Natascha Kampusch meistert ihren Alltag - doch normal wird er wohl nie sein. In einem aktuellen Interview erzählt sie, wie es ihr geht und welches Geräusch sie bis heute zusammenzucken lässt.

Wann immer man etwas von Natascha Kampusch hört, dreht es sich um ihren steinigen Weg zurück in ein harmonisches Leben, um den Kampf um ein bisschen Normalität.

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Erst kürzlich wurde bekannt, dass sie sich - nach einer abgebrochenen Goldschmiedelehre - einen Traum erfüllte und eine eigene Schmuck-Kollektion herausbrachte. Und das trotz hämischer Kommentare von Kritikern, denen sie immer wieder ausgesetzt ist.

Immer noch lichtempfindlich

Ein aktuelles Interview des Entführungsopfers mit der Zeitschrift "Closer" zeigt einmal mehr, wie hart Natascha Kampuschs Weg ist, wie gezeichnet sie elf Jahre nach ihrer Flucht aus der achtjährigen Gefangenschaft bleibt.

In der U-Bahn suche sie sich immer einen Platz, von dem aus sie jederzeit aussteigen könne. Immer noch sei sie zudem lichtempfindlich, erzählt Kampusch. Bei dem Geräusch eines vorbeifahrenden Lieferwagens zucke sie noch heute zusammen. Die 29-Jährige war damals bei ihrer Entführung 1998 in einen Lieferwagen gezerrt worden.

Natascha Kampusch: "Vor allem ältere Damen erkennen mich"

Anonymität gibt es für Natscha Kampusch schlichtweg nicht. "Vor allem ältere Damen erkennen mich", sagt sie. "Touristen fragen mich nach Selfies", erzählt Kampsch weiter, "ich weiß dann nie, was ich machen soll."

Dabei sei es ihr so wichtig, nicht mehr nur das "entführte Kind" zu sein. Auch Anfeindungen sei sie noch immer ausgesetzt.

Natascha Kampusch erzählt aber auch von den Dingen, die ihr Freude bereiten: Sie schneidert ihre Kleider selbst, ein weiteres Hobby ist Kajakfahren.

Ihrer neuen Schmuck-Kollektion hat sie ein Markenzeichen gegeben: eine Blume. "Die Blume ist für mich das Symbol meines Lebens. Sie bedeutet für mich meine Selbstbefreiung und symbolisiert den Weg zurück in die Gesellschaft." (af)