• Die Käuferin eines Hauses wollte den Erwerb rückgängig machen - weil in der Immobilie 20 Jahre zuvor ein Mord stattgefunden hatte und die Verkäuferin das verschwiegen hatte.
  • Das Landgericht Coburg hat die Klage nun zurückgewiesen. Von einer arglistigen Täuschung könne keine Rede sein.

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Eine Hausverkäuferin muss nicht darauf hinweisen, wenn in der Immobilie ein Verbrechen geschehen ist. Das hat das Landgericht Coburg in einem am Freitag veröffentlichten Urteil entschieden. Es wies die Klage einer Käuferin ab, die 2018 ein Haus erworben hatte, in dem 20 Jahre zuvor eine Frau und ihr kleines Kind ermordet worden waren.

Nachdem die Klägerin nach dem Kauf von dem Verbrechen erfahren hatte, wollte sie den Kaufvertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten und den Kauf rückgängig machen. Sie war der Ansicht, die Beklagte hätte auch ohne ausdrückliche Nachfrage auf den Doppelmord aus früheren Zeiten hinweisen müssen.

Verkäuferin erfuhr ebenfalls erst nach dem Kauf vom Verbrechen

Das Landgericht Coburg sah das anders und wies die Klage ab. Es sah keine arglistige Täuschung - unter anderem deshalb, weil der Doppelmord schon so lange zurücklag. Außerdem habe die Verkäuferin auch erst von dem Verbrechen erfahren, nachdem sie das Haus 2004 gekauft hatte - und ihr habe die Vorgeschichte der Immobilie nichts ausgemacht.

Sie habe nach der Information selbst noch mehr als zehn Jahre in dem Anwesen gelebt. "Dementsprechend spielte der Doppelmord beim Verkauf des Hauses für die Beklagte auch keine entscheidende Rolle."

Das Urteil aus dem Jahr 2020 ist inzwischen rechtskräftig, weil die Klägerin ihre Berufung nach einem Hinweis des Oberlandesgerichts Bamberg zurückgezogen hat. (dpa/fab)  © dpa

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