• Noch immer entweicht nach der Kollision von zwei Güterzügen im Kreis Gifhorn explosives Propangas.
  • Ein Polizeisprecher sagt: "Jeder Funken kann zu einer Katastrophe führen."
  • Die Strecke in Niedersachsen bleibt gesperrt. Reisende müssen noch tagelang mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen.

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Nach der Kollision zweier Güterzüge im niedersächsischen Landkreis Gifhorn müssen Reisende mindestens bis Sonntagabend mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen.

Der Streckenabschnitt sei vollständig gesperrt, die Züge würden umgeleitet, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Freitag. Nach Angaben eines Sprechers der Bundespolizei entweicht weiter explosives Propangas aus zwei Kesselwaggons. Vor der Bergung müssten die Waggons leer sein, sagte er: "Jeder Funken kann dort zu einer Katastrophe führen."

Vielbefahrene Strecke betroffen

Der Sprecher erklärte, pro Kesselwagen seien 50 Tonnen Gas geladen. Es sei davon auszugehen, dass jede Stunde rund 250 Kilogramm entwichen. Die Lage am Unfallort sei unverändert. Auch die übrigen Wagen der beiden Züge privater Bahnunternehmen seien noch nicht geborgen. In der Nacht sei der Unfallort abgesperrt und gesichert worden.

Reisende müssen angesichts der Streckensperrung weiterhin mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen. Betroffen ist unter anderem die viel befahrene Verbindung zwischen Nordrhein-Westfalen und Berlin. Auf der Strecke werden die Züge umgeleitet, Bahnreisende müssen eine Verspätung von etwa 90 Minuten einkalkulieren, wie die Bahn bekanntgab. Der Halt Wolfsburg entfalle, ersatzweise hielten die Züge in Stendal.

Keine Gefahr für Bevölkerung

Am frühen Donnerstagmorgen hatte ein Güterzug bei Leiferde an einem Signal gehalten, ein folgender Güterzug war aus zunächst ungeklärter Ursache auf den Zug aufgefahren. Vier Waggons kippten bei der Kollision um, auch die Oberleitung wurde beschädigt. Der auffahrende Zug bestand aus 25 mit Propangas gefüllten Kesselwaggons. Nach dem Unfall war der Lokführer des auffahrenden Zugs verletzt ins Krankenhaus gekommen. Der Lokführer des zweiten Zuges blieb den Angaben zufolge abgesehen von einem leichten Schock unverletzt.

Für Freitagmorgen war eine Beratung - etwa mit Experten der Werksfeuerwehr aus Marl - über das weitere Vorgehen geplant, wie der Sprecher der Bundespolizei sagte. Neben den Spezialisten aus dem Chemiepark im Ruhrgebiet haben Experten der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung die Unfallstelle begutachtet. Gefahr für die Bevölkerung bestand trotz des ausströmenden Gases nicht - die Unfallstelle liegt in einem Waldstück. (dpa/fab)

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