Der Heckadler des deutschen Panzerkreuzers "Admiral Graf Spee" soll nun doch nicht zu einer Friedenstaube umgearbeitet werden.

Mehr Panorama-News

Uruguays Präsident Luis Lacalle Pou hatte am Freitag eigentlich angekündigt, den 2,80 Meter hohen und 350 Kilogramm schweren Bronzeadler mit Hakenkreuz und Eichenlaubkranz einschmelzen zu lassen, sich aber nun umentschieden. Dies begründete er vor der Presse in Montevideo am Sonntag damit, dass in dieser Frage keine Einigkeit bestehe, wie uruguayische Medien berichteten.

Nach einem jahrelangen Rechtsstreit hatte ein Gericht den Reichsadler vor kurzem dem Staat Uruguay zugesprochen. Nun sollte der uruguayische Künstler Pablo Atchugarry das Modell einer Friedenstaube fertigen, das dann als Gussform bei der Umgestaltung gedient hätte. Ein Symbol der Gewalt, so die Idee, sollte zu einem Symbol des Friedens werden. Doch gegen den Plan, den geschichtsträchtigen Adler einzuschmelzen, gab es viel Widerstand in der Öffentlichkeit und auch aus Lacalles eigener Partei. "Ich bleibe dabei, dass es eine gute Idee ist. Aber ein Präsident muss zuhören und repräsentieren", sagte Lacalle Pou laut Tageszeitung "El País".

Die "Admiral Graf Spee" war zu Beginn des Zweiten Weltkriegs im Indischen Ozean und im Südatlantik unterwegs und hatte dort neun britische Handelsschiffe versenkt. Die Royal Navy war ihr auf den Fersen und konnte sie schließlich vor der Küste Uruguays stellen. Etwa in Höhe des Seebads Punta del Este kam es im Dezember 1939 zur ersten größeren Seeschlacht des Zweiten Weltkriegs zwischen der "Graf Spee" auf der einen und dem schweren Kreuzer "Exeter" sowie den leichten Kreuzern "Ajax" und "Achilles" auf der anderen Seite.

Schwer beschädigt, floh die "Graf Spee" in den Hafen von Montevideo, bekam dort aber nicht genügend Liegezeit, um das Schiff zu reparieren. Kapitän Hans Langsdorff ließ den Panzerkreuzer daraufhin im Río de la Plata vor Montevideo versenken und erschoss sich noch am selben Abend. Die Besatzung setzte ins seinerzeit noch neutrale Argentinien über, einige Männer blieben in Uruguay. Pläne das Wrack zu heben wurden im Laufe der Jahrzehnte immer wieder angesichts der Schwierigkeiten verworfen. Der Reichsadler wurde laut Medienberichten 2006 geborgen.  © dpa

JTI zertifiziert JTI zertifiziert

"So arbeitet die Redaktion" informiert Sie, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte stammen. Bei der Berichterstattung halten wir uns an die Richtlinien der Journalism Trust Initiative.