Der Tunesier, der in seiner Kölner Wohnung hochgiftiges Rizin hergestellt haben soll, stand in Kontakt zu "Personen aus dem radikal-islamistischen Spektrum". Das teilte die Bundesanwaltschaft am Mittwoch in Karlsruhe mit.

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Der Inhalt ihrer Kommunikation sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen. "Es liegen bislang keine ausreichenden Anhaltspunkte dafür vor, dass der Beschuldigte Mitglied einer terroristischen Vereinigung war", erklärte die Behörde.

Ob seine Kontaktpersonen Mitglieder einer terroristischen Vereinigung waren, werde derzeit untersucht.

Verdächtiger wollte nach Syrien reisen

Der 29-Jährige, der vor einer Woche nach dem Giftfund verhaftet worden war, habe zweimal vergeblich versucht, über die Türkei nach Syrien - mutmaßlich zur Terrormiliz Islamischen Staat (IS) - auszureisen.

Die Behörde verdächtigt Sief Allah H., biologische Waffen - das Gift Rizin - hergestellt und damit gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen zu haben. Außerdem sieht sie einen "Anfangsverdacht für die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat."

Die Ermittlungen legten nahe, "dass der Beschuldigte erwogen hat, einen Sprengsatz herzustellen", schilderte die Bundesanwaltschaft.

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in einem Kölner Hochhaus am 12. Juni seien 3.150 Rizinussamen und 84,3 Milligramm Rizin sichergestellt worden. Zuvor war von mehr als 1.000 Samen die Rede gewesen.

"Sämtliche Rizinussamen" habe der Verdächtige über das Internet gekauft. Zudem fanden sich 250 Metallkugeln, acetonhaltiger Nagellackentferner, Drähte mit aufgelöteten Glühbirnen sowie 950 Gramm eines grauen Pulvers - eine Mischung aus Aluminiumpulver und pyrotechnischen Substanzen aus Feuerwerkskörpern.  © dpa

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