Weil er drei Frauen bei der Begleitung ihres Freitods abgezockt haben soll, steht der Gründer des Schweizer Sterbehilfevereins Dignitas am Freitag in Deutschland vor Gericht.

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Der Gründer eines Schweizer Sterbehilfevereins steht vor Gericht, weil er bei drei Frauen aus Deutschland zu viel Geld kassiert haben soll.

Dignitas-Gründer Ludwig Minelli (85) hat die Vorwürfe in der Vergangenheit zurückgewiesen. Die Verhandlung am Freitag sollte nur einen Tag dauern, das Urteil könnte aber später veröffentlicht werden, wie eine Mitarbeiterin des Gerichts in Uster knapp 20 Kilometer östlich von Zürich sagte.

Aus Selbstsucht zum Suizid verleitet?

Es geht um drei Fälle aus den Jahren 2003 und 2010. Obwohl eine Freitodbegleitung nach Auffassung der Staatsanwaltschaft deutlich unter 10.000 Euro kostet, soll der Verein erheblich höhere Beträge kassiert haben.

In einem Fall soll er umgerechnet rund 85.000 Euro (100.000 Franken) als Spende eingenommen haben. Die Staatsanwaltschaft wirft Minelli vor, die Frauen aus selbstsüchtigen Motiven zum Suizid verleitet zu haben. Das kann mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden.

Es ist das zweite mal binnen kurzer Zeit, dass Schweizer Sterbehilfevereine Schlagzeilen machen. Vergangene Woche war Lifecircle in vieler Munde. Mit dessen Unterstützung nahm sich der 104 Jahre alte Botanikprofessor David Goodall am Himmelfahrtstag in Basel das Leben.© dpa