Eine junge Frau wird vergewaltigt und erdrosselt - und die Polizei geht von einem Unfall aus. Die Frage, wie das passieren konnte, muss sich jetzt die Polizei in Düsseldorf gefallen lassen.

Ein Klempner ist in Düsseldorf als geständiger Sexualmörder verhaftet worden. Um ein Haar wäre der Tod seines Opfers, einer 25-jährigen Frau, gar nicht als Verbrechen erkannt worden, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag.

Der 35-jährige Familienvater habe die Frau vergewaltigt und mit einem Kabel gedrosselt, bis sie bewusstlos wurde. Dann habe er sie nackt in eine Badewanne gelegt und Wasser eingelassen.

Nach der Entdeckung der Leiche waren Rechtsmediziner hinzugezogen worden. Sie hatten bei der Obduktion aber weder Spuren der Vergewaltigung noch des Drosselns entdeckt. Als Todesursache der Frau war Ertrinken festgestellt worden.

"Wir sind sehr geschockt"

"Wir sind sehr geschockt", bekannte Mordkommissions-Leiter Ralf Busch.

Erst deutlich später hatte das Landeskriminalamt einen Treffer in der DNA-Datenbank gemeldet: Eine an der Leiche gesicherte Gen-Spur gehörte einem Klempner, gegen den bereits zwei Mal wegen Sexualdelikten ermittelt worden war. Der Verdächtige legte dann ein umfassendes Geständnis ab.

Die Düsseldorfer Polizei war vor wenigen Wochen in die Kritik geraten, weil sie einen derzeit vor Gericht verhandelten Doppelmord als erweiterten Suizid eingestuft hatte.

Nach dieser Erfahrung sei man besonders sensibilisiert gewesen und habe den Fall nicht schnell als Unfall eingestuft, betonten die Ermittler.

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© dpa