• Rund eine Woche nach dem gewaltsamen Tod eines Mädchens in Liverpool fahndet die Polizei noch immer nach dem Täter.
  • Zwei Verdächtige kamen gegen Kaution frei.

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Auch Jürgen Klopp war völlig fassungslos. "Wie kann so etwas passieren? Wie ist das nur möglich?", fragte der Trainer des englischen Fußballclubs FC Liverpool konsterniert. Angesichts der Verzweiflung über den gewaltsamen Tod der neunjährigen Olivia in der nordenglischen Stadt geriet der rekordverdächtige 9:0-Sieg von Klopps Team gegen Aufsteiger Bournemouth am Samstag zur Nebensache. Es gebe etwas, das "sehr viel wichtiger" sei, sagte der deutsche Coach. Liverpool war im Schmerz vereint, in der neunten Minute erhoben sich die Fans im Anfield-Stadion und applaudierten zu Ehren des erschossenen Mädchens. Den Täter sucht die Polizei nach wie vor.

Verdächtige wieder auf freiem Fuß

Am Donnerstag und Freitag hatten die Behörden zwei Männer festgenommen, wegen des Verdachts des Mordes und des zweifachen versuchten Mordes. Vom Einsatz gegen einen 33-Jährigen veröffentlichten sie sogar Videomaterial. Es wirkte wie ein schneller Fahndungserfolg, in der Stadt war Erleichterung zu spüren. Doch am Samstagabend teilten die Behörden mit, dass beide Männer gegen Kaution auf freien Fuß gekommen seien. Wobei sich der Schritt bei einem von ihnen, einem 36-Jährigen, nur auf den Mordvorwurf bezieht. Weil er gegen Bewährungsauflagen verstoßen hatte, musste er doch in Haft. Welchen Bezug die Männer zu der Tat haben könnten, blieb ebenso unbekannt wie die Identität des Todesschützen.

Nun geht die Suche von vorne los. Das Verbrechen hat nicht nur Liverpool, sondern ganz Großbritannien erschüttert. Der scheidende Premierminister Boris Johnson und seine Innenministerin Priti Patel zeigten sich entsetzt.

Olivia ist ein Zufallsopfer

Rückblick: Am Abend des 22. August gehen zwei Männer durch die Straße, in der Olivia lebt. Da kommt ihnen ein Mann entgegen, er zieht eine Waffe und feuert. Olivias Mutter ist irritiert von dem Lärm, will nachschauen und öffnet die Tür - das nutzt einer der Attackierten und drängt sich ins Haus. Der Angreifer folgt und feuert durch die halb geöffnete Tür, die die Mutter panisch zu schließen versucht. Der 35 Jahre alte Verfolgte wird schwer verletzt. Eine andere Kugel trifft die 46-Jährige am Handgelenk - und die Neunjährige, die hinter der Mutter steht, in die Brust. Olivia stirbt in einem Krankenhaus.

Sowohl der noch flüchtige Täter als auch der Verfolgte, der ins Haus gestürmt war und mittlerweile außer Lebensgefahr ist, haben nach Erkenntnissen der Ermittler keine Verbindung zu der Familie, das Mädchen ist ein Zufallsopfer. Und nicht das erste: Innerhalb einer Woche wurden in Liverpool insgesamt drei Menschen erschossen, neben Olivia auch eine 28-jährige Frau und ein 22-jähriger Mann. Alle drei wurden offenbar aus Versehen zu Opfern eines Kriegs in der Liverpooler Unterwelt.

Geht es um Bandenkriminalität?

Bekannt ist, dass in der Stadt kriminelle Banden sehr aktiv sind. Es geht um Drogen, es gibt Verteilungskämpfe. Schon nach dem Tod der 28-Jährigen hatte die Polizei eine Mauer des Schweigens in Liverpool beklagt. Viele Menschen würden die Täter kennen, aber niemand kooperiere, aus Angst um das eigene Leben oder das der Familie.

Nach dem tödlichen Schuss auf Olivia und angesichts des Drucks der Öffentlichkeit, den Schützen zu finden, griff Polizeichefin Serena Kennedy deshalb zu einem außergewöhnlichen Mittel: Sie appellierte an die "kriminellen Bruderschaften", ausnahmsweise Informationen mit den Behörden zu teilen. "Der Mord an einem neunjährigen Kind ist eine absolute Tragödie und überschreitet jede Grenze", sagte Kennedy.

Das zeigt nach Ansicht von Beobachtern, wie verzweifelt die Lage in der Stadt mit etwa 500 000 Einwohnern ist, die als Heimat der Beatles und des FC Liverpool auch zahlreiche Touristen anlockt. "Schweigen ist keine Option", twitterte die Polizei am Sonntag. "Olivia. Ihr kennt ihren Namen. Jetzt brauchen wir den Namen ihres Mörders", heißt es in einem emotionalen Hilferuf. Eine Stadt sucht einen Täter. Doch es ist völlig unklar, ob auch wirklich alle mitmachen.  © dpa

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