"Vom Himmel hoch, da komm' ich her" – an Weihnachten herrscht im Luftraum reger Betrieb. Da kann es schon einmal zu Zusammenstößen zwischen den Weihnachtsboten kommen. Wir haben den Streit zwischen Weihnachtsmann und Christkind hinter den feierlichen Kulissen belauscht.

"Hey alter Mann, noch nie was von Vorfahrt gehört?! Oder bist du besoffen? Deine Nase leuchtet ja heller als die von Rudolf!" Jetzt aber mal langsam hier! Muss ich mich wirklich während des Dienstes beleidigen lassen? Schließlich bin ich das Leitrentier und somit fürs Leuchten zuständig. Gut, der Chef hat beim Geschenkeausliefern mal wieder jeden Schnaps gekippt, den man ihm hingestellt hat, und hat die Zügel vielleicht nicht mehr ganz akkurat gelenkt. Nun haben wir die Bescherung: Zusammenstoß mit einem unbekannten blondgelockten Flugobjekt, das uns bitterböse anfunkelt. Aber den Weihnachtsmann bringt das nicht aus der Ruhe.

Verwandtschaftsstress, Einkaufsorgien, Dauerkitsch: Das Frohe Fest kann mitunter eine gewaltige nervliche Belastung sein. Wir haben acht Tipps für Sie, mit denen Sie die Weihnachtszeit unbeschadet überstehen – und vielleicht sogar ein bisschen Freude daran zu haben.

Langsam und leicht schwankend bewegt er sich vom Schlitten: "Oh je! Das Christkind. Alle Jahre wieder, oder wie? Was hast du hier überhaupt zu suchen?" Schon wieder diese Zuständigkeitsdebatte. Die gibt es wirklich alle Jahre wieder. Eigentlich wäre es ja ganz einfach: Das Christkind fliegt zu den Protestanten, der Weihnachtsmann erledigt den Rest. Aber da macht unser Engelchen leider nicht mit. "Du hast es immer noch nicht kapiert, oder? Auf Luthers persönlichen Wunsch fliege ich zu den Protestanten. Dafür, dass die Katholiken im Alpenland auch lieber mich sehen als dich komische Werbefigur, na, dafür kann ich doch auch nichts!"

"Als ob dich irgendjemand sehen will mit deinem alten Nachthemd! Bei dir weiß man ja nicht mal genau, ob du Männlein oder Weiblein bist. Was soll das denn bitte für eine Identifikationsfigur sein?" - Autsch, der hat gesessen. Da hat der Chef zwar recht, aber das Christkind ist ja nun wirklich in einer blöden Situation: Erst soll es das Jesuskind repräsentieren, dann wird es von den Leuten in so ein dämliches Engelskostüm gesteckt und als goldiges Mädchen dargestellt. Als solches muss es dann in diesem dünnen Fähnchen auch noch ständig Weihnachtsmärkte eröffnen.

Kein Wunder, dass man da zur Zicke wird. "Ach, sexistisch bist du auch noch? Männlein, Weiblein, ist doch völlig egal. Die Kinder glauben eben ans Christkind. Wer will schon mit so einem alten, brummigen Kerl wie dir zu tun haben? Aber wenn du so weitermachst, passt du eh bald nicht mehr durch den Kamin. Deine Cholesterinwerte möchte ich lieber gar nicht sehen. Aber klar, du sitzt ja auch die ganze Zeit in deiner Hütte und lässt andere für dich arbeiten. Wie sieht's denn eigentlich aus mit dem Arbeitsschutz in deiner Weihnachtswerkstatt, hmmm?"

So langsam wird mir das maulige Jesuskindlein doch sympathisch. Die Arbeitsbedingungen da oben am Polarkreis sind wirklich nicht die besten. Der feine Herr Weihnachtsmann unterschreibt ja höchstens mal eine Weihnachtskarte. Aber wer organisiert die Geschenke, plant die Routen, übernimmt die ganze Logistik? Jawohl, ohne uns Rentiere, Elfen und Wichtel wäre der Rauschebart ganz schön aufgeschmissen! Das sieht er natürlich anders: "Liebes Christkind, wenn du nicht delegieren kannst, ist das nicht mein Problem. Ich bin jetzt schon eine ganze Weile in diesem Weihnachtsbusiness, da muss man mit der Zeit gehen und Arbeitsprozesse optimieren. Work-Life-Balance, du verstehst? Sag bloß, du bietest immer noch diesen lächerlichen kostenlosen Dekoservice mit an?"

"Ich schmücke nach wie vor jeden Christbaum, falls du das meinst. Das gehört schließlich zum Paket dazu. Dafür bin ich auch schlank und fit und man sieht mir überhaupt nicht an, dass ich den Job auch schon seit Hunderten von Jahren mache. Ich musste mir das alles mühsam aufbauen. Du dagegen hast den armen Nikolaus fast arbeitslos gemacht, einfach seine Fangemeinde übernommen und dich dann auch noch von dieser Brausefirma sponsern lassen. Du weißt doch gar nicht, was harte Arbeit ist!" - "Ach ja? Kannst du dir vorstellen, wie das ist, wenn du auf jedem Weihnachtsmarkt ein Dutzend Kinder auf den Schoß nehmen musst, die alle nur an deinem Bart ziehen wollen? Wenn du dich ständig durch diese verdreckten Schornsteine quetschen musst? Du flatterst einfach nur durchs Fenster, machst deine Arbeit und verschwindest wieder, bevor dich jemand sieht. Dafür musst du dich ja noch nicht mal vernünftig anziehen!"

Na hurra, diese Diskussion wiederholt sich auch jedes Jahr. Vielleicht sollte ich mich doch einfach mal nach einem stressfreieren Arbeitsplatz in einem Streichelzoo umsehen. Die beiden Streithanseln können jetzt jedenfalls erstmal auf dem Dach sitzenbleiben und weiterzanken. Wenn sie merken, dass der Schlitten mit den Geschenken weg ist, werden sie schon sehen, wer hier wirklich die Hauptrolle spielt.

Wertvolle Tipps und News zu Weihnachten 2015