Natascha Kampusch hat am Mittwochabend ihr neues Buch in Wien präsentiert. Dabei erklärte sie, wem sie ihr zweites Werk "Natascha Kampusch: 10 Jahre Freiheit" widmet und äußerte sich - wieder einmal - zu feindseligen Reaktionen auf ihre Person.

Rund 100 Personen waren zur Präsentation des neuen Buches "Natascha Kampusch: 10 Jahre Freiheit" in der Thalia-Buchhandlung in Wien-Landstraße gekommen. Im Vergleich zur Vorstellung ihres ersten Buches "3096 Tage" vor sechs Jahren, zu der rund 800 Besucher kamen, war der Andrang diesmal bescheiden. Wegen des Ansturms damals war der Abend diesmal wesentlich dezenter beworben worden.

Natascha Kampusch gibt in Interview Einblick in ihr Seelenleben.

Nach ihrem ersten Buch habe sie viele Zuschriften erhalten, berichtete Kampusch am Mittwochabend. Frauen hätten ihr geschrieben, dass ihnen ihr Tun geholfen habe, auch ihr eigenes Dasein zu ändern. "Gewidmet all jenen tapferen Frauen, die um ihre Unabhängigkeit kämpfen, in der Hoffnung auf ein freies, selbstbestimmtes Leben", heißt es daher in der Einleitung ihres neuen Buches. Der Erscheinungstermin fällt fast auf den Tag genau mit dem Jubiläum ihrer Flucht aus der Gefangenschaft ihres Peinigers Wolfgang Priklopil am 23. August 2006 zusammen.

Natascha Kampusch: "Es geht mir heute sehr gut"

In etwa 45 Minuten beantwortete Kampusch entspannt die Fragen von Sandra Bartl vom TV- Sender Puls 4, zuallererst nach ihrem Befinden: "Danke, es geht mir heute sehr gut", sagte sie. Nicht nur ihre Zeit in Gefangenschaft, sondern vor allem die Zeit danach wollte Kampusch in ihrem neuen Buch thematisieren, "weil in den Medien immer wieder Gerüchte kursierten".

Thema bei der Präsentation war auch, warum viele Menschen Kampusch nach wie vor feindselig begegnen. "Ich muss wohl einen Nerv in diesen Menschen treffen", zitiert die Austria Presse Agentur das Entführungsopfer.

Bei allen Herausforderungen, denen Kampusch auch seit ihrer Flucht begegnen musste, zog sie letztlich eine positive Bilanz: Die Momente, in denen sie den Alltag nicht zu bewältigen meine, seien weniger geworden. "Ich möchte in zehn Jahren sagen können, dass ich ein glückliches und zufriedenes Leben führe", wünschte sie sich abschließend. (af)