Eine Woche lang tagten die jugendlichen Umweltaktivisten der "Fridays for Future"-Bewegung in Lausanne. Dabei kam es auch zu teils heftigen Streitereien über die strategische Ausrichtung der Gruppe. Greta Thunberg machte die Medien für die schlechte Atmosphäre auf dem Kongress verantwortlich und sorgte für einen Eklat, als sie anwesende Journalisten aus dem Saal werfen ließ.

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Bereits am Mittwoch war die Atmosphäre beim Klimagipfel "Smile for Future" in Lausanne angespannt. Im Rahmen des Treffens war es bei Diskussionen über die künftige Ausrichtung der Bewegung zu Heulkrämpfen und heftigen Streitereien unter den Aktivisten gekommen

"Fridays for Future": Sind Medien schuld an schlechter Stimmung?

Bei einer Debatte am Freitag meldete sich schließlich Initiatorin Greta Thunberg zu Wort. Sie machte die Presse für die angespannte Atmosphäre unter den rund 400 Aktivisten verantwortlich und ließ anwesende Journalisten aus dem Saal werfen, wie "blick.ch" berichtet. Diese würden "es sonst darstellen, als hätten wir Streit."

In der vergangenen Woche entwickelte sich immer mehr Frust unter den Teilnehmern des Klimagipfels. "Es gab wenig Struktur und es war schwierig, sich überhaupt auf etwas zu einigen", fasste ein Jugendlicher die Situation auf dem Klimagipfel rückblickend zusammen.

Journalisten müssen Saal verlassen

Thunberg kritisierte, wie viel Aufmerksamkeit die Medien auf Fotos von weinenden und wütenden Teenagern gelenkt hatten. Die Mehrheit der Kongressteilnehmer gab ihre Zustimmung, die Medien von der Debatte auszuschließen.

Die Journalisten mussten daraufhin den Saal verlassen und äußerten sich fassungslos. "Wie sollen wir denn über den Gipfel berichten, wenn wir nicht dabei sein dürfen?", fragte Wolfgang Wanner vom deutschen Fernsehsender ARD.

"Wir sind auch nur Menschen"

Wenige Minuten später durften die Journalisten allerdings in den Saal zurückkehren. "Wir sind auch nur Menschen und brauchen manchmal Privatsphäre. Als Bewegung bemühen wir uns aber, so transparent wie möglich zu sein", sagte Co-Organisator Kelmy Martinez nach dem Eklat in einer Stellungnahme.

Nach Lausanne geht es für Umweltikone Greta Thunberg nun in die USA. Mit einer Hochseejacht will die 16-Jährige den Atlantik überqueren, um in New York am UN-Klimagipfel teilzunehmen. Die Nutzung eines Flugzeugs lehnt die Aktivistin aus Umweltschutzgründen ab. (tae/jwo)  © 1&1 Mail & Media / SN

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