Der Vater von Andreas Lubitz will zwei Jahre nach dem Absturz von Germanwings-Flug 4U9525 eine Pressekonferenz geben. Er hegt Zweifel an den Ergebnissen der Ermittler, nach denen sein Sohn den Absturz vorsätzlich verursacht haben soll.

Am 24. März 2015 stürzte der Germanwings-Flug 4U9525 von Barcelona nach Düsseldorf über den französischen Alpen ab. Dabei kamen 150 Menschen ums Leben. Copilot Andreas Lubitz, der die Maschine zum Zeitpunkt des Absturzes steuerte, ist einer davon.

Laut den Ermittlern der Staatsanwaltschaft Düsseldorf soll Lubitz verantwortlich für den Absturz sein. Der 28-Jahre alte Copilot litt demnach an starken Depressionen und soll die Maschine absichtlich abstürzen haben lassen, um Selbstmord zu begehen. Sein Vater Günter Lubitz zweifelt jedoch an dieser These.

Zweifel an den Ermittlungsergebnissen

Am Freitag, genau zwei Jahre nach dem Absturz, will Günter Lubitz nun eine Pressekonferenz in Berlin geben, um seine Sicht der Dinge darzustellen.

"Es gab ganz offensichtlich Dinge, die man gar nicht erst ermittelt hat, vielleicht, weil man sie nicht ermitteln wollte", so Lubitz in einem Interview der Wochenzeitung "Die Zeit". "Unser Sohn war ein sehr verantwortungsvoller Mensch. Er hatte keinen Anlass, einen Selbstmord zu planen und umzusetzen, und erst recht nicht, dabei noch 149 andere unschuldige Menschen mitzunehmen".

Der "Zeit" zufolge stützt sich der Vater des verstorbenen Piloten auf ein Gutachten von Tim van Beveren. Der Journalist und Luftfahrtexperte hält die Ergebnisse der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft nach Sichtung der Ermittlungsakten für falsch. "Die These eines vorsätzlichen Massenmordes ist nicht haltbar", so van Beveren.

Kritik an geplanter Pressekonferenz

Vertreter der Angehörige der Absturzopfer kritisieren die geplante Pressekonferenz und bezeichneten sie als "unverantwortlich" und "geschmacklos".

Laut "Spiegel Online" steht auch die Lufthansa, das Mutterunternehmen der Germanwings, der Pressekonferenz ablehnend gegenüber. Die Fluggesellschaft plant eine Trauerfeier am Ort des Absturzes und betrachtet das Vorhaben von Günter Lubitz als Störung der angedachten Gedenkzeremonien.

(thp)