Die Polizei in Freiburg hat eine Festnahme in Zusammenhang mit dem Mord an der 19 Jahre alten Medizinstudentin Mitte Oktober bestätigt. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen jungen Mann aus Afghanistan.

Im Fall der getöteten 19 Jahre alten Studentin in Freiburg gibt es nach Polizeiangaben einen Ermittlungserfolg. Ein Tatverdächtiger in dem Sexual- und Tötungsverbrechen sei gefasst, sagte Staatsanwalt Dieter Inhofer am Freitag in Freiburg. Er sprach von einem Erfolg.

Bei dem mutmaßlichen Täter soll es sich um einen 17 Jahre alten Afghanen handeln, der 2015 als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen sei. Die bei ihm genommene DNA-Probe stimmt mit der am Tatort gefundene DNA überein.

Der junge Mann sitzt nun in U-Haft. Der Vorwurf laute auf Vergewaltigung und Mord, sagte Inhofer.

Haar am Tatort führt zum Täter

Ein 18,5 Zentimenter langes schwarzes Haar mit changierender Blondierung in einem Dornengebüsch ist nach Polizeiangaben wichtiges DNA-Material, das zu dem Täter führte. Ein schwarzer Schal im Flussbett der Dreisam spielte demnach zudem eine Rolle bei der Aufklärung des Sexual- und Gewaltverbrechens.

Die junge Frau sei vergewaltigt und ihre Leiche im Fluss Dreisam gefunden worden. Sie sei ertrunken, sagte der Soko-Leiter David Müller. Die Frau war demnach mit ihrem Fahrrad auf dem Heimweg von einer Uni-Party, als sie Opfer der Verbrechens wurde.

Man habe durch Vernehmungen und durch eine webbasierte Umfrage die Zeit vor der Tat in weiten Teilen lückenlos rekonstruieren können, sagte Müller.

50 Minuten von der Tat hatte sich ein junger Mann mit einem schwarzen Schal rund einen Kilometer vom Tatort aufgehalten. Dies ergab die Auswertung von Videoaufzeichnungen der Freiburger Verkehrs-AG.

Die Ermittler hätten einen Verdächtigen mit markanter schwarzer Haarfrisur in einer Videoauswertung von der Kameraüberwachung entdeckt. Der Verdächtige sei am Freitag identifiziert worden.

Keine Hinweise auf Verbindung zu Tötungsdelikt in Endingen

Über die Festnahme hatten die "Badische Zeitung" und die "Bild"-Zeitung zuerst berichtet. Am Leichnam der Studentin aus dem Enzkreis war eindeutige DNA sichergestellt worden. Die Polizei hatte etwa 1.400 Menschen vernommen und rund 1.600 Hinweise geprüft, darunter die auf ein herrenloses Fahrrad in der Nähe.

Zu dem Tötungsdelikt in Endingen bei Freiburg wenige Wochen später gibt es laut Polizei bislang keine Verbindung. (cai/dpa)