In den vergangenen Tagen haben sich gewalttätige Übergriffe auf Sanitäter, Polizisten und Justizvollzugsbeamte gehäuft. Der Chef des Beamtenbundes, Ulrich Silberbach, warnt: "Ohne die Durchsetzung von Sicherheit, Recht und Ordnung ist freiheitliches Leben in einer offenen Gesellschaft nicht vorstellbar."

Eine Reihe von Übergriffen auf Sanitäter, Polizisten, Justizvollzugsbeamte und Mitarbeiter der Feuerwehr sorgt in Deutschland derzeit für Entsetzen.

In Berlin hat in der Nacht zum Samstag ein 37-Jähriger Sanitäter mit Böllern beworfen. Anschließend versuchte dieser auf einen Defibrillator zu urinieren und spuckte einem der Helfer ins Gesicht. Der Mann wurde später der Polizei übergeben.

In der Silvesternacht war es in mehreren deutschen Großstädten zu Gewalt gegenüber Beamten und Helfern gekommen.

Im Justizvollzug sei dies längst trauriger Alltag, heißt es vom Bund der Strafvollzugsbediensteten Deutschland.

Beleidigungen, obszöne Gesten, sogar Schläge und Tritte seien die Beamten mittlerweile gewohnt.

Chef des Beamtenbundes fürchtet um Gewaltmonopol

Erst vor einigen Tagen habe ein Häftling zwei Bedienstete der JVA Iserlohn mit kochendem Wasser übergossen. Sie erlitten schwere Verbrühungen.

Angesichts der jüngsten Angriffe warnte Ulrich Silberbach, Chef des Deutschen Beamtenbunds (DBB), vor einem Ende des staatlichen Gewaltmonopols.

"Ohne die Durchsetzung von Sicherheit, Recht und Ordnung ist freiheitliches Leben in einer offenen Gesellschaft nicht vorstellbar", sagte er bei der Jahrestagung seines Verbands am Montag in Köln. Von der Politik sei deshalb "klares Handeln" gefragt. (mep/dpa)