• Ein Demonstrant ist bei Protesten gegen die Rentenreform in Paris verletzt worden.
  • Er hat einen Hoden verloren – vermutlich durch den Knüppelschlag eines Polizisten.
  • Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet.

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Die Proteste gegen die Rentenreform vergangene Woche in Frankreich haben ein Nachspiel: Weil ein Demonstrant mutmaßlich durch den Knüppelschlag eines Polizisten einen Hoden verloren hat, schaltete sich nun die Pariser Staatsanwaltschaft ein.

Sie leite eine Untersuchung wegen schwerer vorsätzlicher Gewalt durch eine Amtsperson ein, teilte ein Sprecher am Montag mit. Die Ermittlungen werden von der Aufsichtsbehörde der Polizei geführt. Der Fall hatte in Frankreich hohe Wellen geschlagen.

Polizist schlug dem Demonstranten mit Knüppel zwischen die Beine

Videoaufnahmen des Fernsehsenders BFMTV zufolge lag der Demonstrant am Boden, als der Polizist ihm mit einem Knüppel zwischen die Beine schlug. Dem 26-Jährigen musste daraufhin ein Hoden entfernt werden, wie mehrere Medien übereinstimmend berichteten.

Seine Anwältin sprach von einem "sadistischen Schlag". Regierungssprecher Olivier Véran hatte am Sonntag gesagt, er habe viel Empathie für das Opfer und man müsse die Bedingungen verstehen, unter denen der Einsatz durchgeführt worden sei.

Ausschreitungen bei Protesten gegen Rentenreform in Paris

Am Rande einer Demonstration gegen die Rentenreform in Frankreich ist es in Paris zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Tausende Menschen hatten zuvor weitgehend friedlich gegen eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 64 Jahre protestiert.

Am Donnerstag hatten mehr als 1,1 Millionen Menschen gegen die Rentenpläne der französischen Regierung demonstriert. Weil sich das aktuelle Rentensystem wegen der alternden Bevölkerung langfristig nicht finanziert, will Frankreichs Regierung das Renteneintrittsalter schrittweise von 62 auf 64 Jahre anheben. (dpa/tas)