• Den Vorwürfen, der Sekretär des gestorbenen Papstes Johannes Paul II., Stanislaw Dziwisz, habe sexuellen Missbrauch kirchlicher Würdenträger vertuscht, wird seitens des Vatikans nicht weiter nachgegangen.
  • Man habe die gesammelten Unterlagen analysiert und die Vorgehensweise von Kardinal Dziwisz als "korrekt" bewertet, teilte ein Sprecher mit.

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Der Vatikan will Vertuschungsvorwürfe gegen den langjährigen Sekretär des gestorbenen Papstes Johannes Paul II., Kardinal Stanislaw Dziwisz, nicht weiter untersuchen. "Die Analyse der gesammelten Unterlagen hat es uns ermöglicht, die Handlungen von Kardinal Stanislaw Dziwisz als korrekt zu bewerten, und deshalb hat der Heilige Stuhl beschlossen, nicht weiter zu verfahren", teilte die päpstliche Nuntiatur in Polen am Freitag mit.

Im Juni hatte sich der emeritierte Erzbischof von Genua, Kardinal Angelo Bagnasco, zehn Tage in Polen aufgehalten, dort Dokumente eingesehen und Gespräche geführt. Ziel der Visite war damals nach Angaben der Nuntiatur die Überprüfung der "Vorwürfe der Vernachlässigung durch Kardinal Dziwisz während seiner Amtszeit als Erzbischof von Krakau von 2005 bis 2016".

Kardinal Stanislaw Dziwisz wies Vorwürfe zurück

Im November 2020 war der 82-jährige Dziwisz durch einen polnischen Dokumentarfilm schwer belastet worden. In der 80-minütigen Dokumentation "Don Stanislao" des Senders TVN24 kamen Missbrauchsopfer, Priester, Kirchenexperten sowie investigative Journalisten zu Wort. Sie warfen Dziwisz vor, als Vertrauter und Sekretär des polnischen Papstes Johannes Paul II. zwischen 1978 und 2005 Vorwürfe über kirchliche Würdenträger wegen sexuellen Missbrauchs weltweit unter den Teppich gekehrt zu haben - teils wegen persönlicher Bekanntschaften, teils aber auch, weil die mutmaßlichen Täter der Kirche große Geldspenden eingebracht hätten.

Dziwisz hatte die Vorwürfe seinerzeit zurückgewiesen und von "verleumderischen Anschuldigungen" gesprochen. Zur jetzigen Entscheidung des Vatikans sagte er: "Ich bin dem Heiligen Stuhl dankbar, dass er den Fall gerecht beurteilt hat." (dpa/tar)  © dpa

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