Der Blick auf die New Yorker Skyline ist einzigartig, wenn Passagiere zum Rundflug in Helikoptern aufsteigen. Ein geplantes Foto-Shooting aus der Luft endet tragisch, als eine Maschine ins Wasser stürzt. Fünf Menschen sterben.

Beim Absturz eines Hubschraubers über dem East River in New York sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Dies meldete der Sender Sky News am Montag unter Berufung auf einen Sprecher der New Yorker Polizei.

Zunächst war von zwei toten Passagieren und drei weiteren in Lebensgefahr die Rede gewesen. Der Pilot konnte sich selbst rechtzeitig befreien.

Die fünf Opfer, die von Rettungstauchern geborgen wurden, hatten die Maschine am Sonntag offiziellen Angaben zufolge für ein privates Foto-Shooting gechartert. Die Absturzursache ist noch nicht klar.

Von dem Unglück gibt es ein Video: Schnell sinkt der Hubschrauber über dem Fluss, setzt hart auf dem Wasser auf und kippt dann mit drehendem Rotor zur Seite.

Während die sechs Insassen des Eurocopter "AS350" um ihr Leben fürchten, beginnt für die Feuerwehr ein Wettlauf mit der Zeit.

Der Hubschrauberabsturz über dem East River in New York ruft die Einsatzkräfte am Sonntagabend (Ortszeit) mit Booten und Rettungstauchern auf den Plan.

Insassen werden in die Tiefe gerissen

Zwei der sechs Insassen werden noch auf dem Fluss für tot erklärt, drei schweben zunächst in Lebensgefahr - später werden auch sie für tot erklärt. Nur der Pilot kann sich selbst retten.

15 Meter müssen die Taucher von Feuerwehr und Polizei in die Tiefe gehen, um die fünf Passagiere aus der Maschine zu befreien - bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und mittelstarker Strömung.

Alle fünf seien in ihren Sitzen festgeschnallt gewesen, erklärt Feuerwehrchef Daniel Nigro später. Erst als die Retter die Gurte unter Wasser aufgeschnitten haben, können sie die dann vermutlich schon bewusstlosen Passagiere zur Wasseroberfläche bringen.

"Die Taucher haben eine Weile gebraucht, um diese Menschen rauszuholen", sagt Nigro.

Für die Firma Liberty Helicopters, die den Flug über die nächtliche Skyline möglich machte, werden dunkle Erinnerungen wach. Neun Menschen starben, als im Sommer 2009 ein Tour-Helikopter zu hoch flog und mit einem Kleinflugzeug zusammenstieß.

Auch das am Sonntag eigentlich geplante Foto-Shooting von fünf Passagieren endet nun nicht mit gelungenen Luftaufnahmen, sondern Erinnerungen an die Angst vorm Ertrinken, an Polizeiboote, an eine kalte Nacht auf dem Fluss. Noch Stunden später surren andere Hubschrauber über der Unfallstelle.

Achter Hubschrauber-Absturz seit 1995

Täglich schwirren Helikopter über und um die Wolkenkratzer New Yorks, vor allem für Bewohner der Uferpromenaden gehören sie zum Alltag. Im Sommer starten und landen auch Wasserflugzeuge auf dem East River.

Der Absturz am Sonntagabend, den ein Augenzeuge auf Video festhält und später im Internet verbreitet, wirkt fast wie eine solche Wasserlandung.

"Er bewegte sich nicht schnell. Wir waren neugierig, ob er landen würde", sagt Xinran Jiang, die mit ihrem Mann auf der nahegelegenen Insel Roosevelt Island lebt, der "New York Times". "Eine Minute später tauchte er in den Fluss."

Es ist der achte Hubschrauber-Absturz in einen New Yorker Fluss seit 1995, zählt die "New York Daily News".

Mit Ausnahme der schweren Kollision von 2009 kamen die meisten Opfer mit dem Schrecken oder mit Verletzungen davon.

Was den roten Eurocopter "AS350" ins Wasser stürzen ließ, müssen nun Ermittler der Behörde NTSB klären. New Yorks Polizeichef James O'Neill spricht von einer "großen Tragödie an einem sonst ruhigen Sonntagabend".  © dpa