Noch ist es nicht klar, ob prorussische Separatisten in der Ostukraine Flug MH17 abgeschossen haben. Doch viele Niederländer sehen das anders: Jetzt gibt es erste Forderungen, die Tochter des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Maria Putina, aus den Niederlanden auszuweisen.

Unter den Holländern gibt es viele Opfer der Flugzeugkatastrophe. Wie "Spiegel" jetzt online berichtet, mehren sich die Stimmen, Maria Putina - wohnhaft in Den Haag - zur Ausreise zu zwingen. Dies sei die "ultimative Sanktion an die Adresse des russischen Präsidenten", ereiferte sich Hilversums Bürgermeister Pieter Broetjes in einem Radiointerview, in dessen Gemeinde die MH17-Opfer identifiziert werden.

Niederländer hetzen in den sozialen Medien gegen Maria Putina

Ein Holländer äußerte sich auf Twitter noch deutlicher: "Wenn ihr Putins Tochter besuchen wollt, hier ist die Adresse." Auf Facebook verstieg sich ein niederländischer Künstler sogar zu dieser Aussage: "Wenn meine Tochter in dem Flugzeug gesessen hätte, würde ich die Tochter von Putin überfahren."

Hans de Borst hat über der Ostukraine seine 17 Jahre alte Tochter Elsemiek verloren. In einem offenen Brief an Wladimir Putin schrieb er "Spiegel" zufolge: "Maria Putina mag damit nichts zu tun haben. Aber ihr Vater ist sehr mächtig und ich denke, es hätte in seiner Macht gestanden, russisches Militär an die Absturzstelle zu entsenden und die Opfer dort zu beschützen. Trotzdem hat er sich entschieden, das nicht zu tun. Herr Putin und andere Konfliktparteien - ich habe Grund zu der Annahme, dass einer von ihnen der Mörder meines Kindes ist."

Wegen möglicher Angriffe haben die Behörden "Spiegel" zufolge den Polizeischutz vor der russischen Botschaft in Den Haag verstärkt. (cfl)