Nach Einschätzung der Bundesregierung sind in Deutschland derzeit vier Gruppen des Ku Klux Klan aktiv. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Dienstagsausgabe.

Demnach sei der rassistische Geheimbund im gemeinsamen Extremismus- und Terrorabwehrzentrum von Bund und Ländern erst im Mai im Gespräch gewesen. Dabei sei es laut der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei um eine mögliche Kreuzverbrennung, das Zeigen der Hakenkreuzfahne sowie das Singen verfassungsfeindlicher Lieder gegangen.

Der am 24. Dezember 1865 in den USA gegründete Ku Klux Klan ist mit Unterbrechungen bereits seit den 1920er-Jahren aktiv. US-Klanführer reisten mehrere Male in die Bundesrepublik, immer wieder loderten in den vergangenen Jahrzehnten Kreuze auf Wald- und Wiesengrundstücken. Auch die Hauptangeklagte im Münchner NSU-Prozess, Beate Zschäpe, soll an mindestens zwei der Klan-Zusammenkünfte teilgenommen haben. Die "European White Knights of the Ku Klux Klan" - eine schwäbischen Gruppierung - zählten zeitweise sogar mindestens zwei Polizeibeamte zu ihren Mitgliedern.

Ku Klux Klan in der rechten Szene eher ein Randphänomen

Bei den aktiven deutschen Klan-Gruppen geht die Bundesregierung laut "SZ" allerdings von "sehr geringen Mitgliederzahlen" aus und spricht innerhalb der rechten Szene in Deutschland eher von einem Randphänomen. "Die geringe Mitgliederzahl darf nicht über die Gefahr hinwegtäuschen, die von solchen Organisationen ausgeht", sagt die Linken-Politikerin Monika Renner. Der Rassismus des Klan spiele innerhalb der rechten Szene eine wichtige Rolle.

Tatsächlich gab es in den vergangenen Jahrzehnten Morde und Mordversuche, die mit dem Klan in Zusammenhang stehen. 1992 etwa versuchte ein rechter Mob in Brandenburg, einen Afrikaner zu töten. Die Gruppe grölte rhythmisch "Ku-Klux-Klan!" Ein Angreifer fragte nach einem Strick und forderte dazu auf, das Opfer aufzuhängen. Der Mann überlebte schwer verletzt.

Wenige Monate später erschlug ein Klan-Mitglied in Berlin einen Obdachlosen. Insgesamt haben Ermittlungsbehörden nach Auskunft der Regierung seit 2001 bei 68 Straftaten Bezüge zum Klan gesehen.

(lug)