Ein Jugendlicher greift in Flums in St. Gallen mehrere Personen mit einer Axt an und verletzt diese. Die Polizei kann den jungen Mann fassen.Offenbar spielten Gewaltphantasien eine Rolle.

Blutbad in Flums in St. Gallen: Ein 17-Jähriger hat am Sonntagabend im Osten der Schweiz mehrere Menschen mit einer Axt attackiert und diese teilweise schwer verletzt.

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Baby fällt aus Kinderwagen

Nach Angaben der Kantonpolizei St. Gallen griff der Teenager gegen 20:05 Uhr zunächst ein Paar mit Kinderwagen am Postplatz an.

Der 35-jährige Mann wurde dabei schwer verletzt. Die 30-Jährige erlitt ebenfalls Verletzungen. Wie schwer, ist noch unklar.

Das acht Monate alte Baby des Paares fiel bei der Attacke aus dem Kinderwagen, wurde vom 17-Jährigen aber nicht attackiert. Es befindet sich zur Überwachung noch im Krankenhaus.

Ein Ehepaar habe noch versucht, den Täter aufzuhalten. "Sie gingen dazwischen und wollten ihn stoppen – wurden jedoch dabei verletzt", sagte der Sohn des Paares dem Schweizer "Blick".

Der 72-Jährige und seine 59 Jahre alte Frau erlitten nach Polizeiangaben leichte Verletzungen. Beide wurden aus dem Hospital wieder entlassen.

Nach der Beil-Attacke am Postplatz entwendete der Teenager das Fahrzeug der Passanten und floh in Richtung Walenstadt.

An der Ganischastrasse baute der Täter einen Unfall und ließ das beschädigte Auto stehen. Zu Fuß lief er schließlich in unbekannte Richtung und tauchte bei einer Tankstelle wieder auf.

Polizei schießt Täter an und nimmt ihn fest

An einem Tankstellen-Shop griff er weitere Personen an, wie die Kantonspolizei St.Gallen mitteilt. Er verletzte dabei eine 21 Jahre alte Frau und eine 59-Jährige leicht. Die Angegriffenen waren in den Verkaufsraum der Tankstelle geflüchtet.

Der mutmaßliche Täter sei an der Tankstelle von der Polizei angeschossen und festgenommen worden, berichtet die Polizei. Er wurde schwer verletzt, sei allerdings einvernahmefähig.

Die beiden Tankstellen-Opfer und eine 27-jährige Frau sind immer noch zur Überwachung im Spital.

Gewaltphantasien beim Täter

Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen Teenager lettischer Staatsangehörigkeit. Er sei im Rahmen des Familiennachzuges im Juni 2013 von Riga nach Flums gezogen.

Der 17-Jährige sei bisher nicht straffällig gewesen. Jedoch habe die Polizei im Juni dieses Jahres eine erste Meldung über auffälliges Verhalten des Jugendlichen erhalten.

Gemeldet habe dies ein Mitarbeiter der Jugendarbeit, wie auf einer Pressekonferenz der Polizei mitgeteilt wurde. Demnach soll der 17-Jährige Gewaltphantasien gehabt haben. "Es gab Anspielungen auf Gewalt. In welcher Form, ist Gegenstand der Ermittlungen", sagte Stephan Ramseyer, Leitender Jugendanwalt, auf der Pressekonferenz.

Es sei daraufhin umgehend eine Gewalteinschätzung vorgenommen worden. Diese lag Angaben zufolge Mitte September 2017 vor.

Da keine substanziellen Drohungen ausgesprochen wurden, sei man allerdings nicht von einer akuten Gefährdung von Drittpersonen ausgegangen.

Anfang September sei dann eine weitere Meldung eingegangen. Diesmal habe die Berufsschule gemeldet, dass die Person Anspielungen auf Gewalt gemacht habe.

Der schulpsychologische Diensts sollte dies abklären. Infolge dessen seien der 17-Jährige und dessen Eltern begleitet worden. Sie hätten sich kooperativ verhalten.

Die Tat könnte auf eine Persönlichkeitsstörung hinweisen, dies seien allerdings Mutmaßungen.

(fab/dpa)