Oscar Pistorius ist in der psychiatrischen Klinik Weskoppies angekommen. Dort soll der angeklagte Sprintstar 30 Tage lang auf eine psychische Störung untersucht werden. Das Ergebnis könnte Pistorius' Schuldfähigkeit infrage stellen.

Im Prozess um den Tod seiner Freundin Reeva Steenkamp hatte Expertin Dr. Merryl Vorster davon berichtet, dass Oscar Pistorius unter einer Angststörung leide, die seine Reaktionsfähigkeit in Stress-Situationen im Vergleich zu anderen Menschen deutlich verändere. Damit könne eine verminderte Schuldfähigkeit bei der Schießerei am 14. Februar 2014 gegeben sein. Daraufhin ordnete Richterin Thokozile Masipa an, den Angeklagten von unabhängigen Experten begutachten zu lassen.

In der psychiatrischen Klinik Weskoppies im südafrikanischen Pretoria soll sich Oscar Pistorius dem Nachrichtensender N-TV zufolge jeweils sieben Stunden täglich Tests unterziehen. Als Tagespatient wird sich der Südafrikaner einen Monat lang den Fragen von Leon Fein, Herman Pretorius und Jonathan Scholz stellen, die dann gemeinsam ein Gutachten erstellen.

Test soll herausfinden, ob Pistorius simuliert

Fein gilt als Experte für bipolare Störungen und Traumabewältigung, Pretorius ist Psychiater und Scholtz auf klinische Psychologie spezialisiert. Während der Untersuchungen werden unter anderem Verhalten, Körperhaltung und Stimme protokolliert. Mit den Tests wollen die Fachleute auch herausfinden, ob der Angeklagte das Krankheitsbild simuliert.

Bestätigt sich die Schuldfähigkeit des Sprintstars und wird er des Mordes überführt, drohen ihm mindestens 25 Jahre Haft, bei einem verschuldeten Totschlag könnten es 15 Jahre Gefängnis werden. Am 30. Juni will das Gericht in Südafrika wieder zusammenkommen, um die Ergebnisse des psychologischen Gutachtens zu hören. (cfl)