Auch in diesem Jahr werden die Kfz-Versicherer nach Silvester einiges an Arbeit vor sich haben: Denn jedes Jahr sorgen zahlreiche Schäden verursacht durch Böller, Raketen oder die feiernde Meute in den Straßen für Ärger bei Autofahrern. Doch zahlen die Versicherer solche Schäden überhaupt? Die folgenden Tipps helfen, Stress und Kosten zu vermeiden.

Es ist nicht mehr lange hin, und das Jahr 2017 verabschiedet sich wieder mit der üblichen Silvestersause. Die meisten feiern den Jahreswechsel ausgiebig bei Freunden, in der Familie oder im Club. Allen Partys gemein ist der Höhepunkt um Mitternacht: Nicht selten werden massenweise Feuerwerk verschossen, Knallkörper angezündet und auf der Straße mit dem einen oder anderen Glas Alkohol angestoßen. Nach einer durchzechten Silvesternacht leidet aber oft nicht nur der Gemütszustand der Feierwütigen, sondern auch zahlreiche Fahrzeuge, die am Tag zuvor in den Straßen geparkt wurden. Doch wer kommt für Kratzer, Beulen und zerbrochene Scheiben auf, die an Silvester durch Böller, Raketen und Co. verursacht wurden?

Silvester: Es kommt auf die Art des Schadens an

Wie so oft kommt es darauf an, welcher Schaden entstanden ist und ob ein Täter ermittelt werden kann. Ist die Beschädigung etwa durch anonymes Partyvolk auf der Straße entstanden und es ist nicht herauszufinden, wer dafür verantwortlich ist, können die Teil- oder Vollkaskoversicherungen die Schäden regulieren. Das erklärt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Wird der Verursacher hingegen auf frischer Tat ertappt, greift dessen private Haftpflichtversicherung - allerdings nur dann, wenn der Schaden nicht mutwillig hervorgerufen wurde.

Wird das Fahrzeug etwa durch eine Rakete in Brand gesetzt oder durch eine Explosion beschädigt, übernimmt in der Regel eine normale Teilkaskoversicherung die Kosten. Das Gleiche gilt bei Glasbruch, der durch Feuerwerk oder Knallkörper entstanden ist. Wird das Auto durch Vandalismus vorsätzlich ramponiert, hilft hingegen nur noch die Vollkaskoversicherung. Auch Beulen, Kratzer und Schmorschäden, die zum Beispiel durch herabfallende Raketen am Auto entstanden sind, sind ein Fall für die Vollkasko.

Schäden sollten unbedingt dokumentiert werden

Wer einen Schaden durch Silvesterfeuerwerk an seinem Auto feststellt, sollte umgehend handeln und mehrere Fotos der Beschädigungen aus verschiedenen Perspektiven machen. Im Anschluss daran muss der Versicherer innerhalb einer Woche über den Schaden informiert werden. Außerdem sollte die Möglichkeit eingeräumt werden, dass ein Gutachter einen Blick auf den Schaden wirft.

Damit es aber erst gar nicht so weit kommt, rät der GDV allgemein dazu, den Pkw in der Silvesternacht nicht auf der Straße zu parken. Wer eine Garage, einen Tiefgaragenstellplatz oder zumindest ein Carport hat, kann sich glücklich schätzen. Für alle anderen gilt: Am besten weitab von bekannten Partymeilen parken. Wer auch hier wenig Alternativen hat, dem können passgenaue Kfz-Schutzdecken helfen, die den Autolack zumindest vor Kratzern bewahren.

Silvesterschäden am Auto beseitigen oder reparieren lassen

Bei weniger gravierenden Schäden wie etwa Kratzern und kleinen Beulen sollten Autobesitzer zudem prüfen, ob es wirtschaftlich ist, die Kfz-Versicherung einzuschalten. Dabei gilt es, die vertragliche festgelegte Selbstbeteiligung im Regulierungsfall einzukalkulieren. In diesem Zusammenhang kann eine Schadensregulierung auch Auswirkungen auf die Schadenfreiheitsklasse haben. Sind die Beschädigungen mit sogenannter Smart-Repair kostengünstig zu beheben, lohnt sich die Regulierung durch eine Vollkaskoversicherung oft nicht.

Schwarzpulver-Spuren oder Schmauchspuren lassen sich darüber hinaus in den meisten Fällen schon mit einer Autowäsche und einer anschließenden Politur beseitigen. Laut Angaben des ADAC sollten die im freien Verkauf erhältlichen Feuerwerkskörper bei korrekter Anwendung aber keine große Gefahr für Autos - auch Cabrios - darstellen. Auch, wenn eine ausgebrannte Rakete direkt auf ein Auto fällt, entstehen meist keine Schäden, so die Experten des Automobilclubs. Erhöhte Schadensgefahr droht in der Regel erst dann, wenn Feuerwerkskörper aus kurzer Entfernung auf ein Auto abgefeuert werden.  © 1&1 Mail & Media / CF