Der umstrittene Auftritt von Uli Hoeneß in Liechtenstein sorgt für heftige Kritik auch seitens der Politik. Der Justizminister Nordrhein-Westfalens, Thomas Kutschaty (SPD), warnte den Präsidenten des FC Bayern nun eindringlich: Er sei nur auf Bewährung frei.

Die Kritik reißt nicht ab. Uli Hoeneß hatte sich kürzlich bei einem Auftritt in Liechtenstein erstaunlich deutlich über seine Zeit im Gefängnis und seine Verurteilung geäußert.

Dabei fiel unter anderem der Satz: "Ich bin der einzige Deutsche, der Selbstanzeige gemacht hat und trotzdem im Gefängnis war. Ein Freispruch wäre völlig normal gewesen. Aber in diesem Spiel habe ich klar gegen die Medien verloren."

"Hoeneß macht sich über Steuerzahler lustig"

Das entsprechende Interview mit dem Präsidenten des FC Bayern im Schweizer "Blick" (das ganze Gesprächsprotokoll können Sie hier nachlesen) hatte für Aufsehen und Kritik gesorgt.

Hoeneß und Rummenigge sind in diesem Punkt überhaupt nicht der gleichen Meinung.

"Offensichtlich haben 21 Monate in einem bayrischen Luxusknast mit Wochenendurlauben und Aufenthalten in der Schön-Klinik am Starnberger See nicht die gewünschte Wirkung gezeigt. Im Steuerparadies Liechtenstein macht er sich über die ehrlichen Steuerzahler lustig", meldete sich nun der Justizminister Nordrhein-Westfalens, Thomas Kutschaty (SPD), in der "Bild"-Zeitung zu Wort.

In NRW stehen am Sonntag Wahlen an - Kutschatys Partei befindet sich also im Wahlkampf.

Kein Kommentar aus Bayerns Justizministerium

Der SPD-Minister warnte Hoeneß: "Er sollte sehr vorsichtig sein. Denn er steht unter Bewährung. Und bei solchen Äußerungen kann man schon den Widerruf der Bewährung prüfen."

Im Klartext heißt das: Verstößt Hoeneß gegen Bewährungsauflagen, droht ihm erneut die Haft.

Für Hoeneß zuständig ist das bayerische Justizministerium, wo man seinen Auftritt in Liechtenstein nicht kommentieren wollte.

Verurteilung im Jahr 2014

Hoeneß war wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 28,5 Millionen Euro vor drei Jahren zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Im Februar 2016 kam er frei - auf Bewährung. (af)

So deutlich wurde Uli Hoeneß schon lange nicht mehr. Der Präsident des FC Bayern hat bei einem Auftritt in Liechtenstein klare Sätze über seine Zeit im Gefängnis, seinen Verein und auch den Konkurrenten Borussia Dortmund gesagt.