München (kle/ncs) - Experten bescheinigen ihm das Potenzial zum Serienmörder. Und wie neue Erkenntnisse nun belegen, scheint der mutmaßliche Doppelmörder von Bodenfelde tatsächlich eine tickende Zeitbombe zu sein.

Der momentan in Untersuchungshaft befindliche Jan O. aus Uslar wird von der Polizei aufgrund der erdrückenden Beweislage als sicherer Täter angesehen: Denn in der Wohnung des Mannes wurden eine blutverschmierte Hose und andere verdreckte Kleidungsstücke gefunden.

Wie das "Göttinger Tageblatt" berichtet, soll er zudem nach den grausamen Morden an der 14-jährigen Nina und dem 13-jährigen Tobias aus Bodenfelde auf seiner Facebook-Seite einen schockierenden Eintrag hinterlassen haben: "Gestern Mädchen geschlachtet, jeden Tag eins bis sie mich erwischen."

Ein Eintrag des Schreckens, der nicht die einzige virtuelle Fußspur des mutmaßlichen Täters: Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, war Jan O. auch beim Internet-Portal Netlog angemeldet und hatte dort konkret nach seinen Opfern gesucht. Angeblich habe er sich vor allem für 10 bis 16-jährige Mädchen interessiert und ist laut Netzwerk-Expertin Beate Krafft-Schöning gegenüber "Bild" somit nur einer von vielen, die das Internet zu perversen Zwecken missbrauchen.

Aber war der 26-jährige Arbeitslose tatsächlich gerade dabei, seinen furchtbaren Plan in die Tat umzusetzen? Nach dem Mord an Nina am Montag vergangener Woche tötete er offenbar Tobias am Samstag auf grausame Weise.

Wie die Obduktion ergab, sind die Kinder "durch Würgen am Hals und Stichverletzungen mit einem spitzen Gegenstand, vermutlich mit einem Messer" getötet worden. Eines der Opfer soll mindestens zehn Stichwunden erlitten haben.

Auf die Spur von Jan O. kam die Polizei durch einen Hinweis eines Mädchens. Dieses wurde vor dem Mord an Tobias von dem Tatverdächtigen auf einem Parkplatz angesprochen. Die Zeugin ließ sich die Handynummer geben und lieferte damit den entscheidenden Hinweis an die Polizei.

Am Montagabend nahmen die Beamten den Verdächtigen im Zug von Bodenfelde nach Uslar fest. Der Mann hatte Verletzungen an beiden Händen. Ebenso erwies sich ein zunächst genanntes Alibi von ihm als falsch.

Jan O. soll seit Jahren Alkohol- und Drogenprobleme haben, die er in einer Suchttherapie zu bekämpfen versuchte. Ebenso ist er in der Vergangenheit mit Diebstählen und Körperverletzungen auffällig geworden.

Das Motiv der Taten ist nach wie vor unklar. Es wird jedoch vermutet, dass Jan O. psychisch krank ist und aus Mordlust handelte.

Selbst der Vater des Verdächtigten äußerte gegenüber der "Allgemeinen Zeitung Uelzen", dass sein Sohn "irgendwie schon immer krank im Kopf" gewesen sei. Der 52-jährige kam mit seinem Sohn nicht klar und befindet sich heute selbst in psychiatrischer Behandlung.

Für Freitag hat der mutmaßliche Täter ein Geständnis angekündigt. Seine grausamen Einträge auf Online-Plattformen wurden inzwischen gesperrt.