Regisseur Dieter Wedel ist nach wiederholten Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele zurückgetreten. Er veröffentlichte eine Stellungnahme zu den Vorwürfen. Laut seinem Management befinde er sich wegen der Vorfälle der letzten zwei Wochen derzeit im Krankenhaus.

Regisseur Dieter Wedel tritt nach wiederholten Vorwürfen sexueller Übergriffe als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele zurück.

Der 75-Jährige könne seine Aufgaben für die Theater-Festspiele nicht weiter wahrnehmen, erklärte eine Sprecherin Wedels am Montag. "Derzeit befindet sich Dieter Wedel in einem Krankenhaus. Nach den Ereignissen der letzten zwei Wochen ist er gesundheitlich angeschlagen." Es handele sich um eine Herzattacke. Das teilte eine Sprecherin der Festspiele am Montag mit. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Mehrere Schauspielerinnen werfen Wedel sexuellen Missbrauch vor

Im "Zeit-Magazin" hatten mehrere Schauspielerinnen schwere Vorwürfe gegen den Regisseur erhoben, die bis hin zum erzwungenen Sex reichten. Wedel widersprach den Anschuldigungen per eidesstattlicher Erklärung.

In einer am Montag von Wedel verbreiteten persönlichen Stellungnahme (den gesamten Wortlaut finden Sie hier) heißt es: "Seit mehr als zwei Wochen sehe ich mich einer nicht enden wollenden Flut schwerster, öffentlich in den Medien erhobener Anschuldigungen und Vorwürfen ausgesetzt. Der Umfang und die Art und Weise dieser Beschuldigungen haben mich zutiefst verstört und erschüttert. Und auch die Tatsache, dass es nicht aufhört." Wedel kündigte an, sich nicht mehr öffentlich äußern zu wollen.

Wedel war im Herbst 2014 Intendant der Bad Hersfelder Festspiele geworden. Seine Aufgaben soll vorerst Wedels bisheriger Stellvertreter Joern Hinkel übernehmen.  © dpa