmund etwa habe zuletzt sogar höhere Werte gemessen als im Vorjahr. Der Rückgang bei den meisten Stationen sei ohnehin nicht nachhaltig. "Er wird nur so lange anhalten, bis wieder die 'Normalität' Einzug hält", sagte Resch.

Junge deutsche Freiwillige hängen in Uganda fest

17:24 Uhr: Mehrere Hundert junge Freiwillige warten noch wie andere Deutsche im Ausland auf einen Rückflug in die Heimat. So hängen wegen der Corona-Pandemie und der Folgen für den Flugverkehr 30 junge Entwicklungshelfer in Uganda in Ostafrika fest.

Sie gehören zu Teilnehmern des Programms Weltwärts. Einem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst, den das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert.

Nach Angaben einer Weltwärts-Sprecherin in Bonn sind bis Dienstag 2.707 von 3.170 Freiwilligen nach Deutschland zurückgekehrt. Für 94 der übrigen 463 Betroffenen sei bereits eine Rückflugmöglichkeit gefunden.

Doch mit einigen Regionen gebe es Probleme, so auch mit Südamerika, sagte die Sprecherin. Wichtig sei aber, "dass eine sichere Heimkehr vor eine schnelle geht".

Weltweit mittlerweile rund 800.000 bestätigte Corona-Infektionsfälle

17:21 Uhr: Drei Monate nach den ersten gemeldeten Fällen gibt es weltweit mittlerweile rund 800.000 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus sowie fast 40.000 COVID-19-Todesfälle. Von den bis Dienstagvormittag nachgewiesenen 777.798 Infektionsfällen in aller Welt gehen 386.282 - also knapp die Hälfte - auf Europa zurück, wie eine Auflistung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) auf Twitter zeigte.

International gibt es 37.272 registrierte Corona-Todesfälle, davon 26.110 in den Ländern der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums sowie in Großbritannien.

Türkische Regierungspartei will wegen Coronavirus Gefangene entlassen

17:18 Uhr: Angesichts der Coronakrise hat die türkische Regierungspartei AKP ein Gesetz zur vorzeitigen Entlassung von bis zu 90.000 Gefangenen auf den Weg gebracht.

Einen entsprechenden Entwurf habe die Partei am Dienstag gemeinsam mit der ultranationalistischen MHP im Parlament in Ankara eingereicht, sagte der stellvertretende AKP-Fraktionsvorsitzende Cahit Özkan. Die AKP hat mit ihrem Bündnispartner MHP eine Mehrheit in der Nationalversammlung.

Özkan sagte, die Haftzeit von Risikogruppen solle in Hausarrest umgewandelt werden. Dazu gehörten Inhaftierte ab 65 Jahren, Frauen mit kleinen Kindern und nachweislich schwer kranke Insassen. Außerdem sollen Inhaftierte im offenen Vollzug ihre Strafe zu Hause absitzen.

Bis zu 90.000 Inhaftierte wären von dem neuen Gesetz betroffen, sagte Özkan. Von der Regelung ausgenommen seien Gefangene, die wegen Vergehen wie Gewalt gegen Frauen, vorsätzlichem Mord, Sexualstraftaten, Drogendelikten und Terrorverbrechen einsäßen.

"Logbuch Quarantäne": Deutsches Paar in USA gestrandet - das ist ihre Geschichte

17:05 Uhr: Christian ist mit seiner Frau wegen des Coronavirus in Fort Lauderdale, USA, gestrandet. Die Hotels wurden geschlossen und geldgierige Vermieter verlangten Unsummen von ihm für ein Dach über dem Kopf. Hören Sie in unserem Podcast "Logbuch Quarantäne" Christians ganze Geschichte.

Hier finden Sie noch mehr mehr Geschichten von gestrandeten Urlaubern

Erste Kommunen machen Tragen von einfachem Mundschutz teilweise zur Pflicht

17:00 Uhr: In der Debatte um eine Maskenpflicht zur Eindämmung der Coronakrise preschen inzwischen einzelne Kommunen nach vorn. Im thüringischen Jena soll ab kommender Woche das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in Supermärkten und im Nahverkehr zur Pflicht werden.

Gleiches plant der Landkreis Nordhausen in Thüringen. Auch das hessische Hanau rief seine Bürger zur Verwendung einfacher Schutzmasken auf.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sehen derzeit keine Notwendigkeit für eine generelle Mundschutzpflicht (Eintrag 16:04 Uhr).

Werksschließung bei VW bis 19. April

16:57 Uhr: Volkswagen verlängert die Schließung der Werke seiner Kernmarke in Deutschland wegen der Corona-Pandemie um weitere zehn Tage. Statt wie zuletzt geplant bis zum 9. April soll die Fertigung nun bis zum 19. April ausgesetzt bleiben, hieß es am Dienstag aus dem Unternehmen.

Die Unterbrechungen waren schon einmal ausgedehnt worden. VW hat Kurzarbeit für Zehntausende Beschäftigte angezeigt.

Prüfung verschoben - Hamburgs Abiturienten erhalten mehr Zeit

16:54 Uhr: Hamburg gibt den Abiturienten mehr Zeit für die Prüfungsvorbereitung. Die Abiturprüfungen starten fünf Tage später und zeitgleich mit Schleswig-Holstein, wie Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Dienstag mitteilte.

"Der Beginn der schriftlichen Prüfungen soll wie in Schleswig-Holstein auf den 21. April verschoben werden, um den Schülerinnen und Schülern mehr Vorbereitungszeit zu ermöglichen." Zudem werden mit Rücksicht auf die gesundheitliche Lage drei Mal so viele Nachschreibtermine angeboten.

Die schriftlichen Abiturprüfungen werden nun in der Zeit vom 21. April bis 6. Mai stattfinden. Hamburg übernehme die Zeitplanung von Schleswig-Holstein. Bereits in dieser Woche sollen die Lehrkräfte mit ihren Schülerinnen und Schülern Kontakt aufnehmen und die Einzelheiten der Abiturprüfungen besprechen.

Reichster Kolumbianer spendet 20 Millionen Dollar

16:40 Uhr: Kolumbiens dem US-Magazin Forbes zufolge reichster Mann will umgerechnet 20 Millionen Dollar im Kampf gegen das Coronavirus spenden. Dies berichteten kolumbianische Medien unter Berufung auf einen Brief des Unternehmers Luis Carlos Sarmiento an den Präsidenten Iván Duque am Montagabend (Ortszeit).

Sarmiento ist Gründer und Präsident des Finanzkonglomerats Grupo Aval y Valores. Sein Vermögen schätzt Forbes auf mehr als neun Milliarden Dollar.

Aus dem Brief geht auch hervor, wofür das gespendete Geld verwendet werden soll: die Versorgung der ärmsten Bevölkerung, die Anschaffung von zunächst 300.000 Testkits auf das Coronavirus und Beatmungsgeräte für Patienten.

Mehr als 65 000 Corona-Nachweise in Deutschland - 664 Tote

16:38 Uhr: In Deutschland sind bis Dienstagnachmittag 65.516 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit 15.505 nachgewiesenen Fällen und 191 Toten und Nordrhein-Westfalen mit 15.251 Fällen und 148 Toten. Mindestens 664 mit SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben.

Mehr als 1000 Tote durch Corona in den Niederlanden

16:22 Uhr: Die Zahl erfasster Todesopfer in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion ist in den Niederlanden auf 1.039 gestiegen. Das sind 175 mehr als am Vortag, wie die Gesundheitsbehörden am Dienstag meldeten.

Die Zahl registrierter Infektionen stieg demnach um 845 auf 12.595. Die Behörden gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer bei den Infizierten und Toten aus. In den Niederlanden werden nur ernsthaft Erkrankte auf das Virus getestet.

Brandenburg und Sachsen verlängern Ausgangsbeschränkungen

16:20 Uhr: Nach Bayern und dem Saarland haben nun auch Sachsen und Brandenburg die Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie über Ostern hinaus verlängert.

In Brandenburg gilt sie nun bis zum 19. April, in Sachsen bis zum 20. April. Dies beschlossen die Regierungen der beiden Länder am Dienstag.

Auch Berlin, wo die Beschränkungen bis Sonntag befristet sind, plant eine Verlängerung. Das kündigte Vize-Bürgermeister Klaus Lederer (Linke) am Dienstag nach der Senatssitzung an. Im Senat bestehe Einigkeit darüber.

Corona-Fälle in Altenheim in Schleswig-Holstein

16:18 Uhr: Nach zwei Corona-Todesfällen in einem Altenheim in Tornesch in Schleswig-Holstein in der vergangenen Woche sind weitere Infektionen mit dem Virus gemeldet worden.

Zu den Infizierten gehören auch sieben Pflegekräfte, wie der Pressesprecher des Kreises Pinneberg, Oliver Carstens, am Dienstag mitteilte. Derzeit sei unklar, wie das Virus in die Einrichtung gelangte.

Von den rund 30 Bewohnern des Altenheims wurden aktuell 8 positiv auf das Coronavirus getestet. Zwei von ihnen befinden sich im Krankenhaus, wie die Pressestelle mitteilte

Wolfsburger Klinik nimmt wieder Patienten auf - Dutzende Infizierte

16:06 Uhr: Das Klinikum Wolfsburg nimmt wieder Patienten auf, nachdem es am Sonntagabend wegen Coronavirus-Infektionen in der Belegschaft einen vorübergehenden Aufnahmestopp verhängt hatte.

"Ich darf sagen, dass wir das Klinikum seit 12 Uhr heute Mittag wieder in Betrieb genommen habe", sagte Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) am Dienstag. 90 Prozent der Testergebnisse lägen vor.

Demnach sind 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Davon sind rund ein Drittel im ärztlichen Dienst, etwa zwei Drittel Pflegekräfte und ein paar wenige in der Verwaltung, wie Bernadett Erdmann, die Leiterin der Zentralen Notaufnahme des Klinikums Wolfsburg, mitteilte.

Spahn und Laschet gegen Maskenpflicht in Deutschland

16:04 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich gegen eine Tragepflicht für Schutzmasken in Deutschland ausgesprochen. "In der jetzigen Lage sehe ich keine Notwendigkeit zu einer Verpflichtung", sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Düsseldorf.

Spahn hatte zuvor zusammen mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) das Universitätsklinikum in Düsseldorf besucht.

Moskaus Corona-Chefarzt positiv getestet - Treffen mit Putin vor einer Woche

15:47 Uhr: Moskaus prominentester Coronavirus-Chefarzt hat sich mit dem hochansteckenden Virus SARS-CoV-2 infiziert. Dennis Prozenko hatte erst in der vergangenen Woche den russischen Präsidenten Wladimir Putin durch das auf Infektionskrankheiten spezialisierte Krankenhaus Kommunarka in der Hauptstadt geführt.

Der Gesundheitszustand des Mediziners sei normal, teilten die Ärzte der Agentur Interfax zufolge am Dienstag mit. Prozenko werde in der Moskauer Klinik behandelt.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, Putin werde regelmäßig auf das Coronavirus getestet."Es ist alles in Ordnung." In Russland gibt es mit Stand vom Dienstag 2.337 Corona-Fälle.

Athen: Erste Coronavirus-Infektion in griechischem Flüchtlingslager

15:49 Uhr: Erstmals ist in Griechenland in einem Flüchtlingslager eine Infektion mit dem Coronavirus diagnostiziert worden. Betroffen ist eine Frau, bei der das Virus nach der Geburt ihres Kindes in einem Krankenhaus in Athen festgestellt wurde, wie das griechische Migrationsministerium am Dienstag mitteilte.

Die Menschen, die mit der aus Afrika stammenden Frau in Kontakt gekommen sind, seien isoliert worden. Ähnliche Maßnahmen seien im Camp von Ritsona im Norden Athens getroffen worden.

Es werde nun nachgeforscht, wo genau die Frau infiziert wurde. Im Lager von Ritsona - wo nach Schätzungen der Athener Medien rund 3.000 Menschen leben - ist die Lage bei weitem nicht so schlimm wie in den Camps auf den Inseln im Osten der Ägäis.

Bundesliga-Prognose: Geregelte Saison erst wieder 2021/22

15:46 Uhr: Angesichts der massiven Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie rechnet DFL-Chef Christian Seifert auch für die kommenden Saison mit erheblichen Spielplanänderungen und schließt auch Europapokalspiele am Wochenende offenbar nicht mehr aus.

Für die kommende Spielzeit sei unter den Ligen und internationalen Verbänden "große Flexibilität und Entgegenkommen" gefordert. Jeder müsse "die eine oder andere Kröte schlucken", meinte Seifert am Dienstag während einer Video-Pressekonferenz nach der DFL-Mitgliederversammlung auf die Frage, ob Champions-League-Partien an Samstagabenden im Anschluss an Bundesliga-Spiele zu erwarten seien.

"Eine geregelte Saison wird es erst wieder 2021/22 geben", prophezeite der 50-Jährige.

Siemens Healthineers mit US-Zulassung für Blutgastests bei Corona

15:43 Uhr: Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers hat für sein neuestes Blutgas-Analysesystem die Zulassung von der US-Gesundheitsbehörde FDA zum Einsatz in der Akutbehandlung erhalten.

Das System sei ein wichtiges Instrument zur Bekämpfung von COVID-19-Erkrankungen, teilte der Konzern am Dienstag in Erlangen mit. Die Analyseergebnisse helfen den Aussagen zufolge bei der Behandlung infizierter Patienten und der Überwachung von Atemnot.

Außerdem würden Blutgastests routinemäßig bei Beatmungspatienten durchgeführt.

ZDF gewährt in Corona-Krise Produzenten Liquiditätshilfen

15:41 Uhr: Angesichts der Coronakrise greift das ZDF Produzenten mit Liquiditätshilfen unter die Arme. Es sei ein Fonds mit bis zu 15 Millionen Euro gebildet worden, teilte der Sender am Dienstag in Mainz mit.

Produzenten von Auftragsproduktionen könnten Abschlagszahlungen auf die in den jeweiligen Verträgen vereinbarten jeweiligen nächsten Raten beantragen. Intendant Thomas Bellut sagte: "Wir haben eine besondere Verantwortung gerade auch für kleinere und mittlere Produktionsfirmen, die jetzt eine unbürokratische Unterstützung brauchen."

Thailand droht bei Aprilscherzen über Corona

15:05 Uhr: Thailand versteht bei Aprilscherzen über das Coronavirus keinen Spaß. Es sei gegen das Gesetz, am 1. April vorzutäuschen, dass man COVID-19 habe, warnte die Regierung am Dienstag auf Twitter.

Menschen auf der ganzen Welt litten unter dem Ausbruch der Krankheit. Das sei Grund genug, solche Scherze zu unterlassen.

Thailand hat ein Gesetz, nach dem das Verbreiten von Fake News mit Gefängnis- und Geldstrafen geahndet werden kann.

Bundesliga setzt bis mindestens 30. April aus

15:00 Uhr: Die Bundesliga-Clubs halten an ihrem Ziel fest, die unterbrochene Spielzeit trotz der Coronavirus-Pandemie bis zum 30. Juni zu Ende zu bringen. Dies bestätigte DFL-Chef Christian Seifert nach der Video-Mitgliederversammlung der 36 Profi-Clubs am Dienstag.

"Wir haben gemeinsam den Beschluss gefasst, das ist auch heute noch der Stand", sagte Seifert bei einer Videopressekonferenz. Unter bestimmten Bedingungen sei eine Verlängerung in den Juli möglich.

Am Dienstag folgte die Mitgliederversammlung dem Vorschlag, die Saison vorerst bis mindestens zum 30. April weiter auszusetzen.

Fast Hälfte der Intensivbetten frei für Corona-Patienten

14:26 Uhr: Rund 45 Prozent der bestehenden Intensivbetten in Deutschland sind nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) derzeit frei für die Behandlung von Coronavirus-Patienten. Diese freien Kapazitäten seien etwa durch die Verschiebung von planbaren Operationen geschaffen worden, sagte Spahn am Dienstag in Düsseldorf. Er hatte dort zusammen mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) das Universitätsklinikum besucht. Spahn sollte anschließend auch an der Sitzung des Landeskabinetts teilnehmen.

"Eines ist klar: Es wird in den nächsten Tagen eine steigende Zahl von Intensiv- und Beatmungspatienten geben", sagte Spahn. Anders als in anderen europäischen Ländern habe sich Deutschland aber darauf vorbereiten können, weil die Corona-Infektionen "sehr frühzeitig" und auch durch umfangreiche Tests im Land erkannt worden seien.

Insgesamt gibt es in Deutschland nach offiziellen Angaben rund 28 000 Intensivbetten. Die Krankenhäuser sollen nach einer Einigung von Bund und Ländern diese Kapazitäten verdoppeln, um besser für die Behandlung vieler schwer erkrankter Patienten mit dem Coronavirus gerüstet zu sein.

Kurzarbeit in 470.000 Betrieben angezeigt

14:09 Uhr: In der Corona-Krise ist nach Angaben von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) bislang von 470.000 Betrieben eine Anzeige auf Kurzarbeit eingegangen. Wie viele Menschen von Kurzarbeit betroffen sein werden, lasse sich derzeit noch nicht genau abschätzen, sagte Heil. Es sei aber damit zu rechnen, dass es mehr als während der Finanzkrise seien; damals betraf dies 1,4 Millionen Menschen.

Die Bundesregierung hatte wegen der Corona-Epidemie im Eilverfahren Verbesserungen beim Kurzarbeitergeld beschlossen, die rückwirkend bereits ab 1. März gelten. Unternehmen können demnach bereits dann Kurzarbeitergeld beantragen, wenn zehn Prozent der Beschäftigten im Betrieb von Arbeitsausfall betroffen sind statt zuvor ein Drittel. Zudem werden Arbeitgebern die Sozialversicherungsbeiträge, die sie auch bei Kurzarbeit zu zahlen haben, in voller Höhe erstattet. Ziel ist es, Arbeitsplätze zu erhalten.

Die Bewältigung der Krise sei eine "historische Aufgabe", sagte Heil. "Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz". Zugleich sagte er, dass es Anlass "zur realistischen Zuversicht" gebe. Deutschland habe einen der stärksten Sozialstaaten auf der Welt. Zur Finanzierung der Maßnahmen verwies der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, am Dienstag erneut auf die Rücklagen BA in Höhe von 26 Milliarden Euro.

Eilantrag gegen Corona-Maßnahmen im Saarland gescheitert

13:59 Uhr: Ein Eilantrag gegen die Ausgangsbeschränkung wegen der Corona-Pandemie ist im Saarland vor Gericht gescheitert. Ein Bürger hatte sich vergeblich gegen Allgemeinverfügungen des Gesundheitsministeriums gewandt, wie das Verwaltungsgericht des Saarlandes in Saarlouis am Dienstag mitteilte (6 L 340/20). Der Antragsteller hatte argumentiert, die Maßnahmen seien unverhältnismäßig, und es fehle eine Rechtsgrundlage.

Das Gericht sah dagegen die Ausgangsbeschränkung weder als unverhältnismäßig noch als rechtswidrig an. Bei einer Folgenabwägung habe das private Interesse des Antragstellers hinter dem öffentlichen Interesse an einem wirksamen Gesundheitsschutz der Bevölkerung des Saarlandes zurückzutreten. Das Gesundheitsministerium sei seiner grundrechtlichen Schutzpflicht nachgekommen. Es gelte, die Ansteckungen mit der Vermeidung sozialer Kontakte zu bremsen, um einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu vermeiden.

Der Beschluss des Verwaltungsgerichts ist nicht rechtskräftig. Binnen zwei Wochen ist die Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht (OVG) des Saarlandes in Saarlouis möglich.

Kretschmann hält Exit-Debatte für unseriös

13:39 Uhr: Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat in der Coronakrise vor einer voreiligen Debatte über eine Exit-Strategie aus den strengen Ausgangsbeschränkungen gewarnt. "Die Lage ist unverändert ernst", mahnte der Grünen-Politiker am Dienstag bei einer virtuellen Pressekonferenz in Stuttgart.

Er könne nachvollziehen, wenn sich viele Menschen eine schnelle Rückkehr zum normalen Leben wünschten. Aber jetzt sei nicht der Zeitpunkt für eine Debatte über eine Lockerung der Maßnahmen.

Das sei unseriös. "Wir sind immer noch am Beginn der Krise." Spekulationen über eine Lockerung der Regeln zur Kontaktvermeidung verböten sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt.

Polen verschärft Schutzmaßnahmen gegen COVID-19

13:31 Uhr: Polen hat die bisher geltenden Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus weiter verschärft. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürften das Haus nur noch unter Aufsicht eines Erwachsenen verlassen, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Dienstag.

Der Zugang zu Parks, Plätzen, Stränden und Naherholungsgebieten werde eingeschränkt. In Lebensmittelgeschäften, Drogerien und Apotheken sollen in der Zeit zwischen 10:00 und 12:00 Uhr nur Menschen ab einem Alter von 65 Jahren einkaufen dürfen.

Außerdem dürfen sich in Geschäften nur drei Menschen pro Kasse gleichzeitig aufhalten. Vor dem Betreten der Läden müssen künftig alle Kunden Schutzhandschuhe anziehen.

Friseursalons, Kosmetik- und Tätowierstudios werden geschlossen. Leihfahrräder dürfen nicht mehr ausgeliehen werden.

Fast 850 Corona-Tote in 24 Stunden in Spanien

13:15 Uhr: Im extrem heftig von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Spanien sind am vierten Tag in Folge mehr als 800 Todesfälle verzeichnet worden. Innerhalb von 24 Stunden seien 849 neue Opfer gezählt worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag in Madrid mit.

Dies ist die bisher höchste Zahl an Opfern, die seit dem Beginn der Krise an einem Tag gezählt wurde.

Zahl der Corona-Todesfälle im Iran steigt auf fast 2.900

13:10 Uhr: Im Iran hat sich die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus offiziellen Angaben zufolge auf fast 2.900 erhöht. 141 weitere Menschen seien in den vergangenen 24 Stunden an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19 gestorben, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Teheran am Dienstag.

Damit gebe es nun 2.898 Todesfälle. Die Zahl der Infektionsfälle erhöhte sich demnach auf mehr als 44.600. In den vergangenen Stunden seien mehr als 3.100 Neu-Infektionen registriert worden, sagte der Sprecher Kianusch Dschahanpur. Neben den USA, Italien und Spanien ist der Iran eines der am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Länder der Welt.

Zwölfjähriges Mädchen stirbt in Belgien an Coronavirus

12:58 Uhr: In Belgien ist ein zwölfjähriges Mädchen in Folge einer Ansteckung mit dem Coronavirus gestorben. "Das ist ein sehr seltener Fall, aber er erschüttert uns sehr", sagte der für die Corona-Pandemie zuständige Behördensprecher am Dienstag in Brüssel. Demnach hatte das Kind zuvor drei Tage lang Fieber gehabt.

Es ist der erste Corona-Todesfall eines Kindes in Belgien. Vergangene Woche hatte der Tod einer 16-Jährigen bei Paris für Aufsehen gesorgt.

In Belgien stieg die Zahl der Infizierten nach offiziellen Angaben auf 12.775, mehr als 700 Menschen starben an den Folgen der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19. Über 90 Prozent der belgischen Corona-Toten waren älter als 65 Jahre.

Weitere Corona-Fälle auf Kreuzfahrtschiff - Warnung vor Toten

12:50 Uhr: Das Drama um zwei Kreuzfahrtschiffe in der Karibik mit rund 2.500 Besatzungsmitgliedern und Passagieren an Bord - darunter rund 80 Deutsche - spitzt sich zu. Auf der "Zaandam", die zusammen mit dem Schwesterschiff "Rotterdam" unterwegs ist, ist die Zahl der Corona-Infizierten nach Angaben des Betreibers Holland America Line inzwischen auf acht gestiegen.

193 Personen hätten Grippe-Symptome, vier Passagiere sind inzwischen verstorben, ohne dass die Todesursache bekanntgegeben wurde. Der Präsident des Unternehmens warnt nun vor weiteren Opfern, sollten die Schiffe nicht bald einen Hafen anlaufen können.

"Ich befürchte, dass weitere Menschenleben auf dem Spiel stehen", schreibt Orlando Ashford auf der Internetseite der Holland America Line.

Griechenlands schönste Hafenpromenade teils geschlossen

12:48 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus hat der griechische Zivilschutz beschlossen, die mehr als zehn Kilometer lange Hafenpromenade von Thessaloniki für alle Besucher zu schließen. Die Maßnahme gilt seit Dienstag für 14 Tage - jeweils zwischen 14:00 Uhr Ortszeit (13:00 Uhr MESZ) und 8:00 Uhr am Folgetag, wie der Zivilschutz am Dienstag mitteilte.

Scholz: "Wir haben harte Zeiten vor uns"

12:34 Uhr: Die deutsche Wirtschaft hat eine Überlebenschance, dennoch "haben wir harte Zeiten vor uns", sagte Bundesfinazminister Olaf Scholz (SPD) am Dienstag in München im Zuge der genannten Finanzhilfen für bayerische Unternehmen (Eintrag 12:17 Uhr).

Wir befinden uns in einer einzigartigen Situation, hieß es. Doch es werde wieder bergauf gehen und deutsche sowie die Weltwirtschaft sich erholen. Laut Scholz hat Deutschland das größte Stabilisierungs-Programm für die Wirtschaft in seiner Geschichte auf den Weg gebracht. Bereits jetzt zeige sich, dass es richtig gewesen sei, "dass wir so große Schritte gegangen sind".

Söder über Situation in Bayern: "Überbrücken, überleben und dann wieder voll durchstarten"

12:17 Uhr: Die Ausgangsbeschränkung in Bayern wird verlängert, das teilte Ministerpräsident Markus Söder bereits am Montag mit. Nur einen Tag später hat das bayerische Kabinett unter Verstärkung von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) weiter über die aktuelle Lage rund um das Coronavirus beraten. Hier die Ergebnisse, die am Dienstag in München vorgestellt wurden:

  • Es soll verhindert werden, dass die Wirtschaft in Schockstarre gerät und der Wohlstand verloren geht. Die Unternehmen sollen gestärkt werden.
  • Dafür bringt Bayern Steuerstundungen, ein Soforthilfe-Programm und ein 60-Milliarden-Euro-Fonds auf den Weg.
  • "Überbrücken, überleben und dann wieder voll durchstarten" (Söder), ist jetzt die Devise.

Geschlossene Zoos bitten um 100 Millionen Euro Soforthilfe

11:59 Uhr: Die wegen der Coronakrise geschlossenen Zoos in Deutschland haben den Bund dringend um 100 Millionen Euro Soforthilfe gebeten. Die Zoos arbeiteten derzeit "ohne Einnahmen bei gleichbleibend hohen Ausgaben", erklärte der Präsident des Verbands der Zoologischen Gärten, der Leipziger Zoodirektor Jörg Junhold, am Dienstag in Berlin.

Aktuell müsse ein einzelner großer Zoo einen wöchentlichen Umsatzverlust von etwa 500.000 Euro verkraften.

RKI: Coronavirus-Sterberate in Deutschland wird steigen

11:45 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) rechnet mit einer Erhöhung der Coronavirus-Sterberate in Deutschland. Im Moment liege die Rate bei 0,8 Prozent, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag.

"Die Meldungen haben aber einen Zeitverzug. Die Menschen sterben erst nach einem gewissen Krankheitsverlauf", erläuterte er. "Wir haben jetzt auch leider Fälle in Pflege- und Altenheimen. Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Sterberate damit ansteigen wird."

Die aus den erfassten Fällen errechnete Sterberate liegt in Deutschland bisher deutlich niedriger als in der Europäischen Union insgesamt mit etwa 7,6 Prozent. Den Grund für die momentan noch moderate Quote sieht Wieler in frühen und vielen Tests.

Corona-Infizierter verließ Quarantäne - Kontakt zu zehn Menschen

11:36 Uhr: Ein Corona-Infizierter in Schleswig-Holstein hat nach Angaben der Behörden die häusliche Quarantäne verlassen und zu mindestens zehn Menschen Kontakt gehabt. Das sagte eine Sprecherin des Kreises Rendsburg-Eckernförde am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Ob der Mann möglicherweise noch mehr Personen getroffen habe, werde derzeit überprüft. Zuvor hatten andere Medien über den Fall berichtet.

Der Mann war Mitte März aus einem Risikogebiet zurückgekehrt, er kam in häusliche Quarantäne. Er wurde positiv auf das Coronavirus getestet.

Der Quarantäne-Bruch fiel auf, als die Behörden die Kontakte eines anderen Infizierten nachverfolgten, um die Infektionskette zu unterbrechen. Dem Mann droht mindestens ein Bußgeld, möglicherweise auch eine Strafanzeige, sollten weitere Verstöße bekannt werden, sagte die Sprecherin des Kreises.

Womöglich Todesfälle auf "Corona-Mittel" zurückzuführen

11:22 Uhr: Die französische Arzneimittelbehörde (ANSM) warnt vor gefährlichen Nebenwirkungen bis hin zu Todesfällen bei experimentellen Methoden zur Behandlung der Lungenkrankheit COVID-19. Krankenhäuser hätten bei ihren Corona-Patienten rund 30 schwere Nebenwirkungen von Medikamenten festgestellt, die derzeit von europäischen Forschern getestet werden, sagte ANSM-Generaldirektor Dominique Martin der Nachrichtenagentur AFP.

Auch drei Todesfälle könnten mit der Behandlung in Zusammenhang stehen. Den Corona-Patienten wurde in französischen Kliniken unter anderem das Arzneimittel Plaquenil verabreicht.

Es enthält den Wirkstoff Hydroxychloroquin, der in der Malaria-Prophylaxe Anwendung findet. Zudem wurde Kaletra eingesetzt, mit einer Kombination aus den Wirkstoffen Lopinavir und Ritonavir, die üblicherweise zur Behandlung von HIV-Patienten genutzt werden.

Der Präsident der Arzneimittelbehörde ermahnte alle Bürger, solche Medikamente "in keinem Fall" eigenmächtig einzunehmen. Sie dürfen in Frankreich nur unter strikter ärztlicher Aufsicht im Krankenhaus eingesetzt werden.

Autobranche fordert wegen Coronakrise Hilfe für Händler

11:14 Uhr: Die Autobranche hat die Politik angesichts der Coronakrise erneut dazu aufgefordert, betroffenen Autohändlern zu helfen. "Bundesweit steht der Automobilhandel derzeit vor massiven Problemen", heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Appell mehrer Automobil-Verbände. Demnach sollen Bund, Länder und Kommunen rasch handeln, um "Insolvenzen und Job-Verluste im Kfz-Handel abzuwenden".

Weil Zulassungsstellen nur noch eingeschränkt oder gar nicht geöffnet seien, könnten Händler Autos nicht zulassen, heißt es in dem Appell weiter.

Moskau beschließt im Eiltempo schärfere Gesetze

11:08 Uhr: Russland hat im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie härtere Strafen gegen Verstöße bei Quarantäne-Vorschriften sowie gegen die Verbreitung von Falschnachrichten beschlossen. Das russische Parlament - die Staatsduma - stimmte am Dienstag einem ganzen Paket für ein härteres Vorgehen der Politik zu.

Die Staatsduma beschloss hohe Geld- und Haftstrafen auch wegen fahrlässiger Infektion von Mitmenschen. Je nach Schwere des Vergehens, wenn eine Infektion etwa zum Tod von Menschen führt, sind Strafen bis zu sieben Jahre Haft möglich.

Außerdem sind Geldstrafen von bis zu zwei Millionen Rubel - umgerechnet 22.800 Euro - bei Verstößen gegen die Quarantäne vorgesehen. Bei einer Verbreitung folgenreicher Falschnachrichten etwa in den Medien können bis zu fünf Millionen Rubel Strafe verhängt werden, im Wiederholungsfall das Doppelte.

Verbraucherzentralen warnen vor Betrügern in Corona-Zeit

11:05 Uhr: Die Verbraucherzentralen warnen vor Betrügern im Internet in Zeiten der Coronavirus-Pandemie. "Einerseits beobachten wir in der Coronakrise beeindruckende Wellen der Solidarität. Andererseits ruft die Krise auch Betrüger und windige Geschäftemacher auf den Plan, welche die Ängste und Sorgen der Menschen ausnutzen wollen, um sich zu bereichern", sagte der Vorstand des Verbraucherzentralen-Bundesverbands, Klaus Müller, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Es gebe Anbieter, die mit falschen Gesundheitsversprechen Kasse machen wollten, führte Müller aus. "Andere haben auf Online-Plattformen zum Beispiel eine Packung Toilettenpapier für 20 Euro oder 1 Liter Händedesinfektionsmittel für 199 Euro angeboten."

"Daneben erhalten wir auch Hinweise auf vermutliche Fake-Shops, die Artikel wie Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel anbieten. Die Artikel seien angeblich vorrätig. Die Zahlung ist jedoch nur per Vorkasse möglich. Eine Lieferung erfolgt nicht. Die Betreiber der Shops sind nicht erreichbar und die Käufer erhalten das bezahlte Geld nicht zurück."

Infektionsgebiet im Nordosten Rumäniens gesperrt

10:59 Uhr: Rumänien sperrt die im Nordosten gelegene Stadt Suceava und acht benachbarte Dörfer, weil dort mehr als ein Viertel aller Infektionen mit dem neuen Coronavirus aufgetreten sind. Das beschloss die Regierung am späten Montagabend.

Von den landesweit 2.109 Patienten, die mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert sind, leben 593 in der Kreishauptstadt Suceava, die rund 92.000 Einwohner hat. Vor allem das Kreiskrankenhaus von Suceava gilt als Infektionsherd.

Indonesien lässt keine Ausländer mehr einreisen

10:52 Uhr: Indonesien verhängt im Kampf gegen das Coronavirus einen Einreise- und Durchreisestopp für Ausländer. Ausnahmen werde es für Diplomaten und andere offizielle Besucher sowie Menschen mit dauerhaftem Wohnsitz geben, kündigte Außenminister Retno Marsudi am Dienstag an.

Ab wann der Einreisestopp gilt, sagte er nicht. In dem südostasiatischen Inselstaat gibt es bislang 1.414 bestätigte Fälle des Virus, das die Lungenkrankheit COVID-19 auslösen kann.

Eine ähnliche Reisesperre haben auch andere Staaten eingeführt, darunter Australien, Neuseeland und Singapur.

Kardinal in Rom an COVID-19 erkrankt

10:47 Uhr: Der Stellvertreter des Papstes für das Bistum Rom ist an COVID-19 erkrankt. Der Kardinalvikar des Bistums, Angelo De Donatis, sei der erste Kardinal, der sich mit dem Coronavirus angesteckt habe, berichtete die vatikanische Medienplattform Vaticannews.

Der 66-Jährige habe Fieber und sei im Krankenhaus, es gehe ihm aber gut, teilte das Bistum Rom am Montagabend mit. Er liegt in der römischen Klinik, in der auch Päpste behandelt werden.

63.000 Corona-Infizierte in Deutschland

10:30 Uhr: Derzeit - Stand Dienstag, 00:00 Uhr - sind mehr als 63.000 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert, teilte das Robert-Koch-Institut am Dienstag mit, davon seien 583 Todesfälle. 16.100 Menschen seien laut der Schätzungen aber auch bereits wieder genesen.

Das Durchschnittsalter der Verstorbenen an COVID-19 liege bei 80 Jahren. Mehr als 500 Todesopfer waren 70 Jahre und älter, die jüngste Verstorbene war 28 Jahre alt, litt aber an einer Vorerkrankung.

31 Personen unter 60 Jahren sind bislang an den Folgen des Virus verstorben. Das RKI betonte nochmals, dass sich jeder - egal in welcher Altersklasse - mit dem Coronavirus infizieren könne.

RKI empfiehlt Mund-Nasen-Schutz

10:15 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) rund um Präsident Lothar Wieler hat am Dienstag über die Coronavirus-Lage in Deutschland informiert. Dabei ging es unter anderem auch um eine Mundschutz-Pflicht in der Bundesrepublik.

Dazu sagte Wieler: "Es sind zwei Dinge zu beachten: Es wird in der Öffentlichkeit meist nicht zwischen Mund-Nasen-Schutz und einer Sicherheitsmaske unterschieden. Die Masken (FFP2), die wirklich Viren abhalten, müssen von Pflege-Personal getragen werden, um sich vor einer Infektion zu schützen."

Und weiter: "Der Mund-Nasen-Schutz dient vor einer Infektion anderer, wenn man selbst infiziert ist. Das ist sinnvoll, das empfehlen wir."

Airbnb lässt Unterkünfte nun bis Ende Mai kostenlos stornieren

10:04 Uhr: Die Vermittlungsplattform Airbnb kommt von der Corona-Krise betroffenen Reisenden weiter entgegen: Bis Ende Mai gebuchte Unterkünfte können kostenlos storniert werden. Die bisherige Ausnahmeregelung galt nur bis Mitte April.

Zugleich macht Airbnb 250 Millionen Dollar locker, um Vermieter für die Ausfälle zumindest teilweise zu entschädigen, wie die Firma aus San Francisco in der Nacht zum Dienstag ankündigte.

Jena plant Mundschutz-Pflicht

9:44 Uhr: Die Stadt Jena plant in der Coranavirus-Pandemie eine Maskenpflicht. "In einer Woche soll das Tragen eines Mund-und-Nasen-Schutzes in Jenaer Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr verpflichtend werden", teilte die Stadt mit.

Die Maßnahme sei vom Fachdienst Gesundheit angemahnt worden. Ziel sei es, die Sicherheit des Personals im öffentlichen Leben zu erhöhen. Neben Masken seien auch Tücher oder Schals als Schutz möglich, wenn sie Nase und Mund bedeckten.

Die Stadt hat nach eigenen Angaben eine Grundausstattung an Masken. Damit wolle man Pflegekräfte, Ärzte, Fahrer im öffentlichen Nahverkehr und andere Menschen in systemrelevanter Infrastruktur versorgen. An die Bevölkerung erging die Bitte: "Nähen Sie sich selbst und anderen Menschen den wichtigen Mund-Nasen-Schutz, um die Verbreitung des Virus einzudämmen."

Laborärzte: Flächendeckende Coronavirus-Tests "illusorisch"

08:17 Uhr: Für großflächige Coronavirus-Tests in der Bevölkerung sieht der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) momentan keine Möglichkeiten. "Die wünschenswerte 'flächendeckende' Testung ist derzeit illusorisch", sagte der BDL-Vorsitzende Andreas Bobrowski der Deutschen Presse-Agentur. Die Testmaterialien wie Entnahmesets und Reagenzien für die Labore würden von Tag zu Tag knapper. Auch die Lieferzeiten der ebenfalls erforderlichen PCR-Geräte seien derzeit extrem lang. Bei PCR-Tests werden Abstriche aus Nase oder Rachen genommen und im Labor mit Hilfe dieser Geräte auf Viren-Erbgut untersucht.

Tests müssten derzeit nach medizinischen Notwendigkeiten priorisiert werden, wozu das Robert-Koch-Institut Kriterien erarbeitet habe, sagte Bobrowski. Damit Hausärzte und Fachärzte weiterhin diese "wichtige medizinische Priorisierung" durchführen und gezielt Hilfe leisten könnten, brauche es ausreichend Schutzkleidung und Atemschutzmasken für die Mediziner, sagte der BDL-Vorsitzende. Wer getestet wird, entscheiden im Moment Kliniken und Ärzte selbst. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) liegt die Kapazität in Deutschland zur Zeit bei rund 300.000 bis 500.000 Tests pro Woche.

Die Idee, auch tiermedizinische Labore zu nutzen, lehnt der Laborärzteverband ab. "Tiermedizinische Labore haben keine Zulassung für die Untersuchung von humanpathogenen Proben. Es fehlt darüber hinaus das gesamte Know-how des Patientenmanagements und dem damit verbundenen Schutz der persönlichen Daten", sagte Bobrowski. Maßnahmen zur Ausweitung der Tests sollten immer von den fachärztlichen Diagnostikern im Labor ausgehen, wie dies derzeit der Fall ist.

Joschka Fischer: Krise wird Zusammenhalt in EU stärken

07:39 Uhr: Nach Einschätzung des früheren Bundesaußenministers Joschka Fischer wird die Corona-Krise den Zusammenhalt in der EU stärken. "Der gemeinsame Markt, die gemeinsame Währung und die Zentralbank" würden sich zur Krisenbewältigung für die Europäer als unverzichtbar erweisen, schrieb Fischer in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstagsausgabe). Nationale Alleingänge in der Krise bezeichnete er als "sicheren politischen und ökonomischen Selbstmord der beteiligten EU-Mitgliedstaaten". Deshalb werde es diesen nicht geben.

"Diese Krise zwingt die Europäer noch mehr zusammen, zu mehr Solidarität, denn was wäre die Alternative?", schrieb Fischer. Der Ex-Außenminister erwartet überdies erhebliche Veränderungen im Verhältnis von Markt und Staat in den westlichen Demokratien. "Der Staat wird sehr viel mehr zum steuernden Vorsorgestaat werden", erwartet Fischer.

Nach der Krise solle der Anteil des Staates wieder zurückgeführt werden, forderte Fischer. "Am besten, indem man dann allfällige Reprivatisierungserlöse in einen Staatsfond überführt und so die Allgemeinheit beteiligt." Der "Vorsorgestaat" dürfe in der Zukunft jedoch nicht wieder in ein vergleichbares Desaster wie jetzt münden. Es werde dabei auch um die Stabilität, Effizienz und die Kosten der Gesundheitssysteme gehen.

Experten warnen vor Folgen psychischer Belastung

07:24 Uhr: Die psychische Belastung der Bundesbürger durch die Coronavirus-Pandemie ist nach Ansicht von Experten in Krisenplänen noch nicht ausreichend berücksichtigt. "Die Fachleute müssen sich darauf einstellen, dass sowohl eine Welle von Gesunden kommen wird, die plötzlich Ängste haben, die behandelt werden müssen - als auch auf die Verschlechterung der Symptomatik von bereits psychisch Erkrankten", sagte die Berliner Psychiaterin Iris Hauth, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde. In China hätten sich Krisentelefone als hilfreich erwiesen. Bereits psychisch erkrankte Menschen benötigten weitergehende Hilfen wie zum Beispiel Video-Sprechstunden.

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hat bereits eine anonyme und kostenlose Corona-Hotline geschaltet. Die aktuelle Situation löse Unsicherheit und Befürchtungen aus, hieß es vom Verband. Die Hotline mit der Nummer 0800 777 22 44 sei täglich von 8 bis 20 Uhr geschaltet.

Pastor in den USA wegen Verstößen gegen Corona-Anordnungen festgenommen

06:53 Uhr: Im US-Bundesstaat Florida ist ein Pastor wegen Verstößen gegen die staatlichen Anordnungen in der Corona-Krise vorübergehend festgenommen worden. Der 58-jährige evangelikale Geistliche wurde in Gewahrsam genommen, weil er am Sonntag zwei Gottesdienste in der Stadt Tampa abgehalten hatte, wie aus Dokumenten der örtlichen Gefängnisverwaltung hervorging. Er habe damit gegen die Versammlungs- und Ausgangsverbote verstoßen, hieß es in den Unterlagen.

Der Pastor habe sich "absichtlich und wiederholt" über die geltenden Anweisungen zum Schutz vor der Pandemie hinweggesetzt, schrieb der örtliche Polizeichef Chad Chronister im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er habe damit seine eigene Kirchengemeinde sowie die gesamte Gemeinde Tampa in Gefahr gebracht.

Der Geistliche glaubt entgegen der Warnungen der medizinischen Fachwelt nicht daran, dass das neuartige Coronavirus gefährlich sein kann. Seine Gottesdienste bezeichnet er zudem als essenzielle Dienstleistungen, die folglich trotz der geltenden Restriktionen des öffentlichen Lebens fortgeführt werden dürften.

Nach Ausstellung eines Haftbefehls hatte sich der Pastor selbst der Polizei gestellt. Er kam gegen eine Kaution von 500 Dollar nach weniger als einer Stunde wieder auf freien Fuß. In Florida gab es bis Montag rund 5.400 bestätigte Corona-Infektionsfälle und 63 Todesopfer.

Vietnamesischer Imbiss verkauft "Corona Burger"

05:17 Uhr: Das ist kein Aprilscherz, sondern kommt aus der Abteilung Pandemie-Humor: Ein Imbiss in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi verkauft "Corona Burger". Betreiber Hoang Tung (36) erzählte der Deutschen Presse-Agentur, dass er damit ursprünglich Kindern eine Freude machen wollte.

Als die ersten Nachrichten über das Coronavirus in China gekommen seien, sei alles so negativ gewesen, auch sein Geschäft sei schlechter geworden. "Also habe ich angefangen, darüber nachzudenken, wie man anders und positiv sein kann." Das Burger-Brötchen erinnert von seiner Form her daran, wie das neue Virus unter dem Mikroskop aussieht.

Am ersten Tag habe er 50 Burger verkauft, sagt Tung. Tage später seien es 100 gewesen. Der Burger kostet umgerechnet um die 3 Euro, es soll ihn nur für eine begrenzte Zeit geben.

Verschärfung der Ausgangssperre in Spanien

03:41 Uhr: In Spanien ist in der Nacht zum Dienstag eine ebenso drastische wie umstrittene Verschärfung der Ausgangssperre zur Bekämpfung der Corona-Krise in Kraft getreten. Seit Mitternacht dürfen alle Bürger, die nicht in wesentlichen Wirtschaftssektoren tätig sind, nicht mehr zu ihrer Arbeitsstelle fahren. Das entsprechende Dekret der linken Regierung gilt zunächst bis zum 9. April. Betroffen sind vor allem das Baugewerbe und weite Teile der Industrie.

Bisher durften im Rahmen des seit 15. März geltenden Alarmzustands alle Menschen, die nicht im Homeoffice arbeiten konnten, weiter das Haus verlassen, um ihren Jobs nachzugehen. Alle Betroffenen sollen weiter ihr Gehalt bekommen und die nicht geleisteten Stunden später nachholen. Viele Unternehmer und Regionalpräsidenten haben die neuen Regeln scharf kritisiert.

Die kurzfristig angekündigte Verschärfung des Ausgangsverbots sollte ursprünglich schon am Montag in Kraft treten. Sie war aber am späten Sonntagabend um 24 Stunden verschoben worden, damit die Betroffenen "die letzten unbedingt erforderlichen Arbeiten" zur Einstellung der Aktivitäten erledigen. Ob die Maßnahme Wirkung zeigt, sollen die nächsten zwei Wochen zeigen. Mit mehr als 85.000 Infektionsfällen und über 7.300 Toten ist Spanien nach Italien das am heftigsten von der Krise betroffene Land Europas.

Trump als Südkorea-Experte: Seoul hat "38 Millionen" Einwohner

02:22 Uhr: Peinlicher Lapsus von US-Präsident Donald Trump: Auf die Frage nach der Anzahl von Tests auf das Coronavirus in den USA und in Südkorea wies Trump eine Reporterin bei einer Pressekonferenz am Montagabend (Ortszeit) im Weißen Haus zurecht: "Ich kenne Südkorea besser als jeder andere. (...) Wissen Sie, wie viele Menschen in Seoul sind? Wissen Sie, wie groß die Stadt Seoul ist? 38 Millionen Menschen. Das ist größer als alles, was wir haben." So gut kennt Trump Südkorea dann allerdings doch nicht: Nach Angaben der südkoreanischen Regierung leben in der Hauptstadt Seoul 9,7 Millionen Menschen - im ganzen Land sind es knapp 52 Millionen.

Ian Young, Korrespondent der Zeitung "South China Morning Post" in Vancouver (Kanada), spottete auf Twitter, Trump habe vor der Pressekonferenz womöglich den Wikipedia-Eintrag über Seoul gegoogelt - und dann die Höhe über dem Meeresspiegel mit der Bevölkerungszahl verwechselt. In dem englischen Wikipedia-Eintrag steht die Höhe von Seoul abgekürzt als "38 m" - also 38 Meter, im Englischen ist das kleine "m" aber auch gebräuchlich als Abkürzung für Millionen.

Bei der Frage der Reporterin ging es um die Aussage Trumps, wonach die USA inzwischen mehr als eine Million Menschen auf das Coronavirus getestet haben. "Wir haben bei weitem mehr Tests ausgeführt als jedes andere Land auf der Welt", sagte Trump.

Das stimmt in absoluten Zahlen, aber nicht gemessen an der Bevölkerungszahl. So hat etwa Südkorea pro Kopf mehr Menschen getestet, als es die USA haben. In den USA gibt es inzwischen rund 160.000 bestätigte Infektionen mit dem neuen Coronavirus - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Rund 3.000 Menschen starben.

Kanada hilft Ureinwohnern beim Umzug in die Wildnis

02:07 Uhr: In der Corona-Krise hilft Kanadas Regierung den Ureinwohnern des Landes dabei, sich in der arktischen Wildnis zu verteilen. Dafür sollen rund 2,6 Millionen (rund 1,6 Millionen Euro) kanadische Dollar zu Verfügung gestellt werden, teilte die Regierung in Ottawa am Montag (Ortszeit) mit.

Viele Ureinwohner in dem Gebiet Nordwest-Territorien im Norden Kanadas lebten eng zusammen in großen Familienverbünden, weil es zu wenig Häuser und Wohnungen gebe, sagte Kami Kandola, Gesundheitsbeauftragter der Region. Viele von ihnen wollen nun in Jagd- oder Fischerhütten in der Wildnis des Gebiets ziehen, wo sie besser voneinander Abstand halten können, um sich und andere so vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus zu schützen.

"Unsere Ältesten und Weisesten haben uns immer gesagt: 'Es wird ein Tag kommen, an dem wir auf das Land gehen müssen. Und jetzt ist dieser Tag'", sagte Norman Yakeleya, Chef der Dene-Ureinwohner.

Verbraucherzentralen warnen vor Betrügern

01:11 Uhr: Die Verbraucherzentralen warnen vor Betrügern im Internet in Zeiten der Coronavirus-Pandemie. "Extremsituationen verstärken gute und schlechte Verhaltensweisen. Einerseits beobachten wir in der Coronakrise beeindruckende Wellen der Solidarität. Andererseits ruft die Krise auch Betrüger und windige Geschäftemacher auf den Plan, welche die Ängste und Sorgen der Menschen ausnutzen wollen, um sich zu bereichern", sagte der Vorstand des Verbraucherzentralen-Bundesverbands, Klaus Müller, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir erhalten inzwischen täglich Hinweise von Verbrauchern im Zusammenhang mit der Coronakrise."

Es gebe Anbieter, die mit falschen Gesundheitsversprechen Kasse machen wollten, führte Müller aus. "Andere haben auf Online-Plattformen zum Beispiel eine Packung Toilettenpapier für 20 Euro oder 1 Liter Händedesinfektionsmittel für 199 Euro angeboten. Daneben erhalten wir auch Hinweise auf vermutliche Fake-Shops, die Artikel wie Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel anbieten. Die Artikel seien angeblich vorrätig. Die Zahlung ist jedoch nur per Vorkasse möglich. Eine Lieferung erfolgt nicht. Die Betreiber der Shops sind nicht erreichbar und die Käufer erhalten das bezahlte Geld nicht zurück."

Gegen Auswüchse bei Preisen oder irreführende Gesundheitsversprechen gehe der Verband der Verbraucherschützer entschieden vor, sagte Müller. "Wir haben bereits mehrere Abmahnungen ausgesprochen. Zudem hat der vzbv Verbraucher dazu aufgerufen, Verdachtsfälle an die Verbraucherzentralen und ihren Bundesverband zu melden."

Einreisestopp für Europäer in USA soll verlängert werden

00:15 Uhr: Der zunächst auf einen Monat begrenzte Einreisestopp der US-Regierung für Besucher aus Europa soll verlängert werden. Diese und ähnliche Beschränkungen würden in Kraft bleiben und möglicherweise sogar verschärft werden, sagte US-Präsident Donald Trump am Montag im Garten des Weißen Hauses. Dies werde dabei helfen, die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu begrenzen, sagte Trump. "Es ist sehr wichtig, Grenzen zu haben."

Es blieb zunächst unklar, bis wann der Einreisestopp, der eigentlich Mitte April auslaufen sollte, verlängert werden sollte. Trump hatte am Sonntag bekanntgegeben, dass die restriktiven Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie in den USA bis Ende April verlängert werden sollen.

Etwa seit Mitte März können Menschen aus dem Schengenraum, Großbritannien und Irland nicht mehr in die USA reisen. Ausgenommen davon sind nur US-Amerikaner, bestimmte Diplomaten und Europäer, die eine langfristige Arbeitsgenehmigung in den USA haben, eine sogenannte "Green Card". Auch deren Angehörige sind ausgenommen. Die Regelung sollte zunächst für 30 Tage gelten.

Alle Meldungen vom Montag, 30. März:

Jena führt teilweise Mundschutzpflicht ein

22:45 Uhr: Wie die Ostthüringer Zeitung unter Berufung auf die Stadtverwaltung berichtet, führt die Stadt Jena eine Mundschutzpflicht in Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr ein.

"Neben Masken werden auch Tücher oder Schals als Schutz anerkannt. Diese müssen aber auch die Nase und den Mund abdecken", heißt es. Der Erlass soll ab kommender Woche gelten.

Italien verlängert Ausgangsverbote

21:11 Uhr: Die italienische Regierung verlängert die strengen Ausgangsbeschränkungen für die 60 Millionen Bürger wegen der Corona-Krise bis mindestens Ostern. Das teilte das Gesundheitsministerium am Montagabend mit. Bisher galten die Ausgangsverbote bis zum kommenden Freitag. Sie waren vor rund drei Wochen, am 10. März, angelaufen.

Autor von Hitsong "I Love Rock 'n' Roll" an Coronavirus gestorben

20:40 Uhr: Der US-Musiker Alan Merrill, Autor des Hitsongs «I Love Rock 'n' Roll», ist im Alter von 69 Jahren nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Merrill sei am Sonntag in einem Krankenhaus in New York gestorben, teilte seine Tochter bei Facebook mit. Er habe gerade an einem neuen Album gearbeitet.

Merrill hatte «I Love Rock ‘n’ Roll» 1975 als Mitglied der Band Arrows geschrieben. 1982 veröffentlichte die Sängerin Joan Jett ein Cover des Songs, das weltweit zum Erfolg wurde. Jett trauerte nun via Twitter um Merrill. «Mit großem Dank und Traurigkeit wünsche ich ihm eine sichere Reise auf der anderen Seite.» Auch Musiker Meat Loaf, in dessen Band Merrill eine Zeit lang Gitarrist gewesen war, betrauerte den Tod seines früheren Kollegen. Merrill sei ein «großartiger und sehr talentierter Mensch» gewesen, schrieb er bei Facebook. «Ich bin jetzt sehr traurig.»

Zahl der Corona-Ansteckungen in Italien stabilisiert sich

19:35 Uhr: Der Anstieg der Zahl der aktuell positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen in Italien ist so niedrig wie seit Beginn der landesweiten Ausgangssperren nicht. Die Zahl der aktuell Erkrankten nahm bis Montag um 1648 auf 75 528 zu - so wenig wie seit dem 10. März nicht. In die Zahl sind Tote und Geheilte nicht eingerechnet. Die Zahl der Gesamtinfektionen stieg auf 101 739, wie der Zivilschutz mitteilte. Auch hier war der prozentuale Anstieg geringer. Die Zahl der Verstorbenen ist allerdings nach wie vor so hoch wie in keinem anderen Land der Welt. Bis Montag kamen 812 Tote hinzu, insgesamt sind es nun 11 591.

Auch dritter Corona-Test bei Kanzlerin Merkel negativ

19:10 Uhr: Auch beim dritten Test von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf das neuartige Coronavirus ist keine Infektion festgestellt worden. Das teilte ein Regierungssprecher am Montag in Berlin mit. Er ergänzte: "Die Bundeskanzlerin wird auch in den nächsten Tagen die Dienstgeschäfte aus ihrer häuslichen Quarantäne wahrnehmen."

Infizierte werden der Polizei gemeldet

17:43 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) hat die kommunalen Gesundheitsämter angewiesen, täglich aktuelle Listen mit Adressen aller Corona-Infizierten an die Polizeibehörden zu übermitteln. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte am Montag ein entsprechendes internes Schreiben an die Landkreise und kreisfreien Städte, über das die Fraktion der Linken im Schweriner Landtag die Öffentlichkeit informiert hatte.

Polizisten müssten rechtzeitig wissen, "ob sich am Einsatzort gegebenenfalls eine COVID-19-infizierte Person aufhält", heißt es demnach zur Begründung der Maßnahme.

Der Landesdatenschutzbeauftragte Heinz Müller sagte der Nachrichtenagentur AFP, er halte die Anordnung für zulässig, da der Schutz der Polizisten vor einer Infektion in diesem Fall wichtiger sei als das Patientenrecht. In Mecklenburg-Vorpommern wurden inzwischen 366 Menschen positiv getestet. 90 Prozent von ihnen müssen in "häuslicher Isolation" auf ihre Genesung warten.

Auch in Baden-Württemberg geben einzelne Gesundheitsämter Daten von Corona-Infizierten an die Polizei weiter. Die Praxis wurde unter anderem von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) verteidigt, da der Polizei Schutzkleidung fehle. Der Datenschutzbeauftragte Baden-Württembergs, Stefan Brink, sagte, in Einzelfällen könne das Abrufen von Patientendaten rechtlich gedeckt sein. Nicht zulässig sei es, "dass die Polizei alle Infiziertendaten bei allen Gesundheitsämtern abruft".

Woidke will Ausgehbeschränkungen in Brandenburg verlängern

17:31 Uhr: Die Ausgehbeschränkungen in Brandenburg in der Corona-Krise sollen nach den Plänen von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) um zwei Wochen ausgeweitet werden. "Die bisher gültigen Festlegungen unter anderem zum Aufenthalt im öffentlichen Raum werden vom 6. bis 19. April verlängert", teilte die Staatskanzlei am Montag in Potsdam mit. Das Kabinett werde darüber an diesem Dienstag beraten.

Regierungssprecher Florian Engels verwies auf die steigende Zahlen der Menschen, die in Brandenburg mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind. "Es gibt keinen Anlass, jetzt nachzulassen bei den Bemühungen." Kanzlerin Angela Merkel und Kanzleramtschef Helge Braun (beide CDU) hatten zuvor deutlich gemacht, dass eine schnelle Lockerung der Beschränkungen nicht im Raum steht.

Seit Montag vergangener Woche dürfen die Brandenburger draußen nur allein, mit Angehörigen aus dem eigenen Haushalt oder einer Person außerhalb des Haushalts bei 1,5 Metern Abstand unterwegs sein. Für das Betreten öffentlicher Orte gibt es Ausnahmen wie Arbeit, Einkaufen, Arztbesuche oder dringende Behördentermine. Bis zum 19. April galt ohnehin die Regelung, dass die meisten Läden geschlossen sind. Ausnahmen gelten für Krankenhäuser und Arztpraxen, Supermärkte, Banken, Poststellen und Tankstellen.

Das Kabinett will auch über einen neuen Bußgeldkatalog entscheiden. Darin sollten Bußgelder bei Verstößen festgeschrieben werden, die landesweit angewendet werden.

Corona-Infektionen in Bundeswehr stark angestiegen

17:09 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen in der Bundeswehr ist einem Bericht zufolge deutlich angestiegen. Der Sanitätsdienst gehe von 187 bestätigten Infizierungen und 767 begründeten Verdachtsfällen aus, berichteten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe am Montag vorab. Gegenüber dem vergangenen Freitag habe es einen Anstieg von 36 Infektionen und 41 Verdachtsfällen gegeben.

Am 11. März betrug die Zahl der Infizierungen neun. Den ersten bestätigten Fall eines infizierten Soldaten hatte es Ende Februar gegeben.

Putin fordert harte Strafen für Quarantäne-Verstöße

16:53 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin fordert harte Strafen wegen Verstößen gegen Coronavirus-Quarantäne. Es gebe bereits in ganz Russland Einschränkungen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, sagte Putin am Montag bei einem Gespräch mit den Bevollmächtigten der Präsidialadministration in den Regionen. Gleichwohl würden die Regeln oft nicht eingehalten. "Und die örtlichen Behörden verschließen da die Augen", kritisierte Putin. Das zeuge nicht nur von fehlender Disziplin und Vernunft. "Das ist kriminelle Achtlosigkeit", sagte er.

Der Kremlchef begrüßte die Entscheidung der Hauptstadt Moskau, eine Ausgangssperre für alle Bürger zu verhängen – mit Ausnahme etwa von Einkäufen, Wegen zur Arbeit und zum Müllcontainer. Parlamentschef Wjatscheslaw Wolodin kündigte an, dass bereits an diesem Dienstag ein Gesetz über die Strafen in allen drei Lesungen verabschiedet werde. Demnach drohen bei Verstößen gegen die Quarantäne Strafen von zwei Millionen Rubel (22.800 Euro) bis zu sieben Jahre Haft.

Zugleich betonte Putin einmal mehr, dass Russland früh Maßnahmen ergriffen und dadurch eine explosionsartige Ausbreitung der COVID-19-Erkrankungen verhindert habe. Er sprach sich dafür aus, Erfahrungen anderer Länder im Kampf gegen die Pandemie zu berücksichtigen.

Die wirtschaftlichen Verluste sind nach Kremlangaben zweitrangig. Putin ordnete auch an, in den Regionen mehr Krankenbetten, Tests und Medikamente zur Verfügung zu stellen. Wie das geschehen soll, war allerdings unklar. In Moskau gibt es zum Beispiel nicht einmal einfachste Dinge wie Masken, Desinfektionsmittel oder Schutzausrüstungen zu kaufen. Nach offiziellen Angaben lag die Zahl der Sars-CoV-2-Infizierten in Russland am Montag bei mehr als 1800. Etwa zehn Menschen starben demnach im Land bisher an dem Virus.

Ministerpräsident Kretschmann für Mundschutz beim Einkaufen

16:48 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält einen Mundschutz beim Einkaufen wegen des Coronavirus für sinnvoll, will ihn aber noch nicht zur Pflicht machen. "Dazu müssen wir erst die ausreichende Zahl an Masken haben, ohne dass der vorrangige Einsatz im medizinischen und pflegerischen Bereich beeinträchtigt wird. Dieser hat absolute Priorität", teilte Kretschmann am Montag in Stuttgart mit.

Er werde das Thema am Mittwoch in der Runde der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin aufrufen. Die österreichische Regierung hat wegen des Coronavirus eine Mundschutz-Pflicht für Einkäufe angekündigt.

Saarland verlängert Corona-Maßnahmen

15:45 Uhr: Die saarländische Landesregierung hat die Ausgangsbeschränkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus bis einschließlich 20. April verlängert. Das teilte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Montag mit. "In Anbetracht der Entwicklungen halten wir eine Verlängerung der Maßnahmen im Geleitzug der anderen Bundesländer für dringend erforderlich", betonte er (siehe auch 13:22 Uhr).

Das Saarland habe sehr früh reagiert. "Wir können erste Erfolge ablesen, aber die Lage bleibt aufgrund der nach wie vor steigenden Infektionszahlen sehr ernst." Würden die Maßnahmen zu früh gelockert, riskiere man einen Rückfall. "Handeln wir jetzt nicht entschlossen, beginnen wir am Ende von vorn. Durch die heutige Entscheidung sorgen wir über den 3. April hinaus für Planungssicherheit", erklärte Hans.

Die Regelungen im Saarland waren am 21. März in Kraft getreten und zunächst auf 14 Tage befristet. Es gilt eine Ausgangsbeschränkung und ein deutlich begrenztes Freizeit-Angebot.

Umstrittenes Corona-Notstandsgesetz in Ungarn verabschiedet

15:30 Uhr: Das Parlament in Ungarn hat wegen der Corona-Krise ein umstrittenes Notstandsgesetz verabschiedet, das Regierungschef Viktor Orban mit weitreichenden Vollmachten ausstattet.

Das Gesetz wurde am Montag mit der deutlichen Mehrheit der Abgeordneten von Orbans Fidesz-Partei angenommen, die im Parlament in Budapest über eine Zwei-Drittel-Mehrheit verfügen. Orban kann nun im Rahmen des Notstands von unbegrenzter Dauer per Dekret regieren.

Kritiker befürchten, dass das Gesetz das Machtgefüge in Ungarn weiter zugunsten der Regierung verändert. Für Beunruhigung sorgt auch eine Klausel, die die Möglichkeit einer "erzwungenen parlamentarischen Pause" vorsieht.

Niedersachsen verhängt Aufnahmestopp für Pflegeheime

15:03 Uhr: Das Land Niedersachsen hat nach dem Tod mehrerer mit dem Coronavirus infizierter Pflegebedürftiger in Wolfsburg einen Aufnahmestopp für Pflegeheime angeordnet. Ausnahmen gebe es nur, wenn eine 14-tägige Quarantäne für neue Bewohner gewährleistet sei, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann am Montag in Hannover.

Die SPD-Politikerin appellierte zudem an Angehörige, auf Besuche älterer Angehöriger zu verzichten. "Bitte besuchen Sie Ihre Lieben nicht. Damit schützen Sie nicht nur Ihre eigene Mutter oder Ihren eigenen Vater, sondern alle." Es gebe viele Hinweise, dass die Besuchsverbote für Alters- und Pflegeheime nicht beachtet worden seien.

Im Wolfsburger Hanns-Lilje-Heim sind 17 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben, wie die Stadt am Montag mitteilte. Bei den meisten von ihnen seien vor dem Tod keine COVID-19-Symptome aufgetreten.

"Wir waren am Boden zerstört": Das Coronavirus kam auch auf Lisas Trauminsel Mauritius an - im Podcast hören Sie die ganze Geschichte:

Bund: Inzwischen 20 Millionen Schutzmasken ausgeliefert

14:31 Uhr: Für den Kampf gegen das Coronavirus sind über den Bund inzwischen 20 Millionen dringend benötigte Atemschutzmasken beschafft worden.

Sie wurden an Länder und Kassenärztliche Vereinigungen für die Verteilung an Kliniken, Praxen und Pflegeheime ausgeliefert, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montag in Berlin sagte. Die Beschaffung von Schutzausrüstung laufe weiter. Auch Unternehmen anderer Branchen hätten mittlerweile umgestellt und produzierten Masken, darunter etwa in der Textilindustrie.

Barcelona-Profis verzichten auf 70 Prozent der Gehälter

14:28 Uhr: Die Spieler des spanischen Fußballmeisters FC Barcelona um Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen werden in der Coronakrise nun doch auf große Teile ihres Gehalts verzichten. In einer Erklärung über die sozialen Medien kündigten Superstar Lionel Messi und Sturmkollege Luis Suarez an, dass die Mannschaft auf 70 Prozent ihrer Bezüge verzichten werde.

Darüber hinaus würden die Spieler Geld zur Verfügung stellen, damit die Angestellten des katalanischen Vereins weiterhin ihre vollen Gehälter bekommen. Barca hatte am vergangenen Donnerstag angekündigt, für alle Angestellten im sportlichen und nicht-sportlichen Bereich Kurzarbeit anmelden zu wollen.

Facebook macht 100 Millionen Dollar für Medien locker

14:26 Uhr: Facebook will in der Coronakrise regionale Medien mit 100 Millionen Dollar unterstützen. Davon sollen 25 Millionen Dollar als Förderung verteilt werden, erklärte das Online-Netzwerk am Montag.

Eine erste Förderrunde ging an 50 Redaktionen in den USA und Kanada. Die restlichen Mittel sollen den Medienunternehmen über Marketingausgaben zukommen.

Dabei gehe es im Kern darum, dass Facebook bei ihnen Anzeigenplatz erwirbt, berichtete der US-Sender NBC. Facebook hatte bereits Anfang 2019 angekündigt, über einen Zeitraum von drei Jahren regionale Medien mit 300 Millionen Dollar zu unterstützen.

Brüssel fordert offene Grenzen für Saisonarbeiter

14:24 Uhr: Die EU-Kommission hat die Mitgliedstaaten dazu aufgefordert, die Freizügigkeit von Saisonarbeitskräften während der Coronakrise nicht einzuschränken. Die Einführung von Grenzkontrollen zur Eindämmung der Pandemie sei "verständlich", erklärte die Behörde am Montag.

"Doch müssen systemrelevante Arbeitskräfte ihr Ziel trotzdem unbedingt ohne Zeitverlust erreichen können." Erntehelfer müssten in der Krise wie auch etwa medizinisches Personal, Sicherheitskräfte und Arbeitskräfte im Verkehrssektor als systemrelevant eingestuft werden, fügte eine Kommissionssprecherin hinzu.

Inflation sinkt in der Coronakrise - im März nur noch 1,4 Prozent

14:20 Uhr: Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich inmitten der Coronakrise verlangsamt.

Im März lag die Jahresinflationsrate bei 1,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden anhand erster Daten mitteilte. Im Januar und Februar waren die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat jeweils noch um 1,7 Prozent gestiegen.

Zwei weitere Covid-19-Tote in Wolfsburger Pflegeheim - Schon 17 Opfer

14:08 Uhr: Im Wolfsburger Hanns-Lilje-Heim sind zwei weitere Menschen gestorben, nachdem sie sich mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Damit steigt die Zahl der Opfer in dem Alters- und Pflegeheim für Demenzkranke auf 17, wie die Stadt Wolfsburg am Montag mitteilte.

Bei den meisten von ihnen seien vor dem Tod keine COVID-19-Symptome aufgetreten. "Am Sonntag hatten wir insgesamt 79 positive getestete Personen in dem Heim", sagte Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Dieter Mohrs (SPD) bei einer Pressekonferenz. Um weitere Infektionen zu verhindern, seien positiv und negativ getestete Heimbewohner räumlich strikt voneinander getrennt worden.

IOC: Olympia in Tokio wird am 23. Juli 2021 eröffnet

14:08 Uhr: Die auf 2021 wegen des Coronavirus verlegten Olympischen Spiele in Tokio sollen am 23. Juli eröffnet werden und am 8. August enden. Diesen neuen Termin fast genau ein Jahr nach der eigentlich geplanten Eröffnungsfeier gab das Internationale Olympische Komitee am Montag bekannt.

Netanjahu in Quarantäne - Beraterin mit Coronavirus infiziert

14:05 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begibt sich vorsorglich in Quarantäne, weil sich Medienberichten zufolge eine seiner Beraterinnen mit dem Coronavirus infiziert hat.

Der Regierungschef und sein enger Mitarbeiterstab würden vorerst in Quarantäne bleiben, bis die notwendigen Untersuchungen abgeschlossen seien, teilte sein Büro am Montag mit. Anschließend würden das Gesundheitsministerium und Netanjahus Leibarzt ein Ende der Quarantäne festlegen.

Zuvor war Netanjahus Beraterin für strengreligiöse Angelegenheiten positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, wie israelische Medien berichteten.

Luft wegen Corona-Sperren auch in deutschen Städten sauberer

13:56 Uhr: Die Luftverschmutzung in deutschen Städten hat im Zuge der Corona-Ausgangsbeschränkungen bereits deutlich abgenommen.

Dies zeigt ein Vergleich von Satellitenbildern aus den vergangenen Tagen mit jenen ein Jahr zuvor, die die Europäische Allianz für öffentliche Gesundheit EPHA am Montag veröffentlichte. Das ist ein Bündnis nichtstaatlicher Organisationen für Gesundheits- und Umweltschutz.

Derzeit keine Schutzmaskenpflicht in Supermärkten geplant

13:49 Uhr: Eine Schutzmaskenpflicht in Supermärkten wie in Österreich ist nach Angaben des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) derzeit nicht geplant. Er schließe aber nicht aus, dass das auch in Deutschland eine Möglichkeit sein könnte, sagte Söder am Montag in München. Aber: "Derzeit ist das nicht geplant, das zu tun."

Ermittlungen gegen mehr als 450 Menschen in Türkei

13:46 Uhr: Im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind in der Türkei innerhalb von zwei Wochen Ermittlungen gegen 459 Menschen eingeleitet worden. In den meisten Fällen gehe es um "manipulative" Beiträge in sozialen Medien, sagte Justizminister Abdülhamit Gül am Montag. Außerdem werde unter anderem wegen des Verkaufs gefälschter Atemschutzmasken und Verstöße gegen die Quarantäne ermittelt.

Insel Phuket abgeriegelt - Rückholprogramm für Thailand

13:40 Uhr: Die bei Touristen beliebte thailändische Insel Phuket riegelt zum Schutz vor dem Coronavirus ihre Grenzen für Fahrzeuge ab. Die Maßnahme gilt nach Angaben des Gouverneurs der Provinz von Montag bis 30. April.

Außerdem wurden dort alle Strände, Zoos und Tiershows geschlossen, ebenso das Rotlichtviertel. In Thailand gilt seit Donnerstag der Ausnahmezustand.

Söder: Länder müssen sich bei Corona-Patienten gegenseitig helfen

13:34 Uhr: Bei der medizinischen Behandlung der Corona-Patienten müssen sich die Bundesländer nach Ansicht von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) besser untereinander abstimmen.

Da einige Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg deutlich stärker betroffen seien als andere, werde man in Deutschland überlegen müssen, wie eine Verteilung funktionieren könne, sagte Söder am Montag in München. Hier gebe es derzeit noch viel Optimierungs- und Verbesserungsbedarf.

In Bayern gebe es schon einige Kommunen wie Rosenheim in Oberbayern, in denen die Klinikkapazitäten ausgelastet seien.

Söder: "Lage ist weiter sehr, sehr ernst"

13:22 Uhr: Die seit dem 21. März wegen des Coronavirus geltenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern werden bis zum Ende der Osterferien am 19. April verlängert. Das sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. "Die Lage ist weiter sehr, sehr ernst", erklärte der CSU-Chef auf einer Pressekonferenz in der Bayerischen Staatskanzlei. Söder betonte zugleich mehrmals, dass es keine Verschärfungen der Maßnahmen im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus geben wird. Mitte April soll bundesweit beurteilt werden, wie es weitergeht.

Zur Versorgung der Corona-Patienten in Bayern will der Freistaat seine Klinik-Kapazitäten mit Hilfskrankenhäusern deutlich erhöhen. Der Plan sehe den Neuaufbau oder die Reaktivierung von bis zu 26 sogenannten Hilfskliniken vor, sagte Söder. "Ein Engpass ist und bleibt Material", sagte er mit Blick auf die Versorgung mit Schutzmasken und Atemgeräten. Am Wochenende seien eine Million neue Masken unter Polizeibegleitung verteilt worden. Das Gesundheitssystem werde weiter "aufgerüstet" und "hochgefahren".

In Bayern, das Bundesland ist neben Baden-Württemberg am stärksten von der Corona-Krise betroffen, gebe es bei den Infizierten-Zahlen weiter eine exponentielle Entwicklung. Es sei aber ein "ganz leichter Trend erkennbar", die Kurve der Infektionen flache etwas ab, bemerkte Söder. Die Verdoppelung sei zwar auf fast fünf Tage angewachsen, es gebe aber nach wie vor keinen Anlass für eine Entwarnung.

Startdatum von Olympia 2021 steht fest

13:02 Uhr: Die wegen der Corona-Pandemie verschobenen Olympischen Spiele in Tokio sollen am 23. Juli kommenden Jahres eröffnet werden. Auf diesen Termin einigten sich das Internationale Olympische Komitee, die Stadt Tokio und der japanische Staat, wie japanische Medien am Montag nach einer Exekutivsitzung des OK in Tokio berichteten. Die Sommerspiele sollten eigentlich vom 24. Juli bis 9. August dieses Jahres stattfinden, die Eröffnung der Paralympics war für 25. August geplant gewesen.

Die Spielen waren vor einer Woche wegen der grassierenden Coronavirus-Pandemie ins nächste Jahr verlegt worden. Die zentralen Fragen rund um die beispiellose Verschiebung des größten Sportereignisses der Welt soll eine Krisengruppe beantworten.

EZB-Vize für Einführung von Corona-Bonds

11:54 Uhr: Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Luis de Guindos, hat sich für die Einführung von europäischen Corona-Anleihen in der Virus-Krise ausgesprochen. "Ich bin für Corona-Bonds", sagte er am Montag dem spanischen Radiosender COPE. Die Corona-Krise sei ein Schlag, der uns alle treffe.

In der EU ist zuletzt ein Streit über die Einführung von Corona-Staatsanleihen (Bonds) entbrannt. Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte sich zuletzt verärgert über Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geäußert, die sich zurückhaltend zu einer gemeinsame Schuldenaufnahme zeigte.

Italien fordert mit anderen Ländern der Eurozone wie Spanien oder Frankreich eine gemeinsame Schuldenaufnahme. Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt Corona-Bonds wie auch Österreich oder die Niederlande jedoch ab.

Österreich erlässt Schutzmasken-Pflicht bei Einkäufen

11:30 Uhr: Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie müssen die Menschen in Österreich künftig eine Schutzmaske beim Einkaufen tragen. Das teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montag in Wien mit.

Kreuzfahrtschiff mit Toten und Corona-Infizierten findet keinen Hafen

11:05 Uhr: Mit vier Toten und zwei Corona-Verdachtsfällen an Bord hat das Kreuzfahrtschiff "Zaandam" am Sonntagabend (Ortszeit) Kurs auf die Karibik genommen. Dafür fuhren die "Zaandam" und ein zweites Kreuzfahrtschiff, die "Rotterdam", in den Panamakanal ein, wie die Kanalbehörde mitteilte. Zuvor seien rund 400 gesunde Passagiere von der "Zaandam" auf die "Rotterdam" gebracht worden. Der genaue Zielhafen der Kreuzfahrtschiffe blieb weiter unklar.

Die niederländische Reederei Holland America Line konnte zunächst keine konkreten Angaben dazu machen, wo die Pasasgiere von Bord gehen können. Der Chef des Kreuzfahrt-Anbieters, Orlando Ashford, erklärte, sein Team arbeite "rund um die Uhr" daran, "einen Zielhafen zu finden". Die Situation sei "schwierig und noch nie dagewesen".

Entgegen erster Pläne sollten die beiden Schiffe als "Tandem zusammenbleiben. Die "Rotterdam" war zur Unterstützung geschickt worden, um die "Zaandam" mit Lebensmitteln, Personal und Corona-Tests zu versorgen. Zunächst war geplant, dass sie ins kalifornische San Diego zurückkehren sollte.

In einem in sozialen Netzwerken veröffentlichten Video forderte Ashford die Passagiere beider Schiffe auf, Abstand zu halten. Mindestens zwei der insgesamt 1800 "Zaandam"-Passagiere wurden nach Angaben der Reederei vom Freitag positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Vier Passagiere seien gestorben.

Das Kreuzfahrtschiff "Zaandam" war am 7. März in Buenos Aires gestartet und hatte das Kap Horn umfahren. Mehrere südamerikanische Häfen lehnten die Aufnahme der kranken Passagiere aus Angst vor der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ab. Tagelang lag das Schiff vor der Küste Panamas vor Anker. Ob der eigentliche Zielhafen Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida die "Zaandam" anlegen lässt, ist noch ungewiss.

Maschinenbauer denken über Stellenstreichungen nach

10:40 Uhr: Stellenabbau wird für die deutschen Maschinenbauer in der Corona-Krise zunehmend ein Thema. "Personalabbau - auch von Teilen der Stammbelegschaft - ist für 12 Prozent der Unternehmen bereits Thema", sagte Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA am Montag mit Blick auf eine Umfrage des Verbandes. Daran hatten sich 965 Mitgliedsfirmen beteiligt. Die exportorientierte Branche, die schon im vergangenen Jahr die weltweite Konjunkturabkühlung zu spüren bekommen hatte, beschäftigt mehr als eine Million Mitarbeiter.

Der Umfrage zufolge rechnen knapp 96 Prozent der Unternehmen 2020 mit Umsatzrückgängen, die sie im Verlauf des Jahres nicht mehr kompensieren könnten. Gut 60 Prozent hiervon beziffern diese auf 10 bis 30 Prozent. Um die Rückgänge abzufangen, haben den Angaben zufolge bereits drei Viertel der befragten Maschinenbauer die Kapazitäten runtergefahren, überwiegend über Arbeitszeitkonten, aber auch durch Einstellungsstopps und Kurzarbeit.

Der Anteil der Unternehmen, deren Betriebsablauf beeinträchtigt ist, stieg innerhalb von zwei Wochen von 60 auf 84 Prozent. "Mit der Ausbreitung des Virus nehmen logischerweise auch die Probleme in den Betrieben zu", erläuterte Wiechers. Teile und Komponenten, die vor einigen Wochen in Asien bestellt worden seien, seien nicht in den deutschen Werken angekommen. "Hinzu kommen Ausfälle europäischer, auch deutscher Lieferanten. Das führt zu spürbaren Produktionsbelastungen und auch Produktionsausfällen", sagte Wiechers.

Easyjet lässt komplette Flotte am Boden

09:45 Uhr: Die britische Fluggesellschaft Easyjet lässt wegen der Corona-Pandemie seit Montag ihre gesamte Flotte am Boden. Bereits zuvor hatte die Airline ihren Flugverkehr infolge der Grenzschließungen und Reisebeschränkungen stark eingeschränkt.

Easyjet führte nach eigenen Angaben bis Sonntag noch über 650 Rückführungsflüge durch und brachte mehr als 45.000 Kunden nach Hause. "Wir werden weiterhin mit Regierungsbehörden zusammenarbeiten, um zusätzliche Rückführungsflüge nach Bedarf durchzuführen", teilte das Unternehmen mit. Wann die kommerziellen Flüge wieder aufgenommen werden können, sei noch nicht absehbar.

Twitter löscht zwei Botschaften von Jair Bolsonaro

8:21 Uhr: Twitter löscht zwei Botschaften von Jair BolsonaroDer Internetdienst Twitter hat zwei Botschaften des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro gelöscht, in denen der Staatschef den Sinn von Isolationsmaßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in Zweifel gezogen hatte. Die Botschaften hätten gegen die bei Twitter geltenden Regeln verstoßen, erklärte das US-Unternehmen am Sonntag. Es würden solche Botschaften gelöscht, die den Informationen der Gesundheitsbehörden zu der Pandemie widersprächen und das Risiko einer Weiterverbreitung des Virus erhöhen könnten.

Bolsonaro hat wiederholt eine "Hysterie" über das Virus angeprangert und die von dem Erreger ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 als "kleine Grippe" bezeichnet. Der rechtsradikale Staatschef warnte auch vor Schäden für die brasilianische Wirtschaft durch die Anti-Corona-Maßnahmen regionaler und kommunaler Behörden und plädierte für eine rasche Rückkehr zur Normalität im öffentlichen Leben.

Bei den von Twitter gelöschten Botschaften handelt es sich um zwei Videos, die zeigen, wie Bolsonaro sich persönlich über Empfehlungen seines eigenen Gesundheitsministeriums für den Kampf gegen die Pandemie hinwegsetzt. Der Präsident ist dabei zu sehen, wie er am Sonntag durch die Hauptstadt Brasília läuft, sich mit Unterstützern trifft und sie drängt, die Wirtschaft am Laufen zu halten.

Im Brasilien gab es laut den amtlichen Zahlen bis Sonntag rund 3.900 Corona-Infektionsfälle. 114 Todesfälle durch die Pandemie wurden im bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas gezählt.

"Preisexplosion" bei medizinischer Schutzkleidung

7:56 Uhr: Der in der Coronakrise drastisch gestiegene Bedarf an Schutzkleidung in den medizinischen Einrichtungen in Deutschland hat laut einem Medienbericht zu einer "Preisexlosion" geführt. So sei etwa der Einkaufswert für hochwertige sogenannte FFP2-Atemschutzmasken innerhalb weniger Tage um 3.000 Prozent von 0,45 auf 13,52 Euro pro Stück gestiegen, gegeben, berichten jetzt NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" aufgrund gemeinsamer Recherchen.

Auf dem Markt für medizinische Schutzkleidung herrschen den Berichten zufolge "Chaos" sowie zunehmend auch unseriöse Praktiken. "Es ist Wildwest. Jeder versucht jetzt, sich zu bereichern, die Not der Krankenhäuser auszunutzen", sagte Olaf Berse, Geschäftsführer von Clinicpartner, einer bundesweiten Einkaufsgemeinschaft für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeeinrichtungen. Die Angebote seien zum Teil regelrecht kriminell. Filter seien nicht funktionsfähig, die Zertifikate gefälscht. Dies gefährde Patienten und Personal.

Die Gewerbeaufsicht in Niedersachsen warnt den Berichten zufolge vor einem Fall von Betrug durch einen fiktiven Arzneimittelgroßhändler aus Bremen. Die Firma verschicke ein gefälschtes Zertifikat.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach forderte, dass der Staat bei der Versorgung mit medizinischer Schutzkleidung Abhilfe schaffen müsse. "Das ist nichts, was der Markt auch nur im Ansatz lösen könnte", sagte Lauterbach dem Rechercheverbund von NDR, WDR und "Süddeutscher". Er forderte die Schaffung einer Bundesagentur, die Firmen in Deutschland mit der Produktion beauftragt.

Corona-Maßnahmen bleiben vorerst: Städtetag zeigt Verständnis

05:30 Uhr: Zehntausende Corona-Fälle in Deutschland, und der Anstieg geht weiter: Die Bundesregierung versucht deshalb energisch, die Debatte über eine Lockerung der Abwehrmaßnahmen einzudämmen. Zu groß ist die Angst, die Menschen könnten die gerade erst durchgesetzten Kontaktbeschränkungen zu ignorieren beginnen. Nachdem Kanzlerin Angela Merkel am Wochenende bereits um Geduld gebeten hatte, weist nun eine ganze Reihe ihrer Minister Forderungen zurück, angesichts der sozialen und wirtschaftlichen Belastungen möglichst bald über einen Ausstieg aus den schärfsten Maßnahmen zu reden. Unions- und SPD-Minister sind sich nach der ersten Woche Shutdown durchaus einig - doch die Diskussion endet nicht.

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) warf den Befeuerern der Debatte Zynismus vor. "Es geschieht auch, um Leben zu retten, und deshalb ist es aus meiner Sicht zynisch, wenn Einige jetzt beginnen, darüber zu diskutieren, dass gesundheitliche Fragen hintanstehen sollen und dass wirtschaftliche Fragen vorangehen", sagte er am Sonntagabend im ARD-"Bericht aus Berlin".

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schrieb auf Twitter: "Öffentliche Forderungen nach Lockerung der Maßnahmen sind verfrüht und deshalb falsch, solange eine deutliche Verlangsamung der Zahl der Neuinfektionen nicht erreicht ist!"

Der Deutsche Städtetag hat indes verständnisvoll auf die Einschätzung des Kanzleramts reagiert, dass vor dem 20. April die Beschränkungen in der Coronakrise nicht gelockert werden. Städtetagspräsident Burkhard Jung machte aber auch deutlich, dass Deutschland den Ausnahmezustand nicht monatelang durchhalten werde.

Er könne die Aussage von Kanzleramtschef Helge Braun gut verstehen, sagte der Leipziger Oberbürgermeister der Deutschen Presse-Agentur. "Der Erfolg der Maßnahmen zeigt sich nicht nach ein oder zwei Wochen." Es brauche genügend Zeit, um das Gesundheitssystem besser vorzubereiten. Gesundheit und Menschenleben zu retten habe nun Priorität.

"Antworten auf die Fragen in der Bevölkerung zur Dauer der Maßnahmen und zu einer stufenweisen Rückkehr zur Normalität brauchen wir allerdings auch", sagte Jung. Der Alltag in den Städten habe sich so stark verändert, "dass wir das nicht monatelang durchhalten können". Der Ausnahmezustand müsse vorübergehend sein. "Wir brauchen danach Strategien der Lockerung, eventuell auch erneuter Zügelung und möglicherweise noch gezieltere Maßnahmen, bis wir nach einigen Monaten wieder zur Normalität zurückkehren können."

Die Regierung will nach Ostern entscheiden, wie es nach dem dann folgenden Wochenende weitergeht. In den meisten Bundesländern müssten die Schüler nach den Osterferien eigentlich am 20. April wieder zur Schule gehen.

Diskussionsbedarf sieht Jung vor allem zur Frage, wie Kapazitäten bei Beatmungsbetten für Corona-Patienten klug gesteuert werden. "Dabei wünschen sich die Städte ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Bund, Ländern und kommunaler Ebene", sagte er. "Besonders beachtet werden muss dabei, wie Personen aus Risikogruppen weiter geschützt werden können."

Strategien müssten spätestens direkt nach Ostern gut kommuniziert werden. "Bürgerinnen und Bürger brauchen dringend diese Orientierung, damit sie weiterhin die Maßnahmen akzeptieren können."

Trump rechnet mit 100.000 Corona-Toten

01:54 Uhr: US-Präsident Donald Trump befürchtet, dass die Coronakrise in den USA 100.000 Menschen das Leben kosten könnte. Wenn es gelinge, die Todeszahl durch die getroffenen Eindämmungsmaßnahmen auf 100.000 zu begrenzen, "dann haben wir alle zusammen einen guten Job gemacht", sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. "Das ist eine furchtbare Zahl."

Trump verwies auf eine am 16. März veröffentlichte Studie des Imperial College in London, die von 2,2 Millionen Toten in den USA ausgeht - allerdings ohne Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Der Präsident begründete damit die Verlängerung der Schutzmaßnahmen seiner Regierung.

Intensivmediziner: Corona-Patienten bundesweit zentral verteilen

01:03 Uhr: Intensivmediziner fordern eine zentrale Verteilung von Corona-Patienten auf die Kliniken in Deutschland. Sollte in "zwei bis vier Wochen" der Höhepunkt der Infektionszahlen erreicht sein, würden die Kliniken in einigen Regionen über ihre Belastungsgrenze kommen, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montag). "Die Bundesregierung muss so schnell wie möglich eine zentrale Stelle einrichten, die in einem solchen Fall die Patienten bundesweit auf weniger ausgelastete Kliniken verteilt."

Dabei sollten das Robert-Koch-Institut, das Gesundheitsministerium, das Innenministerium und die Bundeswehr beteiligt werden, regte er an. Damit eine solche länderübergreifende Verteilung funktioniere, müssten zudem Kliniken mit Intensivstationen staatlich verpflichtet werden, ihre Kapazitäten im bundesweiten Intensivregister seiner Vereinigung zu melden. Von den rund 1.160 Kliniken hätten das erst etwa 700 getan.

Trump erwartet Corona-Höhepunkt in zwei Wochen

00:41 Uhr: US-Präsident Donald Trump erwartet, dass die Zahl der Toten in der Coronakrise in den USA in zwei Wochen ihren Höhepunkt erreichen könnte. Deswegen verlängere er die ursprünglich bis zum 30. März geltenden Richtlinien zur sozialen Distanzierung bis zum 30. April, kündigte Trump am Sonntag im Rosengarten des Weißen Hauses an. Je besser die Richtlinien eingehalten würden, "desto schneller wird dieser Alptraum enden", sagte Trump.

Vor zwei Wochen hatte die Regierung Richtlinien für zunächst 15 Tage veröffentlicht, die unter anderem vorsehen, dass Menschen Abstand zueinander halten und Ansammlungen von mehr als zehn Menschen vermieden werden sollen. Trump zeigte sich optimistisch, dass bis zum Sommer das Schlimmste überstanden sei. "Wir können davon ausgehen, dass wir bis zum 1. Juni auf dem Weg der Erholung sind."

Noch vor wenigen Tagen hatte Trump gesagt, dass er die USA bis Ostersonntag - also in zwei Wochen - wieder weitgehend im Normalbetrieb sehen wolle. Nun sagte er: "Nichts wäre schlimmer, als den Sieg zu verkünden, bevor der Sieg gewonnen ist. Das wäre der größte Verlust von allem." Trump versicherte zugleich: "Wir werden diesen unsichtbaren Fluch, diesen unsichtbaren Feind besiegen."

Alle Meldungen vom Sonntag, 29. März

Aufnahmestopp am Klinikum Wolfsburg

20:40 Uhr: Das Klinikum Wolfsburg nimmt aufgrund von Corona-Infektionsfällen unter den Mitarbeitern keine neuen Patienten mehr auf. Diese werden auf umliegende Krankenhäuser verteilt, wie die Stadt am Sonntagabend mitteilte. Zudem seien ab sofort keine Besuche mehr erlaubt, "auch nicht die bisherigen Ausnahmen". Die Stadt hat stark mit der Coronavirus-Pandemie zu kämpfen - in einem Wolfsburger Alters- und Pflegeheim sind insgesamt 15 Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

Ähnlich wie in dem Heim, in dem überwiegend Demenzkranke leben, werden auch im Klinikum die Vorsichtsmaßnahmen weiter verschärft. Das gesamte Klinikpersonal arbeite "ab sofort im Vollschutz", hieß es von der Stadt: "Die Patienten werden so verteilt, dass nur noch ein Patient pro Zimmer liegt."

Moskau verhängt Ausgangssperre

19:42 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus verhängt die russische Hauptstadt Moskau eine Ausgangssperre. Von diesem Montag an dürfe man die Wohnung nur unter bestimmten Umständen verlassen, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin am Sonntagabend mit. Darunter fallen demnach der Weg zur Arbeit, zum Supermarkt, zur Apotheke und zum nächst gelegenen Müllcontainer. Auch Haustiere dürften nur in einem kleinen Radius um die eigene Wohnung herum ausgeführt werden.

Die Moskauer dürften sich "nicht mehr ohne Grund in der Stadt bewegen", meinte der Bürgermeister. Bislang gab es eine Ausgangssperre für Menschen im Alter von über 65 Jahren.

Novartis prüft Malaria-Mittel

19:10 Uhr: Der schweizerische Pharmakonzern Novartis setzt bei der Suche nach einem Heilmittel gegen das Coronavirus große Hoffnungen in das Malariamittel Hydroxychloroquin. "Präklinische Studien mit Tieren sowie erste Daten aus klinischen Studien zeigen, dass es das Coronavirus tötet", sagte Novartis-Chef Vasant Narasimhan der "SonntagsZeitung". Derzeit würden in Europa und den USA Patientinnen und Patienten für klinische Studien gesucht und in Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden in den USA und der Schweiz eine Zulassung per Eilverfahren geprüft.

Kreml: Video-Konferenzen sind praktisch und nicht so teuer

17:49 Uhr: Der Kreml hält Video-Konferenzen der Staats- und Regierungschefs der führenden Wirtschaftsmächte auch in Zukunft für eine denkbare Alternative. Sprecher Dmitri Peskow lobte am Sonntag im russischen Staatsfernsehen dieses Format: "Es ist praktisch, es ist schnell, es ist nicht so kostspielig wie große Gipfel-Treffen."

Virtuelle Treffen könnten deshalb auch für andere Zusammenkünfte genutzt werden. Sie böten sich vor allem mit Blick auf die Corona-Pandemie an, sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin.

Die G20-Länder hatten sich am Donnerstag zusammengeschaltet, um per Video-Konferenz über gemeinsame Schritte zur Eindämmung der Pandemie zu beraten. Sie einigten sich dabei darauf, die Weltwirtschaft zunächst mit insgesamt fünf Billionen US-Dollar zu stützen. Peskow sagte, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit sei "ein gutes Ergebnis".

Schweizerische Bundesbahnen stellen Personenverkehr mit Italien ein

17:23 Uhr: Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) haben den grenzüberschreitenden Reiseverkehr von und nach Italien bis auf Weiteres eingestellt. Grund seien Anordnungen der italienischen Behörden, teilte das Unternehmen am Sonntag mit Hinweis auf das Coronavirus bei Twitter mit.

Neben dem grenzüberschreitenden Regionalverkehr sind drei EC-Züge betroffen: Die Strecke Basel-Brig-Mailand, Genf-Brig-Mailand und Zürich-Mailand. Die Züge wenden in Brig beziehungsweise Chiasso. Der Güterverkehr ist von den Einschränkungen nach SBB-Angaben nicht betroffen.

Rund 57.000 Corona-Nachweise in Deutschland - 430 Tote

17:11 Uhr: In Deutschland sind bis Sonntagnachmittag rund 57.000 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit 13.630 nachgewiesenen Fällen und 110 Toten und Bayern mit 13.263 Fällen und ebenfalls 110 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 112,9 die meisten Infektionen, gefolgt von Bayern (101,4). Im Bundesschnitt waren es 68,5.

Mindestens 430 mit SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Darunter waren zwei Touristen während einer Reise in Ägypten und ein 67-Jähriger Tourist auf Zypern. Auf der griechischen Insel Kreta starb ein 42 Jahre alter Deutscher.

Auch in Deutschland rechnen Experten mit einer hohen Dunkelziffer.

Virologe Fauci rechnet mit Millionen von Corona-Fällen in den USA

16:50 Uhr: Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, rechnet mit Millionen von Corona-Infizierten in den USA.

Ausgehend von der aktuellen Lage bestehe die Möglichkeit, dass 100.000 bis 200.000 Menschen in Folge der Pandemie sterben, sagte Fauci am Sonntag dem TV-Sender CNN.

Der angesehene Virologe machte zugleich jedoch deutlich, dass er wenig von Prognosen halte, da man leicht falsch liegen und die Leute in die Irre führen könne.

"Schauen Sie sich einfach die Daten an (...) und sorgen Sie sich nicht um diese Worst-Case- und Best-Case-Szenarien", sagte Fauci. "Wir haben ein ernsthaftes Problem in New York, wir haben ein ernsthaftes Problem in New Orleans und wir werden ernsthafte Probleme in anderen Gebieten entwickeln."

Die Zahl der nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizierten Menschen in den USA liegt nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität bei fast 125.000 - in keinem anderen Land der Welt ist die Zahl so hoch. Fast 2.200 Menschen sind bereits gestorben.

Mehr als fünf Millionen Atemschutzmasken in Saudi-Arabien beschlagnahmt

16:44 Uhr: In Saudi-Arabien haben die Behörden einem Medienbericht zufolge mehr als fünf Millionen illegal gehortete Atemschutzmasken beschlagnahmt.

In Hail nordwestlich der Hauptstadt Riad stellte das Handelsministerium rund 1,2 Millionen Masken sicher, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Sonntag berichtete.

Weitere rund vier Millionen Masken waren bereits am Mittwoch wegen Verstoßes gegen Handelsbestimmungen in der westlichen Stadt Dschedda beschlagnahmt worden.

Die Verantwortlichen würden strafrechtlich belangt und die Ausrüstung werde wieder dem freien Markt zur Verfügung gestellt, teilte das Ministerium mit. Wegen Panikkäufen sind auch in Saudi-Arabien Atemschutzmasken knapp geworden.

In dem Land wurden nach offiziellen Angaben bisher mehr als 1.200 Infektionsfälle mit dem Coronavirus und vier Todesfälle gemeldet. Die Regierung hat landesweite Ausgangsbeschränkungen verhängt und den Zugang zu den Pilgerstätten Mekka und Medina gesperrt. Auch Inlandsreisen zwischen den Provinzen des Landes sind verboten.

Grönland führt wegen Corona-Krise Alkoholverbot für Hauptstadt ein

16:32 Uhr: Grönland führt auch aus Sorge vor Gewalt gegen Kinder während der Corona-Krise ein vorübergehendes Alkoholverbot ein. Die Maßnahme gilt umgehend und bis zum 15. April für die Hauptstadt Nuuk sowie die nahe gelegenen Siedlungen Kapisillit und Qeqertarsuatsiaat, wie die grönländische Regierung am Wochenende mitteilte.

In der besonderen Situation müssten viele Vorkehrungen getroffen werden, um die Ausbreitung des Virus zu vermeiden, erklärte Regierungschef Kim Kielsen. "Der Kern meines Beschlusses ist aber, dass Kinder beschützt werden. Sie sollen ein sicheres Zuhause haben."

Hinzu komme, dass Menschen unter Alkoholeinfluss weniger aufmerksam seien, was letztlich das Infektionsrisiko erhöhe.

Gemäß den Auflagen von Kielsen dürfen in der Hauptstadtregion keine Getränke mit einem Alkoholgehalt jenseits von 2,25 Prozent ausgeschenkt werden. Es ist auch nicht mehr möglich, Alkohol im Laden zu kaufen.

Auf der größten Insel der Erde leben rund 55.000 Menschen, davon ein knappes Drittel in Nuuk. Bislang sind in Grönland nach Angaben der dänischen Gesundheitsbehörde zehn Menschen positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden. Gestorben ist dort bislang niemand an Covid-19.

New Yorks Bürgermeister: Medizinische Ausrüstung nur für eine Woche

16:02 Uhr: New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio schlägt angesichts knapp werdender medizinischer Ausrüstung in der Corona-Krise Alarm. Er könnte den reibungslosen Betrieb der Krankenhäuser nur für eine Woche garantieren, sagte er am Sonntag dem TV-Sender CNN.

Dabei gehe es nicht nur um Masken, Schutzkleidung und dringend benötigte Beatmungsgeräte, sondern auch um medizinisches Personal. Die Ärzte und Pfleger könnten im jetzigen Tempo nicht über Wochen weiterarbeiten und bräuchten Unterstützung. "Hier in New York fühlt es sich wortwörtlich an wie zu Kriegszeiten", sagte de Blasio.

Die Millionenmetropole New York an der US-Ostküste hat sich zum Zentrum der Pandemie in dem Land entwickelt. Mit über acht Millionen Einwohnern ist sie die größte US-Stadt und eines der kulturellen und finanzwirtschaftlichen Zentren der Welt.

Restaurants, Bars, Schulen, Museen und Broadwayshows sind geschlossen. Alle Bürger sind aufgerufen, Zuhause zu bleiben, "nicht lebenswichtige" Einrichtungen und Firmen sind geschlossen.

Mit Coronavirus infiziertes Baby stirbt in Illinois

15:34 Uhr: Im US-Bundesstaat Illinois wird der Tod eines Babys untersucht, das mit dem Coronavirus infiziert war. In Verbindung mit der Erkrankung Covid-19 habe es bislang noch keinen Todesfall eines Babys gegeben, erklärte das Gesundheitsamt des Staates am Samstag (Ortszeit) in einer Mitteilung.

Eine "umfassende Untersuchung" solle die genaue Todesursache klären, hieß es weiter. Das verstorbene Kind war demnach jünger als ein Jahr und starb in Chicago. Über Vorerkrankungen wurde zunächst nichts bekannt.

Der "New York Times" zufolge handelt es sich um den ersten bekannten Todesfall eines Kindes unter einem Jahr mit dem Virus in den USA. Die Zeitung weist allerdings darauf hin, dass nicht alle Behörden in den Bundesstaaten Details über Coronavirus-Tote veröffentlichen.

Erkenntnisse über die klinischen Merkmale infizierter Kinder sind noch begrenzt. Der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge scheint der Krankheitsverlauf bei Kindern häufig geringer ausgeprägt zu sein als bei Erwachsenen.

Jedoch kämen auch - insbesondere bei jüngeren Kindern - schwere Verläufe vor.

Dem Robert Koch-Institut in Berlin zufolge gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass Covid-19 auf das Kind im Mutterleib übertragbar ist. Eine Übertragung auf das Neugeborene sei über den engen Kontakt und eine Tröpfcheninfektion aber möglich.

Norwegen will sich mit Zufallstests besseres Corona-Bild verschaffen

15:30 Uhr: Um ein besseres Bild von der Zahl der Coronavirus-Infektionen im Land zu erhalten, will Norwegen bald auch Menschen ohne Symptome testen.

Die norwegischen Gesundheitsbehörden bereiteten sich darauf vor, solche zufälligen Tests in die Wege zu leiten, berichtete der norwegische Rundfunksender NRK am Sonntag.

Derzeit werde abgeklärt, wie dies durchgeführt und finanziert werden solle, sagte ein Vertreter des nationalen Gesundheitsinstituts dem Sender. Ziel solcher Zufallstests soll sein, die tatsächliche Ausbreitung des Coronavirus besser einschätzen zu können.

Vorbild soll dabei Island sein, das in Rekordzeit die an der Einwohnerzahl gemessen meisten Tests weltweit auf die Beine gestellt hatte.

Bis Mitte der Woche sind auf der Nordatlantik-Insel nach Angaben der isländischen Regierung 12.000 der rund 360.000 Einwohner getestet worden, darunter Tausende, die symptomfrei gewesen sind. Ziel soll es letztlich sein, die gesamte Bevölkerung zu testen.

Bis Sonntag wurden in Norwegen nach Behördenangaben 4.102 Infektionen nachgewiesen. 22 Menschen sind bislang nach einer Coronavirus-Infektion gestorben, ihr Durchschnittsalter lag bei 84 Jahren.

Rund 85.000 Menschen wurden bis dato auf Sars-CoV-2 getestet, was bedeutet, dass die Tests bei etwa vier Prozent positiv ausgefallen sind.

Österreichische Armee fliegt infizierten Soldaten mit "Blackhawk" ein

14:50 Uhr: Die österreichische Armee hat einen mit dem Coronavirus infizierten Soldaten aus dem Ausland zurückgeholt. Wie verschiedene Medien übereinstimmend berichten, sei der Bundesheer-Soldat am Samstag mittels eines "Blackhawk"-Hubschraubers aus Bosnien-Herzegowina ausgeflogen worden.

Der für die Rückholaktion genutzte Hubschrauber ist für die intensivmedizinische Betreuung während des Transports ausgestattet. Unter anderem befinden sich an Bord der Maschine ein Defibrillator und eine Sauerstoffanlage.

Bei dem infizierten Soldaten soll es sich um den einzigen Angehörigen des Bundesheeres handeln, der derzeit während eines Auslandseinsatzes an dem Virus erkrankt ist. Wie die österreichische Armee mitteilte, gehe es ihm den Umständen entsprechend.

Bundeswehr holt weitere Patienten aus Bergamo

14:33 Uhr: Die Bundeswehr hat am Sonntag ein Flugzeug nach Norditalien geschickt, um weitere Covid-19-Patienten abzuholen. Wie ein Sprecher der Luftwaffe mitteilte, flog ein Airbus A310 MedEvac am Mittag von Köln nach Bergamo, um sechs Italiener zur Intensivbehandlung nach Deutschland zu bringen.

Die Bundeswehr hatte bereits am Vortag in der von der Corona-Pandemie stark betroffenen Stadt sechs Patienten abgeholt und nach Köln geflogen.

Am Sonntag startete zudem ein Transportflugzeug A400M der Luftwaffe in Richtung Straßburg, um zwei Patienten abzuholen, die das Bundeswehrkrankenhaus in Ulm versorgen wird.

Robert Koch-Institut meldet rund 4.000 neue Infektionen an einem Tag

14:02 Uhr: Innerhalb eines Tages ist die Zahl der registrierten Corona-Infizierten in Deutschland um mindestens 4.000 Fälle gestiegen. Das geht aus den Daten hervor, die das Robert Koch-Institut am Sonntagvormittag veröffentlichte (Stand Sonntag 00.00 Uhr).

Demnach zählte es bislang insgesamt 52.547 Fälle - 63 pro 100.000 Einwohner. Das waren 3.965 Fälle mehr als am Vortag. Insgesamt seien bislang 389 Infizierte gestorben.

Die Zahlen lassen sich nicht einfach von Tag zu Tag vergleichen. So hat das RKI nach eigenen Angaben am Samstag von drei Bundesländern keine Zahlen übermittelt bekommen.

Nach Daten der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sind in den Bundesländern bis Sonntagmittag (Stand 13.30 Uhr) insgesamt mehr als 56.500 Infektionen registriert worden. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit 13.630 nachgewiesenen Fällen und 110 Toten (Stand 29.3.), Bayern mit 13.263 Fällen und ebenfalls 110 Toten (Stand 29.3.) sowie Baden-Württemberg mit 10.819 Fällen und 118 Toten (Stand 28.3.).

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 105,1 die meisten Infektionen. Es folgt Bayern mit 101,4. Im Bundesschnitt waren es 66,9. Die Zahl der Toten in Deutschland ist nach dpa-Daten auf mindestens 428 gestiegen.

Experten gehen auch in Deutschland von einer hohen Dunkelziffer bei den Infektionszahlen aus.

Unternehmer Frank Thelen: "Mitte/Ende April geht es weiter"

13:56 Uhr: Der Unternehmer Frank Thelen (44/"Die Höhle der Löwen") bleibt in der Coronakrise optimistisch. Er erwarte nicht, dass Deutschland in eine tiefe Depression abstürze.

"Mein Bauchgefühl sagt mir, wir haben eigentlich keine grundlegenden Probleme, wir haben einen Pausenknopf gedrückt", sagte er am Sonntag bei einem virtuellen Treffen des Start-Up-Festivals "Bits & Pretzels".

Er könne sich vorstellen, dass zwischen dem 20. und 27. April "langsam die Büros, die Kitas, die Schulen wieder öffnen", sagte Thelen. "Mitte/Ende April können wir damit rechnen, dass es weitergeht."

Start-Ups seien agiler als große, etablierte Unternehmen und beispielsweise eher daran gewöhnt, von zu Hause aus zu arbeiten. "Kopf hoch, wir als Start-Ups haben wirklich die besten Voraussetzungen."

Anderen Branchen wie der Reise- und Eventbranche gehe es viel schlechter, betonte der 44-Jährige. Er glaube nicht, dass große Veranstaltungen mit mehr als 100 Besuchern in diesem Jahr noch stattfinden werden.

"Bits & Pretzels" lädt seit einigen Jahren während des Oktoberfestes nach München ein. Im vergangenen Jahr kamen mehrere tausend Besucher - vor allem, um Stargast Barack Obama zuzuhören.

Deutsche Post bereitet Einschränkungen wegen Corona-Pandemie vor

13:29 Uhr: Die Deutsche Post bereitet sich wegen der Corona-Pandemie auf "weitere Einschränkungen" ihrer Dienstleistungen vor. "Der Umgang mit solchen Einschränkungen ist uns in besonderen lokalen Quarantäne-Gebieten bereits vertraut", teilte die Deutsche Post am Sonntag mit.

Bisher gebe es keine wesentlichen Einschränkungen der Brief- und Paketversorgung in Deutschland. "Wir tun alles, um sowohl unsere Mitarbeiter wie auch unsere Kunden soweit es geht zu schützen und die Postversorgung wie gewohnt aufrecht zu erhalten", teilte das Unternehmen auf Anfrage mit und machte darüber hinaus keine weiteren Angaben.

Nach Informationen der "Welt am Sonntag" sieht eine Notfall-Planung vor, dass in extremen Situationen in "geschlossenen Gebieten" lediglich Einschreibebriefe und Sendungen an Behörden oder Gesundheitseinrichtungen zugestellt werden.

Ab einem Krankenstand bei der Post von 30 Prozent sollen demnach Briefe und Pakete nur noch an drei Tagen zugestellt werden. Ab einem Krankenstand von 80 Prozent sollen Zusteller nur noch einmal wöchentlich austragen. Zu diesen Details äußerte sich die Post nicht.

Spanien meldet neuen Höchststand an Corona-Toten an einem Tag

13:03 Uhr: Mit 838 Todesopfern durch das neuartige Coronavirus binnen 24 Stunden hat Spanien einen neuen traurigen Rekord gemeldet. Die Gesamtzahl der Corona-Opfer in dem Land stieg damit auf 6528, wie das Gesundheitsministerium in Madrid am Sonntag mitteilte.

Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg innerhalb eines Tages um 9,1 Prozent auf 78.797 Fälle. Mit Ausnahme von Donnerstag war die Zahl der neu hinzugekommenen Corona-Opfer in Spanien in den vergangenen Tagen stetig gestiegen.

Deutschland nimmt weitere Covid-19-Patienten aus Frankreich und Italien auf

12:36 Uhr: Die Bundeswehr holt weitere Corona-Patienten aus dem Ausland zur Behandlung nach Deutschland. Ein Airbus startete am Sonntag von Wunstorf in Richtung Straßburg, um von dort zwei Patienten nach Stuttgart zu fliegen.

Die schwererkrankten Franzosen würden anschließend im Bundeswehrkrankenhaus in Ulm versorgt, hieß es aus dem Verteidigungsministerium.

"Frankreich braucht jetzt unsere Hilfe. Und natürlich stehen wir unseren Freunden bei", sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Sie habe deshalb mit ihrer französischen Amtskollegin Florence Parly die Übernahme der Patienten vereinbart.

Wie ein Sprecher der Luftwaffe am Sonntag berichtete, ist demnächst noch ein Flug ins norditalienische Bergamo geplant.

Corona-Fälle auf deutschem Kreuzfahrtschiff - Rückholaktion gestartet

12:27 Uhr: Nach dem Coronaverdacht von 46 Menschen auf einem deutschen Kreuzfahrtschiff vor Australien, hat am Sonntag die Rückholaktion von Hunderten Passagieren begonnen.

Zuvor war bereits bei neun Menschen an Bord des Schiffes mit insgesamt 832 Passagieren eine Covid-19-Infektion bestätigt worden. Die Betroffenen werden in Krankenhäusern in Perth behandelt.

Auf dem Schiff sei ein "Krisenpunkt" erreicht worden, als zahlreiche Passagiere am Freitag über Corona-Symptome geklagt hätten. Das deutsche Kreuzfahrtschiff befindet sich seit Donnerstag in Freemantle südlich von Perth. Die meisten Passagiere sind Deutsche.

GroKo-Parteien in Coronakrise im Aufwind

11:36 Uhr: Die Parteien der großen Koalition legen in der Coronakrise in der Wählergunst zu. Die CDU/CSU verbesserte sich im "Sonntagstrend" für die "Bild am Sonntag" um vier Prozentpunkte auf 32 Prozent. Die SPD legte um zwei Punkte auf 18 Prozent zu.

Die Grünen verloren dagegen laut der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar zwei Punkte und lagen mit 19 Prozent nur noch knapp vor der SPD.

Die AfD verschlechterte sich ebenfalls um zwei Punkte auf elf Prozent. Die Linke blieb bei neun Prozent. Die FDP büßte einen Punkt ein und lag mit sechs Prozent nur noch knapp über der Fünf-Prozent-Hürde.

Coronavirus breitet sich in Moskau rasant aus

11:15 Uhr: In der russischen Hauptstadt Moskau steigt die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen rasant. Mehr als 1.000 Menschen hätten sich bereits mit dem hochansteckenden Virus infiziert, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin am Sonntag mit.

"Die Situation im Zusammenhang mit der Ausbreitung hat ein neues Ausmaß erreicht." Die meisten Corona-Fälle in Russland entfallen auf die Millionenmetropole Moskau. Landesweit wurden mehr als 1.500 Fälle bekannt.

In Moskau sei das Virus bislang bei sechs gestorbenen Menschen nachgewiesen worden, teilten die Behörden der Agentur Interfax zufolge mit. Unter den Infizierten seien auch 13 Kinder.

Um die Ausbreitung einzudämmen, sind seit Samstag Einkaufszentren, Restaurants, Bars und größere Parks geschlossen. "Die meisten Moskauer hörten auch auf die Empfehlungen der Behörden und blieben zu Hause", meinte der Bürgermeister. Dennoch seien viele Leute unterwegs gewesen, ohne ausreichenden Abstand zu halten. Andere hätten sich draußen mit Freunden getroffen, so Sobjanin.

Auch etwa 20 Prozent der Moskauer im Alter von über 65 Jahren hätten entgegen der Auflagen ihre Wohnung verlassen. Sobjanin berief sich auf Handy-Daten. "Meine Lieben, Sie sind in Gefahr."

Joshua-Promoter: Ein Jahr Gratis-Tickets für NHS-Angestellte

10:52 Uhr: Der Promoter von Box-Star Anthony Joshua will sich mit kostenlosen Eintrittskarten bei den Angestellten des britischen Gesundheitsservices NHS für ihre Arbeit in der Coronakrise bedanken.

Wie Eddie Hearn per Twittervideo mitteilte, werde es für ein Jahr lang bei jedem Kampf 200 Tickets für NHS-Angestellte geben. "Es zählt für zwölf Monate von dem Zeitpunkt an, wenn wir wieder loslegen", sagte Hearn.

Der nächste Kampf von Weltmeister Joshua sollte am 20. Juni im Fußballstadion von Tottenham stattfinden. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie musste die Titelverteidigung gegen den Bulgaren Kubrat Pulew verlegt werden.

Etwa 600 Flüchtlinge in Ankerzentrum in Bayern unter Quarantäne

10:45 Uhr: Etwa 600 Bewohner des Ankerzentrums im bayerischen Geldersheim in Unterfranken sind nach vereinzelten Coronavirus-Infektionen unter Quarantäne gestellt worden.

Das teilte die Regierung von Unterfranken am Sonntag mit. Sieben der untergebrachten Flüchtlinge und ein externer Beschäftigter seien positiv auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden.

Die infizierten Bewohner sollten in einem gesonderten Gebäude unterkommen. Für die Einrichtung gelte ein Aufnahme- und Verlegungsstopp.

RKI-Chef: Müssen damit rechnen, dass die Kapazitäten nicht reichen

10:30 Uhr: Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, kann nicht ausschließen, dass sich die Versorgungssituation in der Coronakrise auch in Deutschland zuspitzen könnte. Das machte er mit Blick auf die dramatische Situation in Ländern wie Italien deutlich.

"Wir können nicht ausschließen, dass wir hierzulande ebenfalls mehr Patienten als Beatmungsplätze haben. Ob es so kommt, ist Spekulation", sagte Wieler im Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

"Wir müssen jedenfalls damit rechnen, dass die Kapazitäten nicht ausreichen, ganz klar." In Italien war die Zahl der Toten im Zuge der Corona-Pandemie am Samstag auf mehr als 10.000 gestiegen.

Rund 70 Prozent der Erreger stammten ursprünglich aus dem Tierreich, erläuterte Wieler, der studierter Veterinärmediziner ist, zu einem möglichen Ursprung des neuartigen Coronavirus.

"Eine Ursache für neue Erreger ist, dass wir immer stärkeren Kontakt zu vormals exotischen Tieren haben. Wir dringen immer tiefer in den Urwald vor, die Biodiversität wird durch Monokulturen reduziert", sagte der RKI-Chef. Dadurch könnten sich bestimmte Erreger schneller verbreiten. "Heikel ist zudem das Ernährungsverhalten in einigen Kulturen, vor allem in Asien, wo die Menschen alle möglichen Tiere verzehren, auch solche, die kurz vor dem Essen noch leben, so dass beim Schlachten Blut übertragen wird."

Altmaier plant Fitnessprogramm für Wirtschaft nach Coronakrise

10:12 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat über die derzeitigen Hilfsprogramme hinaus für die Zeit nach der Coronakrise Pläne für eine Wiederbelebung der Konjunktur.

"Wir brauchen ein umfassendes Fitnessprogramm für die deutsche Wirtschaft", sagte der CDU-Politiker in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Die Rettungspakete allein werden nicht genügen." Das Konzept solle sich nicht auf klassische Konjunkturprogramme beschränken, sondern strukturell die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft verbessern.

So müssten Deutschland und Europa den Rückstand bei der Digitalisierung aufholen und dafür sorgen, dass Arbeitsplätze der Zukunft nicht nur in Amerika und Asien entstünden.

Zudem müssten Bereiche wie Arzneimittel und Biotechnologie auch hierzulande angesiedelt sein. Als strategisches Ziel nannte Altmaier, eine wettbewerbsfähige Stahl- und Automobilindustrie zu erhalten.

"Der klimafreundlichste Stahl muss weiter in Europa produziert werden, wir müssen beim autonomen Fahren und bei klimaneutralen Antriebstechnologien Spitzenreiter werden."

NBA- und NHL-Clubbesitzer Dolan mit Coronavirus infiziert

09:18 Uhr: Der Besitzer der New York Knicks (NBA) und der New York Rangers (NHL), James Dolan, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Club der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA am Sonntag via Twitter mit.

Der 64-Jährige habe sich in Selbstisolation begeben und zeige nur wenig bis gar keine Symptome. Dolan führe die Geschäfte von zu Hause aus weiter.

Lambrecht empört über Stopp von Mietzahlungen finanzstarker Firmen

08:15 Uhr: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat sich empört über den Stopp von Mietzahlungen für Ladengeschäfte großer Firmen geäußert. "Wenn jetzt finanzstarke Unternehmen einfach ihre Mieten nicht mehr zahlen, ist dies unanständig und nicht akzeptabel", sagte sie am Samstag in Berlin. Die Corona-Hilfsgesetze böten dafür keine Grundlage. Es gelte weiterhin: "Mieter müssen selbstverständlich ihre Miete zahlen. Falls sie tatsächlich infolge der Krise in ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten geraten, kann ihnen lediglich für einen begrenzten Zeitraum nicht gekündigt werden."

Gerichte könnten überprüfen, ob die Voraussetzungen hierfür vorliegen, fügte Lambrecht hinzu. Mieter seien gut beraten, mit ihren Vermietern nach einer einvernehmlichen Lösung zu suchen, wenn sie tatsächlich in Zahlungsschwierigkeiten seien.

Zuvor hatten bekannte Handelsunternehmen wegen der angeordneten Ladenschließungen die Mietzahlungen für ihre Filialen in Deutschland eingestellt. Darunter sind Handelsketten wie Deichmann und H&M sowie Markenhersteller wie Adidas. Deichmann sprach von einer "präventiven Maßnahme, um die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten".

Coronavirus: Südkorea meldet 105 Neuinfektionen

05:51 Uhr: Südkorea verzeichnet weiter einen starken Wechsel von an- und absteigenden Zahlen bei den täglich neu erfassten Infektionen mit dem Coronavirus. Am Samstag seien 105 Fälle hinzugekommen, teilten die Gesundheitsbehörden am Sonntag mit. Am Freitag hatte die Zahl bei 146 gelegen, nach 91 am Donnerstag. Bisher wurden in dem Land 9.583 Menschen positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet. Die Zahl der Todesfälle, die in Verbindung mit dem Virus gebracht werden, kletterte um acht auf 152.

Die Behörden hatten die Bevölkerung im Zuge ihrer "Kampagne der sozialen Distanz" aufgerufen, am Wochenende geschlossene Räume wie Kirchen, Fitnesszentren oder Nachtclubs zu meiden, in denen normalerweise zahlreiche Menschen zusammenkommen. In Südkorea gibt es keine landesweite Ausgangssperre wegen des Covid-19-Ausbruchs.

Den Anstieg vom Freitag führten die Behörden unter anderem auf eine neue lokale Häufung von Infektionsfällen in der am stärksten von dem Ausbruch betroffenen Millionenstadt Daegu im Südosten zurück. Dort hatten sich Dutzende von Patienten in einem Krankenhaus angesteckt.

Sorgen bereitet den Behörden seit Tagen auch die Zunahme "importierter" Infektionsfälle. Zahlreiche Südkoreaner kehren aus Angst vor einer Ansteckung in Ländern, die eine rasche Ausbreitung des Virus verzeichnen, zurück.

Im März hatte sich bei den Infektionsfällen in Südkorea seit dem Höhepunkt Ende Februar mit über 900 Infektionsfällen innerhalb eines Tages ein deutlicher Abwärtstrend eingestellt.

Ehefrau von Kanadas Premier Trudeau von Covid-19 erholt

05:35 Uhr: Die Frau des kanadischen Premierministers Justin Trudeau, Sophie Grégoire Trudeau, hat die Lungenkrankheit Covid-19 überwunden.

"Ich fühle mich so viel besser und habe die Entwarnung von meinem Arzt und dem Gesundheitsamt von Ottawa erhalten", schrieb sie am Samstag (Ortszeit) auf Facebook. Sie drängte ihre Landsleute, zu Hause zu bleiben, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern. Anstelle sich direkt zu treffen solle man die sozialen Netzwerke nutzen.

Sophie Grégoire Trudeau hatte vor gut zwei Wochen mitgeteilt, nach einer Reise nach London positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden zu sein. Sie hatte angekündigt, in Isolation zu bleiben.

Sie fühle sich aber gut und habe nur leichte Symptome. Justin Trudeau hatte daraufhin angekündigt, er werde sich auch isolieren und von zuhause aus arbeiten, obwohl er keine Symptome hatte.

Auf Facebook schrieb Sophie Grégoire Trudeau nun: "Ich glaube fest daran, dass Wissenschaft UND Mitgefühl uns durch diese Krise bringen werden." Das bedeute, dass man die Vorschriften befolgen und vorerst zu Hause bleiben müsse. "Das sind herausfordernde Zeiten. Ich weiß, es ist nicht einfach, allein zu sein - wir alle sind soziale Wesen - mich eingeschlossen!"

Medienforscher: starke Verbreitung von Fake News in Coronakrise

05:00 Uhr: Die Corona-Pandemie beschert Falschmeldungen in sozialen Medien im Internet eine starke Verbreitung. "Falschinformationen gibt es im Prinzip immer", sagte der Jenaer Medienpsychologe Tobias Rothmund der Deutschen Presse-Agentur.

Aber wenn Menschen verunsichert seien oder sich bedroht fühlten, würden sie besonders stark weiterverbreitet. Im Extremfall führten solche Fake News nicht nur zu mehr Angst und Panik, sondern schadeten der Gesundheit - etwa bei irreführenden Tipps zur Vorbeugung oder Behandlung einer Infektion, warnte der Social-Media-Forscher. Jeder sei gefordert, Informationen kritisch zu hinterfragen, bevor er sie an Bekannte weiterleite.

Dudenhöffer erwartet drastischen Stellenabbau in Autoindustrie

04:15 Uhr: In der deutschen Autoindustrie droht aus Sicht von Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer der Verlust von mehr als 100.000 Arbeitsplätzen durch die Coronakrise.

Die Nachfrage dürfte dieses Jahr um 15 Prozent einbrechen, und nach den Erfahrungen aus der Finanzmarktkrise werde der Aufholprozess mehr als zehn Jahre dauern, schreibt der Professor in einer Studie, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

In den deutschen Werken gebe es über Nacht Überkapazitäten von 1,3 bis 1,7 Millionen Fahrzeugen. Kurzarbeitergeld überbrücke nur kurze Zeiten. Kein Unternehmen könne ungenutzte Produktionskapazität jahrelang vorhalten.

Deshalb seien 100.000 der heute 830.000 Arbeitsplätze bei Autobauern und Zulieferern in Deutschland gefährdet - "unter optimistischen Annahmen", schrieb Dudenhöffer.

Die Autoproduktion in Deutschland war vergangenes Jahr von 5,1 auf 4,7 Millionen Fahrzeuge gesunken. Der Wirtschaftsforscher rechnet dieses Jahr mit einem Verkaufsrückgang von 15 Prozent in Deutschland, 20 Prozent in China, 25 Prozent in Frankreich und den USA und 30 Prozent in Italien.

Damit dürfte die Produktion in Deutschland "bei optimistischer Prognose auf 3,8 Millionen Fahrzeuge schrumpfen. Unter einem pessimistischen Szenario erwarten wir lediglich 3,4 Millionen Fahrzeuge."

"Der Grund sind nicht Probleme in den Lieferketten, sondern ganz klar die fehlende Nachfrage", betonte Dudenhöffer: Die Autoindustrie habe "ein gravierendes, längerfristiges Nachfrageproblem." Das Wirtschaftswachstum nach dem Schulden-Crash 2009 lasse erwarten, dass die USA mindestens 10 Jahre bräuchten, um Anschluss an das Jahr 2019 zu finden.

Auch in Europa spreche wenig für einen Wachstums-Boom nach der Coronakrise: "In der Vergangenheit galt bei den großen Krisen in Europa das Gegenteil." Um die Nachfrage zu beleben, schlug Dudenhöffer das Aussetzen der Mehrwertsteuer oder eine negative Mehrwertsteuer vor.

Sigmar Gabriel wirft EU Versagen in Coronakrise vor

01:59 Uhr Ex-Außenminister Sigmar Gabriel hat der Europäischen Union Versagen bei der Bewältigung der Coronakrise vorgeworfen. "Offensichtlich haben wir eine Schönwetter-EU, denn in der größten Bewährungsprobe seit ihrer Gründung versagt sie bisher vollständig", sagte der Ex-SPD-Chef im ZDF-Politmagazin "Berlin direkt". "Das Schlimmste war sicher am Anfang, dass selbst wir Deutschen nicht bereit waren, dorthin, wo die Menschen schon reihenweise umfielen und starben, nämlich nach Norditalien, Hilfsmittel zu liefern."

Gabriel stellte die Frage, ob es so dramatisch gewesen wäre, wenn Deutschland statt 156 Milliarden Euro an neuen Schulden 166 Milliarden aufgenommen hätte - und dann 10 Milliarden den Italienern und Spaniern als Ersthilfe zur Verfügung gestellt hätte. "Die beiden Länder hätten es uns vermutlich 100 Jahre gedankt, wenn wir das gemacht hätten. So werden sie sich daran erinnern, dass nicht ihre Nachbarvölker ihnen helfen - sondern die Chinesen." Jetzt sei es so, dass Deutschland den Eindruck vermittele, genauso zu handeln wie Amerika - "und zwar nicht nur wir in Deutschland, sondern jedes europäische Land, nämlich: My nation first! Wir denken an uns, nicht an den Nachbarn."

Gabriel warf auch den USA vor, Chancen verpasst zu haben. "Man stelle sich mal vor, wir hätten einen amerikanischen Präsidenten, der eine Rede halten würde und sagt: Die gesamte Stärke Amerikas packen wir jetzt in die Fertigung von Medizinprodukten, von Beatmungsgeräten, von Hilfsmaterialien - und zwar für unsere eigene Bevölkerung, aber auch für alle, die Hilfe brauchen. Was das für ein Signal der alten großen westlichen Führungsmacht Amerika gewesen wäre!" Stattdessen erlebe man heute, wie sich die beiden großen Länder USA und China mit Verschwörungstheorien eindeckten.

Sicherheitsexperten warnen vor Gefahren durch Corona-Pandemie

01:30 Uhr: Einer der wohl prominentesten europäischen Geheimdienstler, der frühere Agent des deutschen Geheimdiensts BND, Gerhard Conrad, warnt vor einer Bedrohung der Sicherheit durch die Covid-19-Pandemie. Vor allem in besonders schwer betroffenen Ländern könne es zu einer Schwächung der Sicherheitsstrukturen und damit zu einem Wiedererstarken terroristischer Netzwerke kommen, sagte Conrad der "Welt am Sonntag".

Deshalb müsse gerade in einer solchen Lage sowohl in Deutschland als auch international der Druck auf terroristische Strukturen aufrechterhalten werden, forderte Conrad, der sich als Vermittler in Gefangenenaustauschen und Nahost-Experte einen Namen gemacht hat. "Darüber hinaus verdienen jedoch in den kommenden Monaten die direkten und indirekten Auswirkungen der Pandemie auf die Stabilität der betroffenen Staaten weltweit ein besonders Maß an Aufmerksamkeit."

Der frühere Staatsminister und Geheimdienstkoordinator der Regierung von Bundeskanzler Helmut Kohl, Bernd Schmidbauer, sagte der Zeitung: "Ich werde in den nächsten Tagen Angela Merkel anschreiben und sie auffordern, die Aktivitäten der Sicherheitsbehörden hochzufahren." Die Kanzlerin müsse dafür sorgen, dass das Auftragsprofil für den BND in der Coronakrise angepasst werde.

Alle im Zusammenhang mit der Pandemie stehenden Informationen seien derzeit für Deutschland extrem wichtig. "Vor allem die Gefahr durch Extremisten und Terroristen, die eine solche Lage für ihre Zwecke ausnutzen wollen, ist groß", sagte Schmidbauer. Er denke etwa an Netzwerke in den Maghreb-Staaten und im Nahen Osten. Zudem könne die Virus-Krise zu einer starken Zunahme der Flüchtlingszahlen Richtung Europa führen.

SPD-Chef warnt vor Schüren falscher Erwartungen in Coronakrise

Alle Meldungen vom Samstag, 28. März

Spanien verschärft Ausgangsbeschränkungen

19:42 Uhr: Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat im Kampf gegen das Coronavirus eine weitere Verschärfung der bereits seit zwei Wochen geltenden Ausgangsbeschränkungen angekündigt. Ab Montag sollen aller Arbeitnehmer, die keine unbedingt notwendigen Arbeiten verrichten, zwei Wochen lang zu Hause bleiben, erklärte der Regierungschef am Samstagabend in einer Fernsehansprache. Welche Sektoren genau gemeint sind, sagte er nicht. Das Gehalt werde den Betroffenen in dieser Zeit weiter gezahlt, die nicht geleisteten Arbeitsstunden könnten sie später schrittweise nachholen.

Seit dem Inkrafttreten des Alarmzustandes am 15. März durften Angestellte und Selbstständige trotz Ausgangsbeschränkungen weiter in ihre Büros gehen. Jedoch war die Bevölkerung aufgefordert, so viel wie möglich von Zuhause aus zu arbeiten. Jetzt schickt Sánchez die meisten Arbeitnehmer komplett in eine Art "Zwangsurlaub". Die Bevölkerung darf bereits seit zwei Wochen nur noch in Ausnahmefällen aus dem Haus, so etwa zum Einkaufen und nur alleine. Spazieren gehen oder Sport im Freien sind in Spanien derzeit nicht erlaubt.

Mehr als 10.000 Tote in Italien

18:20 Uhr: In Italien sind seit Beginn der Pandemie mehr als 10.000 Corona-Patienten gestorben. Der Zivilschutz meldete am Samstag 889 neue Todesfälle. Damit stieg deren Gesamtzahl auf 10.023. Das ist die höchste Zahl weltweit.

Die Gesamtzahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Italien erhöhte sich am Samstag um fast 6000 auf 92.472. Die Zahl der geheilten Menschen stieg auf 12.384. Das sind 1434 mehr als am Freitag.

Für Großbritannien sieht die Prognose ähnlich bitter aus: Das Land könne froh sein, wenn die Zahl der Todesfälle unter 20.000 bleibe, sagte der medizinische Direktor des Nationalen Gesundheitsdiensts NHS, Stephen Powis, bei einer Pressekonferenz am Samstag. Dafür müssten sich aber alle an die Regeln zur sozialen Distanzierung halten, so Powis. Die Kapazitäten der Krankenhäuser in dem stark von der Epidemie betroffenen London seien noch nicht erschöpft.

Ägypten droht mit Strafen bei "Falschnachrichten"

18:18 Uhr: Die Regierung in Ägypten hat allen mit hohen Strafen gedroht, die in sozialen Netzwerken "Falschnachrichten und Gerüchte" über die Ausbreitung des Coronavirus verbreiten. Verboten seien falsche Angaben zum Virus, die die öffentliche Ordnung stören oder in der Bevölkerung Panik auslösen könnten, teilte die Staatsanwaltschaft am Samstag mit. Es drohten Geldstrafen in Höhe von umgerechnet etwa 1.140 Euro und bis zu einem Jahr Gefängnis. Bis zu fünf Jahre Haft drohten, wenn das Ansehen Ägyptens geschädigt oder das Vertrauen in dessen öffentliche Finanzen geschwächt würde.

Trump: Erwägen, New York "unter Quarantäne zu stellen"

18:00 Uhr: Die US-Regierung erwägt nach Aussage von Präsident Donald Trump in der Coronaviruskrise, New York und andere besonders betroffene Landesteile abzuschotten. "Einige Leute würden New York gerne unter Quarantäne gestellt sehen, weil es ein Hotspot ist", sagte Trump am Samstag außerhalb des Weißen Hauses zu Reportern.

Er spezifizierte, dass es bei den Überlegungen um Reisebeschränkungen für Bewohner von Regionen gehe, in denen sich besonders viele Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben.

Neben New York werde auch über New Jersey und gewisse Teile von Conneticut nachgedacht, sagte Trump. Viele New Yorker würden derzeit nach Florida reisen. "Das wollen wir nicht", sagte Trump. Mit Blick auf mögliche Einschränkungen der Bewegungsfreiheit sagte Trump: "Ich würde es lieber nicht tun, aber vielleicht brauchen wir es."

Italien verschärft wegen Coronavirus Einreisebestimmungen

17:34 Uhr: Italien hat wegen der Corona-Pandemie die Einreisebestimmungen verschärft. Nach einer am Samstag vom Verkehrsministerium veröffentlichten Mitteilung muss jeder, der auf dem Luft-, See- oder Landweg einreist, unter anderem ganz genau den Grund seiner Reise, seinen Aufenthaltsort in Italien und seine Telefonnummer angeben. Die Reisenden müssen außerdem mitteilen, wie sie ihren Zielort in Italien erreichen werden.

Auch Personen, die keine Symptome für eine mögliche COVID-19-Erkrankung zeigen, müssen sich demnach bei den örtlichen Gesundheitsbehörden melden und in eine 14-tägige Selbstisolation begeben.

Flug- und Schifffahrtsgesellschaften werden verpflichtet, bei ihren Passagieren schon beim Einchecken die Körpertemperatur zu messen und Personen ab 37,5 Grad nicht an Bord zu lassen.

FDP: Gegen Corona immune Menschen per App ausweisen

17:12 Uhr: Die FDP im Bundestag hat vorgeschlagen, eine App zum freiwilligen Ausweisen von Menschen einzusetzen, die gegen das Coronavirus immunisiert sind. Intelligente Apps und Mobilfunkdaten könnten helfen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sagte Fraktionsvize Frank Sitta dem "Handelsblatt".

"Wesentlich wird dabei schon bald die Erfassung von bereits immunen Personen sein." Er hoffe, dass es nur noch eine Frage von Wochen sei, bis Antikörper-Tests massenhaft verfügbar sein werden. "Nachweislich immunisierte Personen könnten sich dann zum Beispiel auf ihrem Handy ausweisen, womit ihnen auch die Bewegungsfreiheit in sensibleren Gebieten gewährt werden könnte", sagte Sitta.

Trotz Frühlingswetters: Corona-Verbote werden überwiegend befolgt

16:54 Uhr: Schönstes Frühlingswetter von der Ostsee bis zu den Alpen hat am Samstag nach draußen gelockt - doch wegen der verhängten Restriktionen in der Corona-Krise verzichteten viele Menschen auf ausgiebige Ausflüge.

Die Polizei musste bei Kontrollen nur vereinzelt einschreiten. Das geht aus Polizeiberichten aus den Bundesländern hervor. Ein Schwerpunkt der Kontrollen waren Grünanlagen.

In Berlin allerdings musste der beliebte Boxhagener Platz in Friedrichshain gesperrt werden. Dort hatten sich nach Angaben eines Polizeisprechers rund 150 Personen aufgehalten. Lautsprecherdurchsagen mit der Aufforderung, den Platz zu verlassen, hätten nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

Leergefegte Innenstädte, nur wenige Ausflügler auf Bergen und an Seen - so sah es etwa in Bayern aus. Vom Süden des Landes, wo sich zum Beispiel an Schliersee oder Tegernsee sonst Tausende Ausflügler tummeln, berichteten dpa-Korrespondenten von leeren Parkplätzen und nur wenigen Spaziergängern.

Die Dresdner Polizei stellte bis Samstagmittag keine Verstöße gegen die wegen der Corona-Pandemie geltende Allgemeinverfügung fest. Aber: Am Dresdner Elbufer wurde die Vorbereitung für ein Grillvergnügen gestoppt. "Wir haben an die Vernunft appelliert und sind auf Verständnis gestoßen", berichtete der Polizeisprecher in der Landeshauptstadt.

Wetterbeobachter René Sosna berichtete vom Brocken. "Nur ein paar Wanderer sind oben, etwa zwei Dutzend." Bei solchem Wetter wie am Samstag wäre der Brocken normalerweise Ausflugsziel vieler Menschen aus der Region gewesen.

Grundsätzlich gilt in den meisten Bundesländern, dass man nur allein oder zu zweit unterwegs sein darf. Ausnahmen gelten für Familien und Bewohner einer gemeinsamen Wohnung.

Bei Aufenthalten außerhalb der eigenen Wohnung ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen einzuhalten.

Airbus bringt Millionen Schutzmasken aus China - auch für Deutschland

16:14 Uhr: Für den Kampf gegen die Corona-Pandemie ist am Samstag ein Flugzeug mit rund vier Millionen Schutzmasken im spanischen Getafe in der Nähe von Madrid gelandet.

Das Material soll in Spanien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien verteilt werden, wie der Luftfahrtkonzern Airbus mitteilte. Die Maschine des Typs A330-200 sei am Donnerstag in Spanien gestartet, am Freitag in Tianjin im Nordosten Chinas gelandet und mit den Masken beladen umgehend nach Spanien zurückgekehrt.

Bereits in den vergangenen Tagen habe das Unternehmen Flüge zwischen Europa und China organisiert, um zahlreiche europäische Krankenhäuser mit Masken auszurüsten, hieß es.

Coronavirus: Zahl der Toten in Großbritannien steigt auf über 1000

15:51 Uhr: Die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit Covid-19 ist in Großbritannien am Samstag auf 1019 gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium in London mitteilte, starben seit Freitag 260 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg auf rund 17.000.

Großbritannien hatte lange damit gezögert, harte Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus einzuführen. Am Freitag war bekannt geworden, dass sich auch Premierminister Boris Johnson und Gesundheitsminister Matt Hancock inzwischen mit dem Erreger angesteckt haben. Auch Thronfolger Prinz Charles hatte sich mit Sars-CoV-2 infiziert.

Corona-Verdacht auf Kreuzfahrtschiff - Rückholaktion soll starten

15:20 Uhr: Nach dem Coronaverdacht von 46 Menschen auf einem deutschen Kreuzfahrtschiff vor Australien, soll eine Rückholaktion der nicht-infizierten Passagiere starten.

Der Aktion stehe nach Angaben der Behörden nichts im Wege, sagte der Geschäftsführer des Bonner Reiseveranstalters Phoenix, Benjamin Krumpen, der Deutschen Presse-Agentur am Samstag: "Personen, die positiv getestet sind, bekommen einen 14-tägigen Aufenthalt in einem Krankenhaus in Australien."
Alle anderen der 832 Passagiere könnten mit eigens dafür gecharterten Maschinen am Nachmittag des nächsten Tages lokaler Zeit nach Hause.

Die Gesundheitsbehörden seien jetzt noch einmal an Bord der "MS Artania" gewesen und hätten weitere Proben genommen. Das Ergebnis sei nicht vor morgen zu erwarten, sagte Krumpen.

Alle Gäste seien in ihren Kabinen und würden dann am nächsten Tag mit einem Transfer zum Flughafen gebracht. "Es ist sicher, dass die dann hier 14 Tage in häusliche Quarantäne kommen", sagte Krumpen.

An Bord des vor Australien ankernden deutschen Kreuzfahrtschiffs besteht bei mindestens 46 Menschen Verdacht auf das Coronavirus. Es handele sich um 30 Passagiere und 16 Crewmitglieder, sagte der Regierungschef des Bundesstaats von Westaustralien, Mark McGowan, am Samstag vor Journalisten in Perth und sprach von einer "dringenden Situation".

Auf Bali gestrandete europäische Touristen werden ausgeflogen

15:11 Uhr: Hunderte wegen der Corona-Pandemie auf Bali gestrandete Touristen aus Europa sind am Samstag aus dem Urlaubsparadies ausgeflogen worden.

"Ich bin froh, nach Hause zu kommen", sagte Marco Zeltner, einer von schätzungsweise mehreren tausend deutschen Touristen, die auf der indonesischen Urlaubsinsel festsitzen.

Zwei Flüge seien zuvor gestrichen worden, weshalb er seit zwei Wochen warte. "Aber es ist okay, Bali ist schön, also hätte es schlimmer kommen können."

Deutschland charterte seit Freitag sechs Flüge von Denpasar nach Frankfurt am Main. Die britischen Behörden buchten Sitze auf zwei Linienmaschinen nach London, und auch Frankreich organisierte Flüge für hunderte Staatsbürger nach Paris.

Nach Angaben der französischen Botschaft saßen zeitweise rund 2.000 französische Touristen in Indonesien fest. In Indonesien gibt es bislang 1.155 bestätigte Corona-Infektionen, 102 Menschen starben. Damit weist das Land die höchste Totenzahl in Südostasien auf.

Angst vor Corona-Pandemie: Einkaufszentren und Parks in Moskau zu

14:54 Uhr: Russland verschärft seine Anstrengungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Seit Samstag sind in Moskau alle Einkaufszentren, Restaurants und größeren Parks für mindestens eine Woche geschlossen.

So etwas gab es seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. In Bussen, U-Bahnen und auf den Straßen waren weniger Menschen in der größten Stadt Europas unterwegs als sonst. Dennoch zog es bei frühlingshaftem Wetter viele Menschen an die frische Luft.

Die Vertreterin der Weltgesundheitsorganisation in Russland, Melita Vujnovic, beklagte der Staatsagentur Tass zufolge, dass viele Menschen nicht wenigstens zwei Meter Abstand voneinander nehmen: "Ich bin gerade durch Moskau gefahren, und der Anblick schmerzt."

In Russland gibt es noch vergleichsweise wenige Corona-Fälle, doch deren Zahl steigt rasant: Am Samstag wurden mehr als 1.264 Infizierte offiziell registriert. Gegen die Ausbreitung des Virus desinfizierten Spezialisten am Samstag viele Gehwege und Straßen.

Im Kampf gegen die hochansteckende Krankheit werden die Russen von Montag an in einen siebentägigen Zwangsurlaub geschickt. Außerdem gibt es keine Flüge und Zugverbindungen mehr ins Ausland. Am Samstag wurden deshalb rund 600 in der Ukraine gestrandete Russen mit einem Sonderzug nach Moskau gebracht. Die Staatsagentur Ria Nowosti meldete unter Berufung auf Quellen, es werde nun erwogen, auch alle Flüge und Züge im größten Land er Erde vorübergehend zu stoppen.

Berichte: Fußballprofi flüchtet vor Corona von Spanien nach Dänemark

13:58 Uhr: Der dänische Fußballprofi Pione Sisto ist Medienberichten zufolge ohne Erlaubnis seines Clubs Celta Vigo vor der Corona-Krise aus Spanien in sein Heimatland geflohen. Er muss nun mit einer Strafe seines Vereins rechnen, wie die dänische Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf spanische Medien berichtete. Eine offizielle Bestätigung von Celta Vigo gab es dazu am Samstag nicht.

Nach Angaben der spanischen Sportzeitung "AS" machte sich der 25 Jahre alte Offensivspieler per Auto aus der Stadt Vigo ins fast 3.000 Kilometer entfernte Kopenhagen auf, nachdem er in Spanien 14 Tage in Quarantäne gesessen hatte. Den Erstligaclub soll er erst darüber in Kenntnis gesetzt haben, als er bereits auf dem Weg war. Für Dänemark hat Sisto bereits mehrere Länderspiele bestritten, zum aktuellen Kader der dänischen Nationalmannschaft zählt er jedoch nicht.

Spanien ist neben Italien das am stärksten vom Coronavirus betroffene Land Europas. Dänemark hat seine Grenzen für Ausländer vor mehr als zwei Wochen geschlossen, um die Ausbreitung des Virus abzubremsen. Dänen wurden zugleich von der Regierung gebeten, in ihre Heimat zurückzukehren.

Universität: Mehr als 600.000 nachgewiesene Coronavirus-Infektionen

13:30 Uhr: Mehr als 600.000 Menschen haben sich weltweit nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert. Kurz nach Samstagmittag bezifferte die renommierte Johns-Hopkins-Universität die Zahl der nachweislich Infizierten mit 614.884. Demnach starben mehr als 28.600 in Folge oder an der Lungenkrankheit Covid-19, die das Virus auslösen kann.

Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Es gebe in kaum einem Land genügend Tests, um die Menschen flächendeckend zu untersuchen. Allein in den USA sind mehr als 104.830 Infektionen nachgewiesen worden, in Italien mehr als 86.490 und in China mehr als 81.990.

Berlin nimmt Corona-Patienten aus Frankreich auf

12:51 Uhr: Berlin nimmt sechs schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich auf. Sie sollen an diesem Samstag in die Charité kommen, teilte eine Sprecherin mit. Die Infizierten werden den Angaben zufolge per Flugzeug von der Uniklinik Straßburg nach Berlin gebracht, um im Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt zu werden.

Auch aus Italien werde aktuell ein Transport vorbereitet. Die Charité hat angeboten, in ausgewählten Einzelfällen zu helfen und schwererkrankte Corona-Patienten aus anderen Ländern aufnehmen zu können.

Berlins Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte dazu: "Solidarität hört nicht an der Stadtgrenze auf. Wir haben die Kapazitäten und können und wollen in Einzelfällen auch helfen und Unterstützung anbieten." In dieser akuten Krisensituation sei das selbstverständlich.

Über 800 Corona-Tote binnen 24 Stunden in Spanien

12:23 Uhr: Im besonders schwer vom Coronavirus betroffenen Spanien sind innerhalb von 24 Stunden 832 neue Todesopfer verzeichnet worden. Das ist der höchste Anstieg, der in dem Land bislang registriert wurde, wie die Gesundheitsbehörden in ihrer täglichen Bilanz mitteilten.

Insgesamt kletterte die Zahl der Opfer seit Freitag auf knapp 5700. Auch die Zahl der Infizierten stieg weiter an und lag am Samstagmittag bei rund 72.000 - etwa 8000 mehr als am Vortag. Jedoch hält sich damit der prozentuale Anstieg seit Tagen relativ niedrig.

Fast 50.000 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 316 Tote

11:48 Uhr: In Deutschland sind bis Samstagvormittag mehr als 48.800 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 12.000 nachgewiesenen Fällen und 88 Toten sowie Bayern mit mindestens 10.180 Fällen und 60 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 9.729 Fällen und 101 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 95,5 die meisten Infektionen.

Mehr als 316 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten.

Corona-Krise: Auch Spanien ruft Militär zum Transport der Leichen

11:33 Uhr: Nach Italien wird auch im schwer von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Spanien das Militär beim Transport der Leichen helfen. Dies teilte das Gesundheitsministerium am Samstag im Amtsblatt mit.

Die Streitkräfte würden wegen der großen Zahl der Toten und des Fehlens verfügbarer Bestattungsinstitute während der Dauer des Alarmzustandes eingesetzt, hieß es. Wegen der vielen Todesopfer war zuletzt bereits die Eishalle in Madrid zum Leichenhaus umfunktioniert worden.

Die Regierung hat den Alarmzustand und die strenge Ausgangssperre um weitere zwei Wochen bis zum 11. April verlängert. Spanien ist nach Italien das am schwersten von der Krise betroffene Land Europas.

Merkel bittet die Bürger um Geduld in der Corona-Krise

11:02 Uhr: Mit einer persönlichen Nachricht hat Bundeskanzlerin Angela Merkel sich aus der häuslichen Quarantäne gemeldet und die Menschen in Deutschland um Geduld in der Corona-Krise gebeten.

Der Mensch sei "nun mal auf Kontakt und Nähe eingestellt, und darauf freue ich mich dann auch wieder", sagte die CDU-Politikerin, die nach Kontakt zu einem infizierten Arzt derzeit zu Hause bleibt, in ihrem am Samstag veröffentlichten Wochenend-Podcast.

"Niemand kann heute mit gutem Gewissen sagen, er wisse, wie lange diese schwere Zeit anhält", sagte Merkel. "Ich muss Sie bitten, seien Sie geduldig." Noch gäben die Neuinfektionen keinen Grund, die Regeln zu lockern.

EU-Kommission bereitet Exit-Strategie zu Corona-Kontaktsperren vor

10:52 Uhr: Die Europäische Kommission arbeitet an einer gemeinsamen Exit-Strategie aller EU-Staaten zur schrittweisen Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise. Mit Experten prüfe sie, "wann wir nach und nach die Maßnahmen der "sozialen Distanz" wieder lockern könnten", sagte Kommissionschefin Ursula von der Leyen der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel.

"Das Entscheidende ist: Das darf nicht zu früh passieren, weil sonst das Risiko ist, dass das Virus wieder aufflackert", sagte von der Leyen. "Andererseits muss es so schnell wie möglich gehen, damit unsere Wirtschaft nicht unnötig weiter leidet. Wir vertrauen auf den Rat von Medizinern, aber auch von Wirtschaftsfachleuten, die sich mit Lieferketten auskennen."

Einen Zeitrahmen könne heute aber niemand präzise vorhersagen. Das müsse man von Woche zu Woche neu prüfen. Noch sei man in der Feuerlösch-Phase, dann komme eine Wiederaufbauphase. "Erst danach werden wir wieder in der Normalität sein, sagte die Kommissionschefin. "Diese Krise hinterlässt tiefe Spuren und wird uns lange beschäftigen."

Italiens Präsident: "Auch ich gehe nicht mehr zum Friseur"

10:03 Uhr: Italiens Präsident Sergio Mattarella hat sich in einer ungewollt komischen Situation die Sympathie seiner Landsleute zugezogen: Als sich der in Italien äußerst respektierte Staatschef am Freitag für eine Ansprache im Fernsehen vorbereitete, hüstelte und räusperte, ertönte die Stimme seines Beraters Giovanni Grasso aus dem Off, der ihn aufforderte, eine rebellische Haarsträhne zu glätten.

Der 78-jährige Präsident kam der Aufforderung zunächst ohne große Überzeugung nach und erklärte dann: "Eh Giovanni, auch ich gehe nicht mehr zum Friseur."

Sörgel für Corona-Tests bei Stadionbesuchern

09:54 Uhr: In der Debatte über verstärkte Corona-Tests in der deutschen Bevölkerung fordert der Nürnberger Pharmakologe Fritz Sörgel eine gezielte Untersuchung auch von Fußball-Fans. Zur genaueren Feststellung der Virus-Ausbreitung in Deutschland plädierte der Wissenschaftler in der Bild-Zeitung für Tests bei Stadionbesuchern am bislang letzten Bundesliga-Spieltag vor drei Wochen.

"Die Lage ist sehr, sehr ernst, und uns läuft immer mehr die Zeit davon. Die Klubs haben massenhaft Daten ihrer Anhänger. Sie könnten die Fans per Email anschreiben und zu einem Anti-Körper-Test aufrufen", erläuterte Sörgel seinen Plan.

Die Feststellung von gebildeten Immunitäten nach einer unwissentlichen Infizierung soll Rückschlüsse auf den Verbreitungsgrad des Virus ermöglichen. Der Vergleich von Stichproben bei 500 bis 1.000 Fans pro Verein mit den Daten der Gesamtbevölkerung könnte demnach Erkenntnisse über die Dunkelziffer bei der Zahl der Infektionen liefern.

Laut Sörgel drängt die Zeit. "Man muss jetzt anfangen. Es ist unsere letzte Chance für solch einen Massentest von Besuchern von Großveranstaltungen", sagte der 69-Jährige.

Kanzleramtschef: Keine Lockerung der Maßnahmen bis 20. April

08:53 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun hat klargestellt, dass es in der Corona-Pandemie vor dem 20. April keine Lockerungen der bestehenden Einschränkungen geben werde. "Wir reden jetzt bis zum 20. April nicht über irgendwelche Erleichterungen", sagte der CDU-Politiker dem "Tagesspiegel". "Bis dahin bleiben alle Maßnahmen bestehen."

Ältere Menschen müssten noch deutlich länger als Jüngere mit Kontakteinschränkungen rechnen. "Eines ist allen Modellen gemein, egal, wie wir uns entscheiden: dass die älteren und vorerkrankten Menschen in unserer Gesellschaft wirksam vor einer Infektion geschützt werden müssen, bis es einen Impfstoff gibt", so Braun.

Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hält es für zu früh, um über eine Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu sprechen. Das hatte sie am Donnerstag klargemacht. Wie Merkel sieht auch Braun als Messlatte für eine Trendwende und als Entscheidungsgrundlage für eine Lockerung der Einschränkungen die Entwicklung der Infektionsgeschwindigkeit. "Wenn wir es schaffen, die Infektionsgeschwindigkeit so zu verlangsamen, dass wir zehn, zwölf oder noch mehr Tage haben bis zu einer Verdopplung, dann wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind." Zuletzt verdoppelten sich die Fallzahlen in etwa alle drei Tage. "Unmittelbar nach Ostern werden wir sagen können, wie es generell nach dem 20. April weitergeht."

Er habe den Eindruck, dass sich die Bevölkerung vorbildlich an die Regeln halte. "Und deshalb bin ich überzeugt, dass wir in einigen Tagen ihren Erfolg sehen werden", betonte Braun.

Braun will sich nach eigenen Angaben an einem wie in Südkorea praktizierten Mix aus Maßnahmen orientieren. "Die haben zum einen genau solche Kontaktbeschränkungen gemacht, wie wir das jetzt in Deutschland praktizieren. Sie haben darüber hinaus ein digitales Tracking verwendet, über das man quasi vollautomatisiert erfährt, falls man Kontakt zu Infizierten hatte." Daneben habe das Land einen sehr breiten Ansatz beim Testen.

Mit Blick auf das bessere Ausfindigmachen von Kontaktpersonen, zum Beispiel über eine spezielle Daten-App, betonte Braun, dass es sich mit dem Datenschutz vereinbaren lassen müsse. "Bei uns sähe sowas sicherlich ganz anders aus, als die Kontaktnachverfolgungs-App in China."

Politologe: Corona verändert politische Kommunikation

08:00 Uhr: Um mit den Bürgern in der Corona-Krise in Kontakt zu bleiben, nutzen einige Politiker verstärkt digitale Kanäle. Der Politikwissenschaftler Marcel Solar glaubt, dass die aktuelle Situation die Experimentierfreudigkeit erhöht: "Die Situation jetzt zwingt die Leute, andere Wege zu gehen – und das gilt eben auch für die politische Kommunikation."

Solars Ansicht nach könnte die Krise die Modernisierung der politischen Kommunikation beschleunigen: "Auch wenn vorher viele schon präsent waren in den sozialen Medien, glaube ich schon, dass das jetzt dem Ganzen nochmal einen Schub gibt", erklärt der Wissenschaftler, der an der Uni Düsseldorf die Stabsstelle Bürgeruniversität leitet.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) etwa ist seit kurzem auf der Kurzvideo-Plattform TikTok unterwegs, die vor allem bei jungen Menschen beliebt ist. Auch das Bundesgesundheitsministerium informiert nun dort. Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) beantwortete vor wenigen Tagen Fragen von Nutzern der Social-Media-App Jodel.

Luftwaffe fliegt an Covid-19 erkrankte Italiener nach Deutschland

06:48 Uhr: Wegen der dramatischen Notlage norditalienischer Krankenhäuser in der Coronavirus-Krise fliegt die Luftwaffe Patienten nach Deutschland aus.

Der Airbus A310 MedEvac, die fliegende Intensivstation der Bundeswehr, sollte am Samstag sechs schwer erkrankte Italiener in Intensivbehandlung von Bergamo nach Köln bringen. Die Maschine sei am Morgen in Köln gestartet, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

"In Zeiten größter Not ist es selbstverständlich, dass wir unseren Freunden zur Seite stehen", sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zu dem Einsatz. "Deshalb holen wir mit unserer fliegenden Intensivstation der Luftwaffe jetzt Schwerstkranke aus Italien zur Behandlung nach Deutschland. Das ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Europa muss zusammenhalten."

Das Flugzeug sollte am späten Mittag zurück in Köln sein. Die Patienten sollten zur Behandlung in zivile Krankenhäuser gebracht werden. Nach dpa-Informationen sollen jeweils zwei Erkrankte im Katholischen Klinikum Bochum sowie in den Uni-Kliniken Köln und Bonn weiterbehandelt werden.

Die Luftwaffe bezeichnet den MedEcav-Airbus als "wichtiges Glied in der Rettungskette zur medizinischen Evakuierung schwer und schwerst verletzter Personen über große Distanzen". An Bord sind bis zu sechs Plätze für intensivmedizinische Behandlung. Zudem gibt es 38 weitere Liegeplätze, wobei für 16 Patienten eine verstärkte medizinische Überwachung mit Monitoren möglich ist. Damit können 44 Patienten liegend transportiert werden.

Die medizinische Besatzung kann bis zu 25 Menschen zählen. Die Luftwaffe hält auf dem Flughafen Köln-Wahn immer einen MedEvac-Airbus in 24-Stunden-Bereitschaft.

Coronavirus: 54 weitere "importierte" Fälle in China

06:35 Uhr: In China ist die Zahl "importierter Fälle" mit dem Coronavirus erneut gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Samstag mitteilte, wurden 54 weitere Erkrankungen bei Menschen nachgewiesen, die nach China eingereist waren. Insgesamt zählt China damit bereits mehr als 600 solcher Fälle. Darüber hinaus starben drei weitere Menschen an Covid-19. Bisher hat China insgesamt 81 394 Coronavirusinfektionen gemeldet, darunter 3295 Todesfälle und 74 971 geheilte Patienten.

Aus Angst vor einer zweiten Infektionswelle hatte die Volksrepublik am Donnerstag angekündigt, Ausländer zunächst nicht mehr einreisen zu lassen. Ebenfalls angekündigt wurde eine starke Reduzierung der Flugverbindungen. Ab Sonntag soll jede chinesische Fluggesellschaften nur noch eine Verbindung pro Woche in jedes Land anbieten dürfen. Das gleiche gilt für ausländische Airlines, die nach China fliegen.

Macron fordert EU zum gemeinsamen Agieren gegen Corona-Krise auf

05:38 Uhr: Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die EU aufgerufen, gemeinsam im Kampf gegen die Corona-Krise zu agieren. "Ich will kein egoistisches und geteiltes Europa", sagte er in einem am Samstag veröffentlichten Interview der drei italienischen Zeitungen "La Stampa", "La Repubblica" und "Corriere della Sera". "Wir werden diese Krise nicht ohne eine starke europäische Solidarität in gesundheitlicher und finanzieller Hinsicht überstehen." Er forderte ein gemeinsames Handeln, um die Ausgaben in dieser Krise zu finanzieren. "Die Zahl ist zweitrangig, es ist das Signal, das zählt."

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich am Donnerstagabend trotz stundenlanger Diskussionen nicht auf finanzpolitische Krisenhilfen einigen können. Frankreich, Italien, Spanien und andere Ländern fordern die gemeinsame Aufnahme von Schulden, beißen damit aber bei Deutschland, den Niederlanden und anderen auf Granit. Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigte nach dem Videogipfel ihre Ablehnung von sogenannten Corona-Bonds.

Macron sagte in dem Interview, beim Europäischen Rat hätten zehn Länder die Idee der Corona-Bonds unterstützt, damit den am stärksten von der Krise betroffenen Ländern geholfen werden könne. Einige Länder wie Deutschland seien zurückhaltend gewesen. Die Debatte darüber solle in den kommenden Wochen fortgesetzt werden. "Wir können diesen Kampf nicht aufgeben."

Macron monierte, es werde viel über chinesische oder russische Hilfe gesprochen. Warum werde aber nicht gesagt, dass Frankreich und Deutschland zwei Millionen Atemmasken und Zehntausende Schutzanzüge nach Italien geschickt habe. Das sei zwar nicht ausreichend, aber ein Anfang. Die Europäer hätten auch China zu Beginn der Pandemie geholfen und 50 Tonnen Material geschickt. "Europa muss stolz sein und sich stark fühlen, und das ist es auch."

Einige Länder verhielten sich so, als ob Italien oder Spanien für die Krise selbst verantwortlich seien, sagte Macron. Dabei seien sie die ersten Opfer, dieses Virus werde niemanden verschonen. Ihn beunruhige die Krankheit: "Jeder für sich". Macron betonte: "Wir müssen alles tun, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, aber immer als Europäer handeln."

Jeder Zweite hat nichts gegen Handy-Ortung im Kampf gegen Corona

05:00 Uhr: Jeder zweite Deutsche hätte nichts gegen die Nutzung von Handy-Daten im Kampf gegen das Coronavirus. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 50 Prozent, sie hielten die Ortung von Kontaktpersonen von Infizierten über die Standortdaten für sinnvoll. Nur 38 Prozent fänden das unangemessen, 12 Prozent machten keine Angaben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte ursprünglich geplant, den Gesundheitsbehörden bei einer "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" zu erlauben, Kontaktpersonen von Erkrankten anhand von Handy-Standortdaten zu ermitteln, dadurch ihre Bewegung zu verfolgen und sie im Verdachtsfall zu kontaktieren. Die Behörden hätten zudem Verkehrsdaten zur Bestimmung des Aufenthaltsortes nutzen dürfen - etwa um den Betroffenen über sein persönliches Risiko zu informieren.

Nach heftiger Kritik aus der Opposition, aber auch der SPD, stellte Spahn diese Pläne bei der Änderung des Infektionsschutzgesetzes zunächst zurück. Die YouGov-Umfrage zeigt aber, dass es eine gewisse Akzeptanz dafür gäbe. Überraschend ist, dass unter den Wählern der Grünen mit 61 Prozent die Zustimmung am größten ist - noch vor denen der Union mit 60 Prozent. Von den AfD-Anhängern wären 55 Prozent für die Nutzung von Handy-Daten gegen die Ausbreitung des Coronavirus, von den Wählern von SPD und Linke jeweils 50 Prozent und im Lager des FDP 49 Prozent. Nur von den Nichtwählern sprachen sich mehr Befragte dagegen als dafür aus (43 zu 41 Prozent).

Inzwischen haben Unionspolitiker einen neuen Vorschlag ins Gespräch gebracht. Sie wollen möglichst bald eine App einsetzen, die Bürger freiwillig auf ihrem Handy installieren können. Sie soll wie eine Art digitales Tagebuch funktionieren und - falls sein Besitzer positiv auf das Coronavirus getestet wird - automatisch anonymisierte Hinweise an alle Menschen versenden, die in den zurückliegenden zwei Wochen mit ihm Kontakt hatten. Eine Nachricht würde allerdings wohl nur erhalten, wer eine solche App selbst auch auf sein Mobiltelefon heruntergeladen hat.

Karliczek: Corona-Impfstoff frühestens Ende des Jahres

04:45 Uhr: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sieht im Kampf gegen das Coronavirus frühestens Ende des Jahres einen Impfstoff. "Wir müssen davon ausgehen, dass ein Impfstoff, mit dem breitere Teile der Bevölkerung geschützt werden können, erst gegen Ende des Jahres oder Anfang des nächsten Jahres zur Verfügung steht", sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Für die Impfstoffforschung gelte: "Wir wollen so schnell wie möglich laufen - aber wir dürfen dabei nicht hinfallen. Wir müssen sicher sein, dass die Impfung wirkt und dem Patienten nicht schadet."

Karliczek sagte weiter: "Wir reizen die Forschungsmöglichkeiten bis aufs Letzte aus. Wir sind bereit, weitere Gelder zur Verfügung zu stellen, wenn es erfolgversprechende Projekte gibt. Am Geld wird die Corona-Forschung nicht scheitern."

Coronavirus: Südkorea meldet erneuten Anstieg von Infektionen

04:40 Uhr: Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist wieder deutlich auf über 100 gestiegen. Am Freitag seien 146 Fälle festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Samstag mit. Am Tag zuvor waren es noch 91 gewesen. Bisher wurden in dem Land 9478 Menschen positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet. Die Zahl der Todesfälle, die in Verbindung mit dem Virus gebracht werden, kletterte um fünf auf 144.

Den Anstieg führten die Behörden unter anderem auf eine neue lokale Häufung von Infektionsfällen in der am stärksten von dem Ausbruch betroffenen Millionenstadt Daegu im Südosten zurück. Dort hatten sich Dutzende von Patienten in einem Krankenhaus angesteckt. "Es gibt weiter ein erhöhtes Risiko durch solche Cluster-Infektionen", sagte Yoon Tae Ho von der Zentrale für das Katastrophen-Management.

Sorgen bereitet den Behörden seit Tagen auch die Zunahme "importierter" Infektionsfälle. Zahlreiche Südkoreaner kehren aus Angst vor einer Ansteckung in Ländern, die eine rasche Ausbreitung des Virus verzeichnen, zurück. Am Freitag traten die verstärkten Einreisekontrollen einschließlich einer Virustest-Pflicht für Ankommende aus Europa auch für Reisende aus den USA in Kraft.

Im März hatte sich bei den Infektionsfällen in Südkorea seit dem Höhepunkt Ende Februar mit über 900 Infektionsfällen innerhalb eines Tages ein deutlicher Abwärtstrend eingestellt.

Erstes Coronavirus-Opfer in Jordanien

03:45 Uhr: Nun ist auch in Jordanien das erste Coronavirus-Opfer registriert worden. Eine 83-jährige Frau, die auch an einer Blutvergiftung gelitten habe, sei an Covid-19 gestorben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Petra am Samstag unter Berufung auf das Prinz-Hamsah-Krankenhaus. In Jordanien sind 212 Corona-Fälle registriert. Am Mittwoch hatte das Königreich mitgeteilt, seine am vergangenen Samstag verkündete unbefristete Ausgangssperre lockern zu wollen - kleine Geschäfte für Grundbedarfsgüter dürften wieder geöffnet werden.

Coronavirus-Schnelltest in den USA zugelassen

03:23 Uhr: In den USA ist ein Schnelltest zugelassen worden, der innerhalb weniger Minuten eine Infizierung mit dem neuartigen Coronavirus nachweisen soll. Die Test-Kits würden von einem mobilen Labor ausgewertet, das nur etwa so groß sei wie ein Toaster, und könne damit auch außerhalb von Krankenhäusern eingesetzt werden, teilte der Hersteller Abbott am Freitagabend (Ortszeit) mit. Der Test stelle innerhalb von fünf Minuten fest, ob eine Probe mit Sars-CoV-2 infiziert sei, ein gesichertes negatives Ergebnis dauere 13 Minuten, hieß es.

Die US-Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde FDA erklärte, der Test sei im Rahmen eines Dringlichkeitsverfahrens bis auf Widerruf zugelassen worden. Der Hersteller erklärte, innerhalb eines Monats rund fünf Millionen Tests produzieren zu wollen.

Am vergangenen Wochenende hatte die FDA im gleichen Verfahren bereits einen Test genehmigt, der innerhalb von 45 Minuten Ergebnisse liefern soll. Der Test des Herstellers Cepheid soll allerdings vor allem in Krankenhäusern zum Einsatz kommen. Bisher mussten die meisten Tests in den USA an Labore geschickt werden; Ergebnisse waren daher in der Regel erst nach mehreren Tagen verfügbar.

Vier Tote auf Kreuzfahrtschiff vor Panama

00:40 Uhr: Auf einem Kreuzfahrtschiff vor Panama sind vier Passagiere gestorben. Es handle sich um vier ältere Menschen, teilte die Reederei Holland America Line am Freitag mit, ohne weitere Details zu nennen. Zwei Menschen an Bord seien positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden, hieß es weiter. 53 Passagiere und 85 Besatzungsmitglieder hätten sich mit Grippe-ähnlichen Symptomen beim Medizinerteam an Bord gemeldet.

Das in den USA beheimatete Unternehmen hatte das Schiff "Zaandam" vor wenigen Tagen vor der südamerikanischen Pazifikküste unter Quarantäne gestellt. Alle Passagiere sollten bis auf Weiteres in ihren Zimmern bleiben, hieß es. Sie und die Crew hätten alle Schutzmasken erhalten.

Die "Zaandam" hat 1243 Passagiere und 586 Besatzungsmitglieder an Bord. Sie war am 7. März von Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires zu einer Kreuzfahrt aufgebrochen, die eigentlich am 21. März im chilenischen San Antonio enden sollte. Wegen der Corona-Pandemie hatte Chile allerdings inzwischen alle seine Häfen für Kreuzfahrtschiffe geschlossen. Zuletzt habe am 14. März im südchilenischen Punta Arenas jemand das Schiff verlassen, teilte die Reederei mit.

Diese bemühte sich um eine Durchfahrtserlaubnis durch den Panamakanal, um dann durch die Karibik nach Fort Lauderdale im US-Staat Florida zu fahren. Die Kanalverwaltung teilte am Freitag allerdings mit Hinweis auf die "Zaandam" mit: Wenn ein Schiff jemanden an Bord habe, der positiv auf das Coronavirus getestete worden sei, dürfe es den Kanal nicht nutzen.

Die "Zaandam" stand derweil vor der Westküste des mittelamerikanischen Panama und wurde von einem weiteren Schiff des Unternehmens aus unter anderem mit Medikamenten versorgt. Die gesunden Passagiere sollen den Angaben zufolge auf das zweite Schiff gehen. Holland America Line stellte inzwischen vorübergehend den Kreuzfahrtbetrieb ein.

Alle Meldungen vom Freitag, 27. März

Acht weitere Tote in Wolfsburg nach Coronavirus-Infektion

23:10 Uhr: In Wolfsburg sind acht weitere Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das teilte der Sprecher der Stadt am Freitagabend mit. Demnach handelt es sich um sechs Frauen und zwei Männer zwischen 76 und 100 Jahren. Weitere Angaben machte die Stadt unter Verweis auf den Datenschutz nicht.

Insgesamt gab es in Wolfsburg bisher zehn Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Das Gesundheitsamt Wolfsburg zählte am Freitag 98 Menschen, die mit Sars-CoV-2 infiziert sind.

In ganz Niedersachsen lag die Zahl nachgewiesener Infektionen am Freitag bei 3175, 449 mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten stieg auf zwölf. Unklar war, ob die acht Todesfälle in Wolfsburg schon in diese Zahl mit eingerechnet waren.

Trump unterzeichnet Billionen Konjunkturpaket

22:20 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat ein massives Konjunkturpaket unterzeichnet, mit dem rund 2 Billionen US-Dollar in die Wirtschaft gepumpt werden sollen. Trump teilte am Freitag auf Twitter mit, er habe gerade «das größte wirtschaftliche Hilfspaket in der amerikanischen Geschichte» unterschrieben. Mit einem Volumen von 2,2 Billionen US-Dollar «wird dieses Gesetz die dringend benötigte Hilfe für die Familien, die Arbeiter und die Unternehmen unserer Nation bringen». Nur Stunden zuvor hatte nach dem von Trumps Republikanern dominierten Senat auch das von den Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus den Gesetzesentwurf beschlossen.

Gesetzespaket mit Corona-Hilfen im Bundesgesetzblatt veröffentlicht

21:35 Uhr: Das Gesetzespaket mit den Milliardenhilfen für Unternehmen und Bürger in der Corona-Krise ist am Freitagabend im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden und damit in Kraft getreten. Am Vormittag hatte der Bundesrat das Hilfspaket mit Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger einstimmig beschlossen. Am Nachmittag war es von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterzeichnet worden. Die ersten Gelder sollen noch vor dem 1. April bei den Betroffenen ankommen.

Mehr als 48.300 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 315 Tote

21:10 Uhr: In Deutschland sind bis Freitagnachmittag mehr als 48 300 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 12 000 nachgewiesenen Fällen und 88 Toten sowie Bayern mit mindestens 10 180 Fällen und 60 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 9729 Fällen und 101 Toten. Gerechnet auf 100 000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 95,5 die meisten Infektionen.

Mehr als 315 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten.

NRW holt 14 Corona-Patienten aus Italien und Frankreich

20:25 Uhr: In den kommenden Tagen sollen 14 Corona-Patienten aus Italien und Frankreich nach Nordrhein-Westfalen gebracht werden. Mehrere Kliniken nehmen insgesamt zehn Patienten aus Italien und vier aus Frankreich auf, wie die Staatskanzlei am Freitagabend mitteilte. Die Infizierten aus Italien würden von der Luftwaffe in das Bundesland geflogen.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte laut Mitteilung: "Gerade unsere Freunde in Italien brauchen in diesen Tagen unsere Solidarität. Mit der Aufnahme der Patienten wollen wir signalisieren: Ihr seid nicht allein"

Merkel telefoniert mit Trump

20:20 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit US-Präsident Trump telefoniert. Schwerpunkt des Gesprächs sei der Austausch zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie gewesen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitagabend mit. Beide hätten vereinbart, hierzu im engen Kontakt zu bleiben und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu nutzen.

Die Vereinigten Staaten haben nach Angaben von US-Experten inzwischen mehr bekannte Coronavirus-Infektionen als jedes andere Land der Welt.

Weiteres Thema des Telefonats seien die Entwicklungen in Afghanistan gewesen. Man sei sich einig gewesen, "dass im gemeinsamen Bemühen um Frieden und Stabilität in Afghanistan auch weiterhin eine enge
Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von
Amerika erforderlich ist".

BVB-Kapitän Reus spendet 500.000 Euro

20:10 Uhr: Der Dortmunder Fußball-Nationalspieler Marco Reus beweist in der Corona-Krise Hilfsbereitschaft und hat die Aktion "Help your Hometown" ins Leben gerufen. Mit einer Spende von 500 000 Euro wollen er und seine Frau Scarlett dazu beitragen, dass lokale Kleinunternehmen die finanziellen Notlage meistern.

"Das gesellschaftliche Leben, wie wir es kennen, steht still. Und genau das stellt kleine und alt eingessene Firmen vor Riesenprobleme. Sie haben trotz ihrer leidenschaftlichen Arbeit nicht die Rücklagen bilden können, um Wochen ohne Kunden zu überstehen Aber gerade diese Läden machen jede Stadt einzigartig. Hier möchten wir helfen", sagte der BVB-Kapitän am Freitag in einer Videobotschaft auf Instagram.

Darüber hinaus rief der gebürtige Dortmunder zu einer Beteiligung an der Aktion auf. "Ich möchte euch dazu ermutigen, die lokalen Betriebe in eurer Heimatstadt zu unterstützen. Es geht aktuell nur gemeinsam - mehr denn je", sagte Reus.

Trump-Tirade gegen GM wegen Mangel an Beatmungsgeräten

18:35 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat den Autobauer General Motors (GM) wegen angeblich unzureichender Hilfe bei der Produktion von Beatmungsgeräten zur Bewältigung der Corona-Krise attackiert. "Wie üblich mit "diesem" General Motors, scheinen die Dinge einfach nie zu funktionieren", twitterte Trump am Freitag. Der Konzern halte sein Versprechen nicht ein, "sehr schnell" 40 000 Beatmungsgeräte zu liefern, behauptete er. Trump deutete an, nun das für Kriegszeiten vorgesehene Gesetz "Defense Production Act" einzusetzen, um stärker in die Privatwirtschaft eingreifen zu können.

Der US-Präsident steht wegen seines Krisenmanagements und relativierenden Äußerungen zur Corona-Pandemie selbst heftig in der Kritik. Noch am Vorabend hatte er im Sender Fox News Zweifel an einem von US-Bundesstaaten beklagten Versorgungsmangel angebracht. "Ich glaube nicht, dass man 40 000 oder 30 000 Beatmungsgeräte braucht", sagte er in einer Talkshow. Ob der Einsatz des Kriegsgesetzes etwas an der Lage ändern würde, scheint indes unklar. Die Herstellung der benötigten Geräte gilt als sehr komplex und die Unternehmen beteuern, bereits auf Hochtouren an Lösungen zu arbeiten.

Italien meldet fast 1.000 Tote an einem Tag

17:51 Uhr: Italien hat an einem Tag fast 1.000 Tote im Zuge der Corona-Pandemie gemeldet und damit so viele wie an keinem Tag zuvor. Die Zahl stieg um 969 auf 9.134, wie der Zivilschutz am Freitag in Rom mitteilte.

Die Gesamtzahl der Infizierten stieg um fast 6.000 auf 86.498. Damit liegt Italien weltweit etwa gleichauf mit den USA. Die Kurve der Neuinfektionen flachte sich aber nach Aussagen des obersten Gesundheitsinstituts etwas ab - sie hat allerdings noch nicht ihren Höhepunkt erreicht.

Mehr als 46.600 Corona-Nachweise in Deutschland - mindestens 285 Tote

17:33 Uhr: In Deutschland sind bis Freitagnachmittag mehr als 46.600 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der dpa hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 11.500 nachgewiesenen Fällen und 85 Toten sowie Bayern mit mindestens 10.180 Fällen und Baden-Württemberg mit mehr als 8.400 Fällen. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 95,5 die meisten Infektionen.

Mindestens 285 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten.

Thüringen schickt Team aus Ärzten und Pflegern nach Italien

16:41 Uhr: Während andere Bundesländer wie Sachsen an Corona erkrankte Patienten aus Italien aufnehmen, schickt Thüringen ein Ärzteteam in das Land.

In den kommenden Tagen werde sich ein Team aus Ärzten und Pflegekräften des Universitätsklinikums Jena auf den Weg in die Lombardei machen, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Erfurt mit. Solidarität sei "das Gebot der Stunde".

Mit den Experten des Universitätsklinikums sollen auch vier Beatmungsgeräte nach Italien gebracht werden. Bei den Pflegekräften handelt es sich nach Angaben des Klinikums um Mitarbeiter, die vor vier Jahren nach Jena gekommen waren. Gemeinsam mit Freiwilligen aus dem Ärzteteam kehren sie nun für die Hilfe in der Corona-Krise in ihre Heimat zurück.

Ausgangssperre führt am Kap zum Run auf Tierheime

16:29 Uhr: Eine weitreichende dreiwöchige Ausgangssperre im Kampf gegen das Coronavirus hat in Südafrika zum Run auf Tierheime geführt. Da neben Joggingrunden auch Gassi-Gänge verboten sind, suchten viele Südafrikaner dort für ihre vierbeinigen Lieblinge ein Quartier.

Tierheim-Betreiberin Megan Wylie erklärte dem TV-Sender News 24, sie habe kaum 48 Stunden Zeit gehabt, um Notquartiere für 117 Hunde zu finden. "Wir wurden mit Emails quasi überflutet", sagte sie.

Die Ausgangssperre trat am Freitag in Kraft. Das Land meldete am gleichen Tag mehr als 1.000 Infizierte - zwei davon sind gestorben.

Bundeswehr bereitet sich auf Corona-Einsatz mit 15.000 Soldaten vor

16:21 Uhr: Die Bundeswehr bereitet sich auf einen umfassenden Unterstützungseinsatz in Deutschland wegen der Corona-Pandemie vor. Es gehe um "die Aufstellung eines Kontingents zur Hilfeleistung", sagte ein Sprecher des Kommandos Streitkräftebasis am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. "Das Personal kommt dabei aus den verschiedenen Organisationsbereichen der Teilstreitkräfte."

Wie der "Spiegel" berichtete, soll das Kontingent 15.000 Soldaten umfassen. In einem Plan der Bundeswehrführung würden detailliert die Einsatzfelder beschrieben: So sollten etwa 5.500 Soldaten für "Absicherung" und "Schutz" eingesetzt werden und weitere 6.000 für die "Unterstützung der Bevölkerung".

600 Mitglieder der Feldjäger sind dem Bericht zufolge für "Ordnungs-Verkehrsdienst" vorgesehen und rund 250 Soldaten der ABC-Abwehr für Desinfektionsmaßnahmen. 2.500 Logistiksoldaten sollten sich mit 500 Lastwagen um "Lagerung, Transport, Umschlag" kümmern.

Absichtlich angehustet: Strafverfahren gegen 38-Jährigen

16:08 Uhr: Mit den Worten "Ich habe Corona" hat ein 38-Jähriger einen jungen Mann an einer Supermarktkasse in Nordrhein-Westfalen absichtlich angehustet - und nun ein Strafverfahren wegen Körperverletzung am Hals.

Der 38-Jährige sei in Brilon aggressiv aufgetreten und habe sich über eine kurzzeitig unbesetzte Kasse aufgeregt, erklärte die Polizei am Freitag. Ein 24-Jähriger habe bei dem Vorfall am Donnerstag versucht, den Mann zu beruhigen. Dabei sei er dann angehustet worden.

Ob der 38-Jährige tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert ist, müsse nun das Gesundheitsamt des Hochsauerlandkreises prüfen, sagte ein Polizeisprecher.

Auch in Gütersloh wurden Menschen absichtlich angehustet. In der Fußgängerzone habe ein 52 Jahre alter Rollstuhlfahrer am Donnerstagmittag mehrere Menschen grundlos bedrängt. Die 57-Jährige, die er zuerst belästigte und anhustete, verständigte die Polizei. Für den Gütersloher zieht das ein Strafverfahren wegen Körperverletzung nach sich.

Italiens Gesundheitsbehörde: Kurve der Neuansteckungen flacht ab

15:43 Uhr: Die Kurve der Neuinfektionen mit dem Coronavirus scheint sich in Italien nach Aussagen des obersten Gesundheitsinstituts abzuflachen - hat allerdings noch nicht ihren Höhepunkt erreicht. "Wir sind noch nicht auf dem Höhepunkt (...). Aber es gibt positive Anzeichen", sagte der Präsident des nationalen Gesundheitsinstitutes (ISS), Silvio Brusaferro, am Freitag in Rom.

Seit dem 19./20. März gebe es eine leichte Abflachung der Kurve der neuen Ansteckungen - die Kurve falle aber noch nicht ab, "wir sind in einer Verlangsamung der Steigung". Er warnte eindringlich davor, dass man nun über eine Lockerung der Ausgangssperren nachdenke. Diese müssten strikt eingehalten werden.

Italien hat bisher mehr als 80.000 Infizierte mit einer hohen Dunkelziffer, mehr als 8.100 infizierte Menschen sind bisher gestorben.

Virologe: "Müssen für mindestens ein Jahr unser Verhalten ändern"

15:18 Uhr: Der Virologe Alexander Kekulé hat in einem Podcast des "MDR" einen 3-Punkte-Plan zu einer geordneten Rückkehr in ein normales Leben nach der Coronakrise erstellt. Der Wissenschaftler sei sich zwar einerseits sicher, dass wir weiter unser Verhalten ändern müssen. Dabei sollen allerdings möglichst wenig wirtschaftliche, soziale und psychologische Kollateralschäden einhergehen.

1. Smart Distancing:

Kontaktverbote und Ausgangsbeschränkungen könnten gelockert werden, wenn die Menschen intelligent Abstand hielten. Die einfachste Maßnahme dafür sei, dass "Menschen, wenn sie sich anderen weiter als zwei Meter nähern, eine einfache OP-Maske tragen". Der Mund-Nasen-Schutz schützt andere. Laut neuerer Daten könne man sich auch selbst damit schützen.

Zusätzlich sollte auch weiterhin auf Händeschütteln und auf Großveranstaltungen wie Fußballspiele eine Weile verzichten werden - mindestens bis Ende des Jahres.

Der Virologe gibt sich optimistisch: "Wenn wir parallel die Risikogruppen schützen, könnten wir das soziale Leben wieder hochfahren. Das ist meines Erachtens ganz wichtig, damit wir Herr der Lage werden."

2. Individuelle Vigilanz

Damit sei laut Kekulé die persönliche Aufmerksamkeit gemeint. "Wir müssen für jeden die Möglichkeit schaffen, sich jederzeit und anonym testen zu lassen", sagt er. Ein Schnelltest müsse so einfach wie ein Schwangerschaftstest funktionieren.

Auf diese Weise könnte Deutschland eine westliche Antwort auf die totalitären Methoden in Asien geben. Mit Eigenverantwortung und Vertrauen ließe sich eine sanfte Methode finden, um die Krankheit unter Kontrolle zu halten, ohne alle einzusperren.

Entgegen der Pläne des Gesundheitsministers Jens Spahn brauche es auch keine Mobilfunkdaten. "Ich bin total gegen diese Handyüberwachung. Das ist ein Einschnitt in die Grundrechte, der in diesem Fall nicht gerechtfertigt ist", erklärt Kekulé. Es brauche keine Geodaten von den Menschen, wenn sie selbst vernünftig sind.

Mathematisch betrachtet, habe Sars-CoV-2 einen Reproduktionsfaktor von drei. Statistisch gesehen stecke ein Kranker also drei andere mit dem Coronavirus an. Wenn wir also zwei von den dreien verhindern würden, erläutert Kekulé, steckt einer nur einen an und die Krankheit nimmt nicht mehr zu.

So könnten relativ schnell Schulen und Kindertageseinrichtungen wieder öffnen. Dafür schlägt der Virologe vor, dass Kinder von Infektionsgefährdeten (etwa Ärzte, Krankenschwestern) vor dem ersten Tag getestet werden.

3. Deeskalierende Grenzkontrollen

Eine Überwachung der Grenzen sei wichtig, sagt der Virologe.Darum sollten üblichen Einreisekontrollen wie Fiebermessung, individuelle Befragung und Aufklärung und Angabe des Aufenthaltsortes aufrechterhalten werden. Gelockert werden könnten Grenzkontrollen, wenn auch Antigen-Schnelltests zur Verfügung stünden.

Britischer Gesundheitsminister positiv auf Coronavirus getestet

14:21 Uhr: Nach dem britischen Premierminister Boris Johnson ist auch Gesundheitsminister Matt Hancock positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte Hancock am Freitag per Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Auch er habe nur milde Symptome, sagte der Minister in einer Videobotschaft. Johnson und Hancock begaben sich in häusliche Isolation und kündigten an, aus dem Homeoffice zu arbeiten. "Wir können alle lernen, dass Arbeiten von zuhause wirklich, wirklich effektiv sein kann", so Hancock.

Philippinischer Präsident Duterte in Selbstquarantäne

13:59 Uhr: Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte und ein Großteil seiner Regierung befinden sich wegen der Coronavirus- Infektion mehrerer Mitarbeiter in einer zweiwöchigen Quarantäne. Der Staatschef sei bereits seit drei Tagen isoliert, teilte Senator Christopher Go, ein früherer Berater des Präsidenten, am Freitag mit.

Duterte werde seinen 75. Geburtstag an diesem Samstag somit alleine verbringen müssen. Ob der Präsident Symptome zeige, sagte er nicht. Er habe die Lage im Land unter Kontrolle, betonte der Senator.

Zuvor war bekannt geworden, dass der Stabschef der Streitkräfte, Felimon Santos, sowie mehrere andere Offizielle positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet wurden. Der General hatte an mehreren Kabinettssitzungen teilgenommen. Er selbst habe sich vermutlich bei einem infizierten Marine-Offizier angesteckt, hieß es. "Ich habe keine Symptome, aber die Vorschriften sagen, dass ich 14 Tage in Selbstquarantäne gehen muss", sagte Verteidigungsminister Delfin Lorenzana.

Duterte hatte in dem südostasiatischen Land für sechs Monate den Notstand erklärt, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die Maßnahme soll eine schnellere Bereitstellung von Geldern und Ressourcen während der Pandemie ermöglichen. In dem Inselstaat haben die Gesundheitsbehörden bislang 803 bestätigte Fälle von Covid-19 sowie 54 Tote wegen der Lungenkrankheit gemeldet. Darunter sind auch mindestens zehn Ärzte.

Frankreich erwartet am Wochenende Welle von Corona-Kranken

13:35 Uhr: Frankreich erwartet am Wochenende die bisher größte Welle von Corona-Kranken: Premierminister Edouard Philippe warnte am Freitag in Paris nach einem Krisentreffen der Regierung vor einer "extrem großen Welle, die "über Frankreich hinwegspült". Neben den überlasteten Krankenhäusern im Elsass riefen auch die Pariser Kliniken um Hilfe.

Philippe sagte weiter, in den kommenden Tagen werde die Situation für die Krankenhäuser und die Bürger besonders schwierig werden. Er sprach von einer "Krise, die andauern wird, von einer Gesundheitslage, die sich nicht schnell verbessert". Mit bisher knapp 1.700 Toten gehört Frankreich nach Italien und Spanien zu den am meisten betroffenen Ländern der EU. Innerhalb von 24 Stunden war die offizielle Zahl der Toten nach Angaben vom Donnerstagabend um 365 gestiegen.

Auch die Pariser Krankenhäuser forderten Hilfe: Es müssten dringend Patienten in andere Regionen verlegt werden, "um für die Kranken von morgen oder übermorgen Platz zu schaffen", sagte der leitende Arzt Bruno Riou von der öffentlichen Krankenhausgesellschaft Assistance Publique - Hôpitaux de Paris (AP-HP). Der Pariser Großraum ist neben dem Osten Frankreichs das am stärksten betroffene Gebiet.

Aus dem Krisengebiet im Elsass sollten weitere Patienten per Flugzeug in andere Landesteile verlegt werden. Zum Transport von 20 Kranken in den Westen war zuvor erstmals auch ein medizinisch umgerüsteter TGV-Schnellzug zum Einsatz gekommen.

Ende von Merkels Quarantäne offen

13:18 Uhr: Das Ende der häuslichen Quarantäne von Kanzlerin Angela Merkel ist vorerst offen. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte am Freitag, maßgeblich für ein Ende der Quarantäne seien die Empfehlungen der Experten und Ärzte sowie der Wissenschaftler des Robert-Koch-Institutes.

Die Kanzlerin werde in der kommenden Woche das Kabinett leiten - je nach dem, wie die Empfehlungen ausfielen telefonisch oder auch "persönlich, sollte die Quarantäne aufgehoben werden".

Merkel hatte sich am vergangenen Sonntagabend in häusliche Quarantäne begeben. Sie war darüber unterrichtet worden, dass sie zwei Tage zuvor zu einem Arzt Kontakt hatte, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Der Mediziner hatte Merkel vorbeugend gegen Pneumokokken geimpft. Inzwischen fielen zwei Corona-Tests der Kanzlerin negativ aus.

Wie eine Sprecherin mitteilte, stehe Anfang kommender Woche ein weiterer Test bei der Kanzlerin auf das Coronavirus an. Sollte auch dieser Test negativ ausfallen, müssten Wissenschaftler darüber entscheiden, ob Merkel weiter in freiwilliger Quarantäne bleiben solle.

Erstmals Corona-Fall im Kreml

12:53 Uhr: Im Kreml hat sich erstmals ein Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Er könne einen Fall bestätigen, sagte Sprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge.

Der Mitarbeiter hatte demnach keinen Kontakt zu Präsident Wladimir Putin gehabt. Der Kremlchef selbst setze seine Arbeit wie gewohnt fort, werde nun aber besser geschützt. "Es handelt es sich um zusätzliche vorbeugende Maßnahmen, die man auch sonst anwenden sollte", sagte Peskow, ohne Details zu nennen.

In Russland gibt es mit Stand Freitag 1.036 bestätigte Corana-Infektionen und nach Angaben der Johns Hopkins Universität drei Tote.

Boris Johnson hat sich mit Coronavirus infiziert

12:27 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Das teilte er am Freitag per Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Er habe milde Symptome, Husten und Fieber, entwickelt, wie er in einer Videobotschaft sagte. "Ich arbeite von zu Hause, ich bin in Selbstisolation." Dank moderner Technologie könne er weiterhin mit seinem Top-Team kommunizieren, um den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie in seinem Land anzuführen.

Mehrheit der Deutschen lobt Krisenmanagement der GroKo

12:05 Uhr: Die große Mehrheit der Bürger ist einer Umfrage des ZDF-"Politbarometers" zufolge mit dem aktuellen Krisenmanagement der Bundesregierung zufrieden:

  • 89 Prozent der Befragten finden, die Regierung mache in der Corona-Krise gute Arbeit.
  • Lediglich 8 Prozent bewerteten die Arbeit als schlecht.

Auch für die konkreten Maßnahmen, die zur Bekämpfung des Coronavirus beschlossen wurden, gibt es breite Zustimmung:

  • 75 Prozent bezeichneten sie als richtig.
  • 20 Prozent meinten, die Maßnahmen müssten härter ausfallen.
  • Nur 4 Prozent äußerten die Auffassung, das Vorgehen sei übertrieben.
  • Die seit dieser Woche geltenden verschärften Ausgangsbeschränkungen finden sogar 95 Prozent angemessen.

Auf die Frage, was von den Maßnahmen zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu halten sei, gab es viel positive Resonanz:

  • 74 Prozent der Befragten finden die Maßnahmen gerade richtig.
  • 18 Prozent meinten, die Bundesregierung tue hier zu wenig und
  • 2 Prozent sagten, es sei zu viel.

Grundsätzlich sollte für die Bewältigung von Krisen wie der aktuellen vor allem der Bund zuständig sein, finden viele Bürger.

  • Knapp drei Viertel (73 Prozent) sprachen sich in der Umfrage dafür aus.
  • 23 Prozent waren der Ansicht, die Kompetenzen sollten weiterhin vor allem bei den Bundesländern liegen.

Ihre eigene Gesundheit sehen 52 Prozent der Befragten durch das Coronavirus bedroht. 48 Prozent empfinden die aktuelle Lage insgesamt als stark belastend, 52 Prozent hingegen nicht.

Für das "Politbarometer" hatte die Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF von Montag bis Donnerstag 1473 Wahlberechtigte telefonisch befragt. Der Fehlerbereich wurde mit plus/minus zwei bis drei Prozentpunkten angegeben.

Zwei Drittel aller weltweiten Covid-19-Todesfälle in Europa

11:35 Uhr: Etwa jede zweite bestätigte Infektion mit dem Coronavirus sowie zwei Drittel aller damit verbundenen Todesfälle gehen bislang auf Europa zurück.

Wie das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) auf Twitter mitteilte, wurden bis Donnerstagvormittag weltweit 467.710 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen, davon 232.470 in den Ländern der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums sowie in Großbritannien.

Weltweit starben demnach bis zu dem Zeitpunkt 20.947 Menschen an der Covid-19-Erkrankung, darunter 13.692 in Europa.

Deutschland hatte nach Angaben des ECDC hinter Italien (74.386) und Spanien (47.610) die europaweit drittmeisten Infektionen (36.508), im Vergleich zu den anderen Ländern aber deutlich weniger Todesfälle: Während in Italien mehr als 7.500 und in Spanien über 3.400 Menschen an Covid-19 gestorben seien, seien es in Deutschland bis Donnerstag nur 198 gewesen.

Lesen Sie dazu auch: "Warum sterben in Deutschland relativ wenige an COVID-19?"

Experten fürchten Anstieg von psychischen Krankheiten und Suiziden

11:27 Uhr: Experten haben vor einem Anstieg bei psychischen Krankheiten und Suiziden in der Corona-Krise gewarnt. "Die Versorgungsqualität geht gerade in den Keller", sagte der Vorsitzende der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, Ulrich Hegerl, der "Rheinischen Post".

Demnach bezog er sich auf das eingeschränkte Angebot in psychiatrischen Kliniken sowie auf Praxen, die planbare Behandlungen verschieben und Termine reduzieren. "Das könnte Leben kosten", warnte Hegerl weiter.

Depressionen seien jährlich die Ursache für die meisten Suizide. "Durch die krankheitsbedingte Interesse- und Antriebslosigkeit fällt es sehr schwer, den Tag zu strukturieren." Eine mögliche Folge sei, dass die Betroffenen auch tagsüber grübelnd im Bett lägen. Die Depressionshilfe empfahl Betroffenen daher, auch in der sozialen Isolation aktiv zu bleiben und einen Tagesrhythmus zu pflegen.

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde machte auch auf Risiken für bisher gesunde Menschen aufmerksam. "Andauernde Gefühle von Unsicherheit, Angst und Isolation erzeugen Stress und sind ein Risikofaktor für Gesunde", sagte Vorstandsmitglied Iris Hauth der "Rheinischen Post". Mögliche Folgen könnten Schlafstörungen, Angststörungen oder depressive Gefühle sein.

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Suizid-Gedanken betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge unter der Telefonnummer 08 00/ 11 10 - 111 (Deutschland), 142 (Österreich), 143 (Schweiz).

NRW verschiebt Abiturprüfungen um drei Wochen

11:18 Uhr: Wegen der Corona-Krise verschiebt Nordrhein-Westfalen die Termine für die Abiturprüfungen um drei Wochen in den Mai. Die Prüfungen sollen am 12. Mai beginnen und bis zum 25. Mai dauern, wie Landeschulministerin Yvonne Gebauer (FDP) mitteilte. Mit der Verschiebung werde "Planungssicherheit für die angehenden Absolventen" geschaffen und "auch in dieser besonderen Situation für faire Bedingungen" gesorgt.

Gebauer kündigte zugleich an, sie werde "in den nächsten Tagen noch Abstimmungsgespräche zwischen den Ländern anregen, um ein möglichst gleichgerichtetes Vorgehen bei den Abiturprüfungen in Deutschland zu erreichen". Aufgrund der Festlegungen einzelner Bundesländer, ihre Abiturtermine zu einem noch späteren Zeitpunkt zu schreiben, seien "die Möglichkeiten dafür jedoch begrenzt".

Studie: Ohne Gegenmaßnahmen bis zu 40 Millionen Corona-Tote

11:11 Uhr: Ohne Gegenmaßnahmen hätte die Coronavirus-Pandemie dem Imperial College in London zufolge in diesem Jahr bis zu 40 Millionen Menschen weltweit das Leben kosten können. Das geht aus einer Studie hervor, die am Donnerstagabend veröffentlicht wurde.

Die Forscher spielten dabei in einem mathematischen Modell mehrere Szenarien durch. Im schlimmsten Fall hätten sich demnach sieben Milliarden Menschen, also beinahe die gesamte Menschheit, innerhalb dieses Jahres mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert.

Um die Bedeutung dieser Maßnahmen deutlich zu machen, spielen die Forscher drei Szenarien durch:

  • Würden alle Länder harte Maßnahmen zu einem Zeitpunkt ergreifen, bei dem es erst 0,2 Corona-Tote pro 100.000 Einwohnern gibt, könnten 95 Prozent der Todesfälle verhindert und 38,7 Millionen Menschenleben gerettet werden, heißt es in dem Bericht.
  • Würden die Maßnahmen erst bei einer Zahl von 1,6 Toten pro 100.000 Einwohner eingeführt, sinke die Zahl der geretteten Leben jedoch auf 30 Millionen.
  • Mit schwächeren Maßnahmen wie einer Strategie zur Verlangsamung der Pandemie und Abschirmung der älteren Bevölkerung seien 20 Millionen Tote durch die Lungenkrankheit Covid-19 zu erwarten.

Macron kündigt neue Corona-Initiative mit Trump an

10:36 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat angesichts der Coronakrise mit den USA und anderen Ländern eine neue Initiative angekündigt.

Er habe eine sehr gute Diskussion mit US-Präsident Donald Trump gehabt, schrieb Macron in der Nacht zu Freitag auf Twitter. "Angesichts der Krise von Covid-19 bereiten wir in den nächsten Tagen zusammen mit anderen Ländern eine neue wichtige Initiative vor."

Am Donnerstag fanden zwei internationale Gipfeltreffen im Kampf gegen das Virus statt - ein außerordentlicher Gipfel der führenden Wirtschaftsmächte (G20) und ein EU-Gipfel. Frankreich und die USA sind beide Mitglieder der G20. Die Staats- und Regierungschefs der G20 hatten ein gemeinsames Vorgehen in der Krise beschlossen. "Wir bekennen uns nachdrücklich dazu, dieser gemeinsamen Bedrohung geeint entgegenzutreten", hieß es in ihrer Erklärung nach einem Videogipfel.

Corona-Hotspot Ischgl? Verbraucherschützer sammelt Hinweise

10:24 Uhr: Die Kritik am Land Tirol und vor allem dem beliebten Wintersportort Ischgl als mögliche Keimzellen des Coronavirus reißt weiterhin nicht ab. Ein österreichischer Verbraucherschützer hat nach eigenen Angaben inzwischen 400 Zuschriften von Menschen gesammelt, die glauben, sich in Tirol mit Sars-CoV-2 infiziert zu haben.

"Den Schwerpunkt bilden derzeit deutsche Urlauber mit 356 Meldungen. Bislang betreffen rund 90 Prozent der Meldungen Ischgl und das Paznauntal", teilte Peter Kolba vom Verbraucherschutzverein VSV am Freitag mit. Die Zuschriften sammelt er seit Mittwoch.

Kolba hatte Anfang der Woche zunächst Tirols Landeschef Günther Platter, Landesräte, Bürgermeister und Seilbahngesellschaften bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Diese teilte aber mit, dass sie auf der Grundlage von gesammelten Medienberichten keine Ermittlungen einleiten werde. Daher wolle er nun Zeugen und die Schilderungen von Betroffenen anbieten, "die den Verdacht, dass aus kommerziellen Gründen die Schließung der Ski-Gebiete verzögert wurde, verstärken", erklärte Kolba.

Einen Kontakt zum österreichischen Verbraucherschutzverein VSV finden Sie hier.

Experte: Keine Trendwende der Coronakrise in Norditalien absehbar

10:01 Uhr: Trotz leicht sinkender Neu-Infektionen mit dem Coronavirus ist Norditalien nach Einschätzung eines Experten noch nicht über den Berg. Der Höhepunkt stehe noch bevor, sagte der Medizinische Direktor der Gesundheitsbehörde der Provinz Bergamo, Carlo Alberto Tersalvi, am Freitag im Deutschlandfunk.

Es sei zu früh, von einer Trendwende zu sprechen. Es sei ein erstes "gutes Signal", dass sich das Tempo der bestätigten Neuinfektionen verlangsamt habe.

Die Lage in den sechs Krankenhäusern der Provinz Bergamo sei weiter "sehr kritisch", sagte Tersalvi. Die Kliniken seien voll mit Intensivpatienten und "am Limit". Etwas Entlastung verschaffe die hausärztliche Versorgung. Viele weniger schwer Erkrankte würden zu Hause behandelt. "Das hilft", sagte Tersalvi, der die Zusammenarbeit aller Kliniken in der Provinz steuert.

Die italienische Bevölkerung sei sehr alt, und die Lungenkrankheit Covid-19 betreffe vor allem Alte, sagte Tersalvi. Das habe für "sehr große Probleme und sehr viele Todesfälle gesorgt". Die Versorgung der vielen kleinen Dörfer sei ausgesprochen schwierig; vielen älteren Menschen mache das mache Angst.

Die Schutzmaßnahmen in Deutschland hält Tersalvi indes für angemessen. Wenn man - wie in der Provinz Bergamo - jeden Tag 100 bis 120 Tote zähle, dann seien die in Deutschland verhängten Restriktionen "nicht übertrieben".

Fahrstunden trotz Corona-Krise - Polizei stellt Auto sicher

9:48 Uhr: Die Polizei hat das Auto eines Fahrlehrers im niedersächsischen Gifhorn sichergestellt, der trotz der Kontaktbeschränkungen weiter unterrichten wollte. Der 61-Jährige habe trotz Verbots angekündigt, auch künftig Fahrstunden geben zu wollen, teilte die Polizei am Freitag mit.

Die Beamten kontrollierten den Mann am Donnerstag, als er gerade Fahrunterricht gab - obwohl dies nach der Allgemeinverfügung des Landkreises Gifhorn ausdrücklich untersagt sei. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet. In Gifhorn gilt eine Allgemeinverfügung zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2. Darin finden sich auch Beschränkungen für die Ausübung von bestimmten Berufen.

Mülltrennung wegen Corona extra-wichtig

9:24 Uhr: Mehr Zeit zu Hause - mehr Müll zu Hause: Das Bundesumweltministerium hat die Menschen in Deutschland aufgefordert, in der Corona-Krise Abfall zu vermeiden und zu sortieren.

Das gelte aber nicht für Haushalte mit infizierten Personen oder begründeten Verdachtsfällen, teilte das Ministerium von Svenja Schulze (SPD) mit: Dort gehörten auch Bio- und Verpackungsmüll sowie Altpapier in stabile und zugeknotete Tüten in die Restmülltonne.

Altglas, Pfandflaschen, Elektromüll oder Batterien sollten nach Ende der häuslichen Quarantäne normal entsorgt werden. Für alle anderen Haushalte sei Mülltrennung nun "wichtiger denn je". Es kommt auf alle an, "damit die Restabfalltonnen nicht überquellen und Hygieneregeln eingehalten werden", teilte das Umweltministerium mit. "Umso wichtiger sind während der Coronavirus-Pandemie die Abfallvermeidung und die richtige Abfalltrennung."

Lindner erfreut über Debatte um Lockerungen

08:53 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner hat die Debatte über Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen begrüßt. Das sei ein "positives Zeichen" für die Menschen im Land, sagte er am Freitag im Deutschlandfunk. Wann dafür der richtige Zeitpunkt sei, müssten aber die Gesundheitsexperten entscheiden.

Dennoch sollte das staatliche Handeln auf die Frage gerichtet sein, wann es wieder ein normales Leben geben könne. Auf Dauer seien die Beschränkungen "untragbar" auch für die wirtschaftliche Entwicklung im Land.

Auf die Frage, ob die Bundesregierung angesichts erster Insolvenzen ihre Strategie wechseln sollte, erwiderte Lindner: "Auch als Oppositionspolitiker sage ich nein." Dafür seien die Voraussetzungen noch nicht gegeben.

Frau entkommt Kidnappern und muss in Quarantäne

08:42 Uhr: Eine Kanadierin, die in Westafrika von Islamisten entführt worden war, ist nach ihrer glücklichen Flucht wieder in ihrem Heimatland eingetroffen - ganz frei ist sie aber noch nicht: Sie muss wegen der Corona-Pandemie zunächst in eine 14-tägige Quarantäne, wie ihre Familie am Donnerstag mitteilte.

Die Frau aus Sherbrooke in der Provinz Québec und ihr italienischer Freund waren im Dezember 2018 in der Nähe der Stadt Bobo-Dioulasso in Burkina Faso gekidnappt worden. Medienberichten zufolge wurden sie ins Nachbarland Mali verschleppt, wo sie schließlich fliehen konnten.

Sie sei glücklich, wieder in der Heimat zurück zu sein, teilte die Frau mit. "Mein Herz ist nun bei all denen, die in dieser kritischen Zeit der Pandemie leiden."

Keine "italienischen Verhältnisse" befürchtet

08:11 Uhr: Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft geht davon aus, dass Deutschland in der Coronakrise vorerst keine Situation wie in Italien droht.

"Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir es zumindest für die nächsten zwei Wochen schaffen werden, italienische Verhältnisse zu vermeiden", sagte Gerald Gaß dem ZDF-"Morgenmagazin".

Allerdings müssten die Ausgangsbeschränkungen eingehalten werden, betonte er. "Wir müssen Anfang, Mitte nächster Woche sehen, dass sich die Kurve abflacht, damit die Zahl der Patienten nicht ins Unendliche wächst, denn dann ist auch ein so gutes System wie in Deutschland bei allem Engagement der Krankenhäuser überfordert."

Gaß zufolge ist die Zahl der Beatmungsplätze in deutschen Krankenhäusern inzwischen von 20.000 auf rund 30.000 aufgestockt worden. "Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Monaten die bestellten Geräte geliefert werden", sagte er. Dies entspräche weiteren 1.500 Geräten pro Monat.

Für das medizinische Personal sei die aktuelle Lage eine "große Herausforderung", sagte Gaß. Die Mitarbeiter müssten Überstunden machen und hätten teilweise freiwillig ihren Urlaub abgesagt. Zum Teil seien Kollegen aus dem Ruhestand zurückgekehrt, "um jetzt mit anzupacken in dieser wirklich besonderen Situation".

Emotionales Dankeschön von Klopp und Liverpool

07:39 Uhr: Angeführt von Trainer Jürgen Klopp haben die Profis und Mitarbeiter des FC Liverpool den großen Einsatz aller Helfer im Gesundheitswesen in der Corona-Krise gewürdigt.

"Wir wollen all diesen fantastischen Menschen danke sagen. Es ist unglaublich, was ihr tut", sagte Klopp zu Beginn einer vierminütigen Video-Botschaft des Champions-League-Siegers. Auch auf Deutsch fügte der 52 Jahre alte Fußballlehrer "vielen Dank" an. Danach sprachen die Stars des englischen Tabellenführers kurze Grüße in ihren Muttersprachen in die Kamera.

"Ihr seid Helden", lobte Abwehrriese Virgil van Dijk Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger und alle anderen, die Erkrankten während der Coronavirus-Pandemie Hilfe leisten.

Auch die früheren Bundesliga-Profis Roberto Firmino, Joel Matip, Xherdan Shaqiri und Naby Keita sowie die Top-Torjäger Mohamed Salah und Sadio Mané nahmen kurze Videogrüße auf. Zudem sind eine Reihe weiterer Clubangestellter zu sehen.

Hunde sollen Coronavirus bald erschnüffeln können

07:18 Uhr: In Großbritannien sollen Hunde dafür trainiert werden, mit ihrem extrem ausgeprägten Geruchssinn möglicherweise Infektionen mit dem Coronavirus zu erschnüffeln. Die Wohlfahrtsorganisation Medical Detection Dogs ging für dieses Projekt eine Partnerschaft mit Wissenschaftlern ein, wie sie am Freitag mitteilte.

Den Plänen zufolge sollen die feinen Nasen der Vierbeiner innerhalb von sechs Wochen derart für den von COVID-19 ausgehenden Geruch sensibilisiert werden, dass sie zur Diagnose eingesetzt werden können.

"Grundsätzlich sind wir uns sicher, dass Hunde COVID-19 entdecken könnten", erklärte die Vorsitzende von Medical Detection Dogs, Claire Guest. Derzeit würden noch Methoden geprüft, wie der von Corona-Patienten ausgehende Geruch eingefangen werden könne, um ihn den Hundenasen zu präsentieren.

Bundesrat will Corona-Maßnahmenpaket beschließen

07:09 Uhr: Der Bundestag hat im Eilverfahren zugestimmt, dass ein Hilfspaket von historischem Ausmaß bedürftige Bürgern in der Coronakrise finanziell unterstützen soll. Heute wird der Bundesrat das Paket endgültig auf den Weg bringen.

Doch wer profitiert überhaupt konkret oder darf sich Hoffnungen auf Unterstützung machen? Wie ist zum Beispiel die Situation von Mietern, Eltern und Arbeitnehmern? Einen Überblick mit allen Antworten finden Sie hier.

Vereinzelt Angriffe auf Deutsche im Ausland

06:46 Uhr: Wegen der Corona-Krise ist es in einigen Ländern vereinzelt zu Diskriminierungen oder sogar Gewalt gegen Deutsche gekommen.

"Es gab einige Anfeindungen in manchen Ländern, in denen kursierte, dass das Virus von Europäern eingeschleppt worden sei. Es gab auch tätliche Angriffe", sagte der Krisenbeauftragte des Auswärtigen Amts, Frank Hartmann, der Deutschen Presse-Agentur. "Das sind aber Einzelfälle. Die große Sorge, dass ein anti-europäischer Rassismus in der Krise entstehen könnte, die sehe ich nicht."

Wo die Fälle aufgetreten sind, sagte Hartmann nicht. Aus Indien berichteten einzelne Reisende, dass sie mit "Corona, Corona"-Rufen beschimpft worden seien. Andere erzählten, sie seien wegen ihrer Staatsbürgerschaft von Hotels abgewiesen worden. Indien zählte zu den ersten Ländern, das fast allen Ausländern die Einreise wegen der Corona-Krise verbot.

Südkorea meldet leichten Rückgang von Infektionen

05:05 Uhr: Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist wieder leicht zurückgegangen. Wie die Gesundheitsbehörden am Freitag mitteilten, kamen am Donnerstag 91 Fälle hinzu.

Damit liegt die Zahl der täglich erfassten Fälle seit einigen Tagen um die Schwelle von 100. Bisher wurden in dem Land 9.332 Menschen positiv auf den SARS-CoV-2-Erreger getestet. Es wurden 139 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus gebracht.

Zwar stellte sich in Südkorea seit dem Höhepunkt Ende Februar mit über 900 Infektionsfällen innerhalb eines Tages ein deutlicher Abwärtstrend ein. Doch warnen die Behörden, dass sich die Zahl wegen einer Zunahme der "importierten" Fälle und durch lokale Häufungen wieder schnell erhöhen könne.

Am Donnerstag wurden nach 30 Fällen am Vortag bei weiteren 13 Personen das Virus festgestellt, die aus dem Ausland eingetroffen waren.

Infektionsketten per Handy-App zurückverfolgen

04:21 Uhr: Im Kampf gegen die rasche Verbreitung der Lungenkrankheit COVID-19 wollen Politiker der Union möglichst bald eine App einsetzen, die Bürger freiwillig auf ihrem Handy installieren.

Sie soll wie eine Art digitales Tagebuch funktionieren und - falls sich sein Besitzer mit dem Coronavirus infiziert - automatisch anonymisierte Hinweise an alle Menschen versenden, die in den zurückliegenden zwei Wochen mit ihm Kontakt hatten.

"Jeder Einzelne könnte helfen, indem er die App herunterlädt", sagte der CSU-Politiker Michael Kuffer. Eine entsprechende Kampagne ließe sich schnell in die Tat umsetzen. Das bedeute aber nicht, dass die ursprünglichen Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) damit begraben wären.

Der Obmann der Union im Innenausschuss des Bundestages, Armin Schuster (CDU), sagte: "Jens Spahn hatte eine richtige Idee, aber es war ebenso richtig, dass er sein Konzept für eine Nachverfolgung von Infektionsketten per Handy-Ortung angesichts des politischen Widerstands einiger Parteien dann aus dem Entwurf herausgenommen hat".

Andernfalls wäre die Verabschiedung des Corona-Nothilfe-Pakets am Mittwoch gefährdet gewesen. Es werde jedoch weiter daran gearbeitet, eine mehrheitsfähige Lösung zu finden.

Alle Meldungen vom Donnerstag, 26. März

Merkel gegen Debatte über Lockerungen

23:02 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht noch keinen Grund, über eine Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu sprechen. "Es kann noch nicht der Zeitpunkt sein", sagte sie am Donnerstag in Berlin. Im Moment dauere es immer noch nur vier bis fünf Tage, bis sich die Infektionen verdoppeln. Diese Zeitspanne müsse sehr viel weiter gestreckt werden. Deswegen müsse sie die Menschen in Deutschland um Geduld bitten.

Inzwischen sind in Deutschland mehr als 43.000 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Mehr als 260 Infizierte sind bundesweit gestorben. Bund und Länder haben beispiellose Maßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, darunter einen Neun-Punkte-Plan, der zwischenmenschliche Kontakte minimieren soll. Dieser Beschluss war erst am vergangenen Sonntag vereinbart worden. Zuletzt hatte bereits die Debatte darüber begonnen, wann die Maßnahmen wieder gelockert werden können.

16-jährige Französin stirbt an Covid-19

20:50 Uhr: Die Zahl der Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus ist in Frankreich weiter stark gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden habe es 365 neue Fälle gegeben, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Donnerstag in Paris. Damit liege die Zahl nun bei 1696. Erstmals sei in Frankreich auch eine Jugendliche unter den Todesopfern - die 16-jährige Covid-19-Patientin sei in der Region Paris gestorben, so Salomon.

Den Angaben zufolge befinden sich derzeit 3375 Patientinnen und Patienten mit schweren Krankheitsverläufen auf Intensivstationen. Die Zahl der bestätigten Infektionen ist um rund 4000 Fälle auf 29.155 gestiegen.

Erstmals über 100 Tote an einem Tag in Großbritannien

20:10 Uhr: Großbritannien hat erstmals mehr als 100 Todesfälle in einem Zeitraum von 24 Stunden durch das neuartige Coronavirus verzeichnet. Wie das Gesundheitsministerium in London am Donnerstagabend mitteilte, starben seit dem Vortag 115 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl der Toten im Vereinigten Königreich stieg damit auf 578 an. Rund 11.700 Menschen waren nachweislich mit dem Virus infiziert. Die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte allerdings sehr viel höher sein. Großbritannien hat bislang im Vergleich zu Deutschland nur wenige Tests durchgeführt und lange mit der Einführung drastischer Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gezögert.

Deutschland nimmt Patienten aus Italien auf

19:57 Uhr: Deutschland will weitere schwer erkrankte Corona-Patienten aus Italien aufnehmen. Das Auswärtige Amt berichtete am Donnerstagabend auf Twitter von Zusagen aus verschiedenen Bundesländern zur Behandlung von 47 Intensivpatienten. Außenminister Heiko Maas (SPD) schrieb dazu unter italienischer Flagge: "Wir stehen an der Seite unserer Freundinnen & Freunde." Beteiligt sind unter anderem Kliniken in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen, Hessen und Berlin.

In anderen Bundesländern werden Intensivpatienten aus Frankreich und Italien bereits behandelt. Beide Länder sind von der Pandemie besonders betroffen. Thüringen kündigte an, ein Team der Universitätsklinik Jena zur Versorgung von Covid-19-Patienten nach Italien zu schicken. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Solidarität ist das Gebot der Stunde."

Ärztepräsident rät zu einfachen Schutzmasken

19:07 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat in der Corona-Krise zum Tragen von Schutzmasken einfacher Art aufgerufen. "Mein Rat: besorgen Sie sich einfache Schutzmasken oder basteln Sie sich selbst welche und tragen Sie diese im öffentlichen Raum", sagte der 59-Jährige der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Masken würden keinen Schutz vor einer Ansteckung garantieren. "Aber sie können ein wenig helfen, das Risiko zu verringern, andere anzustecken oder selbst angesteckt zu werden."

Einfache Masken aus Stoff oder anderen Materialien seien zwar nur ein Hilfskonstrukt. "Aber sie sind besser als nichts, weil sie die Atemluft filtern", sagte der Allgemeinmediziner, der von dem Kauf professioneller Schutzmasken dringend abriet: "Wenn Sie nicht im Gesundheitswesen tätig sind oder entsprechende Vorerkrankungen haben, dann brauchen Sie keine FFP2- oder FFP3-Masken." Diese würden von Erkrankten, vor allem aber von Ärzten und Pflegern dringender benötigt.

Keine Quarantäne für Einreisende

18:54 Uhr: Das Corona-Krisenkabinett der Bundesregierung hat sich nicht auf eine bundeseinheitliche Verpflichtung zur häuslichen Quarantäne nach Einreise aus einem Nicht-EU-Staat verständigt. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr, stieß ein entsprechender Vorschlag aus dem Innenministerium auf wenig Resonanz und wurde deshalb am Donnerstag nicht auf die Tagesordnung gesetzt.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus war überlegt worden, aus Nicht-EU-Staaten ankommende Reisende für zwei Wochen in häusliche Quarantäne zu schicken. Da für die meisten Nicht-EU-Bürger derzeit ein Einreiseverbot gilt und auch EU-Bürger nur weiterreisen dürfen in ihr Heimatland, hätte dies im Wesentlichen Deutsche und Ausländer mit Aufenthaltserlaubnis und Wohnort in Deutschland betroffen. Einzelne Kommunen haben zudem Verfügungen erlassen, die Rückkehrer aus Risikogebieten zur Quarantäne verpflichten.

Das Bundesgesundheitsministerium, das Auswärtige Amt und das Bundeskanzleramt halten dies jedoch nach dpa-Informationen zum jetzigen Zeitpunkt für unverhältnismäßig. Es wurde dem Vernehmen nach außerdem auf die hohe Arbeitsbelastung für die Gesundheitsämter hingewiesen. Außerdem hieß es den Angaben zufolge, Deutschland sei ohnehin Covid-19-Risikogebiet.

Wieder Anstieg bei Infektionen in Italien

18:32 Uhr: Nach einem leichten Rückgang bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Italien sind die Zahlen wieder angestiegen. Insgesamt hatten sich bis Donnerstag nachweislich 80.539 Menschen infiziert, das sind 6153 mehr als am Vortag, wie der Zivilschutz mitteilte. Die Zahl der Toten stieg weiter stark: Bis Donnerstag waren es 8165 - das sind 662 mehr als am Vortag. Allerdings waren dabei etwa 50 Tote aus dem Piemont nicht mit eingerechnet. In den letzten Tagen waren die Neuinfektionen etwas niedriger gewesen, so dass die Hoffnung gewachsen war, dass die strikten Ausgangsbeschränkungen Wirkung zeigten.

Die Stadt Bergamo, die in Italien am schwersten von der Corona-Pandemie betroffen ist, hat fast sieben Mal mehr Tote als normalerweise in einer Woche verzeichnet: Letzte Woche seien dort 313 Menschen gestorben, teilte die Kommune am Donnerstag mit. In den letzten zehn Jahren seien durchschnittlich 45 Tote pro Woche gezählt worden.

Corona-Pandemie in Italien: Über Hundertjähriger verlässt Krankenhaus

17:35 Uhr: In Italien ist ein 101-Jähriger nach Angaben der Stadt Rimini nach einer Corona-Infektion geheilt aus dem Krankenhaus entlassen worden. Herr P., wie die Vize-Bürgermeisterin den Mann nannte, sei 1919 geboren worden, als die Spanische Grippe in Europa wütete. Er habe harte Zeiten durchlebt mit Krieg, Schmerz und Hunger, aber auch Fortschritt und Wiederaufbau gesehen, schrieb Gloria Lisi. "Wir kennen ihn persönlich, aber wir wollen seinen Namen nicht öffentlich bekannt geben", bestätigte eine Sprecherin der Vize-Bürgermeisterin auf Anfrage der dpa am Donnerstag.

Der Mann sei am Mittwoch aus dem Hospital Infermi in der Adria-Stadt Rimini in der Emilia-Romagna entlassen worden und zu seiner Familie gekommen, schrieb Lisi. Gerade weil es viele Berichte gebe, dass die Covid-19-Krankheit die älteren Menschen in großer Zahl töte, hätten die Ärzte mit dieser Heilung ein Zeichen der Hoffnung gesetzt: "Um uns zu lehren, dass es auch mit 101 Jahren noch eine Zukunft gibt."

Portugal verzeichnet starken Anstieg der Corona-Todesopfer

17:30 Uhr: Die Coronavirus-Krise spitzt sich auch in Portugal zu. Die Zahl der Todesopfer kletterte am Donnerstag um 17 auf insgesamt 60, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten. Das ist ein Anstieg von fast 40 Prozent in nur 24 Stunden. Die Zahl der Bürger, die sich mit dem Virus Sars-CoV-2 infizierten haben, stieg unterdessen um 18 Prozent auf mehr als 3.500.

Von den Infizierten lagen am Donnerstag den amtlichen Angaben zufolge insgesamt 252 Covid-19-Kranke in Krankenhäusern - davon 61 auf Intensivstationen. Gesundheits-Staatssekretär António Sales macht sich Sorgen um die Kapazitäten der Krankenhäuser. "Es ist immens wichtig, dass nicht alle Infizierten gleichzeitig krank werden", sagte er vor Journalisten in Lissabon. Die Behörden betonten aber, die Lage sei immer noch unter Kontrolle.

Zur Eindämmung der Krise hatte das Land am Mittwoch voriger Woche erstmals in Demokratie-Zeiten den Ausnahmezustand verhängt. Die sozialistische Regierung von Ministerpräsident António Costa darf seitdem die Rechte etwa der Bürger, der Medien und der Unternehmen deutlich einschränken. Eine strikte, zweiwöchige Einschränkung der Bewegungsfreiheit ist in Portugal noch bis zum 2. April in Kraft.

Astronauten geben Tipps für die Isolation

17:06 Uhr: Insgesamt 363 Tage verbrachte Astronaut Alexander Gerst im All. Seine Erfahrung an Board der Internationalen Raumstation ISS, wo er auf engstem Raum und weit entfernt von Freunden und Verwandten lebte, will er nun nutzen, um Menschen Ratschläge zu geben, wie sie gut durch die Corona-Isolation kommen.

Am Donnerstagnachmittag nimmt der auch als "Astro-Alex" bekannte Astronaut mit Kollegen aus der Raumfahrt an einer digitalen Talkshow der "European Space Agency" (ESA) teil. Moderiert wird die Sendung von dem Wissenschaftsjournalist Rangar Yogeshwar. Ziel der Sendung ist es, den Zuschauern praktische Tipps zu geben, wie sie Selbstisolation und Quarantäne durchstehen, ohne einen Lagerkoller zu bekommen. Dazu wollen Gerst und seine Kollegen beispielsweise darüber sprechen, wie man am besten mit Konflikten umgeht.
Die Talkshow ist Teil des Programms "#SpaceConnectsUS" der ESA. Unter dem Motto will die ESA, zusammen mit der Organisation "Asteroid Day", Menschen in Isolation dazu ermutigen "sich an der Wissenschaft und unserem Heimatplaneten zu erfreuen."

Hier geht es zum Livestream der ESA.

Bundesbildungsministerin dankt Lehrern in schwieriger Lage

16:41 Uhr: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat sich bei Lehrerinnen und Lehrern in Deutschland für den Einsatz in der Coronakrise bedankt. "Sowohl als Ministerin als auch als Mutter ist es für mich wichtig, dass wir alles dafür tun, dass die gewohnt hohe Unterrichtsqualität, die wir in ganz Deutschland haben, zu jeder Zeit für jeden Schüler und jede Schülerin angeboten werden kann - auch und gerade in einer kritischen Zeit, wie wir sie gerade durchleben", sagte Karliczek (CDU) am Donnerstag in Berlin.

Sie danke den Lehrkräften dafür, dass sie sich unter erschwerten Umständen bemühten, alles so normal wie möglich zu halten, damit das Lernen in Deutschland weiter stattfinden könne. An vielen Schulen zeigten diese ein großes Engagement, die Ausfälle durch digitales Lehren und Lernen abzufedern.

G20-Staaten wollen Coronakrise gemeinsam bewältigen

16:26 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der führenden Wirtschaftsmächte haben sich bei einem G20-Videogipfel darauf verständigt, bei der Bekämpfung der Coronakrise an einem Strang zu ziehen. "Wir bekennen uns nachdrücklich dazu, dieser gemeinsamen Bedrohung geeint entgegenzutreten", heißt es in der Abschlusserklärung, die am Donnerstag von der Bundesregierung in Berlin verbreitet wurde.

Man werde "weder einzeln noch gemeinsam Mühen scheuen", um Leben zu schützen und Arbeitsplätze und Einkünfte zu sichern. Zudem wolle man sich gemeinsam darum bemühen, finanzielle Stabilität zu bewahren, Wachstum neu zu beleben und Störungen im Handel und in globalen Versorgungsketten so gering wie möglich zu halten, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Die G20 will auch hilfebedürftigen Ländern Unterstützung zukommen lassen.

Zu dem Videogipfel hatte der saudische König Salman eingeladen, dessen Land dieses Jahr der G20 vorsitzt. Die Staatengruppe vereint zwei Drittel der Weltbevölkerung, 85 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und 75 Prozent des Welthandels. Ihr gehören unter anderen die USA, China und Russland an. Für Deutschland nahm Bundeskanzlerin Angela Merkel an der Videoschalte teil.

Pharmabranche fordert mehr Rückendeckung in Coronakrise

15:57 Uhr: Die deutsche Pharmaindustrie hat mehr Rückendeckung von der Politik gefordert, um in der Coronakrise die Produktion und den Standort zu sichern. Als Reaktion auf die Pandemie solle die Branche als systemrelevant eingestuft werden, erklärte der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) am Donnerstag in Berlin. Das würde den Beschäftigten volle Bewegungsfreiheit geben.

Zudem müssten die Pharma-Unternehmen in die Beschaffung von Schutzkleidung einbezogen werden, hieß es in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Fehlten nötige Schutzkleidung und Desinfektionsmittel, drohten Produktionseinschränkungen. Ferner seien mehr Corona-Tests nötig, um wichtiges Personal in Produktion und Qualitätskontrolle nach Verdachtsfällen "freizuprüfen" oder bei milden Symptomen Infektionen auszuschließen. Mitarbeiter in versorgungskritischen Bereichen etwa in Praxen und Kliniken müssten vorrangig getestet werden.

Gerade in der Krise gelte es, die Pharma-Branche zu stärken. "Wir sind bei der Versorgung der Menschen in unserem Land zu stark von außereuropäischen Standorten abhängig", sagte der BPI-Vorstandsvorsitzende Martin Zentgraf mit Blick auf die Debatte um Arznei-Engpässe.

Da Wirkstoffe etwa für Antibiotika stark in Indien und China produziert werden, stockt es bei Produktionsunterbrechungen oder Arznei-Verunreinigungen schnell in der Lieferkette. Engpässe bei Arzneien gibt es schon länger. Im Zuge der Coronakrise mehrten sich zuletzt aber Rufe, die Pharmaproduktion in Europa auszubauen.

Coronakrise: König Felipe besucht riesiges Feldkrankenhaus in Madrid

15:34 Uhr: Der spanische König Felipe VI. hat am Donnerstag das in der Coronakrise zu einer riesigen Klinik umfunktionierte Messezentrum Ifema in Madrid besucht. Mit Schutzmaske und Handschuhen bekleidet wollte sich der Monarch selbst ein Bild von der Lage in dem am Wochenende in Rekordzeit eröffneten Feldkrankenhaus machen.

Zunächst waren in mehreren Hallen fast 1.400 Betten eingerichtet worden, insgesamt könnte die Ifema Platz für bis zu 5.000 Patienten bieten - mehr als jede andere Klinik in Spanien. Auch Intensivpatienten sollen dort betreut werden.

"Dies ist ein Ort der Hoffnung für die Moral ganz Spaniens und unseren gemeinsamen Willen, das Virus zu besiegen", sagte Felipe. Die Ifema-Klinik sei "ein wahres Symbol dafür, wozu wir in der Lage sind, wenn wir gemeinsam für ein gemeinsames Ziel arbeiten."

Felipe wurde von mehreren Ministern und dem Bürgermeister von Madrid, José Luis Martínez-Almeida, begleitet und ließ sich von Verantwortlichen und Mitarbeitern über Details der neuen Klinik und die weiteren Pläne informieren.

Covid-19-Patienten besuchte der 52-Jährige aus Sicherheitsgründen nicht. Der rund einstündige Besuch war streng geheimgehalten worden, selbst Medien wurden nicht über die königliche Visite unterrichtet.

Spanien ist eines der am heftigsten von der Krise betroffenen Länder. Bis Donnerstag stieg die Zahl der Fälle auf 56.000, rund 4.000 Menschen starben landesweit an Covid-19. Madrid ist der Hotspot, die Hälfte aller Todesfälle wurde bislang in der Hauptstadt verzeichnet. Viele Krankenhäuser sind völlig überfüllt.

Drogeriemarktkette: Mangel an Toilettenpapier bald beendet

15:14 Uhr: Der Chef der Drogeriemarktkette dm, Christoph Werner, macht Hoffnung auf ein baldiges Ende des Toilettenpapiermangels in den Regalen. Er sei sicher, dass das Phänomen nur kurzzeitig auftrete, sagte er dem "Handelsblatt" (Donnerstag). In Gaststätten und Hotels werde derzeit nichts verbraucht. "Die Produktion muss also nur umgeleitet werden, der Nachschub ist gesichert."

Warten heißt es derzeit auch für dm-Online-Kunden. "Wegen der enormen Nachfrage ist die Lieferzeit kurzzeitig von zwei bis drei Werktagen auf neun bis zwölf Werktage hochgeschnellt", sagte Werner. "Das bekommen wir in den Griff, wir sind bald wieder bei zwei Tagen." Einen Testlauf zur Abholung bestellter Waren in der Filiale habe man ausgesetzt, "weil die Mengen in den Märkten explodierten". dm arbeite aber daran, diese Möglichkeit des Einkaufens bundesweit anzubieten.

Mit Blick auf Hamsterkäufe und leere Regale beklagte Werner zum Teil massive Anfeindungen gegen Mitarbeiter in den etwa 2.000 dm-Filialen. "Auch ich habe bitterböse Briefe erhalten: Zum Beispiel, wie sich unsere Mitarbeiter erdreisten könnten zu reglementieren, wie viel Toilettenpapier man kaufen dürfe."

Drosten: Grippemittel könnte auch gegen das Coronavirus helfen

14:53 Uhr: Bei der Forschung mit Blick auf die Behandlung von Covid-19-Erkrankten gehe es momentan um den Einsatz existierender Medikamente, sagte der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten. Seiner Einschätzung nach gibt es mindestens zwei Substanzen die "vielversprechender" seien.

Konkret nannte er das Grippe-Medikament Favipiravir, das in einigen asiatischen Ländern zugelassen sei. Man sehe bei dieser Substanz eine "Anfangsevidenz für eine Wirkung." Aaber diese sei klein. Man brauche mehr Studien, um dazu etwas zu sagen.

Drosten: Viele Tests bewahren uns vor vielen Toten in Deutschland

14:39 Uhr: In Deutschland werden nach Schätzung des Chefvirologen der Berliner Charité, Christian Drosten, inzwischen pro Woche rund 500.000 Tests auf eine Coronavirus-Infektion durchgeführt.

"Der Grund, warum wir in Deutschland im Moment so wenige Todesfälle haben, gegenüber der Zahl der Infizierten, ist hinreichend damit zu erklären, dass wir extrem viel Labordiagnostik in Deutschland machen", sagte Drosten am Donnerstag in Berlin.

Letzte Schätzungen ließen vermuten, dass wöchentlich rund eine halbe Million sogenannter PCR-Tests durchgeführt würden. Dabei werden Abstriche aus Nase oder Rachen genommen und im Labor auf Viren-Erbgut untersucht.

Wien spendiert seinen Senioren Taxi-Gutscheine

14:12 Uhr: Die Stadt Wien spendiert angesichts des Infektionsrisikos mit dem Coronavirus allen Senioren und Seniorinnen über 65 Jahre einen Taxi-Gutschein in Höhe von 50 Euro. Die Mittel für die Aktion sind am Donnerstag vom Gemeinderat freigegeben worden.

Von der Maßnahme können rund 300.000 ältere Menschen profitieren. Mit den Taxi-Gutscheinen könne die ältere Generation zu den notwendigen Terminen mit dem Taxi fahren und so das Infektionsrisiko durch mögliche Kontakte in Bussen und Bahnen minimieren, sagte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).

Staubsauger-Hersteller spendet Beatmungsgeräte

14:04 Uhr: Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie hat die britische Regierung 10.000 Atemwegsgeräte bei dem Hausgeräte-Spezialisten Dyson bestellt. Premierminister Boris Johnson habe seine Firma entsprechend um Hilfe gebeten, schrieb Sir James Dyson in einer E-Mail an seine Mitarbeiter.

Der Unternehmer versprach außerdem, weltweit 5.000 der neuen Geräte zusätzlich zur Rettung von Covid-19-Lungenkranken zu spenden. Die Firma ist vor allem für beutellose Staubsauger bekannt.

Spahn: Bei Coronakrise "noch Ruhe vor dem Sturm"

13:31 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet mit weiter steigenden Belastungen für Krankenhäuser und Praxen in der Coronakrise. "Noch ist das die Ruhe vor dem Sturm", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag bei einer Pressekonferenz zusammen mit mehreren Experten. "Keiner kann genau sagen, was in den nächsten Wochen kommt."

Spahn sprach davon, dass sich die Ärzte und Pfleger in den Krankenhäusern derzeit auf die größte Herausforderung der letzten Jahrzehnte vorbereiten würden.

Daher sei es weiterhin nötig, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und gleichzeitig die Kapazitäten in den Kliniken auch mit Intensivbetten zu erhöhen.

Wie Prof. Dr. Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, erklärte, gebe es derzeit auch noch keine "Schlüsselindikatoren", anhand derer man bestimmen könne, wann Ausgangsbeschränkungen und andere Corona-Maßnahmen gelockert werden können.

Auch Mitarbeiter von Lidl und Kaufland erhalten Bonuszahlung

11:45 Uhr: Auch die 140.000 Mitarbeiter von Lidl und Kaufland erhalten einen Bonus für ihren anstrengenden Einsatz in der Corona-Krise. Jeder Mitarbeiter in der Filiale, in der Logistik und in den Produktionsbetrieben erhalte im April eine Sonderzahlung von bis zu 250 Euro, teilte am Donnerstag die Schwarz-Gruppe mit, zu der die beiden Ladenketten gehören.

Insgesamt lässt sich der Handelsriese die Prämien rund 35 Millionen Euro kosten. Zuvor hatte bereits Rewe eine Prämie für seine Mitarbeiter und die Beschäftigten der konzerneigenen Discountkette Penny angekündigt.

Die Mitarbeiter in Vertrieb, Logistik und Produktion hätten in den vergangenen Wochen Außergewöhnliches geleistet, damit die Menschen in Deutschland jeden Tag mit frischen Lebensmitteln versorgt werden, erklärten Lidl Deutschland-Chef Matthias Oppitz und sein Kaufland-Pendant, Ralf Imhof.

Der Bonus für die Lidl- und Kaufland-Beschäftigten werde als Warengutschein ausgezahlt, damit die Prämie möglichst als Netto-Zahlung bei den Beschäftigten ankomme.

Flughafen Paris-Orly schließt in kommender Woche wegen Coronavirus

11:19 Uhr: Der Flughafen Paris-Orly wird wegen des Coronavirus ab dem 1. April geschlossen. Ab dem 31. März 2020 um 23.30 Uhr und bis auf Weiteres würden alle Flüge, die in Paris-Orly durchgeführt werden, auf den Pariser Flughafen Charles de Gaulle verlegt, teilte der Flughafenbetreiber am Donnerstag auf seiner Webseite mit. Bis dahin werden alle Flüge am Terminal 3 abgewickelt, Terminal 1,2 und 4 sind bereits geschlossen. Reisende sind dazu aufgerufen, sich über den aktuellen Status ihres Fluges zu informieren.

Medien: Geistlicher in päpstlichem Gästehaus positiv auf Coronavirus getestet

11:00 Uhr: Ein italienischer Geistlicher, der im selben Gebäude wie Papst Franziskus lebt, ist Medienberichten zufolge positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Mann, der seit Jahren im Gästehaus Santa Marta wohne, sei ins Krankenhaus eingeliefert worden, berichteten mehrere italienische Zeitungen am Donnerstag. In Italien sind laut der der Zeitung "Avvenire" bereits 67 Priester am Coronavirus gestorben.

Die Zeitungen "La Stampa" und "Il Messaggero" berichteten, das Gästehaus werde nun desinfiziert. Als Vorsichtsmaßnahme habe der Pontifex eine Zeit lang alleine in seinem Zimmer gegessen, schrieb "La Stampa".

US-Infektiologe: Coronavirus könnte saisonal wiederkehren

10:52 Uhr: Der renommierte US-Experte Anthony Fauci hat davor gewarnt, dass das neuartige Coronavirus in Zukunft immer wieder saisonal auftreten könnte.

Deshalb müssten dringend ein Impfstoff und wirksame Behandlungsmöglichkeiten entwickelt werden, sagte der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) Fauci am Mittwoch in Washington.

Das Virus beginne sich nun auch in der südlichen Erdhalbkugel, wo der Winter anbricht, auszubreiten, sagte Fauci. Sollte es in den südlichen Ländern tatsächlich zu einem "erheblichen Ausbruch" kommen, müssten die Länder der Nordhalbkugel "darauf vorbereitet sein, dass wir einen zweiten Zyklus haben werden".

Derzeit werden bereits zwei Impfstoffe in den USA und China an Freiwilligen getestet. Bis sie auf den Markt kommen, könnten ein bis anderthalb Jahre vergehen.

Auch an Möglichkeiten zur Behandlung der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19 wird geforscht. Unter anderem ist dafür das Malariamittel Chloroquin im Gespräch.

Chinesische Wissenschaftler kommen in einem bislang noch nicht begutachteten Fachbeitrag zu dem Schluss, dass sich das Virus bei Kälte besser ausbreitet als in heißem und feuchtem Klima.

Es wird angenommen, dass Speicheltröpfchen, durch die das Virus weitergegeben wird, bei kaltem Wetter länger in der Luft bleiben und das immunsystem durch Kälte geschwächt wird.

Zudem kann das Virus möglicherweise auf heißen Oberflächen nicht so lange überleben, da die es umgebende Fettschicht schneller austrocknet. Allerdings ist ein warmes Klima kein Garant dafür, dass das Virus gar nicht mehr auftritt. So wurden etwa in Australien fast 2.500 Infektions- und acht Todesfälle registriert.

Mehr als 37.900 Corona-Nachweise in Deutschland - 215 Tote

10:40 Uhr: In Deutschland sind bislang mehr als 37.900 Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 10.400 Fällen sowie Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils mehr als 7.200 Fällen. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit 78,8 die meisten Infektionen.

Mindestens 215 mit SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten.

Katastrophenmediziner schildern dramatische Lage im Elsass

10:31 Uhr: Katastrophenmediziner haben sich im Auftrag des baden-württembergischen Innenministeriums ein Bild von der Lage in Straßburg gemacht - und berichten über dramatische Zustände an der Grenze zu Deutschland. Demnach arbeiten infizierte Mediziner an der Universitätsklinik Straßburg weiter mit Corona-Patienten, und über 80-Jährige werden nicht mehr beatmet. Stattdessen erfolge "Sterbebegleitung mit Opiaten und Schlafmitteln", schreiben die Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin in Tübingen in dem Bericht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Unter der Annahme, dass sich die Entwicklung, wie sie im Elsass bestehe, bald in Deutschland einstellen werde, sei eine optimale Vorbereitung von "allerhöchster Dringlichkeit". Mehrere Medien haben darüber berichtet.

Steinmeier stimmt Bürger auf weitere schwierige Wochen ein

10:00 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stimmt die Bürger wegen der Coronakrise auf weitere schwierige Wochen ein. Abstand halten sei "das Gebot der Stunde" - diese Stunde dauere allerdings keine 60 Minuten, sondern "womöglich Wochen", sagte Steinmeier in einer am Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft.

Nur durch Verzicht könne aktuell verhindert werden, "dass wir dauerhaft verlieren, was wir lieben", mahnte Steinmeier.

Solidarität sei derzeit "existenziell wichtig", betonte der Bundespräsident. Viele Menschen handelten danach und gingen etwa für ältere Nachbarn einkaufen oder hängten Lebensmitteltüten für Obdachlose an "Gabenzäune". "Sie alle, Sie sind die Heldinnen und Helden in der Coronakrise", lobte Steinmeier. Mit einigen habe er in den vergangenen Tagen telefoniert.

Nach Angaben des Bundespräsidialamts führt Steinmeier derzeit "zahlreiche" Telefonate mit Bürgern, "die in der Coronakrise besonders gefordert sind". Dazu zählten etwa Pfleger, Ärztinnen, Sozialarbeiter, Lehrerinnen und Supermarktmitarbeiterinnen. "In den Gesprächen informiert sich der Bundespräsident über die aktuellen Erfahrungen in ihrem Alltag, über ihre jeweiligen Herausforderungen und Probleme." Außerdem danke er den Menschen für ihr Engagement.

In seiner Videobotschaft betonte Steinmeier außerdem, wie wichtig internationale Solidarität und Zusammenarbeit seien. "Das Virus hat keine Staatsangehörigkeit, und das Leid macht nicht vor Grenzen halt. Aber ebenso wenig sollten wir es tun."

Steinmeier verwies unter anderem auf grenzüberschreitende Forschungskooperationen zur Suche nach Impfstoffen und Therapieansätzen gegen das Coronavirus. "Bündeln wir weltweit alles Wissen und alle Erfahrung, alle Kreativität und Energie! Das ist mein Appell", sagte er. "Darein setze ich meine Hoffnung."

Bereits vor zehn Tagen hatte sich das Staatsoberhaupt in dieser Form zur Coronakrise geäußert. Laut Bundespräsidialamt sind regelmäßige Stellungnahmen Steinmeiers per Videobotschaft geplant.

Apple spendet zehn Millionen Atemschutzmasken an US-Mediziner

09:40 Uhr: Apple hat zehn Millionen Atemschutzmasken beschafft und spendet sie an amerikanische Mediziner. Weitere Millionen Masken sollen in besonders schwer betroffene Regionen in Europa gehen, wie Konzernchef Tim Cook in der Nacht zum Donnerstag über Twitter ankündigte. Sie würden Apple-Zulieferern abgekauft und die Aktion werde mit lokalen Regierungen koordiniert, erläuterte er.

In Kalifornien niedergelassene Unternehmen sind außerdem seit den verheerenden Waldbränden von 2018 verpflichtet, Atemschutzmasken für ihre Mitarbeiter vorzuhalten. Facebook hatte jüngst 720.000 Masken aus dieser Reserve gespendet.

Notizblock

Saarland passt Verfügung zu Ausgangsbeschränkungen wegen Corona an

09:25 Uhr: Seit Mitternacht gelten im Saarland veränderte Regeln bei den Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Die Landesregierung habe die Allgemeinverfügung an die Beschlussempfehlung des Bundes angepasst, teilte ein Regierungssprecher in Saarbrücken mit.

Sport und Bewegung an der frischen Luft seien alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder mit den Personen, die im selben Haushalt leben, möglich. Zuvor waren Sport und Bewegung draußen mit bis zu fünf Personen erlaubt, mit denen man nicht in einem Haushalt lebt, wenn ein Mindestabstand eingehalten wurde. Es bleibe im Saarland bei der Ausgangsbeschränkung, nach der das Verlassen der eigenen Wohnräume nur noch bei triftigen Gründen erlaubt sei. Besuche bei Freunden oder Bekannten seien auch weiter nicht gestattet.

Darüber hinaus sei eine Regelung für Hotels und sonstige Beherbergungsbetriebe getroffen worden, erklärte der Regierungssprecher. Ab sofort seien nur noch Übernachtungen aus beruflichen oder wichtigen persönlichen Gründen gestattet. Das treffe etwa zu, wenn die eigene Wohnung unbewohnbar sei.

Russland setzt Flugverkehr ins Ausland aus

08:41 Uhr: Russland setzt von diesem Freitag an fast alle Flugverbindungen ins Ausland aus. Das wies die Regierung in Moskau der Staatsagentur Tass zufolge am Donnerstag an. Davon ausgenommen seien Flüge, mit denen im Ausland festsitzende Russen in ihre Heimat zurückgeholt werden sollen.

Nicht betroffen von der Regelung sind Inlandsflüge. Der Flugverkehr etwa nach Deutschland war zuletzt bereits deutlich zusammengestrichen worden. So flog die Fluggesellschaft Aeroflot lediglich noch Berlin an.

In Russland haben sich nach offiziellen Angaben bislang (Stand von gestern) 658 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das Virus war bislang bei drei gestorbenen Menschen nachgewiesen worden. Wladimir Putin hatte die kommende Woche als arbeitsfrei erklärt, um die Ausbreitung der Lungenkrankheit einzudämmen.

Zuckersüße Idee gegen Corona-Einsamkeit

08:27 Uhr: Quarantäne, Kontaktverbot, Ausgangsbeschränkungen - Wie auch immer man es nennt oder wovon man betroffen ist, haben all diese Maßnahmen eines gemeinsam: Die Gefahr, dass Menschen sich einsam fühlen, steigt momentan von Tag zu Tag.

So geschehen ist das gestern auch bei einem Elfjährigen aus dem Raum Ansbach, der allein zu Hause war und unter Tränen den Notruf wählte. Doch die Beamten sorgten mit einer zuckersüßen Idee für ein Happy End. Die ganze Geschichte lesen Sie hier.

Zwei Ortsteile in Sachsen-Anhalt unter Quarantäne

08:16 Uhr: Wegen der hohen Anzahl von Infizierten sind zwei Ortsteile der Stadt Jessen (Elster) in Sachsen-Anhalt von der Außenwelt abgeschirmt: Jessen und Schweinitz stehen unter Quarantäne.

Seit 7 Uhr kontrollieren Feuerwehrleute und Polizisten die Zufahrtsstraßen, wie der Sprecher des Landkreises Wittenberg bestätigte. Die Quarantäne ist bis zum 10. April angekündigt.

Dem Sprecher zufolge sind rund 8000 Einwohner betroffen. Anlass für die Maßnahmen ist ein Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim. Von 16 Infizierten mussten bereits drei ins Krankenhaus gebracht werden.

Privatinsolvenzen werden wegen Coronavirus steigen

07:54 Uhr: Das Informationsunternehmen Crifbürgel erwartet in diesem Jahr wegen des Coronavirus mehr private Insolvenzen. "Das Coronavirus wird die Wirtschaft schwer belasten, wobei die Auswirkungen heute noch gar nicht abschätzbar sind", sagte Geschäftsführer Christian Bock am Donnerstag in Hamburg.

"Wir müssen jedoch davon ausgehen, dass es in der Folge auch wieder mehr Privatinsolvenzen in Deutschland geben wird." Gegenwärtig rechne er mit einem Anstieg um mindestens zehn Prozent.

Bereits jetzt gelten circa 6,8 Millionen Bürger als überschuldet und können ihre Verpflichtungen kaum mehr bedienen. Für viele dieser Personen sorge ein Schock auf der Einkommensseite für ein erhöhtes Risiko einer Privatinsolvenz. Am Arbeitsmarkt werde es durch die Krise zu massiven Einschnitten kommen.

"Arbeitslosigkeit - und die damit verbundene Einkommensverschlechterung - ist der Haupttreiber für eine Privatinsolvenz. Wenn die Arbeitslosigkeit ansteigt, verfügen die Personen bei weiterhin hohen Kosten über weniger Geld", sagte Bock.

700 Prozent mehr Klopapier verkauft

07:13 Uhr: Die Gewinner der Coronakrise sind die Hersteller von Toilettenpapier. Hamsterkäufe beim Hygieneartikel haben den Absatz massiv erhöht. Von Februar zum März 2020 sei eine Steigerung um 700 Prozent zu verzeichnen, sagte Christian Böttcher, Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), ohne genaue Zahlen zu nennen.

Das Toilettenpapier nehme beim Kaufverhalten der Deutschen eine Sonderstellung ein, so der Sprecher. Wegen der Angst, man dürfe irgendwann nicht mehr das Haus verlassen, werde gebunkert. Es entstehe eine paradoxe Situation. Böttcher: "Einige wissen nicht, wohin damit. Andere haben zu wenig."

Sieben Corona-Fälle auf deutschem Kreuzfahrtschiff

06:44 Uhr: An Bord eines vor Australien ankernden deutschen Kreuzfahrtschiffs sind mindestens sieben Menschen am Coronavirus erkrankt. Es handele sich hierbei um fünf Passagiere und zwei Crewmitglieder, teilte der Bonner Reiseveranstalter Phoenix am Mittwochabend mit.

Allen an Bord von "MS Artania" gehe es aber gut, keine der infizierten Personen befinde sich in einem gesundheitlich kritischen Zustand. Alle Gäste sollten mit eigens gecharterten Flugzeugen voraussichtlich am Samstag aus Australien ausgeflogen werden. Das Schiff bietet laut Phoenix 510 Besatzungsmitgliedern und 1200 - meist deutschen - Passagieren Platz.

US-Senat verabschiedet Billionen-Konjunkturpaket

04:50 Uhr: Der US-Senat hat wegen der Coronavirus-Pandemie ein massives Konjunkturpaket beschlossen, mit dem rund 2 Billionen US-Dollar in die Wirtschaft gepumpt werden sollen. Das von Republikanern, Demokraten und der Regierung ausgehandelte Gesetzespaket wurde in der Nacht zum Donnerstag mit überwältigender Mehrheit angenommen.

Nun muss noch das Repräsentantenhaus zustimmen, was im Lauf der Woche passieren sollte. Präsident Donald Trump hat angekündigt, das Gesetzespaket dann umgehend mit seiner Unterschrift in Kraft zu setzen.

"Das ist ein stolzer Moment für den Senat", sagte der republikanische Mehrheitsführer in der Parlamentskammer, Mitch McConnell. Die Senatoren hatten seit Freitag praktisch rund um die Uhr um das Paket gerungen. Nach Angaben der Regierung handelte es sich um das umfangreichste Konjunkturpaket der US-Nachkriegsgeschichte.

Zahl der Toten steigt in den USA auf über 1000

03:58 Uhr: In den USA hat die Zahl der durch das Coronavirus ums Leben gekommenen Menschen am Mittwoch die Marke von 1.000 überschritten. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins hervor. Demnach starben mittlerweile sogar mehr als 1.030 Menschen an COVID-19. Mehr als 68.500 Infizierte wurden bestätigt.

Nur China und Italien haben bislang mehr Infizierte registriert. New York ist die US-Stadt mit den meisten Opfern - hier wurden allein 280 Tote gezählt. Für das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum gelten weitreichende Ausgangssperren. Restaurants, Bars, Schulen, Museen und Broadwayshows sind geschlossen.

Ausgangsverbot in Spanien bis 11. April verlängert

02:13 Uhr: In dem von der Coronavirus-Krise besonders schwer betroffenen Spanien müssen die knapp 47 Millionen Bürger nun sogar bis zum 11. April weitgehend zu Hause bleiben.

Das Parlament in Madrid billigte am frühen Donnerstagmorgen einen Antrag der linken Regierung auf Verlängerung des Alarmzustands um weitere zwei Wochen. Im Rahmen dieser dritthöchsten Notstandsstufe ist seit dem 15. März im ganzen Land unter anderem ein strenges Ausgangsverbot in Kraft.

Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach in seiner Rede von einem "Albtraum", der aber "bald vorbei sein" werde. Dafür tue seine Regierung alles. Die Verlängerung des Alarmzustands wurde nach einer elfstündigen Marathonsitzung gegen zwei Uhr morgens ohne Gegenstimmen angenommen.

Nur 43 der insgesamt 350 Abgeordneten nahmen an der Debatte und der anschließenden Abstimmung im "Congreso de los Diputados" persönlich teil. 307 zogen es wegen des Virus vor, aus sicherer Ferne die Stimme abzugeben.

Alle Meldungen vom Mittwoch, 25. März

New York baut provisorische Leichenhalle

23:00 Uhr: Angesichts ansteigender Totenzahlen in der Corona-Krise hat die Millionenmetropole New York eine provisorische Leichenhalle errichtet. Die weißen Zelte wurden außerhalb des Bellevue Krankenhauses in Manhattan aufgebaut, wie Fotos zeigten und lokale Medien übereinstimmend am Mittwoch berichteten. Die Internetseite "Politico" berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen im Heimatschutzministerium, dass erwartet würde, dass die Leichenschauhäuser in der Ostküstenstadt nächste Woche an ihre Kapazitätsgrenze stoßen.

New York hat in der Corona-Pandemie mit etwa 200 Toten nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität mit Abstand die meisten US-Opfer.

Slowakei erlaubt Staatszugriff auf Handydaten

22:34 Uhr: Von einer notwendigen Maßnahme zur Eindämmung der Coronavirus-Infektionen spricht die Regierung, vor einer drohenden "Bespitzelung der Bürger" warnt die Opposition: In einem außerordentlichen Schnellverfahren hat das slowakische Parlament am Mittwoch mit 91 Ja- gegen 43 Nein-Stimmen einer Gesetzesnovelle zugestimmt, die dem Staat den Zugriff auf ansonsten geschützte Handydaten der Bürger erlaubt. Damit darf die staatliche Gesundheitsbehörde künftig anhand der Mobiltelefon-Lokalisierungsdaten verfolgen, wo sich mit dem neuartigen Coronavirus Infizierte bewegen und mit wem sie sich treffen.

Man will damit kontrollieren, ob Infizierte nicht gegen Quarantäne-Vorschriften verstoßen. Außerdem soll die Maßnahme ermöglichen, nach einem positiven Test auf Covid-19 alle jene Menschen zu warnen, mit denen die infizierte Person zuvor in Kontakt getreten war.

Finnland führt strenge Maßnahmen für Region um Helsinki ein

22:00 Uhr: Die finnische Regierung geht mit verschärften Maßnahmen vor allem für die Region rund um die Hauptstadt Helsinki gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vor. Die Bewegungsfreiheit zwischen der südlichen Landschaft Uusimaa rund um Helsinki und dem Rest Finnlands werde von diesem Freitag bis zum 19. April eingeschränkt, gab Ministerpräsidentin Sanna Marin am Mittwochabend auf einer Pressekonferenz bekannt. In der Zeit sei es verboten, nach Uusimaa hinein- oder aus der Landschaft herauszufahren. Ausnahmen gebe es unter anderem für Fahrten zur Arbeit. In Uusimaa wohnen mehr als 30 Prozent aller Finnen.

Die Einschränkung der Bewegungsfreiheit sei die einzige Möglichkeit zur Begrenzung der Corona-Ausbreitung, sagte Marin. Die geplante Schließung von Restaurants, Kneipen, Nachtclubs und Cafés für Kunden lasse sich dagegen bis zum Wochenende noch nicht umsetzen, sagte Marin.

Rumänien will alle Bewohner von Ballungsräumen auf Corona testen

21:30 Uhr: In Rumänien soll die gesamte Bevölkerung der Hauptstadt Bukarest und anderer größerer Ballungsräume auf eine Infektion getestet werden. Das kündigte Gesundheitsminister Victor Costache am Mittwochabend an. Mobile Teams sollten von Haus zu Haus gehen und den Bürgern Testmaterial abnehmen.

Vorbild sei dabei das Corona-Krisenmanagement in Südkorea, wo ebenfalls breit getestet worden sei, sagte der Minister weiter. Für die Aktion würden in Bukarest "mindestens zwei, maximal fünf Millionen" Test-Sets gebraucht. Nächste Woche erwarte man den Import von etwa 180.000 Tests. Der Sender "Digi24" rechnete vor, dass für eine Untersuchung all dieser Menschen 2660 Tage oder mehr als sieben Jahre benötigt würden.

Mehr als 37.000 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 200 Tote

21:01 Uhr: In Deutschland sind bislang mehr als 37.000 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit fast 9.700 Fällen sowie Bayern mit fast 7.300 und Baden-Württemberg mit mehr als 7.200 Fällen. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit 78,8 die meisten Infektionen.

Mehr als 200 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben.

Spanien: Krankenwagen mit Corona-Patienten mit Steinen beworfen

20:40 Uhr: Mehrere Krankenwagen mit insgesamt 28 älteren Corona-Patienten sind in Spanien mit Steinen beworfen worden. Die Attacke habe sich bereits am Dienstag in La Línea de la Concepción im Süden des Landes ereignet, berichtete die spanische Polizei am Mittwoch. Dutzende Menschen hätten damit verhindern wollen, dass die infizierten und zum Teil an Covid-19 erkrankten Rentner, die aus einer anderen Gemeinde stammen, in ein Heim der andalusischen Stadt verlegt und dort unter Quarantäne gesetzt werden.

Die Rentner waren zuvor aus ihrem Wohnheim in der rund hundert Kilometer nördlich von La Línea gelegenen Gemeinde Alcalá del Valle evakuiert worden, weil es dort eine große Ausbreitung des Coronavirus gegeben hatte. Drei Heimbewohner starben, mindestens die Hälfte der Mitarbeiter der Residenz wurden positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet. La-Línea-Bürgermeister Juan Franco kritisierte am Mittwoch die gewalttätigen Proteste, sagte aber auch, die Verlegung der Senioren sei "nicht gut geplant" gewesen.

Mehr als 25.000 bestätigte Infektionen in Frankreich

20:32 Uhr: In Frankreich gibt es erstmals mehr als 25.000 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Die Zahl der Fälle sei innerhalb eines Tages um 2.933 auf insgesamt 25.233 gestiegen, teilte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Mittwoch in Paris mit. Demnach wurden 1.331 Todesfälle verzeichnet. Rund 11.500 Patienten würden landesweit in Krankenhäusern behandelt, gut 2.800 davon auf Intensivstationen. Ein Drittel der Patienten in den Kliniken sei jünger als 60 Jahre, sagte Salomon.

WHO-Chef warnt für zu früher Aufhebung von Corona-Restriktionen

19:53 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt davor, die strikten Maßnahmen zur Eindämmung des gefährlichen neuen Coronavirus zu früh wieder aufzuheben. "Das letzte, was Länder nun brauchen, ist, dass Schulen und Unternehmen öffnen, nur um dann wegen eines Wiederauflebens (des Virus) erneut zur Schließung gezwungen zu werden", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf.

US-Präsident Donald Trump will die Beschränkungen möglichst schon Ostern, also in zweieinhalb Wochen, wieder aufheben. Die Folgen der Schutzmaßnahmen für die Wirtschaft würden verheerender als die Auswirkungen der Pandemie, sagte er am Dienstag dem Sender Fox News.

Italien: Zahl der Neuinfektionen sinkt leicht

19:15 Uhr: In Italien ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus über mehrere Tage leicht gesunken. Zugleich blieb die Zahl der Toten infolge der Pandemie mit 683 innerhalb eines Tages weiter hoch. Wie der Zivilschutz in Rom am Mittwoch mitteilte, verzeichneten die Behörden bei den aktuell Infizierten rund 3.500 Fälle mehr als am Dienstag. Auch an den drei vorausgegangenen Tagen war das Plus an registrierten Neuinfektionen jeweils leicht gefallen. Mehrere Experten mahnten, dass man erst nach einer Woche oder mehr von einer wirklichen Trendumkehr bei den Infektionen ausgehen könne.

Insgesamt registrierte Italien bisher 74.386 Corona-Fälle. Mehr als 7..500 Menschen starben seit Februar in Folge des Erregers Sars-CoV-2. Italien ist in Europa das am härtesten getroffene Land. Mehr als 9000 Menschen gelten inzwischen als geheilt. Am Dienstag hatten die Behörden 743 neue Corona-Tote beklagt.

Kanzleramtschef Braun: Junge dürfen später einmal als erste wieder raus

18:30 Uhr: Die Bundesregierung will die strengen Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Krise nach den Worten von Kanzleramtschef Helge Braun später einmal zunächst für junge und gesunde Menschen wieder lockern. Der CDU-Politiker sagte am Mittwoch in der Social-Media-App Jodel: "Die nächste Phase lautet natürlich: Junge Menschen, die nicht zu den Risikogruppen gehören, dürfen wieder mehr auf die Straße."

Aktuell hänge viel davon ab, ob die Infektionskurve mit den beschlossenen Maßnahmen flach gehalten werden könne. "Das zeigt sich in den nächsten zwei Wochen", sagte Braun. Dann könne man hoffentlich auch die Frage nach einem Ende der Einschränkungen beantworten.

G7-Außenminister ohne gemeinsame Leitlinien für Corona-Krise

18:25 Uhr: Die Außenminister sieben führender westlicher Industriestaaten haben sich in einer Videokonferenz nicht auf gemeinsame Leitlinien für den Kampf gegen das Coronavirus einigen können. Hauptgrund: Die USA bestanden schon in den Vorgesprächen darauf, dass in einer möglichen Abschlusserklärung die chinesische Herkunft des Virus genannt wird.

Die Außenminister Deutschlands und Großbritanniens, Heiko Maas und Dominic Raab, legten in der Schalte am Mittwoch aber ein gemeinsames Papier vor, auf dessen Basis nun weiter über ein gemeinsames Vorgehen beraten werden soll. "Zum Vorgehen haben wir uns geeinigt, dass nunmehr auf Grundlage der deutsch-britischen Vorschläge zentrale Eckpunkte einer koordinierten Antwort der G7 auf die Krise abgestimmt werden sollen", sagte Maas nach den Beratungen. "In einer Zeit des globalen Ausnahmezustands kommt der "Gruppe der Sieben" eine entscheidende Bedeutung zu. Gerade die wirtschaftlich stärksten Nationen müssen in diesen Tagen solidarisch und verantwortungsvoll handeln und über eigene Interessen hinaus denken."

Die USA hatten vor dem Außenministertreffen einen Entwurf für eine gemeinsame Erklärung vorgelegt, in dem der Begriff "Wuhan-Virus" enthalten war, der von den anderen Mitgliedern nicht akzeptiert wurde. Schon in den Vorgesprächen einigte man sich deshalb, ganz auf eine gemeinsame Erklärung zu verzichten. Der G7 gehören neben den USA, Großbritannien und den USA auch Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada an.

Mehr als 400.000 Briten wollen Gesundheitsdienst helfen

18:20 Uhr: An einem einzigen Tag meldeten sich mehr als 400.000 Briten als freiwillige Helfer des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Das sagte Premierminister Boris Johnson am Mittwoch vor Journalisten in London. Sie sollen Essen und Medikamente ausliefern, Patienten zu Terminen fahren und mit Menschen in Isolation telefonieren. Johnson bedankte sich bei den Freiwilligen und lobte deren Engagement.

Saudi-Arabien riegelt Riad sowie Mekka und Medina ab

17:59 Uhr: Saudi-Arabien riegelt wegen der Ausbreitung des Coronavirus die Hauptstadt Riad sowie die muslimischen Wallfahrtsorte Mekka und Medina ab.

Das Königreich verschärft außerdem die Ausgangssperre in den drei Städten, wie die amtliche Nachrichtenagentur SPA am Mittwoch berichtete. Das Gesundheitsministerium hatte zuvor den zweiten Corona-Todesfall in Saudi-Arabien gemeldet. Die Zahl der Infizierten erhöhte sich demnach auf 900. Saudi-Arabien ist das am schwersten von der Pandemie betroffene Land unter den Monarchien der Golfregion.

Deutsche Bahn: 75 bis 80 Prozent des üblichen Angebots

17:56 Uhr: Die Deutsche Bahn hat ihr Angebot reduziert, um Beschäftigte und die Flotte zu schonen. Derzeit fahren noch 75 bis 80 Prozent der Züge, wie der bundeseigene Konzern am Mittwoch mitteilt.

Die Bahn reagiert damit auf Kritik der Lokführergewerkschaft GDL. Deren Vorsitzender Claus Weselsky hatte gefordert, die Kapazitäten angesichts der niedrigen Auslastung auf 50 Prozent runterzufahren. "Wir müssen nicht auf Teufel komm raus heiße Luft transportieren", sagt er.

Roboter überwacht Ausgangsbeschränkungen in Tunis

17:50 Uhr: Die Szenen wirken wie aus einem Science Fiction-Film: Ein kleiner, gepanzerter Roboter fährt durch fast menschenleere Straßen und hält die wenigen Fußgänger an, die sich noch draußen aufhalten.

Um die wegen des Coronavirus geltenden Ausgangsbeschränkungen zu kontrollieren, setzt die tunesische Polizei einen Roboter in der Hauptstadt Tunis ein. Gesteuert wird das Fahrzeug von einer Einsatzzentrale aus, wie in einem am Mittwoch veröffentlichten Video des tunesischen Innenministeriums zu sehen ist.

Frauenfußball: Coronafall beim 1. FFC Frankfurt

17:42 Uhr: Auch die Frauenfußball-Bundesliga hat ihren ersten Coronafall. Eine Spielerin des 1. FFC Frankfurt wurde positiv getestet, das gab der Klub am Mittwoch bekannt. Frankfurt teilte nicht mit, um welche Akteurin es sich handelt.

Die Betroffene hatte nach FFC-Angaben die typischen Krankheitssymptome, danach wurde der Test veranlasst. Da die Spielerin wie ihre Teamkolleginnen zuletzt individuell trainierte, ist kein Coronatest für die Mannschaft und das Trainer- sowie Betreuerteam vorgesehen. "Die Spielerin zeigt leichte Symptome, ihr geht es den Umständen aber entsprechend gut", sagt FFC-Manager Siegfried Dietrich.

Das Mannschaftstraining ist derzeit bis zum 6. April ausgesetzt, der Spielbetrieb in der Bundesliga ruht mindestens bis zum 19. April.

Jüdischer und muslimischer Sanitäter in Israel beten: Foto geht viral

17:21 Uhr: Ein Foto, das einen jüdischen und einen muslimischen Rettungssanitäter in Israel beim Gebet zeigt, geht in sozialen Medien viral. Das Bild wird als Symbol der Versöhnung zu Zeiten der Corona-Krise gewertet.

Es zeigt zwei Mitarbeiter des jüdischen Rettungsdienstes Magen David Adom neben ihrem Krankenwagen. Der muslimische Sanitäter kniet auf einem Gebetsteppich. Sein jüdischer Kollege trägt einen schwarz-weißen Gebetsschal. Die beiden Männer kehren sich den Rücken zu, jeder ist offenbar vertieft im eigenen Gebet, es entsteht aber der Eindruck einer Einheit.

"Ein schönes Bild, das zeigt, wie Israelis in Zeiten der Krise zusammenkommen", schrieb Magen David Adom. Ungeachtet ihrer Herkunft und Religion seien alle Mitarbeiter dem Kampf gegen das Coronavirus verpflichtet.

Zweiter Corona-Test von Bundeskanzlerin Merkel negativ

17:01 Uhr: Auch der zweite Coronavirus-Test von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist negativ ausgefallen. Dies teilt ein Regierungssprecher am Mittwoch mit: "Die Bundeskanzlerin arbeitet weiterhin aus der häuslichen Quarantäne und wird sich Anfang der kommenden Woche erneut testen lassen."

Merkel hatte am vergangenen Freitag Kontakt zu einem mit dem Coronavirus infizierten Arzt.

Bundestag beschließt Klinik-Hilfen und nationale Epidemie-Lage

16:53 Uhr: Die Kliniken in Deutschland bekommen Milliardenhilfen zum Schutz vor Finanznöten wegen der Corona-Krise. Der Bundestag beschließt am Mittwoch ein Gesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), das Mehrkosten und Einnahmeausfälle auffangen soll.

Für den Ausbau der Intensivbetten für schwer kranke Corona-Patienten soll es Bonuszahlungen geben. Das Parlament stellt zudem eine "epidemische Lage von nationaler Tragweite" fest. Es beschließt ein Gesetz, das dem dem Bund deswegen befristet zusätzliche Kompetenzen gibt, um im Krisenmanagement in ganz Deutschland schneller reagieren zu können.

Die Krankenhäuser sollen für jedes nun frei gehaltene Bett 560 Euro pro Tag bekommen. Für jede neue Intensiv-Behandlungseinheit mit künstlicher Beatmung soll es 50.000 Euro Bonus geben. Für Mehrkosten bei Schutzausrüstung soll es Zuschläge geben. Hintergrund ist, dass die Kliniken planbare Operationen und Neuaufnahmen vorerst aussetzen sollen. Dies soll Kapazitäten freimachen, um für Corona-Patienten mit schwereren Verläufen vorbereitet zu sein.

Der Bund kalkuliert allein als Ausgleich dafür mit Mehrausgaben von 2,8 Milliarden Euro. Zudem soll die Zahl von bisher 28.000 Intensivbetten verdoppelt werden.

Historisches Hilfspaket in Corona-Krise beschlossen

16:49 Uhr: Der Bundestag hat ein beispielloses, milliardenschweres Hilfspaket in der Corona-Krise beschlossen. Es umfasst Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger. Der Bundesrat muss am Freitag noch zustimmen.

Bundestag setzt Notfallregelung der Schuldenbremse in Kraft

16:27 Uhr: Als Reaktion auf die Corona-Krise hat der Bundestag einen Nachtragshaushalt von historischer Größenordnung beschlossen. Das Parlament votierte am Mittwoch mit den Stimmen aller Fraktionen mit Ausnahme der AfD für die Vorlage aus dem Bundesfinanzministerium, die eine Neuverschuldung von 156 Milliarden Euro vorsieht.

Um eine Schuldenaufnahme in dieser Höhe zu ermöglichen, setzt der Bundestag erstmals die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse aus.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) rechtfertigt den beispiellosen Schritt mit der Notlage, die durch die Corona-Krise entstanden sei. Die Krise sei "in der Geschichte der Bundesrepublik ohne Vorbild" und zugleich eine "schicksalhafte Herausforderung für die ganze Menschheit". Deutschland könne sich die neuen Schulden leisten: "Deutschland genießt höchste Bonität an den Finanzmärkten."

UNO-Hochkommissarin: Von COVID-19 gefährdete Gefängnis-Insassen entlassen

16:20 Uhr: UNO-Hochkommissarin Michelle Bachelet wendet sich mit der Bitte an Regierungen, ältere Gefangene, Insassen mit leichten Delikten oder solche mit Vorerkrankungen aus den Gefängnissen zu entlassen um eine Ausbreitung von COVID-19 in den Gefängnissen weltweit einzudämmen.

"In vielen Ländern sind die Gefängnisse überfüllt, teils sogar in gefährlichem Maße. Menschen müssen oft unter unhygienischen Bedingungen leben [...]. Körperliche Distanz und Selbstisolation sind unter solchen Umständen schlicht nicht möglich", so Bachelet.

Lufthansa-Passagierjet bringt auf erstem Frachtflug Masken mit

16:03 Uhr: Mit Schutzmasken und anderer medizinischer Ausrüstung an Bord ist der erste Lufthansa-Passagierjet als reiner Frachtflieger in Frankfurt gelandet. Die Maschine vom Typ Airbus A330 war von Shanghai in China gut elf Stunden unterwegs gewesen, wie die Lufthansa Cargo am Mittwoch berichtet.

Neben den Frachträumen des Jets seien auch die Staufächer über den Sitzen und die Kabine genutzt worden für insgesamt 30 Tonnen Fracht. Die modernste Frachtmaschine der LH Cargo fasst zum Vergleich 103 Tonnen.

Warnungen vor antijüdischen Verschwörungstheorien in Corona-Krise

15:53 Uhr: Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, warnt vor massenhaft kursierenden antijüdischen Verschwörungstheorien in Verbindung mit dem Coronavirus. Die Pandemie schaffe ein Klima der allgemeinen Verunsicherung, was Beschuldigungen einzelner Personengruppen idealen Nährboden liefere, sagt Klein dem Berliner "Tagesspiegel". "Antisemitische Hassreden verbreiten sich schnell im Internet und dort insbesondere auf den gängigen Social-Media-Plattformen."

Verschwörungstheoretikern, rechten Hetzern und Antisemiten scheine offenbar nichts zu absurd, um es nicht zu verbreiten. "Die Rede ist da von einer jüdischen Übernahme der Weltwirtschaft, jüdischen Gewinnen aus einem möglichen Impfstoff, von Israel entwickelten Biowaffen oder einem jüdischen Versuch, die Weltbevölkerung zu reduzieren. Krudester Antisemitismus bricht sich Bahn", sagte Klein.

Guterres: Coronavirus ist eine "Bedrohung für die gesamte Menschheit"

15:35 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie ist nach Einschätzung von UN-Generalsekretär António Guterres eine "Bedrohung für die gesamte Menschheit".

Guterres startete deshalb am Mittwoch einen weltweiten UN-Nothilfe-Aufruf zur Bekämpfung des Erregers der Lungenkrankheit COVID-19 in den ärmsten Ländern der Welt. Bis zum Jahresende sollen zwei Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) zusammenkommen.

RKI: Aufenthalt in Corona-Risikogebiet nicht mehr Test-Kriterium

15:10 Uhr: Für Coronavirus-Tests hat das Robert Koch-Institut (RKI) angesichts der Pandemie seine Linie angepasst. Das bisherige Kriterium, dass ein Patient in einem Gebiet mit Covid-19-Fällen gewesen sein muss, entfalle, sagt RKI-Präsident Lothar Wieler.

Angesichts der immer weiteren Ausbreitung des Erregers mache es "irgendwann keinen Sinn mehr, nach einzelnen Gebieten zu unterscheiden". Das Institut prüfe auch, wie es in Zukunft mit der Frage der Einstufung anderer Länder oder Regionen als Risikogebiet umgehe.

Prinzipiell sollten nur Menschen mit Symptomen getestet werden, bekräftigte Wieler. Die Entscheidung anhand weiterer Kriterien, wie Kontakt zu einem bestätigten Sars-CoV-2-Fall, treffe der behandelnde Arzt. Ziel sei es, die Testressourcen gezielter einzusetzen, betonte Wieler. Wer mild erkrankt sei und mangels Testkapazitäten derzeit nicht getestet werden könne, solle zu Hause bleiben und Abstand zu anderen halten, appellierte der RKI-Chef.

Bundestag beschließt Nachtragshaushalt - 156 Milliarden neue Schulden

15:05 Uhr: Der Bundestag hat einen Nachtragshaushalt zur Finanzierung der Hilfspakete in der Corona-Krise beschlossen. Vorgesehen sind darin neue Schulden in Höhe von 156 Milliarden Euro. Der Bundesrat muss den Plänen am Freitag noch zustimmen.

Bremer Bürgerschaft erhält Brief mit rechtsextremer Corona-Drohung

14:40 Uhr: Ein Unbekannter hat einen Brief mit rechtsextremen Drohungen unter Bezugnahme auf das Coronavirus an die Bremer Bürgerschaft geschickt.

Der von Spezialisten untersuchte Umschlag enthielt eine erdähnliche Substanz, die aber ungefährlich war, wie die Polizei in der Hansestadt am Mittwoch mitteilte. In einem beiliegenden Schreiben mit rechtsextremem Inhalt wurde demnach behauptet, dass es sich um mit dem Coronavirus verseuchte Erde handle.

Schleswig-Holstein zieht Absage von Abschlussprüfungen zurück

14:20 Uhr: Schleswig-Holstein will dem Vernehmen nach seine Abschlussprüfungen an den Schulen wegen der Coronakrise nun doch nicht absagen. Das wird am Mittwoch aus Teilnehmerkreisen einer Schaltkonferenz der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) berichtet. Es seien bei der Besprechung "sehr deutliche Worte" Richtung Schleswig-Holstein gefallen.

Die Kieler Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte am Dienstag angekündigt, wegen der Coronakrise alle Schulabschlussprüfungen ausfallen zu lassen. Fast alle Länder hätten das in dem Gespräch kritisiert. Es gebe die Tendenz, dass die Länder ihre Prüfungen abhalten wollten.

Thailand schließt wegen Corona-Pandemie die Grenzen

14:10 Uhr: Thailand wird zur Eindämmung der Corona-Pandemie von diesem Donnerstag an bis Ende April seine Grenzen schließen. Ältere und gesundheitlich schwache Menschen sollten zu Hause bleiben, sagt Regierungschef Prayut Chan-o-cha in einer Fernsehansprache am Mittwoch.

Zudem werde es Maßnahmen gegen Hamsterkäufe und die Verbreitung von Fake News geben. Thailand stünden schwere Zeiten bevor, sagt Prayut weiter.

Britische Gesundheitsbeauftragte: Paare sollten ihre Beziehung prüfen

14:05 Uhr: Die britische Regierung hat Paare mit getrennten Haushalten aufgefordert, ihre Beziehung wegen der Ausgangsbeschränkungen durch die Coronavirus-Epidemie auf Belastbarkeit zu testen.

Die Paare sollten sich entscheiden, ob sie gemeinsam einen Haushalt bilden, oder Abstand voneinander halten wollten, sagte Jenny Harries, die stellvertretende Gesundheitsbeauftragte der britischen Regierung am Mittwoch vor Journalisten.

Für Missachtung der Quarantäne in Italien bis zu fünf Jahre Haft

13:57 Uhr: Die Regierung in Italien hat die Geldstrafen für Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen für alle Bürger wegen der Corona-Pandemie drastisch erhöht.

Außerdem gab sie bekannt, dass wer positiv auf das Coronavirus getestet sei und sich vorsätzlich nicht an die Quarantäneauflage halte und die Wohnung verlasse, mit Gefängnis von einem bis zu fünf Jahren bestraft werden könne. Das stand in einem am Dienstagabend veröffentlichten Dekret der Regierung in Rom.

Kurz zuvor hatte Ministerpräsident Giuseppe Conte höhere Geldstrafen von 400 bis 3.000 Euro angekündigt für die Verletzung von Coronavirus-Regeln durch die Menschen.

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Zehn Tote in Würzburger Seniorenheim - Alle Bewohner werden getestet

13:45 Uhr: Im Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus sind inzwischen zehn Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Einrichtung ist ein Schwerpunkt bei Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Bayern. Von 149 Heimbewohnern seien 29 positiv getestet worden, sagte Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) am Mittwoch. Er ist auch Vorsitzender des Stiftungsrates des Würzburger Bürgerspitals, zu dem die Einrichtung gehört. Von den 86 Mitarbeitern seien 33 positiv getestet.

RKI räumt unberechtigte Verwendung seines Twitter-Accounts ein

13:10 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat eine unberechtigte Verwendung seines Twitter-Accounts eingeräumt. "Wir haben sehr schnell auf den Fake-Tweet reagiert, ihn gelöscht und das Passwort geändert", sagte Sprecherin Susanne Glasmacher am Mittwoch. Am Morgen hatten sich mehrere Twitter-Nutzer darüber empört, dass das RKI einen Tweet zum Streit um die politische Einordnung des AfD-Politikers Björn Höcke weiterverbreitet hatte. Kurze Zeit später twittert das RKI: "Leider hat sich heute morgen 25.3. jemand unberechtigt kurzfristig Zugang zum RKI-Twitter-Account verschafft. Der Retweet stammt nicht vom RKI und wurde umgehend gelöscht."

Papst ruft in Corona-Krise Gott um Hilfe - Gebet aller Christen

13:00 Uhr: Papst Franziskus hat bei einem Vaterunser-Gebet, das Christen aller Welt sprechen sollten, Gott um Hilfe in der Corona-Krise gerufen.

"In diesem Moment wollen wir um Gnade für die Menschheit bitten, die von der Coronavirus-Pandemie schwer getroffen wurde", sagte der Pontifex am Mittwoch vor dem Vaterunser, das Christen aller Konfessionen zusammen beten sollten.

"Wir tun es gemeinsam, Christen jeder Kirche und Gemeinschaft, jeden Alters, jeder Sprache und jeder Nation." Er betete für die Kranken und ihre Familien sowie für die Mitarbeiter in Behörden und Krankenhäusern.

NRW entlässt Gefangene, um Corona-Ansteckungsgefahr zu verringern

12:40 Uhr: Nordrhein-Westfalens Justizminister Peter Biesenbach (CDU) greift im Zuge der Coronakrise zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: Die 36 Justizvollzugsanstalten werden angewiesen, ihre Gefangenen, die noch eine kurze Haftstrafe von bis zu 18 Monaten verbüßen, freizulassen. Das berichtet "Focus online".

Geht es nach dem Politiker soll dieser Schritt helfen, die "Ausbreitung des Coronavirus zu verringern. Die Justiz erfüllt auch in Corona-Zeiten ihre Aufgaben und hält den Kernbereich des Rechtsstaates aufrecht".

Nach ersten Schätzungen betrifft die Maßnahme 1.000 der rund 16.000 Inhaftierten und Verwahrten in den Haftanstalten des Bundeslands. Sexualstraftäter seien von der Maßnahme nicht betroffen, heißt es.

Spanien verzeichnet mehr Corona-Todesopfer als China

12:23 Uhr: Die Zahl der Corona-Todesopfer in Spanien hat die Opferzahlen Chinas überholt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid vom Mittwoch starben bislang 3.434 Menschen in Spanien an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19.

Binnen eines Tages seien weitere 738 Todesopfer hinzugekommen. Trotz der vor elf Tagen verhängten strikten Ausgangssperre stieg die Zahl der nachweislich Infizierten auf 47.610 an.

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Ausgangsbeschränkung in Frankreich - neues Formular nach Verschärfung

12:18 Uhr: Nach der Verschärfung der Ausgangsbeschränkungen in Frankreichs Kampf gegen das Coronavirus gibt es nun auch ein neues Formular zum Verlassen des Hauses. Wichtigste Änderung ist, dass die Französinnen und Franzosen nun auch die Uhrzeit angeben müssen, zu welcher sie vor die Tür gegangen sind.

Frankreichs Premierminister Édouard Philippe hatte am Montagabend sportliche Aktivitäten an der frischen Luft oder Spaziergänge mit den Kindern oder dem Hund auf maximal eine Stunde begrenzt.

Weiterhin erlaubt ist etwa, Lebensmittel einzukaufen, Hilfsbedürftige zu unterstützen oder Fahrten zur Arbeit, wenn Homeoffice nicht möglich ist.

Bei Arztbesuchen gibt es nun eine Konkretisierung: Nur Beratungen, die nicht aus der Ferne durchgeführt werden können oder nicht aufschiebbar sind, sind zulässig. Außerdem dürfen Patientinnen und Patienten mit einer Langzeiterkrankung eine medizinische Fachkraft aufsuchen.

Hinzugekommen sind zwei neue Gründe: Gerichtliche oder administrative Vorladungen oder Aufgaben im allgemeinen Interesse nach behördlicher Anordnung.

Deutsches Kreuzfahrtschiff darf nicht in Australien andocken

12:00 Uhr: Laut Informationen des "Spiegel" darf das deutsche Kreuzfahrtschiff "MV Artania" nicht im australischen Perth anlegen. Nachdem 25 der 800 Passagiere an Bord über Atembeschwerden berichtet hatten, hatte die Besatzung um medizinische Hilfe gebeten.

Australische Behörden weigern sich jedoch, das Schiff andocken zu lassen. Stattdessen wurde medizinisches Personal auf den Kreuzer geschickt.

Auch die "Vasco da Gama", die überwiegend australische und neuseeländische Passagiere an Bord hat, darf nicht in Perth andocken. Die Fahrgäste müssen nun auf Rottnest Island für 14 Tage in Quarantäne gehen.

Dichtes Gedrängel in Londoner U-Bahnen trotz Pandemie

11:26 Uhr: Trotz der Corona-Gefahr sind auch am Mittwoch viele Londoner U-Bahnen sehr voll gewesen. Fahrgäste beschwerten sich in sozialen Medien über die Zustände. "Das ist unsicher und nicht fair", schrieb etwa eine Krankenschwester. Die U-Bahn sei überfüllt, twitterte Barry Trimble, der sich um Krebspatienten kümmert. Abstand zu halten, sei so unmöglich. "Wir brauchen mehr Leute, die zu Hause bleiben, und mehr Züge, die in den Stoßzeiten morgens und abends fahren."

Ex-Grünen-Chef Özdemir hat bei Corona-Erkrankung das Schlimmste überstanden

11:15 Uhr: Der mit dem Coronavirus infizierte Ex-Grünen-Chef Cem Özdemir hat das Gröbste überstanden. "Die Symptome sind zum Glück relativ schnell verschwunden und ließen eine Ansteckung mit Covid-19 auf den ersten Blick auch nicht vermuten", sagte Özdemir der "Rhein-Neckar-Zeitung" von Mittwoch. Er bleibe aber weiter zuhause, hob Özdemir hervor.

Türkei holt Tausende Studenten aus dem Ausland heim

10:55 Uhr: Die Türkei hat wegen der Verbreitung der Lungenkrankheit COVID-19 rund 2.700 Studenten aus europäischen Ländern wie Italien und Polen sowie aus Nord-Zypern und Ägypten heimgeholt. Das geht aus Tweets von Vizepräsident Fuat Oktay vom Mittwoch hervor. Die Betroffenen stünden zunächst für 14 Tage unter Quarantäne. Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte am Vormittag im Fernsehen, die 2.721 Studenten seien mit elf Flügen aus acht Ländern zurückgebracht worden. Unter Quarantäne stehen unter anderem bereits Tausende Staatsbürger, die von Pilgerfahrten nach Saudi-Arabien zurückgekehrt waren.

Scholz: "Vor uns liegen harte Wochen"

10:52 Uhr: Angesichts der Bedrohung durch die Corona-Pandemie haben im Bundestag alle Fraktion das Maßnahmenpaket der Bundesregierung für Gesundheitsschutz und finanzielle Hilfen unterstützt. Aus Sicht der Opposition fehlt bislang aber ein Plan für das, was in zwei oder drei Monaten notwendig sein wird.

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sagte am Mittwoch in der Generaldebatte zur Lockerung der Schuldenbremse und zum historisch einmaligen Hilfspaket für Unternehmen und Bürger in der Corona-Krise: "Vor uns liegen harte Wochen. Wir können sie bewältigen, wenn wir solidarisch sind."

Scholz dankte Ärzten, Verkäufern, Busfahrern und anderen, die trotz des Infektionsrisikos das öffentliche Leben am Laufen halten: "Sie leisten Großes in diesen Tagen."

Alle Bewohner und Mitarbeiter in Würzburger Altenheim werden getestet

10:50 Uhr: In der Würzburger Senioreneinrichtung St. Nikolaus, wo inzwischen zehn Heimbewohner an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben sind, werden alle Bewohner und Mitarbeiter auf das Virus getestet.

Die Testkapazitäten seien am Dienstag eingetroffen, es sei sofort mit den Tests begonnen worden, sagte Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) am Mittwoch. Schuchardt ist auch Stiftungsratsvorsitzender des Würzburger Bürgerspitals, zu dem das St.-Nikolaus-Heim gehört.

Irland verschärft Maßnahmen gegen Pandemie

10:48 Uhr: Irland hat seine Maßnahme im Kampf gegen die Corona-Pandemie verschärft. Die Schließung der Schulen werde bis zum 19. April verlängert, teilte Premierminister Leo Varadkar in Dublin mit.

Auch Sportstudios, Cafés, Friseursalons und andere Geschäfte, die keine lebensnotwendigen Dienste anbieten, dürfen nicht mehr betrieben werden. Sportveranstaltungen sind ebenfalls untersagt.

RKI kann Wirksamkeit der Maßnahmen gegen Corona noch nicht einschätzen

10:45 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) kann noch keine Einschätzung geben, ob die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus wirken. "Wir müssen weiter abwarten, um zu sehen, ob die Maßnahmen greifen", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. Im Moment sei es noch zu früh, um dies einzuschätzen.

Wieler bekräftigte vorherige Äußerungen, dass Deutschland noch immer am Anfang der Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie stehe. "Es ist noch völlig offen, wie sich diese Epidemie weiter entwickelt", sagte er.

Missbrauchsbeauftragter warnt vor Zunahme von häuslicher Gewalt gegen Kinder

10:39 Uhr: Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat vor einer Zunahme häuslicher Gewalt gegen Kinder in der Corona-Krise gewarnt.

Die aktuellen Einschränkungen könnten für Kinder und Jugendliche bedeuten, dass Täter "noch unbemerkter vom sozialen Umfeld sexuelle Gewalt ausüben können", erklärte Rörig am Mittwoch. Daher sei es "wichtiger denn je, nicht wegzuschauen, sondern zu handeln", wenn es einen Verdacht oder ein "komisches Gefühl" gebe.

Spahn zu Schutzmasken: Es kommt jetzt wieder was rein

10:34 Uhr: In der Debatte um fehlende Schutzmasken für medizinisches Personal in Deutschland in der Coronakrise hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gegen Kritik verteidigt und zugesichert, dass jetzt dringend benötigte Masken nach Deutschland geliefert würden.

Es werde gerade ausgeliefert dieser Tage, "heute und morgen zwei Millionen Masken. Es kommt jetzt immer wieder was rein", sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz". Medizinerverbände, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen kritisieren, dass nicht genügend Schutzausrüstung für das Personal vorhanden sei.

Frankreich ruft Arbeitslose in Corona-Krise zur Feldarbeit

10:29 Uhr: Frankreich hat Arbeitslose in der Coronakris zur Feldarbeit aufgerufen. Nach Angaben des französischen Dachverbands der Landarbeiter (FNSEA) vom Dienstagabend fehlen bis Mai rund 200.000 Saisonkräfte.

Die Verbandspräsidentin Christiane Lambert rief Interessierte im Radiosender France Inter auf, sich auf einer Webseite zu melden, die mit Hilfe der Arbeitsagentur eingerichtet wurde.

Fußballstar Lionel Messi spendet eine Million Euro an zwei Krankenhäuser

10:22 Uhr: Für den Kampf gegen das Coronavirus hat Barça-Star Lionel Messi einem Medienbericht zufolge eine Million Euro an zwei Krankenhäuser gespendet - eines in der katalanischen Metropole und ein anderes in seiner argentinischen Heimat. Das Krankenhaus "Hospital Clínic" in Barcelona bestätigt die finanzielle Unterstützung des Weltfußballers, ohne aber eine genaue Summe zu nennen. "Diese Spende wird unter anderem für die Forschung und den Erwerb von Beatmungsgeräten zur Versorgung schwerkranker Patienten verwendet", heißt es.

Trump bittet Südkorea um Test-Kits für Coronavirus

10:07 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat Südkorea nach Angaben Seouls um die Lieferung von Test-Kits für das Coronavirus gebeten. Trump habe ihn in einem Telefongespräch um "die dringende Bereitstellung von Quarantäne-Produkten wie Test-Kits gebeten", erklärt der südkoreanische Präsident Moon Jae In am Mittwoch. Moon sagte den USA größtmögliche Unterstützung zu, falls die Ausrüstung in Südkorea ausreiche. Ob das Material gespendet oder verkauft werden soll, war zunächst unklar.

Trump habe erklärt, für die eventuell nötige Zustimmung der US-Arzneimittelzulassungsbehörde FDA werde er innerhalb eines Tages sorgen, fügte Moon hinzu.

Das Weiße Haus bestätigt, dass die beiden Präsidenten am Dienstag miteinander telefoniert hatten, äußert sich jedoch nicht zu der möglichen Bitte Trumps.

Israel verschärft wegen Coronavirus Ausgangsbeschränkungen

10:00 Uhr: Israel hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus die Ausgangsbeschränkungen im Land weiter verschärft. Die israelische Regierung beschloss nach Medienberichten in der Nacht zum Mittwoch weitere Notstandsmaßnahmen: Demnach sollen die Menschen sich grundsätzlich nur in einem Radius von bis zu 100 Metern von ihrem Zuhause bewegen. Ausnahmen gelten unter anderem für essenziell wichtige Arbeitsplätze, Einkäufe von Lebens- und Arzneimitteln sowie ärztliche Behandlungen. Banken und Tankstellen sollen geöffnet bleiben. Öffentliche Verkehrsmittel sollen jedoch stark eingeschränkt und sportliche Aktivitäten draußen verboten werden. Die neuen Anweisungen sollten am Mittwochabend in Kraft treten.

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Todesfall eines Teenagers durch Coronavirus sorgt in den USA für Alarm

09:48 Uhr: In den USA sorgt der erste bekannt gewordene Todesfall eines minderjährigen Menschen durch den neuartigen Coronavirus für Alarm. Der verstorbene Teenager aus Lancaster nördlich von Los Angeles sei bei "guter Gesundheit" gewesen, bevor er sich mit dem Virus infiziert habe, sagte am Dienstag der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti. Zum Geschlecht und genauen Alter des oder der verstorbenen Minderjährigen machten die Behörden keine Angaben.

Garcetti und andere Behördenvertreter appellieren nun an die jungen Menschen in Kalifornien, die geltenden Ausgangsbeschränkungen ernst zu nehmen. "Dies kann auch Euch treffen", sagt Garcetti über das Coronavirus. Der Erreger mache "bei Alter, Rasse oder Einkommensniveau keinen Unterschied", so die oberste Gesundheitsbeamte von Los Angeles, Barbara Ferrer.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland

09:30 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Mittwoch mit 31.554 angegeben - ein Plus von 4.118 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldet 32.991 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 149 Todesfälle, die JHU 159 Tote.

Für die einzelnen Bundesländer übermittelt das RKI die folgenden Zahlen (Infizierte / Differenz zum Vortag / Tote):

  • Baden-Württemberg: 6069 / +721 / 37
  • Bayern: 6558 / +804 / 37
  • Berlin: 1428 / +208 / 2
  • Brandenburg: 429 / +86 / 1
  • Bremen: 200 / +17 / 0
  • Hamburg: 1262 / +219 / 0
  • Hessen: 1754 / +134 / 4
  • Mecklenburg-Vorpommern: 218 / +19 / 0
  • Niedersachsen: 2140 / +376 / 7
  • Nordrhein-Westfalen: 7197 / +879 / 43
  • Rheinland-Pfalz: 1591 / +221 / 5
  • Saarland: 403 / +66 / 2
  • Sachsen: 959 / +148 / 6
  • Sachsen-Anhalt: 375 / +54 / 1
  • Schleswig-Holstein: 577 / +99 / 3
  • Thüringen: 394 / +67 / 1
  • Gesamt: 31.554 / +4118 / 149

DFL hofft auf Bundesliga-Neustart Mitte Mai

8:53 Uhr: Nach der Empfehlung für eine verlängerte Aussetzung des Spielbetriebs in der 1. und 2. Bundesliga hofft die Deutsche Fußball Liga nach Informationen der "Bild"-Zeitung auf eine Wiederaufnahme Mitte Mai.

Für den 16. Mai war eigentlich der letzte Bundesliga-Spieltag in dieser Saison terminiert. Bis zum 30. Juni solle die Saison dann mit Geisterspielen zu Ende gebracht werden. Weitere Infos zu den Plänen der DFL finden Sie hier.

Trump will Corona-Maßnahmen noch vor Ostern lockern

8:11 Uhr: Die USA könnten laut WHO-Experten nach Europa bald zum neuen Epizentrum der Corona-Pandemie werden - doch Präsident Donald Trump will die strikten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus möglichst noch vor Ostern lockern. "Man kann ein Land zerstören, indem man es dicht macht", sagte Trump.

"Ich würde es lieben, das Land bis Ostern wieder geöffnet und in den Startlöchern zu haben", sagte Trump im konservativen Sender Fox News. Durch eine "massive Rezession oder Depression" drohten "mehr" Menschen zu sterben als durch die "Grippe" - mit diesem Wort meinte Trump offenbar die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19.

Die von US-Regionalbehörden verhängten Ausgangsbeschränkungen seien "schlimmer als das Problem." Sollten US-Unternehmen wie der Flugzeugbauer Boeing Pleite gehen, könnten "Millionen Jobs" verloren gehen. Es könnte dann allein durch Suizide "tausende" Tote geben, warnte der Präsident.

Später relativierte Trump seine Forderungen zur Rückkehr zur Normalität an Ostern - also in nur zweieinhalb Wochen - jedoch etwas. Die Lockerung der Beschränkungen solle nur in Landesteilen erfolgen, die wenig bevölkert seien wie etwa manche Regionen von Texas - oder in Gegenden, in denen die Pandemie als eingedämmt gelte, sagte er in einer Pressekonferenz.

Trump sieht "Licht am Ende des Tunnels" bei Kampf gegen Coronavirus

7:45 Uhr: Trotz dramatisch wachsender Fallzahlen in den USA hat sich US-Präsident Donald Trump im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus optimistisch gegeben. "Wir fangen an, das Licht am Ende des Tunnels zu sehen", sagte Trump.

Unklar war, worauf der Präsident diese Aussage basierte. Nach Daten der Johns-Hopkins-Universität sind in den USA inzwischen mehr als 52.000 Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt - damit liegen die Vereinigten Staaten nur noch hinter China und Italien. Mehr als 670 Menschen starben.

Experten zufolge steht den USA das Schlimmste noch bevor. Die Weltgesundheitsorganisation schließt nicht aus, dass die USA das neue Epizentrum der Pandemie werden könnten.

USA bitten Südkorea um medizinische Ausrüstung

7:37 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat Südkorea nach Angaben des Präsidialamts in Seoul um die Lieferung medizinischer Ausrüstung für die Bekämpfung des Coronavirus-Ausbruchs in den USA gebeten.

Die Bitte sei bei einem Telefongespräch mit Präsident Moon Jae In am Dienstagabend (Ortszeit Seoul) ausgesprochen worden. Moon habe seine größtmögliche Unterstützung zugesagt, falls genügend Ausrüstung vorhanden sei.

Aus dem Weißen Haus in Washington hieß es lediglich, beide Präsidenten hätten über die Maßnahmen beider Länder gegen die Corona-Pandemie gesprochen. Nach den Angaben von Moons Büro interessierte sich Trump dafür, wie sich die Infektionskurve in Südkorea entwickle. Das Land mache seine Sache "sehr gut", wurde Trump zitiert.

Maas warnt vor "Spirale nationaler Egoismen" in Corona-Krise

7:25 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas hat zu mehr internationaler Solidarität im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgerufen.

"Das Resultat der nationalen Kraftanstrengungen, die jetzt bei uns allen gefordert sind, darf nicht eine Spirale nationaler Egoismen sein", sagte der SPD-Politiker der dpa vor den für Mittwoch geplanten Beratungen der G7-Außenminister. "Im Vordergrund steht für die Bundesregierung, unser Handeln weltweit mit Partnern zu koordinieren und dort solidarisch zu sein, wo auch immer wir Spielräume dafür haben."

Die Außenminister sieben führender westlicher Industriestaaten schalten sich am Mittwochnachmittag zu einer vierstündigen Videokonferenz zusammen. Die rasante Ausbreitung des Coronavirus wird zu den Hauptthemen zählen, doch auch die Krisen in Syrien, Libyen, Afghanistan und in der Sahelzone sollen besprochen werden

Maas mahnte, diese Krisen benötigten trotz Corona weiter die internationale Aufmerksamkeit. "In all unserem Handeln ist dabei eines ganz klar: Je vernetzter und koordinierter wir agieren, desto besser können wir die vielen Probleme angehen, wenn die aktuelle Krise einmal ausgestanden ist", sagte er.

Einigung in den USA auf Billionen-Dollar-Konjunkturpaket

7:03 Uhr: In den USA ist der Weg frei für das Konjunkturpaket zur Linderung der verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie. Es soll laut der Nachrichtenagentur Bloomberg 2 Billionen Dollar umfassen.

Die Parteien haben sich geeinigt, wie der führende Demokrat im Senat, Chuck Schumer, und der republikanische Mehrheitsführer, Mitch McConnell, in Washington am frühen Mittwochmorgen vor Journalisten mitteilten.

Nach dem Senat muss dann auch noch das Repräsentantenhaus dem Gesetzespaket formal zustimmen. Die Führung der von den Demokraten kontrollierten Parlamentskammer war bereits an den Verhandlungen im Senat beteiligt. Nach den Worten McConnells soll das Paket noch an diesem Mittwoch verabschiedet werden.

Lage auf deutschen Intensivstationen noch relativ entspannt

6:46 Uhr: Die Lage auf den deutschen Intensivstationen ist nach Angaben von Intensivmedizinern und Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG) insgesamt noch entspannt, aber regional sehr unterschiedlich. Von konkreten Problemen auf den Intensivstationen infolge der Coronavirus-Pandemie sei der DKG bisher nichts bekannt.

Regionale Unterschiede sieht auch die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI). Kleinere Krankenhäuser hätten weniger und oft einzelne Patienten, sagte Gernot Marx, Sprecher des Arbeitskreises Intensivmedizin der DGAI und Chefarzt der Klinik für Operative Intensivmedizin am Universitätsklinikum Aachen.

"Die große Welle von Schwerkranken wird aber noch kommen, schätzungsweise in acht bis zehn Tagen." Es sei schwer zu sagen, wann der Höhepunkt zu erwarten sei.

Weißes Haus: 60 Prozent aller neuen Coronavirus-Fälle aus New York

6:23 Uhr: Die Metropole New York entwickelt sich immer mehr zum Brandherd in der Coronakrise in den USA.

US-Vizepräsident Mike Pence sagte, inzwischen kämen 60 Prozent aller neuen Fälle in den USA aus dem Großraum New York. Die Infektionsrate in der Ostküstenmetropole liege bei eins zu eintausend - rund fünf bis zehn Mal höher als in dem ebenfalls schwer betroffenen Bundesstaat Washington an der Westküste der USA.

Pence rief New Yorker, die die Stadt verlassen haben, dazu auf, sich in eine 14-tägige Selbstquarantäne zu begeben. "Wir müssen den Großraum New York City als Hochrisikogebiet betrachten."

Italien erhöht Strafen für Verstöße der Ausgangsbeschränkungen

6:15 Uhr: Die Regierung in Italien hat mit einem Dekret die Strafen für Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie drastisch erhöht.

Wer positiv auf das Coronavirus getestet sei und sich vorsätzlich nicht an die Quarantäneauflage halte und die Wohnung verlasse, könne mit Gefängnis von einem bis zu fünf Jahren bestraft werden. Schon zuvor hatte Ministerpräsident Giuseppe Conte auch höhere Geldstrafen von 400 bis 3.000 Euro angedroht. Bisher drohte bei Vergehen eine Strafe von 206 Euro, auch eine Haft von bis zu drei Monaten war möglich.

Italiens Polizei hat seit Einführung der Ausgangsverbote am 10. März mehr als zwei Millionen Menschen kontrolliert. Dabei habe es mehr als 100.000 Anzeigen wegen Verstößen gegeben, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus gelten bis 3. April. Gerüchte über eine Verlängerung bis Ende Juli seien komplett falsch, so Conte.

Heidi Klum nicht mit Coronavirus infiziert - "nur schwere Erkältung"

6:11 Uhr: Heidi Klum ist nicht mit dem Coronavirus infiziert. Dies sei ihr 14. Tag zu Hause, schrieb Klum am Dienstag auf Instagram zu dem Hashtag #covid_19negative. Dazu postete die vierfache Mutter ein Foto von sich unter blauem Himmel auf einer Wiese liegend.

Klum hatte Mitte März mitgeteilt, dass sie mit erkältungsähnlichen Symptomen im Bett liege und sich zu Hause isoliere. Sie habe sich auf Sars-CoV-2 testen lassen und warte auf das Ergebnis, gab sie später bekannt.

Auch Klums Mann, Musiker Tom Kaulitz, habe sich nicht gut gefühlt und ebenfalls einen Test gemacht. Der sei aber negativ ausgefallen, wie Klum und Toms Zwillingsbruder Bill Kaulitz später auf Instagram schrieben.

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Trump: Coronavirus-Konjunkturpaket umfasst 2 Billionen

6:04 Uhr: Das von Kongress und Regierung vorbereitete Coronavirus-Konjunkturpaket hat nach Angaben von Präsident Donald Trump ein Volumen von rund 2 Billionen Dollar.

Mit diesem "größten und mutigsten" Paket der US-Geschichte könnten die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie abgefedert werden, sagte Trump. Sobald die Krise ausgestanden sei, werde die US-Wirtschaft rasch wieder wachsen, versprach er.

Das von beiden großen Parteien ausgehandelte Konjunkturpaket sollte noch am Dienstag vom Senat verabschiedet werden. Danach muss das Repräsentantenhaus zustimmen.

Das genaue Volumen des Konjunkturpakets war zunächst unklar geblieben. Manche Berichte hatten von 1,5 Billionen Dollar gesprochen, andere von 1,8 Billionen Dollar. Das jetzt von Trump genannte Volumen von 2 Billionen entspräche fast 10 Prozent der US-Wirtschaftsleistung.

Alle Meldungen vom Dienstag, 24. März:

Berlin will Corona-Patienten aus Italien aufnehmen

23:45 Uhr: Berlin will so wie andere Bundesländer schwer kranke Corona-Patienten aus Italien zur Behandlung aufnehmen. Das kündigte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstagabend an. "Solidarität macht nicht an der Stadtgrenze halt", sagte Müller in der RBB-Sendung "Wir müssen reden!". "Wir wollen helfen und Patienten aus Italien aufnehmen. Darüber habe ich heute mit dem Charité-Chef gesprochen."

New York lässt in Corona-Krise 300 Gefangene frei

23:00 Uhr: In der Corona-Krise lässt die Stadt New York etwa 300 Gefangene frei. Dabei handele es sich um Insassen, die für kleinere und nicht-gewalttätige Vergehen einsitzen und deren Haftstrafe in weniger als einem Jahr ablaufen würde, sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Dienstag. Dies sei eine Maßnahme, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus auch in den Gefängnissen zu hemmen. De Blasio zufolge hat die US-Ostküstenmetropole mit nun etwa 15.000 Infizierten ein Drittel aller Corona-Fälle in den USA.

US-Leitindex Dow Jones mit größtem Tagesgewinn seit 1933

21:50 Uhr: Der Dow Jones Industrial hat die heftigen Verluste einer ganzen Handelswoche an einem Tag wieder wett gemacht und den kräftigsten Tagesgewinn seit 1933 gemacht. Das weltweit bekannteste Börsenbarometer eroberte am Dienstag mehr als 2.000 Punkte zurück und stieg um 11,37 Prozent auf 20.704,91 Punkte.

Auftrieb gaben zuversichtliche Aussagen von US-Senatoren, dass ein gewaltiges Konjunkturpaket gegen die Folgen der Coronavirus-Krise kurz vor der Verabschiedung stehe. Medienberichten zufolge sollen mindestens 1,5 Billionen Dollar (1,4 Bio Euro) in die Wirtschaft gepumpt werden. Am Montag hatte bereits die US-Notenbank (Fed) weitere Stützungsmaßnahmen für die Wirtschaft angekündigt.

Spanien: Corona-Kranke fliehen aus Krankenhäusern

21:16 Uhr: Zahlreiche Corona-Patienten fliehen in Spanien aus den Krankenhäusern. Es habe bereits mehrere Fälle in verschiedenen Krankenhäusern gegeben, sagte der Direktor der Nationalpolizei, Jose Ángel González, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Madrid. Allein in den vergangenen Stunden habe es in Leganés bei Madrid sowie im Küstenort Benidorm im Osten Spaniens zwei solcher Fälle gegeben. González klagte, neben solchen Patienten gebe es auch sonst "ziemlich viele verantwortungslose" Bürger, die etwa die vor eineinhalb Wochen verhängte Ausgangssperre verletzten. Allein in den vergangenen 24 Stunden habe man im Rahmen des sogenannten Alarmzustandes 80 "verantwortungslose und unsolidarische" Personen festnehmen müssen.

Am Mittwoch soll das Parlament auf Antrag der linken Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez über eine Verlängerung des Alarmzustands, der dritthöchsten Notstandsstufe, um weitere zwei Wochen bis zum 11. April abstimmen.

Hamburg will Abiturprüfungen nach Ankündigung aus Kiel überdenken

20:50 Uhr: Angesichts der geplanten Absage der Abiturprüfungen in Schleswig-Holstein wegen der Corona-Pandemie will Hamburg seine Haltung in dieser Frage neu überdenken. Durch die überraschende Ankündigung sei eine neue Lage entstanden, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Dienstag. "Alleingänge sind in dieser wichtigen Frage nicht vernünftig. Deshalb werden wir jetzt zusammen mit den anderen Ländern prüfen, welche Auswirkungen die Entscheidung in Schleswig-Holstein auf das Abitur in allen anderen Ländern und in Hamburg haben wird." Dabei solle zügig für Klarheit gesorgt werden. Hamburg wollte bislang an den Abiturprüfungen festhalten.

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte sich zuvor wegen der Corona-Pandemie für eine Absage der Abiturprüfungen und aller anderen Abschlussprüfungen ausgesprochen

Mehr als 400.000 Corona-Fälle weltweit, 18.000 Tote

20:05 Uhr: Weltweit haben sich nach Angaben von US-Experten schon mehr als 400.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das Virus verbreitete sich zuletzt rasant: Die Zahl der bekannten Infektionen hatte erst am Samstag die Marke von 300.000 durchbrochen. Mehr als 18.000 Menschen seien inzwischen an der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, erklärten Wissenschaftler der US-Universität Johns Hopkins am Dienstag.

Zwei Drittel der bis Dienstagnachmittag (Ortszeit) gemeldeten 409.000 Fälle entfielen demnach auf sechs Länder: China, Italien, die USA, Spanien, Deutschland und den Iran. In den USA ist die Zahl bekannter Infektionen zuletzt dramatisch in die Höhe geschnellt. Dort gibt es Johns Hopkins zufolge inzwischen 50.000 Fälle. Am Samstag waren die Forscher noch von rund 24.000 bekannten Infektionen ausgegangen.

Trump will USA nicht lange stilllegen aus Angst vor Rezession

19:44 Uhr: Die wirtschaftlichen Folgen der weitreichenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Epidemie könnten US-Präsident Donald Trump zufolge "ein Land zerstören". Die weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens und die Schließung von Geschäften sei für die Wirtschaft verheerend, erklärte Trump am Dienstag in einem Gespräch mit dem Fernsehsender Fox News. Das Land wegen des neuartigen Coronavirus in eine "massive Rezession" oder gar "Depression" zu stürzen, könnte letztlich mehr Menschenleben kosten als die Epidemie an sich, warnte Trump. Er hoffe, dass die USA bis Ostern - also Mitte April - wieder im Normalbetrieb laufen könnten.

Zehntausende Menschen würden jedes Jahr infolge der Grippe und durch Autounfälle sterben, aber niemand wolle deswegen das ganze Land stilllegen, sagte Trump. Der Präsident ließ erneut erkennen, dass er die weitgehende Stilllegung des Landes möglichst bald wieder aufheben will, zumindest in weniger von der Covid-19-Epidemie betroffenen Landesteilen. Die von der Regierung angeordneten zwei Wochen würden am kommenden Montag enden. Danach werde die Lage geprüft und es könne eventuell noch "ein bisschen mehr Zeit" geben, sagte Trump. Die gegenwärtig angeordnete Isolierung vieler Menschen zu Hause werde auch zu "Tausenden Selbstmorden" führen, warnte Trump.

Bereits am Montagabend (Ortszeit) hatte Trump bei einem Auftritt im Weißen Haus der amerikanischen Bevölkerung eine baldige Erholung von der Corona-Krise in Aussicht gestellt. "Die Beschwernisse werden enden, sie werden bald enden", sagte Trump dort. "Amerika wird bald wieder offen sein für Geschäfte." Und dies werde früher sein als erst in drei oder vier Monaten. Das normale Leben werde zurückkehren und die Wirtschaft werde sich erholen. "Wenn es nach den Ärzten ginge, würden sie vielleicht sagen: Lasst es abgeschottet, lasst uns die die ganze Welt abschotten." Für eine Wirtschaftsmacht wie die USA sei das aber langfristig keine Lösung.

Die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus in den USA ist in den vergangenen Tagen rasant gestiegen und erreichte am Dienstag die Grenze von 600. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität hervor. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 in den USA lag diesen Angaben zufolge bei rund 50.000. Damit rangieren die USA bei der Zahl der bestätigten Fälle an dritter Stelle - hinter China und Italien. Experten zufolge steht den USA das Schlimmste noch bevor. Die Weltgesundheitsorganisation schließt nicht aus, dass die USA das neue Epizentrum der Pandemie werden könnten.

Guterres fordert von G20-Staaten "Plan wie zu Kriegszeiten"

19:30 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat von den G20-Ländern in der Corona-Krise Zugeständnisse an die Entwicklungsländer und einen gewaltigen internationalen Konjunkturplan gefordert. Ein "Plan wie zu Kriegszeiten" müsse den Volkswirtschaften "massive Ressourcen zuführen und einen zweistelligen Prozentsatz des Bruttoweltprodukts erreichen", schrieb Guterres in einem Brief vom Montag, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Bei dem vom UN-Chef angedachten Volumen würde es sich um mehrere Billionen Dollar handeln.

"Wir müssen die Voraussetzungen schaffen und die Ressourcen mobilisieren, die erforderlich sind, um sicherzustellen, dass die Entwicklungsländer die gleichen Chancen haben, auf diese Krise in ihren Gesellschaften und Volkswirtschaften zu reagieren. Alles andere als diese Verpflichtung würde zu einer Pandemie von apokalyptischen Ausmaßen führen, die uns alle betrifft", schrieb Guterres weiter. Wenn sich das Virus wie ein Lauffeuer auf der ganzen Welt ausbreite, würde seine Ausrottung immer schwerer.

London sucht 250.000 Freiwillige im Kampf gegen das Coronavirus

18:58 Uhr: Die britische Regierung will den Nationalen Gesundheitsdienst NHS im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie mit 250.000 Freiwilligen verstärken. Das teilte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Dienstag bei einer Pressekonferenz in London mit. Knapp 12.000 NHS-Mitarbeiter im Ruhestand seien bereits einem Aufruf der Regierung gefolgt, in den aktiven Dienst zurückzukehren. Zudem solle in der kommenden Woche ein temporäres Krankenhaus eröffnet werden, das in einem Konferenzzentrum eingerichtet werde, erklärte Hancock.

Die Zahl der Toten durch COVID-19 in Großbritannien stieg unterdessen um 87 auf 422. Die Zahl der bestätigten Infektionen liegt inzwischen bei mehr als 8.000. Die tatsächliche Zahl dürfte aber erheblich höher sein. In Großbritannien wurden bislang nur rund 82.000 Menschen getestet, weit weniger als beispielsweise in Deutschland. Hancock beteuerte jedoch, die Regierung sei im Begriff, Millionen von Test-Sets zu kaufen.

Italien: Erneut mehr als 700 Tote an einem Tag

18:30 Uhr: In Italien sind innerhalb eines Tages 743 Menschen in Folge der Corona-Pandemie gestorben. Damit wurden am Dienstag vorsichtige Hoffnungen auf eine rasche und deutliche Abflachung der Virus-Kurve zunächst gedämpft. In den beiden Tagen davor hatte es jeweils etwas weniger neue Tote gegeben als zuvor.

Insgesamt zählte der italienische Zivilschutz bisher 6820 Todesopfer. Am Samstag hatte der Zivilschutz die Rekordzahl von rund 790 Todesopfern für einen Tag verzeichnet. Die Zahl der Menschen, die in Italien positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet wurden, stieg auf mehr als 69.000. Das teilte Zivilschutzchef Angelo Borrelli in Rom mit.

Polen verbietet wegen Corona-Krise Versammlungen von mehr als zwei Menschen

18:00 Uhr: Polen ist dem Beispiel Deutschlands gefolgt und hat wegen der Coronavirus-Pandemie Versammlungen von mehr als zwei Menschen in der Öffentlichkeit verboten. "Wir treffen diese Entscheidung, um Zeit zu gewinnen", sagt Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Dienstag. Die Regierung schränkte außerdem die Bewegungsfreiheit erheblich ein.

Die Bürger sollten nur noch vor die Tür gehen, um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen. Menschen dürfen sich nur noch zu zweit im Freien treffen. Familien sind von der Regelung ausgenommen.

Ausnahmen gelten auch für religiöse Veranstaltungen, wie Messen und Beerdigungen, an denen maximal fünf Menschen teilnehmen dürfen. Die Regeln würden bis zum 11. April gelten, sagte Gesundheitsminister Lukasz Szumowski.

Beatmungsventile aus dem 3D-Drucker für Corona-Patienten in Italien

17:52 Uhr: Im Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19 geht Italien ungewöhnliche Wege: 3D-Drucker-Firmen, Strumpfwaren-Hersteller und der Fiat-Konzern helfen bei der Herstellung von dringend benötigtem medizinischem Material. "Wir wurden von einer Zeitung aus Brescia kontaktiert und gefragt, ob wir für ein Krankenhaus Ventile für Beatmungsgeräte drucken könnten", sagt Alessandro Romaioli, ein auf 3D-Druck spezialisierter Ingenieur der Firma Isinnova der Nachrichtenagentur AFP.

Daraufhin habe die Firma vier Prototypen produziert und ins Krankenhaus gebracht. "Dort sagten sie uns, dass sie funktionieren", sagte Romaioli weiter. Die Ventile seien an Patienten getestet worden - mit ausgezeichneten Ergebnissen. Das Krankenhaus habe daraufhin hundert weitere Ventile bestellt, so der junge Ingenieur.

Auch der Strumpfwarenhersteller Calzedonia gab bekannt, einige seiner Werkstätten zur Produktion von Atemschutzmasken zu nutzen. Seit Montag würden täglich 10.000 Masken produziert. Die Zahl soll nach Angaben des Unternehmens noch erhöht werden.

Frankreich rüstet Schnellzug für Verlegung von Kranken um

17:45 Uhr: Für den Abtransport von Corona-Infizierten aus dem Risikogebiet im Elsass setzt Frankreich erstmals einen Hochgeschwindigkeitszug ein. Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran sagt am Dienstag in Paris, der medizinisch umgerüstete TGV der Staatsbahn werde am Mittwoch 30 Kranke aus überlasteten Kliniken in Straßburg und Mülhausen wegbringen. Dies sei eine "Premiere in Europa", sagt Véran. Wohin die Menschen verlegt werden ist nicht bekannt.

Greta Thunberg mit Corona-Botschaft auf Instagram

17:35 Uhr: Auf ihrem Instagramkanal meldet sich die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg mit einer Botschaft an ihre Follower zu Wort: "In den letzten beiden Wochen bin ich drinnen geblieben. Nach meiner Rückkehr aus Zentraleuropa habe ich mich von meiner Mutter und Schwester isoliert, denn die COVID-19-Fälle vor Ort waren zu jener Zeit etwa gleichauf mit jenen in Italien."

Vor etwa zehn Tagen habe sie dann erste Symptome verspürt. Auch der Vater der 17-Jährigen sei von Symptomen betroffen gewesen. Einen Test habe sie nicht gemacht, doch die Wahrscheinlichkeit, dass sie am Coronavirus erkrankt war, sei hoch.

Ihren Post beendet die Klimaaktivistin mit einem Appell an ihre Follower, den Vorgaben der Behören zu folgen und sich in der Krise gegenseitig beizustehen.

Von der Leyen warnt vor Internet-Betrug in der Corona-Krise

17:14 Uhr: EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen warnt vor Internet-Betrügern und angeblichen Wundermitteln gegen das Coronavirus. Kriminelle nutzten die Sorge vor der Pandemie, erklärte von der Leyen am Dienstag. "Unsere Angst wird ihre Geschäftsidee."

Die Zahl von Internet-Delikten habe zugenommen, ebenso die Zahl von falschen Arzneien, Sprays und Ähnlichem. Von der Leyen unterstrich jedoch Fahndungserfolge, die die europäische Polizeibehörde Europol jüngst vermeldet hatte. Mehr als 4,4 Millionen Packungen nicht zugelassener Medikamente seien beschlagnahmt, 37 Verbrecherbanden zerschlagen und 121 Menschen festgenommen worden. 2.500 Links zu Webseiten oder Social-Media-Kanälen seien aus dem Netz entfernt worden.

Bürger sollten sich immer vergewissern, ob Betreiber einer Webseite wirklich seriös seien, riet von der Leyen. Und sollte einmal ein Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar sein, dann würden dies Regierungen und öffentliche Institutionen offiziell mitteilen. "Dann werden Sie das aus einer vertrauenswürdigen Quelle erfahren", fügte die Kommissionschefin hinzu.

Ungarns Ministerpräsident Orban will mit Sondervollmachten gegen Pandemie vorgehen

17:07 Uhr: Vor dem Hintergrund der globalen Corona-Pandemie will sich Ungarns machtbewusster Ministerpräsident Viktor Orban durch ein beispielloses Gesetz umfassende Vollmachten geben lassen. Das ungarische Parlament debattierte am Dienstag einen Gesetzentwurf, der es Orban ermöglichen würde, für unbegrenzte Zeit und ohne parlamentarische Kontrolle auf dem Verordnungsweg zu regieren.

Das Gesetz soll dafür sorgen, "dass die Regierung alle zur Eindämmung beziehungsweise Abwehr der Folgen der Covid-19-Pandemie nötigen außerordentlichen Maßnahmen treffen kann", heißt es in der Einleitung des Entwurfs. Dabei, so die Vorlage, könne sie "die Anwendung einzelner Gesetze suspendieren, von gesetzlichen Bestimmungen abweichen und sonstige außerordentliche Maßnahmen treffen".

Die Dauer dieser Vollmachten ist nicht konkret begrenzt - sie bemisst sich daran, wie lange die Regierung den Pandemie-Notstand als gegeben ansieht. Die Regierung ist auch nicht auf das Parlament angewiesen, das aufgrund der Pandemie am Zusammentreten gehindert sein könnte. Kriterien dafür, wann das Parlament als verhindert anzusehen ist, enthält der Gesetzentwurf nicht.

Ägypten verhängt wegen Coronavirus nächtliche Ausgangssperre

16:58 Uhr: Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hat Ägypten eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Für die kommenden zwei Wochen dürften Bewohner zwischen 19.00 Uhr und 6.00 Uhr das Haus nicht mehr verlassen, kündigte Ministerpräsident Mustafa Madbuli am Dienstag an. Geschäfte müssen bereits um 17.00 Uhr schließen. Freitags und samstags - in Ägypten das Wochenende - bleiben sie komplett geschlossen. Ausgenommen sind Supermärkte, Lebensmittelläden, Bäckereien und Apotheken, die nicht in Einkaufszentren liegen.

DFL-Präsidium empfiehlt Bundesliga-Pause bis zum 30. April

16:50 Uhr: Der Spielbetrieb in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga soll wegen der Coronavirus-Pandemie vorerst bis zum 30. April ausgesetzt bleiben. Diese Empfehlung hat das Präsidium der Deutschen Fußball Liga den 36 Profivereinen zur Beschlussfassung auf der Mitgliederversammlung in der kommenden Woche gegeben.

Bundestag tagt wegen Corona-Pandemie unter besonderen Vorkehrungen

16:43 Uhr: Um Ansteckungen mit dem Coronavirus zu verhindern, tagt der Bundestag am Mittwoch mit ungewohnten Vorsichtsmaßnahmen. An den Eingängen werden Spender mit Desinfektionsmittel aufgestellt und die Türen zum Plenum bleiben offen, so dass sie nicht berührt werden müssen, wie Bundestagssprecherin Eva Haacke am Dienstag mitteilte.

Demnach werden die Türen außerdem mit "Eingang und "Ausgang" gekennzeichnet, so dass es weniger Begegnungen zwischen den Abgeordneten gibt. Im Sitzungssaal werden die Stühle so markiert, dass die Abgeordneten mit größerem Abstand zueinander Platz nehmen. Die Politiker sollen jeweils nur bei den Tagesordnungspunkten an der Sitzung teilnehmen, "die ihre jeweiligen Arbeitsbereiche betreffen".

Wer ans Rednerpult tritt, bekommt Haacke zufolge nicht das übliche Wasserglas hingestellt, sondern einen Pappbecher mit Wasser. Zwischen den Reden werde das Pult jeweils desinfiziert.

Indien verhängt "vollständige Ausgangssperre" für drei Wochen

16:30 Uhr: Wegen der Coronavirus-Pandemie greift Indien zu drastischen Maßnahmen und verhängt eine dreiwöchige "vollständige Ausgangssperre" für seine 1,3 Milliarden Bürger. "Ab heute um Mitternacht wird das ganze Land vollständig abgeriegelt sein", um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, sagt Premierminister Narendra Modi am Dienstag in einer Fernsehansprache.

Die Maßnahme gelte für 21 Tage. Wenn dieser Zeitraum nicht respektiert werde, werde das Land um 21 Jahre zurückgeworfen, so Modi weiter. Er ruft die Inder auf, die soziale Distanz zu respektieren und zu Hause zu bleiben.

Unternehmen können Sozialbeiträge wegen Corona-Krise später zahlen

16:20 Uhr: Die Arbeitgeber in Deutschland müssen im Fall einer finanziellen Notlage wegen der Coronakrise zunächst keine Sozialversicherungsbeiträge abführen.

Auf Antrag des Arbeitgebers können die Beiträge stattdessen bis Mai gestundet werden, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag in Berlin aus Kreisen der Sozialversicherungsträger erfuhr.

Kreuzfahrtschiffe mit möglichen Corona-Fällen an Bord suchen Häfen zum Anlegen

16:12 Uhr: In der Coronavirus-Krise irren immer noch Kreuzfahrtfahrtschiffe auf den Weltmeeren herum, die wegen möglicher Infektionsfälle an Bord nicht anlegen können. Chile wies am Montag das unter niederländischer Flagge fahrende Schiff "Zaandam" ab, weil mehrere Menschen an Bord unter grippeähnlichen Symptomen leiden. Die Reederei Holland America sucht nun einen Hafen, in dem die Kranken von Bord gehen können, bevor das Schiff seine Reise nach Fort Lauderdal in Florida fortsetzen kann.

Das Schiff war am 7. März in Buenos Aires in See gestochen. Nach Angaben der Reederei sind 13 der 1243 Passagiere und 29 der 586 Besatzungsmitglieder krank. Die Kranken und enge Kontaktpersonen wurden demnach isoliert. Sie an Bord auf das neuartige Coronavirus zu testen, ist nach Angaben der Reederei nicht möglich.

Sorge in Brüssel um möglichem Corona-Ausbruch in griechischen Flüchtlingslagern

16:00 Uhr: In Brüssel herrscht Sorge über einen möglichen Ausbruch des Coronavirus in überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln. Die EU-Kommission unterstütz die griechischen Behörden derzeit bei der Ausarbeitung eines Notfallplans, sollte die Krankheit Covid-19 in einem der Lager ausbrechen, sagt ein Sprecher der Brüsseler Behörde am Dienstag. EU-Abgeordnete fordern, zu Risikogruppen gehörende Menschen präventiv aus den Lagern zu holen.

Die griechischen Behörden seien darum bemüht, gesonderte Bereiche in den Lagern einzurichten, um Verdachtsfälle zu untersuchen und Menschen unter Quarantäne zu stellen, sagt der Kommissionssprecher. "Wir unterstützen auch Maßnahmen zur Beschleunigung des Transports von den Inseln zum Festland", fügt er hinzu.

Abitur in Schleswig-Holstein soll abgesagt werden

15:40 Uhr: Bildungsministerin Karen Prien (CDU) fordert laut NDR die Absage der Abiturprüfungen in Schleswig-Holstein. Seit 16. März sind die Schulen in dem Bundesland geschlossen.

Laut Prien müssten die Abiturprüfungen direkt nach den Osterferien stattfinden. Dies sei aufgrund der aktuellen Krisenlage jedoch nicht möglich.

Anstelle des Abiturs sollen die Schülerinnen und Schüler ein sogenanntes Anerkennungsabitur erhalten, das sich aus ihren bisherigen Zensuren zusammensetzt.

Singapur schließt Bars, Kinos und Theater wegen Corona-Pandemie

15:20 Uhr: Singapur hat seine Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verschärft. Bars, Kinos, Theater und Nachtclubs werden bis zum 30. April geschlossen, wie das Gesundheitsministerium des Stadtstaates am Dienstag mitteilte. Bei 49 weiteren Menschen in dem flächenmäßig kleinsten Land Südostasiens sei die Lungenkrankheit Covid-19 diagnostiziert worden, die durch das Coronavirus verursacht wird, hieß es zur Begründung. Zwei Menschen seien bereits an der Krankheit gestorben. Singapur hat knapp sechs Millionen Einwohner.

Auch Olympischer Fackellauf verschoben

15:10 Uhr: Nachdem die Olympischen Spiele in Tokio wegen der Corona-Pandemie auf das Jahr 2021 verschoben wurden, wird nun auch der Olympische Fackellauf verlegt. Dies teilt OK-Chef Yoshiro Mori mit. Die Flamme sollte am Donnerstag ihren langen Weg durch die 47 Präfekturen Japans antreten. Der symbolträchtige Start war in der Präfektur Fukushima geplant, die 2011 durch das Erdbeben und den folgenden Tsunami zerstört worden war.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und sein Präsident Thomas Bach einigten sich bei der Verschiebung der Spiele darauf, dass die Olympische Flamme bis zur Austragung der Spiele in Japan bleiben wird. Sie soll in den aktuell schwierigen Zeiten als Licht am Ende des Tunnels dienen.

Sachsen will tschechische Pflegekräfte halten

15:05 Uhr: Angesichts der Restriktionen für tschechische Berufspendler wegen der Corona-Krise versucht Sachsen, vor allem Pflegekräfte zu halten. Allen Tschechen, die im Freistaat im Bereich Medizin und Pflege arbeiten und in Deutschland bleiben, werde ein täglicher Zuschuss von 40 Euro zum Lebensunterhalt gezahlt, sagt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Dienstag in Dresden. Dies gelte für Berufspendler in Kliniken und Pflegeheimen, aber auch für Bereiche wie Krankenhausküchen oder -wäschereien.

Stromverbrauch in Deutschland sinkt

14:58 Uhr: Der Stromverbrauch in Deutschland ist durch die Einschränkungen im Zuge der Corona-Krise gesunken. Am Montag sei der Verbrauch 4,9 Prozent niedriger gewesen als im Mittel für den vergleichbaren Tag in den Jahren 2017 bis 2019, heißt es in einer Lageeinschätzung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BdEW) vom Dienstag. Nachdem in der vergangenen Woche die Rückgänge noch in den üblichen Schwankungsbreiten gelegen hätten, zeigten sich jetzt erste deutlichere Abweichungen vor allem in den Tagstunden.

Bei den Großhandelspreisen für Strom habe es zum Wochenbeginn einen weiteren Preisrückgang gegeben. Stromlieferungen für das kommende Jahr seien an der Strombörse um 15 Prozent niedriger gehandelt worden als im Durchschnitt der vorletzten Woche. Bei zeitnahen Lieferungen im April betrage der Rückgang sogar fast 40 Prozent.

Rewe plant Bonuszahlungen für Mitarbeiter

14:40 Uhr: Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler Rewe will seine Beschäftigten und die der konzerneigenen Discounttochter Penny für ihren Einsatz in der Coronavirus-Krise mit einem Bonus belohnen. Dafür werde der Konzern über 20 Millionen Euro in die Hand nehmen, sagte ein Rewe-Sprecher am Dienstag auf Nachfrage.

"Das sind schnelle und unbürokratische erste Sofortmaßnahmen, um unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine klare Botschaft zu geben: Wir sagen nicht nur Danke für ihren unermüdlichen Einsatz in dieser schwierigen Ausnahmesituation, sondern wir honorieren ihr Engagement zugleich in finanziell spürbarer Weise", betonte der Sprecher. Der jeweilige Betrag ist etwa abhängig von der Funktion und davon, ob Vollzeit oder Teilzeit gearbeitet wird.

Die Bonuszahlung werde als Guthaben auf die Mitarbeiterkarten gebucht. Das habe den Vorteil, dass der Betrag den Beschäftigten praktisch als Netto-Zahlung zugutekomme.

Auch bei Aldi Süd können sich die Beschäftigten vielleicht schon bald über eine Prämie freuen. "Wir machen uns derzeit Gedanken, wie wir uns bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz erkenntlich zeigen können", sagte ein Unternehmenssprecher.

Ausgangsbeschränkungen für Thüringen angekündigt

14:21 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat ein Kontaktverbot für den Freistaat angekündigt. Damit werde umgesetzt, was Bund und Länder am Sonntag vereinbart hätten, sagte Ramelow am Dienstag nach einer Sitzung des Regierungskabinetts.

Die Pläne sehen vor, dass man sich im öffentlichen Raum nur noch alleine, zu zweit oder im Kreise der Mitglieder des eigenen Haushalts aufhalten darf. Ramelow kündigte dazu eine Grundverordnung an, die landesweit gelten soll.

Zugleich betonte der Regierungschef, dass die Menschen weiterhin die Möglichkeit haben sollen, in ihre Gärten zu gehen. "Wir wollen, dass die Menschen raus gehen, dass sie Licht, Luft und die Natur genießen", sagte Ramelow. Auch in Kleingartenanlagen könnten sich die Thüringer weiter aufhalten, weil der Abstand zwischen den Gärten ausreichend sei.

Bundestag wird am Mittwoch Epidemiefall ausrufen

14:10 Uhr: Der Bundestag wird nach Angaben von Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt am Mittwoch den Epidemiefall ausrufen.

Der "Gesetzentwurf zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite" sieht vor, schnelle Entscheidungen zu ermöglichen, um auf eine Epidemie effektiv reagieren zu können. Dazu soll der Bund in einer "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" für einen befristeten Zeitraum zusätzliche Kompetenzen erhalten.

Das Bundesgesundheitsministerium soll beispielsweise ermächtigt werden, Vorkehrungen zum Schutz der Bevölkerung zu treffen und die Gesundheitsversorgung sicherzustellen.

Dabei geht es etwa um Vorschriften für den grenzüberschreitenden Reiseverkehr, Melde- und Untersuchungspflichten und Maßnahmen zur Sicherstellung der Grundversorgung mit Arzneimitteln, Schutzausrüstung und Labordiagnostik.

Am Montagabend habe es die Einigung gegeben, dass eine epidemiologische Lage "nicht mehr wie ursprünglich geplant von der Bundesregierung ausgerufen werden kann", sagte Göring-Eckardt am Dienstag vor einer digitalen Sitzung ihrer Fraktion.

Es sei vereinbart worden, dass der Bundestag ihn ausrufe, "das wird er morgen sicher auch mit großer Mehrheit tun". Dann werde sich der Bundesrat dazu verhalten. Die Regelung werde auf ein Jahr begrenzt sein, sagte Göring-Eckardt weiter.

Olympischen Spiele werden verschoben

13:51 Uhr: Die Olympischen Spiele in Tokio sollen verschoben werden, spätestens aber im Sommer 2021 stattfinden. Das haben das Internationale Olympische Komitee und die Olympia-Organisatoren in Japan gemeinsam am Dienstag beschlossen, wie das IOC mitteilte.

Söder in Pressekonferenz: "Machen uns riesige Sorgen"

13:24 Uhr: In der Pressekonferenz nach einer Kabinettssitzung in München betont Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), dass die Lage weiterhin Ernst bleibe. Gleichzeitig bedankt er sich bei der Bevölkerung für ihre Kooperation in der Krisenlage.

Auf vorangegangene Kritik reagiert Söder mit der Aussage, dass Bayern ein späteres Handeln in der Krise nicht hätte verantworten können.

"Wir machen uns riesige Sorgen um die wirtschaftlichen Herausforderungen. Viele sind sich nicht bewusst, welche Herausforderungen es geben wird", betont er. Deshalb stockt Bayern sein Hilfspaket für die Wirtschaft in dem Bundesland noch einmal massiv auf. Zur Bewältigung der Corona-Krise stehen nun 20 Milliarden Euro zur Verfügung. Zudem werde es weiter vergünstigte Bürgschaften und einen Bayern-Fonds in Höhe von 20 Milliarden Euro geben, um die Wirtschaft zu schützen. Es handle sich dabei um das umfassendste Wirtschaftsprogramm jemals in Bayern.

Wegen Corona-Krise werden in Berlin vorerst keine Wohnungen geräumt

12:50 Uhr: In Berlin werden wegen der Corona-Krise nach Angaben von Justizsenator Dirk Behrendt derzeit keine Wohnungen geräumt. Auch Sperren wegen nicht gezahlter Rechnungen für Gas, Wasser oder Strom seien ausgesetzt, teilte der Grünen-Politiker am Dienstag mit.

Wenn Menschen in der jetzigen Krisensituation auf der Straße landen würden oder ohne Heizung leben müssten, wäre das eine unzumutbare Härte, so Behrendt. Zudem wären Räumungen oder Sperrungen für Gerichtsvollzieher aus gesundheitlichen Gründen schwierig. Sie müssten den persönlichen Kontakt zu Betroffenen herstellen.

Thailand verhängt Ausnahmezustand

12:38 Uhr: In Thailand gilt wegen der Corona-Pandemie von diesem Donnerstag an der Ausnahmezustand. Dies kündigte Premierminister General Prayut Chan-o-cha am Dienstag in einer Fernsehansprache an. Die Leute sollen zuhause bleiben, damit eine Ausbreitung des Virus verhindert wird. Am Donnerstag sollen weitere Einschränkungen bekanntgegeben werden. Nach Angaben des thailändischen Gesundheitsministeriums sind inzwischen mindestens 827 Menschen infiziert.

Gewerkschaft fordert zentrale Corona-Materialbeschaffung für Stravollzug

12:33 Uhr: Angesichts eines ersten Corona-Falls bei einem Häftling in einem Hamburger Gefängnis hat die Gewerkschaft der Beschäftigten im Strafvollzug eine zentrale Koordinierung der Gegenmaßnahmen gefordert. In allen Justizvollzugsanstalten seien zwar bereits Isolierstationen eingerichtet worden, aber nicht überall seien auch die notwendigen Schutzausrüstungen vorhanden, sagt der Bundesvorsitzende des Bunds der Strafvollzugsbediensteten (BSBD), René Müller, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Dienstag.

Die für Justizmitarbeiter erforderliche Ausrüstung gleiche generell der für medizinische Hilfskräfte im Umgang mit Corona-Patienten, betonte Müller. Es stelle sich daher "die Frage der zentralen Versorgung und Zuteilung". Jedes Bundesland handle allein und sei im Fall von Engpässen "vermutlich" überfordert, schnell Abhilfe zu organisieren. Hier sei das Bundesjustizministerium gefordert.

Kuba will alle Touristen unter Quarantäne stellen

12:24 Uhr: Wegen der Coronavirus-Pandemie will Kuba alle Touristen in Quarantäne nehmen, die sich nach der Grenzschließung am Dienstag noch auf der Insel aufhalten. "Alle Touristen, die sich noch in Hotels befinden, werden unter Quarantäne gestellt", kündigte Ministerpräsident Manuel Marrero in einer vom Staatsfernsehen übertragenen Rede an. Nach Angaben der Regierung waren am Montag noch rund 32.500 ausländische Urlauber auf der Karibikinsel.

Die Ankündigung löste einen Sturm auf den Flughafen von Havanna aus. Viele Touristen, die überstürzt ihre Sachen gepackt hatten, befürchteten aber, gar keinen Flug mehr zu erwischen.

Hebammen helfen per Video

12:12 Uhr: Hebammen bieten Schwangeren und Paaren mit Neugeborenen ihre Hilfe in der Corona-Krise mit Videoschalte an. Bis Mitte Juni könne verstärkt auf Beratung oder Kursteilnahme per Videotelefonie zurückgegriffen werden, teilen die maßgeblichen Hebammenverbände und dem Spitzenverband der Krankenkassen am Dienstag in Berlin mit. "So bleibt die Versorgung von Schwangeren und Müttern im Wochenbett in dieser außerordentlichen Situation aufrechterhalten und mögliche Verdienstausfälle für freiberufliche Hebammen können minimiert werden."

Nach Sachsen nimmt auch NRW Coronavirus-Patienten aus Italien zur Behandlung auf

11:50 Uhr: Nach Sachsen nimmt auch Nordrhein-Westfalen Coronavirus-Patienten aus Italien zur Behandlung auf. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagt am Dienstag vor dem Düsseldorfer Landtag, er habe am Montag angeboten, "dass wir zunächst zehn Patienten aufnehmen".

Regierungschef beantwortet Fragen von Radiohörern zu Coronakrise

11:42 Uhr: Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) stellt sich in der Coronakrise erneut den Fragen der Niedersachsen. Weil ist am Donnerstag von 7.00 bis 8.00 Uhr zu Gast beim Radiosender Antenne Niedersachsen, wie der Sender am Dienstag in Hannover mitteilte. Wer Fragen an den Regierungschef hat, kann sich schon jetzt per WhatsApp oder E-Mail an Antenne Niedersachsen wenden. Das ist auch während der "Moin Show" am Donnerstag möglich. Weil hatte sich am Samstag bereits den Fragen der Hörer von NDR 1 Niedersachsen gestellt.

Saar-Uniklinik nimmt fünf Corona-Patienten aus Grand Est auf

11:34 Uhr: Fünf Corona-Notfallpatienten aus der ostfranzösischen Region Grand Est werden nun im Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg behandelt. Sie seien am Montag eingeliefert worden, nachdem das Saarland der benachbarten Region Unterstützung zugesagt hatte, teilt Regierungssprecher Alexander Zeyer am Dienstag mit. Weitere Covid-19-Patienten aus Grand Est würden nicht erwartet.

Irans Präsident: Hafturlaub von Gefangenen wird verlängert

11:24 Uhr: Im Iran wird wegen der Corona-Pandemie der Hafturlaub von Gefangenen um mindestens 16 weitere Tage verlängert. "Der Corona- Krisenstab der Regierung hat beschlossen, dass der Hafturlaub vom 3. bis zum 19. April verlängert wird", sagt Präsident Hassan Ruhani am Dienstag. Eine weitere Verlängerung sei nicht ausgeschlossen, falls die Coronakrise auch bis Ende April nicht bewältigt werde.

Insgesamt durften 85.000 Gefängnisinsassen wegen der Coronakrise und des persischen Neujahrs (20. März) für zwei Wochen nach Hause, darunter auch einige politische Häftlinge. 10.000 von ihnen wurden begnadigt. Die Regelung galt jedoch nicht für Schwerkriminelle.

Coronavirus: Auch Zypern verhängt Ausgangsbeschränkungen

11:00 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus hat auch Zypern am frühen Dienstagmorgen weitreichende Maßnahmen verhängt, die den Ausgang der Bürger beschränken.

Die Menschen dürfen nur noch das Haus verlassen, um Lebensmittel einzukaufen, zur Arbeit, zum Arzt, zur Apotheke oder zum Sport zu gehen sowie den Hund auszuführen.

"Der Feind ist unsichtbar, aber nicht unbesiegbar", hatte der zyprische Präsident Nikos Anastasiades am Vorabend bei einer Ansprache gesagt. Wie er weiter sagte, müssten die Bürger in ihren Wohnungen bleiben, "die Schutzbunker dieses Krieges".

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Laschet erörtert Ziele der Pandemie-Bekämpfung im Landtag

10:55 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat den Kampf gegen das Coronavirus als die schwerste Bewährungsprobe in der Geschichte des Landes bezeichnet.

Der Blick nach Italien zeige "unermessliche Tragödien", so Laschet am Dienstag in einer Sondersitzung des Landtags in Düsseldorf. "Es geht um Leben und Tod."

Die drei wichtigsten Ziele seien, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, das Gesundheitssystem massiv auszubauen und die Folgen der Pandemie für die Wirtschaft abzufedern.

Im Einvernehmen mit den Landtagsfraktionen sollte bis zum Nachmittag im Schnellverfahren ein Nachtragshaushalt in Höhe von 25 Milliarden Euro zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen beschlossen werden. Damit sollen Unternehmen und Arbeitsplätze geschützt werden.

Krankschreibung per Telefon jetzt für bis zu 14 Tage möglich

10:38 Uhr: Angesichts der Zunahme der Corona-Fälle werden die Vorgaben für eine Krankschreibung weiter gelockert. Patienten mit leichten Erkrankungen der Atemwege können sich ab sofort nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Arzt für bis zu 14 Tage krank schreiben lassen, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am Dienstag in Berlin mitteilte. Eine telefonische Bestätigung der Arbeitsunfähigkeit ist auch möglich, wenn der Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht. Patienten müssen dafür also nicht eigens in die Praxis kommen.

Millionen von Deutschland bestellte Atemmasken in Kenia verschwunden

10:31 Uhr: Bei der Lieferung von sechs Millionen Schutzmasken nach Deutschland gegen eine weitere Verbreitung von Corona-Infektionen hat es eine Panne gegeben. Die Masken der Schutzstufe FFP2 seien auf einem Flughafen in Kenia "spurlos verschwunden", berichtet der Spiegel am Dienstag. Laut einer Sprecherin des Verteidigungsministeriums werde der Vorgang untersucht. Der von der Generalzolldirektion geschlossene Liefervertrag habe storniert werden können. Weiter sagt sie, es handele sich um einen Bruchteil des insgesamt bestellten Materials.

Knapp 102.000 Menschen weltweit von COVID-19 geheilt

10:05 Uhr: Von den 382.108 Fällen an weltweit bestätigten Infektionen, meldet die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität bereits 101.857 als von COVID-19 geheilt.

453 davon sind demnach Patienten in Deutschland. In Europa hat Italien mit der höchsten Zahl von 63.927 Infizierten (Stand: heute um 08:15 Uhr) auch die höchste Zahl an Genesungen: 7.432 Menschen sind dort bereits von dem Virus geheilt.

Giffey: Corona-Krise könnte mehr häusliche Gewalt zur Folge haben

09:51 Uhr: Isolation und finanzielle Sorgen durch die Corona-Krise könnten zu mehr häuslicher Gewalt führen. Das sagt Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Umso wichtiger sei es für Opfer zu wissen, dass sie das Haus verlassen dürfen, um sich Hilfe zu holen. Das sei ein triftiger Grund. Auch telefonische Hilfe-Hotlines seien erreichbar und würden angesichts der Corona-Pandemie ausgebaut, sagt die Ministerin.

Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland

09:40 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag mit 27.436 angegeben - ein Plus von 4062 seit dem Vortag. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 114 Todesfälle.

Mehr als 1.500 Coronavirus-Fälle in Türkei - 37 Todesopfer

09:05 Uhr: Die Zahl der Todesopfer durch COVID-19 ist in der Türkei auf 37 gestiegen. An einem Tag seien sieben Menschen verstorben, teilte Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Montagabend auf Twitter mit.

Zudem seien 293 weitere Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden, damit steigt die Gesamtzahl der erfassten Infizierten auf 1.529. In 24 Stunden seien rund 3.700 Tests durchgeführt worden, schrieb Koca.

Die türkische Regierung teilt nicht mit, in welchen Städten oder Provinzen Menschen positiv getestet wurden. Koca hatte in einer Pressekonferenz am Montag lediglich gesagt, dass es im ganzen Land Fälle gebe. Die Türkische Ärztevereinigung (TTB) fordert von der Regierung in Ankara Transparenz, sie beklagt zudem, dass es in den Krankenhäusern an Schutzkleidung für medizinisches Personal mangele.

Das türkische Innenminister veröffentlichte am Dienstag unterdessen eine neue Regelung, womit unter anderem die Anzahl der Kunden, die gleichzeitig einen Supermarkt besuchen dürfen, begrenzt wird.

Die Anzahl der erlaubten Besucher variiert je nach Größe des Marktes. In öffentlichen Verkehrsmitteln sind zudem nur noch 50 Prozent der zugelassenen Kapazität an Fahrgästen erlaubt.

Passagierzahlen am Frankfurter Flughafen brechen weiter ein

08:47 Uhr: Der wegen der Corona-Krise weltweit nahezu zum Erliegen gekommene Flugverkehr hinterlässt beim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport weiterhin tiefe Spuren.

Die Passagierzahl brach in der zwölften Kalenderwoche des Jahres (16. bis 22. März) um 73,5 Prozent auf 331.353 ein, und das Frachtvolumen fiel um rund ein Fünftel auf 36.591 Tonnen, wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Die Anzahl der Flugbewegungen sank um rund 58 Prozent auf 3.960.

Das Unternehmen hatte erst jüngst wegen der Folgen der Coronavirus-Pandemie für einen Großteil der Beschäftigten Kurzarbeit eingeführt.

NRW erlässt Bußgeld-Katalog für Verstöße gegen Corona-Regeln

08:25 Uhr: Nordrhein-Westfalen hat einen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die landesweiten Corona-Regeln mit Strafen bis zu 5.000 Euro erlassen. Im Wiederholungsfall werden sogar bis zu 25.000 Euro fällig. Der Erlass, der nach dpa-Informationen am Montagabend an die zuständigen Behörden geschickt wurde, liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Bei Zusammenkünften von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit, die nicht direkt verwandt sind, werden danach 200 Euro von jedem Beteiligten fällig. Verbotenes Picknicken kostet 250 Euro pro Teilnehmer. Wer trotz Verbots Sportveranstaltungen organisiert, zahlt 1.000 Euro.

Der Verzehr von Außer-Haus-Speisen näher als 50 Meter am Restaurant oder Imbiss kostet 200 Euro. Zusätzliche Bußgelder seien möglich gegen Unternehmen, die von Verstößen profitieren. Teuer werden auch Hygieneverstöße oder Verstöße gegen das Besuchsverbot in Einrichtungen wie etwa Altenheimen.

Kampf gegen Corona: Elon Musk bietet Beatmungsgeräte an

07:59 Uhr: Tech-Milliardär Elon Musk hat für den Kampf gegen das Coronavirus seine Hilfe angeboten. Er habe in China 1.255 Beatmungsgeräte gekauft und nach Los Angeles gebracht, schrieb der 48-jährige Tesla-Chef auf Twitter. "Wenn Sie ein kostenloses Beatmungsgerät installiert bekommen möchten, lassen Sie es mich wissen", sagte Musk.

Tesla hatte in der vergangenen Woche einem Produktionsstopp in seinem Hauptwerk im kalifornischen Fremont aufgrund der Coronakrise zugestimmt. "Wir halten uns an die gesetzlichen Vorschriften", teilte der US-Elektroautobauer mit. Vorangegangen waren tagelange Diskussionen mit Gesetzesvertretern.

Medien: 20 Prozent Gehaltsverzicht bei Bayern München

07:35 Uhr: In der Fußball-Bundesliga deutet sich bei Spielern und Funktionären große Bereitschaft zu einem partiellen Gehaltsverzicht an. Medienberichten zufolge haben sich alle Spieler, der gesamte Vorstand und der komplette Aufsichtsrat von Rekordmeister Bayern München bereit erklärt, wegen der Einschnitte aufgrund der Coronavirus-Pandemie auf 20 Prozent ihrer Bezüge zu verzichten. Dies berichtet die Bild-Zeitung.

Die Personalkosten beim FC Bayern in der Saison 2018/19 beliefen sich bei allen Beschäftigten auf 336,2 Millionen Euro, der Umsatz lag bei 750,2 Millionen Euro.

Unter anderem die Spieler von Schalke 04 und Werder Bremen haben einen Gehaltsverzicht bereits selbst angeboten, auch bei Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund laufen demnach Gespräche.

Weltärztepräsident: Coronakrise mindestens bis Ende des Jahres

07:11 Uhr: Der Präsident des Weltärztebundes rechnet nicht mit einem schnellen Ende der Coronakrise. "Diese Problematik wird uns mit Sicherheit bis zum Ende des Jahres begleiten", sagte Frank Ulrich Montgomery der Deutschen Presse-Agentur. Bis ein Impfstoff verfügbar sei, "werden wir unser gesamtes soziales Leben und unser Arbeitsleben umstellen müssen".

Montgomery begrüßte die Einigung von Bund und Ländern auf eine Kontaktbegrenzung. Es sei ein großer Unterschied, ob Menschen durch staatliche Repression eingeschlossen würden - wie bei einer Ausgangssperre - "oder ob sie es selber in der Hand haben". Der Weltärztepräsident hatte sich zuvor gegen ein Ausgangsverbot ausgesprochen.

Soziologe: Coronakrise für moderne Gesellschaft ohne Vergleich

06:49 Uhr: Der Shutdown weiter Teile des gesellschaftlichen Lebens durch die Corona-Pandemie ist nach Einschätzung des Jenaer Soziologen Hartmut Rosa historisch ohne Vergleich. "So eine rasende Entschleunigung ist ganz und gar einzigartig", sagte er im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich zeige das Virus der modernen Gesellschaft Grenzen auf.

"Wir wollen die Kontrolle behalten. Und wir stellen gerade fest, dass wir dabei an Grenzen stoßen." Die Menschen könnten heute sehr schlecht mit Unwägbarkeiten des Lebens umgehen.

Die "Super-Verlangsamung des Lebens" biete aber auch Möglichkeiten "noch einmal anders mit sich, anderen und der Welt in Kontakt zu treten", betonte Rosa. Aktuelle Beispiele seien Hilfen unter Nachbarn oder das Musizieren auf Balkonen trotz Quarantäne und Isolation.

China hebt Abriegelung von Provinz Hubei weitgehend auf

06:22 Uhr: In China wird die nach Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verhängte Abriegelung der Provinz Hubei weitgehend aufgehoben. Gesunden Bürgern ist es ab Dienstag um Mitternacht (Ortszeit) erlaubt, die Provinz zu verlassen, wie die örtlichen Behörden ankündigten.

Hubei gilt als Ausgangspunkt der Pandemie, die Provinz war zwei Monate lang von der Außenwelt abgeschottet.

Kubaner dürfen nicht mehr ausreisen

05:51 Uhr: Kuba hat in der Coronaviruskrise seinen Bürgern die Ausreise vorerst untersagt. Das teilte der Ministerpräsident des sozialistischen Karibikstaates, Manuel Marrero, am Montag (Ortszeit) im Staatsfernsehen mit.

Er begründete dies damit, dass zuletzt viele Kubaner in Länder gereist seien, die vom Coronavirus besonders betroffen seien, um dort Waren für den Verkauf in Kuba einzukaufen. Es gehe darum, die Gesundheit des Volkes zu schützen. Marrero gab auch eine einmonatige Schließung der Schulen bekannt.

Er verkündete zudem, dass die rund 32.000 in Kuba verbliebenen Touristen ihre Hotels nicht mehr verlassen dürften, während sie auf ihre Rückflüge warteten. Davon sind etwa 9.400 in Privatunterkünften untergebracht - sie sollen in Hotels umziehen. Ausländer können die Insel weiter verlassen, ab Dienstag aber nicht mehr einreisen.

Kuba hat bisher 40 Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt. Ein italienischer Tourist kam ums Leben. Nach offiziellen Angaben gab es bislang keine lokale Übertragung des Virus. Der Tourismus ist eine äußerst wichtige Einnahmequelle für Kuba.

FDP will Rettungsfonds auch für Startup-Unternehmen

05:15 Uhr: Zum Schutz wichtiger zukunftsfähiger Geschäftsmodelle in der Coronakrise kommt aus der FDP-Bundestagsfraktion der Ruf nach einem speziellen Rettungsfonds für Startup-Unternehmen.

Dieser müsste einen Umfang im einstelligen Milliardenbereich haben, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin Bettina Stark-Watzinger der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Der Rettungsfonds würde unmittelbar Liquidität für Startups bereitstellen, indem er 75 Prozent der Investitionssumme übernimmt. Die restlichen 25 Prozent kommen von privaten Gesellschaftern, die sich entscheiden, weiter in das Startup-Unternehmen zu investieren."

Die dramatischen ökonomischen Auswirkungen der Coronakrise erforderten schnelle, maßgeschneiderte und unbürokratische Hilfen auch für Gründer. "Auch Startup-Unternehmen leiden unter akuten Liquiditätsengpässen", sagte die FDP-Finanzpolitikerin. "Umsatzeinbrüche, Finanzinvestoren, die abspringen, und nur eingeschränkte Möglichkeiten Kosten zu reduzieren, sind ein zerstörerisches Umfeld, das die wachsende, selbstbewusste Gründerszene in Deutschland ausbremst."

Die bisher geplanten Hilfen der Bundesregierung kämen für Startups nicht in Betracht, da sie sich nicht über Bankkredite finanzierten, sondern Investoren Eigenkapital bereitstellten. "Die Regierung vergisst, die Zukunft möglich zu machen. Dabei sind finanzielle Hilfen für Innovationen jetzt wichtiger denn je, um nach der Krise für Wachstum zu sorgen", sagte die FDP-Politikerin.

Erste Coronavirus-Fälle in Myanmar - Botschaft will Deutschen helfen

04:14 Uhr: Myanmar hat seine ersten beiden Fälle des Coronavirus bestätigt. Es ist eines der letzten Länder in Asien, das offiziell von der Pandemie erreicht wurde. Wie das Gesundheitsministerium am Montagabend erklärte, handelt es sich bei den 36 und 26 Jahre alten Patienten um Staatsbürger des Landes, die aus den USA und Großbritannien zurückgekehrt waren.

Die deutsche Botschaft hatte vergangene Woche Touristen geraten, das südostasiatische Land (früher Birma) zu verlassen. "Im Falle eines Ausbruchs der Pandemie ist damit zu rechnen, dass das myanmarische Gesundheitssystem nicht in der Lage sein wird, die medizinische Versorgung in ausreichendem Maße sicherzustellen", erklärte sie.

Am Dienstag rief die Botschaft die noch im Land festsitzenden Deutschen auf, sich zu melden - im Wissen, dass viele vergeblich versuchten, ein Ticket nach Europa zu buchen. Die Botschaft bemühe sich mit Hochdruck um Lösungen. Aber die Deutschen sollen auch weiterhin versuchen, die Rückreise selbst zu organisieren.

Strände in Kalifornien werden wegen Coronavirus geschlossen

03:16 Uhr: In Kalifornien werden erstmals Strände geschlossen, um der Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken. Der Bürgermeister von San Diego ordnete am Montag (Ortszeit) die Schließung städtischer Strände, Parks und Wanderwege an.

Zu viele Menschen hätten am Wochenende die zuvor verhängten Auflagen missachtet, voneinander Abstand zu halten, klagte Bürgermeister Kevin Faulconer auf Twitter. Auch in dem beliebten Küstenort Laguna Beach bleiben die Strände ab sofort zu.

Die Zahl der Infektionen in Kalifornien stieg am Montag auf über 2.100 Fälle an.

Corona-Patienten aus Italien in Sachsen gelandet

02:37 Uhr: Eine Gruppe von in Sachsen zu behandelnden Corona-Patienten aus Italien ist in der Nacht zu Dienstag am Flughafen Leipzig-Halle gelandet. Zwei Rettungsfahrzeuge standen auf dem Flugplatz für den Transport der Patienten ins Krankenhaus bereit.

Am Montag hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) angekündigt, dass Sachsen Corona-Patienten aus Italien in seinen Krankenhäusern aufnehmen will. Man komme damit einer Bitte der italienischen Regierung nach. Die Krankenhäuser im Freistaat hätten signalisiert, dafür die Kapazitäten zu haben. Zudem könne man durch die Behandlung der italienischen Patienten lernen, mit dem Virus umzugehen.

"Das ist ein ganz wichtiges Zeichen, dass wir auch anderen helfen können", sagte Kretschmer. Zunächst hatte Kretschmer von sechs Patienten aus Italien gesprochen, am Abend war dann von acht Patienten die Rede, die auf mehrere Kliniken verteilt werden sollen.

Bis Montag waren in Sachsen 865 Infektionsfälle registriert, die meisten in Dresden, Zwickau und Leipzig. Bislang gab es im Freistaat drei Todesfälle durch das neuartige Virus.

Zahl "importierter Fälle" in China steigt deutlich

02:11 Uhr: In China ist die Zahl der so genannten importierten Erkrankungen mit dem Coronavirus deutlich gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Dienstag mitteilte, wurde das Virus bei 74 weiteren Menschen nachgewiesen, die kürzlich in die Volksrepublik eingereist sind.

Erstmals seit Tagen wurden auch wieder einige lokale Fälle gemeldet. Wie aus den offiziellen Zahlen hervorgeht, gab es demnach vier Fälle, die nicht bei Eingereisten festgestellt wurden.

Bei einem großen Teil der Rückkehrer handelt es sich um Chinesen, die unter anderem wieder in ihre Heimat kommen, weil sie annehmen, dass dort das Schlimmste nun überstanden ist. Insgesamt seien bislang 427 importierte Fälle festgestellt worden, wie die Kommission weiter mitteilte.

Erneut kam es zu neuen Todesfällen. Nach offiziellen Angaben vom Dienstag kletterte die Zahl der Opfer um sieben auf nun 3.277. Insgesamt wurden auf dem chinesischen Festland 81.171 Infizierte registriert, von denen sich bislang mehr als 73.000 wieder erholt haben.

Alle Meldungen vom Montag, 23. März:

Altmaier: Hilfsgelder sollen schon kommende Woche bereitstehen

23:22 Uhr: Die geplanten Hilfen für die Unternehmen sollen nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sehr schnell fließen. Er hoffe, dass die Gelder in der nächsten Woche zur Verfügung stehen, sagte der CDU-Politiker am Montagabend in den ARD-"Tagesthemen". Er verwies darauf, dass Anfang April für viele wieder Mietzahlungen fällig werden.

Nach dem Kabinettsbeschluss vom Montag soll der Bundestag schon am Mittwoch im Schnellverfahren mehrere Gesetzesvorhaben beschließen und auch eine Notfallregelung für die Schuldenbremse in Kraft setzen, die dem Bund neue Kredite in Höhe von 156 Milliarden Euro ermöglicht.

Großbritannien erlässt Ausgangsbeschränkungen

21:55 Uhr: Die britische Regierung hat im Kampf gegen das Coronavirus weitreichende Ausgangsbeschränkungen beschlossen. Das verkündete Premierminister Boris Johnson am Montagabend in einer im Fernsehen übertragenen Rede an die Nation.

Johnson wies seine Landsleute an, das Haus nur noch so wenig wie möglich zu verlassen. "Von heute Abend an muss ich dem britischen Volk eine einfache Anordnung geben: Sie müssen zuhause bleiben", sagte Johnson. Alle Läden, mit Ausnahme von Lebensmittelgeschäften und Apotheken, werden mit sofortiger Wirkung geschlossen. Sportliche Aktivitäten sind nur noch einmal am Tag und nur gemeinsam mit Mitgliedern desselben Haushalts erlaubt. Ansonsten dürfe das Haus nur noch für den Einkauf wesentlicher Dinge wie Lebensmittel und Medikamente und für den Weg zur Arbeit verlassen werden, sagte Johnson. Versammlungen von mehr als zwei Personen seien nicht mehr erlaubt und würden von der Polizei aufgelöst.

Am Wochenende hatten unzählige Briten das schöne Wetter für Ausflüge in städtischen Parks und Erholungsgebiete genutzt - zu viele, um den notwendigen Abstand einhalten zu können. Das BBC-Fernsehen zeigte noch am Montag Bilder von überfüllten U-Bahnen in London.

Die Zahl der Toten durch die vom Coronavirus hervorgerufene Lungenkrankheit COVID-19 in Großbritannien stieg am Montag unterdessen auf 335.

Frankreich verschärft Ausgangsbeschränkungen

21:30 Uhr: Frankreich verschärft seine strengen Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus weiter. Künftig würden daher Spaziergänge mit Kindern und Sport vor der Tür auf maximal eine Stunde und einen Radius von einem Kilometer um das Wohnhaus begrenzt - und zwar einmal pro Tag, kündigte Frankreichs Premier Édouard Philippe am Montagabend im französischen Fernsehen an. Es sei empfehlenswert, auf den Passierschein, den die Französinnen und Franzosen ausfüllen müssen, wenn sie das Haus verlassen, die entsprechende Uhrzeit zu vermerken. Die Ausgangsbeschränkungen könnten außerdem noch einige Wochen anhalten.

Seit knapp einer Woche dürfen die Franzosen nur das Haus verlassen, wenn es unbedingt notwendig ist - dazu zählt etwa Lebensmittel einkaufen, Arztbesuche oder alleine Sport machen. Die Polizei kontrolliert die Einhaltung der Regeln streng und hatte in den vergangenen Tagen besonders Jogger ins Visier genommen.

Spanische Soldaten entdecken Leichen in Altenheimen

21:22 Uhr: Bei der Desinfektion von Altenheimen im Zuge der Corona-Krise haben Soldaten in Spanien in mehreren Residenzen tote Senioren entdeckt. Die Leichen seien offensichtlich länger unbemerkt geblieben, berichteten die Zeitung "El Mundo", der staatliche Fernsehsender RTVE und andere Medien am Montag unter Berufung auf die Militärische Nothilfeeinheit UME. Verkehrsminister José Luis Ábalos bestätigte anschließend auf einer Pressekonferenz in Madrid die Berichte. Man habe noch wenige Informationen. Gegebenenfalls werde die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnehmen, so Ábalos.

Verteidigungsministerin Margarita Robles hatte vor den Berichten schon morgens im TV-Sender Tele5 gesagt, Soldaten hätten in Heimen Senioren gesehen,"die völlig verlassen, wenn nicht sogar tot auf ihren Betten" lagen. Man werde gegen die Verantwortlichen für solche Missstände in den Heimen "unerbittlich vorgehen".

In der vergangenen Woche hatten mehrere Horrorberichte die Spanier erschüttert: Innerhalb weniger Tage starben etwa in der Residenz Monte Hermoso in Madrid 20 Insassen, in einem Heim in Ciudad Real gab es 15 Tote. Bei den meisten Verstorbenen wurden eine Corona-Infektion festgestellt.

Sachsen will Corona-Patienten aus Italien in Kliniken aufnehmen

21:10 Uhr: Sachsen will Corona-Patienten aus Italien in seinen Krankenhäusern aufnehmen. Das kündigte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Montag in Dresden an. Man komme damit einer Bitte der italienischen Regierung nach. Die Krankenhäuser im Freistaat hätten signalisiert, dafür die Kapazitäten zu haben. Zudem könne man durch die Behandlung der italienischen Patienten lernen, mit dem Virus umzugehen. "Das ist ein ganz wichtiges Zeichen, dass wir auch anderen helfen können", sagte Kretschmer. Zunächst hatte Kretschmer von sechs Patienten aus Italien gesprochen, am Abend war dann von acht Patienten die Rede, die auf mehrere Kliniken verteilt werden sollen.

Südafrika: Präsident beschließt Ausgangssperre

20:27 Uhr: Wegen der Coronavirus-Krise hat Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa eine landesweite Ausgangssperre verkündet. Diese solle ab Mitternacht am Donnerstag für 21 Tage gelten, verkündete Ramaphosa am Montagabend. Alle Südafrikaner müssten Zuhause bleiben und dürften dies nur verlassen, um etwa Lebensmittel einzukaufen oder medizinische Hilfe aufzusuchen. Mitarbeiter im Gesundheitswesen, der Sicherheitsdienste sowie diejenigen, die in wichtigen Produktionsketten arbeiteten, seien davon ausgenommen. Läden und Unternehmen - abgesehen unter anderem von Apotheken, Banken, Supermärkten und Tankstellen - werden demnach geschlossen.

In dem Land mit rund 58 Millionen Einwohnern ist die Zahl der COVID-19-Fälle in weniger als drei Wochen auf über 400 gestiegen. In Afrika haben mehr als 40 Länder insgesamt über 1000 Fälle bestätigt.

Erster Todesfall in Sachsen-Anhalt in Zusammenhang mit Corona

20:15 Uhr: In Sachsen-Anhalt gibt es einen ersten Todesfall nach einer Coronavirus-Infektion. In Halle sei am Samstag eine 80-jährige Frau mit schweren Vorerkrankungen gestorben, bei der auch das Coronavirus festgestellt wurde, teilte die Stadt Halle am Montagabend mit. Es sei die erste bekannte Tote im Zusammenhang mit Corona in Sachsen-Anhalt, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums.

Niederlande verbieten alle Veranstaltungen und Zusammenkünfte bis 1. Juni

20:02 Uhr: Die Niederlande haben die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie erheblich verschärft. Alle Veranstaltungen und Zusammenkünfte seien bis zum 1. Juni verboten, kündigte Justizminister Ferdinand Grapperhaus am Montag in Den Haag an. Bislang hatte ein Verbot von Veranstaltungen ab 100 Personen bis zum 6. April gegolten. Bei Zuwiderhandlungen könne die Polizei eingreifen und hohe Geldstrafen verhängen.

"Mir ist bewusst, dass das sehr hart ist", sagte der Minister. "Aber wir haben keine Wahl." Anlass für die Verschärfung ist nach den Worten des Ministers, dass zahlreiche Niederländer die bisherigen Regeln missachteten. Am Wochenende waren viele Strände und Parks überfüllt. Der Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern müsse eingehalten werden, betonte auch Premierminister Mark Rutte. "Bleibt so viel wie möglich zu Hause."

Laut IOC-Mitglied Pound: Verschiebung von Olympia ist beschlossen

19:10 Uhr: Laut dem früheren IOC-Vizepräsidenten Richard Pound ist eine Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio wegen der Corona-Krise bereits beschlossene Sache. "Auf der Grundlage der Informationen, die das IOC hat, wurde eine Verschiebung beschlossen. Die zukünftigen Parameter wurden noch nicht festgelegt, aber die Spiele werden nicht am 24. Juli beginnen, soweit ich weiß", sagte Pound der Zeitung "USA Today" am Montag. Der 77-jährige Kanadier glaubt, dass das Internationale Olympische Komitee bald die nächsten Schritte bekanntgeben wird.

UEFA verschiebt Endspiele der Europacup-Wettbewerbe

19:05 Uhr: Die Europäische Fußball-Union hat die ursprünglich Ende Mai geplanten Endspiele in der Champions League und Europa League nun auch offiziell wegen der Coronavirus-Pandemie auf unbestimmte Zeit verschoben. Dies teilte die UEFA am Montagabend mit. Das Finale in der Königsklasse sollte ursprünglich am 30. Mai in Istanbul steigen, das Endspiel in der Europa League am 27. Mai in Danzig. Von der Verlegung ist auch die Champions League der Frauen betroffen, wo der Sieger am 24. Mai in Wien ermittelt werden sollte.

Macron und Xi wollen G20-Sondergipfel

18:55 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Chinas Präsident Xi Jinping haben sich wegen der Corona-Krise für einen Sondergipfel der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) ausgesprochen. Macron habe in einem Telefonat mit Xi am Montag die Notwendigkeit der internationalen Koordinierung zur Behandlung von COVID-19 auf G20-Ebene zum Ausdruck gebracht, teilte der Élyséepalast mit. Macron und Xi betonten demnach außerdem ihre gegenseitige Solidarität in der Krise.

Rund 600 neue Corona-Tote in Italien - Zweiter Tag mit Verlangsamung

18:34 Uhr: In Italien hat sich der Anstieg der Totenzahlen den zweiten Tag in Folge etwas verlangsamt. Die Behörden meldeten am Montag rund 600 neue Corona-Tote im Land und damit einen etwas geringeren Anstieg als am Sonntag. Insgesamt kletterte die Zahl der registrierten Todesopfer der Coronavirus-Pandemie auf knapp 6080, wie der Zivilschutz in Rom mitteilte. Auch bei der Gesamtzahl der Infizierten sei das Plus nicht mehr ganz so hoch.

Trotzdem wurden mehrere Tausend Neuinfizierte gezählt. Die Zahl der Fälle lag am Montag bei fast 64.000 Menschen, die positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden waren.

EU-Parlament fordert Räumung griechischer Flüchtlingscamps

18:26 Uhr: Wegen der drohenden Gefahr durch das Coronavirus hat das Europaparlament die Räumung von Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln gefordert. In den überfüllten Camps gebe es weder die Chance, sozialen Abstand einzuhalten noch angemessene Hygiene-Bedingungen, schreibt der Vorsitzende des Innenausschusses, Juan Fernando López Aguilar, am Montag in einem Brief an den EU-Kommissar für Krisenmanagement, Janez Lenarcic. Um eine schnelle Ausbreitung von Covid-19 zu verhindern, müssten die Lager möglichst rasch vorsorglich geräumt werden.

Aktuell leben nach Angaben des griechischen Bürgerschutzministeriums mehr als 40.700 Migranten auf Lesbos, Samos, Kos, Leros und Chios - dabei liegt die Kapazität eigentlich bei rund 7000 Plätzen. Rund 1500 von ihnen sind laut EU-Kommission unbegleitete Minderjährige.

Zu den Forderungen gehören, dass vorsorglich alle Menschen, die älter als 60 Jahre alt sind, aus den Lagern geschafft werden sollten. Auch Menschen mit Atemproblemen, Diabetes und anderen Krankheiten, die zu schwerwiegenden Symptomen führen könnten, sollte davon betroffen sein. Außerdem solle insbesondere die geplante Umsiedlung der unbegleiteten Minderjährigen fortgesetzt werden.

WHO: Coronavirus breitet sich immer schneller aus

18:03 Uhr: Das Coronavirus breitet sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) immer schneller aus. "Die Pandemie beschleunigt sich", warnt WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf. Es sei jedoch immer noch möglich, den Verlauf der Pandemie zu beeinflussen.

Tedros warnt zudem vor der Einnahme nicht getester Medikamente bei der durch das Virus verursachten Lungenkrankheit Covid-19.

Die Zahl der Infektionsfälle steigt Tedros zufolge immer schneller. Von den ersten gemeldeten Fällen bis zu 100.000 Fällen seien 67 Tage vergangen, erklärte Tedros. Nach elf weiteren Tagen seien es bereits 200.000 Fälle gewesen, und nach nur vier weiteren Tagen seien weltweit 300.000 Fälle erreicht worden.

Er betonte jedoch, die Welt müsse der Pandemie nicht "hilflos" zusehen. "Wir können den Verlauf dieser Pandemie ändern." Er rief die Länder zum "Angriff" auf: Alle Verdachtsfälle sollten getestet und auch die Kontaktpersonen der Betroffenen unter Quarantäne gestellt werden.

Vorerst alle Demonstrationen von Berliner Polizei abgesagt

17:50 Uhr: In der Zeit der Corona-Krise gibt es wegen der Ansteckungsgefahr auch fast kein Recht mehr auf Demonstrationen. Das gilt auch für seit langem angemeldete Kundgebungen, wie die Polizei am Montag mitteilte. Sie bat die Anmelder von Demonstrationen um Verständnis, "dass Ihre bis zum 20.4.2020 angemeldeten Versammlungen (...) grundsätzlich nicht stattfinden können".

Ausnahmen kann es nach den neuen Regelungen in besonderen Fällen für Demonstrationen mit bis zu 20 Teilnehmern geben.

EU-Länder einigen sich auf Aussetzung der Schuldenregeln

17:35 Uhr: Im Kampf gegen die Coronavirus-Krise werden erstmals überhaupt die europäischen Schulden- und Defizitregeln vorübergehend ausgesetzt. Dem stimmten die EU-Wirtschafts- und Finanzminister am Montag zu.

UN-Generalsekretär ruft zu Waffenstillstand weltweit auf

17:26 Uhr: Angesichts der Corona-Krise hat UN-Generalsekretär António Guterres zu einem "sofortigen weltweiten Waffenstillstand" aufgerufen. Zivilisten in Konfliktgebieten müssten vor den verheerenden Auswirkungen der Pandemie geschützt werden, sagte Guterres am Montag bei einer Rede im UNO-Hauptquartier in New York. "Die Heftigkeit des Virus" verdeutliche, wie "unsinnig" Kriege seien, sagte Guterres.

Erster Rückholflug mit Deutschen aus Argentinien gestartet

17:23 Uhr: In Argentinien ist der erste Rückholflug für Urlauber aus Deutschland gestartet, die wegen der Corona-Krise in dem Land gestrandet waren. Die Lufthansa-Maschine mit insgesamt 365 Passagieren aus Deutschland und anderen europäischen Ländern an Bord hob am Montagmittag (Ortszeit) vom Flughafen Ezeiza nahe Buenos Aires ab. Sie sollten am Dienstagmorgen in Frankfurt am Main landen.

Mehr als 120.000 Deutsche kehren binnen einer Woche aus dem Ausland zurück

16:58 Uhr: Trotz massiver Behinderungen des weltweiten Reiseverkehrs wegen der Corona-Krise sind binnen einer Woche mehr als 120.000 Deutsche aus dem Ausland zurückgekehrt. Diese Zahl gab eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Montag in Berlin bekannt.

Die Rückholungen liefen weiter: Derzeit kehrten rund 10.000 Deutsche pro Tag nach Deutschland zurück, viele von ihnen mit Unterstützung der Bundesregierung.

Wie viele Betroffene noch zurückgebracht werden müssen, sei momentan nicht zu beziffern, sagte die Sprecherin.

Seit Dienstag vergangener Woche seien hunderte Flüge für die Rückholung eingesetzt worden - darunter auch 40 Sonderflüge, die von der Bundesregierung gechartert worden seien. Weitere 35 Sonderflüge seien aktuell in Vorbereitung. Darüber hinaus gebe es weiterhin eigene Rückholflüge der Reiseveranstalter.

"Wir gehen jetzt in Länder, wo es schwieriger wird, die Deutschen einzusammeln", sagte die Sprecherin. Sie bat die betroffenen Reisenden um Geduld: "Das wird uns noch etwas Zeit kosten."

Derzeit liefen Rückholaktionen aus Ägypten, Algerien, Argentinien, Chile, Costa Rica, der Dominikanischen Republik, Ecuador, Gambia, Indien, Marokko, Mexiko, Neuseeland, Peru, Philippinen und Tunesien.

Aus Ägypten seien bislang 30.000 von 35.000 deutschen Reisenden zurückgekehrt, aus der Dominikanischen Republik 3.000 von 4.700, aus Marokko 6.000 von 6.600, aus Südafrika 7.000 von 15.000. Aus der Türkei seien 29.000 Deutsche zurückgekehrt, aus Spanien 30.000.

Kanzlerin Merkel negativ auf Coronavirus getestet

16:38 Uhr: Beim ersten Test von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf das Coronavirus ist keine Infektion festgestellt worden. "Das Testergebnis des heutigen Tests ist negativ", sagt Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. "Weitere Tests werden in den nächsten Tagen durchgeführt."

Es gebe sehr viele Wünsche an die Kanzlerin, gesund zu bleiben, sagte Seibert. "Darüber freut sie sich." Er wolle "in ihrem Namen hier herzlich allen danken, denn Einzelbeantwortung wird nicht möglich sein".

Merkel hatte sich am Sonntagabend in häusliche Quarantäne begeben, nachdem sie darüber unterrichtet worden war, dass sie am Freitag zu einem Arzt Kontakt hatte, der mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Der Mediziner hatte Merkel vorbeugend gegen Pneumokokken geimpft.

Deutsche Supermärkte rüsten um - teilweise Einlasskontrollen

15:52 Uhr: Nach den strengeren Vorschriften für den Einzelhandel haben Supermarktketten begonnen, den Einlass in Märkte stärker zu reglementieren. Unter anderem in Nordrhein-Westfalen schreibt ein Erlass der Landesregierung nun vor, lediglich einen Kunden pro zehn Quadratmeter Ladenfläche zuzulassen, um die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu verringern.

"Wir sind derzeit in der Erarbeitung von Konzepten, die darauf abzielen, den Zugang zu den Märkten zu beschränken, wo der Kundenzulauf dies notwendig macht", heißt es von der Rewe-Group, zu der auch die Penny-Märkte gehören, am Montag. Das könne etwa durch Einlasskontrollen oder eine beschränkte Anzahl an Wagen oder Einkaufskörben geschehen.

Aldi weist auf Anfrage darauf hin, dass es "mancherorts zu Einlasskontrollen oder Einlassbeschränkungen" kommen könne.

Auch der Baumarkt Obi setzt mittlerweile auf Kontrollen, um nicht zu viele Kunden gleichzeitig in den Markt zu lassen.

Corona-Fall aus Ischgl beschäftigt Staatsanwaltschaft

14:55 Uhr: Tirol hat offenbar wegen eines Ischgler Corona-Falles die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Der Grund: Ein deutsches Medium, laut Informationen der österreichischen Nachrichtenagentur APA das ZDF, informierte die Gemeinde Ischgl, dass in einem dortigen Betrieb schon Ende Februar ein positiver Fall bekannt gewesen sein soll. Der namentlich nicht genannte Betrieb soll den Fall jedoch nicht der Gesundheitsbehörde gemeldet haben.

Die Innsbrucker Staatsanwaltschaft bestätigte der APA indes den Erhalt der entsprechenden Sachverhaltsdarstellung, die derzeit allein auf den Informationen des Mediums basiert. Ein offizielles Ermittlungsverfahren sei noch nicht eingeleitet worden, erklärte Sprecher Hansjörg Mayr.

Der entsprechende Tatbestand, auf denen sich Ermittlungen gründen könnten, laute auf Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten.

Das Land Tirol war hinsichtlich des "Herdes" Ischgl in den vergangenen Tagen massiv unter Beschuss geraten. Den Behörden und politisch Verantwortlichen wie Landeshauptmann Günther Platter und Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (beide ÖVP) wurde vorgeworfen, zu spät auf die Entwicklungen reagiert und auf die Seilbahn- und Tourismusindustrie Rücksicht genommen zu haben.

Spahn spricht in Bundeskabinett über weitere Corona-Maßnahmen

13:40 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will im Kampf gegen das Coronavirus den Krankenhäusern mehr Unterstützung zukommen lassen, verzichtet aber vorerst auf die Ortung der Handydaten von Kontaktpersonen.

In seiner Rede betont der Gesundheitsminister ausdrücklich die derzeitige Leistung des medizinischen Personals: "Wir brauchen Sie. Wir sind dankbar für Ihren Einsatz."

Pflegekräfte, die derzeit Corona-Patienten behandeln, sollen 185 Euro pauschal pro Tag zusätzlich erhalten, auch Corona-Ambulanzen sollen besser unterstützt werden.

Die Reform des Krankenhausgesetzes sieht vor, rückwirkend zum 16. März den Kliniken für jedes im Verhältnis zum Vorjahr freie Bett eine Tagespauschale in Höhe von 560 Euro zu zahlen. Die Krankenhäuser erhalten für jede neu geschaffene intensivmedizinische Behandlungseinheit mit Beatmungsmöglichkeit einen Bonus in Höhe von 50.000 Euro aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds.

Die Personaluntergrenzen in der Pflege werden rückwirkend zum 1. März 2020 für sechs Monate ausgesetzt. Dieses Vorhaben soll am Montag ins Kabinett.

Auch die Bafög-Regeln sollen laut Spahn angepasst werden: "Der Einsatz der Studentinnen und Studenten muss belohnt werden."

In Wuhan kehrt nach langer Isolation langsam wieder Normalität ein

13:28 Uhr: Nach zwei Monaten strikter Isolationsmaßnahmen wegen des Coronavirus kehrt in Zentralchina langsam wieder Normalität ein. In der Millionenmetropole Wuhan, wo das Virus im Dezember erstmals auf einem Wildtiermarkt aufgetreten war, durften die Menschen am Montag wieder zur Arbeit gehen. Auch der öffentliche Nahverkehr rollte langsam wieder an.

Das Verlassen von Wuhan und Reisen in anderen Teilen der umliegenden Provinz Hubei sind ebenfalls wieder erlaubt, wenn die Betroffenen auf das Virus getestet wurden und eine Gesundheitsbescheinigung vorlegen können.

Nach Angaben der chinesischen Behörden gab es am Montag den fünften Tag in Folge keine neuen Infektionen in China. Es seien allerdings 39 Neuinfektionen bei aus dem Ausland eingereisten Menschen festgestellt worden, teilte die Nationale Gesundheitskommission mit. Am Montag gab es zudem noch neun Todesfälle in Wuhan.

Corona-Zahlen in Spanien steigen weiter: 33.000 Fälle und 2.200 Tote

13:12 Uhr: In Spanien steigt die Zahl der Corona-Infizierten trotz aller bisherigen Maßnahmen weiter an. Bis Montagmittag wurden rund 33.000 Fälle bestätigt, 14 Prozent mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten kletterte auf knapp 2.200, von 1.720 am Sonntag. Allein in der Region Madrid, dem Zentrum der Krise in Spanien, liegt die Zahl der Todesopfer bei rund 1.200. Nach Italien ist Spanien das am heftigsten betroffene Land Europas.

Gleichzeitig gab es aber auch positive Nachrichten: Mehr als 3.300 Patienten sind bereits wieder gesund. "Zudem nimmt die Anzahl der täglich gemeldeten Fälle ab, aber wir sind nicht sicher, ob wir den Höhepunkt schon erreicht haben", sagt der Leiter der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), Fernando Simón. Er rechne damit, dass der Gipfel der Ausbreitung in dieser Woche erreicht werde. "Dies sind entscheidende Tage", so der Experte.

Coronavirus: Armeekrankenhaus im Elsass fast einsatzbereit

12:56 Uhr: Der Osten Frankreichs ist von der Corona-Pandemie besonders stark betroffen, nach zwei Tagen Montage steht der Aufbau eines Armeekrankenhauses kurz vor dem Abschluss, teilt die französische Verteidigungsministerin Florence Parly am Montag auf Twitter mit. In der mobilen Klinikeinheit werde es eine Intensivstation mit 30 Betten geben, schrieb Parly. Sie lobte den Einsatz der Soldaten.

Kabinett beschließt beispielloses Hilfspaket in Corona-Krise

12:23 Uhr: Zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen in der Corona-Krise hat das Bundeskabinett am Montag ein beispielloses Hilfspaket beschlossen. Dafür will sich der Bund in diesem Jahr mit der Rekordsumme von rund 156 Milliarden Euro neu verschulden. Zudem sollen Mieter entlastet, Hartz-IV-Anträge erleichtert und Kliniken unterstützt werden.

Austrian Airlines verlängert Flugstopp bis 19. April

12:17 Uhr: Die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines hat die Einstellung ihres Flugbetriebs um drei Wochen verlängert. Wie das Unternehmen am Montag in Wien mitteilte, gilt der Flugstopp nun bis 19. April.

Bis zu diesem Tag gehen zudem alle rund 7.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Lediglich Rückholflüge von im Ausland festsitzenden Österreichern werden weiter durchgeführt.

Die Fluglinie hatte die Einstellung des Flugbetriebs zunächst bis 28. März angekündigt. Die Verlängerung wurde mit den weiterhin geltenden, weltweiten Einreisestopps sowie der geringen Nachfrage nach Flugreisen begründet.

Wegen Corona-Krise: Papst verschiebt Reise nach Malta

12:12 Uhr: Papst Franziskus verschiebt wegen der Corona-Krise eine für Mai geplante Reise nach Malta. Das teilte der Sprecher des Vatikans, Matteo Bruni, am Montag in Rom mit.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche wollte eigentlich am 31. Mai Malta und die Insel Gozo, die zu dem Mittelmeerland gehört, besuchen. Diese Reise werde nun auf unbestimmte Zeit verschoben, erläuterte Bruni. Der Großteil der Bevölkerung des kleinsten EU-Staates ist katholisch.

Auch Syrien meldet ersten Coronavirus-Fall

12:00 Uhr: Als eines der letzten Länder in der arabischen Welt hat auch Syrien seinen ersten Coronavirus-Fall gemeldet. Betroffen davon sind die Gebiete unter Kontrolle der Regierung.

Nachweislich infiziert sei eine etwa 20 Jahre alte Person, die aus dem Ausland eingereist sei, erklärte der syrische Gesundheitsminister Nisar Yasidschi nach Angaben der staatliche Agentur Sana. Aus welchem Land die Person nach Syrien eingereist ist, blieb zunächst unklar.

In dem wirtschaftlich geschwächten Bürgerkriegsland herrscht große Sorge, dass sich das Virus SARS-CoV-2 verbreiten könnte. Vor allem unter den Hunderttausenden Vertriebenen in den verbliebenen Gebieten unter Kontrolle von Regierungsgegnern könnte ein Ausbruch verheerende Folgen haben. Allein seit Anfang Dezember ist nach UN-Angaben fast eine Million Menschen im Nordwesten Syriens vor Kämpfen und Bombardierungen Richtung Grenze der Türkei geflohen.

Zugang zu Schwangerschaftsabbruch wegen Corona-Virus eingeschränkt

11:25 Uhr: Ärzte sorgen sich wegen der Corona-Krise um ungewollt schwangere Frauen, die einen Abbruch planen. Es könne sein, dass diese wieder zu unsicheren Abtreibungsmethoden griffen, "mit der Gefahr von gesundheitlichen Schäden wie Entzündungen, Sterilität, Blutungen, bis hin zum Tod", erklärt die Gießener Ärztin Kristina Hänel am Sonntagabend gemeinsam mit einem Netzwerk aus Ärzten, die die Eingriffe anbieten.

Derzeit gebe es große Einschränkungen in Beratungsstellen sowie Praxen und Kliniken. Zu befürchten sei zugleich, dass es wegen der Ausgangsbeschränkungen zu mehr unerwünschten Schwangerschaften infolge einer Zunahme häuslicher und sexueller Gewalt komme.

RKI-Chef: "Maßnahmen sichtbar - Wachstumskurve flacht ab"

11:05 Uhr: Vorsichtiger Optimismus vom Robert Koch-Institut (RKI): "Wir sehen den Trend, dass die exponentielle Wachstumskurve sich etwas abflacht", so RKI-Präsident Lothar Wieler am Montag in Berlin. Damit beruft er sich auf tägliche Analysen. Für eine definitive Bewertung sei es jedoch zu früh, wahrscheinlich sei dies erst am Mittwoch möglich.

Derzeit gibt es in Deutschland 22.672 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus (Stand: Heute um 09:00 Uhr).

"Aber ich bin optimistisch, dass diese Maßnahmen schon jetzt sichtbar sind - was sehr früh ist, weil sie ja erst seit einer Woche wirklich gefahren werden", sagte Wieler. Außerdem schließt das RKI demnach aus Handydaten, dass sich die Mobilität in Deutschland zuletzt schon reduziert hat - aber es reiche noch nicht, sagt Wieler. Dieser Effekt werde sich nun aber durch die am Sonntag verkündeten Maßnahmen verstärken.

Japan rückt weiter von Olympischen Spielen ab

10:50 Uhr: Gastgeber Japan rückt immer stärker von Olympischen Spielen in diesem Sommer ab. "Wir sind nicht so blöd, die Olympischen Spiele wie geplant auszutragen", sagt Yoshiro Mori, der Präsident des Organisationskomitees von Tokio, am Montag auf einer Pressekonferenz. Trotz allem soll der Fackellauf in Fukushima am Donnerstag wie geplant beginnen. Japans Premierminister Shinzo Abe zögere jedoch, an der Zeremonie teilzunehmen, so Toshiro Muto, der Geschäftsführer des Olympia-Organisationskomitees.

Premierminister Abe hatte zuvor von einer möglichen Verschiebung der Sommerspiele in seinem Land gesprochen. Vor dem Parlament in Tokio sagte er am Montag, dass damit gerechnet werden müsse. Von einer Absage könne aber keine Rede sein.

Militär verteilt Schutzausrüstungen an britische Krankenhäuser

10:40 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus werden jetzt auch die britischen Streitkräfte bei der Verteilung von Hilfsgütern an das medizinische Personal der staatlichen Kliniken eingesetzt. Ärzte und Krankenpfleger sollen mehr Schutzausrüstungen wie Masken, Schürzen, Sicherheitsbrillen und Handschuhe bekommen. Gesundheitsminister Matt Hancock nimmt das Thema laut eigener Aussage gegenüber der BBC "sehr ernst". Viele Artikel seien schon geliefert worden.

Fast 4000 Angestellte des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS (National Health Service) hatten zuvor in einem Brief in der "Sunday Times" Premierminister Boris Johnson aufgefordert, das "Leben der Lebensretter" zu schützen und den "inakzeptablen" Mangel zu beseitigen. So hatten sich Krankenschwestern in einer Londoner Klinik, in der viele Covid-19-Lungenkranke behandelt werden, in ihrer Not große Müllbeutel als Schutz über den Körper gezogen.
Es wird befürchtet, dass die Lage schlimmer als in Italien werden könnte.

Söder verteidigt Bayerns Alleingang im Kampf gegen Coronavirus

10:02 Uhr: Nach dem Bund-Länder-Beschluss zu Kontaktverboten im Kampf gegen das Coronavirus hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder das Ausscheren seines Landes verteidigt.

Das sei eine "sehr kleine Sache", sagte Söder am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Er habe bereits am Freitag über Ausgangsbeschränkungen entschieden, die Regelung sei "eins zu eins mit Österreich umgesetzt" worden und eine angemessene und notwendige Entscheidung gewesen.

Die Bundesländer seien unterschiedlich betroffen, betonte der CSU-Chef. Bayern müsse aufgrund höherer Zahlen von Infizierten und Toten "ein Stück weit schneller reagieren".

Bund und Länder hatten am Sonntag ein Kontaktverbot beschlossen. Bundesweit werden Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten. Ausgenommen sind Angehörige, die im eigenen Haushalt leben. Bayern will aber bei seinen eigenen, strengeren Ausgangsbeschränkungen bleiben, die die Landesregierung bereits am Freitag beschlossen hatte.

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In Quarantäne: Angela Merkel nimmt per Telefonschalte an Kabinett teil

09:24 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel wird aus der häuslichen Quarantäne heraus per Telefonschalte an der Sitzung des Bundeskabinetts an diesem Montag teilnehmen. Das sagte ein Regierungssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Wie zuletzt tagen die Ministerinnen und Minister demnach wegen der Corona-Krise nicht wie üblich im Kabinettssaal des Kanzleramts in Berlin, sondern im viel größeren Internationalen Konferenzsaal - so können sie den notwendigen Abstand voneinander einhalten, um Ansteckungen zu verhindern. Merkel hatte sich am Sonntagabend selbst in häusliche Quarantäne begeben, weil sie Kontakt zu einem Arzt hatte, der mittlerweile selbst infiziert ist.

Bei der Kabinettssitzung ab 11.00 Uhr sollten umfangreiche Notpakete für Unternehmen, Beschäftigte und Kliniken beschlossen werden, zudem ein Kündigungsschutz für Mieter, die wegen der Corona-Krise finanzielle Probleme bekommen.

Ifo-Berechnungen: Corona-Krise kostet Deutschland Hunderte Milliarden

08:48 Uhr: Die Coronavirus-Krise könnte Deutschland nach Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts mehr als eine halbe Billion Euro und mehr als eine Million Jobs kosten. "Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Montag. "Je nach Szenario schrumpft die Wirtschaft um 7,2 bis 20,6 Prozentpunkte. Das entspricht Kosten von 255 bis 729 Milliarden Euro."

"Auch am Arbeitsmarkt kommt es durch die Krise zu massiven Verwerfungen", betont Fuest. "Diese stellen die Zustände auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in den Schatten." Bis zu 1,8 Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs könnten abgebaut werden, mehr als sechs Millionen Menschen von Kurzarbeit betroffen sein.

Die Krise werde zu Produktionsausfällen von Hunderten Milliarden Euro führen, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit "in die Höhe schnellen lassen und den Staatshaushalt erheblich belasten", heißt es in einer Mitteilung des Wirtschaftsforschungsinstituts. "Es lohnt sich daher, quasi jeden denkbaren Betrag für gesundheitspolitische Maßnahmen einzusetzen", betont Fuest. "Ziel muss es sein, die Teilschließung der Wirtschaft zu verkürzen, ohne die Bekämpfung der Epidemie zu beeinträchtigen." Man brauche Strategien, wie die Produktion wieder aufgenommen und die Epidemie gleichzeitig weiter eingedämmt werden könne.

Für einen zweimonatigen Teilstillstand der Wirtschaft errechnet das Ifo-Institut Kosten zwischen 255 und 495 Milliarden Euro. Bei drei Monaten sind es demnach 354 bis 729 Milliarden.

Angelique Kerber zur Pandemie: "Mache mir unzählige Gedanken"

08:25 Uhr: Auch Angelique Kerber beunruhigt die schwierige Zeit aufgrund der Coronavirus-Pandemie. "Genau wie ihr bin ich momentan hier Zuhause und weiß nicht, wie es in den nächsten Wochen weitergehen wird. Natürlich mache auch ich mir unzählige Gedanken, was gerade los ist", sagte die beste deutsche Tennisspielerin an ihre Fans gerichtet in einem Video auf Instagram. "Auch ich habe Großeltern, um die ich mir super-große Sorgen mache, die zur Risikogruppe gehören."

Die 32-Jährige hofft im Kampf gegen die Ausweitung des Virus auf den Zusammenhalt der Menschen. "Wenn unser Beitrag nur ist, zu Hause zu bleiben oder im Ausnahmefall vor die Tür zu gehen, sich die Hände zu waschen, Abstand zueinander zu halten - dann sollte das zu schaffen sein", sagte die dreimalige Grand-Slam-Siegerin. "Jetzt kommt es darauf an, dass wir als Gemeinschaft funktionieren und unsere eigenen Interessen jetzt zurückstellen", meinte die Kielerin: "Das sind wir auf jeden Fall den Menschen schuldig, die momentan Tag und Nacht für uns arbeiten, damit wir durch die schwere Zeit kommen."

Wirtschaft wartet auf Staatshilfen - "Situation dramatisch"

08:04 Uhr: Angesichts dramatischer Folgen der Coronavirus-Krise wartet die Wirtschaft dringend auf Staatshilfen. "Die aktuelle Situation ist dramatisch", sagte der Verbandspräsident der Familienunternehmer, Reinhold von Eben-Worlée, der Deutschen Presse-Agentur.

"Großen Teilen des Dienstleistungsbereichs wie Hotels, Restaurants, Reiseunternehmen, Eventagenturen steht das Wasser bereits an der Oberlippe, denn es kommen schon seit Anfang März keine Buchungen mehr rein, nur noch Stornierungen. Aber die Kosten laufen ja weiter." Eben-Worlée forderte mehr Hilfen für den Mittelstand.

"Soforthilfe ist das Gebot der Stunde - und absolut wörtlich zu nehmen", sagte Wolfgang Ewer, Präsident des Bundesverbandes der Freien Berufe, der dpa. "Die Freiberufler spüren bereits jetzt, dass sie nicht verschont bleiben. Die Lage ist ausgesprochen ernst, gerade für diejenigen Freiberufler, bei denen die Einnahmen von jetzt auf gleich durch die Krise unverschuldet weggebrochen sind und die keine üppigen Rücklagen haben."

Medizinhistoriker über Corona-Krise: "Eindeutig historisches Ereignis"

07:41 Uhr: Als "eindeutig historisches Ereignis" wertet Medizinhistoriker Philipp Osten die Corona-Krise. "Das, was wir erleben, ist historisch. Wir können unseren Kindern nicht sagen, dass wir so etwas schon einmal erlebt hätten", sagte der Leiter des Instituts für Geschichte und Ethik in der Medizin beim Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Für viele Menschen sei die Corona-Krise einschneidend, sie würden sich künftig ein Leben lang daran erinnern. Am ehesten sei die Situation mit dem Reaktor-Unglück von Tschernobyl zu vergleichen.

Mit Blick auf die teils drastischen Schilderungen der Lage in überfüllten italienischen Krankenhäusern sagte Osten: "Die Situation, jemanden, der eigentlich rettbar ist, von der Maschine zu nehmen, weil jemand anderes da ist, der nach gewissen Kriterien bessere Überlebenschancen hat - auf so etwas können Sie keinen Mediziner vorbereiten."

Wichtig sei, bei den Beurteilungen eine Art von Gerechtigkeit herzustellen. "Der 80-jährige Bankdirektor darf nicht besser behandelt werden als der 30-jährige Bankräuber. Es darf nur um medizinische Kriterien gehen." Selbst dann seien solche Entscheidungen den Angehörigen aber "nicht vermittelbar". Osten sagte, "fast sicher" lösten solch belastende Situationen beim medizinischen Personal Traumata aus.

Kanada schickt keine Sportler zu Olympischen Spielen

07:22 Uhr: Wegen der weltweiten Corona-Pandemie will Kanada keine Sportler zu den Olympischen Sommerspielen in Tokio schicken. Dies gab das Nationale Olympische Komitee Kanadas (COC) am Sonntagabend (Ortszeit) auf Twitter bekannt.

Die "schwierige Entscheidung" sei mit Zustimmung von Sportverbänden und der kanadischen Regierung getroffen worden, heißt es. Auch die Teilnahme an den Paralympischen Spielen 2020 sei abgesagt worden.

Deutsche Schulen eine Woche geschlossen - weitgehend positive Zwischenbilanz

06:51 Uhr: Eine Woche nach dem Beginn flächendeckender Schulschließungen in Deutschland zieht der Grundschulverband (GSV) eine positive Zwischenbilanz. Die erste Woche sei überwiegend ruhig abgelaufen, Maßnahmen zum Abmildern der Folgen des Unterrichtsausfalls an den Grundschulen seien ohne größere Schwierigkeiten in die Wege geleitet worden, sagte die GSV-Vorsitzende Maresi Lassek der Deutschen Presse-Agentur.

"Die Schulen haben offensichtlich dafür sorgen können, dass diese besondere Situation in ruhigen und geordneten Bahnen verläuft." Es gebe ein großes Engagement von Lehrkräften und Schulleitungen und Unterstützung von den Eltern.

Der Verband hatte in seinen Landesgruppen nach ersten Erfahrungen gefragt. Demnach schaffen es die Grundschulen, den Unterricht durch verschiedene Maßnahmen im Rahmen des Möglichen aufrechtzuerhalten. In vielen Fällen seien Kindern noch vor der Schließung der Schulen Materialien mitgegeben worden. Aufgaben würden zudem über Schulwebseiten oder auch per Email übermittelt.

Dort wo digitale Kontakte mit Eltern schwierig seien, würden Arbeitspläne und Aufgaben auch als "analoge Lernpakete" zum Abholen in der Schule bereitgestellt oder auch von Lehrkräften ausgefahren.

Drei Ärzte sterben wegen des Coronavirus auf den Philippinen

06:03 Uhr: Auf den Philippinen sind mindestens drei infizierte Ärzte ums Leben gekommen. Tausende Helfer behandelten COVID-19-Patienten, auch wenn es an Schutzausrüstung mangelte. Hunderte Klinikmitarbeiter mussten sich in Quarantäne begeben, berichteten die Krankenhäuser weiter.

"Alle sind müde, aber wir haben keine Wahl, wir haben uns diese Arbeit ausgesucht", sagte Antonio Ramos, Manager des philippinischen Lungenzentrums, am Montag. "Wir haben keine Zeit dafür, um unsere Freunde zu trauern." Ramos warb in einem Radiobericht um Spenden für Schutzausrüstung. Bei den meisten Stationen sei der Vorrat aufgebraucht.

In einer Klinik in der Provinz Laguna mussten sich die Ärzte und Schwestern mit Plastiktüten als Schutz behelfen. Die drei Ärzte unter den Opfern - ein Kardiologe, ein Anästhesist und ein Onkologe - hatten sich in drei unterschiedlichen Kliniken von Manila infiziert, wie der Medizinverband der Philippinen und die Krankenhäuser mitteilten.

Alfred Biolek verzichtet auf den täglichen Gang zum Bäcker

05:12 Uhr: Alfred Biolek (85), der Pionier der deutschen Fernsehkochshow, stellt sich auf ein Leben ohne Restaurant-Besuche ein. Er gehe wegen der Corona-Epidemie nicht mehr nach draußen, verzichte auch auf den täglichen Gang zum Bäcker, sagte der einstige TV-Star ("Bei Bio") der Deutschen Presse-Agentur in Köln. "Ich halte mich an das, was vom Staat empfohlen wird."

Etwas mit der Corona-Krise Vergleichbares habe auch er in seinem langen Leben noch nicht mitgemacht. "Im Krieg war ich noch ein Kind, das habe ich nicht wirklich bewusst wahrgenommen." Er verfolge intensiv die Nachrichten. Die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel habe ihm sehr gefallen: "Die war gut."

Corona-Krise verschärft sich in Neuseeland

03:45 Uhr: In Neuseeland spitzt sich die Corona-Krise zu. Dort hat es mutmaßlich die ersten beiden Virusübertragungen innerhalb des Landes gegeben. Premierministerin Jacinda Ardern kündigte am Montag an, dass Bars, Cafés und Geschäfte für den nicht dringend notwendigen Bedarf schließen müssten.

Supermärkte bleiben geöffnet. Ab Dienstag sind auch die Schulen geschlossen. Die Zahl der bestätigten Virusfälle sprang um 33 auf 102.

In Australien gab es unterschiedliche Ansagen, ob die Schulen schließen sollten, was Kritik der Lehrergewerkschaft auslöste. Regierungschef Scott Morrison wollte die Schulen geöffnet lassen, aber einige Regionen entschieden anders.

In Australien gibt es um die 1.500 bestätigte Fälle des Virus, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Obwohl die meisten Geschäfte im Land schließen sollten, sagte Morrison am Sonntag, Kinder sollten in die Schule gehen. Er werde seine zwei Töchter auch dorthin schicken.

China meldet erneut 39 aus dem Ausland eingeführte Virusfälle

02:29 Uhr: China kämpft weiterhin mit "importierten" Coronavirus-Fällen: Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Montag mitteilte, wurden bei Menschen, die in das Land eingereist sind, 39 weitere Infektionen nachgewiesen. Insgesamt zählt China damit bislang 353 Infektionen durch sogenannte Coronavirus-Importe.

Allerdings gab es nach den offiziellen Angaben erneut keine Infektion innerhalb des Landes mehr. In der zentralchinesischen Provinz Hubei, von wo das Virus Sars-CoV-2 sich ab Ende 2019 weltweit auszubreiten begann, starben weitere neun Menschen.

Auf dem chinesischen Festland sind damit nach Angaben der Gesundheitskommission 3.270 Menschen an der Lungenkrankheit COVID-19 gestorben. China als Ausgangspunkt ist mit mehr als 81.000 Infizierten weiter das am stärksten betroffene Land.

Shinzo Abe zieht Verschiebung von Olympischen Spielen in Betracht

01:53 Uhr: Der japanische Premierminister Shinzo Abe hat erstmals eine Verschiebung der Olympischen Sommerspiele wegen der Corona-Krise in Betracht gezogen. Vor dem Parlament in Tokio sagte er am Montag, dass damit gerechnet werden müsse.

Von einer Absage könne aber keine Rede sein. "Es ist schwierig, Spiele unter diesen Umständen abzuhalten, wir müssen über eine Verschiebung entscheiden, wobei die Gesundheit der Athleten oberste Priorität hat", sagte Abe. Die endgültige Entscheidung aber liege beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC).

Das IOC will binnen von vier Wochen Klarheit über eine mögliche Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio schaffen. Das Internationale Olympische Komitee setzte sich am Sonntag nach einer Telefonkonferenz der Exekutive diese Deadline, schloss aber gleichzeitig eine Komplett-Absage der Sommerspiele aus. Das teilte das IOC am Sonntagabend mit, nachdem der Druck bezüglich einer Entscheidung immer größer geworden war.

Weitere US-Bundesstaaten verkünden weitgehende Ausgangssperre

00:33 Uhr: Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, haben nun auch die US-Bundesstaaten Ohio, Delaware und Louisiana eine weitgehende Ausgangssperre angeordnet. Damit sind nun rund 100 Millionen Amerikaner von Ausgangsbeschränkungen verschiedener Bundesstaaten betroffen.

"Wir befinden uns im Krieg", erklärte der Gouverneur von Ohio, Mike DeWine, am Sonntag über Twitter. "In Kriegszeiten müssen wir Opfer bringen", erklärte er.

Der "Bleib zu Hause"-Erlass werde am Montagabend in Kraft treten und zunächst bis 6. April gelten. Ausgenommen seien nur wichtige Dienstleistungen wie Supermärkte und der Gesundheitssektor, erklärte der Gouverneur.

Der Gouverneur von Louisiana, John Bel Edwards, erklärte, die Verhängung der ab Montagabend geltenden Ausgangsbeschränkungen sei notwendig, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Im Staat Delaware sollen die Einschränkungen ab Dienstag gelten, erklärte Gouverneur John Carney.

Alle Meldungen vom Sonntag, 22. März:

Popmusiker geben Wohnzimmerkonzert

21:59 Uhr: Mit einem wegen der Coronavirus-Krise etwas anderen Musikfestival haben mehrere Popmusiker ihre Fans in der häuslichen Isolation begleitet. Sänger wie Johannes Oerding, Max Giesinger, Lotte oder Nico Santos spielten am Sonntagabend insgesamt vier Stunden lang zu Hause und streamten die Auftritte online. Beim "#Wirbleibenzuhause-Festival" schalteten zeitweise bis zu 70.000 Instagram-Nutzer auf dem jeweiligen Profil der Künstler ein.

Die Popstars spielten Gitarre oder Klavier und sangen dabei eigene Songs, aber auch Coverversionen. Santos grüßte mit dem Eagles-Klassiker "Hotel California" seine Eltern, die auf Mallorca leben. "Ich wäre jetzt super, super gerne bei euch".

Labor lässt 2.000 Corona-Proben liegen

21:53 Uhr: In einem Labor in Baden-Württemberg sind rund 2000 Proben auf eine Infektion mit dem Coronavirus liegengeblieben und müssen nun voraussichtlich zum Großteil wiederholt werden. Der privaten Einrichtung hätten für den Test notwendige Chemikalien gefehlt, daher seien die Proben nicht analysiert worden und seien nun zum Teil nicht mehr verwertbar, teilten das baden-württembergische Gesundheitsministerium und mehrere Landkreise am Sonntagabend mit. Sie waren zuvor selbst von dem Labor informiert worden waren. Etwa die Hälfte der Proben stamme allein aus dem Kreis Tübingen, der Rest aus den Landkreisen Biberach, Ravensburg und dem Bodenseekreis.

Wer zwischen dem 14. und dem 18. März in den genannten Landkreisen eine Probe abgegeben und noch kein Ergebnis bekommen hat und zudem jetzt noch grippeähnliche Symptome zeige und Fieber habe, soll sich nun bei seinem jeweiligen Gesundheitsamt melden, um einen weiteren Test zu veranlassen. Wer keine Symptome mehr habe, könne mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, nicht infiziert zu sein, hieß es weiter. Wer davon in den kommenden Tagen aber noch Symptome zeige, solle sich ebenfalls beim Gesundheitsamt melden. Parallel werde nun geprüft, ob zumindest ein Teil der liegengebliebenen Proben noch verwendet werden kann.

Virus mit Reliquie bekämpfen

20:38 Uhr: Im Kampf gegen Covid-19 hat die politisch einflussreiche katholische Kirche der Slowakei eine seit zweihundert Jahren nicht mehr angewandte Kulthandlung reaktiviert und mit modernen technischen Möglichkeiten kombiniert. Wie der TV-Nachrichtensender TA3 am Sonntag berichtete, flog Peter Brodek, der Generalvikar (Vizebischof) der Diözese Nitra, mit einer spätmittelalterlichen Reliquie über die Slowakei und segnete das ganze Land von einem Flugzeug aus.

Bei der im Flugzeug zeremoniell über das Land geflogenen Reliquie handelt es sich um ein Tuch, das nach Überzeugung der Gläubigen mit Blut von Jesus Christus getränkt sein soll. Die in der Basilika des Wallfahrtsortes Hronsky Benadik verehrte Reliquie wurde jahrhundertelang in außerordentlichen Notzeiten wie Pestepidemien und Überschwemmungen aus ihrem Aufbewahrungsort herausgenommen. Dies sei zuletzt Anfang des 19. Jahrhunderts geschehen, erklärte ein Kirchensprecher dem TV-Sender.

Anstieg bei Covid-19-Opfern in Frankreich

19:57 Uhr: In Frankreich ist die Zahl der Covid-19-Kranken und -Toten weiter gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte, wurden 16.018 Ansteckungen registriert, 674 Menschen sind an der neuartigen Lungenkrankheit gestorben. Erstmals starb auch ein Krankenhausarzt. Am Vortag lag die Zahl der Infizierten noch bei 14.459, die der Toten bei 562. Frankreich hatte am Dienstagnachmittag eine Ausgangssperre verhängt.

In vier Wochen Olympia-Entscheidung

19:25 Uhr: Das Internationale Olympische Komitee hat sich eine Frist von vier Wochen für eine Entscheidung über die Olympischen Spiele in Tokio gesetzt. In diesem Zeitraum sollen auch mögliche Optionen für eine Verschiebung wegen der Coronavirus-Pandemie überlegt werden, teilte das IOC am Sonntag mit.

Bundeskanzlerin Merkel in Quarantäne

18:42 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) muss sich in der Corona-Krise nun selbst in häusliche Quarantäne begeben. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntagabend in Berlin mit. Die Kanzlerin sei nach ihrem Presseauftritt am Abend unterrichtet worden, dass sie am Freitag zu einem Arzt Kontakt hatte, der mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.

Bayern trägt gemeinsame Ausgangs-Regelung nicht mit

18:09 Uhr: Zur Eindämmung der Corona-Krise werden Ansammlungen von mehr als zwei Personen in ganz Deutschland verboten. "Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet", zitierte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Anschluss an eine Video-Konferenz mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer aus dem vereinbarten Beschluss. Diese Maßnahmen sollen für mindestens zwei Wochen gelten.

Nachdem es schon während der Beratungen zu einem heftigen Wortwechsel zwischen Bayerns Regierungschef Markus Söder und dessen Amtskollegen Markus Laschet aus Nordrhein-Westfalen gekommen sein soll, erklärte Bayern, das gemeinsam vereinbarte Ansammlungsverbot für mehr als zwei Personen nicht zu übernehmen. Es bleibt bei der bayerischen Regelung, wonach man nur mit Angehörigen des eigenen Hausstandes an die frische Luft gehen darf.

Möglicher Impfstoff tritt in China in klinische Erprobung ein

17:15 Uhr: Im internationalen Wettlauf um ein geeignetes Mittel gegen das Coronavirus hat China die erste Phase einer klinischen Studie für einen Impfstoff begonnen. Einer Reihe von Freiwilligen sei bereits eine erste Impfung verabreicht worden, sagte ein Mitarbeiter des von der chinesischen Regierung finanzierten Projekts am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP.

In Deutschland gilt das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac, als federführend in der Erforschung eines Impfstoffes gegen das Virus Sars-CoV-2. Dessen Chef Franz Werner Haas hält die Versorgung zehntausender Menschen mit einem Impfstoff bereits ab Herbst für möglich.

Derzeit gibt es keine zugelassenen Impfstoffe oder Medikamente gegen das neuartige Coronavirus, an dem weltweit bislang mehr als 13.000 Menschen gestorben sind.

Wo noch nicht geschehen: Restaurants, Gaststätten und Friseure müssen schließen

17:08 Uhr: Bund und Länder wollen Restaurants und Gaststätten unverzüglich schließen - wo dies noch nicht der Fall ist. Darauf einigten sich die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag in ihrer Telefonkonferenz. "Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause", heißt in dem Beschluss.

Zudem seien unverzüglich Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege zu schließen. Davon betroffen sind etwa Friseure, Kosmetikstudios, Tattoo-Studios und Massagesalons. Medizinisch notwendige Behandlungen sollen weiter möglich bleiben.

Mann mit Mundschutz und Handschuhen unterwegs - ICE gestoppt

16:53 Uhr: Ein ICE der Deutschen Bahn hat seine Fahrt in Hessen außerplanmäßig unterbrechen müssen, weil ein Reisender an Bord des Zuges möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert ist. Ein Sprecher der Bundespolizei sagte, am frühen Nachmittag sei gemeldet worden, dass ein französischer Staatsbürger in einem Sechser-Abteil zu verstehen gegeben habe, er sei mit dem Virus infiziert.

Der mit Handschuhen und Mundschutz ausgestattete Mann habe eine Bescheinigung aus Hamburg über einen Test auf das Coronavirus und die Empfehlung häuslicher Quarantäne bei sich. In dem Zugabteil befanden sich keine weiteren Reisenden. Sprachprobleme erschwerten die Verständigung.

Die örtlichen Gesundheitsbehörden seien nun zuständig für Entscheidungen über das weitere Vorgehen, sagte der Sprecher. Der Zug, der in Gelnhausen gestoppt wurde, sei ersten Informationen zufolge "mittelmäßig" voll und mit etwa 100 bis 150 Reisenden besetzt.

Heftiger Streit zwischen Laschet und Söder bei Beratungen über Corona-Maßnahmen

16:25 Uhr: Bei den Beratungen von Bund und Ländern zur Corona-Krise hat es dem Vernehmen nach einen heftigen Streit zwischen CSU-Chef Markus Söder und NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) gegeben. Laschet habe Söder demnach massiv attackiert, weil dieser bereits am Freitag "ohne Absprache" mit dem Bund und den anderen Ländern eigene Maßnahmen mit Ausgangsbeschränkungen für Bayern verordnet hatte. Söder habe daraufhin damit gedroht, die Schalte zu verlassen. Dies berichtete auch die "Bild"-Zeitung.

Bayern sei über den Verlauf "irritiert", erfuhr die dpa am Sonntag aus Regierungskreisen. Laschet habe sich bisher in der Debatte immer sehr zurückgehalten und gezögert, auch als es jüngst um die Schließung von Schulen und Kindergärten gegangen sei. Man vermute daher ein anderes Motiv, es gehe Laschet wohl mehr um seine persönlichen Ambitionen als um die Corona-Krise, hieß es.

Darüber hinaus soll Laschet, so berichten Teilnehmer, in der Telefonkonferenz gemeinsam mit weiteren Bundesländern ein Maßnahmenpapier vorgelegt haben. Dies wurde aber in den Beratungen dem Vernehmen nach nicht weiter verfolgt, da Merkel ihrerseits ein eigenes Papier zur Grundlage machte.

Bund und Länder für Kontaktverbot gegen Corona-Krise

15:50 Uhr: Ansammlungen von mehr als zwei Personen sollen grundsätzlich in ganz Deutschland verboten werden. Darauf verständigten sich Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder nach Informationen der dpa am Sonntag bei einer Telefonkonferenz. Ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen.

Eine Gruppe von zwölf Ländern hatte sich bereits vor der Schaltkonferenz im Grundsatz auf ein umfassendes Kontaktverbot verständigt. Dazu gehörten Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Demnach sollte es sich ausdrücklich nicht um eine Ausgangssperre, sondern um eine Art Kontaktverbot im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus handeln. Neben Merkel hatten auch die für den Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus wichtigsten Minister teilgenommen.

Gegen Quarantäne verstoßen: Corona-Infizierte in Unfall verwickelt

15:27 Uhr: Ein Verkehrsunfall einer mit dem Coronavirus infizierten Frau hat für die Polizei in Brandenburg zu einer kritischen Situation geführt. Die Frau erklärte den Beamten am Samstag nach einem nicht von ihr verursachten Zusammenstoß in Müllrose, dass sie positiv auf Covid-19 getestet worden sei, wie die Polizei mitteilte. Die anschließende Unfallaufnahme durch die Beamten sei daher in Vollschutzkleidung erfolgt.

Es habe sich herausgestellt, dass die infizierte Frau widerrechtlich die amtlich verordnete häusliche Quarantäne verlassen habe. Nach einer Information an das Gesundheitsamt sei deswegen Strafanzeige nach dem Infektionsschutzgesetz gegen sie erstattet worden.

Zuvor war ein Verkehrsteilnehmer auf der Bundesstraße 87 in den Gegenverkehr geraten und mit dem Auto der Frau kollidiert. Verletzt wurde niemand.

Italiens Präsident: "Hoffe, Deutschland bleibt Italiens schmerzhafter Weg erspart"

15:19 Uhr: Italiens Staatspräsident hat in einem Brief an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Wunsch geäußert, dass andere Länder von Italiens Erfahrung in der Coronavirus-Krise lernen können.

"Ich hoffe, dass die Erfahrung, die Italien als erstes mit der Bekämpfung der Ansteckung gesammelt hat, für ganz Europa und weltweit nützlich sein wird. Ich hoffe sehr, dass Deutschland und anderen Ländern der schmerzhafte Weg Italiens erspart bleibt", schrieb Sergio Mattarella in einem am Sonntag veröffentlichten Brief.

In vielen Gegenden in Italien werde "die ältere Generation dezimiert", die ein Bezugspunkt für die jüngere Generation sei. Mattarella bedankte sich bei Steinmeier für die Solidarität und Hilfe aus Deutschland, zum Beispiel für die Lieferung von medizinischen Produkten.

Russland schickt Italien Hilfe im Kampf gegen Coronavirus

15:10 Uhr: Wegen der dramatischen Lage in Italien sendet Russland medizinische und personelle Hilfe in das Land. Auf dem Militärflughafen Tschkalowski in der Nähe von Moskau starteten am Sonntag die ersten von neun Flugzeugen des Typs Iljuschin Il-76 nach Italien, wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte.

Insgesamt sollten acht Brigaden mit entsprechender medizinischer Ausrüstung in das südeuropäische Land verlegt werden. Das Ministerium machte keine Angaben zur Zahl der Mitglieder je Brigade.

"Zusätzlich steht eine Gruppe mit rund 100 Menschen bereit, darunter führende Spezialisten des Verteidigungsministeriums auf dem Gebiet der Virologie und Epidemiologie", hieß es in der Mitteilung. Die Experten hätten internationale Erfahrung im Kampf gegen Epidemien.

Coronavirus: Erstmals Todesopfer in Rumänien

14:59 Uhr: In Rumänien sind erstmals Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem neuen Coronavirus gestorben. Bei den zwei Patienten, deren Tod die Behörden am Sonntag bestätigten, handelt es sich um ältere Männer mit Vorerkrankungen. Der eine hatte ein Krebsleiden, der andere war Dialyse-Patient.

Von Samstag bis Sonntag stieg die Zahl der mit dem Virus Sars-CoV-2 infizierten Menschen in Rumänien um 66 auf 433 Fälle. Am Sonntagabend sollen nächtliche Ausgangssperren und weitere Einschränkungen der Bewegungsfreiheit in Kraft treten.

Mehrere Verstöße gegen Ausgangsbeschränkungen in Bayern und Thüringen

14:41 Uhr: Die Polizei in Bayern hat Dutzende Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung geahndet. Neben privaten Treffen wie "Corona-Partys" hielten sich auch Geschäftsleute nicht an die Vorgaben, die seit dem Wochenende im Freistaat gelten. Bei mehr als 5.300 Überprüfungen stellten allein die Beamten in München über 160 Verstöße fest.

Auch in Thüringen ist die Polizei zu mehreren Orten zu Einsätzen ausgerückt, um die Einschränkungen zum Schutz vor dem neuen Coronavirus durchzusetzen. Unter anderem in Erfurt, Kahla, Hermsdorf, Leinefelde und Weimar musste sie Menschenansammlungen unterbinden, wie ein Sprecher der Landeseinsatzzentrale sagte. So hatten sich in Erfurt am Samstagabend etwa 25 Menschen in einer Bar eingefunden, obwohl Bars wie auch Gaststätten in Thüringen landesweit nicht mehr öffnen dürfen.

Die Menschen in Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein hingegen haben erlassenen Maßnahmen laut Polizeiangaben weitgehend befolgt. Polizeibeamten mussten nur wenige Personen ansprechen, die sich nicht an die Vorgaben hielten. Die meisten zeigten Verständnis.

Erster infizierter Arzt in Frankreich gestorben

13:53 Uhr: In Frankreich ist erstmals ein Arzt nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Wie der französische Gesundheitsminister Olivier Véran am Sonntag dem Radiosender "RTL" erklärte, handle es sich seines Wissens nach um den ersten Fall.

Nach Informationen des regionalen Fernsehsenders "France 3 Hauts-de-France" soll es sich bei dem Verstorbenen um einen rund 60-jährigen Notarzt in Compiègne handeln. Die Stadt liegt rund 80 Kilometer im Norden von Paris im Departement Oise, das zu den am stärksten von der Corona-Krise betroffenen Gebieten in Frankreich zählt.

Bis zum Samstag wurden in Frankreich 14.459 Menschen von dem Virus infiziert, 562 Infizierte sind gestorben.

Weißhelme desinfizieren Gebiete in Nordsyrien wegen Coronavirus

13:30 Uhr: Die Rettungsorganisation Weißhelme will mithelfen, im Norden Syriens eine drohende Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Rund 260 Schulen und andere wichtige Einrichtungen seien dort bereits desinfiziert worden, sagte ein Sprecher der Organisation. Die Helfer seien in Schutzanzügen im letzten großen Rebellengebiet Idlib sowie in den Provinzen Hama und Aleppo unterwegs. Die Kampagne läuft seit einigen Tagen.

Die für Idlib zuständige Gesundheitsbehörde hatte am Samstag erklärt, dass es in der Provinz bisher keine Infektionen mit Sars-CoV-2 gebe. Die syrische Regierung von Präsident Baschar al-Assad hat ebenfalls erklärt, dass die Rebellengebiete vom Virus nicht betroffen seien. Auch nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in Syrien bisher keine Infektionen bekannt.

Der DIHK warnt vor "unvorstellbarer Pleitewelle"

12:32 Uhr: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag warnt in der Coronavirus-Krise vor einer "Pleitewelle unvorstellbaren Ausmaßes".

DIHK-Präsident Eric Schweitzer sagte am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur: "Deshalb wäre es in dieser Situation nur konsequent, wenn die Bundesregierung alle Hilfen jetzt mit einer Staatsgarantie von 100 Prozent absichert." Dann könnten die Banken vor Ort das Geld sofort und zinsgünstig weiterreichen.

Der am Sonntag bekannt gewordene, geplante Schritt der Bundesregierung, bei Kredit-Sonderprogrammen das staatliche Kreditrisiko von 80 auf 90 Prozent zu erhöhen, reicht dem DIHK nicht aus. Gelten soll dies für kleine und mittlere Firmen.

Polizei in Thüringen löst Menschenansammlungen auf

12:14 Uhr: Die Polizei ist in Thüringen in mehreren Orten zu Einsätzen ausgerückt, um die Einschränkungen zum Schutz vor dem neuen Coronavirus durchzusetzen.

Unter anderem in Erfurt, Kahla, Hermsdorf, Leinefelde und Weimar musste sie Menschenansammlungen unterbinden, wie ein Sprecher der Landeseinsatzzentrale am Sonntag sagte.

So hatten sich in Erfurt am Samstagabend etwa 25 Menschen in einer Bar eingefunden, obwohl Bars wie auch Gaststätten in Thüringen landesweit nicht mehr öffnen dürfen.

Auch in Gartenanlagen oder Garagenkomplexen in Thüringen seien private Treffen mit jeweils mehreren Menschen beendet worden.

Premier League will am 1. Juni wieder spielen

12:08 Uhr: Die englische Premier League will die laufende Saison einem Medienbericht zufolge ab dem 1. Juni innerhalb von sechs Wochen zu Ende spielen. So bliebe bis zum geplanten Start der neuen Saison am 8. August genug Zeit für eine Pause und die Vorbereitung, berichtete der "Daily Telegraph" am Sonntag.

Den meisten Klubs fehlen noch neun Spiele, einigen Vereinen zehn. Tabellenführer FC Liverpool steht mit Trainer Jürgen Klopp dicht vor dem erstmaligen Gewinn des Titels seit 1990.

Zahl der Toten steigt: Spanien will Ausgangssperre verlängern

11:47 Uhr: Zur Eindämmung der Corona-Krise will die spanische Regierung nach Medienberichten den Notstand und die Ausgangssperre im ganzen Land um zwei Wochen bis zum 12. April verlängern.

Das habe Ministerpräsident Pedro Sánchez den Regionalpräsidenten am Sonntag bei einer Videokonferenz mitgeteilt, berichteten der staatliche Fernsehsender RTVE und die Zeitungen "El País" und "El Mundo" unter Berufung auf Regierungskreise.

Im Land sind innerhalb von 24 Stunden fast 400 weitere Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Es seien 394 neue Todesfälle registriert worden, teilte am Sonntag die Regierung in Madrid mit. Dies sei ein Anstieg um rund 30 Prozent.

Eine Verlängerung des sogenannten Alarmzustandes, der dritthöchsten Notstandsstufe, muss allerdings vom Parlament gebilligt werden.

Der derzeit geltende landesweite Notstand mit einer 15-tägigen Ausgangssperre war in Spanien am vorigen Sonntag in Kraft getreten. Bei Zuwiderhandeln drohen Geldbußen oder sogar Haftstrafen.

Virologe Drosten: Keine vollen Fußballstadien bis nächstes Jahr

11:31 Uhr: Renommierte Virologen rechnen angesichts der gegenwärtigen Pandemie nicht mehr mit einem regulären Sportbetrieb mit Zuschauern in diesem Jahr.

Er glaube "überhaupt nicht daran, dass wir in irgendeiner absehbaren Zeit wieder Fußballstadien voll machen. Das ist überflüssig", sagte der Berliner Virologe Christian Drosten von der Charité dem Nachrichtenmagazin "Stern". "Das wird es bis nächstes Jahr um diese Zeit nicht geben. Auf Dinge, die schön sind, aber nicht systemrelevant, wird man lange verzichten."

Zuvor äußerte sich schon der Virologe Alexander Kekulé ähnlich. "Großveranstaltungen, bei denen man 60.000 Menschen in einem Stadion zusammenbringt, die sehe ich tatsächlich in diesem Jahr auch nicht." Auch für die Austragung der Olympischen Sommerspiele hat Kekulé wenig Hoffnung.

Regierung plant Nachbesserungen bei Kreditprogramm

11:24 Uhr: Die Bundesregierung plant in der Coronavirus-Krise Nachbesserungen bei Kredit-Sonderprogrammen für mittelständische und große Unternehmen.

Demnach soll die staatliche Förderbank KfW bei Betriebsmittelkrediten statt wie bisher 80 Prozent nun 90 Prozent des Kreditrisikos übernehmen, wie die dpa am Sonntag aus Kreisen des Wirtschaftsministeriums erfuhr.

Scheuer: Neuen Regelungen soll Versorgungsengpässe verhindern

11:20 Uhr: Um Versorgungsengpässe in der Coronavirus-Krise zu verhindern, will Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer Logistikzentren länger offen halten. Diese sollten 24 Stunden lang aufbleiben können, damit Engpässe in der Belieferung von Filialen etwa bei Supermarktketten ausgeglichen werden könnten, erfuhr die dpa aus Regierungskreisen.

Dazu solle es eine Flexibilisierung der Arbeitszeit geben. Scheuer sei dazu in Gesprächen. Außerdem rede er mit Kommunalverbänden darüber, die Nachtzulieferung von 22 Uhr bis 6 Uhr zu lockern.

Der Handel sieht die Versorgung generell als gesichert an, dennoch führen Hamsterkäufe angesichts der Coronavirus-Krise seit Tagen immer wieder zu leeren Regalen in vielen Supermärkten und bei den Discountern. Hinzu kamen Probleme im Lieferverkehr infolge der neuen Grenzkontrollen in Europa.

Hermes führt kontaktlose Paketannahme ein

11:01 Uhr: Der Versandlogistiker Hermes hat wegen der Gefahren durch das Coronavirus ein neues Verfahren bei der Annahme von Paketen entwickelt, das ohne direkten Kontakt mit Zusteller und Scanner auskommt. Das teilte Hermes am Samstag in Hamburg mit.

Der Empfänger muss nun das Paket nicht mehr auf einem Scanner quittieren, sondern auf dem Paket selbst. Der Zusteller fotografiert die Unterschrift mit dem Zustellcode auf dem Paket, so dass die Zustellung rechtssicher dokumentiert ist. Damit könnten Zusteller und Kunde auf Abstand bleiben und seien besser geschützt.

Zudem könnten die Kunden schon bisher die Zustellung an Ablageorten wie auf der Terrasse oder vor der Wohnungstür wählen.

Neun Tote in Pflegeheim: Uniklinik nimmt Einrichtung in Schutz

10:53 Uhr: Das Universitätsklinikum Würzburg hat ein Pflegeheim in Schutz genommen, in dem neun Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind.

"Die Infektionswelle hat die Altenpflegeeinrichtung getroffen, als Covid-19 in Deutschland noch eine Rarität war", heißt es in einer Mitteilung. Alle hygienisch notwendigen Maßnahmen würden ergriffen, "aber natürlich ist der Kampf der Ärzte und des Pflegepersonals gegen die Krankheit in einem Pflegeheim noch weitaus schwieriger als in den rund um die Uhr mit ärztlichem und pflegerischem Fachpersonal für Infektionskrankheiten ausgestatteten Kliniken".

Auf der Infektionsstation der Uniklinik werden demnach derzeit fünf Patienten aus dem Heim behandelt. Zehn weitere Bewohner des Heimes seien positiv getestet und bedürften umsichtiger Pflege. "Wir stehen bereit, wenn eine stationäre Behandlung notwendig wird, aber Hut ab vor dem Team des Pflegeheimes, das solche Leistungen erbringt, stets selbst auch bedroht von der Infektion, die aber bei Jüngeren meist nicht so schwer verläuft", sagte der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Würzburg, Georg Ertl, laut Mitteilung.

Das Coronavirus stirbt nicht bereits bei 27 Grad Celsius

10:27 Uhr: Seit Beginn der Corona-Krise werden immer wieder Kettenbriefe mit möglichen Hausmittelchen oder angeblichen Warnungen über soziale Netzwerke und Messengerdienste geteilt. In einem weit verbreiteten Text wird etwa behauptet, dass das Coronavirus bereits "bei einer Temperatur von 26 bis 27 Grad stirbt".

Die Behauptung ist falsch. Die Körperkerntemperatur liegt bei fast allen Menschen bei mehr als 35 Grad Celsius - würde Sars-CoV-2 tatsächlich bei weniger als 30 Grad Celsius sterben, wäre der Erreger im menschlichen Körper gar nicht lebensfähig und damit keine Gefahr.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO stellt zudem klar: Das Coronavirus kann sich auch in warmen Ländern mit hoher Luftfeuchtigkeit ausbreiten. Forscher untersuchen derzeit, wie sehr höhere Außentemperaturen die Verbreitung des Coronavirus zumindest eindämmen könnten. Selbst aus Ländern mit derzeit höheren Temperaturen als 27 Grad - etwa Malaysia - wurden allerdings viele Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet.

Briten mit Vorerkrankungen sollen drei Monate zuhause bleiben

10:17 Uhr: Die britische Gesundheitsbehörde hat Menschen mit Vorerkrankungen dazu aufgefordert, drei Monate zu Hause zu bleiben um sich selbst "abzuschirmen". Sie gelten als besonders gefährdet durch das Coronavirus. Paul Johnstone, Direktor von Public Health England, erklärte, die Betroffenen sollten weder zum Einkaufen noch auf Reisen gehen und auch nicht in ihrer Freizeit rausgehen.

Menschen, die zu einer oder mehreren Risikogruppen gehörten, würden von ihren Hausärzten oder Spezialisten kontaktiert und dazu aufgefordert, für einen Zeitraum von "mindestens zwölf Wochen" zu Hause zu bleiben. Es werde eine spezielle Hotline geben sowie Lieferdienste für Lebensmittel und Medikamente.

In Großbritannien sind bereits 177 Menschen am Coronavirus gestorben. Die Regierung war wegen ihres lange Zeit zögerlichen Umgangs mit der Corona-Krise heftig kritisiert worden. Erst deutlich nach den meisten EU-Ländern hatte sie dazu aufgerufen, auf nicht notwendige Reisen und soziale Kontakte zu verzichten.

Franzose läuft Marathon auf eigenem Balkon

9:56 Uhr: Trotz Ausgangssperre wollte Hobbyläufer Elisha Nochomovitz nicht von seiner Leidenschaft lassen und lief einen kompletten Marathon auf seinem Balkon. Fast sieben Stunden rannte der Franzose auf dem sieben Meter langen und gut ein Meter breiten Balkon seiner Wohnung umher, bis er laut seiner App die Distanz von 42,195 Kilometern in 6:48 Stunden geschafft hatte.

"Habe den Balkonien-Marathon geschafft", schrieb er auf Instagram: "Alles dreht sich in meinem Kopf, und ich möchte mich übergeben." Die Franzosen dürfen ihre Häuser nur noch verlassen, um einzukaufen oder zum Arzt oder zur Arbeit zu gehen. Die ganze Geschichte lesen Sie hier.

Maas räumt Probleme bei Rückholaktionen ein

9:36 Uhr: Außenminister Heiko Maas sieht bei der Rückholung deutscher Urlauber aus dem Ausland große Herausforderungen und verspricht eine bessere europäische Abstimmung.

"Leider können wir nicht in allen Fällen innerhalb kürzester Zeit Abhilfe schaffen", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Oft stehen wir dabei vor großen Herausforderungen, damit die Menschen überhaupt die Flughäfen erreichen können."

Seit Beginn der Woche seien über 100.000 Deutsche nach Hause zurückgekehrt. Viele weitere hätten sich registriert und warteten auf Flugmöglichkeiten.

Zunächst hätten alle EU-Länder versucht, ihre Bürger in Eigenregie zurück nach Hause zu holen. "Jetzt registrieren wir unsere Flüge zusätzlich in einem europäischen System, das steigert die Effizienz", sagte Maas. "Wenn wir Kapazitäten haben, nehmen wir auch Bürger anderer EU-Länder mit. Andersherum können natürlich auch Deutsche auf die Rückholflüge anderer Länder aufspringen. So koordiniert können wir alle Europäerinnen und Europäer viel schneller nach Hause holen."

Infektionsfälle in der Türkei steigen sprunghaft - 21 Todesopfer

9:12 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Fälle in der Türkei ist erneut sprunghaft gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden stieg die Zahl der positiv Getesteten um 277 auf 947, wie Gesundheitsminister Fahrettin Koca mitteilte. Zwölf Menschen starben demnach an einem Tag an Covid-19, damit erhöhte sich die Zahl der Todesopfer auf 21. Es handele sich um alte Menschen, teilte Koca mit, ohne weitere Details zu nennen.

Die Türkei hat zahlreiche Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus erlassen. Unter anderem sind Cafés und Bars geschlossen und Sport- und Kulturveranstaltungen abgesagt. In der Nacht zu Sonntag trat eine Ausgangssperre für Menschen ab 65 Jahren und für chronisch Kranke in Kraft.

Sánchez stimmt Spanier auf "sehr harte Tage" in Corona-Krise ein

9:00 Uhr: Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat die Bevölkerung auf "sehr harte Tage" eingestimmt. "Wir müssen uns psychologisch und emotional darauf vorbereiten", sagte der Regierungschef in einer Fernsehansprache. "Das Schlimmste kommt noch." Das Land stehe vor der größten Herausforderung seit dem Spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939).

"Wir müssen Zeit gewinnen, um unser Gesundheitssystem besser vorzubereiten", sagte der Ministerpräsident und sprach von einem "Rennen gegen die Zeit" bei der Beschaffung der erforderlichen Ausrüstung. "In den kommenden Stunden" würden 1,3 Millionen Atemschutzmasken verteilt. In den nächsten Tagen sollten 640.000 Schnelltest-Sets eintreffen. Verhandlungen für sechs Millionen weitere Sets mit dem Ausland liefen, fügte Sánchez hinzu.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie hatte sich in Spanien innerhalb eines Tages drastisch erhöht. Sie lag am Samstag bei 1.326 und damit um 32 Prozent über der vom Vortag, wie das Gesundheitsministerium in Madrid mitteilte. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionsfälle stieg auf knapp 25.000. Das waren etwa 5.000 mehr als noch am Freitag.

Merkel berät mit Ministerpräsidenten über weitere Schritte in Corona-Krise

8:50 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder beraten am Sonntagabend über weitere Maßnahmen in der Corona-Krise.

In einer Schaltkonferenz soll nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert eine "sehr ernste, schonungslose Analyse der Lageentwicklung" der vergangenen Tage vorgenommen werden. Ob es weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens geben wird, soll vor allem vom Verhalten der Bürger an diesem Wochenende abhängig gemacht werden.

Merkel hatte am vergangenen Mittwoch in einer Fernsehansprache an die Bürger appelliert, sich an die Auflagen zu halten und soziale Kontakte zu vermeiden.

Erste Fälle von Coronavirus im Gazastreifen nachgewiesen

8:27 Uhr: Das Coronavirus ist auch im blockierten Gazastreifen angekommen: Bei zwei Palästinensern wurde das Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen. Es handele sich um zwei Rückkehrer aus Pakistan, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Eine starke Ausbreitung in dem dicht besiedelten Küstenstreifen, in dem zwei Millionen Menschen unter prekären Umständen leben, gilt als Horrorszenario.

Nach Angaben von Jussef Abu al-Risch, Generaldirektor des Gesundheitsministeriums in Gaza, reisten die Infizierten über Ägypten in das Palästinensergebiet ein. Sie seien in einer Anlage am Rafah-Grenzübergang unter Quarantäne gestellt worden.

Kuba schickt Ärzteteam zu Corona-Hilfe nach Italien

7:57 Uhr: Kuba hat am Sonntag ein Ärzteteam nach Italien geschickt, das die italienischen Kollegen bei ihrem Kampf gegen das Coronavirus unterstützen soll. Die 52 Ärzte und Krankenpfleger sollten in der Lombardei, dem aktuellen Brennpunkt der Corona-Krise, eingesetzt werden, teilte das Gesundheitsministerium in Havanna mit.

Den kubanischen Behörden zufolge werden die Mediziner auf Anfrage Italiens zunächst für bis zu drei Monate arbeiten. Sie haben bereits mit Krisen wie der Ebola-Epidemie zu tun gehabt und werden sich einer Gruppe chinesischer Ärzte anschließen, die bereits in einem Krankenhaus in Bergamo im Einsatz sind. In Kuba selbst sind nach offiziellen Angaben aktuell 20 Menschen mit dem Virus infiziert, eine Person starb daran.

Das medizinische Personal aus Kuba ist Teil des Internationalen Henry Reeve Kontingents, das der inzwischen verstorbene damalige Staats- und Regierungschef Fidel Castro 2005 gründete, um in Krisensituationen zu helfen. 2017 wurde es von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgezeichnet.

Coronavirus lässt Stromverbrauch sinken

7:55 Uhr: Werksschließungen und Produktionseinschränkungen in der Industrie wegen der Coronavirus-Krise werden nach Einschätzung der Energiebranche auch zu einem spürbaren Rückgang des Stromverbrauchs in Deutschland führen.

Die Großhandelspreise für Strom seien bereits deutlich gefallen, teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BdEW) mit. An der Strombörse seien die Preise für Lieferungen im April innerhalb einer Woche um fast 30 Prozent gesunken.

Der meiste in Deutschland verbrauchte Strom wird allerdings über längerfristige Verträge und damit zu festgeschriebenen Preisen verkauft. "Der Preisverfall am Spotmarkt hat zunächst keinen großen Einfluss auf den Strompreis für den Endverbraucher", sagte ein Sprecher des Strompreis-Vergleichsportals Verivox. "Im Gegenteil: Die Strompreise haben in Deutschland im März mit 30,14 Cent pro Kilowattstunde ein neues Rekordhoch erreicht."

Offenlegung: Auch WEB.DE und GMX bieten Strom an.

Trump will Malaria-Medikament für Covid-19-Behandlung einsetzen

7:47 Uhr: US-Präsident Donald Trump wirbt mit Nachdruck für den Einsatz eines Malaria-Medikaments bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankten. Der Wirkstoff Chloroquin könne in Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin "einer der größten Durchbrüche der Geschichte der Medizin sein", warb Trump. Die Kombination solle "SOFORT" eingesetzt werden, forderte er am Samstag über Twitter. "Was haben wir zu verlieren?" fragte er im Anschluss bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Kritiker warnten jedoch, dass der Einsatz eines Medikaments für einen neuen Zweck nie ohne Risiken sei. Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, bemühte sich im Weißen Haus dann auch, Trumps Begeisterung etwas zu relativieren: Es gebe bislang nur vereinzelte Berichte über eine Wirksamkeit des Medikaments, aber keine ernsthaften klinischen Studien. Fauci zufolge gehe es nun darum, das Medikament kontrolliert und begrenzt einzusetzen, um Daten über die Wirksamkeit zu gewinnen.

Auch das Tübinger Institut für Tropenmedizin plant, das Medikament Chloroquin an Menschen zu testen.

Weitere Strände in Sydney gesperrt

7:37 Uhr: Nach dem berühmten Bondi Beach haben die Behörden der australischen Metropole Sydney am Sonntag weitere Strände gesperrt, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Insgesamt waren elf Strände rund um Sydney von der Maßnahme betroffen. Der Bondi Beach war bereits am Vortag geschlossen worden, nachdem sich dort trotz der Corona-Krise Tausende von Strandgängern getummelt hatten.

Ungeachtet des Verbots waren am Sonntag rund 450 Menschen am Strand, die einfach unter den Absperrbändern durchgeklettert waren.

Der Polizeiminister des australischen Bundesstaats New South Wales, David Elliott, kündigte ein hartes Durchgreifen an. "Wir tun dies ja nicht, weil wir die Spaßpolizei sind", sagte er dem TV-Sender Channel 7 zu den Verboten. "Aber manche Menschen sind einfach dumm und nehmen das Risiko auf sich. Und manche Menschen glauben, dass sie über dem Gesetz stehen."

Italien schließt gesamte nicht lebensnotwendige Produktion

7:28 Uhr: Die italienische Regierung lässt im Zuge der Coronavirus- Pandemie alle nicht lebensnotwendigen Produktionsaktivitäten schließen. Davon seien unter anderem Supermärkte, Banken, Post und Apotheken ausgeschlossen, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Samstagabend.

Er sprach von der "größten Herausforderung nach dem Zweiten Weltkrieg". "Wir haben beschlossen, jede produktive Tätigkeit zu schließen, die nicht entscheidend und unerlässlich dafür ist, uns essenzielle Güter und Dienstleistungen zu garantieren."

Das Land hatte am Samstag an nur einem Tag fast 800 Tote vermeldet und damit so viele wie nie seit dem Ausbruch des Virus im Land. Bisher starben 4.825 Menschen, teilte der Zivilschutz in Rom mit. Das sind 793 mehr als am Vortag.

Alle Meldungen vom Samstag, 21. März:

Mehr als 300.000 Corona-Fälle weltweit

23:10 Uhr: Weltweit haben sich nach Angaben von US-Experten schon mehr als 300.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Fast 13.000 Menschen seien an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, betonten die Wissenschaftler der US-Universität Johns Hopkins. Insgesamt gab es demnach bis Samstagabend (Ortszeit) mehr als 303.000 mit dem Coronavirus Infizierte. Zwei Drittel der gemeldeten Covid-19-Fälle entfielen demnach auf nur sechs Länder: China, Italien, Spanien, die USA, Deutschland und den Iran.

Die Webseite der Forscher wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher in der Regel einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese hatte am Samstag noch von 266.000 Erkrankungen und mehr als 11.000 Toten gesprochen.

In den USA ist die Zahl bekannter Erkrankungen innerhalb einer Woche um mehr als das Zehnfache in die Höhe geschnellt. Inzwischen gibt es dort Johns Hopkins zufolge mehr als 24.000 Fälle.

In Deutschland gab es bis Samstagnachmittag mehr als 21.600 bekannte Infektionen mit dem Coronavirus. Das ging aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigte.

Rumänien macht Grenzen dicht

21:50 Uhr: Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, hat Rumänien seine Grenzen für Ausländer weitgehend geschlossen. Zugleich wurde die Bewegungsfreiheit der Bürger beschränkt. Wie Innenminister Marcel Vela am Samstagabend mitteilte, dürfen Ausländer nur noch einreisen, wenn sie nachweisen können, dass dafür eine berufliche Notwendigkeit besteht. Die Durchreise ist Ausländern auf kontrollierten Routen jedoch weiter gestattet. Die Maßnehmen sollten am Sonntagabend gelten.

Zudem wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt - ausgenommen sind Notfälle. Tagsüber dürfen die Menschen das Haus verlassen, aber dabei keine Gruppen von mehr als drei Personen bilden, die nicht im selben Haushalt wohnen. In den großen Einkaufszentren dürfen nur noch Geschäfte geöffnet haben, die Lebensmittel oder Hygieneartikel anbieten. Gottesdienste in Kirchen dürfen nur noch ohne Gläubige stattfinden. Bei Hochzeiten, Taufen und Trauerfeiern sind in den Kirchen maximal acht Gäste zugelassen.

Spanisches Gesundheitssystem vor dem Zusammenbruch

20:19 Uhr: In dem vom Coronavirus besonders schwer getroffenen Spanien haben Experten vor einem kurz bevorstehenden Kollaps des Gesundheitssystems gewarnt. Eine "totale" Isolierung der Menschen sei deshalb nun "unerlässlich", fordern 69 renommierte Epidemiologen, Molekularbiologen und Wissenschaftler anderer Fachbereiche in einem am Samstag veröffentlichten offenen Brief.

Es müsse eine noch stärkere Einschränkung der Bewegungsfreiheit angeordnet werden, hieß es. Die Experten fordern konkret unter anderem, dass die Fahrt zur Arbeitsstelle nur noch bei Arbeitnehmern der Grundversorgungssektoren gestattet wird. Unter den gegebenen Bedingungen werde es sonst "um den 25. März herum" zu einem Zusammenbruch des Gesundheitssystems kommen. Rund 18 Prozent der spanischen Bevölkerung seien älter als 65.

Nach Italien ist Spanien das von der Krise am schwersten betroffene Land Europas. Bis Samstag meldete das Gesundheitsministerium fast 25.000 Infizierte - 5000 mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten kletterte auf mehr als 1300 nach etwa 1.000 am Freitag. Besonders heftig betroffen ist weiter die Region Madrid, wo fast 9.000 Fälle und 800 Todesopfer verzeichnet wurden.

Anzahl der Todesopfer in Frankreich steigt

20:00 Uhr: In Frankreich ist die Zahl der Coronavirus-Toten um 112 auf 562 angestiegen. Dies teilte das Gesundheitsministerium in Paris mit. Nach Zahlen vom Samstag sind 14.459 Menschen infiziert, 1847 mehr als am Vortag. Frankreich hatte am Dienstag eine Ausgangssperre verhängt.

US-Vize Mike Pence lässt sich testen

18:52 Uhr: Nach der Erkrankung eines Mitarbeiters an der Lungenkrankheit Covid-19 wird sich US-Vizepräsident Mike Pence auf eine mögliche Infektion mit dem neuartigen Coronavirus testen lassen. Er habe keinerlei Symptome, der Test sei daher eine reine Vorsichtsmaßnahme angesichts seiner herausgehobenen Stellung, sagte Pence am Samstag vor Journalisten. Auch seine Frau Karen werde sich testen lassen, sagte Pence. Der erkrankte Mitarbeiter sei seit Montag nicht mehr im Weißen Haus gewesen und er habe keinen direkten Kontakt zu ihm gehabt, sagte er.

Pence wiederholte gleichzeitig seinen Appell an die US-Bürger, sich nicht um einen Test zu bemühen, falls sie keine ernsthaften Symptome hätten. Der Vizepräsident ist für die US-Regierung federführend für die Organisation des Kampfes gegen die Coronavirus-Pandemie zuständig.

"Beruhigt Euch!": Auch in Großbritannien kommt es zu Panikkäufen

17:50 Uhr: Die britische Regierung hat die Bevölkerung zu einem Ende der Panikkäufe in der Corona-Krise aufgefordert.

Umweltminister George Eustice rief die Menschen am Samstag auf, "beim Einkaufen verantwortungsbewusst zu sein und an andere zu denken". Es bestehe kein Risiko, dass "die Lebensmittel ausgehen", sagte Eustice vor Reportern in der Downing Street.

Besorgte Briten waren zuletzt in die Geschäfte geströmt und hatten die Regale mit Toilettenpapier, Taschentüchern und Konserven leer gekauft. Die Briten müssten sich "beruhigen" und "nur das kaufen, was sie brauchen", appellierte Eustice.

Astronauten sollen das Coronavirus nicht mit ins All nehmen

17:33 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie soll auf keinen Fall den nächsten Flug am 9. April von drei Raumfahrern zur Internationalen Raumstation ISS gefährden.

Die beiden Russen Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner sowie der Nasa-Astronaut Christopher Cassidy seien deshalb in komplette Isolation gekommen. Das meldete die Agentur Interfax am Samstag unter Berufung auf das Zentrum für die Vorbereitung der Kosmonauten in der Nähe von Moskau.

New York reagiert auf hohe Infektionszahlen

17:11 Uhr: In der Coronavirus-Krise hat der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo am Samstag weitere Notmaßnahmen angekündigt.

Die Behörden würden die medizinische Versorgung in dem US-Bundesstaat stark aufstocken, sagte Cuomo bei einer Pressekonferenz. Sie sollten bis zu 75.000 zusätzliche Krankenhausbetten bereitgestellt sowie zwei Millionen Schutzmasken und 6.000 lebenswichtige Beatmungsgeräte besorgt werden.

Der Staat New York führe in den USA die meisten Coronavirustests durch, sagte Cuomo. Das erkläre auch die hohe Zahl der registrierten Infektionen in New York. Die Zahl der Ansteckungen mit dem Erreger Sars-CoV-2 ist dort auf über 10.350 Fälle angestiegen.

EU-Kommission drängt Mitgliedsländer zu drastischen Maßnahmen

17:05 Uhr: Die EU-Kommission drängt die Mitgliedsländer zu drastischen Maßnahmen im Kampf gegen das neuartige Coronavirus. "Es ist lebenswichtig, dass die Maßnahmen, um soziale Distanz durchzusetzen, früh, entschieden und schnell umgesetzt werden", sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides der "Welt am Sonntag". Nur so lasse sich die Ausbreitung des Virus verlangsamen und der Druck auf die Gesundheitssysteme reduzieren.

Zugleich rief die EU-Kommissarin die Mitgliedstaaten zu einer besseren Zusammenarbeit in der Krise auf. Maßnahmen, die von einzelnen EU-Ländern ergriffen werden, könnten "einen negativen Effekt auf die Eindämmungsversuche anderer haben", warnte Kyriakides.

Die Kommissarin weiß nach eigenen Angaben, "wie schwierig es für Regierungen ist, so weitreichende Entscheidungen für Millionen Menschen zu treffen, deren tägliches Leben und deren Wirtschaft davon beeinflusst wird". Sie wisse auch, wie schwierig es für die Menschen sei, "in der neuen Wirklichkeit zu leben, die ihren Lebensalltag und ihre Routine derart ändert". Es handele sich aber im Moment um eine außerordentliche Krise für die öffentliche Gesundheit. "Darum sind diese Maßnahmen notwendig."

Infektionen in Österreich steigen auf 2.814 - acht Todesfälle bestätigt

16:48 Uhr: In Österreich belaufen sich die registrierten Coronavirus-Infektionen am Samstag (Stand 15:00 Uhr) auf 2.814. Nach Ansicht des Gesundheitsministeriums hält sich die Entwicklung damit stabil. "Sie muss sich jedoch in der kommenden Woche weiter deutlich absenken", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur apa.

Acht Todesfälle im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 sind laut Ministerium bislang bestätigt. Drei in Wien, drei in der Steiermark und je einer in Nieder- und in Oberösterreich.

Anschober verwies auch auf einen deutlichen Anstieg von Testungen. Bis Samstag wurden in Österreich demnach 18.545 Corona-Tests durchgeführt. In den vergangenen 24 Stunden wurde mit 2.932 Testungen die bisherige Höchstzahl erreicht. Die Zahl der Neuerkrankungen stieg dabei um 20 Prozent und damit ähnlich wie in den vergangenen Tagen.

Prüfungen bei Hartz IV sollen ausgesetzt werden

16:17 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will in der Coronavirus-Krise bei einem Hartz-IV-Antrag die Vermögensprüfung für ein halbes Jahr aussetzen. "Wir sorgen jetzt dafür, dass die aufwendige Vermögensprüfung für sechs Monate ab dem 1. April entfällt", sagte Heil der "Bild am Sonntag". "Außerdem kann jeder weiter in seiner Wohnung bleiben." Die Leistungen der Grundsicherung würden schnell und unbürokratisch gewährt. "Das hilft erst einmal, um nicht ins Bodenlose zu stürzen."

Das Bundesarbeitsministerium rechnet in der Krise mit bis zu 1,2 Millionen zusätzlichen Beziehern der Grundsicherung. In einem Gesetzentwurf, der gemeinsam mit einer Vielzahl weiterer Gesetze in der kommenden Woche beschlossen werden soll, heißt es nach Angaben der Zeitung, allein bis zu 700.000 Solo-Selbstständige und bis zu 300.000 Selbstständige mit Angestellten kämen für eine Antragstellung in Frage. Für den Bundeshaushalt und die Kommunen bedeute das knapp zehn Milliarden Euro Mehrkosten.

Corona-Krise hat auch Auswirkungen auf die Tierwelt

16:06 Uhr: Die Ausgangssperren vielerorts haben auch einen Effekt auf Tiere. Während aus Mailand und Benidorm berichtet wird, wie sich Tauben auf leeren Plätzen auf der Suche nach Futter zusammenrotten oder Menschen nach dem Einkauf verfolgen, kommen andere Tiere mit der neuen Einsamkeit in den Städten besser klar.

In Venedig posteten Menschen Bilder und Videos von Kanälen, die sauberer als sonst erscheinen und in die Fische zurückkehrten. "Die Natur erobert ihren Raum zurück", schreiben Nutzer der Gruppe Venezia Pulita (Sauberes Venedig).

In Barcelona wurden zuletzt Wildschweine sogar im Zentrum gesichtet. Normalerweise leben diese in den Hügeln der Serra de Collserola außerhalb der Metropole.

Coronavirus zwingt zur Absage der Eishockey-WM

15:31 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie zwingt den Eishockey-Weltverband zu einer historischen Absage der Eishockey-Weltmeisterschaft im Mai. Das für die Zeit zwischen dem 8. und 24. Mai geplante WM-Turnier in Zürich und Lausanne kann in diesem Jahr nicht wie geplant stattfinden. Das teilte der Weltverband IIHF mit.

"Das ist die harte Realität, der sich die Eishockey-Familie stellen muss, aber eine, die wir akzeptieren müssen", sagte IIHF-Präsident René Fasel in der Mitteilung. Im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus' müsse der Sport zur Seite treten.

Unklar ist noch, ob die Schweiz das Turnier in einem anderen Jahr nachholen kann. Die WM 2021 soll in Weißrussland und Lettland stattfinden, die weiteren Gastgeber bis 2025 stünden ebenfalls fest, erklärte die IIHF. Eine Entscheidung müsse der IIHF-Kongress treffen.

Virologe Kekule hält Olympia-Austragung für "ausgeschlossen"

15:14 Uhr: Für Virologe Alexander Kekule ist eine Austragung der Olympischen Spiele in Tokio (24. Juli bis 9. August) angesichts der fortschreitenden Coronavirus-Pandemie nahezu unmöglich. "Ich halte das für ausgeschlossen, dass wir in Tokio dieses Jahr die Olympischen Spiele austragen können", sagte der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum Halle/Saale im Interview der ARD-Sportschau.

Kekule ist der Ansicht, dass die "ganz große Welle" an Infizierten im Olympia-Gastgeberland Japan noch bevorstehe, zudem sei ein Großereignis dieser Art ein möglicher Herd für eine weitere Verschlimmerung der Situation. "Es gibt für Viren quasi kein tolleres Fest als so eine Veranstaltung", sagte der Biochemiker.

Auch der Hoffnung der Fußballfans, bald wieder zu einem Spiel ins Stadion gehen zu können, erteilte Kekule eine Absage. "Großveranstaltungen, bei denen man 60.000 Menschen in einem Stadion zusammenbringt, die sehe ich tatsächlich in diesem Jahr auch nicht", sagte er. Die Situation könnte sich seiner Meinung nach "im September irgendwann" bessern, "vorher höchstwahrscheinlich nicht".

Offiziell ist der Spielbetrieb in der Bundesliga und 2. Bundesliga zunächst bis 2. April ausgesetzt.

Umfrage: Union profitiert am meisten in Corona-Krise - AfD unter zehn Prozent

15:01 Uhr: Die Corona-Krise hat auch auf die politische Stimmung in Deutschland großen Einfluss. Laut einer aktuellen Erhebung des "RTL/ntv-Trendbarometers" verbessert sich die CDU/CSU im Vergleich zur Vorwoche um drei Punkte auf 32 Prozent. Damit kam sie fast an ihr Bundestagswahlergebnis von 2017 von 32,9 Prozent heran. Die AfD verlor hingegen zwei Punkte und rutschte auf neun Prozent ab. Die Ergebnisse im Überblick:

  • CDU/CSU: 32 Prozent (plus 3)
  • Grüne: 20 Prozent (minus 2)
  • SPD: 15 Prozent (plus 1)
  • Linke: 9 Prozent (minus 1)
  • AfD: 9 Prozent (minus 2)
  • FDP: 7 Prozent (plus 1)

Im Kampf gegen das Coronavirus konnten vor allem drei Unionspolitiker Ansehen in der Bevölkerung gewinnen. Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) wird insbesondere Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) als führungsstark empfunden.

Deshalb war der Sympathiezuwachs für die CSU stärker als für die Schwesterpartei. Während die CDU in ihrem Wahlgebiet auf 30 Prozent kommt (1,8 Prozentpunkte unter Ergebnis der Bundestagswahl 2017), liegt die CSU in Bayern mit 41 Prozent sogar 2,2 Prozentpunkte über ihrem Bundestagswahl-Ergebnis.

Das Forsa-Institut hatte für die Erhebung von Montag bis Freitag im Auftrag der Mediengruppe RTL 2.504 Bundesbürger befragt. Die statistische Fehlertoleranz betrug 2,5 Prozentpunkte.

Händler verlangt von Hamsterkäufern Aufschlag für Klopapier

14:38 Uhr: Ungewöhnliche Aktion eines Rewe-Händlers im rheinland-pfälzischen Rengsdorf: Der Einzelhändler Michael Glück verlangt ab der zweiten Packung Klopapier einen Aufschlag, um Hamsterkäufer abzuschrecken. Während die erste Packung noch zum Normalpreis zu haben ist, fordert er bei der zweiten eine Spende von fünf Euro und ab der dritten Packung sogar zehn Euro.

Er wolle mit seiner Aktion das Hamstern verhindern, sagte Glück der dpa. Wenn eine Lieferung den Laden erreiche, sei sie innerhalb von fünf bis zehn Minuten ausverkauft. Das führe auch zu Streit. "Es herrscht Krieg um Klopapier. Die Kunden holen sich das gegenseitig aus dem Einkaufswagen."

Mehr dazu lesen Sie hier.

Experten: Pandemie kann Großbritannien härter als Italien treffen

14:34 Uhr: Großbritannien ist höchst alarmiert: Das Coronavirus könnte im Vereinigten Königreich besonders viele Menschenleben fordern - vielleicht sogar mehr als in Italien, fürchten Experten.

Dass immer mehr Infizierte in die Kliniken geliefert werden, macht viele Experten nervös. Denn der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) ist seit vielen Jahren chronisch unterfinanziert, überlastet und marode. So stehen in Großbritannien gerade einmal 4.000 Beatmungsgeräte für Erwachsene und 900 für Kinder zur Verfügung - das Land belegt damit einen der letzten Plätze in den europäischen Statistiken auf 100.000 Einwohner berechnet. Das dürfte den Prognosen zufolge bei weitem nicht für alle Covid-19-Lungenkranken reichen.

Doch das ist nicht das einzige Problem mit Blick auf die Pandemie. Es mangelt auch an Pflegepersonal und Ärzten. Nicht zuletzt wegen des Brexits haben viele medizinische Fachkräfte das Land schon längst verlassen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Starker Anstieg von Corona-Zahlen in Spanien

13:02 Uhr: In Spanien steigt die Zahl der Coronavirus-Fälle weiter drastisch an. Bis zum Samstagmittag meldete das Gesundheitsministerium fast 25.000 Infizierte - 5.000 mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten kletterte auf mehr als 1.300 nach 1.000 am Freitag.

Besonders heftig betroffen ist weiter die Region Madrid, wo fast 9.000 Fälle und 800 Todesopfer verzeichnet wurden. Das örtliche Verkehrsministerium kündigte an, ab sofort auch Linienbusse zum Transport der Kranken einzusetzen.

Die Intensivstationen einiger Krankenhäuser seien bereits am Limit, zitierte das spanische Fernsehen die Behörden. In Spanien herrscht seit einer Woche eine landesweite Ausgangssperre.

Über 6.700 Corona-Infektionen in NRW - erneut deutlicher Anstieg

13:00 Uhr: In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen erneut deutlich gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Samstag (Stand: 11:30 Uhr) gab es in NRW 6.740 nachgewiesene Fälle.

Das ist im bevölkerungsreichsten Bundesland ein Zuwachs von mehr als 1.000 im Vergleich zum Vortag. Die Zahl der erfassten Todesfälle in NRW stieg um 6 auf 23.

Weiterhin meldet der Kreis Heinsberg die meisten Infektionen: Die Zahl erhöhte sich innerhalb von 24 Stunden leicht von 874 auf jetzt 916. In Köln gab es 629 Fälle, am Vortag waren es 521.

Coronavirus-Infektionen melden inzwischen alle 53 Kreise und kreisfreien Städte in NRW. Das Ministerium betonte, die Entwicklung sei dynamisch. Die Zahlen basierten auf aktuellen behördlichen Meldungen, die das Ministerium erhalte.

Neun Bewohner eines Würzburger Seniorenheims an Coronavirus gestorben

12:37 Uhr: In einem Seniorenheim im fränkischen Würzburg sind insgesamt neun Bewohner an dem Coronavirus gestorben. Bei allen Verstorbenen handelte es sich um "ältere Senioren", wie das bayerische Landesgesundheitsamt mitteilte.

Wie der Bayerische Rundfunk unter Berufung auf die Heimleitung berichtete, liegen derzeit fünf Bewohner in Würzburger Kliniken, weitere zehn seien positiv getestet worden und würden in der Einrichtung isoliert.

Dem BR-Bericht zufolge befinden sich außerdem mehr als 20 Pflegekräfte des Heimes in häuslicher Quarantäne. Seit dem ersten Corona-Fall in der Einrichtung seien besondere Schutzvorkehrungen getroffen worden, darunter ein striktes Besuchsverbot.

Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums wurden bis einschließlich Freitag insgesamt 20 Todesfälle durch das Coronavirus in dem Bundesland gezählt. Mehr als 3.000 Menschen haben sich infiziert.

Supermärkte setzen neue Corona-Schutzmaßnahmen um

12:21 Uhr: Mit Maßnahmen wie Abstandsmarkierungen am Boden und Scheiben an den Kassen als "Spuckschutz" wollen die Supermarkt- und Discounterketten eine Ausbreitung des Coronavirus eindämmen und zugleich ihre Kassierer vor einer Ansteckung schützen.

Erweiterte Öffnungszeiten, wie sie beispielsweise die neuen Regelungen in Bayern zur Entzerrung des Besucherandrangs ermöglichen, sind dagegen kaum ein Thema, wie eine Umfrage der dpa ergab - auch das, um die Mitarbeiter zu schonen.

In Belgien steigt Zahl der Covid-19-Kranken und -Toten stark an - Litauen meldet ersten Todesfall

12:06 Uhr: Die Zahl neuer Infektionen mit dem Coronavirus und der Covid-19-Todesfälle ist in Belgien stark gestiegen. Wie die Gesundheitsdienste am Samstag mitteilten, zählten die Ärzte am Vortag 559 neue Ansteckungen. Die Gesamtzahl stieg damit auf 2.815 seit dem Ausbruch des Virus. Allein am Freitag starben 30 infizierte Menschen, was die Gesamtzahl der Todesopfer im Land auf 67 erhöhte. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen stieg am dritten Tag der allgemeinen Ausgangssperre um 74 auf zuletzt 238, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete.

Litauen meldet unterdessen seinen ersten Coronavirus-Todesfall. Im Krankenhaus der Stadt Ukmerge ist bei einer Patientin mit chronischen Erkrankungen nach deren Tod die Lungenkrankheit Covid-19 festgestellt worden. "Es handelt sich um eine ältere Frau", sagte Vizegesundheitsminister Algirdas Seselgis.

In Litauen mit knapp drei Millionen Einwohnern gibt es bislang 69 nachgewiesene Infektionsfälle. Die Regierung in Vilnius hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand ausgerufen und das gesamte Land seit Montag für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt.

CureVac-Chef: Ab Herbst könnten Zehntausende Corona-Impfstoff erhalten

11:36 Uhr: Der amtierende Chef des Tübinger Biotechunternehmens CureVac, Franz Werner Haas, hält bereits ab Herbst die Versorgung zehntausender Menschen mit einem Impfstoff gegen das Coronavirus für möglich.

Die entsprechenden Daten dafür sollten im dritten Quartal vorliegen, sagte Haas der neuen Ausgabe der "Wirtschaftswoche". "Wenn die Daten gut sind und die Behörden ihr Okay geben, können wir noch dieses Jahr eine größere Studie starten." Zehntausende Menschen könnten den Impfstoff dann bereits erhalten.

Wann der Impfstoff für die breite Masse verfügbar sein könne, hänge vom Ausgang der klinischen Studie und der Entscheidung der Zulassungsbehörden ab.

Intensivmediziner: Medikamentenknappheit treibt Preise hoch

11:13 Uhr: Intensivmediziner klagen über einen massiven Preisanstieg in der Corona-Krise bei wichtigen Medikamenten. Gernot Marx von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) erklärte, große Sorge bereiteten neben der Knappheit an Verbrauchsmaterialien vor allem Engpässe bei wichtigen Narkosemitteln. Die schon seit längerem bestehenden Engpässe führten jetzt in Zeiten der Corona-Epidemie wiederum zu massiven Preisanstiegen.

Das Narkosemittel Propofol, bei dem es schon vor dem Ausbruch des Coronavirus' immer wieder zu Lieferengpässen gekommen sei, stehe nicht mehr ausreichend zur Verfügung, kritisierte Marx. Innerhalb weniger Tage habe sich der Preis pro Ampulle von einem auf mehr als 20 Euro erhöht: "Das bedeutet: Narkosen von Notfallpatienten könnten gefährdet und die Möglichkeiten, Kranke auf der Intensivstation zur Beatmung in "künstlichen Schlaf" zu versetzen, bald stark eingeschränkt sein."

Mietern soll in Corona-Krise nicht gekündigt werden dürfen

12:02 Uhr: Mietern soll wegen Mietschulden in der Corona-Krise die Wohnung nicht gekündigt werden dürfen. Das sieht eine Gesetzesvorlage der Bundesministerien für Justiz, Inneres und Wirtschaft vor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Gelten soll dies für Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2020. Die Verpflichtung der Mieter zur Zahlung der Miete bleibe aber im Grundsatz bestehen. Auch weiteren Schuldnern, die wegen der Corona-Pandemie ihre vertraglichen Pflichten nicht erfüllen können, sollen keine rechtliche Folgen drohen. Bei Darlehen soll es eine gesetzliche Stundungsregelung geben.

Neue Infektionszahlen für Deutschland

10:46 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Samstag mit 16.662 angegeben - ein Anstieg von 2.705 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete für Deutschland 19.848 Infizierte.

Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 47 Todesfälle, die JHU 68 Tote.

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (Infizierte / Differenz zum Vortag / Tote):

  • Baden-Württemberg: 3668 / +922 / 16
  • Bayern: 2960 / +559 / 19
  • Berlin: 866 / +135 / 1
  • Brandenburg: 254 / +62 / 0
  • Bremen: 142 / +21 / 0
  • Hamburg: 587 / +1 / 0
  • Hessen: 1080 / +267 / 2
  • Mecklenburg-Vorpommern: 165 / +34 / 0
  • Niedersachsen: 1023 / +220 / 0
  • Nordrhein-Westfalen: 3542 / +45 / 6
  • Rheinland-Pfalz: 938 / +137 / 1
  • Saarland: 187 / +41 / 0
  • Sachsen: 567 / +173 / 0
  • Sachsen-Anhalt: 188 / +8 / 1
  • Schleswig-Holstein: 308 / +42 / 1
  • Thüringen: 187 / +38 / 0
  • Gesamt: 16.662 / +2705 / 47

Federer zu Corona-Challenge herausgefordert

10:35 Uhr: Der Schweizer Gesundheitsminister Alain Berset greift im Kampf gegen das Coronavirus auch zu sozialen Medien. Jetzt fordert er Promis wie Roger Federer zu einer Corona-Challenge heraus. In dieser schweren Zeit sei Solidarität gefragt, die Menschen müssten den Aufrufen folgen und Zuhause bleiben, erklärt Berset in seinem Post.

Dann fordert er Roger Federer und andere Promis heraus, zu posten, wie sie in Corona-Zeiten den Alltag meistern, unter dem Hashtag #soschützenwiruns oder auf Französisch #voicicommentnousprotéger.

Federer antwortete umgehend: Auch beim ihm sei es derzeit nicht einfach, er bleibe auch meist Zuhause und schüttele keine Hände mehr. Allerdings sind in dem Post hinter ihm strahlend blauer Himmel und Schnee zu sehen.

Der Tennisstar forderte seinerseits drei Promis heraus, darunter den Musiker DJ Bobo. Auch die anderen Herausgeforderten reagierten prompt. Inzwischen ist die Challenge so etwa auch bei Moderatorin Michelle Hunziker gelandet.

Bondi Beach in Sydney wegen Corona-Krise geschlossen

10:14 Uhr: In Sydney ist der berühmte Bondi Beach geschlossen worden, nachdem sich dort trotz eines Verbots wegen der Corona-Krise zahlreiche Menschen getummelt hatten.

"Wir machen das nicht, weil wir die 'Spaßpolizei' sind", sagte der Polizeiminister des australischen Bundesstaats New South Wales, David Elliott. "Was wir heute Morgen hier am Bondi Beach gesehen haben, war das verantwortungsloseste Verhalten von Personen, das wir bisher gesehen haben."

Sollten die Abstandsregeln nicht eingehalten werden, könnten auch andere Strände geschlossen werden, warnte er. Die australischen Behörden haben Ansammlungen von mehr als 500 Menschen verboten.

Australien hat drastische Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie unternommen. Unter anderem wurden die Grenzen für Ausländer geschlossen. Eine Ausgangssperre wurde bisher aber nicht verhängt. Auf dem Kontinent wurden bislang fast 1.000 Infektionsfälle gemeldet.

Schausteller wollen mit Ausrüstung bei Coronavirus-Krise helfen

10:02 Uhr: Schausteller in Deutschland wollen während der Coronavirus-Pandemie mit ihrer ungenutzten Ausrüstung unter anderem Hilfsorganisationen unterstützen.

So sollen etwa ungenutzte Autokräne dem Technischen Hilfswerk kostenlos zur Verfügung gestellt werden, wie der Vizepräsident des Deutschen Schausteller Bundes, Kevin Kratzsch, der dpa sagte. Weitere Ausrüstung, wie zum Beispiel Lieferwagen oder Drehorgeln, würden auch dem Roten Kreuz, Krankenhäusern und den Kommunen zur Verfügung gestellt. "Hier bitten wir, sich dann bei den regionalen Schaustellern zu melden und nach Hilfe zu fragen", sagte Kratzsch.

Die Schausteller leiden dem Verband zufolge sehr an den derzeitigen Einschränkungen. Die Winterpause sollte für sie nun vorbei sein, nachdem vor Weihnachten die Saison endete, jetzt würde es eigentlich mit den landesweiten Frühlingsfesten wieder richtig losgehen - die sind aber abgesagt, um eine Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 zu verhindern.

Kritik an Bayerns Vorpreschen bei Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise

9:29 Uhr: Für sein Vorpreschen in der Corona-Krise erntet der bayrische Ministerpräsident Markus Söder Kritik. "Wer jetzt so tut, als kenne sie oder er das Patentrezept im Umgang mit dieser Situation, streut den Bürgerinnen und Bürgern Sand in die Augen", sagte SPD-Chef Norbert Walter-Borjans den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Es wäre besser, wenn die Länder, wie vereinbart, mit der Kanzlerin abgestimmt handeln würden."

Die Ministerpräsidenten der Länder wollen am Sonntag in einer Schalte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sprechen. Bayern kündigte wie auch das Saarland bereits am Freitag Ausgangsbeschränkungen ab Samstag an, die Bürger dürfen ihre Wohnungen nur noch aus triftigen Gründen verlassen.

Auch Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel kritisierte das bayerische Vorgehen. "Mir wäre lieber, wenn die Bundesländer sich miteinander absprechen", sagte Gabriel am Freitagabend im "Bild"-Talk "Klartext". Seine große Sorge sei, "dass das jetzt auseinanderläuft".

Die Grünen-Bundesvorsitzende Annalena Baerbock bezeichnete es "kontraproduktiv", wenn der bayerische Ministerpräsident jetzt vorpresche. Söder habe den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz inne und solle eigentlich koordinieren, sagte sie der "Welt".

Ausgangsbeschränkung: Polizei stellt in Bayern kaum Verstöße fest

8:55 Uhr: Seit Mitternacht gelten in ganz Bayern weitreichende Ausgangsbeschränkungen. In der Nacht wurden zahlreiche Kontrollen zur Einhaltung der Maßnahmen durchgeführt - dabei wurden nach Angaben der Polizeipräsidien nur wenige Verstöße festgestellt.

Im Einsatzbereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz zum Beispiel registrierten Beamte drei Verstöße. In Unterfranken stellte die Polizei mehrere Verstöße fest: Fünf Jugendliche hätten in einem Bauwagen einen Geburtstag gefeiert; drei weitere Personen fielen auf, die um ein Lagerfeuer saßen und tranken. In allen Fällen erhalten die Beteiligten eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen die Allgemeinverfügung.

Die Ausgangsbeschränkungen in Bayern gelten zunächst bis zum 3. April.

Mediziner: Immer mehr jüngere Corona-Patienten auf Intensivstation

8:30 Uhr: Auf den Intensivstationen auch in Deutschland werden immer öfter junge Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert sind, behandelt. Das habe sich in Italien gezeigt - und "das ist ein Bild, das sich auch in Deutschland ergibt", sagte der Chefarzt Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing.

"Die jüngsten symptomatischen Covid-19-Patienten waren Anfang 20 Jahre alt. Insgesamt sehen wir das ganze demografische Altersspektrum, egal ob auf Normalstation oder Intensivstation."

Wendtner hatte in der Schwabinger Klinik Ende Januar bereits die ersten mit dem Sars-CoV-2-Virus infizierten Patienten in Deutschland behandelt. "Auch ein junger Patient ist nicht gefeit davor, einen schweren Verlauf zu haben", warnte der Mediziner. "Das soll wachrütteln, dass man sich an die Hygienevorschriften und Regelungen hält." Die Gefahr durch das neuartige Virus sei anfangs unterschätzt worden - von der Politik wie auch von der Wissenschaft, räumte der Mediziner ein.

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Nachfrage nach Sextoys und Kondomen steigt

5:34 Uhr: Um die die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, halten sich die Menschen vor allem zu Hause auf - und decken sich mit Sextoys und Kondomen ein. Der Kondomhersteller Ritex etwa teilte mit, dass im Vergleich zum Vorjahresmonat doppelt so viele Kondome gekauft wurden. "Besonders stark haben sich Großpackungen verkauft." Gleitgel werde ebenfalls mehr nachgefragt. Auch der Berliner Hersteller Einhorn teilte mit, dass deutlich mehr der fairen Kondome gekauft würden.

Auch Sexspielzeug wird seit dem Ausbruch der Pandemie beliebter. Die Bestellzahlen bei dem Online-Erotikshop "Eis.de" steigen eigenen Angaben zufolge parallel zum Auftauchen des Coronavirus. Besonders nachgefragt seien aktuell Druckwellen-Vibratoren. Auch im Onlineshop von Orion ist mehr los seit der Corona-Krise, sagte eine Sprecherin.

Weidmann: Rezession in Deutschland "unvermeidlich"

5:00 Uhr: Bundesbank-Präsident Jens Weidmann geht wegen der Coronavirus-Krise von einer Schrumpfung der Wirtschaftskraft aus. "Eine Rezession in Deutschland ist jetzt wohl unvermeidlich", sagte Weidmann der "Welt". Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus seien aber nötig, um die Ausbreitung zu stoppen.

Weidmann befürwortet die bisherigen Schritte der Bundesregierung bei der Bekämpfung der Epidemie. "Die Bundesregierung hat schnell und richtig gehandelt. Zentral erscheint mir, das Vertrauen der Bürger in das staatliche Handeln zu bewahren." Dazu müsse der Staat auch die ökonomischen Folgen für die Menschen und die Unternehmen eindämmen und nach der Epidemie entschlossen bei der Wiederbelebung der Wirtschaft helfen. "Die Geldpolitik unterstützt, sie kann aber diesmal bei der Verteidigung nicht an vorderster Front stehen."

Insgesamt stehe Deutschland dank solider Staatsfinanzen gut da, um die Krise zu stemmen, sagte Weidmann. "Es war genau richtig, dass Deutschland den Staatshaushalt in Zeiten guter Konjunktur konsolidiert hat. Dadurch sind jetzt Spielräume da, um mit dieser schweren Krise umzugehen."

Coronavirus: Südkorea meldet steigende Fallzahlen

4:07 Uhr: Südkorea erlebt seit Tagen einen Wechsel von an- und absteigenden Zahlen bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Gesundheitsbehörden meldeten am Samstag wieder mehr Fälle in den vergangenen 24 Stunden als im gleichen Zeitraum davor. Am Freitag seien 147 Menschen positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet worden, nach 87 zusätzlichen Fällen am Donnerstag. Die Gesamtzahl stieg auf knapp 8.800. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Virus in Verbindung gebracht werden, kletterte um acht auf 102.

Sorge bereitete den Behörden unter anderem eine Zunahme von kleineren Häufungen von Infektionen in Kirchengemeinden und Pflegeheimen sowie von infizierten Personen, die aus dem Ausland eintreffen. Die Zahl der Infektionen, die zuletzt bei ankommenden Personen erfasst wurden, stieg den Angaben zufolge um sechs auf 23.

Corona-Fall im Büro von US-Vizepräsident Pence

0:37 Uhr: Ein Mitarbeiter des Büros von US-Vizepräsident Mike Pence ist nach Angaben des Weißen Hauses mit dem Coronavirus infiziert. Weder Pence noch US-Präsident Donald Trump seien in engem Kontakt mit der Person gewesen, teilte die Sprecherin des Vizepräsidenten, Katie Miller in Washington mit.

Unter wachsendem Druck hatte sich Trump am Freitag vergangener Woche auf das Coronavirus testen lassen - der Test fiel negativ aus. Über einen Test von Pence ist bislang nichts bekannt.

Erster Todesfall nach Coronavirus-Infektion in Brandenburg

0:04 Uhr: In Brandenburg ist erstmals ein mit dem Coronavirus infizierter Mensch gestorben. Ein 81 Jahre alter Mann sei am späten Freitagabend in einer Klinik in Hennigsdorf gestorben, teilte der Landkreis Oberhavel mit.

Der Mann sei zuvor mit schwersten Vorerkrankungen in das Krankenhaus eingeliefert und palliativmedizinisch versorgt worden. Ob er an Covid-19 oder einer anderen Krankheit starb, sei daher unklar - ebenso wie die Frage, wo er sich mit Sars-CoV-2 angesteckt hatte.

Auch Thüringen, Sachsen und Berlin meldeten am Freitag den jeweils ersten toten Menschen mit einer Coronavirus-Infektion in ihren Ländern.

Baden-Württemberg will Corona-Patienten aus Frankreich aufnehmen

0:01 Uhr: Baden-Württemberg will nach Informationen der "Schwäbischen Zeitung" schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich in Kliniken aufnehmen. Dafür habe das Gesundheitsministerium die Krankenhäuser im Südwesten gebeten, freie Beatmungsbetten zu melden.

"Herr Ministerpräsident Kretschmann hat die Unterstützung Baden-Württembergs zugesagt", heißt es demnach aus einem Schreiben an die Kliniken, dass der Zeitung vorliege. "Es geht um Menschen, die ohne Beatmung in den kommenden Tagen sterben", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums der Zeitung.

Der Südwesten habe derzeit genügend freie Beatmungsplätze, nämlich rund 2.300. Aktuell seien 80 Prozent davon belegt, allerdings mit weniger als 20 Corona-Patienten, berichtete die Zeitung.

Das südliche Elsass, das an Baden-Württemberg grenzt, ist von der Corona-Pandemie besonders schwer getroffen. Es fehle in den elsässischen Krankenhäusern an Betten mit Beatmungsgeräten, Material und Personal, hieß es.

Alle Meldungen vom Freitag, 20. März:

Guatemala: Mann wegen angeblicher Corona-Impfung festgenommen

23:58 Uhr: In Guatemala soll ein Mann versucht haben, angebliche Impfungen gegen das neuartige Coronavirus zu verkaufen. Der angebliche "Arzt" wurde im Ort Chisec im Zentrum des mittelamerikanischen Landes festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Anwohner hatten ihn demnach angezeigt, weil er sie habe betrügen wollen. Örtliche Medien veröffentlichten ein Video aus den sozialen Medien, in dem der Mann eine Impfkampagne in Chisec ankündet. Die Preise seien sehr vernünftig, sagt er.

In Lateinamerika gibt es bisher mindestens 30 Todesfälle in zehn verschiedenen Ländern, davon einer in Guatemala.

Gouverneur von Illinois verkündet Ausgangssperre

22:45 Uhr: Nach Kalifornien hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus auch der US-Bundesstaat Illinois eine weitgehende Ausgangssperre angekündigt. Die Maßnahme gelte ab diesem Samstag um 17.00 Uhr (23.00 Uhr MEZ) zunächst bis zum Ablauf des 7. April, sagte Gouverneur J.B. Pritzker am Freitag in Chicago. Pritzker kündigte zugleich an, dass es zahlreiche Ausnahmen geben werde. "Für die allermeisten von Ihnen, die bereits Vorsichtsmaßnahmen ergriffen haben, wird sich das Leben nicht sehr stark ändern."

Menschen dürften weiterhin Lebensmittel einkaufen, tanken, zur Apotheke gehen, einen Arzt aufsuchen, spazieren gehen oder den Hund ausführen, solange sie Vorsichtsmaßnahmen einhielten. Viele Menschen würden auch weiterhin zur Arbeit gehen. Nicht-essenzielle Geschäfte müssten aber schließen. Pritzker versicherte: "Es gibt absolut keinen Grund, in ein Lebensmittelgeschäft oder zu einer Tankstelle zu eilen." Diese Geschäfte würden nicht geschlossen.

Jena erlässt Betretungsverbot für öffentliche Orte

21:55 Uhr: Die Stadt Jena hat zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus ein Betretungsverbot für alle öffentlichen Orte ausgesprochen. Darunter fallen Straßen, Wege, Gehwege, Plätze, öffentliche Grünflächen, Parkanlagen, Parkplätze und der Stadtwald, wie die Stadt am Freitag auf ihrer Internetseite mitteilte. "Ziel ist die strikte Vermeidung des Zusammentreffens von Menschen in Gruppen. Nur so kann die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt oder eingedämmt werden."

Ausnahmen soll es aber geben. So soll es weiterhin möglich sein, allein, zu zweit, in der Familie oder den Menschen, die in einem Haushalt leben sowie mit Haustieren an die frische Luft zu gehen. "Genauso darf die Wohnung natürlich zum Einkaufen, für den Weg zur Arbeit oder zum Arzt verlassen werden. Wer Menschen pflegt oder ihnen beim Einkauf hilft, darf sich dafür ebenfalls im öffentlichen Raum bewegen", hieß es.

Polizei überwacht Ausgangssperre in Brüssel mit Drohnen, Polen ruft Epidemie-Zustand aus

21:18 Uhr: Mit Drohnen überwacht die Polizei in Brüssel die belgische Ausgangssperre wegen des Coronavirus. Vor allem in Grünanlagen achte man darauf, dass Sportler und Spaziergänger die Vorschriften beachten und sich nicht zu nahe kommen, teilte die Polizei am Freitag via Twitter mit. Dreisprachige Durchsagen erinnern an die Regeln. Seit Beginn der fast dreiwöchigen Ausgangssperre am Mittwochmittag habe die Polizei im Zentrum der Hauptstadt schon mehr als 100 Geldbußen wegen Regelverstößen verhängt, berichtete die belgische Nachrichtagentur Belga. In bestimmten Fällen beliefen diese sich auf 350 Euro für Erwachsene und 175 Euro für Jugendliche.

Polen hat den Epidemie-Zustand ausgerufen. Dies bedeute, dass das Gesundheitsministerium und die Chefs der Regionalverwaltung medizinischem Personal und anderen Personen Aufgaben im Kampf gegen die Ausbreitung der Lungenkrankheit zuweisen könnten, sagte Gesundheitsminister Lukasz Szumowski am Freitag in Warschau. Außerdem werde die Strafe für die Nichteinhaltung einer Quarantäne von bislang umgerechnet rund 1130 Euro auf nunmehr 6800 Euro erhöht. Die Schließung von Kindergärten, Schulen und Universitäten wurde bis Ostern verlängert.

Neun Coronavirus-Todesfälle in Würzburger Pflegeheim

20:44 Uhr: In einem Würzburger Pflegeheim sind nach Coronavirus-Infektionen neun Menschen gestorben. Das sagte ein Sprecher des bayerischen Landesamts für Gesundheit (LGL) am Freitag auf Anfrage. Die Leiterin der Würzburger Altenpflegeeinrichtung sagte der Deutschen Presse-Agentur, alle Verstorbenen hätten Vorerkrankungen gehabt und seien über 80 Jahre alt gewesen. Von den 160 Bewohnern lägen derzeit fünf mit einer COVID-19-Erkrankung in Würzburger Kliniken, weitere zehn seien positiv auf das Virus getestet und würden isoliert in ihren Zimmern im Heim versorgt. Hinzu kämen 23 Pflegekräfte mit ebenfalls positivem Test. Diese befänden sich in Quarantäne zu Hause.

Berlin plant härtere Einschränkungen für öffentliches Leben

20:26 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat angekündigt, dass es auch für die Hauptstadt härtere Einschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Krise geben wird. Der Senat solle vorbereiten, dass es zu Restaurantschließungen komme, sagte er in der rbb-"Abendschau" am Freitagabend. Bislang müssen diese Lokale ab 18.00 Uhr zumachen. Künftig solle es dann nur noch Abhol- und Lieferdienste geben. Auch Versammlungen unter 50 Menschen sollten untersagt werden, kündigte Müller an.

Einige Bürger hätten immer noch nicht verstanden, dass Deutschland in einer Krisensituation sei, kritisierte der Regierungschef. Auch Berlin werde deshalb zu härteren Maßnahmen kommen. Müller betonte zugleich, er hoffe, dass Ausgangssperren über Monate hinweg vermieden werden können.

Bundesregierung: Netze verkraften hohe Datenmengen problemlos

19:45 Uhr: Die deutschen Netze können den zunehmenden Datenverkehr in der Coronavirus-Krise nach Ansicht der Bundesregierung problemlos bewältigen. "Keiner muss sich Sorgen machen, dass wir nicht genug Netzkapazitäten haben", sagte die für die Digitalisierung zuständige Staatsministerin im Kanzleramt, Dorothee Bär, der "Stuttgarter Zeitung".

Die CSU-Politikerin sieht Deutschland wegen des weltweit größten Internetknotens "gut gerüstet": "Wenn eine Videokonferenz mal nicht funktioniert, liegt das nicht zwingend an den Netzen, sondern oft an den für so hohe Belastungen nicht ausgelegten IT-Systemen der Unternehmen wie etwa mangelnden Serverkapazitäten."

Mecklenburg-Vorpommern: Gaststätten schließen ab Samstagabend

19:16 Uhr: Im Kampf gegen die Ausbreitung Virus schränkt Mecklenburg-Vorpommern das öffentliche Leben weiter ein. Die Gastronomie im Land wird ab Samstagabend, 18.00 Uhr, geschlossen. Das teilte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag nach einer Beratung mit der Tourismuswirtschaft und dem Hotel- und Gaststättenverband in Schwerin mit.

Andere Bundesländer sind bereits noch weiter gegangen, am weitesten Bayern und das Saarland: Dort treten an diesem Samstag Ausgangsbeschränkungen in Kraft, die Bürger dürfen ihre Wohnungen nur noch aus triftigen Gründen verlassen.

USA schließen wichtige Grenze zu Mexiko weitestgehend

19:08 Uhr: Die USA schließen ihre gemeinsame Grenze mit Mexiko weitestgehend für den Personenverkehr. Der Austausch von Waren sei davon nicht betroffen, erklärte Außenminister Mike Pompeo am Freitag. Die neue Regelung gelte ab Mitternacht (05.00 MEZ Samstag). Es werde nur wenige Ausnahmen geben, unter anderem für Angestellte im Gesundheitsbereich oder medizinisch begründete Grenzübertritte. Die Grenze zu Mexiko ist rund 3200 Kilometer lang. Täglich überqueren sie mehr als eine Million Menschen und Hunderttausende Fahrzeuge.

Die Regelung sei die gleiche wie für die nördliche Grenze mit Kanada und werde zunächst für 30 Tage gelten, sagte US-Präsident Donald Trump vor Journalisten.

Großbritannien schließt alle Pubs und Kultureinrichtungen

18:35 Uhr: In Großbritannien werden zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie alle Pubs, Bars, Restaurants und Cafés geschlossen. Das hat Premierminister Boris Johnson am Freitag in London mitgeteilt. Auch Nachtclubs, Theater, Kinos, Freizeitzentren und Sportstudios dürften nicht mehr betrieben werden. Das Verbot gelte bereits von diesem Freitagabend an. Bislang hatte Johnson nur empfohlen, diese Einrichtungen zu meiden.

Italien: Über 600 Tote an einem Tag

18:27 Uhr: In Italien haben die Behörden in nur einem Tag rund 600 neue Corona-Tote registriert. Damit stieg die Zahl der Todesopfer der Virus-Pandemie auf 4032. Das teilte der Zivilschutz in Rom am Freitag mit. In dem Land gibt es inzwischen 47.021 nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Menschen. Damit kamen im Vergleich zum Vortag erneut Tausende Infektionen hinzu. Außerdem dürfte die Dunkelziffer nicht erfasster Menschen, die den Sars-CoV-2-Erreger in sich tragen, Experten zufolge hoch sein.

Bundestagssitzung nächste Woche doch in großer Besetzung

18:02 Uhr: Der Bundestag soll in der kommenden Woche trotz Corona-Krise und Abstandsregeln doch noch einmal in größerer Besetzung zusammenkommen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag nach einer Besprechung der Parlamentarischen Geschäftsführer der im Bundestag vertretenen Parteien mit Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU).

Hintergrund ist die von der großen Koalition geplante Nutzung einer Notfallregelung zur Umgehung der grundgesetzlich vorgeschriebenen Schuldenbremse. Damit soll es dem Staat ermöglicht werden, sich im Zuge der Corona-Krise höher zu verschulden als erlaubt - etwa für Hilfsprogramme für Wirtschaft und Bevölkerung. Um das zu beschließen sei aber eine sogenannte Kanzlermehrheit notwendig, erfuhr die dpa aus Fraktionskreisen. Das heißt, mindestens 355 der 709 Abgeordneten müssen zustimmen.

EU-Kommission kündigt Aussetzung der Defizitregeln an

17:43 Uhr: Wegen der Corona-Krise will die EU-Kommission in einem nie dagewesenen Schritt die europäischen Regeln für Haushaltsdefizite der Mitgliedstaaten bis auf Weiteres aussetzen.

Erstmalig aktiviere die Behörde "die allgemeine Ausweichklausel" im EU-Stabilitätspakt, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag. "Der Schritt bedeutet, dass nationale Regierungen so viel Liquidität wie nötig in die Wirtschaft pumpen können"

Auch im Saarland gelten ab Samstag Ausgangsbeschränkungen

17:35 Uhr: Nach Bayern hat auch das Saarland Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie verfügt. Ab Samstag 00.00 Uhr dürfe man die eigene Wohnung nur noch verlassen, wenn man dafür einen triftigen Grund habe, kündigte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Freitag in Saarbrücken an.

Dazu gehörten der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe oder Arztbesuche. Auch "gemeinsame Spaziergänge etwa in der Familie mit Abstand zu anderen bleiben weiter möglich. Niemand wird eingesperrt", sagte er. Zudem würden die Restaurants im Saarland für Gäste geschlossen. Ein Abverkauf und die Lieferung von Speisen blieben aber weiter erlaubt.

"New York in Pause": Gouverneur weitet Maßnahmen in Corona-Krise aus

17:25 Uhr: In der Corona-Krise hat Gouverneur Andrew Cuomo die bislang weitgehendsten Maßnahmen für den Bundesstaat New York erlassen. Alle "nicht-überlebenswichtigen" Firmen dürfen ihre Mitarbeiter nur noch von zu Hause aus arbeiten lassen und die rund 19 Millionen Bewohner des Bundesstaates sollen soweit wie möglich zu Hause bleiben, sagte Cuomo am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Damit sei der Bundesstaat "in Pause". "Diese Vorgaben werden durchgesetzt. Das sind nicht nur hilfreiche Tipps." Nach deutlich mehr durchgeführten Tests waren zuvor die Fallzahlen im Bundesstaat New York auf rund 7.000 in die Höhe geschnellt.

Italien erwägt noch drastischere Maßnahmen im Kampf gegen Coronavirus-Pandemie

17:08 Uhr: Die italienische Regierung erwägt neue, noch drastischere Maßnahmen. In den kommenden 24 bis 48 Stunden seien neue Einschränkungen möglich, sagte der für die Regionen zuständige Minister Francesco Boccia am Freitag. Unter anderem nannte er die Möglichkeit, alle Aktivitäten im Freien zu verbieten.

"Leider gehen die Zahlen auch heute noch nicht in die richtige Richtung, weder bei den Neuinfektionen noch bei den Todesfällen", die "deutlich zunehmen", sagte der Gouverneur der am schlimmsten betroffenen Region Lombardei, Attilio Fontana.

Die Gouverneure der nördlichen Regionen Italiens fordern deshalb die Schließung weiterer Betriebe und einen Einsatz der Armee, um die Umsetzung der Maßnahmen zu kontrollieren.

USA wollen auch Grenze zu Mexiko weitgehend schließen

17:01 Uhr: Die USA wollen ihre gemeinsame Grenze mit Mexiko weitestgehend für den Personenverkehr schließen. Der Austausch von Waren und Grenzübertritte von Angestellten im Gesundheitsbereich sollten aber weiterhin möglich sein, erklärte der amtierende Heimatschutzminister Chad Wolf am Freitag. Die Gespräche mit Mexiko dazu, alle nicht-notwendigen Grenzübertritte zu begrenzen, liefen noch, sagte er.

Der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard bestätigte in Mexiko-Stadt vor Journalisten eine grundsätzliche Einigung. Von der Maßnahme ausgenommen seien der Warenverkehr und die Grenzübertritte von Menschen, die jeden Tag im jeweils anderen Land arbeiten gehen. Ebrard hatte zuvor Gespräche mit seinem US-Amtskollegen Mike Pompeo geführt.

Die USA hatten am Mittwoch bereits eine weitgehende Schließung der nördlichen Grenze mit Kanada für den Personenverkehr angekündigt. Dies sollte zunächst für 30 Tage gelten, erklärte Präsident Donald Trump.

Besitzer von Zweitwohnungen sollen Schleswig-Holstein verlassen

16:45 Uhr: Die Landesregierung von Schleswig-Holstein hat Besitzer von Zweitwohnungen in dem Land zur Abreise aufgefordert. Zudem verbiete sich angesichts der Corona-Pandemie eine Anreise zu einer Zweitwohnung, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Freitag.

Ziel aller Maßnahmen müsse es sein, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Jede Nutzung einer Zweitwohnung in Schleswig-Holstein unterlaufe die derzeitigen Anstrengungen, das Reiseaufkommen drastisch zu verringern und die Gesundheitssysteme in den Tourismusregionen bestmöglich zu entlasten.

Köln: Öffentliche Treffen von mehr als zwei Menschen werden aufgelöst

16:33 Uhr: Köln hat im Kampf gegen das Coronavirus ein konsequentes Einschreiten bei öffentlichen Menschenansammlungen von mehr als zwei Personen angekündigt. "Ganz egal wie schön das Wetter am Wochenende auch werden mag, jetzt ist nicht die Zeit, sich mit Freunden zu treffen. Wer das nicht begreift, gefährdet die Freiheit aller", erklärte Stadtdirektor Stephan Keller am Freitag. "Ansammlungen von mehr als zwei Personen werden aufgelöst, soweit diese nicht zum engsten Familienkreis gehören."

Umsetzen soll dies das Ordnungsamt. Wer sich widersetze, könne mit einem empfindlichen Bußgeld bestraft werden, so die Stadt. Aufgrund des Infektionsschutzgesetzes könne auch ein Straftatbestand erfüllt sein.

Hamburg erlässt weitere Beschränkungen

16:28 Uhr: Hamburg erlässt zur Eindämmung des Coronavirus weiterreichende Beschränkungen. Alle Restaurants werden geschlossen und Ansammlungen von mehr als sechs Personen untersagt, wie Bürgermeister Peter Tschentscher am Freitag nach einer Senatssitzung mitteilte.

Ausnahmen gelten demnach für Lieferdienste sowie für Familien oder Gruppen von Berufstätigen.

USA stellen weltweit keine regulären Visa mehr aus

16:22 Uhr: Die USA stellen wegen der Corona-Pandemie weltweit praktisch keine Visa mehr aus. Botschaften und Konsulate würden bis auf Weiteres nur noch in dringenden und begründeten Einzelfällen Visa-Anträge bearbeiten, erklärte das US-Außenministerium am Freitag.

Bislang sei nicht absehbar, wann der normale Betrieb wieder aufgenommen werden könne, hieß es weiter. Auch die Ausstellung von Pässen für Amerikaner im Ausland werde weitgehend ausgesetzt. Ausnahmen gebe es nur für Dringlichkeitsfälle, in denen es nachweislich um "Leben oder Tod" gehe.

Bundesregierung plant Nachtragshaushalt von 150 Milliarden Euro

16:08 Uhr: Die Bundesregierung plant einen Nachtragshaushalt von 150 Milliarden Euro. Am Freitagnachmittag haben sich die Unterhändler auf die Summe geeinigt. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Das Geld wird für die Hilfsprogramme der Bundesregierung vor allem für Unternehmen und Selbstständige benötigt.

Buckingham-Palast: "The Changing of the Guard" wird ausgesetzt

15:49 Uhr: Der berühmte Wachwechsel der königlichen Gardesoldaten an mehreren Residenzen von Königin Elizabeth II. wird bis auf weiteres ausgesetzt. Das teilte der Palast am Freitag mit.

Die von einer Militärkapelle begleitete Zeremonie "The Changing of the Guard", die etwa jeden zweiten Tag stattfindet, ist vor allem am Buckingham-Palast ein Touristenmagnet. Hunderte Schaulustige aus aller Welt versammeln sich dort oft vor dem Palasttor. Auch am St.-James's-Palast und bei Schloss Windsor werde die Zeremonie nun vorerst nicht mehr stattfinden, hieß es in der Mitteilung.

Die 93 Jahre alte Queen hatte sich am Donnerstag mit ihrem Mann Prinz Philip (98) nach Schloss Windsor zurückgezogen. Die beiden gelten wegen ihres hohen Alters als besonders gefährdet durch die Lungenkrankheit. Elizabeth II. rief die Briten zur Geschlossenheit im Kampf gegen den Erreger auf.

Schweiz verzichtet trotz Corona-Krise vorerst auf Ausgangssperre

15:31 Uhr: Die Schweiz verzichtet trotz Corona-Krise vorläufig auf rigorose Ausgangssperren. Die Regierung verschärfte am Freitag allerdings die Kontaktregeln: Gruppen mit mehr als fünf Personen in der Öffentlichkeit sind nun verboten. Die Polizei werde Bußen verhängen, kündigten mehrere Minister nach einer Krisensitzung an.

Die Regierung stellte nach einer Sofortmaßnahme in Höhe von 10 Milliarden Franken weitere 32 Milliarden Franken zur Stützung der Wirtschaft bereit. Bis Freitagmorgen gab es annähernd 5.000 nachgewiesene Coronavirus-Infektionen in der Schweiz. 43 Infizierte starben.

Weil sich zu viele Menschen nicht an die Vorgabe halten, mindestens zwei Meter Abstand voneinander zu halten, sperrte die Stadt Zürich das gesamte Seeufer ab. Die Behörden empfehlen Menschen über 65 und solchen mit Vorerkrankungen, möglichst im Haus zu bleiben. Außer Geschäften mit Artikeln für den täglichen Bedarf oder Apotheken sind praktisch alle Läden geschlossen. Spazierengehen ist erlaubt.

Sachsen will Menschenansammlungen bestrafen

15:24 Uhr: Sachsen will mit Strafen gegen Menschenansammlungen in Zeiten der Corona-Krise vorgehen. Verstöße gegen Vorgaben der Behörden sollen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden können, teilte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Freitag in einem Videobriefing mit. Grundlage sei das Infektionsschutzgesetz.

Eine Größenordnung für Ansammlungen wurde dabei nicht genannt. Nicht alle dürften in Mithaftung genommen werden für eine kleine Gruppe, die sich nicht an die Regeln halte. Laut Kretschmer gehe es darum, immer wieder nachzusteuern.

In dem Land sind nach Angaben der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) bisher 562 Infektionen mit dem Sars-CoV-2 registriert worden, 173 mehr als am Vortag.

Niedersachsen schließt Restaurants und Cafés

15:18 Uhr: Niedersachsen schließt zur Bekämpfung der Corona-Epidemie ab Samstagabend alle Restaurants und Cafés. Das kündigte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Freitag in Hannover an. Der Außer-Haus-Verkauf von Speisen soll allerdings weiter möglich bleiben.

Bundesregierung beginnt mit Verteilung von Schutzausrüstung

15:12 Uhr: Die Bundesregierung hat am Freitag damit begonnen, Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen mit medizinischer Schutzkleidung zu versorgen. Die ersten Lieferungen aus den Depots gingen an kassenärztliche Vereinigungen und die Länder, wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte. Über das Wochenende seien weitere Lieferungen zu erwarten, die dann verteilt werden könnten.

"Wir sprechen von mehreren zehn Millionen Schutzmasken, die wir gerade erwerben und verteilen", betonte der Sprecher. Wegen des Engpasses bei Atemmasken und anderer Schutzausrüstung hatte der Krisenstab der Bundesregierung Anfang März die Beschaffung dieser Artikel an sich gezogen.

Damit sollte sichergestellt werden, dass für die Mitarbeiter des Gesundheitswesen genug Material zur Verfügung steht.

Hessen reduziert Obergrenze für Versammlungen auf höchstens fünf Personen

14:55 Uhr: Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat das Bundesland Hessen die bisherige Obergrenze für Versammlungen von 100 auf nunmehr fünf Personen reduziert.

Bei Verstößen könnten Bußgelder verhängt werden, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Er bezifferte die Größenordnung auf 100 bis 300 Euro. Er appelliere aber erstmal an die Vernunft der Menschen.

Hessen wolle vorerst auf Ausgangssperren verzichten. Diese seien "eine der letzten Maßnahmen", die man setzen könne, sagte Bouffier am Freitag in Wiesbaden.

Rheinland-Pfalz untersagt Versammlungen von mehr als fünf Menschen

14:52 Uhr: Auch die rheinland-pfälzische Landesregierung verschärft im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Einschränkungen für das öffentliche Leben. Sie ordnete am Freitag die Schließung von Gaststätten an und untersagte Versammlungen von mehr als fünf Menschen.

Baden-Württemberg schränkt öffentliches Leben weiter ein

14:48 Uhr: Baden-Württemberg schränkt das öffentliche Leben wegen des Coronavirus weiter ein. Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen mit mehr als drei Personen sind nicht mehr erlaubt, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Freitag in Stuttgart sagte. Ausnahmen gebe es für Familien und Paare.

Bremen schränkt Gaststättenbetrieb ein - Keine Speisen im Lokal

14:38 Uhr: Bremen folgt dem Beispiel anderer Bundesländer und untersagt wegen der Corona-Krise von Samstag an die Einnahme von Speisen in Gaststätten. Das kündigte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) am Freitag bei einer Pressekonferenz in Bremen an.

Dies bedeute nicht, dass die Betriebe schließen müssten. "Es gibt nur keine Möglichkeit mehr, in den Lokalen zu speisen." Bislang war dies noch bis 18.00 Uhr möglich. Die Restaurants könnten weiter Speisen verkaufen und ausgeben.

Zurückhaltend äußerte sich Mäurer zu einem Vorstoß Bayerns für weitgehende Ausgangsbeschränkungen. Er halte es für notwendig, dass derartige Entscheidungen im Konzert aller Länder organisiert würden und nicht ein einzelnes Land vorangehe.

EU-Kommission lockert wegen Corona-Krise Haushaltsregeln

14:25 Uhr: Angesichts der erwarteten Wirtschaftskrise infolge der Coronavirus-Pandemie lockert die EU-Kommission die Haushaltsregeln. "Heute, und das ist ganz neu, aktivieren wir die allgemeine Ausweichklausel", sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag in einem auf Twitter veröffentlichten Video.

Nationale Regierungen dürften nun unbegrenzt in die Wirtschaft investieren.

Christian Lindner: Ausgangsbeschränkungen für Bayern "verhältnismäßig"

14:20 Uhr: Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat die in Bayern verhängten Ausgangsbeschränkungen als "angesichts der Lage verhältnismäßig" bezeichnet. "Unvernünftige Menschen müssen davon abgehalten werden, sich zu versammeln", sagte er am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Es ist derzeit aber nicht nötig und sinnvoll, den Menschen Sport und Spaziergang im Freien zu verbieten."

"Ich gehe davon aus, dass alle Bundesländer in Kürze ähnliche Maßnahmen beschließen", sagte Lindner weiter. Es müsse allerdings klar gestellt werden, unter welchen Bedingungen diese Einschränkungen der Freiheit aufgehoben werden. "Es darf nicht länger sein als nötig", betonte der Vorsitzende der Freien Demokraten.

Auch Rheinland-Pfalz berät über neue Einschränkungen

14:08 Uhr: Auch die Landesregierung in Rheinland-Pfalz hat am Freitag Beratungen über eine Verschärfung der Bestimmungen in der Corona-Krise aufgenommen. "Die Erfahrungen der vergangenen Tage haben gezeigt, dass die Appelle allein nicht die notwendige Wirkung erzielt haben", teilte die Staatskanzlei in Mainz mit.

Daher seien weitergehende Maßnahmen geplant. "Das scharfe Schwert einer allgemeinen Ausgangssperre" werde zunächst aber noch nicht eingesetzt.

Die Staatskanzlei lud zunächst zu einer Pressekonferenz vor Ort ein, teilte später aber mit, dass Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) und Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) die Öffentlichkeit nur über Internet und live im SWR über die zusätzlichen Maßnahmen unterrichten wollten (14.00 Uhr).

Dreyer habe "möglicherweise mittelbaren Kontakt mit einer infizierten Person" gehabt, erklärte die Staatskanzlei. Daher müssten ab sofort alle Menschen Mundschutz tragen, wenn sie in näheren Kontakt zu ihr träten.

Fast 20.000 Fälle in Spanien - Messegelände wird zur Klinik

13:55 Uhr: Im besonders heftig vom Coronavirus betroffenen Spanien ist die Zahl der Infizierten bis Freitagmittag auf knapp 20.000 gestiegen - 16 Prozent mehr als noch am Vortag. Mehr als 1.000 Menschen seien bereits an Covid-19 gestorben, sagte der Leiter der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), Fernando Simón.

Die Region Madrid kündigte an, das Messegelände Ifema am Stadtrand in ein provisorisches Krankenhaus mit 5.500 Betten umzufunktionieren. Dort könnten auch Intensivpatienten betreut werden.

Madrid hat weiter landesweit die meisten Infizierten (mehr als 7.000), gefolgt von Katalonien (mehr als 3.000). Seit dem Wochenende herrscht im ganzen Land eine zunächst 15-tägige Ausgangssperre. Die Behörden hoffen, dass die Ansteckungswelle bald ihren Höhepunkt erreicht und sich die Entwicklung dann verlangsamt.

Saarland will Ausgangsbeschränkung erlassen

13:39 Uhr: Das Saarland will im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus eine Ausgangsbeschränkung erlassen. Eine entsprechende Verfügung werde der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) noch am Freitag dem Ministerrat vorschlagen, teilte Regierungssprecher Alexander Zeyer in Saarbrücken mit.

Zudem sollten ab sofort die Restaurants im Saarland für Gäste geschlossen werden. Ein Abverkauf und die Lieferung von Speisen blieben aber weiter möglich.

Auch nach der Ausgangsbeschränkung seien gemeinsame Spaziergänge mit der Familie "mit Abstand zu anderen" möglich: "Niemand wird eingesperrt." Hans sagte, er hätte ein gemeinsames Vorgehen mit anderen Bundesländern bevorzugt, doch stehe das Saarland als Nachbarland zum ostfranzösischen Corona-Risikogebiet Grand Est "vor einer besonders schwierigen Herausforderung".

Zudem gebe es "leider nach wie vor zu viele Menschen, die unsere Anordnungen nicht ernst nehmen". Daher habe sich das Saarland nun zum sofortigen Handeln entschlossen.

Thüringen und Bayern verschieben wegen Coronavirus Abschlussprüfungen

13:33 Uhr: Nach Bayern und Mecklenburg-Vorpommern verschiebt als drittes Bundesland nun auch Thüringen wegen der Corona-Krise die Prüfungen für das Abitur. Ein neuer Termin stehe aber noch nicht fest, teilte das Thüringer Bildungsministerium am Donnerstag mit.

Man wolle dies in Abhängigkeit der Lage entscheiden, hieß es. Der Start für die Abiturprüfungen war zuvor für den 30. April angesetzt.
Bayern hatte ebenfalls angekündigt, den Beginn der Abiturprüfungen vom 30. April auf den 20. Mai zu verschieben. Am Donnerstag gab der Freistaat zudem bekannt, auch Abschlussprüfungen von Mittel-, Real- und Wirtschaftsschulen neu anzusetzen. Der mit Lehrkräften, Eltern, Schülern und Direktoren abgestimmte Plan sieht vor, den Start der Prüfungen um 14 Tage nach hinten zu verschieben.

Am Dienstag hatte bereits Mecklenburg-Vorpommern eine Verschiebung beschlossen und mitgeteilt, dass es im März und April keine Prüfungen zur Mittleren Reife und zum Abitur geben werde.

USA: Infektionszahlen in 24 Stunden um fast 50 Prozent gestiegen

13:25 Uhr: Die USA melden eine rasante Ausbreitung des Coronavirus: Die Gesamtzahl der erkannten Infektionen innerhalb eines Tages um knapp 50 Prozent von 8.317 auf aktuell 12.392 Fälle gestiegen. Als erster Bundesstaat hatte in der Nacht Kalifornien eine Ausgangssperre für knapp 40 Millionen Menschen verhängt. Unklar ist noch, ob die steigenden Zahlen mit zunehmenden Corona-Tests in den USA zusammenhängen.

Bundesregierung legt weitere Vorschläge gegen Corona-Rezession auf den Tisch

13:20 Uhr: Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie hat die Bundesregierung weitere Instrumente ins Spiel gebracht. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) schlug eine mögliche staatliche Beteiligung an großen Unternehmen vor.

Es gehe bei der Eindämmung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie "auch um Großkonzerne, bei denen ja unglaublich viele beschäftigt sind", sagte Scholz. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) stellte Besitzern kleiner Läden, Freiberuflern und Selbstständigen ohne Beschäftigte "Expresshilfen" in Aussicht.

Bayern kündigt Ausgangsbeschränkungen an

12:40 Uhr: Bayern verhängt landesweite Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus. Ab Freitagnacht, 00:00 Uhr, gelten in ganz Bayern weitreichende Ausgangsbeschränkungen.

Das hat die Regierung des Bundeslandes beschlossen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei einer Pressekonferenz in München mitteilte. "Wir fahren das öffentliche Leben nahezu vollständig herunter", sagte der bayerische Regierungschef.

Um das Coronavirus einzudämmen, ist das Verlassen der eigenen Wohnung ist ab Samstag nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft - dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt.

In Hessen müssen Restaurants schließen

12:21 Uhr: In Hessen sollen Restaurants und Gaststätten ab Samstagmittag geschlossen werden. Das teilte die Staatskanzlei am Freitag in Wiesbaden mit.

Drohnen über Prosecco-Hügeln: Italien kontrolliert Ausgangssperre

12:21 Uhr: Ein Spaziergang in den Prosecco-Hügeln von Venetien in der Corona-Krise? Zu viele Menschen missachten die Ausgangssperren in Italien - Bürgermeister Fabio Chies der Prosecco-Stadt Conegliano hat daher ein striktes Verbot für Aktivitäten draußen wie Spazierengehen, Fahrradfahren oder Joggen verhängt.

Dieses werde auch mit Drohnen kontrolliert, bestätigte eine Sprecherin der Kommune am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. "Um uns herum haben wir ein 25 Quadratkilometer großes hügeliges Gebiet, das wir nicht mit Polizeistreifen kontrollieren können", sagte Chies der Nachrichtenagentur Ansa.

Auch Restaurants in Bayern müssen schließen

12:13 Uhr: Zur Eindämmung des Coronavirus müssen in Bayern ab Samstag auch Restaurants und Biergärten schließen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen, auch die "Nürnberger Nachrichten" berichteten darüber.

Take-away-Angebote sollen demnach aber weiter möglich sein. Ob es weitere Ausgangsbeschränkungen für die Menschen geben würde, war demnach noch offen - darüber werde aktuell noch im Kabinett beraten, hieß es.

Apple rationiert iPhones in der Corona-Krise

12:11 Uhr: Apple lässt nach wochenlangen Produktionsengpässen in China nur noch zwei iPhones eines Modells pro Bestellung in seinem Online-Store kaufen. Das heißt, Kunden bekommen seit Freitag eine Warnmeldung, wenn sie zum Beispiel drei Geräte des iPhone 11 Pro zu ihrem Warenkorb hinzufügen - bei zwei iPhone 11 Pro und einem iPhone 11 gibt es dagegen keine Probleme.

Apple hatte bereits im Februar gewarnt, dass es wegen der Coronavirus-Krise zeitweise Engpässe bei den iPhone-Beständen geben könnte. Die Fabriken der Apple-Fertiger wie Foxconn wurden nach den Ferien zum chinesischen Neujahrsfest wegen Reisebeschränkungen deutlich langsamer hochgefahren als geplant.

Landessportbund Brandenburg stellt "punktuelle Hilfe" in Aussicht

12:07 Uhr: Wolfgang Neubert hat als Präsident des Landessportbundes Brandenburg Vereinen mit "existenzbedrohenden finanziellen Problemen" Unterstützung in Aussicht gestellt.

"Gemeinsam mit der Landesregierung werden wir wichtige punktuelle Hilfe organisieren. Über das genaue Prozedere werden wir die Mitglieder nach Abstimmung mit der Landesregierung informiere", sagte er in einer Mitteilung des LSB Brandenburg am Freitag. Eines sei jedoch auch sicher, sagte er: "Der Staat wird bei weitem nicht alle Einbußen ausgleichen können."

Regierung mahnt eindringlich: "Halten Sie sich an die Regeln"

12:02 Uhr: Die Bundesregierung hat Menschen in Deutschland abermals eindringlich gemahnt, sich wegen der Corona-Krise nicht in Gruppen zu treffen. Andernfalls will sie zu weiteren Mittel greifen, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin mit Blick auf mögliche weitere Beschränkungen deutlich machte.

Seibert dankte im Namen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den vielen Millionen Menschen in Deutschland, die sich an die geltenden Beschränkungen halten. Die Mehrzahl der Menschen schränke Kontakte ein und lasse Reisen sein.

"Jeder Einzelne zeigt damit Verantwortung." Wer sich daran halte, zeige auch Solidarität mit den Angehörigen des Gesundheitswesens. Der Minderheit, die sich noch nicht vernünftig und verantwortlich verhalte, müsse gesagt werden: "Halten Sie sich an die Regeln, die nun in der nächsten Zeit gelten." Man solle einfach nicht in einer Menschentraube im Park stehen oder eng gedrängt im Café sitzen.

SPD-Politiker Lauterbach hält Ausgangssperren für wahrscheinlich

11:57 Uhr: Längere Ausgangssperren gegen die Ausbreitung des Coronavirus sind nach Ansicht des SPD-Gesundheitspolitikers Karl Lauterbach kaum noch abwendbar. "Ich befürchte, dass wir an Ausgangssperren nicht vorbeikommen, die wir auch länger durchhalten müssen", sagte Lauterbach der ""Augsburger Allgemeinen".

Vielen Menschen scheine der Ernst der Lage noch nicht klar zu sein. "Wer sich jetzt den Schutzmaßnahmen verweigert, unterliegt einer Fehleinschätzung", sagte er.

Berliner SPD sagt Landesparteitag ab

11:55 Uhr: Die Berliner SPD hat ihren Landesparteitag abgesagt. Das sagte Landesgeschäftsführerin Anett Seltz am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Ein neuer Termin stehe noch nicht fest.

"Gesundheit geht vor", sagte Seltz zur Begründung vor dem Hintergrund der steigenden Zahl von Infizierten mit dem Coronavirus. Die Landes-SPD hatte ihren Parteitag für den 16. Mai geplant.

Zehn Bürgermeisterwahlen in Rheinland-Pfalz verschoben

11:43 Uhr: Angesichts der Corona-Pandemie verschieben sich in Rheinland-Pfalz zehn vom 5. April bis 7. Juni geplante Bürgermeisterwahlen. Das Innenministerium habe die zuständigen Aufsichtsbehörden entsprechend angewiesen, teilte die Landeswahlleitung in Bad Ems am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Damit solle die Gesundheit von Bürgern, Wahlhelfern und kommunalen Mitarbeitern geschützt sowie ein landeseinheitliches Vorgehen gewährleistet werden.

Neue Wahltermine stünden noch nicht fest, da die Entwicklungen der Corona-Pandemie so unübersichtlich seien. Möglicherweise würden Termine nach den Sommerferien gewählt, womöglich sogar ein Einheitstermin für alle verschobenen Bürgermeisterwahlen.

Metall-Tarifpartner schließen Pilot-Vertrag für die Krise

11:32 Uhr: In der Metall- und Elektroindustrie haben die Tarifpartner einen Pilotabschluss in Nordrhein-Westfalen erzielt. Unter dem Eindruck der Coronakrise einigten sich IG Metall und Arbeitgeber am Freitag darauf, die Löhne in diesem Jahr nicht zu erhöhen.

Arbeitnehmer mit kleinen Kindern erhalten zusätzliche freie Tage und Kurzarbeiter können auf Zuzahlungen setzen.

Bundesregierung will Notfallregelung in Schuldenbremse ziehen

11:24 Uhr: Die Bundesregierung will die Notfallregelung in der Schuldenbremse ziehen und so ermöglichen, dass sich der Bund deutlich höher verschulden kann.

Nach dpa-Informationen soll das Kabinett am Montag eine entsprechende Regelung beschließen, der Bundestag soll im Laufe der Woche zustimmen.

Ausgangsbeschränkungen in Österreich bis Ostermontag verlängert

11:15 Uhr: In Österreich werden die Ausgangsbeschränkungen zum Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus um drei Wochen verlängert. Sie gelten damit bis Ostermontag, den 13. April, sagte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz am Freitag in Wien.

"Ich bin mir vollkommen bewusst, dass das viele Entbehrungen mit sich bringt, dass das viel Verzicht bedeutet - und dass der Weg, den wir gerade gehen müssen, kein einfacher ist", sagte Kurz.

Die Gespräche mit Experten zeigten ihm aber, dass das Land im Kampf gegen Sars-CoV-2 auf dem richtigen Weg sei. "Halten Sie durch", appellierte Kurz an seine Landsleute.

SPD-Chefin Saskia Esken hält Ausgangssperren für "problematisch"

11:11 Uhr: Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken sieht die Einführung von Ausgangssperren angesichts der Ausbreitung des Coronavirus skeptisch. "Ich finde die Idee problematisch, weil dann womöglich der Lagerkoller droht - vor allem, wenn Kinder mit im Spiel sind", sagte Esken dem "Handelsblatt".

Sie hoffe, dass Appelle, etwa wie der von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch, Menschen zur Vernunft bringe. So lange das Virus grassiere, dürfe es keine größeren Menschenansammlungen mehr geben.

Marokko ruft Gesundheitsnotstand aus - Tunesien riegelt Luftraum ab

10:57 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus verschärfen die nordafrikanischen Länder Marokko und Tunesien ihre Maßnahmen. Am Freitagabend beginnt in Marokko eine landesweite Ausgangssperre, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, wie das Innenministerium mitteilte. Neben Deutschland haben auch die USA begonnen, Staatsbürger aus dem Königreich auszufliegen. Marokko hat bislang 63 Fälle von Infizierungen offiziell bekanntgegeben.

In Tunesien finden am Freitag die letzten Rückholflüge für deutsche Urlauber statt. Ab Mitternacht soll der Flugverkehr nach Angaben der tunesischen Behörden komplett eingestellt werden. Davon seien auch sogenannte Repatriierungsflüge für ausländische Staatsbürger betroffen. Die tunesischen Behörden sprechen von 39 bestätigten Infektionen und einem Todesfall.

Saudi-Arabien gab am Freitag bekannt, neben internationalen auch inländische Flüge für 14 Tage auszusetzen. Zudem werde der Transport mit Bussen und Taxen untersagt. Das Königreich hatte bereits den Zugang zu den heiligen Stätten in Mekka und Medina für Pilger beschränkt.

Auch YouTube drosselt Bildqualität in Europa

10:44 Uhr: Nach Netflix wird auch YouTube die Bildqualität in Europa etwas verschlechtern, um die Netze in der Coronavirus-Krise zu entlasten.

Alle Videos sollen zunächst in den kommenden 30 Tagen nur noch in Standard-Auflösung statt HD-Qualität übertragen werden, wie die zu Google gehörende Videoplattform am Freitag ankündigte. EU-Kommissar Thierry Breton, der die Maßnahme angestoßen hatte, begrüßte den Schritt.

Reisewarnung gilt bis Ende April - auch für die Osterferien

10:27 Uhr: Die Reisewarnung der Bundesregierung wegen der Corona-Krise gilt zunächst bis Ende April und betrifft damit auch die Osterferien. "Das ist für viele schmerzlich aber absolut notwendig. Bleiben Sie zu Hause! Schützen Sie sich und ihre Mitmenschen!", schrieb Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Freitag auf Twitter.

Das Auswärtige Amt hatte am Dienstag die Reisewarnung für alle touristischen Auslandsreisen ausgesprochen - ein bisher einmaliger Vorgang. Eine Frist hatte er zunächst aber nicht genannt. Reisewarnungen gibt es normalerweise nur bei Gefahr für Leib und Leben, vor allem für Bürgerkriegsländer wie Syrien, Afghanistan oder den Jemen. Sie können kostenlose Stornierungen ermöglichen.

Bis Dienstag hatte die Regierung nur von nicht notwendigen Reisen ins Ausland abgeraten, mit einer Ausnahme: Für Hubei, die chinesische Ursprungsregion des neuartigen Coronavirus, bestand bereits eine Reisewarnung.

Robert-Koch-Institut gibt aktuelle Zahlen zu Infektionen bekannt

10:22 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat in einer Pressekonferenz am Freitag die aktuellen Zahlen zu den Coronavirus-Infektionen bekanntgegeben. Mit dem Coronavirus sind derzeit 13.957 Menschen infiziert - ein Plus von 2.958 seit dem Vortag.

Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 15.320 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 31 Todesfälle, die JHU 44 Tote.

Israel verhängt weitgehende Ausgangssperre

10:11 Uhr: Israel hat eine weitgehende Ausgangssperre im Kampf gegen das Coronavirus verhängt. Die Notstandsverordnungen sollen zunächst für eine Woche gelten. Die Regierung verabschiedete die Anordnungen einstimmig in der Nacht zum Freitag, wie das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mitteilte. Damit sollen - wie in anderen Staaten, die von der Pandemie betroffen sind - die Menschen ihre Häuser nicht mehr verlassen.

Ausnahmen gelten für den Kauf von Lebensmitteln, den Gang zum Arzt sowie den Weg zur Arbeit und zurück. Die Teilnahme an Begräbnissen und Hochzeiten sowie Demonstrationen ist erlaubt.

Allerdings war zuvor bereits festgelegt worden, dass nicht mehr als zehn Personen in einem Raum sein dürfen. Außerdem darf man alten oder kranken Menschen helfen. Lebensmittel-Lieferungen sollen nicht mehr direkt überbracht, sondern vor der Haustür abgelegt werden.

Nach Angaben der Polizei können Menschen, die sich nicht an Quarantäne-Regeln halten, mit Strafen von umgerechnet knapp 1.300 Euro belangt werden.

Sri Lanka verhängt landesweite Ausgangssperre

9:59 Uhr: Sri Lanka hat für das ganze Wochenende eine landesweite Ausgangssperre verhängt, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Wer nicht Zuhause bleibt und erwischt wird, wird vorläufig festgenommen, wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Freitag sagte.

Es könne auch Haftstrafen geben. Polizei und Armee würden kontrollieren. Ausgenommen von der Sperre seien lediglich Menschen, die in unverzichtbaren Berufen arbeiteten - etwa Ärzte, Pflegepersonal und Feuerwehrleute. Auch Menschen, die einen unmittelbar bevorstehenden Flug hätten, dürften noch zum Flughafen.

Die Sperre gelte von Freitag 18 Uhr bis Montag 6 Uhr, schrieb Sri Lankas Präsident Gotabaya Rajapaksa auf Twitter. In Sri Lanka gibt es inzwischen 59 bestätigte Corona-Fälle.

Offizielle Statistiken: Nun mehr als 10.000 Coronavirus-Tote weltweit

9:47 Uhr: Das Coronavirus hat nach den Daten aus offiziellen Statistiken nun weltweit mehr als 10.000 Menschen den Tod gebracht. Die private Johns Hopkins University im US-Staat Maryland führte in ihrer Liste auf ihrer Homepage am Freitagmorgen 10.031 Tote.

Die tatsächliche Zahl abseits der offiziellen Statistiken dürfte deutlich höher liegen, schätzen Experten. Mehr als 244.000 Menschen infizierten sich den von der Universität berücksichtigten offiziellen Daten zufolge bisher mit dem Erreger Sars-CoV-2, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

Die tatsächliche Fallzahl dürfte auch hier weitaus höher liegen. Ein großer Teil der in den letzten Monaten erfassten Betroffenen ist längst wieder gesund oder hatte von vornherein kaum oder keine Symptome.

Die Zählung des auf Infektionskrankheiten spezialisierten Forschungszentrums der Johns Hopkins University wird in der Coronavirus-Krise weltweit als Datengrundlage genutzt.

Kleine Grenzübergänge zu Frankreich und Luxemburg werden geschlossen

9:34 Uhr: Der Grenzübertritt nach Frankreich und Luxemburg soll ab diesem Freitag nur noch an bestimmten Orten möglich sein. Vor allem die kleinen Übergänge sollten nach und nach mit physischen Barrieren geschlossen werden, teilten die Sprecher der Bundespolizei im saarländischen Bexbach und im rheinland-pfälzischen Trier mit. Das gehe aus einer Ankündigung des Bundesinnenministeriums vom Donnerstag in Berlin vor.

Konkret heißt die Neuerung für die deutsch-luxemburgische Grenze auf rheinland-pfälzischer Seite, dass ein Grenzübertritt weiter möglich ist an den Stellen: A64 Mesenich, B419 Wellen, B419 Wincheringen, B418 Wasserbilligerbrück und B257 Echternacherbrück. Weitere rund 20 kleine Übergänge vor allem entlang der Sauer und der Our müssten demnach nun gesperrt werden. Ein Zeitplan sei in Arbeit.

Auf saarländischer Seite ist die Grenzübergangsstelle zu Luxemburg an der A8 Perl-Schengen weiter offen, ebenso die an der B419 Perl-Schengen. An der Grenze zu Frankreich kann der Verkehr weiter an der Goldenen Bremm in Saarbrücken (A6 und Metzer Straße), der B423 Habkirchen-Frauenberg und Überherrn-Creutzwald einreisen.

Baden-Württemberg plant Niederlassungsverbot für Gruppen

9:16 Uhr: Auf öffentlichen Plätzen in Baden-Württemberg werden wegen des Coronavirus Menschenansammlungen verboten. Die Landesregierung bereitet ein Niederlassungsverbot für Gruppen auf öffentlichen Plätzen vor, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr.

Bei der betroffenen Gruppengröße handle es sich um eine einstellige Zahl, das Justizministerium müsse das juristisch prüfen. Das diene dazu, die tatsächlichen Sozialkontakte unterhalb einer Ausgangssperre so weit wie möglich und geboten zu verringern, hieß es aus den Kreisen.

Zugleich aber lasse Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) Voraussetzungen und Regelungen einer Ausgangssperre schon vorgreifend prüfen, damit diese schnellstmöglich umgesetzt werden könnte - sollten die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin am Sonntag zum Schluss kommen, dass eine solche unabwendbar ist.

Man setze jedoch alles daran, eine Ausgangssperre zu vermeiden, hieß es den Informationen zufolge.

Kanzleramtschef zu Ausgangssperren: Samstag ist "entscheidender Tag"

8:51 Uhr: Das Verhalten der Bürger an diesem Wochenende wird nach den Worten von Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) maßgeblich darüber entscheiden, ob auch in Deutschland wegen der Coronakrise Ausgangssperren verhängt werden. "Wir werden uns das Verhalten der Bevölkerung an diesem Wochenende anschauen", sagte Braun dem "Spiegel". "Der Samstag ist ein entscheidender Tag, den haben wir besonders im Blick."

Braun bezog sich darauf, dass sich in der vergangenen Woche trotz mehrfacher Aufforderungen seitens der Politik, wegen der Ansteckungsgefahr soziale Kontakte möglichst zu vermeiden, zahlreiche Menschen weiterhin in Gruppen getroffen hatten, etwa in öffentlichen Parks. Zuletzt hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eindringlich an die Bürger appelliert, sich an die von der Regierung beschlossenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens zu halten.

"Am Samstag verabreden sich die Menschen ja traditionell miteinander, weil sie frei haben", sagte Braun. "Aber das geht abseits der Kernfamilie derzeit nun einmal leider nicht." Das müsse jetzt eingestellt werden. Geschehe das nicht, "kann es passieren, dass auch in den Bundesländern weitergehende Maßnahmen beschlossen werden, obwohl wir das eigentlich vermeiden wollen". Nach Angaben des baden-württembergischen Regierungschefs Winfried Kretschmann (Grüne) werden die Ministerpräsidenten am Sonntag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über Ausgangsverbote beraten.

Braun betonte, dass die Bundesregierung eine Ausgangssperre eigentlich nicht anstrebe. "Erst mal setzen wir darauf, dass die Bevölkerung die Maßnahmen versteht und bereit ist, ihr Sozialleben einzuschränken." Der Blick auf Nachbarländer, die schon Ausgangssperren verhängt haben, zeige: "Das wäre eine enorme zusätzliche Belastung", warnte der Kanzleramtschef. Denn vor allem in Städten hätten "nur die wenigsten einen Garten oder ein großes Grundstück".

China meldet erneut keine neuen inländischen Corona-Ansteckungen

8:42 Uhr: Am zweiten Tag in Folge ist in China