• Ein ganzer Gebäudekomplex in Essen hat Feuer gefangen.
  • Die Feuerwehr rückt in der Nacht zu einem Großeinsatz aus.
  • Es gibt mindestens drei Verletzte.

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Im Westviertel in Essen ist am frühen Montagmorgen ein kompletter Wohnkomplex in Brand geraten. Die Windböen von Sturm "Antonia" fachten den Brand zusätzlich an, so dass das Gebäude binnen kürzester Zeit ausbrannte.

"Es wurden alle verfügbaren Berufsfeuerwehren alarmiert", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Das Feuer konnte demnach noch nicht unter Kontrolle gebracht werden. Wie ein Polizeisprecher sagte, handelt es sich bei dem Brandobjekt um einen L-förmigen Gebäudekomplex.

Mindestens drei Menschen wurden bei dem Feuer verletzt. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte der Nachrichtenagentur AFP am frühen Morgen, dass "drei Verletzte mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht" wurden.

50 Wohnungen betroffen: Dutzende Einsatzkräfte bekämpfen das Feuer

Die Einsatzkräfte wurden demnach von den riesigen Flammen am Zugang zum Gebäude behindert. Sie durchkämmten nach und nach die einzelnen Wohnungen auf der Suche nach möglichen weiteren Verletzten und Toten.

Dem Sprecher zufolge war um 02:15 Uhr Alarm ausgelöst worden. Es seien "alle verfügbaren Kräfte alarmiert" worden, die Feuerwehr war mit rund 150 Einsatzkräften vor Ort im Westviertel. Demnach brannte der gesamte Wohnblock mit rund 50 Wohnungen.

Etwa 100 Personen seien aus dem Komplex in Sicherheit gebracht worden. Das entspreche ungefähr der Zahl der dort wohnenden Menschen. Man habe das zwar noch nicht genau überprüfen können, "aber das kommt ungefähr hin", sagte der Sprecher.

Einen Brand von vergleichbaren Ausmaßen habe die Essener Feuerwehr "definitiv" noch nicht erlebt. Das sei eine völlig unbekannte Größenordnung. Ein Ende der Löscharbeiten sei noch nicht abzusehen. "Das ist sehr schwierig und teilweise gefährlich für die Einsatzkräfte momentan, da in jede Wohnung reinzugehen", sagte der Sprecher.

Großbrand in Essen: Anwohner schildert dramatische Szenen

Der 35 Jahre alte Lennart Diedrich war als direkter Anwohner einer der ersten Augenzeugen des Feuers. "So um zwei Uhr war's, als ich ins Bett gehen wollte und so die letzten Lichter ausgemacht habe und draußen "Feuer! Feuer!" geschrien wurde", berichtet Diedrich der Deutschen Presse-Agentur. "Und dann hab ich aus dem Fenster geschaut, und da kam da, wo die Jalousien so auf Halbmast hängen, Rauch raus. Da hab ich gesagt: 'Ok, das ist ernster.'"

Er versuchte, die Feuerwehr zu rufen, zog sich an und rannte raus. "Dann kamen schon von der ganzen anderen Gebäudeseite Flammen hochgelodert. Es glich einem Inferno. Der Wind peitschte die Flammen an - Funken." Kurz darauf traf der erste Feuerwehrwagen ein.

Die Feuerwehrleute liefen ins Haus und riefen dann: "Wir brauchen mal Hilfe!" Diedrich folgte dem Aufruf zusammen mit zwei anderen Personen. "Dann sind wir hochgelaufen in dem Treppenhaus da, zu dritt. Und da war ein Rollstuhlfahrer, der den Fahrstuhl natürlich nicht mehr benutzen konnte und nicht runtergekommen ist. Da haben wir den zu dritt runtergetragen. Zwei hinten, ich hab vorne angepackt, haben ihn runtergetragen. Dann kam die Polizei, und es wurde alles evakuiert."

Es sei dann unheimlich schnell gegangen. "Innerhalb von 20 Minuten stand das ganze Haus komplett in Flammen. Man hat das Gefühl, das ist ein Feuer-Inferno, in dem man sich hier befindet." Am Montagmorgen schlugen immer noch Flammen aus dem ausgebrannten L-förmigen Gebäudekomplex.

Essen: Auslöser des Großbrands ist noch unklar

Die Krankenhäuser waren dem Sprecher zufolge für einen möglichen Massenanfall an Verletzten alarmiert. Wegen der Rauchs warnte die Feuerwehr Essen die Anwohner, Fenster und Türen zu schließen.

Die Gebäude seien aus bislang unerklärlichen Gründen nacheinander in Brand geraten. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Blocks wurden von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht. Sie wurden zunächst in die Zentrale der Funke-Mediengruppe gebracht, bevor sie in Hörsälen der Universität untergebracht wurden.

Wie die Feuerwehr auf Twitter mitteilte, kommt es aufgrund der Löscharbeiten zu Behinderungen im Berufsverkehr. Die Segerothstraße und die Friedrich-Ebert-Straße seien voll gesperrt. Den Angaben zufolge wurde auch eine Warnung über eine Warn-App abgesetzt. Das Westviertel grenzt unmittelbar westlich an den Essener Stadtkern an.

Erst kürzlich hatte die WAZ über eine Serie von Bränden in der Stadt berichtet. Dreimal habe es innerhalb einer Woche im Eltingviertel nördlich des Stadtkerns gebrannt. (dpa/AFP/ank)

Wohnkomplex in Essen brennt
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Wohnkomplex in Essen brennt - das Unglück in Bildern

In der Nacht auf Montag fing ein Wohngebäude in Essen Feuer. Dutzende Einsatzkräfte sind vor Ort. Mindestens drei Menschen erlitten eine Rauchgasvergiftung.
Teaserbild: © Stephan Witte/KDF-TV/dpa