Es sind dramatische Bilder: Mitten in London steht ein Hochhaus lichterloh in Flammen. Es gibt mehrere Tote, viele Menschen werden verletzt. Die Rettungskräfte sind im Großeinsatz und kämpfen gegen die Flammen. Die Entwicklung im Liveblog.

Das Wichtigste:

  • Der Grenfell Tower, ein Hochhaus mit 24 Stockwerken in London, steht seit kurz vor 1 Uhr am Mittwoch in Flammen.
  • Mindestens sechs Menschen starben, mehr als 70 wurden verletzt.
  • Aller Wahrscheinlichkeit nach sind noch einige der rund 600 Bewohner eingeschlossen. Wie viele Menschen vermisst werden, ist unklar.
  • Die Rettungskräfte stellen sich darauf ein, dass der Einsatz noch mehrere Tage dauern wird.

17:19 Uhr - Lob für helfende Muslime

Weil sie wegen des Ramadan in der Nacht noch wach waren, haben viele muslimisch gläubige Bewohner den Brand vor ihren schlafenden Nachbarn bemerkt. Sie machten sie auf das Feuer aufmerksam und retteten ihnen damit vermutlich das Leben. Das berichtet die britische Zeitung "Independent".

16:50 Uhr - Zeugen: Eltern warfen Kinder aus Fenstern

In ihrer Verzweiflung haben offenbar mehrere Eltern ihre Kinder aus dem Fenster des brennenden Wohnhauses geworfen.

Der 17-jährige Tiago Etienne sagte der Nachrichtenagentur PA, er habe gesehen, wie Eltern drei Kinder ungefähr aus dem 15. Stock geworfen hätten. "Sie waren jung, vielleicht zwischen vier und acht Jahren alt." Er habe nicht sehen können, ob die Kinder aufgefangen worden seien.

Ein Baby soll auf diese Weise gerettet worden sein.

15:34 Uhr - Notfallzentren eingerichtet

Nach Angaben des Stadtbezirks Kensington und Chelsea wurden Notfallzentren eingerichtet, etwa in einer Kirche und einem Sportzentrum. Dort werde Bewohnern geholfen, die die Gegend verlassen mussten und noch nicht in ihr Zuhause zurück könnten, teilte die Polizei mit.

Bewohner verteilten Sandwiches. Der Fußballverein Fulham rief dazu auf, zum Beispiel Kleidung und Spielzeug zu organisieren.


14:22 Uhr - Auch Feuerwehrleute verletzt

Neben Bewohnern wurden auch mehrere Feuerwehrleute verletzt. Es handle sich aber um kleinere Verletzungen, sagte Feuerwehrchefin Dany Cotton. Ihr großer Einsatz bei den Lösch- und Rettungsarbeiten ehre die Männer und Frauen.

13:35 Uhr - Premierministerin May: "Tief betroffen von Todesfällen"

Die britische Premierministerin Theresa May ist nach eigenen Worten "tief betroffen von den tragischen Todesfällen" beim Hochhausbrand in London. Das teilte sie in der englischen Hauptstadt mit.

13:28 Uhr - Mehr als 70 Verletzte nach Hochhausbrand in Kliniken

Die Zahl der Verletzten ist weiter gestiegen. Mindestens 74 Patienten würden in Kliniken behandelt, 20 von ihnen seien in einem kritischen Zustand, teilten die Rettungskräfte mit. "Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen."

Es seien Patienten mit verschiedenen Verletzungen behandelt worden, auch mit Rauchvergiftungen. Die Helfer selbst brachten mehr als 60 Menschen in Krankenhäuser, andere hätten von selbst in Kliniken Hilfe gesucht.

12:21 Uhr - Mindestens sechs Tote

Erstmals haben die Behörden die Zahl der Todesopfer benannt: Mindestens sechs Menschen seien ums Leben gekommen, teilte die Polizei auf Twitter mit. Die Opferzahl dürfe noch steigen.

12:19 Uhr - Kein Terroranschlag

Der katastrophale Hochhausbrand ist nach Angaben von Scotland Yard kein Terroranschlag. Das teilte eine Polizeisprecherin auf Anfrage mit.

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Hochhausbrand in London: Inferno im "Grenfell Tower"

24-stöckiges Hochhaus in Flammen. Im Gebäude befanden sich noch Menschen. Es gibt Tote und zahlreiche Verletzte.

12:02 Uhr - "Unsere Warnungen stießen auf taube Ohren"

Offenbar beklagen Bewohner des Hochhauses schon seit längerem den unzureichenden Brandschutz. Die Bürgervereinigung "Greenfell Action Group" schreibt in ihrem Blog: "Regelmäßig Leser wissen, dass wir über die Jahre zahlreiche Warnungen bezüglich des spärlichen Brandschutzes veröffentlicht haben. All unsere Warnungen stießen auf taube Ohren und wir haben prophezeit, dass eine Katastrophe wie dieses unvermeidbar und nur eine Frage der Zeit ist." Darunter steht eine Liste von Links, die auf entsprechende Artikel aus den Jahren 2013 bis 2017 verweißen.

11:30 Uhr - Gebäude laut Feuerwehr stabil

Die Einsatzkräfte halten das Gebäude derzeit für stabil genug, um weiter darin nach möglicherweise eingeschlossenen Menschen zu suchen. Ein Experte überprüfe laufend die Statik des Grenfell Towers, sagte die Londoner Feuerwehrchefin Dany Cotton. Einsatzkräfte seien bislang bis zum 20. Stockwerk gelangt.

11:17 Uhr - Bürgermeister erwartet weitere Opfer

Londons Bürgermeister Sadiq Khan hat sich auf Facebook geäußert. Sein Herz schlage für alle Betroffenen, schreibt er. Die Situation ändere sich ständig, die Zahl der Toten und Verletzten werde wahrscheinlich noch steigen.


10:46 Uhr - Kirche in London sammelt Sachspenden für Bewohner

Die Clement Church in London ruft Einwohner zur Abgabe von Sachspenden für die evakuierten Bewohner des brennenden Wohnhauses auf.


10:24 - "Extrem schwere Bedingungen"

Die Crews arbeiteten "unter extrem schwierigen Bedingungen, um Menschen zu retten und den Großbrand unter Kontrolle zu bekommen", heißt es von der Feuerwehr in einem Statement auf Facebook.


9:13 - Zahl der Verletzten auf 50 gestiegen

Wie die Londoner Ambulanz mitteilt, ist die Zahl der Verletzten zwischenzeitlich auf über 50 gestiegen. Die Patienten seien in fünf Krankenhäuser gebracht worden. "Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen."

8:51 - Es gibt Tote

Bei dem Brand sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Das berichtet die Feuerwehr, ohne eine genaue Zahl zu nennen.

8:28 - Elfjähriger sucht seinen Schulfreund

Ein Elfjähriger hat mit seinem Vater verängstigt vor den Absperrungen beim brennenden Hochhaus in der britischen Hauptstadt gestanden. "So etwas habe ich in London noch nicht gesehen", sagte der 44-jährige Vater der Deutschen Presse-Agentur. Ein Schulfreund seines Sohnes lebe in dem 27-stöckigen Gebäude. Sie hätten von dem Jungen noch nichts gehört.

8:06 - BBC spricht von Einsturzgefahr

Angesichts des massiven Feuers gibt es laut BBC Befürchtungen, das 27-stöckige Hochhaus könnte möglicherweise einstürzen. Auch der britische Schauspieler Tim Downie, der 600 Meter von dem brennenden Hochhaus entfernt wohnt, teilt diese Einschätzung: "Es ist entsetzlich. Das ganze Gebäude ist in Flammen gehüllt. Es ist verloren. Es ist nur eine Frage der Zeit, bevor dieses Gebäude zusammenbricht", sagte er der britischen Nachrichtenagentur Press Association.

7:50 - Gegend hermetisch abgeriegelt

Eine Schule in der Nähe des Grenfell Towers bleibt heute dicht. Man müsse erst die weitere Entwicklung abwarten, hieß es in einem Aushang vor dem Schulgebäude. Die Polizei hat die Gegend um das Hochhaus hermetisch und weiträumig abgeriegelt. Sie bittet die Einwohner, die Gegend nordwestlich des Hyse Parks zu meiden. Eine angrenzende Fernstraße, die durch zahlreiche Vororte Londons führt, ist gesperrt.

07:23 Uhr - 30 Verletzte in Kliniken

Rettungskräfte haben bislang 30 Patienten in Kliniken gebracht. Das teilt die Londoner Ambulanz über Twitter mit.


6:49 Uhr - Noch immer Rauchsäule und Flammen

Noch immer schlagen an vielen Stellen Flammen aus dem Hochhaus. Das berichtet ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur von vor Ort. Eine riesige Rauchsäule ist weithin im Westen der britischen Hauptstadt sichtbar.

6:12 Uhr - Bürgermeister spricht von "bedeutendem Vorfall"

Londons Bürgermeister Sadiq Khan spricht von einem bedeutendem Vorfall. Die britischen Behörden bezeichnen ein Ereignis so, wenn die Lage die Umsetzung besonderer Vorkehrungen durch einen oder mehrere Rettungsdienste erfordert.

5:24 Uhr - Alles voller Asche

Fernsehmoderator George Clark, der in der Nähe wohnt, sagte dem Sender BBC Radio 5, er könne Menschen ganz oben auf dem Hochhaus sehen. "Ich wurde mit Asche bedeckt, so schlimm ist es. Ich bin 100 Meter weg und ich bin vollständig mit Asche bedeckt."

4:30 Uhr - Polizei berichtet von Verletzten

Die Evakuierungsarbeiten sind laut Polizei in vollem Gange. Zwei Menschen würden vor Ort wegen Rauchvergiftung behandelt. Die Zahl der Verletzten könne aber noch steigen.

3:52 Uhr - Bewohner schreien um ihr Leben

Augenzeugen berichten auf Twitter von Schreien und von Menschen, die aus dem brennenden Gebäude springen. Ein dpa-Reporter sah Trümmerteile aus dem Gebäude fliegen. Hin und wieder knallt es. Nachbarn haben Bewohner beobachtet, die mit Taschenlampen auf sich aufmerksam machten oder versuchten, per Handy Hilfe zu holen.

0:54 Uhr - Der erste Notruf geht ein

Das Feuer im Grenfell Tower ist in der Nacht ausgebrochen. Seither kämpfen die Einsatzkräfte der Feuerwehr unermüdlich gegen die Flammen und bringen Bewohner in Sicherheit. Die Feuerwehr ist nach eigenen Angaben mit 200 Leuten und 40 Löschfahrzeugen im Einsatz.


Mit Material von dpa


Teaserbild: © dpa