• Es ist eine Tat, die kaum zu fassen ist: Ein Amokläufer stürmt in eine Grundschule in Texas und richtet ein Blutbad an.
  • US-Senator Chris Murphy, US-Präsident Joe Biden und weitere Politiker und Politikerinnen reagieren bestürzt auf die Attacke.
  • Die Demokraten verschärfen ihre Forderung nach neuen Waffengesetzen.

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US-Senator Chris Murphy hat entsetzt auf das Massaker an einer Grundschule im Bundesstaat Texas reagiert und bewegende Worte an seine Senatskollegen und -kolleginnen gerichtet. "Was machen wir?", fragte der Demokrat am Dienstagnachmittag (Ortszeit) im US-Kongress. "Warum verbringen Sie so viel Zeit damit, für den Senat der Vereinigten Staaten zu kandidieren? Warum machen Sie sich die Mühe, diesen Job zu bekommen (...), wenn Ihre Antwort lautet, dass wir nichts tun, während diese Metzelei zunimmt und unsere Kinder um ihr Leben rennen", fragte er sichtlich um Fassung ringend. "Warum sind wir hier?"

Bei einem Amoklauf an einer Grundschule in der kleinen Stadt Uvalde nahe San Antonio in Texas wurden am Dienstag 19 Kinder getötet. Der Schütze sei ebenfalls tot, wie der texanische Gouverneur, der Republikaner Greg Abbott, nach der Attacke mitteilte.

Murphy kommt aus dem Bundesstaat Connecticut, in dem 2012 im Ort Sandy Hook bei einem Massaker in einer Grundschule 20 Kinder getötet wurden. Solche Massaker seien nicht unvermeidbar. "So etwas passiert nur in diesem Land. Und nirgendwo sonst", sagte Murphy. "Nirgendwo sonst gehen kleine Kinder mit dem Gedanken zur Schule, dass sie an diesem Tag erschossen werden könnten." Murphy fügte hinzu: "Es ist unsere Entscheidung, ob das weitergeht."

"Arbeiten Sie mit uns zusammen, um einen Weg zu finden, Gesetze zu verabschieden, die dies weniger wahrscheinlich machen", forderte der Demokrat weiter. "Ich weiß, dass meine republikanischen Kollegen nicht mit allem einverstanden sein werden, was ich befürworte, aber wir können einen gemeinsamen Nenner finden."

Biden: "Wann bieten wir der Waffenlobby die Stirn?"

Der gerade von einer mehrtägigen Asien-Reise zurückgekehrte US-Präsident Joe Biden wandte sich an die Nation. Begleitet von seiner Ehefrau Jill hielt er kurz nach seiner Landung eine emotionale Ansprache im Weißen Haus: "Als Nation müssen wir uns fragen, wann in Gottes Namen wir der Waffenlobby die Stirn bieten werden", sagte Biden am Dienstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. "Die Vorstellung, dass ein 18-jähriger Junge in ein Waffengeschäft gehen und zwei Sturmgewehre kaufen kann, ist einfach falsch."

Seit dem Massaker von Sandy Hook vor zehn Jahren habe es mehr als 900 Vorfälle gegeben, bei denen Schüsse auf Schulgeländen gemeldet worden seien, sagte Biden. Man könne nicht jede Tragödie mit schärferen Waffengesetzen verhindern - aber diese Gesetze hätten positive Auswirkungen.

Biden erinnerte in seiner Rede auch an seinen Sohn Beau, der 2015 an Krebs gestorben war, und an seine 1972 bei einem Autounfall getötete Tochter. "Ein Kind zu verlieren, ist, als würde einem ein Stück seiner Seele herausgerissen", sagte er. Biden ordnete an, bis einschließlich Samstag die Flaggen auf allen öffentlichen Gebäuden in den USA auf Halbmast zu setzen.

Auch US-Vizepräsidentin Kamala Harris hat nach dem Massaker neue politische Maßnahmen gefordert. "Genug ist genug", sagte sie am Dienstagabend (Ortszeit) in Washington. "Als Nation müssen wir den Mut haben zu handeln." Es müssten Maßnahmen ergriffen werden, die sicherstellen, dass derartige Verbrechen nicht mehr geschehen, sagte Harris. "Unsere Herzen werden immer wieder gebrochen."

Obama: "Unser Land ist gelähmt"

Der frühere US-Präsident Barack Obama sprach den betroffenen Familien auf Twitter sein Beileid aus: "Michelle und ich trauern mit den Familien in Uvalde", schrieb Obama am Dienstagabend (Ortszeit). "Sie erleben einen Schmerz, den niemand ertragen sollte."

Er und seine Frau seien auch wütend, fügte der US-Demokrat hinzu und kritisierte in diesem Zusammenhang die oppositionellen US-Republikaner. "Unser Land ist gelähmt, nicht durch Angst, sondern durch eine Waffenlobby und eine politische Partei, die keine Bereitschaft gezeigt haben, in irgendeiner Weise zu handeln, um diese Tragödien zu verhindern", erklärte Obama. Es sei längst an der Zeit zu handeln, schrieb der Ex-US-Präsident.

Für eine Verschärfung der Waffengesetze ist der Kongress zuständig, das US-Parlament. Viele Republikaner lehnen einen solchen Schritt ab. (dpa/ari)

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Massaker an Grundschule in Texas: Bilder von Schmerz und Entsetzen

Mindestens 19 Grundschüler sind tot, erschossen von einem Amokläufer: Das Blutbad von Uvalde ist kaum zu fassen. Bilder zeigen den Schmerz der Angehörigen und auch US-Präsident Joe Biden stehen Trauer und Entsetzen ins Gesicht geschrieben.