Mehr als 80 Jahre nach der Zerstörung durch die Nationalsozialisten hat die Jüdische Gemeinde Hamburg das Grundstück, auf dem die ehemalige Bornplatzsynagoge stand, zurückerhalten.

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"Mit dem heutigen Tag stellen die Abgeordneten der Hamburgischen Bürgerschaft ein konkretes Stück Gerechtigkeit wieder her", sagte Philipp Stricharz, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, am Mittwoch in Hamburg. "Die Nazis wollten alles jüdische Leben unsichtbar machen. Der heutige Tag zeigt, dass Unrecht nicht siegt und das jüdische Hamburg eine Zukunft hat."

In einem symbolischen Akt übergaben die Fraktionsspitzen von SPD, Grünen, CDU und Linken anschließend das Grundstück an die Jüdische Gemeinde zurück. Dafür wurde die Kopie eines Nazi-Dokumentes, das die Zerstörung anweist, von den Politikern zerschnitten. Mit dem "historischen Beschluss" soll der Grundstein für den Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge gelegt werden.

Die Bornplatzsynagoge im Grindelviertel war bei ihrer Einweihung 1906 das größte jüdische Gotteshaus in Norddeutschland. Während der Novemberpogrome 1938 setzten Nationalsozialisten das Gebäude in Brand.

Ein Jahr später zwangen sie die Jüdische Gemeinde, die Synagoge auf eigene Kosten abzureißen. Das Grundstück wurde enteignet und teils mit einem Hochbunker überbaut.  © dpa

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