Der Satiriker Leo Fischer hatte in den letzten Tagen als Gastautor die Kontrolle über den Twitter-Account des "Zeit Magazins". Zwei geschmacklose Beiträge zu Mehmet Scholl und zum Nordkorea-Konflikt führten nun zur Beendigung der Zusammenarbeit.

Für das "Zeit Magazin" übernehmen in regelmäßigen Abständen Gastautoren die Kontrolle über den hauseigenen Twitter-Account.

Nach Doping-Zoff lösen TV-Sender und der Experte den Vertrag auf.


In den letzten Tagen war der Satiriker Leo Fischer an der Reihe und sorgte mit seinen Beiträgen für großes Chaos im Netz.

Leo Fischer überspannt den Satire-Bogen

Zunächst begann das Experiment noch relativ harmlos. Fischer nahm mit seinen Tweets die "Zeit" auf die Schippe, machte satirische Witze über die USA und Nordkorea und ganz nebenbei etwas Werbung für sein Heimatmagazin "Titanic".

Doch als am Donnerstag das Ende der Zusammenarbeit zwischen Mehmet Scholl und der ARD bekannt gegeben wurde, überspannte Fischer den Satire-Bogen - zumindest wenn es nach der Meinung vieler Twitter-User geht.

Über den offiziellen Account des "Zeit Magazins" wurde der Tod des Fußball-Experten vermeldet.


Tweets über Scholl und Nordkorea gelöscht

Auch zu vermeintlichen Explosionen über der nordkoreanischen Hauptstadt Pyöngjang wurde getwittert, wofür Fischer ebenfalls das Unverständnis vieler Nutzer auf sich zog.

Wenig später reagierte das "Zeit Magazin" auf die Vorfälle. Die Beiträge wurden gelöscht und die Zusammenarbeit mit dem Satiriker beendet.

"Die Tweets wurden umgehend gelöscht, sie sind nicht mit unseren Standards vereinbar. Die Twitter-Kolumne von Leo Fischer wurde beendet", teilte die Redaktion mit.


Bericht: Scholl beendete ARD-Deal am Telefon

Derweil berichten verschiedene Medien über Details zum Bruch zwischen Mehmet Scholl und der ARD.

Nach Informationen der "Bild" soll der Experte von sich aus mit dem Sender Schluss gemacht haben. Und das auch noch am Telefon.

Demnach habe er am Mittwoch ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky angerufen und ihn über die Einstellung seiner Arbeit mit sofortiger Wirkung unterrichtet.

Er verzichte in diesem Fall auf ein garantiertes Jahresgehalt von 250.000 Euro sowie zusätzliche Einsatzprämien. Ursprünglich hätte der Kontrakt noch bis 2018 laufen sollen.

(fte)

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