Während einer Polizeiaktion in der französischen Hafenstadt Marseille im Stadtteil La Castellane haben am Montagvormittag Vermummte das Feuer eröffnet. Es sei in die Luft geschossen worden, als drei Polizeifahrzeuge vor einem Gebäudekomplex vorgefahren seien. Auch auf ein Auto sei geschossen worden.

Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass bei der Schießerei niemand verletzt worden sei.

Die französische Zeitung "Le Figaro" berichtet, dass auf das Fahrzeug des Polizeidirektors von Marseille gezielt geschossen wurde. Zudem seien französische Spezialeinheiten auf dem Weg zum Tatort. Laut "Le Figaro" handelt es sich um eine Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Banden.

Laut dem französischen TV-Sender france.info wurde das Viertel La Castellane abgeriegelt und mehrere Schulen geschlossen. Der deutsche Sender N24 berichtet, dass 7.000 Bewohner des Viertels in Sicherheit gebracht wurden.

Frankreichs Regierungschef Manuel Valls hatte für Montagnachmittag einen Besuch in der Mittelmeerstadt geplant. Nach Angaben der Regierung war Valls zum Zeitpunkt des Zwischenfalls noch nicht in Marseille. Valls sollte von Innenminister Bernard Cazeneuve und Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem begleitet werden.

Bei dem Besuch sollte es um die Sicherheit in der seit Jahren von Bandenkriegen, Schießereien und Morden auf öffentlicher Straße geprägten Stadt gehen. Im Stadtteil La Castellane war erst im Januar ein 25-Jähriger erschossen worden.

Bei der Schießerei handelt es sich nicht um einen Terror-Anschlag. Seit den Anschlägen auf die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt in Paris ist Frankreich in erhöhter Alarmbereitschaft.

(cai/dpa)