Der Prozess um ein fast zu Tode misshandeltes Baby in Aschaffenburg ist noch vor seinem Beginn unterbrochen worden, weil der Dolmetscher fehlte. Ob die Verhandlung am Montag vor dem Landgericht Aschaffenburg überhaupt noch eröffnet werden kann, blieb zunächst unklar.

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Angeklagt ist ein 34-Jähriger. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Deutschen mit kenianischen Wurzeln unter anderem Mordversuch vor. Der Mann soll den Jungen im vergangenen Oktober schwer misshandelt haben. Er ist auch der Misshandlung von Schutzbefohlenen angeklagt, weil er schon davor zwei seiner drei Kinder attackiert haben soll. Bei seiner Vernehmung durch einen Ermittlungsrichter hatte der Verdächtige die Tatvorwürfe bestritten.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte mit dem Gewaltausbruch im Oktober 2022 die Mutter des Kindes bestrafen wollte, weil er ihre Erziehung als nicht autoritär genug empfand. Zudem soll der Mann eifersüchtig auf den Säugling gewesen sein, das Schreien des Kindes soll ihn genervt haben. Für die Verhandlung vor der 1. Großen Strafkammer sind insgesamt neun Verhandlungstage angesetzt.

Mordversuch kann wie Mord mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe geahndet werden.  © dpa

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